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pixelio.deAllSilhouettes.comShapesAltmannGerdFoto: Magazin für Mitarbeiter in Bäderbetrieben und Rettungsschwimmer
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Magazin für Mitarbeiter in Bäderbetrieben

Magazin für Mitarbeiter in Bäderbetrieben und Rettungsschwimmer Facebook undCo. Soziale Netzwerke als
Magazin für Mitarbeiter in Bäderbetrieben und Rettungsschwimmer Facebook undCo. Soziale Netzwerke als

und Rettungsschwimmer

Facebook undCo.

Mitarbeiter in Bäderbetrieben und Rettungsschwimmer Facebook undCo. Soziale Netzwerke als Marketingmittel 3-2011 Ausgabe
Mitarbeiter in Bäderbetrieben und Rettungsschwimmer Facebook undCo. Soziale Netzwerke als Marketingmittel 3-2011 Ausgabe
Mitarbeiter in Bäderbetrieben und Rettungsschwimmer Facebook undCo. Soziale Netzwerke als Marketingmittel 3-2011 Ausgabe

Soziale Netzwerke als Marketingmittel

Mitarbeiter in Bäderbetrieben und Rettungsschwimmer Facebook undCo. Soziale Netzwerke als Marketingmittel 3-2011 Ausgabe
3-2011
3-2011

Ausgabe

Editorial

von Heiko Reckert
von
Heiko Reckert

Impressum

Herausgeber:

BSG-Institut zur Aus- und Fortbildung von Bäderpersonal Reckert / Meyer-Bergmann GbR

Redaktion:

Heiko Reckert (re) (v.i.S.d.P) Kurt Meyer-Bergmann (kmb)

Titelbild:

Gerd Altmann pixelio.de Fotos :

pixelio, Wikipedia und Heiko Reckert

Gestaltung:

Heiko Reckert, heiko@reckert-online.de

Druck:

PDF-Format

Redaktionsanschrift:

Bäder - Sport - Gesundheit Magazin für Mitarbeiter in Bäderbetrieben und Rettungsschwimmer BSG-Institut Auf dem Lay 20 31542 Bad Nenndorf Telefon: 05723 / 91928080 Fax: 05723 / 91928089 Mobil: 0178 / 81 84 288 E-Mail: schwimmmeister@online.de

Erscheinungsweise:

Erscheint kostenlos 4x jährlich, jeweils Ende März, Juni, September und Dezember.

Abonnement Anmeldung:

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www.ada-schulung.co.de www.reckert-online.de 2 Liebe Leser nach einem ersten Blick auf unser Titelbild

Liebe Leser

nach einem ersten Blick auf unser Titelbild werden Sie sich vielleicht wundern, was denn das Thema Facebook in einem Magazin für Mitarbeiter an Bäderbetrieben zu suchen hat. Vor einigen Jahren wäre die Antwort hie- rauf sicherlich gewesen:„Gar nichts!“ Doch haben sich die Rahmenbedingungen in den letzten Jahren rapide geändert. Her- kömmliche Marketingwege reichen in einem immer schwierigeren Marktumfeld schon lange nicht mehr aus. Die Informations- bedürfnisse unserer Kunden haben sich geändert. Es wäre falsch anzunehmen, dass Themen wie „Internet“ und „Neue Medien“ zwar in der Gesellschaft an Bedeutung gewinnen, diese Entwicklung aber keinen Einfluss auf unser Berufsbild hat. Das Ge- genteil ist der Fall. Neue Kommunikationswege bieten Möglichkeiten, beinhalten aber auch Risiken, wie unser Schwerpunkt ab Seite 4 deutlich zeigt. Schreiben Sie uns, was Sie von Facebook und Co. in der Öffentlichkeitsarbeit halten. Gerne auch auf unserer Facebook-Seite unter:

http://www.facebook.com/pages/BSG-Institut-zur-Aus-und-Fortbildung-von-B%C3

%A4derpersonal/210585282301338

Dazu passend setzen wir in dieser Ausgabe unsere Serie über Public Relations mit einem Beitrag über elektronische Massenmedien fort. Eine weitere Folge unserer Serie zum Sanitätswesen finden Sie ebenfalls in dieser Ausgabe. Für das Team von Bäder-Sport-Gesundheit wird es in wenigen Tagen wieder erst. Dann beginnt hier in Bad Nenndorf der ausgebuchte Vorbereitungskurs auf die Prü- fung zum geprüften Meister für Bäderbetriebe. 15 Fachangestellte werden im April 2012 voraussichtlich den Meisterbrief erhalten. Doch zunächst liegen einige arbeits- reiche aber auch sehr spannenden Wochen vor ihnen. Natürlich wird das BSG-Magazin auch den Meisterkurs 2011/2012 in Wort und Bild begleiten. Nachdem die Nachfrage nach Kursplätzen auch 2011 wieder sehr groß war, haben wir für alle, die 2011 keinen freien Platz mehr ergattern konnten, die An- meldefrist für 2012/2013 bereits eröffnet. Entsprechende Unterlagen können Sie sich auf unserer Internetseite www.schwimmmeister-schulung.de herunterladen. So, und nun wünsche ich Ihnen einige informative Minuten mit der neuen Ausgabe des BSG-Magazins.

und nun wünsche ich Ihnen einige informative Minuten mit der neuen Ausgabe des BSG-Magazins. Bäder -

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4 Grafik: Gerd Altmann_pixelio.de Foto: F. Gopp pixelio.de F a c E B o o
4
Grafik: Gerd Altmann_pixelio.de
Foto: F. Gopp pixelio.de
F a c E B o o k
u n d
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Wir schauen auf Facebook und andere Netzwerke und stellen die Frage:

Kann man diese Dienste als Marketingmittel in der Öffentlichkeitsarbeit einsetzen? Doch wir fragen auch: Wo liegen die Risiken dieser neuen Marketingmittel?

I N H A LT Editorial
I
N
H A LT
Editorial
Lieber Leser 2 Inhaltsverzeichnis 3 Thema Facebook und Co. United Breaks Guitars oder die neue
Lieber Leser
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Inhaltsverzeichnis
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Thema
Facebook und Co.
United Breaks Guitars oder
die neue Macht der Kunden
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Bildung Schwimmbad ABC Teil 5 - E-Learning Serie Public Relations - Elektronische Massenmedien in der
Bildung
Schwimmbad ABC Teil 5 - E-Learning
Serie Public Relations -
Elektronische Massenmedien in der
Bundesrepublik Deutschland
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12 Magazin Erstes Passivhaus-Hallenbad Europas in Lünen schlägt Wellen Buchkritik: 22 Sackmann - Lehrbuch für
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Magazin
Erstes Passivhaus-Hallenbad Europas
in Lünen schlägt Wellen
Buchkritik:
22
Sackmann - Lehrbuch für die Meisterprüfung
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Medizin
Serie Medizin
Die Funktion der Atmung
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Foto: Daniel Labs pixelio.de
E l E k t r o n i S c h E
m a S S E n m E d i E n
Aus den Verbänden
Im 3 Teil unserer Serie über Öffentlichkeitsarbeit stellen wir die elektro-
nische Medienlandschaft in Deutschland vor. TV, Radio, Internet
wel-
DLRG Sommerbilanz: 306 Menschen ertrunken
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che Möglichkeiten bieten mir die unterschiedlichen Meiden für meine PR-ARbeit.

B u c h k r i t i k S a c k m
B u c h k r i t
i k
S a c k m a n n

Wir stellen die neue 10. Auflage des Lehrbuchs zur Meisterprüfung Teil 4, Berufs- und Arbeitspädagogik Ausbildung der Ausbilder vor und sagen unseren Lesern, ob der Kauf lohnt.

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Berufe-Seminare-Gesellschaft
Berufe-Seminare-Gesellschaft

Der Wert der Mitarbeiter wird unterschätzt

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Nur jedes dritte Unternehmen setzt auf Burn-Out Prävention

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Mit dem Chef als Partner ist der Mitarbeiter gesünder

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Mitarbeiterwissen wird oft zu wenig genutzt

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Redaktionsschluss für die Ausgabe 4-2011 ist am 15. November 2011

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4 THEMA Alexander Klaus pixelio.de Bäder - Sport - Gesundheit
4 THEMA Alexander Klaus pixelio.de Bäder - Sport - Gesundheit
4 THEMA Alexander Klaus pixelio.de Bäder - Sport - Gesundheit
4 THEMA Alexander Klaus pixelio.de Bäder - Sport - Gesundheit

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Alexander Klaus pixelio.de

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THEMA und Co. Möglichkeiten, Risiken und Grenzen der sozialen Netzwerke im Bädermarketing 3-2011 Von Heiko
THEMA und Co. Möglichkeiten, Risiken und Grenzen der sozialen Netzwerke im Bädermarketing 3-2011 Von Heiko
THEMA und Co. Möglichkeiten, Risiken und Grenzen der sozialen Netzwerke im Bädermarketing 3-2011 Von Heiko
THEMA und Co. Möglichkeiten, Risiken und Grenzen der sozialen Netzwerke im Bädermarketing 3-2011 Von Heiko

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und Co.

Möglichkeiten, Risiken und Grenzen der

sozialen Netzwerke

im Bädermarketing

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THEMA und Co. Möglichkeiten, Risiken und Grenzen der sozialen Netzwerke im Bädermarketing 3-2011 Von Heiko Reckert

Von

Heiko Reckert

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6 THEMA Als der Student Mark Zuckerberg am 4. Februar 2004 an der Harvard Universität für
6 THEMA Als der Student Mark Zuckerberg am 4. Februar 2004 an der Harvard Universität für
6 THEMA Als der Student Mark Zuckerberg am 4. Februar 2004 an der Harvard Universität für
6 THEMA Als der Student Mark Zuckerberg am 4. Februar 2004 an der Harvard Universität für

THEMA

Als der Student Mark Zuckerberg am 4. Februar 2004 an der Harvard Universität für die dortigen Studenten ein soziales Netzwerk ins Leben rief, gab er ihm den Namen Facebook. Ein Begriff, den man von der Bedeutung her wohl am ehesten mit dem „Studentischen Jahrbuch“ gleichsetzen kann. Damals ahnte noch keiner, dass Zucker- berg gemeinsam mit den Studenten Eduardo Saverin, Dustin Moskovitz und Chris Hughes ein Gemeinschaftsportal geschaffen hatte, das rund sechs Jahre später jährliche Einnahmen von 2 Mrd Dollar hat. Weltweit sind heute über 710 Millionen Nutzer bei Facebook re- gistriert. Mehr als 20 Millionen Nutzer kommen aus Deutschland. Das heißt also, dass etwa jeder vierte Deutsche bei Facebook ein Konto hat. Facebook hat durch die Angaben sei- ner Nutzer über Status oder politische Einstellung eine gigantische Datenmen- ge angesammelt, die durchaus an das Datensammel-Imperium Google heran- reicht. Jüngst rechnete „Der Spiegel“ aus, dass jeder Facebooknutzer für das Unternehmen 100 Dollar wert ist, denn mit Nutzerdaten lässt sich Geld machen und Facebook ist gut darin, genau dies zu tun. Darf es sein, dass ein einzelnes Unterneh- men so viel über uns weiß? Sollte man gegen das Facebookmonster mit allen Mitteln angehen? Sollte man sein Konto bei Facebook also besser löschen oder gar nicht erst eröffnen? Kritiker sehen dies durchaus so. Schon ein E-Mail-Kon- to beim Suchmaschinenriesen Google ist für viele Datenschützer unzumutbar (der Autor dieser Zeilen hat ein solches Konto). Facebook ist für sie die Realität gewordene orwellsche Zukunftsvision auf freiwilliger Basis, denn schließlich wird keiner gezwungen, über Facebook zu posten, was er gerade macht oder wie er sich fühlt.

Datenschutz über Bord werfen?

Die meisten, die diese Zeilen lesen, wer- den den Datenschutz über Bord werfen, denn sie sind von den Vorzügen des Dienstes überzeugt. Ständig Kontakt zu Freunden zu halten, die vielleicht inzwi- schen weit weg wohnen, die man sonst selten oder gar nicht mehr sehen würde, das ist wichtiger, als die Sorge, vielleicht einige Daten über den Tagesablauf oder die eigenen Gefühle preiszugeben. Es wird also trotz datenschutzrechtlicher

Foto: F. Gopp pixelio.de
Foto: F. Gopp pixelio.de

Bedenken dabei bleiben, dass rund 25 Prozent der Deutschen bei Facebook registriert sind. Ja, es darf sogar davon ausgegangen werden, dass diese Zahl noch ansteigt. Diese Tatsache lässt je- doch nicht nur Datenschützer aufhor- chen, sondern auch Marketingstrategen. Kann man diese gigantische Facebook- gemeinde vielleicht für das eigene Mar- keting sinnvoll nutzen? Ja, man kann, und angesichts der Tatsa- che, dass schon viele Unternehmen da- von Gebrauch machen, muss man dies sogar, um nicht den Anschluss an die Mitbewerber zu verlieren. Wir erinnern und noch daran, was all je- nen passiert ist, die in den 90er Jahren standhaft den Siegeszug des Internets ignoriert haben. Sie haben die sich da- durch ergebenden Marketingmöglich- keiten verpasst, bis es zum Teil zu spät

war, noch Fuß im neuen Medium zu fas- sen.

Generation Y ist dabei

Der überwiegende Teil der jungen Gene- ration ist heute Mitglied in einem sozia- len Netzwerk. Felix Holzapfel und Klaus Holzapfel gehen in ihrem Buch „Face- book – Marketing unter Freunden“ da- von aus, das 96 Prozent der Generation Y (womit nach allgemeinem Verständnis Menschen gemeint sind, die um bzw. nach 1980 geboren wurden) einem „So- cial Network“ angehören. Zwei Drittel dieser Nutzer loggen sich nach Angaben der Autoren täglich mindestens ein Mal ein. Weiter gehen die Holzapfels davon aus, dass für diese jüngere Gruppe E-Mail bereits ein Relikt der Vergangenheit sei,

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vielmehr würde die Kommunikation die- ser Nutzer vorwiegend über die sozialen Netzwerke ablaufen. Diesem geänderten

vielmehr würde die Kommunikation die- ser Nutzer vorwiegend über die sozialen Netzwerke ablaufen. Diesem geänderten Kommunikations- verständnis muss man zweifellos auch von Seiten der Badbetreiber entgegen kommen. Schon lange sind die Zeiten vorbei, in denen eine Internetseite, die nur Preise und Öffnungszeiten unseres Bades enthielt, noch ausreichte. Heu- te suchen Nutzer nach Fotos und am liebsten hätten viele sogar einen vir- tuellen Rundgang durch das Bad. Und sie möchten sich mit anderen Nutzern austauschen. Das können die bisher in der Öffentlichkeitsarbeit eingesetzten klassischen Medien so gut wie gar nicht bieten und auch herkömmliche Inter- netdienste sind hier gegenüber sozialen Netzwerken im Nachteil.

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Ende der „alten“ Medien?

Doch wie verhält es sich mit den „alten“ Medien. Sind Zeitungen und Zeitschrif- ten überflüssig, kann man sich völlig auf das neue Medium Internet stürzen und dort vorwiegend auf die sozialen Netz- werke? Dazu einige Zahlen. Die Zahl der Zeitungsleser sinkt seit Jah- ren kontinuierlich, die der Netzwerknut- zer hingegen steigt. Die Langzeitstudie Mediennutzung von ARD/ZDF ergab bereits im Frühjahr 2005, dass im Vor- jahr, bei einer Gesamtnutzung tages- aktueller Medien von 600 Minuten pro Tag, die Tageszeitungen mit 28 Min. gegenüber dem Internet (44 Minuten) schon beträchtlich ins Hintertreffen ge- raten waren. Das war wohlgemerkt vor sechs Jahren. Allerdings sagt die reine Nutzungszeit nicht alles über den Erfolg

sagt die reine Nutzungszeit nicht alles über den Erfolg THEMA eines Mediums aus. BITKOM, der Bundesverband
sagt die reine Nutzungszeit nicht alles über den Erfolg THEMA eines Mediums aus. BITKOM, der Bundesverband
sagt die reine Nutzungszeit nicht alles über den Erfolg THEMA eines Mediums aus. BITKOM, der Bundesverband
sagt die reine Nutzungszeit nicht alles über den Erfolg THEMA eines Mediums aus. BITKOM, der Bundesverband

THEMA

eines Mediums aus. BITKOM, der Bundesverband Informati- onswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. veröffentlichte im Sep- tember seine repräsentative Studie zur Mediennutzung und dem Informations- verhalten in der Gesellschaft und kam zu einigen interessanten, wenn auch nicht wirklich überraschenden Ergebnissen.

Immer mehr Deutsche sind online. Fast

drei Viertel von ihnen nutzen das Inter- net. Bei den unter 30-jährigen ist fast jeder online, bei den Senioren immerhin

25 Prozent.

Bei der Internetnutzung gewinnen neue Geräte an Bedeutung. 24 Prozent der Be- fragten nutzen Laptops, Tablet-PCs oder PDAs und 18 Prozent Mobiltelefone, um online zu gehen. Die durchschnittliche Onlinezeit beträgt gut zwei Stunden täglich, wobei Männer

länger surfen als Frauen und junge Inter- netnutzer länger als ältere.

85 Prozent der Internetnutzer haben be-

reits Waren oder Dienstleistungen über das Internet erworben. Der Renner sind dabei Eintrittskarten für Theater, Kon- zerte und andere Veranstaltungen. Das Internet hilft sowohl privat als auch beruflich. Zwei Drittel der Nutzer pflegen über das Internet Freundschaften, knapp die Hälfte knüpft berufliche Kontakte. Die Bedeutung des Internets als Infor- mationsquelle wächst. Zwar liegen die klassischen Medien im Gesamtergebnis vorne, aber schon die Hälfte der Nutzer informiert sich im Netz. Für Digital Na- tives (also solche Nutzer, die mit dem Internet groß geworden sind) ist das Internet bereits wichtiger als Zeitungen und Zeitschriften, wenn es um die Infor- mationsbeschaffung geht. Bei der Informationsbeschaffung im Netz sind die Webseiten von TV- und Ra- dio-Sendern sowie von Zeitungen und Zeitschriften besonders beliebt. Etwa die Hälfte der Nutzer greift darauf zurück. Die unter 30-jährigen nutzen verstärkt neue Kanäle, wie soziale Netzwerke oder den Twitter Dienst. Um sich über das Tagesgeschehen und persönliche Interessensgebiete zu in- formieren, ist das Internet nicht konkur- renzlos. Fast alle Deutschen nutzen den Fernseher (95 Prozent), immerhin 84 Prozent das Radio, 81 Prozent Zeitungen und Zeitschriften aber nur 55 Prozent das Internet. Allerdings ändert sich die- ses Verhältnis, wenn man die jüngere Generation anschaut. 80 Prozent der 14- bis 29-jährigen informieren sich über das

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8 THEMA Internet. Nur 74 Prozent nutzen dazu die Zeitung. Die komplette Studie ist kostenfrei abruf-
8 THEMA Internet. Nur 74 Prozent nutzen dazu die Zeitung. Die komplette Studie ist kostenfrei abruf-
8 THEMA Internet. Nur 74 Prozent nutzen dazu die Zeitung. Die komplette Studie ist kostenfrei abruf-
8 THEMA Internet. Nur 74 Prozent nutzen dazu die Zeitung. Die komplette Studie ist kostenfrei abruf-

THEMA

Internet. Nur 74 Prozent nutzen dazu die Zeitung.

Die komplette Studie ist kostenfrei abruf- bar unter

http://www.bitkom.org/de/publikati-

onen/38338_68888.aspx.

Die Schlussfolgerung aus den oben ge- nannten Fakten muss also sein, dass nicht allein der Bericht in der Tageszeitung der optimale Weg ist, auf eine Veranstaltung aufmerksam zu machen. Vielmehr kann das Einrichten einer Veranstaltungsseite im Rahmen des eigenen Internetange- botes und bei einem sozialen Netzwerk, abhängig von der Zielgruppe, minde- stens genauso zum Erfolg beitragen. Al- lein auf Internet und soziale Netzwerke darf man sich bei seinen Marketingpro- jekten aber auch nicht verlassen. Den Zeitungen bleibt übrigens trotz schwindender Nutzungszeit und Leser- schaft ein Vorteil, sie sind für viele Nutzer noch glaubwürdiger als andere Medien.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang aber auch, dass viele Zeitungen ihr An- gebot zu einem gewissen Teil auch im

Internet verbreiten und das dieses Ange- bot, wie oben beschrieben, ein wichtiger Anlaufpunkt für die Nutzer ist. So werden einige der in der gedruckten Auflage schwindenden Leser über das Medium Internet wieder zurückgewonnen. Was für die Zeitungen durchaus nicht nur positiv ist, denn lieber ist den Konzer- nen natürlich ein Printleser, kann uns als Unternehmen, das eine Veranstaltung ankündigen möchte, natürlich egal sein. Die Hauptsache ist, wir erreichen den Le- ser (Rezipienten), das Medium, gedruck- te Zeitung, Internet oder IPad-Angebot ist dann zweitrangig.

Zielgruppe im Auge behalten

Vor einer zweckmäßigen Öffentlichkeits- arbeit muss man sich also zunächst darü- ber klar werden, wie sich die Zielgruppe zusammensetzt, denn die Zahlen oben zeigen, dass der Weg über soziale Netz- werke nicht in jedem Fall der Königsweg ist. Der Aquafitnesskurs zum Beispiel, der nur in seltenen Fällen von der Genera- tion Y besucht wird, sondern eher von

Bild : Gerd Altmann AllSilhouettes.com pixelio.de

älteren Teilnehmern, bleibt möglicher- weise bei Facebook völlig unbeachtet. So haben nach einer Studie des statisti- schen Bundesamtes, die im September 2011 publiziert wurde, 42 Prozent der 55- bis 74-jährigen noch nie das Inter- net genutzt. Die oben angesprochene BITCOM-Studie geht davon aus, dass 30 Prozent der 50- bis 64-jährigen und so- gar 73 Prozent der über 65-jährigen das Internet gar nicht nutzen. All diese Zahlen zeigen, dass ein Medi- um allein heute für eine effektive Öf- fentlichkeitsarbeit und ein erfolgreiches Marketing nicht mehr ausreicht, sondern vielmehr der Medienmix, abhängig von der Zielgruppe den Erfolg ausmacht. Je- des neue Massenmedium (siehe unseren Beitrag ab Seite 16) führte nicht zu einem Ersatz der bisher genutzten Medien, son- dern zu einer Ergänzung. Zum Teil wur- de das neue Medium allerdings in seiner Frühzeit eher als Kopie, denn als Erwei- terung verstanden und genutzt. Gerade in der Anfangszeit des Internets war dies der Fall. Damals wurden Informationen aus der Zeitung 1zu1 von der gedruck- ten Ausgabe ins Internet übernommen.

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Die neuen Möglichkeiten des Mediums wurden dabei nicht genutzt. Eine Zei- tung, so wie sie gedruckt ist, ins Internet zu bringen, ist etwa so, als würde mann über das Fernsehen nur Ton übertragen und dabei nur ein Testbild senden. Leider ist dies in einigen Bereichen heute noch der Fall.

Doch wie muss der Medienmix für unser Bad aussehen und welchen Anteil darf und müssen dabei Facebook und andere Netzwerke haben? Das hängt, wie oben beschrieben, na- türlich von dem Zielpublikum ab. Da sich dies aber abhängig von der bewor- benen Aktion ändert, macht es Sinn, sich ständig alle Kommunikationswege offen zu halten. Zwar ist eine eigene Fa- cebookseite bzw. ein entsprechendes Firmenangebot mit wenigen Mausklicks erstellt. Dann geht es jedoch darum, für diese Seite auch Nutzer zu finden, die über einen Klick auf die Schaltfläche „ge- fällt mir“ zeigen, dass sie die Facebook Firmenseite gut finden. 173.146 Nutzer finden z.B., während ich diese Zeilen schreibe, das Angebot von Spiegel On- line gut wohingegen nur 12 Personen das Hallenbad Hagen a.T.W. gut finden. Doch wie gewinnt man „Fans“ für seine Seite? Im Prinzip dadurch, dass man In- halte auf die Seiten stellt, die für Nutzer einen Mehrwert bieten. Gewinnspiele und die Links auf lustige Videos können z.B. einen Anreiz bieten, auf die Seite zu kommen. Ab einer gewissen Fan- gemeindegröße fällt es leichter, neue Seitenbesuche zu generieren, denn über Facebook sind all diese Nutzer ja untereinander verbunden. Was der eine mag, wird vielleicht auch dem anderen gefallen, denn er sieht nun dass Nutzer X nun Y mag. So verbreitet sich die eigene Werbebot- schaft quasi von selbst wie eine Lawine durch Facebook. Dies funktioniert übri- gens bei anderen Netzwerken ähnlich.

Verstoß gegen deutsches Recht

Insbesondere der auf vielen Internetsei- ten eingebaut „gefällt mir“ Button, mit dem man anderen Nutzern zeigen kann, dass man eine besuchte Internetseite besonders mag, ist allerdings zurzeit in Verruf geraten. Deutsche Rechtsexper- ten warnen vor dem Einsatz des Buttons, denn er verstößt ihrer Meinung nach gegen deutsche Datenschutzbestim- mungen. Somit könnte Seitenbetreibern,

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die einen solchen Button einsetzten bald empfindliche Strafen drohen. Unabhängig von der Auslegung der Da- tenschutzbestimmungen im Bezug auf den „Gefällt mir“ Button bleibt aber auf jeden Fall die Interaktivität des Netz- werks und die enge Verknüpfung seiner Mitglieder als großer Pluspunkt beste- hen.

Die Macht der Kunden

Da man andere Nutzer quasi als Multipli- katoren nutzen kann, ist es auf diesem Wege mit geringem finanziellen Auf- wand möglich, einen großen und vor allem am Thema interessierten Kunden- kreis anzusprechen. Allerdings macht man sich durch diese Öffnung hin na- türlich auch angreifbar. Die Macht der Kunden hat durch das Internet deutlich zugenommen. Beschwerte sich früher ein beleidigter Badegast über den rück- sichtslosen Kraulschwimmer beim Mei- ster und unternahm dieser dann nach

Bild : Gerd Altmann AllSilhouettes.com pixelio.de

Meinung des Gastes nicht genug, so folgte höchstens ein Leserbrief in der lokalen Zeitung. Der wurde sehr wahr- scheinlich nur gekürzt bzw. entschärft abgedruckt und der Schaden für unser Unternehmen hielt sich in Grenzen. Das ist heute anders. Im Internet kann jeder Empfänger auch zu einem Sender wer- den, der eine ähnlich große Rezipien- tenzahl ansprechen kann wie Zeitungen oder das Fernsehen. So kann eine einzel-

kann wie Zeitungen oder das Fernsehen. So kann eine einzel- THEMA ne Person durch den geschickten
kann wie Zeitungen oder das Fernsehen. So kann eine einzel- THEMA ne Person durch den geschickten
kann wie Zeitungen oder das Fernsehen. So kann eine einzel- THEMA ne Person durch den geschickten
kann wie Zeitungen oder das Fernsehen. So kann eine einzel- THEMA ne Person durch den geschickten

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ne Person durch den geschickten Einsatz des richtigen Internetdienstes auch grö- ßere Organisationen empfindlich schädi- gen, wie es der Beitrag auf Seite 10 zeigt.

Fazit

Insbesondere soziale Netzwerke sind also beides, Chance und Risiko für den Unternehmer. Sie sind ein Kommunika- tionsmittel, das heute schon eine riesige Nutzerzahl aufweist und das in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen wird. Mit dem Einsatz dieses Netzwerks zur Kun- dengewinnung lässt sich mit wenig Auf- wand eine riesige Zahl an Empfängern erreichen. Gleichzeitig begibt man sich allerdings bis zu einem gewissen Punkt in die Hand der Betreiber eines solches Dienstes. Man ist abhängig von deren Geschäftsbedingungen und Regeln. Zu- dem öffnet man sich mit der Teilnahme an einem solchen Dienst auch den Kritik- möglichkeiten der anderen Nutzer die- sen Dienstes. Letzteres kann allerdings

auch durchaus ohne eine eigene Teilnah- me der Fall sein. Die aktuelle Entwicklung zeigt aber, dass dies ein Risiko ist, das man eingehen sollte, denn die Möglichkeiten für Öf- fentlichkeitsarbeit bzw. Marketing sind immens und könnten in einer für die Badbetreiber schwierigen Marktlage ei- nen Ausweg darstellen.

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Foto: Pressebild www.davecarrollmusic.com/

Foto: Pressebild www.davecarrollmusic.com/ THEMA United Breaks Guitars 1 0 oder die neue Macht der Kunden (re/Wikipedia)
Foto: Pressebild www.davecarrollmusic.com/ THEMA United Breaks Guitars 1 0 oder die neue Macht der Kunden (re/Wikipedia)
Foto: Pressebild www.davecarrollmusic.com/ THEMA United Breaks Guitars 1 0 oder die neue Macht der Kunden (re/Wikipedia)
Foto: Pressebild www.davecarrollmusic.com/ THEMA United Breaks Guitars 1 0 oder die neue Macht der Kunden (re/Wikipedia)

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United Breaks Guitars

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www.davecarrollmusic.com/ THEMA United Breaks Guitars 1 0 oder die neue Macht der Kunden (re/Wikipedia) "United

oder die neue Macht der Kunden

United Breaks Guitars 1 0 oder die neue Macht der Kunden (re/Wikipedia) "United Breaks Guitars" ist
United Breaks Guitars 1 0 oder die neue Macht der Kunden (re/Wikipedia) "United Breaks Guitars" ist
United Breaks Guitars 1 0 oder die neue Macht der Kunden (re/Wikipedia) "United Breaks Guitars" ist
United Breaks Guitars 1 0 oder die neue Macht der Kunden (re/Wikipedia) "United Breaks Guitars" ist

(re/Wikipedia) "United Breaks Guitars" ist ein Song des ka- nadischen Musikers David Carroll und seiner Band Sons of Maxwell. Er schildert, wie er die Zerstörung seiner Gitarre während einer Flugreise mit United Airlines selbst mit an- sehen musste. Der Refrain des Songs lautet I should have flown with some- one else, or gone by car, be- cause United breaks guitars (Ich hätte mit einer anderen Fluggesellschaft fliegen oder mit dem Auto fahren sollen, weil United Gitarren zer- bricht). Das Video zum Song wurde am 6. Juli 2009 bei You- Tube veröffentlicht.

United Breaks Guitars ist ein Beispiel dafür, welche Macht Kunden haben, wenn sie die neuen Möglichkeiten des Me- diums Internet konsequent nutzen. Über Dienste wie Youtube kann jeder Zuschau- er selbst zu Sender werden, mit zum Teil dramatischen Folgen.

Im Fall des Musikers David Carrol kam der Stein ins Rol- len, als der Sender CNN darü- ber berichtete und das Video daraufhin nahezu über Nacht zum Hit wurde. Für die Öf- fentlichkeitsarbeit von United Airlines war dies eine Kata- strophe. Carroll erläuterte in dem Lied,

wie er fast ein Jahr lang ver- geblich versuchte, den Scha- den von der Fluggesellschaft ersetzt zu bekommen. CBS berichtete ebenfalls darüber und interviewte Carroll und andere Passagiere des Fluges, die ebenfalls Zeuge waren, wie seine 3.500 Dollar teure Gitarre von Angestellten der Gepäckabfertigung durch die Luft geworfen wurde.

Nach den Berichten in den Medien meldete sich United Airlines bei Carroll. United Airlines gab bekannt, dass sie das Video künftig gern als Material für die Schulung der eigenen Mitarbeiter ver- wenden wolle, um eine bes- sere Unternehmenskultur in diesem Bereich und eine Verbesserung des Service zu erreichen. Carrol lehnte eine nach dem Erfolg des Videos angebotene Entschädigung ab, dies mache nun auch kei- nen Unterschied mehr. Uni- ted Airlines solle das Geld an eine wohltätige Einrichtung ihrer Wahl spenden. Die Times berichtete, dass $3000 an das Thelonious Monk Institute of Jazz gespendet wurden.

Infolge des durch die Fernseh- berichte erreichten Bekannt-

heitsgrades der Geschichte,

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ist die Zugriffszahl des Songs bei YouTube innerhalb kurzer Zeit auf knapp 11 Millionen gestiegen (Stand: September 2011). Taylor Guitars, der Her- steller der beschädigten Gi- tarre, brachte ebenfalls über YouTube eine Antwort auf die Geschichte, was dazu beitrug dass Carroll tausende Ant- worten erhielt und eine Wel- le öffentlicher Unterstützung erfuhr. Es folgten Youtube Reakti- onen von United, einem Her- steller von Gitarrenkoffern und von anderen Geschä- digten, die sich über andere Fluggesellschaften beschwer- ten.

Carroll, sowohl Mitglied der Gruppe Sons of Maxwell, als auch Solokünstler, hatte drei Songs samt Video ange- kündigt. Der zweite Teil be- schäftigt sich mit weiteren Erfahrungen, die er mit dem Kundenservice von United Airlines gemacht hat, und den ersten Reaktionen der Airline. Im dritten und letzten Teil wird auf eine große Zahl vergleichbarer Vorkommnisse hingewiesen und United Air- line aufgefordert, sich zu än- dern. David Carroll themati- siert in dem dritten Lied auch die Bedeutung der Ereignisse

Gesundheit

für ihn und seine Karriere als Musiker. Und diese war durch- aus positiv, denn vor seinem Protestsong kannte fast nie- mand den Kanadischen Musi- ker bzw. seine Band.

Die Auswirkungen auf Uni- ted waren dagegen weniger positiv. Die Times berichtete dass innerhalb der ersten vier Tage seit das Video auf You- tube veröffentlicht war, der Aktienkurs von United um 10 Prozent fiel, was die Aktionäre rund 180 Millionen Dollar ko- stete. Da allerdings in diesen Tagen auch die Kurse anderer Fluggesellschaften fielen, ist unklar, wie viel vom Kursrück- gang wirklich durch Carrolls Song verursacht wurde.

Dennoch zeigt der Fall Carroll die Marktmacht des Einzel- nen. Darüber hinaus ist Uni- ted Breaks Guitars ein gutes Beispiel dafür, wie man durch schnelle Reaktion auf ein sol- ches Medienereignis daran teilhaben kann, denn die Re- aktion von Taylor Guitars wur- de immerhin auch schon von über 570.000 Nutzern ange- klickt. http://www.youtube.com/wa tch?v=n12WFZq2 0&feature =related

NACHRICHTEN

Foto: Naddi Gleim pixelio.de

Natürlich erreicht nicht je- der Kundesprotest die Be- kanntheit von Carrols Song. So wurde etwa „Only A Nor- thwest Song“ des Künstlers Bing Futch, in dem er auch auf Carrolls Lied eingeht, nur rund 28.000 mal angeklickt, weil er auf Youtube unter dem Titel „United Breaks Guitars - Nor- thwest Breaks Dulcimers“ zu finden ist.

http://www.youtube.com/

watch?v=x50pJe_QvQQ

Nicht jeder Kundenversuch, über diesen Weg seinen Pro- test an die Öffentlichkeit zu bringen ist erfolgreich. Doch eben jene wenigen Fälle, in denen so ein Protest zum Selbstläufer wird sind es, die einen sorgen müssten und dazu antreiben sollten, al-

les zu unternehmen, um die Kundenzufriedenheit sicher- zustellen. Dies gilt natürlich nicht nur für Fluggesellschaf- ten, sondern auch und gerade für die Bereiche unserer Ar- beit. Egal ob Fluggesellschaft oder Bäderbetrieb. Bleidigte Kunden können durch neue Kommunikationswege das Image eines Betriebs nachhal- tig schädigen

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BILDUNG

Schwimmbad ABC

Teil 5: E-Learning

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Unter E-Learning (englisch electronic learning = „elektro- nisch unterstütztes Lernen“), auch als E-Lernen (E-Didaktik) bezeichnet, werden – nach einer Definition von Michael Kerres – alle Formen von Lernen verstanden, bei denen elek- tronische oder digitale Medien für die Präsentation und Dis- tribution von Lernmaterialien und/oder zur Unterstützung zwischenmenschlicher Kommunikation zum Einsatz kommen. Für E-Learning finden sich als Synonyme auch Begriffe wie:

Online-Lernen, Telelernen, multimediales Lernen, computer- gestütztes Lernen u. a.

Geschichte
Geschichte

Die wahrscheinlich erste Lernmaschine wurde 1588 vom itali-

enischen Ingenieur Agostino Ramelli entwickelt, als er für den König von Frankreich ein Leserad erfand. Durch dieses Leserad wurde das Zurückgreifen auf verschiedene Literaturquellen ohne Hin- und Herlaufen ermöglicht.

1866 meldete Halcyon Skinner das erste Patent auf seine Lern-

maschine an. Bis 1936 wurden 700 weitere Patentanträge für vergleichbare„Übungsmaschinen“ bestätigt.

1938 entwickelten B. F. Skinner und James G. Holland lineare

Lernprogramme nach dem Gesetz der operanten Konditionie- rung (Skinner-Holland’sches Lernprogramm). Demnach wur-

den

jeweils

Lehrstoff in kleinen Schritten

( F r a m e s ) g e f o l g t 1 9 5 9 man

ver-

zweigten

Lernpro-

gramme,

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h ä n g i g e Darbietung

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den

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Nor-

C r o w d e r

die

bei

nen

des

Bernd Boscolo pixelio.de

haltes ermöglicht wurde. Dadurch konnte der Lern-Prozess in- dividualisiert werden. Im Jahre 1971 startete die NSF (National Science Foundation) in den USA zwei Großprojekte mit dem Ziel, die Effizienz von computergestützter Instruktion für den Unterricht zu bewei- sen. Zum einen handelte es sich dabei um das Projekt TICCIT (engl.: Time-shared, Interactive, Computer-Controlled Informa- tion Television) und zum anderen um das Projekt PLATO (engl.:

Programmed Logic for Automated Teaching Operations). Als Fazit dieser beiden Untersuchungen konnte die NSF den com- puterunterstützten Unterricht als wirksames Hilfsmittel bestä- tigen. In Deutschland wurden seit 1964 Lehrmaschinen entwickelt, jedoch weder nach Vorstellungen von Skinner/Holland noch nach denen von Crowder. Die Lernprogramme, die in Deutsch- land entwickelt wurden, dienten der Gruppenschulung. Bei- spiele für solche Lehrautomaten sind der Geromat III, bei dem drei Lernende die richtige Antwort angeben mussten, um im Lernstoff vorwärts zu kommen, und das Lernprogramm „Bak- kalaureus“. An diesem Programm konnten bis zu 64 Personen gleichzeitig lernen, es waren Verzweigungen möglich und drei verschiedene Schwierigkeitsstufen einstellbar. Anfang der 1970er Jahre gab es eine Reihe von Forschungs- und Entwicklungsprojekten zum computergestützten Unter- richt. Neben dem Einsatz an Schulen entwickelte sich ein wei- terer Schwerpunkt: die betriebliche Aus- und Weiterbildung. So wurden beispielsweise interaktive Videos zum Verhaltens- training für Vertriebsmitarbeiter eingesetzt. 1978 entwickelte die Agentur M.I.T. zusammen mit ihrem Kunden Hertie eines der ersten Computer Based Trainings (CBT) und die dazu pas- sende Hardware „Videomit 2000“. Seit Anfang der 1990er Jahre wurden die Planspiele unter Forschungsaspekten bedeutsam.

Seit Ende der 1990er Jahre erfuhr das E-Learning durch die Ver- breitung des Internets einen starken Aufschwung. Der Begriff „E-Learning“ hat sich seit Mitte der 1990er Jahre etabliert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat seitdem ei- nige Initiativen ins Leben gerufen. Dazu gehört zum Beispiel die Initiativen „Schulen ans Netz“, „Neue Medien in der Bil- dung“ und„Notebook-University“.

Begriffsbestimmung
Begriffsbestimmung

Unter E-Learning versteht man das Lehren und Lernen mittels verschiedener elektronischer Medien. Neben dem Ausdruck E-Learning existieren verschie- denste andere Ausdrücke, wie des computerbasierten Ler- nens, Onlinelernens, multime- dialen Lernens etc. Da die Begriffsbestimmung des E-Learning noch keine

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Foto: Dieter Schütz_pixelio.de

allgemein anerkannte Definition erbracht hat, versuchte man, E-Learning durch verschiedene Facetten zu beschreiben: Mul- timedialität, Multicodalität, Multimodalität und Interaktivität.

Multimedialität Multimedialität stellt die verschiedenen Möglichkeiten an Me- dien, durch die Wissen akquiriert werden kann, dar. Verschie- denen Medien können beispielsweise Bücher, Videoplayer, Audioplayer, Computer, Hörbücher, Ebooks (elektronische Bü- cher), E-Lectures (online gehaltene Vorlesungen) sein.

Multicodalität Unter dem Begriff der Multicodalität ist gemeint, dass die Infor- mationen in den verschiedenen Medien verschieden codiert werden können, welche auch von der Art des Mediums ab- hängig ist. So lassen sich in Büchern natürlich keine animierten Bilder zeigen. Andere Arten von Codierungen wären Bilder, Texte und im Falle des Computer Hypertexte (Querverweise, vernetzter Text), Animationen und Simulationen. Der Unterschied zwischen Animationen und Simulationen liegt darin, dass bei einer Simulation der Benutzer eine erhöhte Kontrolle über das Geschehen hat. Bei einer Animation handelt es sich im Grunde genommen um animierte Bilder, während es bei einer Simulation möglich ist, beispielsweise verschiedenen virtuelle„Experimente“ in der digitalen Umwelt durchzuführen.

BILDUNG

Multimodalität Unter Multimodalität versteht man die verschiedenen Möglich- keiten, Informationen über die Sinnesmodalitäten aufzuneh- men. In der Regel sind dies auditive oder visuelle Sinneseindrü- cke. Andere Modalitäten wie der Geruchs-, Geschmacks- und der Tastsinn spielen im eLearning bisher keine Rolle.

Interaktivität Als interaktiv wird etwas bezeichnet, wenn es dem Benutzer gestattet wird, verschiedene Steuerungs- und Eingriffsmög- lichkeiten auszuüben.

E-Learning und damit verbundene Technik
E-Learning und damit verbundene Technik

E-Learning kann auf sehr unterschiedlichen Technologien ba- sieren und in unterschiedlichen didaktischen Szenarien reali- siert werden. Häufig diskutiert werden folgende Varianten:

Web- und Computerbasierte Trainingsanwendungen Der Ausdruck CBT (Computer Based Training) bezeichnet die Arbeit mit Lernprogrammen (Lernsoftware), die vom Ler- nenden zeitlich und räumlich flexibel genutzt werden können und bei dem die Lernenden nicht in direktem Kontakt mit dem Lehrenden und anderen Lernenden stehen. Diese Programme können multimediale Lerninhalte (wie z. B.: Animationen oder Videodokumente) beinhalten und werden meist auf CD-ROM

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oder DVD vertrieben. Beim CBT handelt es sich um eine in erster Linie nichttutorielle Form des E-Learning, bei dem das Selbststudium im Vordergrund steht und die Kommunikation, wenn überhaupt, auf asynchrone Weise erfolgt. CBT existiert bereits seit den 80er Jahren. Den grundlegenden Baustein netzbasierter Lernangebote bil- det das so genannte WBT (Web Based Training) – eine Weiter- entwicklung des CBT. Hierbei werden Lerneinheiten nicht auf einem Datenträger verbreitet, sondern von einem Webserver online mittels des Internets oder eines Intranets abgerufen. Die Einbettung ins Netz bietet vielfältige weiterführende Möglich- keiten der Kommunikation und Interaktion des Lernenden mit dem Dozenten/Tutor bzw. seinen Mitlernern. So können Mails, News, Chats und Diskussionsforen mit dem WBT verknüpft und Audio- und Videosignale live gestreamt werden. Eine Weiter- entwicklung des WBT hin zu einer kommunikativeren Nutzung ist die Lernplattform. Diese unterstützt unterschiedliche Kom- munikationsarten, wie z.B. Chat und Foren, um somit die Nut- zer der Lernplattform beim direkten Austausch und Anwenden des gelernten zu fördern (z.B. Babbel (Software)).

Videokonferenz/Teleteaching Die Videokonferenz schafft virtuelle Hörsäle, indem sie räum- lich verteilte Lernende und Vortragende miteinander kommu- nizieren lässt. Diese als Teleteaching bezeichnete Variante des E-Learnings ist in erster Linie durch die Übertragung von Bild und Ton gekennzeichnet. Sie ermöglicht eine der Präsenzlehre

ähnliche Kommunikation zwischen Lehrenden und Lernenden, die auf verbale Äußerungen ebenso zurückgreifen kann wie auf Gestik und Mimik. Eingeschränkt wird das Teleteaching durch die relativ hohen technischen Anforderungen. Mit zu- nehmender Bandbreite der Internet-Verbindungen entwickeln sich aus dieser Technologie neue eVideo-Formate.

Formen des E-Learning
Formen des E-Learning

Virtuelle Lehre Virtuelle Lehre bezeichnet Lehre, die vorrangig über das In- ternet durchgeführt wird und keine signifikanten Anteile von Präsenzlehre umfasst. Zum Spektrum der Darbietungsformen virtueller Lehre zählen web-unterstützte Lehrbuchkurse, Hypertext-Kurse (z.B. mit Lehrtexten, Multimediaelementen, Animationen und Übungen), videobasierte Kurse (z.B. Vortrag samt Foliensatz) oder audiobasierte Kurse bzw. Podcasts. Da bei virtueller Lehre im Unterschied zu Präsenzlehre und „Blen- ded Learning“ wenig Gelegenheit zu direkter Interaktion be- steht, nutzen Lehrende und Studierende zur Kommunikation häufig elektronische Medien wie Chatrooms, Diskussionsforen, Voice Mail oder E-Mail. Virtuelle Lehre spielt eine wachsende Rolle im Kontext der Einführung weiterbildender Online-Ma- ster-Studiengänge an zahlreichen Hochschulen.

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Blended Learning Wenn die Vorteile von Präsenzveranstaltungen mit denen von E-Learning verknüpft werden, spricht man von Blended Lear- ning (dt. integriertes Lernen). Blended Learning verbindet da- bei beide Lernformen in einem gemeinsamen Lehrplan (Curri- culum). Blended Learning wird insbesondere dann eingesetzt, wenn neben reiner Wissensvermittlung auch die praktische Umsetzung trainiert werden soll (z. B.: im Arbeitsschutz).

Content Sharing Es gibt mittlerweile Webseiten, die es erlauben, Lerneinheiten auszutauschen. Solche Initiativen existieren als kommerzielle oder freie Angebote. Ein Beispiel für eine kommerzielle Initi- ative ist UNIDOG.DE - hier werden monetäre Anreize zur Auf- bereitung von Lehrinhalten gesetzt. Dadurch soll die Qualität der publizierten Mitschriften, Lernkarten oder Zusammenfas- sungen steigen. Als typisches Beispiel für ein nicht-kommerzi- elles Forum kann z.B. das Fachschaftsforum für Wirtschaftsin- genieurwesen an der Uni Duisburg-Essen dienen (WiING-DU). Schon bei solchen lokalen Initiativen zeigt sich oft ein hoher Bedarf, wie die dokumentierten Zugriffszahlen von WiING-Du beispielhaft zeigen.

Learning Communities Personengruppen, die gleiche Ziele und/oder fachlichen Inte- ressen haben, können sich über ein Informations- und Kom- munikationssystem eine gemeinsame Wissensbasis aufbauen. Jedes Mitglied dieser Learning Community kann sein eigenes Wissen einbringen und somit wird die Wissensbasis über ge- meinsame Lernprozesse erweitert und angepasst.

Computer-Supported Cooperative Learning Computer-Supported Cooperative Learning (CSCL) beschreibt Lernansätze, bei denen das kooperative Lernen durch den Ein- satz von computergestützten Informations- und Kommunikati- onssystemen unterstützt wird.

Web Based Collaboration Der Begriff Web Based Collaboration beschreibt die Zusam- menarbeit an einer Lernaufgabe einer Gruppe von Personen über das Internet.

Virtual Classroom (virtuelles Klassenzimmer) Beim Virtual Classroom dient das Internet als Kommunikations- medium, um geographisch getrennte Schüler und Lehrer mit- einander zu verbinden. Das virtuelle Klassenzimmer ermögli- cht somit eine synchrone Form des Lernens. Als eine extreme Form wird das Tele-Teaching betrachtet.

Whiteboard Ein Whiteboard ist vergleichbar mit einer Tafel oder einem Flip- chart. Die Nutzer haben die Möglichkeit, über ein Netzwerk ge- meinsam Skizzen zu erstellen und zu betrachten. Dazu stehen sowohl Zeichen-/Mal- als auch Textwerkzeuge zu Verfügung.

Vor- und Nachteile von E-Learning
Vor- und Nachteile von E-Learning

Noch vor wenigen Jahren galt E-Learning als die Bildungsform des 21. Jahrhunderts. Mittlerweile vermutet man, dass E-Lear- ning die traditionellen Bildungsformen nicht ersetzen kann. Es ist lediglich als eine sinnvolle Unterstützung im Lernprozess zu sehen. Durch Kombination verschiedener medialer Vermitt-

BILDUNG

lungsformen („hybride Lernarrangements“) kann Lernen opti- miert werden. Insbesondere Menschen, die lieber den PC und das Internet nutzen als Bücher lesen, können durch E-Learning viele Lerninhalte besser aufnehmen oder bereits bekannte In- halte ergänzend und interaktiv erarbeiten. Zu weiteren Vortei- len des E-Learning gehören zweifellos die ökonomischen As- pekte. Die Lernenden sind räumlich und zeitlich unabhängig. Die Vermittlung von Lernstoffen kann also unabhängig von der persönlichen Anwesenheit geschehen. Dank PC und Internet ist die Verteilung größerer Informationsaspekte machbar. Ge- rade diese ökonomischen Vorteile sind nicht zu unterschätzen. Denn „life-long learning“ bedeutet meistens berufsbegleiten-

des Lernen, und da ist die Flexibilität hinsichtlich Ort und Zeit besonders wichtig. Medien sind nur zu einem geringen Teil für den Lernerfolg ausschlaggebend, deshalb kann nicht per se von effizienterem Lernen durch E-Learning gesprochen werden. Erst wenn eine Vielzahl von Faktoren zusammenkommen, kann E-Learning erfolgreich sein (zu beachten sind etwa Erkenntnisse aus der Mediendidaktik bzw. Medienpädagogik). Auf der Grundlage von Erkenntnissen der Mediendidaktik zei- gen sich Vorteile u. a. darin, dass:

Kurse im Gegensatz zu traditionellen Lehrmitteln interak- tiv sind,

abstrakte Inhalte mithilfe von Simulationen anschaulich gemacht werden können,

Lernkontrollen individualisiert werden können und Repe- titionsaufgaben variieren können,

Kurse an bestimmte Bedürfnisse adaptiert werden kön- nen,

zeit- und ortsunabhängig gelernt werden kann,

Dokumentation und Wiederholungen einfacher gehen,

Lernobjekte wieder verwendbar sind,

Audio und Videodokumente leicht einzubinden sind,

ein individuelles Lernen je nach Vorkenntnis (Lerntempo, Reihenfolge der Lerninhalte) möglich ist,

unterschiedliches Vorwissen besser ausgeglichen wird,

Aufnahmekanäle für jeden Lerntyp vorhanden (Lesen, Au- dio, Video, Animation &c.) sind und dass

keine„Bloßstellung“ vor anderen Teilnehmern bei Wissens- lücken erfolgt.

Nachteile werden unter anderem darin gesehen, dass:

Lerner erst lernen müssen, mit den verschiedenen Publika- tionsformen (Medien) umzugehen,

zu wenig Pädagogen im E-Learning-Bereich arbeiten (in weiten Bereichen, aber nicht in allen),

die Technik und die Techniker den Markt bestimmen,

die Präsentation der Lerninhalte oft von technischen und nicht von didaktischen Faktoren bestimmt ist,

die Didaktik beim Erstellen einer E-Learning-Lösung oft nicht berücksichtigt wird,

Bildschirmlernen für fast alle Menschen ermüdender als Lernen vom Papier ist,

Selbstdisziplin und Selbstlernkompetenz nötig sind,

reduzierte soziale Kontakte zu Lehrer/ Trainer und Teilneh- mern den Erfahrungsaustausch schwieriger machen und dadurch Fragen oft ungeklärt bleiben,

Erklärungen durch Lehrer/Trainer reduziert sind und das Wissen selbst erarbeitet werden muss sowie dass

das zusätzliche Lernen in der Freizeit oder am Arbeitsplatz als lästig empfunden wird.

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Foto: Dieter Schütz pixelio.de
Foto: Dieter Schütz pixelio.de
1 6 BILDUNG Foto: Dieter Schütz pixelio.de Serie Public Relations Teil 3: Elektronische Massenmedien in der
Serie Public Relations Teil 3: Elektronische Massenmedien in der Bundesrepublik Deutschland
Serie Public Relations Teil 3: Elektronische Massenmedien in der Bundesrepublik Deutschland
Serie Public Relations Teil 3: Elektronische Massenmedien in der Bundesrepublik Deutschland

Serie Public Relations Teil 3:

Elektronische Massenmedien in

der Bundesrepublik Deutschland

(re) In der letzten Folge unserer Serie über Öffentlichkeitsarbeit haben wir uns die Printmedien-Landschaft in Deutsch- land etwas genauer angeschaut. In die- ser Folge werden wir uns nun den elek- tronischen Medien zuwenden, deren jüngster Zweig, das Internet, die Öffent- lichkeitsarbeit, auch und gerade im Be- reich der Bäder, revolutioniert hat.

Hörfunk

Lokale, landesweite und bundesweite Radiosender

Ähnlich vielfältig, wie die Zeitschriften- landschaft in Deutschland ist, ist auch

die im Bereich des Hörfunks. Gab es in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, sieht man einmal von wenigen privaten ausländischen Radi- ostationen ab, nur den so genannten öffentlich-rechtlichen Rundfunk, so hat sich die Radiolandschaft heute, rund 40 Jahre später, drastisch gewandelt. Wie auch im Fernsehen, sind private Rundfunksender als Konkurrenz zu den öffentlich-rechtlichen Sendern aufgetre- ten, was diese wiederum dazu anregte, Sendekonzepte zu überarbeiten. Die großen öffentlich-rechtlichen Stationen betreiben mittlerweile nicht wie früher zwei oder drei, sondern oft fünf oder sogar sechs unterschiedliche Sender. Zum Teil, bedingt durch digitale Übertra-

gungswege, sogar noch mehr. In der Regel handelt es sich bei diesen öffentlich-rechtlichen Sendern um lan- desweite Sender, wie zum Beispiel beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) oder um Sender, die sogar über Ländergren- zen hinweg senden. Bekanntestes Bei- spiel sind die Sender des Norddeutschen Rundfunks, die im gesamten Norden empfangen werden. Einzige Ausnahme ist hier das Programm NDR 1, das regi- onal in Niedersachsen, Schleswig-Hol- steins und Mecklenburg-Vorpommern mit unterschiedlichen Inhalten verbrei- tet wird.

Sicherlich unterstützt durch die Einfüh- rung lokaler Angebote im Privatfunk,

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waren auch die öffentlich-rechtlichen Sender in den 90er Jahren gezwungen, ihre landesweiten Wellen weiter zu loka- lisieren, sodass es heute zahlreiche Lo- kalstudios bei den Öffentlich-rechtlichen gibt. Den drastischsten Umbruch in dieser Hinsicht hat wohl die Radiolandschaft in Nordrhein-Westfalen Anfang der Neun- ziger Jahre gemacht. Mit der Einführung des Privatfunks in diesem Bundesland sahen sich die öffentlich-rechtlichen Sender vor neue Herausforderungen gestellt. Während zum Beispiel in Nie- dersachsen schon Jahre früher private Radiosender erlaubt waren, was in den jeweiligen Landesrundfunkgesetzen festgeschrieben ist, gab es in Nordrhein- Westfalen lange keinen Privatfunk. An- ders als in Niedersachsen legten sich die Nordrhein-Westfalen jedoch bei ihrem Privatfunk auf ein lokales Konzept fest. Das heißt, für jede Stadt beziehungswei- se für jeden Kreis sollte es einen lokalen Sender geben. Dabei setzten die Nor- drhein-Westfalen auf das so genannte „Zwei Säulen Modell“, das die Veranstal- tergemeinschaft, die verantwortlich für den Programminhalt ist, streng von der Betriebsgesellschaft trennt. Während die Betriebsgesellschaft gewinnorientiert ist, arbeitet die Veranstaltergemeinschaft gemeinwohlorientiert. Im Rahmen dieser Lokalstationen wird in Nordrhein-West- falen auch der so genannte Bürgerfunk übertragen. Nach Landesrundfunkge- setz steht den Bürgern 15 % der Rund- funksenderzeit für die Produktion eines eigenen Programms zur Verfügung. Dieses sind im Allgemeinen Programm- beiträge von Rundfunkvereinen aus dem jeweiligen Verbreitungsgebiet des Sen-

Foto: Thommy Weiss pixelio.de
Foto: Thommy Weiss pixelio.de

ders. Der Vorteil dieser so genannten 15 % Gruppen ist es, dass sie sich gelegent- lich auch einmal 60 Minuten lang mit ein und demselben Thema beschäftigen können. Der Nachteil ist, dass dies meist niemand hört und so hat man vielleicht mit seinem Hallenbad eine sechzigminü- tige Sendung im Lokalfunk, wird jedoch quasi von der Hörerschaft ignoriert. Dies liegt vor allem daran, dass die 15 % Gruppen ein eher schlechtes Image haben, was in den meisten Fällen auch durchaus begründet ist, denn die Quali- tät der Rundfunksendungen der Bürger- gruppen kann in keinem Fall an den des normalen Lokalfunks heranreichen. In den meisten Kreisen war und ist der Lokalfunk in Nordrhein-Westfalen ein

Erfolgsmodell. Das aus Oberhausen ge- sendete Rahmenprogramm Radio NRW, dass immer dann, wenn der Lokalsender gerade einmal nicht mit eigenem Pro- gramm On Air ist, die Sendeinhalte lie- fert, ist eine der erfolgreichsten deutsch- landweit. Tatsächlich ist der Lokalfunk in Nordrhein-Westfalen so etwas wie die Lokalzeitung ins Radio transferiert. Das heißt, dass sie für uns und unser Bad durchaus interessant ist, denn wir haben die Möglichkeit, dort im Studio einmal interviewt zu werden oder per Telefon Kontakt zum Sender und seinen Hörern aufzunehmen.

Im Allgemeinen ist es natürlich deutlich einfacher, das eigene Bad in solchen Sendungen unterzubringen, die einen typisch lokalen Charakter haben. In lan- desweiten Sendern ist dies in der Regel deutlich schwieriger. Beim Versuch, sei- ne eigenen Inhalte über den Rundfunk zum Empfänger zu bringen, darf man nicht außer Acht lassen, wer die Emp- fänger sind und in welchem Rahmen die Informationen am besten an den Mann oder die Frau gebracht werden können. Mit anderen Worten: der Sender, den wir vielleicht jeden Morgen hören, ist nicht unbedingt der Sender, über den wir un- sere Kunden am besten erreichen kön- nen. Ich wohne in Niedersachsen und wenn ich Radio höre, läuft bei mir fast nur der Rocksender Radio 21. Meine Frau und Kinder hingegen schwören auf FFN, keinesfalls darf es Radio Antenne Nie- dersachsen sein. Will ich jedoch die größ- te Hörerzahl erreichen, dann müsste ich

Foto: Daniel Labs pixelio.de
Foto: Daniel Labs pixelio.de

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Foto: Rainer Sturm pixelio.de

Foto: WRW pixelio.de

BILDUNG

mich an NDR 1 – Radio Niedersachsen wenden. Dieser „Schnulzensender“ ist nämlich einer der erfolgreichsten Sender deutschlandweit. Gleiches gilt übrigens für das Gegenstück aus Nordrhein-West- falen (WDR 4). In den bisherigen Veröffentlichungen zum Thema Rundfunk in Deutschland war es unerlässlich, die deutsche Rund- funklandschaft in öffentlich-rechtlichen und Privatfunk zu unterteilen. Obwohl hier natürlich nach wie vor rechtlich ein enormer Unterschied besteht, hat die Frage, ob wir mit einem Privatsender oder mit einem öffentlich-rechtlichen Sender in Kontakt treten für die prak- tische Arbeit nur noch geringe Bedeu- tung. Sieht man von diversen Program- men ab, die sehr textlastig berichten, zum Beispiel einige Sendungen auf WDR 5, liegt der Musikanteil bei den meisten Programmen bei 70 % oder mehr. Sagte man früher noch: kein Beitrag über 3 Minuten, so muss man sich heute mei- stens mit 90 Sekunden zufrieden geben. Einfach ausgedrückt könnte man sa- gen, dass man entweder viel Sendezeit bei einem Sender bzw einer Sendung bekommt, den/die sowieso keiner hört oder weniger Sendezeit bei einem Sen- der mit einer höheren Reichweite.

Internet-Radio Über Jahrzehnte wurde das Radio auf dem gleichen Weg verbreitet: UKW, Mit- telwelle oder Langwelle, also terrestrisch. In Deutschland sendeten die meisten Sender, allein schon wegen der besse- ren Qualität, über UKW. Die relative Be- grenztheit der zur Verfügung stehenden Frequenzen sorgte dafür, dass man in den einzelnen Teilen der Republik auch nur jeweils die dortigen lokalen Sender empfangen konnte. Auf terrestrischem Wege ist dies auch heute noch so. In den achtziger Jahren eroberte jedoch dann das Kabel Deutschland, was dazu führte, dass man plötzlich statt drei oder vier Rundfunksendern rund 30 Sender emp-

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fangen konnte. Ich weiß noch, dass sich mir damals eine völlig neue Radiowelt erschloss, den das erste Mal in meinem Leben hörte ich als Westfale einen baye- rischen Sender. Es folgte die Verbreitung der Radiosender über den Satelliten (in der Regel Astra), was dazu führte, dass man plötzlich nicht nur deutsche Sender, sondern auch zahlreiche internationale, vor allem europäische Rundfunksender, hören konnte. Mit Beginn des neuen Jahrtausends ge- wann ein anderer Verbreitungsweg an Bedeutung: das Internet. Heute muss einem klar sein, dass selbst der lokalen Rundfunksender der Universität Dort- mund, Eldorado, der über UKW noch nicht einmal fehlerfrei im ganzen Stadt- gebiet Dortmunds zu empfangen ist, weltweit über das Internet empfangen werden kann. Gleiches gilt für nahezu alle anderen deutschen Sender. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass nicht nur die herkömmlichen Rundfunksen- der, die auch über terrestrische bzw. Ka- belfrequenzen verfügen, ihr Programm ins Internet stellen, sondern auch solche Sender entstanden sind, die ausschließ- lich über das Internet senden. Ohne langes Suchen, kann man sich im Internet Listen mit über 15.000 Sendern aus nahezu jedem Land auf dieser Erde herunterladen. Entsprechend gering ist natürlich auch die jeweilige Hörerzahl. In vielen Fällen sind die technischen Mög- lichkeiten der Sender aber auch gar nicht dafür ausgelegt, große Hörerzahlen mit einem Stream zu bedienen. Darum kann man in den meisten Fällen das Internet Radio als Verbreitungsweg für eine Presseinformation durchaus zweitrangig behandeln. Früher konnte man Internetradiosender ausschließlich am PC empfangen. Heute gibt es eine Vielzahl an Empfangsgerä- ten. Neben dem herkömmlichen Com- puter dienen Mobiltelefone, Tablet Com- puter wie das Ipad und speziell für diese Aufgabe produzierte Internetradios als

Empfänger. DieHürde,umüberdasInternetzusenden ist rechtlich und wirtschaftliche deutlich geringer, als dies bei terrestrischer Ver- breitung der Fall ist. Darum gibt es inzwi- schen zahlreiche“Wohnzimmersender“, die zum Teil von einem oder zwei Mitar- beitern betrieben werden. Theoretisch wäre es sogar möglich, dass wir bald einen eigenen Bad-Radiosender betrei- ben. Ein Sender, der ausschließlich auf digi- talem Wege, also über DAB und das In- ternet verbreitet wird, und dabei recht erfolgreich ist, ist der Fußballsender 90elf (http://www.90elf.de/), der freitags und samstags und sonntags die jeweiligen Bundesliga Begegnungen überträgt. Spätestens seit die WDR Fußball-Radio- Legende Manfred „Manni“ Breuckmann zum Beginn der Saison 2011/12 seinen Ruhestand beendete und für 90elf tätig wurde, hat sich gezeigt, dass Interne- tradio nicht zwangsweise von minderer Qualität sein muss. Vergessen darf man dabei aber nicht, das es neben Licht auch ganz viel Schatten in der Landschaft der Internetradios gibt.

Die Welt des Podcasts Radio ist ein typisches Nebenbeimedi- um. Das bedeutet, in der Regel sitzen wir nicht vor dem Rundfunkempfänger und hören gebannt zu, wie es vielleicht noch unsere Großeltern taten, sondern wir machen nebenbei andere Dinge. Lesen, Wäsche bügeln, Handarbeiten oder einfach im Büro arbeiten. Diesem Umstand wurden schon in den achtzi- ger Jahren die TV-Zeitschriften gerecht, indem sie das damals noch mit abge- druckte Rundfunkprogramm immer weiter zusammen kürzten. Die meisten Fernsehzeitschriften erwähnen heute das Radioprogramm gar nicht mehr. Eine Sendung geht in die andere über, ohne dass man sich direkt überlegt, wie denn der Name der Sendung war oder ist. Nur in seltenen Fällen wird es so sein,

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Auf dem Lay 20, 31542 Bad Nenndorf
oder im Internet: www.schwimmmeister-schulung.de
E-Mail: schwimmmeister@online.de

BILDUNG

Foto: Walter Galan Wikipedia

dass man gezielt das Radio einschal-

tet, weil man zum Beispiel eine spezielle Sendung hören möchte. Und doch gibt es solche Sendungen. Das Zeitzeichen, Echo des Tages oder diverse Sendungen des Deutschlandradios. Es gibt viele inte- ressante Rundfunkbeiträge, doch leider hat man nicht immer die Zeit, sie auch zu hören. Aus der TV-Welt kennen wir den Videorecorder, heute wohl eher der Fest- plattenrecorder, der es uns ermöglicht, eine Sendung zeitversetzt anzuschauen.

Ähnliches gab es für den Rundfunk so gut wie nicht. Wenn auch die Aufnahme auf Kassette oder Mini-Disc durchaus möglich war, so konnte man doch kaum programmierbare Aufnahmegeräte für Rundfunkbeiträge kaufen. Mit dem Sie- geszug des Internets haben sich hier für den Rundfunk ganz neue Möglichkeiten ergeben. Podcast heißt das Zauberwort. Das Kof- ferwort setzt sich aus der Abkürzung POD - playable on demand und Broadca- sting zusammen. Eine Podcastepisode, kann über den Computer gestreamt wer- den und zwar zu einem vom Hörer be- stimmten Zeitpunkt. Die Beiträge stehen zum Teil mehrere Wochen oder Monate im Netz und können ständig abgefragt oder heruntergeladen werden. Über den Computer gelangen die Sendungen des Podcasts dann auf den MP3 Spieler und sind somit überall konsumierbar. Inzwi- schen haben auch viele Fernsehsender diese Möglichkeit eingerichtet und bie- ten ihre Sendungen bis zu einer Woche nach der TV-Ausstrahlung auch auf ihrer

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Seite im Internet an. Dieser Umstand er- höht natürlich die Zuschauerzahlen für die jeweilige Sendung, was insbesonde- re bei privaten Sendern wichtig ist. In den meisten Fällen sind diese Sendungen aber dann nur als Stream nutzbar, man kann sie aus rechtlichen Gründen nicht auf den eigenen Rechner laden.

Fernsehen

Quotendruck Ähnlich, wie die Radiolandschaft hat sich in den vergangenen Jahren auch die TV-Welt in Deutschland radikal ge- wandelt. Dies betrifft die Verbreitungs- wege genauso, wie die Technik der Emp- fangsgeräte. Die Revolution im TV-Markt begann 1984, als RTL, damals noch mit dem Zusatz plus, und Sat 1 als private Anbieter auf Sendung gingen. Spielten die Einschaltquoten bis dahin eine eher untergeordnete Rolle, so geht heute der panische Blick des Intendanten morgens als Erstes auf die Einschaltquoten des vergangenen Abends. Entsprechend groß ist der Druck auf einzelne Sen- dungen, unbedingt erfolgreich zu sein. Zwar können sich auch quotenschwache Sendungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zum Teil über einen längeren Zeitraum halten, doch letztendlich kön- nen auch ARD und ZDF nicht ohne einen Blick auf die Quoten produzieren und senden. Während private Sender zum Teil schon nach nur einer Folge einer Sendung ab- setzen, haben weniger erfolgreiche For-

mate bei den öffentlich-rechtlichen Sen- dern durchaus eine größere Chance. Was die Behandlung tagesaktueller Nachrichten angeht, gleichen sich die einzelnen Sender jedoch immer weiter an. Mehr als eine kurze Meldung über das eigene Bad wird es in den meisten Fällen nicht geben. Außer, es ist zu einer Katastrophe gekommen, wie z.B. einem Todesfall oder sonstigen negativen Er- eignissen.

Unterteilung der Sender Die Unterteilung der Fernsehsender ist in etwa identisch mit der im Bereich des Radios. Es gibt bundesweite Sender, wie zum Beispiel ARD, ZDF, RTL oder Sat 1. Darüber hinaus gibt es Landessender, die bis auf wenige Ausnahmen öffent- lich-rechtlich sind. In einigen Ballungs- gebieten gibt es darüber hinaus noch so genannter Stadtsender, einzelne Univer- sitäten, wie zum Beispiel die Universität Dortmund, unterhalten darüber hinaus eigene Fernsehsender, zum Teil in Koo- peration mit anderen Sendern. Bundes- weite Sender haben zum Teil noch unter- schiedliche Regionalprogramme, die zu bestimmten Zeiten regionale Informati- onen für nur ein Bundesland bieten. Lan- desweite Sender haben zum Teil noch so genannte Lokalfenster, die auf eine spe- zielle Region abgestimmt sind. Dies gilt zum Beispiel für die diverse Sendungen auf den dritten Programmen von NDR und WDR.

Die Verbreitungwege Die Verbreitungswege dieser einzelnen Sender sind sehr unterschiedlich. Verein- facht könnte man sagen, je größer ein Sender ist, desto vielfältiger sind auch seine Verbreitungswege. Noch vor 20 Jahren gab es unter den Anbietern ein massives Gerangel um terrestrische Fre- quenzen. Dies verschaffte in der Anfangsphase des Privatfunks den öffentlich-rechtlichen Anstalten einen gewaltigen Reichwei- tenvorsprung. RTL plus und Sat 1 waren

oft nur über Kabel, nicht aber über die damals noch auf fast jedem Haus befind- lichen Antennen, zu empfangen. Heute ist es in aller Regel so, dass die Programme entweder über Kabel oder über Satellit verbreitet werden. Nur noch ein relativ geringer Teil der Haushalte wird über den Nachfolger des analogen terrestrischen Fernsehens, das digitale terrestrische Fernsehen nach DVB-T

Standard, beliefert. Die Möglichkeit der digitalen Verbrei- tung der Programme hat dazu geführt,

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BILDUNG

dass öffentlich-rechtliche, wie auch pri- vate Sender dazu übergegangen sind, digitale Spartenkanäle zu schaffen. Zum Teil sind diese kostenlos zu empfangen, wie etwa die Angebote von ARD und ZDF, zum Teil aber auch nur gegen Bezahlung einer Abogebühr, etwa bei den digitalen Angeboten von RTL. Insbesondere kleine Sender werden zum Teil nur digital über Astra verbreitet. Hier gibt es inzwischen eine nahezu unüberschaubare Anzahl an so genannten Special Interest Sendern über Themen wie Angeln, Horoskope oder über das Satelitenfernsehen. Dabei sind, ähnlich wie bei den Interne- tradios, die Einschaltquoten der diversen Sender natürlich zum Teil verschwin- dend gering.

Internet

Das Internet (von engl. interconnected network) als jüngstes Massenmedium ist ein weltweites Netzwerk bestehend aus vielen Rechnernetzwerken, durch das Daten ausgetauscht werden. Es ermög- licht die Nutzung von Internetdiensten wie E-Mail, Dateiübertragung, WWW und in letzter Zeit zunehmend auch Te- lefonie, Radio und Fernsehen. Im Prinzip kann dabei jeder Rechner weltweit mit jedem anderen Rechner verbunden wer- den. Obwohl das Internet in seiner Urform be- reits 1969 geschaffen wurde, erlangte es

erst in den neunziger Jahren des vergan- genen Jahrhunderts durch die Einfüh- rung der grafischen Oberfläche, mit der Möglichkeit der Verlinkung einzelner Sei- ten (Hyperlink), eine weite Verbreitung. Von einem Medium für einige wenige technikinteressierte Menschen ist das Internet heute zu einem Medium ge- worden, das für einen Großteil der Bun- desbürger genau so dazugehört, wie Zeitungen, das Fernsehen oder das Ra- dio. Inzwischen können sich viele Bürger wohl eher eine Welt ohne morgendliche Tageszeitung vorstellen, als ohne E-Mail und Chat. Durch das Internet haben Nutzer die Möglichkeit, unterschiedliche Angebote weitaus schneller und umfassender zu vergleichen, als dies in der Vergangen- heit der Fall war. Auch wenn es nach wie vor nicht möglich ist, im volkswirtschaft- lichen Sinne eine völlige Preistranspa- renz zu schaffen, so machen diverse On- linedienste es doch deutlich einfacher, unter verschiedenen Angeboten das Bil- ligste herauszufinden. Doch das Internet macht nicht nur die Preise, sondern auch die Leistungen der einzelnen Anbieter vergleichbar. Insbesondere bei Wellness- bädern, also solchen mit einem Sauna- und/oder Solebereich, geht der Blick von Neukunden oft zuerst ins Internet, um sich dort zu informieren, ob denn die einzelnen Sauna-Räume auch die Erwar-

tungen erfüllen. Manche Hallenbäder haben aus diesem Grund ihren gesamt- en Innenraum dreidimensional abfoto- grafieren lassen und ermöglichen ihren Besuchern, vor dem Eintritt von zuhause aus, jeden Bereich des Bades einmal um 360° Blickwinkel zu betrachten. Allerdings sind noch nicht alle Bäder in dieser modernen Internetwelt angekom- men. Insbesondere bei einfachen Hal- lenbädern in kommunaler Verwaltung besteht das Internetangebot des Bades häufig nur aus einer Informationsseite, die über das Internetangebot der Stadt aufgerufen werden kann. Negatives Beispiel ist hier leider das Hallenbad der Stadt Bad Nenndorf:

http://www.badnenndorf.de/

Schwimmbaeder.52.0.html

oder das Hallenbad Hemer:

http://www.hemer.de/tourismus/sport/

hallenbad/Hallenbad_Hemer.php

Positiv kann man hingegen folgende Bä- der hervorheben:

Topicana Stadthagen http://www.tropi-

cana-stadthagen.de/316.0.html

Nettebad Osnabrück http://www.nette- bad.de

Ein Blick auf diese Seite lohnt sich alle Mal, um Anregungen für das eigene Auf- treten im WWW zu erhalten.

Foto: Berlin Pics pixelio.de
Foto: Berlin Pics pixelio.de

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MAGAZIN

Erstes

Passivhaus-

Hallenbad

Europas in

Lünen

schlägt

Wellen

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(ots) - DBU förderte Projekt mit 125.000 Euro - Hälfte des bishe- rigen Energieverbrauchs und Kosten gespart

Eine Idee ist seit heute Wirklichkeit:

Im Beisein zahlreicher Ehrengäste eröffnete das Lippe-Bad in Lünen nach rund dreijähriger Planungs- und Bauphase als eines der ersten Passivhaus-Bäder Europas seine Pforten. Die neue Halle, in die auch ein ehemaliges Fernheizwerk in- tegriert wurde, soll zukünftig 50 Prozent weniger Energie als ein normaler Neubau verbrauchen. Dr. Wulf Grimm, Abteilungsleiter Umwelttechnik der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), be- tonte anlässlich der Eröffnung, das Passivhaus-Bad solle "eine Initial- zündung für weitere Bäder sein". In den rund 3.500 Hallenbädern in Deutschland schlummere noch "ein enormes Energieeinsparpo- tenzial", das durch das Lippe-Bad als "ökologisches Leuchtturmpro- jekt" geweckt werden solle. Die DBU förderte die Planungsphase mit 125.000 Euro.

In Zusammenarbeit mit dem Pas- sivhaus Institut (Darmstadt) hatte die Bädergesellschaft Lünen die Grundlagen zum Konzept entwi-

Bäder

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Sport

Foto: Bädergesellschaft Lünen

ckelt. Der Schwerpunkt liegt auf ei- ner verbesserten Wärmedämmung an der Gebäudehülle und einer Dreifach-Verglasung. Dadurch sol- len Wärmeverluste verringert und eine höhere Raumluftfeuchte er- möglicht werden. Grimm: "Beides sind entscheidende Vorausset- zungen für die hohen Energieein- sparungen." Mit einer optimalen Dämmung könne die Luftfeuchtig- keit höher sein, ohne dass Wasser an der Fassade kondensiere. Das sorge auch für mehr Hygiene.

Alle Maßnahmen zusammen ge- nommen sollen jährlich bis zu 193.000 Euro an Energiekosten sparen. Zum Gesamtprojekt ge- höre neben dem Neubau auch die Umnutzung eines ehemaligen Fernheizwerkes, das konzeptionell in den Gesamtkomplex integriert worden sei. Es beherbergt ein 25 Meter langes Schwimmbecken und sei gleichwertig wie der Neu- bau gedämmt. Grimm zeigte sich erfreut: "Hier gelingt nicht nur ein Neubau nach Passivhausstandard. Auch die alte Infrastruktur wird aufgearbeitet und integriert." Für noch folgende Bauprojekte sollen die Ergebnisse aus Lünen aufbe- reitet werden. Eine Broschüre und Präsentationen auf Fachveranstal- tungen seien geplant.

-

Gesundheit

Immer die richtige Seite Informationen weltweit griffbereit. Immer gut in- formiert über Themen rund um
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formiert über Themen rund um die Arbeit an Bä-
derbetrieben und darüber hinaus Besuchen Sie
unsere Internetangebote.
http://www.schwimmmeister-schulung.de
• Aktuelle Berichte zum Beruf des Fachanstellten
und des Meisters
• Informationen rund um die Ausbildung zum Mei -
ster
• Hinweise auf Fortbildungsmöglichkeiten
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fung und zu den vorbereitenden Seminaren
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derbetrieben
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des Berufes)
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sundheit
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Aus-und-Fortbildung-von-B%C3%A4derperson
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MAGAZIN

Buchkritik:

Übersichtliches Lehrbuch zur Ausbilderprüfung in neuer Auflage

(re) Eine Voraussetzung für eine qualitativ hochwertige

Ausbildung sind qualifizierte Ausbilder, die Spaß an ihrer Aufgabe haben. Zumindest was die Qualität betrifft, sorgt eine seit dem 1. August 2009 veränderte Prüfung für diese Qualitätssteigerung. Der Ausbilderschein kann nicht mal eben im Vorbeigehen mitgenommen werden. Die Prüfung stellt durchaus hohe Ansprüche an den Anwärter. Der über- wiegende Teil der Prüflinge bereitet sich im Rahmen eines Vorbereitungskurses auf diese Prüfung vor, so wie ihn auch das BSG-Institut ab Januar an- bietet.

Nach langer Prüfung hat

auf der CD eine Datei, z.B. ein Gesetzestext; der im Buchtext erwähnt wird, ist dies
auf der CD eine Datei, z.B. ein Gesetzestext;
der im Buchtext erwähnt wird, ist dies durch
ein kleines CD-Symbol in der rechten Spalte
gekennzeichnet. Wir haben zwar keine Datei
gefunden, die man sich nicht auch kostenlos
im Internet herunterladen könnte, die CD er-
spart aber allemal zeitintensives suchen, so dass
sich ganz auf die Prüfungsvorbereitung kon-
so dass sich ganz auf die Prüfungsvorbereitung kon- zentrieren kann. Durch sein umfangreiches

zentrieren kann. Durch sein umfangreiches Stichwortverzeichnis taugt der neue Sackmann aber nicht nur als Lehrbuch, sondern

auch als Nachschlagewerk in der täglichen Arbeit mit dem Auszubildenden. Welche Gründe könnte es dafür geben, dass mein Auszubildender seine Ausbildung abbrechen will und wie kann ich dies verhindern? Mein Auszubildender hat Prü- fungsangst, wie kann ich ihm helfen? Auf alle diese Fragen findet man die jeweilige, wenn auch nicht immer in die Tiefe gehende, Antwort.

Sackmann das Lehrbuch für die Meisterprüfung Teil IV Beruf und Arbeitspädagogik Ausbildung der Ausbilder 40. Auflage 2010 Verlagsanstalt Handwerg GmbH € 18,80

Kann über diese Seite bestellt werden:

http://www.schwimmmeister-schulung.de/html/literatur.html

das BSG-Insittut für diesen AdA-Kurs und für die AdA- Schulung im Rahmen des Meisterkurses auf ein neues Lehrbuch festgelegt, das so neu

gar nicht mehr ist, denn der „Sackmann - das Lehrbuch für die Meisterprüfung Teil IV Beruf und Arbeitspä- dagogik Ausbildung der Ausbilder“ gibt es aktuell schon in der 40.

Auflage. Die 2010 erschie- nene Publikation beinhaltet natürlich alle Änderungen seit

den Änderungen der

Eignungsverordnung im August 2009. Auf

rund 300 Seiten stellen die Autoren alles das vor, was für die Prüfung benötigt wird. Die vier Handlungsfelder

Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung pla- nen

Ausbildung vorbereiten und Einstellung von Auszubilden- den durchführen

Ausbildung durchführen

Ausbildung abschließen

werden in einzelnen Kapiteln anhand von zahlreichen Beispie- len erklärt. Jedes der Handlungsfelder ist nochmals in einzelne Teilkapitel unterteilt, die jeweils mit einem kurzen Selbsttest

abschließen. An zahlreichen Stellen wird der Text durch Grafiken, Tabellen und Organigramme erläutert. Dem Buch liegt eine CD mit diversen PDF-Dateien bei, die Be- zug auf die im Buch behandelten Themen haben. Findet sich

Bäder

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Sport

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Geprüfte/r Meister/in für Bäderbetriebe Schon im April 2013 kann der Traum Wirklichkeit sein In Abstimmung

Geprüfte/r Meister/in für Bäderbetriebe

Geprüfte/r Meister/in für Bäderbetriebe Schon im April 2013 kann der Traum Wirklichkeit sein
Geprüfte/r Meister/in für Bäderbetriebe Schon im April 2013 kann der Traum Wirklichkeit sein
Geprüfte/r Meister/in für Bäderbetriebe Schon im April 2013 kann der Traum Wirklichkeit sein

Schon im April 2013 kann der Traum Wirklichkeit sein

Schon im April 2013 kann der Traum Wirklichkeit sein In Abstimmung mit der Landesschulbehörde Hannover bieten
Schon im April 2013 kann der Traum Wirklichkeit sein In Abstimmung mit der Landesschulbehörde Hannover bieten

In Abstimmung mit der Landesschulbehörde Hannover bieten wir auch 2009 wieder einen Lehrgang zum Erwerb des anerkannten Abschlusses

wieder einen Lehrgang zum Erwerb des anerkannten Abschlusses „Geprüfte/r Meister/in für Bäderbetriebe“ 2012 / 2013
wieder einen Lehrgang zum Erwerb des anerkannten Abschlusses „Geprüfte/r Meister/in für Bäderbetriebe“ 2012 / 2013
wieder einen Lehrgang zum Erwerb des anerkannten Abschlusses „Geprüfte/r Meister/in für Bäderbetriebe“ 2012 / 2013
wieder einen Lehrgang zum Erwerb des anerkannten Abschlusses „Geprüfte/r Meister/in für Bäderbetriebe“ 2012 / 2013

„Geprüfte/r Meister/in für Bäderbetriebe“ 2012 / 2013

„Geprüfte/r Meister/in für Bäderbetriebe“ 2012 / 2013 (gem. Verordnung vom 07.07.98) an. Unsere Pluspunkte: •
„Geprüfte/r Meister/in für Bäderbetriebe“ 2012 / 2013 (gem. Verordnung vom 07.07.98) an. Unsere Pluspunkte: •

(gem. Verordnung vom 07.07.98) an.

2012 / 2013 (gem. Verordnung vom 07.07.98) an. Unsere Pluspunkte: • Wir haben ein erfahrenes Lehrteam,
2012 / 2013 (gem. Verordnung vom 07.07.98) an. Unsere Pluspunkte: • Wir haben ein erfahrenes Lehrteam,

Unsere Pluspunkte:

Wir haben ein erfahrenes Lehrteam, das weiß, was Sie wissen müssen und dies zuverlässig vermit- teln kann

Wir setzen moderne Tech- niken ein und schulen Sie auch im Umgang mit diesen

Das Hallenbad befindet sich in unmittelbarer Nähe und kann von den Kursteilnehmern jederzeit genutzt werden

Wir betreuen Sie in klei- nen Lerngruppen individuell - natürlich auch am Wochenende und nach Feierabend

Lehrgangszeitraum: 08. Oktober 2012 bis 13. März 2013

Lehrgangszeitraum: 08. Oktober 2012 bis 13. März 2013 BSG-Institut zur Aus- und Fortbildung von Bäderpersonal

BSG-Institut zur Aus- und Fortbildung von Bäderpersonal

Auf dem Lay 20 - 31542 Bad Nenndorf

Tel.: 05723 / 91928080

Mobil: 0178 / 8184288

www.schwimmmeister-schulung.de

Grafik: PhilippN - Wikipedia

MEDIZIN

Die Funktion der Atmung

Die Funktion der Atmung

Die Funktion der Atmung

(re) Der Frisör will einer Blondine die Haare schneiden und sagt: " Wenn ich Ih- nen die Haare schneiden soll, dann müs- sen Sie aber Ihre Kopfhörer absetzten." "Nein, das geht nicht", erwidert die Blon- dine. Nach etwa einer halben Stun- de reicht es dem Frisör und er reißt ihr die Kopfhörer vom Kopf. Kurz darauf erstickt sie. Als der Frisör an den Kopfhörern horcht, hört er eine beruhigende Stimme sagen:

Strukturen des Kehlkopfs

die Luftröhre (1 - 4) und therapeutische Eingriffe (A - B).

(1)

Schildknorpel

(2)

Ligamentum cricothyroideum

(3)

Ringknorpel

(4)

Luftröhre (Trachea)

(A)

Koniotomie

(B)

Tracheotomie

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"Atmen sie jetzt ein, atmen sie jetzt aus. Atmen sie jetzt ein "

Gut, dass dies nur ein Witz ist und die Atmung natürlich bei Blondinen, und ebenso bei allen anderen Menschen, nicht etwa durch den Kopfhörer, sondern durch das Atemzentrum im verlängerten Rückenmark gesteuert wird. Im Bereich der Ersten Hilfe geht es in vie- len Fällen um den Erhalt der Herzkreis- lauffunktion. Atmung und Herztätigkeit

müssen durch den Ersthelfer ständig si- chergestellt werden. Darum wollen wir uns Atmung und Herz zunächst einmal etwas genauer anzuschauen. Um sei- nen Körperfunktion aufrechtzuerhalten muss jeder Mensch ständig atmen. Da- bei nimmt die Einatemluft in der Regel folgenden Weg:

Nase bzw. Mund

Rachen (Pharynx)

Kehlkopf (Larynx)

Luftröhre (Trachea)

Bifurkation (Abzweigung der Luft- röhre in die beiden Hauptbronchien)

Bronchienstamm

Bronchien

Bronchiolen

Lungenbläschen (Alveolen)

Die Ausatemluft nimmt genau den glei- chen Weg in umgekehrter Reihenfolge. Nachfolgend wollen wir uns die einzel- nen Stationen der Atemluft etwas ge- nauer anschauen. Dabei macht es durch- aus Sinn, sich auch die entsprechenden Fremdwörter zu merken, denn zum Bei- spiel den Begriff Larynx für Kehlkopf fin- den sich irgendwann im weiteren Verlauf dieser Serie beim Laryngoskop wieder.

Nase

die Nase ist eine paarige, zunächst knor- pelige, weiter innen dann knöchernen Öffnung im Schädel. Die Nase hat ver- schiedene Aufgaben. Die borstenartigen Haare im Nasenvorhof haben die Aufga- be die Atemluft zu reinigen. Der Innen- raum der Nase ist mit einer Schleimhaut ausgestattet, die die eingeatmete Luft anfeuchtet und erwärmt.

Rachen

Der Rachen ist dasVerbindungsstück zwi- schen Nase, Mund und Kehlkopf. Es han- delt sich dabei um einen Muskelschlauch, der von der Schädelbasis bis zur Luftröh- re reicht. Er endet dort, wo sich Luft- und

Bäder

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MEDIZIN Grafik: LadyofHats- Wikipedia
MEDIZIN
Grafik: LadyofHats- Wikipedia
MEDIZIN Grafik: LadyofHats- Wikipedia Grundlegendes über Pharynx, Larynx und Trachea 2 7 3-2011

Grundlegendes über Pharynx, Larynx und Trachea

MEDIZIN Grafik: LadyofHats- Wikipedia Grundlegendes über Pharynx, Larynx und Trachea 2 7 3-2011
MEDIZIN Grafik: LadyofHats- Wikipedia Grundlegendes über Pharynx, Larynx und Trachea 2 7 3-2011

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Grafik: Louisa Howard- Wikipedia

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MEDIZIN

tasten. Unter dem Schildknorpel liegt waagrecht der Ringknorpel, an den sich die Knorpelspangen der Luftröhre anschließen. Der Kehldeckel ver- schließt den Kehlkopfeingang ge- genüber dem Rachen und ist mit dem Schildknorpel verbunden. Die Knorpel werden von ver- schiedenen Bändern zusam- mengehalten. Der Kehlkopf ist oben durch eine Membran mit dem Zungenbein verbunden. Zwischen den Stellknorpeln und der Hinterwand des Schild- knorpels liegen die Stimmbänder.

Spei -

teilen. Auch

ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet.

seröhre

Rachen

der

Kehlkopf (Larynx)

Der Kehlkopf bildet den Übergang vom Rachen zur Luftröhre. Von außen kann man beim Menschen in der Mitte des Halses den Adamsapfel erkennen. Er entspricht dem mittigen Vorsprung des Schildknorpels, dem größten der drei großen Knorpel des Kehlkopfes. Die beiden anderen Knorpel sind der Ringknorpel und der Kehldeckel (Epi- glottis). Daneben gibt es noch zwei klei- neren Stellknorpeln. Der Schildknorpel bildet die vordere Wand des Kehlkopfes. Man kann seine Oberkante von außen sehen und er-

Die Luftröhre

Die Luftröhre ist ein zwischen 10 und 15 cm langer Schlauch mit 16-20 Huf- eisenförmigen Knorpelspangen. Die Knorpelspangen sorgen dafür, dass die Luftröhre durch den Unterdruck, der bei der Einatmung entsteht, nicht zusam- menfällt. Auch die Luftröhre ist mit einer Schleimhaut ausgestattet. Sogenann- te Kinozilien (Flimmerhärchen) sorgen durch eine geordnete Bewegung dafür, dass Schleim und Staubteilchen abgehu- stet oder ausgeworfen werden.

Bronchienstamm / Bronchien / Bronchiolen

Die Luftröhre teilt sich in Höhe des 4. bis 5. Brustwirbels in die beiden Hauptbron- chen. Dieser Punkt wird als Bifurkation bezeichnet. Da das Herz in die linke Brustkorbhälfte hinein ragt, ist die linke Seite der Lunge kleiner als die rechte Seite. Sie besteht

Grafik: Jörg Rittmeister - Wikipedia
Grafik: Jörg Rittmeister - Wikipedia

nur aus zwei, statt drei Lungenlappen. Der linke Hauptbronchus teilt sich in zwei Lappenbronchen, der Rechte in drei. Die Bronchen (ver)teilen sich von dort immer weiter in Bronchiolen an deren Ende die Lungenbläschen (Alveolen) den eigent- lichen Gasaustausch ermöglichen.

Lungenbläschen

Die Lungenbläschen sind kleine, mit Luft gefüllte Hohlräume, die von einem dich- ten Kapillarnetz, den Lungenkapillaren, umspannt sind. Hier findet der eigent- liche Gasaustausch statt. Durch Diffusion, also den Ausgleich un- terschiedlicher Partialdrücke zwischen den Lungenbläschen und den umge- benden Kapillaren, wird Sauerstoff auf der einen Seite und Kohlendioxid auf der anderen Seite ausgetauscht. Ein ef- fektiver Austausch von zwei Gasen über Diffusion kann aber nur dann erfolgen, wenn die Oberfläche entsprechend groß ist. In der Lunge ist dies der Fall. Jede der beiden Lungenseiten hat etwa 300 Milli- onen Lungenbläschen, was einer Ober- fläche von 100 m² entspricht. Rund 7000 Liter Blut fließen durchschnittlich jeden Tag durch die Lunge.

Lunge (Pulmo)

Die Bronchen, Bronchiolen, Lugenbläs- chen und die sie umgebenden Kapillaren bilden zusammen die Lunge. Nach unten wird die Lunge durch das Zwerchfell be- grenzt. Jeder Lungenflügel ist von einer Haut, dem Lungenfell umhüllt. Gegen- über dem Lungenfell ist der Brustkopf von innen mit einer weiteren Haut über- zogen, dem Rippenfell. Der winzige Spalt zwischen diesen beiden Häuten heißt Pleuraspalt und ist mit einer Flüssigkeit gefüllt (ca 5-10ml). Durch den relativen Unterdruck im Pleuraspalt haftet die Lun- ge mit dem Lungenfall am Brustkorb mit dem Brustfell fest. Dies bedeutet, dass sie sich bei einer Weitung des Brustkobs aus- dehnt, bzw. bei einem Zusammensinken des Brustkorbs wieder zusammenzieht. Dies ist für eine geregelte Atmung un- erlässlich, weshalb Beschädigungen des Pleuraspalts zu gefährlichen Störungen der Atmung führen können.

Funktion der Atmung

Wir haben weiter oben ja bereits etwas über den Gasaustausch in der Lunge erfahren. Nun stellt sich die Frage: Wie kommt die Luft in die Lunge? Hier gibt es mehrere Faktoren. Zunächst einmal spannt sich das glockenförmige Zwerch- fell, das die Lunge nach unten zum

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Grafik: Patrick J. Lynch, medical illustrator - Wikipedia

MEDIZIN

Atemfrequenzen / Minute

Atemzugvolumen

Erwachsene

ca.12x

Erwachsene

ca. 500 ml ca. 350 ml ca. 150 ml ca. 50 ml ca. 20 ml

Jugendliche

ca. 20x

Jugendliche

Kleinkinder

ca. 30x

Kleinkinder

Neugeborener /

Säugling

Säugling

ca. 40x

Neugeborener

Bauchraum abgrenzt an und senkt sich dadurch. Gleichzeitig hebt die Zwischen- rippenmuskulatur die Rippen an, was in Kombination mit der Zwerchfellanspan- nung zu einer Weitung der Lunge führt. Wir erinnern uns: Die Lunge haftet mit dem Lungenfell über den Pleuraspalt am Rippenfell und macht somit die Bewe- gungen des Rippenfells mit. Durch den entstehenden Unterdruck wird Luft in die Lunge gezogen. Bei besonderer Anstrengung kann durch die Atemhilfsmuskulatur der Brustraum noch weiter vergrößert werden, was zu einem größeren Atemzugvolumen führt. Bei der Ausatmung entspannen sich das Zwerchfell und die Zwischenrippenmus- kulatur, der Brustkorb sinkt durch sein Eigengewicht in seine ursprüngliche Form zusammen und drückt dabei die in der Lunge befindliche Luft heraus. Wir atmen aus. Das machen wir als Erwachsene im Ru-

hezustand rund 12 Mal in der Minute. Vergleiche Tabelle oben.

Atemzugvolumen

Dabei atmet der Erwachsene bei einem normalen Atemzug rund 500 ml Luft ein. Darüber hinaus kann ein Mensch im Be- darfsfall noch eine größere Menge Luft in den Lungen aufnehmen, dies ist das inspiratorische Reservevolumen, was zwischen 2000 und 3000 ml beträgt. Bei einer maximalen Ausatmung (exspirato- risches Reservevolumen) können noch- mals ca. 1000 ml ausgeatmet werden. Die gesamte Einatemreserve und Aus- atemreserve nennt man Vitalkapazität. Sie liegt beim Erwachsenen bei ca. 3000 - 4000 ml. Ein gewisser Teil der Luft verbleibt im- mer in der Lunge und kann auch bei ma- ximaler Ausatmung nicht ausgeatmet werden. Diesen Teil nennt man Residu- alvolumen. Die Gesamtheit von Vitalka-

pazität und Residualvolumen nennt man Totalkapazität.

Atemsteuerung

Kommen wir zurück zur Blondine beim Frisör. Auch bei ihr wird die Atembewe- gung vom Atemzentrum im verlänger- ten Rückenmark gesteuert. Das Atem- zentrum bekommt von Nerven an den Lungenbläschen und von Sensoren an den Hals- und Herzaterien Informatio- nen über den Kohlendioxidgehalt im Körper. Die Menge an CO2 ist der vorwie- gende Steuerungsmechanismus für die Atemtätigkeit. Zwar wird durch andere Sensoren im Körper auch der Sauerstoff- gehalt bestimmt, er ist jedoch bei der Steuerung der Atmung im Normalfall zu vernachlässigen.

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Foto: Rainer Sturm pixelio.de

VERBÄNDE

DLRG Sommerbilanz:

306 Menschen ertrunken

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(ots) - Obwohl der Sommer 2011 weitgehend kalt und ver- regnet war, sind in den ersten acht Monaten 306 Männer und Frauen ertrunken. Zwischen Juni und August kamen 117 Menschen in deutschen Gewässern ums Leben. Im Vergleich mit dem Vorjahr waren es 25 Personen weniger. Diese Zahlen gab die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) heute bekannt.

"Das schlechte Wetter hat viele Menschen vom Schwimmen oder Wassersport abgehalten. Die Freibäder beklagen erheb- liche Rückgänge bei den Besucherzahlen und auch viele Ur- lauber an Nord- und Ostsee verzichteten auf ein Bad in den Wellen. Dennoch ist die Zahl der tödlichen Unfälle nach wie vor sehr hoch. Signifikante Rückgänge sind nicht erkennbar. Von einer Entspannung der Sicherheitslage im und am Wasser kann keine Rede sein", kommentierte DLRG-Präsident Dr. Klaus Wilkens die Zwischenbilanz. Die meisten Todesfälle ereigneten sich wieder im Binnenland. In Flüssen, Seen und Kanälen kamen zumeist abseits bewach- ter Badestellen 253 Menschen ums Leben, das sind 82,7% aller tödlichen Unfälle. Wieder entspannt hat sich die Sicherheitsla- ge an den Küsten von Nord- und Ostsee. 14 Personen verloren im Meer das Leben, neun weniger als vor einem Jahr. Gleich-

zeitig verzeichneten die Rettungsschwimmer der DLRG in den Sommermonaten zahlreiche le- bensrettende Einsätze an den bewachten Badestellen.

"Ohne ihren Einsatz wären die töd- lichen Badeunfälle deutlich höher. Dies zeigt die Notwendigkeit und den Erfolg des ehrenamtlichen Wasserret- tungsdienstes", so Dr. Klaus Wilkens weiter.

In Schwimmbädern ertranken acht Men- schen, neun weniger als noch im Vorjahr. Insgesamt sind Schwimmbäder, die ebenfalls bewacht sind, sichere Badestellen. Die tödlichen Unfälle in Gartenteichen und privaten Swimmingpools sind ebenfalls deutlich zurückgegangen. Fünf Opfer weist die Sta- tistik der DLRG aus, darunter waren drei Kleinkinder im Alter zwischen einem und vier Jahren. Die Verteilung der tödlichen Wasserunfälle nach Alter zeigt, dass besonders die älteren Menschen über 50 Jahre betroffen sind. 166 Männer und Frauen in den höheren Altersklassen sind 2011 bisher ertrunken, das sind 59%. In den Altersstufen von null bis 15 Jahren ertranken erfreulicherweise nur 17 Kin- der und Jugendliche. Kaum Veränderungen zeigt die Statistik nach Geschlecht: Vier von fünf Opfern sind Männer. 244 Män- ner und 61 Frauen kamen in deutschen Gewässern in den er- sten acht Monaten dieses Jahres um.

Wie in den Vorjahren führt Bayern die Liste der Bundesländer mit den meisten Todesfällen durch Ertrinken wieder an. 60 Personen starben in bayerischen Gewässern, gefolgt von Nie- dersachsen mit 45 Opfern, Baden-Württemberg (40) und Nor- drhein-Westfalen (36). Mit Brandenburg, Sachsen und Meck- lenburg-Vorpommern nehmen drei "neue" Bundesländer mit 20, 16 und 15 Todesfällen die Plätze fünf bis sieben ein. Im Bun- desland Bremen ertrank nur eine Person, wenige Opfer gab es auch im Saarland (4), Thüringen (5) und Sachsen-Anhalt (6).

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Magazin für Ausbildung, Arbeit und Karriere

Magazin für Ausbildung, Arbeit und Karriere Der Wert der Mitarbeiter wird oft unterschätzt 3-2011 Ausgabe Foto:
Magazin für Ausbildung, Arbeit und Karriere Der Wert der Mitarbeiter wird oft unterschätzt 3-2011 Ausgabe Foto:
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Der Wert der Mitarbeiter wird oft

Arbeit und Karriere Der Wert der Mitarbeiter wird oft unterschätzt 3-2011 Ausgabe Foto: S. Hofschlaeger_pixelio.de
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Arbeit und Karriere Der Wert der Mitarbeiter wird oft unterschätzt 3-2011 Ausgabe Foto: S. Hofschlaeger_pixelio.de
Arbeit und Karriere Der Wert der Mitarbeiter wird oft unterschätzt 3-2011 Ausgabe Foto: S. Hofschlaeger_pixelio.de
Arbeit und Karriere Der Wert der Mitarbeiter wird oft unterschätzt 3-2011 Ausgabe Foto: S. Hofschlaeger_pixelio.de
Arbeit und Karriere Der Wert der Mitarbeiter wird oft unterschätzt 3-2011 Ausgabe Foto: S. Hofschlaeger_pixelio.de

unterschätzt

3-2011
3-2011

Ausgabe

Foto: S. Hofschlaeger_pixelio.de

BERUF

Der Wert der Mitarbeiter wird unterschätzt

(re) Qualifizierte Mitarbeiter werden inzwischen in vielen Branchen ge- sucht. Die Zeiten geburtenstarker Jahrgänge, aus denen sich die Chefs die qualifiziertesten Bewerber her- auspicken konnten, sind vorbei. Und so ist das Halten qualifizierter Mitar- beiter im Betrieb von besonderer Be- deutung. Allerdings haben noch nicht alle Ar- beitgeber den Wert ihre Mitarbeiter erkannt. Zu sorglos gehen viele mit ihren Angestellten um. Unsere Bei- träge auf den folgenden Seiten zei- gen, dass im Personal ungeahnte Potentiale schlummern, die es zu entdecken gilt. Nicht außer acht lassen darf man dabei aber, dass die Arbeitszufrie- denheit nicht nur auf die Produkti- vität, sondern auch auf die Gesund- heit der Angestellten einen direkten Einfluss hat. Unsere Beiträge zeigen, dass der Chef durch seine Auftreten gegenüber den Mitarbeitern einen direkten Einfluss auf deren Kranken- tage nehmen kann. Viele reagieren erst dann, wenn es um die Gesundheit der Mitarbeiter schon nicht mehr zum Besten steht. So setzt nur jeder dritte Betrieb auf Burn-Out Prävention, wie unser Be- richt auf dieser Seite beschreibt. Es gibt also noch viel zu tun, um eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die den optimalen Unternehmenserfolg sicherstellt. Wie weit sind Sie mit Ih- rem Betrieb noch davon entfernt.

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n t e r n e h m e n
s e t z t
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Prävention

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Grafik: Gerd Altmann_Shapes_AllSilhouettes.com pixelio.de

(ots) - Ausgebrannt, erschöpft, depressiv. Burn-Out hat sich in Deutschland zu einem echten Volksleiden entwickelt. Kein Wunder, gehören doch Stress und Belastung laut einer Allensbach-Studie zu den Top Gesundheitsbeschwerden der Deutschen. "Burn-Out zieht sich heute über alle Ebenen und Branchen und ist für die Leidtragenden wie für den jewei- ligen Arbeitgeber sehr unschön", kommentiert Petra Timm, Sprecherin von Randstad Deutschland. Laut der im aktu- ellen 'Randstad Expertenpanel Personal' befragten Personal- verantwortlichen fallen gut 42 Prozent der Betroffenen zwi- schen einem und drei Monaten aus, knapp 18 Prozent sind sogar mehr als sechs Monate raus aus dem Job. "Unterneh- men müssten daher eigentlich alles tun, um dem Erschöp- fungszustand vorzubeugen", so die Sprecherin. Tatsächlich bieten jedoch nur 34 Prozent der befragten Personalverant- wortlichen in ihren Betrieben Präventionsprogramme wie Stressmanagement oder Gesundheitsvorsorge an. Immer- hin 45 Prozent kümmern sich um die Reintegration ihrer Mitarbeiter nach dem Burn-Out. Auffällig dabei ist: Je größer das Unternehmen, desto mehr Vorbeugungs- und Nachsor- geprogramme gibt es. So bieten beispielsweise 44 Prozent der Firmen mit über 500 Mitarbeitern Präventivmaßnahmen an, bei den Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern sind es lediglich 13 Prozent. Grund für den Burn-Out ist nach An- sicht der Personalverantwortlichen zumeist eine Kombina- tion verschiedener Faktoren. Individuelle berufliche Gründe

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wie Stress am Arbeitsplatz, Überbelastung und Überforderung seien bei 79 Prozent der Betroffenen verantwortlich für den Er- schöpfungszustand. "Bei knapp 59 Prozent spielen jedoch auch private Gründe eine ganz entscheidende Rolle", erläutert Petra Timm. Über die Studie Die dargestellten Ergebnisse stammen aus einer aktuellen On- line-Befragung im Rahmen des Randstad Expertenpanel Perso- nal, das der Personaldienstleister gemeinsam mit dem Marktfor- schungsinstitut Innofact im Mai dieses Jahres durchgeführt hat. Befragt wurden 1561 Personalverantwortliche zu ihren Erfah- rungen mit vom Burn-Out betroffenen Arbeitnehmern. Über Randstad Gruppe Deutschland Mit durchschnittlich rund 63.000 Mitarbeitern und 500 Nieder- lassungen in rund 300 Städten sowie einem Umsatz von rund 1,73 Milliarden Euro(2010) ist die Randstad Gruppe der führen-

Milliarden Euro(2010) ist die Randstad Gruppe der führen- de Personaldienstleister in Deutschland. Randstad bietet

de Personaldienstleister in Deutschland. Randstad bietet Unter- nehmen unterschiedlicher Branchen umfassende Personalser- vice-Konzepte. Neben der klassischen Zeitarbeit gehören zum Portfolio von Randstad unter anderem die Geschäftsbereiche Professional Services, Personalvermittlung, HR Lösungen und Inhouse Services. Spezialisierung und Weiterentwicklung des Leistungsangebots sind die Eckpfeiler der Randstad Marktstrate- gie. 'Spezialisierung' steht für konzentriertes Know-how in aus- gewählten und zukunftsträchtigen Branchen unter den Stich- worten Airport Services, Callflex, Finance, Medical und Energie um damit jederzeit die von Kundenunternehmen gewünschten Qualifikationen anbieten zu können. Mit der Weiterentwicklung des Leistungsangebots setzt sich Randstad deutlich vom Wett- bewerb ab. Als Impulsgeber für den Arbeitsmarkt hat Randstad bereits im Jahr 2000 einen flächendeckenden Tarifvertrag mit ver.di abgeschlossen, der als Grundlage für die geltenden tarif- lichen Regelungen in der gesamten Branche diente. Randstad ist seit über 40 Jahren in Deutschland aktiv und gehört zur nieder- ländischen Randstad Holding nv: mit einem Gesamtumsatz von rund 14,2 Milliarden Euro (Jahr 2010), rund 547.000 Mitarbeitern und 4.200 Niederlassungen in über 40 Ländern, ist Randstad ei- ner der größten Personaldienstleister weltweit. Vorsitzender und Sprecher der Geschäftsführung von Randstad Deutschland ist Eckard Gatzke.

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3 4 BERUF Fehlzeiten-Report 2011: Mit dem Chef als Partner sind Mitarbeiter gesünder (ots) - Mehr

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3 4 BERUF Fehlzeiten-Report 2011: Mit dem Chef als Partner sind Mitarbeiter gesünder (ots) - Mehr
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BERUF Fehlzeiten-Report 2011: Mit dem Chef als Partner sind Mitarbeiter gesünder (ots) - Mehr Einsatz für

Mitarbeiter

2011: Mit dem Chef als Partner sind Mitarbeiter gesünder (ots) - Mehr Einsatz für die Mitarbeiter,
2011: Mit dem Chef als Partner sind Mitarbeiter gesünder (ots) - Mehr Einsatz für die Mitarbeiter,

gesünder

(ots) - Mehr Einsatz für die Mitarbeiter, mehr Feedback und öfter mal ein Lob für gute Arbeit - das wünschen sich Beschäftigte von ihrer Führungskraft. Dieser Einsatz lohnt sich, bestätigt der aktu- ell veröffentlichte Fehlzeiten-Report 2011. Danach haben Mitar- beiter, die von ihren Führungskräften gut informiert werden und Anerkennung erfahren, weniger gesundheitliche Beschwerden und identifizieren sich häufiger mit ihrem Unternehmen. Das er- höht auch den Unternehmenserfolg. "Doch viele Chefs verhalten sich nicht entsprechend. Selbst kleine Selbstverständlichkeiten, wie ein Lob bei guter Leistung, erhalten mehr als die Hälfte der Mitarbeiter nicht von ihrem Chef", so Helmut Schröder, Mithe- rausgeber des Fehlzeiten-Reports 2011, der vom Wissenschaftli- chen Institut der AOK (WIdO) in Kooperation mit der Universität Bielefeld und der Beuth Hochschule für Technik Berlin publiziert wird. Aber auch die Führungskräfte selbst stehen unter Druck. Vor allem in unteren und mittleren Führungsebenen leiden sie unter starkem Zeitdruck und hoher Arbeitsdichte. So gaben Führungs- kräfte in einer im Fehlzeiten-Report vorgestellten Befragung an, nur an durchschnittlich 4,8 Tagen im Jahr krank gewesen zu sein. Andere Erhebungen zeigen hingegen, dass Führungskräfte im Gegenzug an 8,3 Tagen trotz Krankheit zur Arbeit gingen und sich bei Krankheit nicht angemessen erholten oder zu früh an ihren Arbeitsplatz zurückkehrten. Der Fehlzeiten-Report informiert au- ßerdem über die Ausfalltage der deutschen Wirtschaft insgesamt:

Obwohl der Krankenstand 2010 im Vergleich zum Vorjahr bei 4,8 Prozent stagniert, hat die Zahl der Krankheitstage erneut leicht zugenommen. Ein Trend, der sich auch im ersten Halbjahr 2011 fortsetzt. Im Durchschnitt dauerte 2010 eine Arbeitsunfähigkeit 17,6 Tage. Die Daten basieren auf den Fehlzeiten der mehr als 10 Millionen bei der AOK versicherten Erwerbstätigen. Die meisten Krankheitstage entfielen 2010 auf die Gruppe der Muskel- und Skeletterkrankungen (24,2 Prozent). Darauf folgen akute Verlet- zungen (12,9 Prozent), Atemwegserkrankungen (12 Prozent) und psychische Erkrankungen (9,3 Prozent). Der Trend der Zunahme psychischer Erkrankungen setzt sich nach wie vor fort: Im Ver- gleich zum Vorjahr sind die Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund dieser Erkrankung um 0,7 Prozentpunkte angestiegen. Insge- samt ist seit 1994 bei den Arbeitsunfähigkeitsfällen ein Anstieg der psychischen Erkrankungen von mehr als 100 Prozent, bei den Arbeitsunfähigkeitstagen um nahezu 90 Prozent zu verzeichnen.

Bäder

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Foto: Stephanie Hofschlaeger pixelio.de

BERUF Foto: Stephanie Hofschlaeger pixelio.de Mitarbeiterwissen wird oft zu wenig genutzt BGW: Befragungen können helfen,
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Mitarbeiterwissen wird oft zu wenig genutzt

pixelio.de Mitarbeiterwissen wird oft zu wenig genutzt BGW: Befragungen können helfen, verborgene Potenziale zu
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BGW: Befragungen können helfen,

wird oft zu wenig genutzt BGW: Befragungen können helfen, verborgene Potenziale zu entdecken (ots) - In

verborgene Potenziale zu entdecken

können helfen, verborgene Potenziale zu entdecken (ots) - In Mitarbeitern von Unterneh- men schlummert ein
können helfen, verborgene Potenziale zu entdecken (ots) - In Mitarbeitern von Unterneh- men schlummert ein

(ots) - In Mitarbeitern von Unterneh- men schlummert ein Wissens- und Er- fahrungsschatz, den Betriebe oft kaum nutzen. Sie vergeben damit große Chan- cen, die Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit ihrer Beschäftigten zu stärken und so ihren Unternehmen- serfolg zu fördern. Durch systematische Mitarbeiterbefragungen lassen sich wichtige Informationen gewinnen, um die Arbeitsbedingungen und -abläufe zu optimieren, rät die Berufsgenossen- schaft für Gesundheitsdienst und Wohl- fahrtspflege (BGW). In einer Altenpflegeeinrichtung kommt es immer wieder zu unerwartetem Personalausfall. Der Krankenstand ist hoch, die angespannte Situation führt zu Missstimmung und einem gereizten Umgangston. Darüber beschweren sich Angehörige der Bewohner; der Ruf des Heims leidet. Kurzum: Die ganze Situa- tion ist unbefriedigend. Nur - wo anset- zen, was sind die Ursachen für die latente

Dauerkrise? In der Regel bringt es wenig, punktuell im Nebel zu stochern und aufs Geratewohl das eine oder andere zu ändern. Vielmehr sollte systematisch das gesamte Unter- nehmen einbezogen werden. "Mitarbei- terinnen und Mitarbeiter sind Experten in eigener Sache, viele Betriebe nutzen das zu wenig", berichtet Lars Welk von der BGW. "Neben ihrem fachlichen Wis- sen haben die Beschäftigten meist eine gute Kenntnis der Arbeitsbedingungen, der Belastungen und Gefährdungen, aber auch der versteckten Potenziale im Betrieb." Diesen Schatz gelte es systema- tisch zu bergen und zu nutzen. "Häufig ergeben sich daraus wertvolle Hinweise, wo Dinge im Argen liegen - aber auch darauf, was von den Mitarbeitern beson- ders positiv gesehen und geschätzt wird, was es also zu fördern und auszubauen gilt", erläutert Welk. So könnte eine Mitarbeiterbefragung in der Altenpflegeeinrichtung zum Beispiel

aufzeigen, dass zu bestimmten Tages- zeiten die Stressbelastung als besonders hoch empfunden wird und dass viele Beschäftigte unter Rückenschmerzen lei- den. "Daran kann man ansetzen", so der BGW-Experte, "zum Beispiel die Dienst- pläne und Arbeitsabläufe optimieren und ein gezieltes Projekt zur Prävention von Rückenbeschwerden starten." Erfahrungen der BGW zeigen, dass sich durch Mitarbeiterbefragungen die Mo- tivation und Gesundheit der Beschäf- tigten oft beträchtlich steigern lassen. Sie fühlen sich einbezogen und merken, dass ihre Beteiligung und ihr Wissen positive Veränderungen bewirken. Die Arbeitszufriedenheit, Motivation und Identifikation mit dem Betrieb steigen. Das kann sich auch in der Qualität der geleisteten Arbeit widerspiegeln, die Kundenzufriedenheit erhöhen und so- mit zu einem Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen werden.

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