Sie sind auf Seite 1von 7

Grundlagen des Arbeitsrechts

Kontrollfragen & Problemstellungen

1. Was ist ein Arbeitsvertrag?

Der Vertrag zwischen dem AG und dem AN, der die Arbeitsleistung
und das Engelt in einem Arbeitsverhältnis regelt. 2-seitig verbindlich.

2. Welches sind die grundlegenden Merkmale eines


Arbeitsvertrages?

Persönliche Abhängigkeit
Wirtschaftliche Abhängigkeit
Dauerschuldverhältnis
Arbeitsleistung auf Zeit
Persönliche Arbeitspflicht
Risiko trifft AG
Erfolg kommt AG zugute

3. Was ist der Unterschied zwischen einem Werkvertrag und


freier Mitarbeiter?

Werkvertrag: Erfolgsgarantie
freier Mitarbeiter: keine Erfolgsgarantie

4. Was ist ein Dienstzettel?

Eine schriftliche Aufzeichnung über die wesentlichsten Rechte und


Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis  verpflichtend  zur
Beweissicherung.

5. Wann entsteht Anspruch auf Urlaub?

In den ersten 6 Monaten im Verhältnis zur Arbeitszeit (aliquot), nach


6 Monaten hat man den Anspruch auf die volle Höhe und ab dem
2ten Jahr besteht der Anspruch schon zu Jahresbeginn. Bei einer 5
Tagewoche hat man Anspruch auf 25 Tage Urlaub, bei einer 6
Tagewoche 30 Tage.

6. Kann der Urlaubsanspruch verjähren?

Ja, wenn sich mehr als 3 volle Urlaubsanspruche angesammelt


haben (15 Wochen)

7. Was ist der Unterschied zwischen Urlaubsengelt und


Urlaubsersatzleistung?

Entgelt: Bezahlung des „normalen“ Gehalts auch bei Urlaub


Ersatzleistung: bei Beendigung des Dienstverhältnisses wird für nicht
verbrauchten Urlaub eine Ersatzleistung ausbezahlt
8. Was ist bei Krankheit im Urlaub zu tun?

Dem Arbeitgeber melden und ein ärztliches Gutachten vorlegen, bei


mehr als 3 Tagen Krankheit wird der Urlaub unterbrochen. Wenn
man im Ausland ist, muss der Arzt zugelassen sein oder man
besucht ein Krankenhaus.

9. Was ist das Krankenentgelt und in welcher Höhe wird es


ausbezahlt?

Krankenengelt bekommt man bei Krankheit bzw. bei einem


Arbeitsunfall, man bekommt den „normalen Lohn/Gehalt auf eine
bestimmte Zeit  danach Krankengeld

10. Was ist da Krankengeld?

Das bekommt man von der Krankenkasse höchsten jedoch 26


Wochen

11. Wie lange dauert die Entgeltforzahlung bei einem


Angestellten im 12. Dienstjahr?

8 Wochen voll und 4 Wochen halb, höchstens 12 Wochen. Wenn das


erschöpft ist, zahlt die Krankenkasse weiter. Wenn man innerhalb
des Krankenstands gekündigt wird müssen die Entgeltfortzahlungen
trotzdem weiterlaufen.

12. Was ist bei einer neuerlichen Erkrankung zu beachten?

Wenn die neue Erkrankung innerhalb von 6 Monaten eintritt, wird


zuerst der Grundanspruch ausgeschöpft (sofern noch vorhanden). –>
dann Anspruch auf Zusatzzahlungen in Höhe des halben
Grundanspruchs.

13. Welche Möglichkeiten der Beendigung von


Dienstverhältnissen gibt es?

Während der Probezeit (Auflösung der Probezeit)


Zeitablauf (befristet zB bis 31.12.2008, kann jedoch auch aus der Art
der Arbeit hervorgehen zB Saisonarbeit, Ferialjob oder Aushilfsjob
(wie Karenzvertretung))
beidseitiges Einverständnis
Kündigung (mit Frist, nicht an Schriftform gebunden, kann auch
mündlich gemacht werden, kein Grund muss angegeben werden, es
gibt einen fixen Termin für den Austritt)
Entlassung (ohne Frist, wichtiger Grund muss gegeben sein, bei
Arbeitern ist jeder Grund angeführt, bei Angestellten entscheidet der
Einzelfall)
Austritt (ohne Frist, AN kann gehen, Tatbestand muss laut Gesetz
gegeben sein)
Tod des AN

14. Was sind Kettenarbeitsverträge?

mehrere befristete Arbeitverträge aneinandergereiht (um


Kündigungsschutzvorschriften zu umgehen). Keine
Betriebszugehörigkeit, Arbeit beginnt immer neu. Nur zugelassen,
wenn ein sachlicher Grund vorhanden ist  Entscheidung im
Einzelfall.

15. Was ist eine Kündigung im rechtlichen Sinne?

Eine einseitige, empfangsbedürftige Willenserklärung mit dem


Inhalt, ein Arbeitsverhältnis aufzulösen. Muss nicht am
Arbeitsplatz/während der Dienstzeit mitgeteilt werden.

16. Was ist der Unterschied zwischen Kündigungsfrist und


Kündigungstermin?

Frist: Zeitspanne zwischen Kündigung und tatsächlichem Beenden


Termin: Zeitpunkt, an dem das Arbeitsverhältnis endgültig gelöste
werden soll.

17. Was ist eine Kündigungsentschädigung und wann hat ein


Arbeitnehmer Anspruch darauf?

Ist das Geld, das man bei ungerechtfertigter Entlassung bzw. einem
berechtigtem Austritt bekommt. Anspruch auf Entgelt dann wie bei
der Kündigung

18. Was ist unter „Freizeit während der Kündigungsfrist“ zu


verstehen?

AG muss AN mindestens 1/5 der regelmäßigen wöchentlichen


Arbeitszeit freigeben, ohne den Lohn/Gehalt zu kürzen.
“Postensuchtage“

19. Was ist die Abfertigung neu?

Der Arbeitgeber muss, seit 2003, ab Beginn des 2.


Beschäftigungsmonats 1,53% des Gehalts an die
Mitarbeitervorsorgekasse einbezahlen; Der Arbeitnehmer „nimmt“
den Anspruch von Unternehmen zu Unternehmen mit. Bei einer
Kündigung kann der AN das Geld herausnehmen, bei einer
Entlassung nicht.

20. An wen werden die Abfertigungsbeträge bezahlt?


Zuerst an die Krankenkasse und die gibt es weiter an die MA-
Vorsorgekasse.

21. Wann kann man sich die Abfertigung auszahlen lassen?

Arbeitgeberkündigung, ungerechtfertigter Entlassung,


gerechtfertiger Austritt, Eigenkündigung  Alterspension. mind.
müssen aber 3 Einzahlungsjahre vorliegen.

22. Welche Möglichkeiten hat der AN bei einem


Auszahlungsanspruch?

Auszahlung
Belassung in der MV-Kassa (Weiterveranlagung)
bei Tod bekommen die Erben das Geld

23. Was sind geringfügig Beschäftigte?

Beschäftigte, die monatlich nicht mehr als € 341,16 brutto bzw.


täglich nicht mehr als € 26,20 brutto verdienen.

24. Wie hoch ist die maximale wöchentliche Arbeitszeit laut


Arbeitszeitgesetz?

50 Stunden (10 h/d)


Normalarbeitszeit 40 h

25. Kann ein Kollektivvertrag eine abweichende Regelung


vorsehen?

Ja, verschiedene KV sehen eine kürzere wöchentliche Arbeitszeit vor,


5-10 h kann d. KV erhöhen.

26. Welche Regelungen werden bei der Vereinbarung von


flexibler Arbeitszeiten grundsätzlich getroffen?

Ein vereinbarter zeitlicher Rahmen, in den Beginn und Ende der


Arbeitszeit fallen müssen.

27. Frau Huber arbeitet Teilzeit (20 Wh). Da viele MA krank sind,
arbeitet sie zwei Wochen über Bitte ihrer Chefin 30 h. Erhält
sie für die Mehrleistung ein Überstundenentgelt?

Nein, da die gesetzliche Normalarbeitszeit (40h) nicht überschritten


wird. Erhält eine normale Bezahlung ohne ÜZ.

28. Sie schließen einen auf drei Monate befristeten


Dienstvertrag ab. Kann Sie der Arbeitgeber vor Ende der 3
Monate kündigen?
Nein, außer es ist vereinbart worden, oder es geschieht in
beidseitigem Einvernehmen.

29. In einer Lebensgemeinschaft arbeiten beide Partner. Da die


Frau mehr verdient, will der Mann nach der Geburt des
Kindes in Karenz gehen und Kinderbetreuungsgeld beziehen.
Ist das möglich bzw. für wie viele Monate?

Kinderbetreuungsgeld bekommt jeder ob gearbeitet oder nicht.


Wenn nur die Frau in Karenz geht 3 Jahre, wenn der Mann auch geht
½ Jahr mehr. Die Frau bzw. der Mann kann während der Karenzzeit
auch arbeiten, darf die Zuverdienstgrenze von € 16.200 (LSt-
Bemessungsgrundlage) jedoch nicht überschreiten.
Elternteilzeit: Betrieb ab 20 MA müssen Eltern das Recht auf Teilzeit
geben. Recht besteht bis zum 7. Geburtstag des Kindes.
Karenz: 2 Jahre, der Job bleibt frei
Mutterschutz: 8 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt darf
man nicht arbeiten.

30. Eine MA ist bereits 12 Jahre als Angestellte im U tätig. Sie


erhält am 1. Dezember ein Kündigungsschreiben per 31.
Dezember. Ist dies rechtlich zulässig bzw. welche
Regelungen gelten? Welche Abfertigung steht ihr zu, wenn
sie nicht die Neuregelung der Abfertigung (Beiträge zu einer
MV-Kassa) gewechselt hat?

Eigentlich 3 Monate Kündigungsfrist  Kündigungsentschädigung,


Schadenersatz und Anspruch auf 4 Monatsentgelte.

31. Ein Mitarbeiter wird wegen wiederholter Tätigkeiten gegen


andere MA fristlos entlassen.

a) Hat er Anspruch auf Abfertigung, wenn sein


Dienstverhältnis vor dem 1.1.2003 (Einführung der
Abfertigung neu) begonnen und bereits 7 Jahre gedauert
hat?

Nein, da die Entlassung gerechtfertigt ist.

b) Kann er sich einen etwaigen Anspruch an eine MV-Kassa


auszahlen lassen?

Er hat keinen Anspruch.

c) Geht sein bisheriges Guthaben bei der MV-Kassa verloren?

Nein

32. Frau Huber geht nach 3o Dienstjahren im Unternehmen in


Pension. Hat sie Anspruch auf Abfertigung, wenn sie nicht
auf die Neuregelung gewechselt hat? Wenn ja, in welcher
Höhe besteht der Anspruch?

Ja, 12 Monatsentgelte

Welche Möglichkeiten hätte Frau Huber, wenn ihre


Anspruche mit ihrem Einvernehmen auf eine MV-Kassa
übertragen worden wären?

Auszahlung
Belassung in MV-Kassa (& Auszahlung in monatlichen Raten)

Kündigungsfristen & Kündigungstermine

Jeweilige Fristen und Termine ergeben sich für Angestellte aus dem
Angestelltengesetz und für Arbeiter aus der Gewerbeordnung, ansonsten
aus dem AGBG oder aus dem KV und/oder Arbeitsvertrag.

Angestellte

Kündigungsfrist: Termin:

AN: 1 Monat zum Monatsletzen (zB


15.1. Kündigung, 28.2
Gehen)
AG: 6 Wochen (mind.) Quartalsende (kann
aber auch vertraglich
abgeändert werden, zu
Monatsletztem oder
15.)

Je nach dem wie lange der MA im U ist, erhöht sich die Frist bist zu 5
Monate. Der Arbeitnehmer kann die Frist durch Vereinbarung bis zu 6
Monate ausdehnen. Wenn die Frist jedoch ausgedehnt wird darf der AG
keine kürzere Frist haben und umgekehrt.

Arbeiter

Kündigungsfrist: Termin:

AN: 14 Tage kein


AG: 14 Tage kein

Im Gegensatz zum Angestelltengesetz kann die 14tägige Kündigungsfrist


für Arbeiter im KV, in der Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag
auch zu Ungunsten des Arbeiters geändert werden, jedenfalls muss die
Kündigungsfrist für AG und AN gleich lange sein. Viele Kollektivverträge
legen es auf das Ende einer Arbeitswoche fest.
Kündigungsschutz haben:

Zivildiener / Präsenzdiener
Schwangere
Behinderte
Lehrlinge

Das könnte Ihnen auch gefallen