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Z Außen sicherheitspolit (2011) 4:163–172

DOI 10.1007/s12399-011-0176-9

AnA lysen

AnA lysen
DOI 10.1007/s12399-011-0176-9 AnA lysen Für eine liberale deutsche Entwicklungspolitik. 

Für eine liberale deutsche Entwicklungspolitik. 

Zukunft gestalten – Chancen geben

Dirk Niebel

Zusammenfassung:  liberale  entwicklungspolitik  spielt  heute  eine  entscheidende  Rolle,  um  globale  Herausforderungen  wie  den  Klimawandel  zu  bewältigen  oder  den  Frieden  weltweit  zu 

sichern. Das alte Bild der „entwicklungshilfe“ taugt nicht mehr. entwicklungspolitik ist Armuts-

bekämpfung  und  zugleich  viel  mehr  als  das.  Die  deutsche  entwicklungspolitik  wird  den  neuen 

Aufgaben und den veränderten Rahmenbedingungen gerecht, indem sie ihre Instrumente konse-

quent darauf ausrichtet, Menschen weltweit ein selbstbestimmtes leben zu ermöglichen. Zugleich 

zielt die neue deutsche entwicklungspolitik darauf, mehr messbare erfolge zu erreichen.

Schlüsselwörter:  entwicklungspolitik · Millenniumsentwicklungsziele · Globalisierung ·  Vernetzte sicherheit · Globale öffentliche Güter

Towards a Liberal Development Policy. Shaping the Future—Enhancing 

Opportunities

Abstract:  liberal  development  policy  today  has  an  important  role  to  play  in  helping  to  tackle  global  challenges  such  as  climate  change  and  in  helping  to  secure  peace  around  the  world.  De- velopment policy therefore involves more than just fighting poverty. Germany’s development policy  is  facing  up  to  its  new  tasks  and  the  changed  environment  by  systematically  tailoring  the instruments at its disposal towards helping people around the globe to live independent and  empowered lives. Another objective of Germany’s new development policy is to achieve more measurable successes.

Keywords:  Development Policy · Millennium Development Goals · Globalisation ·  networked security · Global Public Goods

Online publiziert: 03.04.2011 

© Vs Verlag für sozialwissenschaften 2011

D. niebel ( ) Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und entwicklung, MdB, 

stresemannstr. 94, 10963 Berlin, Deutschland

e-Mail: dirk.niebel@bmz.bund.de

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D. niebel

1   Entwicklungspolitik ist globale Zukunftspolitik

„Freiheit ist das Ziel und die Voraussetzung von entwicklung.“ Dieser satz stammt von 

dem  indischen nobelpreisträger Amartya sen.  Freiheit  ermöglichen  –  das  ist  auch  das  leitmotiv  der  deutschen  entwicklungspolitik.  Menschen  sollen  ohne  materielle  not  selbstbestimmt und eigenverantwortlich ihr leben gestalten können. entwicklungspolitik  hat sich zur Aufgabe gemacht, die Armut in der Welt zu bekämpfen, aber auch drängende  globale  Zukunftsaufgaben  zu  lösen.  Kurz  gesagt:  entwicklungspolitik  will  weltweit  lebenschancen schaffen. erfolgreiche liberale entwicklungspolitik orientiert sich an Werten und Interessen. es  entspricht unseren Wertvorstellungen, alle Menschen an den Chancen der Globalisierung  teilhaben zu lassen. Zugleich benötigt Deutschland sicherheit und schutz vor Krieg und 

Terrorismus, vor wirtschaftlicher und sozialer Instabilität. Die globalen Herausforderun-

gen  sind  ohne  die entwicklungspolitik  nicht  zu  bewältigen. entwicklungspolitik  muss  daher  als  globale  strukturpolitik  der  Verantwortung  Deutschlands  in  der  Welt  gerecht  werden. entwicklungspolitik versteht sich in diesem sinne als globale Zukunftspolitik. Das  Bundesentwicklungsministerium  ist  daher  kein  „Brunnenbauministerium“,  das  einzelne Hilfsprojekte in fernen Ländern finanziert. Die Entwicklungspolitik wirkt in

Bereiche  hinein,  die  unsere  Zukunft  hier  in  Deutschland  direkt  betreffen. sei  es  unser 

einsatz für Frieden und sicherheit in Afghanistan, unser engagement für ein internatio-

nales Klimaabkommen oder unser eintreten für eine faire Welthandelsordnung im Rah-

men der Welthandelsorganisation (WTO) – immer spielen entwicklungspolitische Fragen 

und damit das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) eine entscheidende Rolle. schon 

John  F.  Kennedy  hatte  erkannt:  „Wenn  eine  freie  Gesellschaft  den  vielen,  die  arm  sind,  nicht helfen kann, so kann sie auch jene nicht retten, die reich sind.“ Aktuelle Umfragen belegen, dass entwicklungspolitik sich auf große Zustimmung bei 

den Bürgerinnen und Bürgern stützen kann. so halten 89 % der europäer entwicklungs-

zusammenarbeit für wichtig oder sehr wichtig (europäische Kommission 2010). Diese 

hohen Zustimmungswerte sind jedoch keine selbstverständlichkeit und können nur erhal-

ten werden, wenn sich die staatliche entwicklungszusammenarbeit stärker als bisher an 

ergebnissen orientiert sowie ihre erfolge und Vorteile der breiten Öffentlichkeit besser 

vermittelt. es ist noch zu wenig bekannt, wie sehr die deutsche Wirtschaft und Gesell-

schaft von Entwicklungszusammenarbeit profitiert. Natürlich sind wir uns sehr bewusst,

dass die Wirksamkeit unserer Arbeit zunehmen muss, um die Zustimmung der steuer-

zahler auch künftig zu erhalten. Unter meiner leitung hat das Bundesentwicklungsmi-

nisterium die erhöhung der Wirksamkeit deshalb zu einem der schwerpunkte in dieser 

legislaturperiode gemacht.

2   Neue Herausforderungen annehmen

Die entwicklungspolitik wurde aus dem ideologischen Klammergriff des Ost-West-Kon-

flikts befreit und verfolgt heute andere Ziele als vor 1989. Lange galten zwei Annahmen:

erstens, dass entwicklung nach dem Vorbild der entwickelten länder fortschreiten soll 

mit dem Fernziel, die lebensverhältnisse anzugleichen. Zweitens, dass die Differenz zwi-

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schen entwickelten und weniger entwickelten ländern durch den Transfer von Finanz-

mitteln und Technik zu überwinden sei.

Heute wissen wir, dass beide Annahmen falsch sind. Weder gibt es den einen, einzig 

richtigen Entwicklungsweg, noch können Länder allein durch finanzielle und technische

Transfers von außen entwickelt werden. Viele länder stecken in sogenannten „entwick-

lungsfallen“ fest. Paul Collier hat in seinem Buch „Die unterste Milliarde“ eine ganze 

Reihe solcher Fallen aufgezeigt. Er unterscheidet die Konfliktfalle, die Ressourcenfalle,

schlechte Regierungsführung, Binnenlage und schlechte nachbarschaft (Collier 2008). In 

all diesen Fällen helfen Transferleistungen nicht weiter. Und doch ist gerade hier wirk-

same entwicklungspolitik unverzichtbar. Die Rahmenbedingungen müssen sich ändern 

und entwicklungsfreundlich gestaltet werden. Die Ausgangslagen vor Ort sind so viel-

fältig, die entwicklungsfallen so verschieden, dass eine gute entwicklungspolitik keine  einfachen „one size fits all“-Lösungen anbieten kann. Sie muss sich auf die jeweiligen

Gegebenheiten  vor  Ort  einstellen  mit  einem  sehr  ausdifferenzierten,  sehr  komplexen  Angebot an Instrumenten. entscheidend ist, dass diese Instrumente die Ursachen der Probleme beheben und nicht  die symptome bekämpfen. Das Forschungsinstitut für soziale entwicklung der Vereinten  nationen (UnRIsD) hat die entwicklungszusammenarbeit auf den Prüfstand gestellt und  kommt zu dem schluss: „Die bisherige Armutsbekämpfung geht von falschen Annahmen  aus. sie hat sich jahrzehntelang auf die Dinge konzentriert, die fehlen, wie Unterkunft,  lebensmittel  und  Gesundheitsvorsorge. es  geht  aber  darum,  die  Ursachen,  warum  sie 

fehlen, anzugehen“ (UnRIsD 2010).

Das Aufgabenspektrum der entwicklungspolitik hat sich also immens erweitert. es gibt 

eine Reihe entwicklungspolitisch relevanter Herausforderungen, wie den Klimawandel, 

den Verlust von Artenvielfalt, die Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschafts-

krise oder die immer drängender werdenden energiefragen. Hier sind globale öffentliche  Güter betroffen, deren schutz und gerechte Verteilung im Interesse aller Menschen ist.  Durch  die  gemeinsame  Verantwortung  für  globale  öffentliche  Güter  hat  sich  das  Ver- hältnis zwischen den staaten verändert, weg von dem Gegensatzpaar der „Geber“ und 

„nehmer“,  hin  zu  einer  Partnerschaft  angesichts  globaler  Herausforderungen.  Ziel  der  entwicklungspolitik ist es daher, mit den Partnerländern gemeinsam Verantwortung zu  übernehmen.

neue Anforderungen an die entwicklungspolitik sind aber nur ein element der Ver-

änderungen, mit denen wir uns konfrontiert sehen. neue Akteure, wie die aufstrebenden 

schwellenländer oder private Geber wie die Bill and Melinda Gates stiftung, gestalten die 

entwicklungspolitik längst aktiv mit. Damit einher geht eine Proliferation an Instrumen-

ten, die weit über das hinausgeht, was man klassischerweise unter „entwicklungshilfe“  verstanden hat.  Der  Direktor der  französischen entwicklungsagentur AfD  Jean-Michel  severino spricht deshalb treffend von einer „triple revolution in goals, actors and tools“ 

(severino  und  Ray  2009,  s. 1).  Diesen  neuen  Herausforderungen  können  wir  nur  mit 

einer kohärenten, ressortübergreifenden, werte- und interessengeleiteten Politik gemein-

sam mit globalen entwicklungspartnern begegnen.

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3   Fünfzig Jahre Entwicklungszusammenarbeit – Licht und Schatten

In diesem Jahr wird das deutsche entwicklungsministerium 50 Jahre alt. nach dem ersten 

Bundesentwicklungsminister Walter scheel steht nun im Jubiläumsjahr zum zweiten Mal 

ein liberaler an der spitze des Hauses. Dies ist ein guter Zeitpunkt für eine Bestands-

aufnahme, die nicht nur die erfolge, sondern auch die Herausforderungen in den Blick 

nimmt und neue Wege aufzeigt.

es gibt länder, die seit 50 Jahren entwicklungshilfe empfangen und doch fortwäh-

rend zu den ärmsten ländern der Welt gehören. es gibt aber auch länder wie Brasilien, 

Mexiko, China oder Thailand, die rasant aus dem status von Hilfsempfängern heraus-

wachsen. es stellt sich die Frage: Was machte die entwicklungszusammenarbeit in den  vergangenen  Jahrzehnten  erfolgreich  und  was  nicht?  Um  diese  Frage  zu  beantworten,  sei  der  Blick  auf  die  acht  Millenniumsentwicklungsziele  (MDGs)  gelenkt,  mit  denen 

sich entwicklungsländer und Geberländer im Jahr 2000 erstmals gemeinsam messbare 

Ziele gesteckt haben. Diese Ziele leiten sich aus der Millenniumserklärung der Vereinten 

nationen ab, auf die sich die staats- und Regierungschefs von 189 staaten im Jahr 2000 

verpflichtet haben. Sie beinhaltet das Versprechen, die Lebensbedingungen benachtei- ligter  Menschen  auf  dieser  Welt  zu  verbessern.  Die  daraus  abgeleiteten  Millenniums- entwicklungsziele beschreiben einen Mindeststandard für ein menschenwürdiges leben. 

Die staatengemeinschaft will sie gemeinsam bis 2015 erreichen.

Fünf Jahre vor der Ziellinie fällt die Bilanz der Millenniumsentwicklungsziele gemischt 

aus. es  gibt  beachtliche erfolge,  aber  die  Herausforderungen  sind  weiterhin  groß.  Die 

Mütter- und Kindersterblichkeit ist weltweit sehr hoch, ernährungssicherung und sani-

tärversorgung  sind  in  vielen  ländern  weiterhin  ungenügend.  Mehr  als  eine  Milliarde  Menschen hungern. Insbesondere die Gruppe der fragilen staaten, in denen gewaltsame  Konflikte ausgetragen werden, sind am weitesten von der Erreichung der Millenniums- entwicklungsziele entfernt. In 34 Ländern dieser Welt herrschen bewaffnete Konflikte

oder  Kriege. Aber  es  gibt  auch  Fortschritte,  vor  allem  bei  der Armutsreduzierung,  bei 

dem Zugang zu sauberem Trinkwasser und im Bereich der Grundbildung. In Afrika süd-

lich der sahara stieg zwischen 2000 und 2007 der Anteil der Kinder, die die 5. Klasse 

abschließen, von 58 % auf 74 %.

Diese gemischte Bilanz macht deutlich, dass sich entwicklungs- und Industrieländer 

noch wirkungsvoller als bisher bemühen müssen, die Millenniumsentwicklungsziele zu 

erreichen. Der Handlungsbedarf ist eindeutig, die schlussfolgerung auch: Wir brauchen 

eine neuausrichtung der entwicklungszusammenarbeit. sie muss innovativer, nachhalti-

ger und wirksamer werden. Und wir müssen deutlicher machen, dass wir in Deutschland  von der Entwicklungszusammenarbeit profitieren. Als führende Exportnation ist es in

unserem Interesse, wenn in anderen ländern der lebensstandard steigt und in neue Tech-

nologien investiert wird.

4   Auf dem Weg zu einer neuen Entwicklungspolitik

Angesichts  der  Vielzahl  neuer  und  alter  Herausforderungen  und  vor  dem  Hintergrund  der veränderten Rahmenbedingungen durch die „dreifache Revolution der Ziele, Akteure 

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und Instrumente“ müssen wir uns fragen: Wie kann eine zeitgemäße entwicklungspolitik  aussehen? Wir  wollen  mit  unserer  liberalen entwicklungspolitik  Freiheit  ermöglichen.  Grund-

voraussetzung einer freiheitlichen entwicklungspolitik ist, dass sie keine Abhängigkeiten 

zementieren darf. entwicklungspolitik muss im Gegenteil aus Abhängigkeiten befreien. 

es geht um Hilfe zur selbsthilfe, um Hilfe zur selbständigkeit. Die erfahrungen der letz-

ten Jahrzehnte haben gezeigt, dass entwicklung nur aus der jeweiligen Gesellschaft selbst 

heraus gelingen kann. Das heißt, private Akteure, wie Wirtschaft, Zivilgesellschaft und 

private stiftungen, müssen einbezogen werden. entwicklungszusammenarbeit kann nur 

unterstützen, indem sie Impulse gibt und Anreize schafft. Diese Unterstützung durch die 

Geberländer muss messbare erfolge erbringen – nur dann ist sie glaubwürdig. ein unver-

zichtbarer Maßstab für eine erfolgreiche entwicklungspolitik ist ihre nachhaltigkeit. Aus 

den erfahrungen  der  letzten  Jahrzehnte  wissen  wir,  dass  nachhaltige entwicklung  nur  durch  breites  Wirtschaftswachstum  und  durch  entwicklungsfreundliche  Rahmenbedin- gungen in den Partnerländern erreicht werden kann. eine  erhöhung  der  Haushaltsmittel  für  entwicklungszusammenarbeit  ist  dafür  eine  notwendige Voraussetzung. Ohne die finanzielle Unterstützung durch die Industrieländer

– und sei es nur zur Anschubfinanzierung oder zur Hebelung privater Gelder – sind die

entwicklungsziele nicht zu erreichen. Die Bundeskanzlerin hat beim Millenniumsgipfel 

in new york 2010 das Ziel, 0,7 % des Bruttonationaleinkommens für entwicklungszu-

sammenarbeit  zu  investieren,  nochmals  bekräftigt.  es  ist  ein  großer  erfolg,  dass  trotz  immenser sparzwänge des Bundes die Mittel für entwicklungspolitik im Bundeshaushalt  2011 sogar um 150 Mio € gesteigert wurden. Man darf jedoch nicht vergessen, dass die internationalen Verpflichtungen dieser und vergangener Bundesregierungen zum Klima- schutz,  zum  erhalt  der  biologischen  Vielfalt  oder  zu Afghanistan  ständig  steigen  und 

einen zunehmenden Teil des entwicklungshaushalts ausmachen. Um die deutsche ent-

wicklungspolitik innovativer und besser zu machen, setzen wir an fünf Hebeln an: (1) 

Wir wollen wirksamer werden. (2) Wir wollen die Kraft der Wirtschaft für entwicklung 

nutzen.  (3) Wir  wollen  von  unseren  Partnern  ein  höheres  Maß  an eigenverantwortung  einfordern. (4) Wir wollen neue Wege bei der Entwicklungsfinanzierung gehen. (5) Wir wollen mehr Kohärenz für entwicklung schaffen.

Wirksamkeit erhöhen – die Ergebnisse zählen: nur  hohe  Beträge  für  gute  Zwecke  zuzusagen, genügt nicht. Wer ausschließlich über die Höhe der entwicklungsgelder redet,  bleibt die Antwort auf die Frage nach der Qualität des Mitteleinsatzes schuldig. es ist in  der internationalen Debatte um eine moderne entwicklungspolitik inzwischen Konsens,  dass die Input-Orientierung überholt ist. erfolg lässt sich nicht daran messen, wie viele 

Mittel bereitgestellt werden. Ziel ist eine Politik, die sich an ergebnissen und Wirkungen  messen lässt. Dies heißt zunächst, Reformbedarf und Strukturdefizite bei sich selber zu erkennen und

abzubauen. Die Bundesregierung hat daher die drei Institutionen der Technischen Zusam-

menarbeit – die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), die Internationale 

Weiterbildung und entwicklung (InWent) und den Deutschen entwicklungsdienst (DeD) 

– zu einer neuen, effizienten Organisation, der Gesellschaft für Internationale Zusam-

menarbeit (GIZ), zusammengeführt. Die Reform der technischen Zusammenarbeit ist ein 

Meilenstein, um die Wirksamkeit unserer Arbeit zu erhöhen und die politische steuerung 

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durch das Bundesentwicklungsministerium zu stärken. Mit dieser Reform signalisiert die 

deutsche entwicklungszusammenarbeit auf internationaler ebene, dass sie entschlossen 

ist, ihre Mittel effizient einzusetzen. So wird pro ausgegebenen Steuer-Euro eine höhere Wirkung zum Wohl der Menschen in entwicklungsländern erzielt.

Das BMZ geht zudem neue Wege und prüft innovative Instrumente, die die Bereitstel-

lung von Mitteln von Beginn an von ergebnissen abhängig macht, das so genannte results

based financing. Darunter versteht man, dass das entwicklungsland zunächst selber leis-

tungen erbringt, etwa im Gesundheits- oder Bildungsbereich, und danach die Kosten ent-

sprechend der Zielerreichung erstattet bekommt. so werden die eigenverantwortung und 

die Arbeitsfähigkeit ausgewählter Partnerländer gestärkt sowie ihre eigenen Institutionen 

genutzt, anstatt von außen Parallelstrukturen aufzubauen.

In Malawi zum Beispiel wird ein solcher Ansatz im Bereich der Mutter-Kind-Gesund-

heit  erprobt.  Gesundheitseinrichtungen  erhalten  Mittel  nur  dann,  wenn  sie  bestimmte  Qualitäts- und leistungsvereinbarungen eingehalten haben. Derartige Ansätze des results based financing  wird  das  Bundesentwicklungsministerium  in  Zukunft  noch  stärker  nutzen. Wirtschaft und Politik gemeinsam für Entwicklung: Die jahrzehntelange erfahrung hat  uns gelehrt, dass staatliche entwicklungsgelder allein die komplexen globalen Probleme  nicht lösen können. Wir brauchen die Unterstützung von Zivilgesellschaft und Wirtschaft.  Gesellschaftliches engagement für entwicklungspolitik ist vielfältig. es reicht von den  spenden einzelner Bürgerinnen und Bürger bis hin zu millionenschweren Investitionen 

von deutschen Unternehmen. Dieses private Geld wollen wir künftig besser für entwick-

lung in Wert setzen.

es gibt eine große schnittmenge zwischen wirtschafts- und entwicklungspolitischen 

Interessen, daher sind Politik und Wirtschaft ideale Partner für entwicklung. Die entwick-

lungspolitik will unternehmensfreundliche Rahmenbedingungen schaffen und damit den 

Weg frei machen für das engagement der Wirtschaft. Gerade kleine und mittlere Unter-

nehmen brauchen Unterstützung, um in entwicklungs- und schwellenländern erfolgreich  investieren  zu  können.  Das  Bundesentwicklungsministerium  steht  den  Unternehmen 

hierbei zur seite. Das ist entwicklungszusammenarbeit im besten, liberalen sinne: Durch 

den einsatz geringer öffentlicher Mittel hilft das BMZ dem Privatsektor, erfolgreich in 

entwicklungsländern zu investieren. so eröffnen sich den Menschen vor Ort Perspekti-

ven und gleichzeitig erschließt sich die deutsche Wirtschaft neue Märkte.

ein Beispiel: Die deutsche entwicklungszusammenarbeit fördert den Bau des ersten 

Zementwerks in namibia. es handelt sich um die Direktinvestition eines deutschen Fami-

lienunternehmens, die nur mit Krediten unterstützt wird. Dieses Projekt schafft Arbeits-

plätze in der Region und führt dazu, dass namibia vom Zementimporteur zum -exporteur 

im südlichen Afrika wird. Der Bau des Zementwerks ermöglicht zudem weitere Investi-

tionen. so wird eine Buschart, die in namibia ausgewildert ist, aber biologisch nicht in 

die  Region  gehört,  genutzt,  um  das  Zementwerk  zu  befeuern.  Die  schädlichen  Büsche  werden mit einem Mähdrescher abgeerntet, geschreddert und verfeuert. Mit jedem euro 

des entwicklungskredites, den die deutsche entwicklungszusammenarbeit dafür zur Ver-

fügung  stellt,  werden  dabei  mehrere  Ziele  erreicht: nachhaltiges Wirtschaftswachstum  schaffen, ländliche entwicklung fördern, Biodiversität schützen, Armut bekämpfen und  CO 2 -emissionen  deutlich  –  um  130 Tonnen  pro  Jahr  –  senken.  Gleichzeitig  wird  die 

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Lebensmittelversorgung gestärkt, da durch die Verbuschung geschädigte Weideflächen

wieder für die landwirtschaft verfügbar werden. solche Multi-Purpose-Projekte sind ein  Instrument einer zeitgemäßen entwicklungspolitik, weil auf diesem Weg mit einem euro  mehr für entwicklungsländer erreicht wird. Eigenverantwortung stärken – Korruption bekämpfen: entwicklungspolitik darf keine 

Abhängigkeit schaffen, sondern muss im besten liberalen sinne eigenverantwortung för-

dern. Wo ausländische Hilfe seit Jahren den Großteil des staatshaushaltes ausmacht, wird 

dieses Prinzip verletzt. Der erfolg von entwicklungszusammenarbeit hängt stark von den 

Rahmenbedingungen in den empfängerländern ab, das heißt entwicklungsländer müssen 

selber die Verantwortung für ihre entwicklung übernehmen. Wichtig sind hierfür einhei-

mische finanzielle Ressourcen und ein strenges Vorgehen gegen Korruption. Korruption

hat verheerende Folgen für die Gesellschaft, sowohl auf wirtschaftlicher als auch auf poli-

tischer und sozialer ebene. Durch Korruption werden öffentliche Ressourcen verschwen-

det, statt mit ihnen nachhaltige entwicklung im Interesse aller Bevölkerungsgruppen zu  fördern.  In  ärmeren ländern  ist  Korruption  ein  fundamentales entwicklungshemmnis,  dessen Auswirkungen vor allem Arme, Frauen und Kinder beeinträchtigen – ihr Zugang  zu öffentlichen Dienstleistungen, Bildungseinrichtungen und zur Gesundheitsversorgung  wird  zusätzlich  erschwert.  Korruption  hemmt  die  entwicklung  des  Privatsektors  und  schreckt  Investoren  ab,  denn  sie  führt  zu  Rechtsunsicherheit,  verzerrten  Wettbewerbs- bedingungen und erhöhten Kosten. sie gefährdet auch die entwicklung demokratischer  strukturen und stellt letztlich die staatliche legitimität in Frage. Politische Institutionen  werden verwundbar, die öffentliche Verwaltung arbeitet weniger effizient. Die  deutsche  entwicklungspolitik  räumt  der  Bekämpfung  von  Korruption  deshalb 

besondere  Priorität  ein  und  arbeitet  etwa  mit  der  Hälfte  ihrer  Partnerländer  in  diesem  Bereich verstärkt zusammen. Dabei knüpfen wir die Auszahlung der Mittel an strenge 

Kriterien und scheuen uns nicht, entsprechende Konsequenzen zu ziehen, wenn die Vor-

gaben in den Bereichen Korruptionsbekämpfung, Menschenrechte oder gute Regierungs-

führung nicht eingehalten werden. ein Beispiel für diese an klare Konditionen geknüpfte 

Politik ist unsere Zusammenarbeit mit sambia. Das land hat Dank seiner Bodenschätze 

ein enormes wirtschaftliches Potenzial, das aber noch nicht ausreichend für die entwick-

lung des landes genutzt wird. ein Grund hierfür sind die unzureichenden Fortschritte im  Bereich der Korruptionsbekämpfung. Zwar hat die sambische Regierung Korruption als  Entwicklungshemmnis erkannt und Unregelmäßigkeiten werden immer häufiger aufge-

deckt. Die aufgedeckten Fälle werden aber unzureichend geahndet, vor allem im Gesund-

heitsbereich und im straßenbau. Bei meiner Reise nach sambia habe ich auf die situation  reagiert und eine Tranche der ursprünglich für 2010 zugesagten finanziellen Unterstüt-

zung im Rahmen der Budgethilfe nicht ausgezahlt. Die generelle Weiterführung der Bud-

gethilfe  wird  an  eine Verbesserung  der  Korruptionsbekämpfung  geknüpft.  Hier  vertritt 

die deutsche entwicklungspolitik eine deutlich werteorientierte entwicklungszusammen-

arbeit, für die die eigenverantwortung der Partnerländer einen hohen stellenwert hat. Neue Wege in der Entwicklungsfinanzierung: Der Millenniumsgipfel in new york im 

september  2010  stimmte  mich  zuversichtlich,  dass  wir  die  Millenniumsziele  bis  2015  erreichen  können. nach  der  kontroversen  Konferenz  der Vereinten nationen  zur Wirt-

schafts- und Finanzkrise im Juni 2009 und dem scheitern der Kopenhagener Klimakon-

ferenz im Dezember 2009 war er ein Beweis dafür, dass die Mitgliedstaaten der Vereinten 

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nationen  zusammenstehen  können,  wenn  es  darum  geht,  globale  Herausforderungen 

gemeinsam anzugehen. Die Bundesregierung bündelt ihre Kräfte, um die Millenniums-

ziele zu erreichen. Für die Entwicklungsfinanzierung setzen wir, wie im sogenannten

Monterrey-Konsensus 2002 vereinbart, auf eine Kombination aus Haushaltsmitteln, ent-

schuldung und innovativen Finanzierungsinstrumenten. Außerdem unterstützen wir die  entwicklungsländer dabei, mehr eigene einnahmen zu mobilisieren. Durch die Wirtschafts- und Finanzkrise befinden sich die Geberländer in einer sehr

angespannten Haushaltslage. Ohne alternative Finanzierungsquellen wird es nicht mög-

lich sein, mehr Mittel für die globale entwicklung bereitzustellen. Dabei setzen wir auf  Finanzierungsquellen jenseits neuer steuern und Abgaben, u. a. die Versteigerungserlöse  von  Kohlendioxid-emissionsrechten,  die  Mischung  von  Haushaltsmitteln  mit  Kapi- talmarktmitteln über die KfW Entwicklungsbank, die Nutzung von Rückflüssen aus Haushaltsdarlehen der finanziellen Zusammenarbeit sowie die Mobilisierung privaten Kapitals.

ebenso  wichtig  wie  alternative  Finanzierungsquellen  ist  es,  den  Blick  auf  die  ein- nahmen der entwicklungsländer selber zu richten. eigene einnahmen sind eine wichtige  Voraussetzung  zur Armutsbekämpfung.  sie  ermöglichen  den  Regierungen,  öffentliche  Güter  und  Dienstleistungen  wie  Gesundheits-  und  Bildungssysteme  oder  straßen  zu  finanzieren. Nur durch ausreichende eigene Einnahmen können die Entwicklungsländer

langfristig unabhängig von externer Hilfe werden und eigenverantwortung für die Mill-

enniumsziele übernehmen. Viele  entwicklungsländer  haben  ihr  einnahmenpotenzial  noch  nicht  ausreichend  erschlossen. Um mehr eigene einnahmen in den entwicklungsländern zu mobilisieren, 

unterstützt  Deutschland  seine  Partnerländer  unter  anderem  dabei,  ihre  Wirtschaft  zu  diversifizieren und Wertschöpfungsketten aufzubauen. Ein Beispiel: Gemeinsam mit der Mongolei haben wir eine Rohstoffinitiative gestartet. In der Mongolei gibt es große Roh- stoffvorkommen, zum Beispiel Kupfer, Gold und Kohle. Bislang exportiert die Mongolei 

ihre Kohle nach China, wo sie direkt hinter der Grenze in einer Kohlewaschanlage gerei-

nigt wird. Wenn die Mongolei ihre Bodenschätze anstelle dessen selber weiter verarbeiten 

kann, schafft sie Arbeitsplätze für die eigene Bevölkerung. Die deutsche entwicklungszu-

sammenarbeit unterstützt das land daher bei dem Bau einer eigenen Kohlewaschanlage.  so kann die Mongolei ihre Rohstoffvorhaben besser zur Wertschöpfung im land nutzen  und dafür sorgen, dass die erlöse Armut verringern. es geht hier also nicht nur um die  Förderung von Rohstoffen, sondern darum, ganze Wirtschaftzweige neu aufzubauen. neben dem Ausbau von Wertschöpfungsketten sind Reformen der steuersysteme in  entwicklungsländern  wichtige  Hebel,  um  mehr  eigene einnahmen  zu  generieren. ein- zelne Länder verlieren durch Steuerhinterziehung und Steuerflucht mehr als zwei Drit-

tel  der  tatsächlich  eingenommenen steuern.  Weil entwicklungsländer  im  Vergleich  zu 

Industrieländern ohnehin weniger steuern einnehmen, treffen sie solche einbußen beson-

ders schwer. Die Mittel, die verloren gehen, fehlen in diesen ländern vor allem für die 

Finanzierung von öffentlichen Gütern und Dienstleistungen. In vielen Fällen müssen sie 

durch  die Aufnahme  von  Krediten  kompensiert  werden  –  das  belastet  die  öffentlichen  Haushalte zusätzlich. steuerhinterziehung und steuervermeidung trüben darüber hinaus  das Verhältnis zwischen Bürgern und staat. Der transparente, verantwortungsvolle und 

kompetente Umgang mit öffentlichen Mitteln durch den staat ist hingegen eine Voraus-

Für eine liberale deutsche entwicklungspolitik

171

setzung für die legitimität des staates und das Vertrauen der Bevölkerung in die öffent-

lichen Institutionen. Kohärenz für Entwicklung schaffen: Die entwicklungspolitik versteht das Wort Kohä-

renz im sinne von Kohärenz verschiedener Politikbereiche zugunsten einer global nach-

haltigen entwicklung. so  sollen  beispielsweise  die Außen-,  Handels-  und Agrarpolitik  so gestaltet werden, dass sie entwicklungspolitischen Zielen nicht entgegenstehen. Denn 

wirksamer kann entwicklungspolitik nur dann werden, wenn die Abstimmung ressort-

übergreifend  verbessert  wird.  Das  Bundesentwicklungsministerium  setzt  sich  deshalb  innerhalb der Bundesregierung dafür ein, die Kohärenz für entwicklung zu erhöhen. ein Beitrag zur Kohärenz ist die bessere Verknüpfung von Außen-, entwicklungs- und  sicherheitspolitik.  Die  entwicklungspolitik  wird  hierdurch  gestärkt,  denn  wirksamer  wird unsere Politik nur, wenn wir uns besser abstimmen und uns eine klare Arbeitsteilung  gelingt.  Ohne  ein  Mindestmaß  an  sicherheit  ist  entwicklung  nicht  möglich.  Genauso  leistet entwicklung einen wichtigen Beitrag zur sicherheit. ein  Beispiel  ist  der  Ansatz  der  vernetzten  sicherheit  in  Afghanistan.  sicherheits-  und  entwicklungspolitiker  verfolgen  in Afghanistan  das  gemeinsame  Ziel,  zu  Frieden  und  stabilität  beizutragen.  Die  afghanischen  Bürgerinnen  und  Bürger  sollen  in  Frei-

heit  leben  und  eine  Perspektive  für  sich  und  ihre  Kinder  haben.  Die  Bundesregierung  arbeitet hierbei mit dem „erweiterten sicherheitsbegriff“. Das heißt, sicherheit ist mehr  als  die  bloße Abwesenheit  von  Gewalt. sicherheit  umfasst  auch  politische,  wirtschaft- liche, soziale und ökologische stabilität. Dieses umfassende Verständnis von sicherheit 

umzusetzen, kann nur gelingen, wenn wir die unterschiedlichen Instrumente von sicher-

heitspolitik, Außenpolitik und Entwicklungspolitik kohärent koordinieren und effizient nutzen. Darauf zielt der Ansatz der „vernetzten sicherheit“. International werden auch 

andere Begriffe gebraucht, die alle Ähnliches ausdrücken: 3D – im sinne von „Defense, 

Diplomacy, Development“ – oder „Comprehensive Approach“. Gerade die Herausforderungen in fragilen Staaten sowie in (Post-)Konfliktsituationen sind einfach zu groß, als dass ein Politikfeld bzw. ein Ministerium sie alleine bewältigen  könnte: Afghanistan, Pakistan, Jemen und sudan sind hierfür Beispiele. Je schwieriger  die Rahmenbedingungen, je fragiler und unsicherer das Umfeld, desto wichtiger wird ein  kohärentes, aufeinander abgestimmtes Vorgehen. Im Rahmen des Ansatzes der vernetzen  sicherheit  bleiben  bisherige strukturen  von Arbeitsteilung  und  Ressortzuständigkeiten  selbstverständlich  erhalten. Alle  Politikfelder  werden  bei  dem  gemeinsamen  Vorgehen  gleichberechtigt  beteiligt. so  wie  die  Bundeswehr  ihre  Handlungsprinzipien  und leit- linien  hat,  so  hat  die entwicklungspolitik  diese  auch. Wichtig  ist  ein  langfristiges,  auf  nachhaltigkeit angelegtes engagement, das sich an den Interessen der Partnerregierung  ausrichtet und diese mit einbezieht. lokale Kräfte müssen frühzeitig eingebunden sowie  nach und nach die Verantwortung an die Menschen vor Ort übergeben werden. Gerade  beim  Aufbau  von  lokalen  Fähigkeiten  stehen  der  entwicklungspolitik  bewährte,  über  Jahrzehnte auch in fragilen staaten erprobte Instrumente und erfahrungen zur Verfügung.  Vernetzte sicherheit  ist  kein  militärischer Ansatz. sie  muss  in  jedem  Kontext  neu  auf  die  jeweilige situation,  das  jeweilige land,  die  jeweiligen Akteure  zugeschnitten  wer- den. Afghanistan ist keine Blaupause für diesen Ansatz. entscheidend ist, dass keiner der  Akteure Frieden und sicherheit allein erreichen kann – nur im Zusammenspiel können  alle Instrumente wirksam eingesetzt werden.

172

D. niebel

5   Fazit

Die deutsche entwicklungspolitik hat sich zum Ziel gesetzt, für alle Menschen dem Ideal 

eines lebens in Freiheit und sicherheit, ohne Armut, Furcht und ökologische Zerstörung 

ein stück näher zu kommen. Auf dem Weg dahin lassen wir uns leiten von Prinzipien wie 

dem schutz von Demokratie und Menschenrechten, der stärkung von eigenverantwor-

tung  und  der  schaffung  von  nachhaltigem  Wirtschaftswachstum.  Übergeordnetes  Ziel 

der  entwicklungspolitik  muss  es  sein,  dass  länder,  die  heute  noch  auf  Unterstützung  angewiesen sind, in nicht allzu ferner Zukunft ihre Geschicke selber lenken.

Mit der neuausrichtung der deutschen entwicklungspolitik haben wir die entscheiden-

den Weichen dafür gestellt, dass aus Partnerländern der entwicklungspolitik möglichst  bald eigenständige und starke Wirtschaftspartner werden: Im Interesse der Menschen vor  Ort  wie  auch  in  unserem  eigenen  Interesse  an  einer  stabilen,  prosperierenden Welt  im  Gleichgewicht.

Literatur

Collier,   P.   (2008).   Die unterste Milliarde. Warum die ärmsten Ländern scheitern und was man dagegen tun kann. München: C.H. Beck. europäische Kommission.  (2010). special eurobarometer 352. europeans,  development aid  and 

the millennium development goals. http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/ebs/ebs_352_

en.pdf. Zugegriffen: 1. Feb. 2011.

severino, J.-M., & Ray, O. (2009). The end of ODA. Death and rebirth of a global public policy.

Working Paper number 167. Center for Global Development.

UnRIsD  –  United nations  Research  Institute  for social  Development.  (2010).  Flagship report, combating poverty and inequality. Structural change, social policy and politics. new york:  UnRIsD/Un-Publications.