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Wirtschaftshochschulen von Budapest

Hochschulfakultät für Handel, Gastronomie und Tourismus


Studiengang für Tourismus und Hotel Management - Deutsch

Grundkenntnisse über die Europäischen Union


(Verfassungsrahmen, Organe, Handlungsmechanismen und Politiken)

(Leitfaden)
Als Manuskript

Verfasser: dr. CSALÓTZKY, György

Budapest, März 2005


2.

Grundkenntnisse über die Europäische Union


(Verfassungsrahmen, Organe, Handlungsmechanismen und Politiken)

Inhaltsverzeichnis

Teil 1 Einleitung
Teil 2 Vorgeschichte und Stationen der europäischen Integration bis 1951
2.1 Bedeutung der Vorgeschichte der europäischen Integration
2.2 Friedens- und Integrationsideen vom „Karl der Große” bis zur Ende des I. Weltkrieges
(800 – 1918)
2.3 Integrationsbestrebungen zwischen der zwei Weltkriegen
2.4 Integrationsbestrebungen zwischen 1945 und 1951
Teil 3 Meilensteine der europäischen Integration vom „Pariser Vertrag” bis 2005
3.1 Die Gründung der drei europäischen Gemeinschaften
3.2 Entwicklung und Funktionieren der EG bis zur Gründung der EU
3.3 Der am 1. November 1993 in Kraft getretene Vertrag über die EU; die Entwicklung der EU
zwischen „Maastricht” und „Amsterdam“
3.4 Vom „Amsterdam” bis „Nizza”
3.5 Vom „Nizza-Vertrag” bis Ende 2004
Teil 4 Grundlegende Merkmale der EU
4.1 Grundbegriffe und Gründung der EU
4.2 Werte, Ziele und Symbole der EU
4.3 Zugehörigkeit der EU
4.4. Die Rechtspersönlichkeit der EU
4.5 Die Finanzen der EU
Teil 5 Die Zuständigkeiten und das Rechtssystem der EU/EG
5.1 Wesentliche Grundsätze
5.2 Die Zuständigkeiten der EU
5.3 Bedeutung der Rechtsordnung und des Rechtssystems der EU
5.4 Durchblick des gegenwärtig – bis zum Inkrafttreten der EU Verfassung gültigen
- EG/EU-Rechtes ( „Aquis communataire”)
5.5 Das System des EU-Rechtes nach dem Inkrafttreten der EU-Verfassung
Teil 6 Organe und Institutionen der EU
6.1 Bedeutung und Klassifikation der EU-Organe und Institutionen
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6.2. Europäisches Parlament (EP)


6.3 Europäischer Rat (EU-Gipfeltreffen-ER)
6.4 Ministerrat der EU (Rat)
6.5 Außenminister der EU
6.6 Europäische Kommission (EK)
6.7 Gerichtshof der EU (EuGH)
6.8 Europäische Zentralbank (EZB)
6.9 Europäische Investitionsbank (EIB)
6.10 Europäischer Rechnungshof (EuRH)
6.11 Ausschuss der Regionen (AdR)
6.12 Europäisches Wirtschaft- und Sozialausschuss (WSA)
6.13 Sonstige Einrichtungen und Stellen der EU
Teil 7 Demokratische Grundlagen der EU (Grundrechte; Unionsbürgerschaft und das
demokratische Leben der EU).
7.1 Allgemeine Bemerkungen
7.2 Aufbau und Inhalt der Charta der Grundrechte
7.3 Die Unionsbürgerschaft
7.4 Das demokratische Leben der EU
Teil 8 Politiken der EU I. – Verwirklichung des Binnenmarktes, der Wirtschaftspolitik und
der Währungspolitik
8.1 Verwirklichung des Binnenmarktes
8.2 Wirtschafts- und Währungspolitik
Teil 9 Politiken der EU II. - Andere Bereiche der gemeinsamen EU-Politik
9.1 Sozialpolitik
9.2 Beschäftigungspolitik
9.3 Wirtschaftlicher, sozialer und territorialer Zusammenhalt
9.4 Gemeinsame Agrarpolitik /Landwirtschaft und Fischerei/ (GAP)
9.5 Umwelt
9.6 Verbraucherschutz
9.7 Verkehr, Fernmeldewesen, Informationstechnologie
9.8 Transeuropäische Netze (TEN)
9.9 Forschung, technische Entwicklung und Raumfahrt
9.10 Energie
Teil 10 Politiken der EU III. - Politikbereiche, in denen die EU beschlossen kann
Koordinierungs-, Ergänzungs- und Unterstützungsmassnahmen durchzuführen
10.1 Gesundheitswesen
4

10.2 Industrie
10.3 Kultur
10.4 Allgemeine und berufliche Ausbildung ,Weiterbildung, Jugend und Sport
10.5 Katastrophenschutz
10.6 Tourismus
10.7 Verwaltungszusammenarbeit
Teil 11 Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts
11.1 Allgemeine Zielsetzungen und Aufzählung der Tätigkeitsbereiche der Mitgliedstaaten und der
EU auf diesen Politikfeldern
11.2 Die einzelnen Tätigkeitsbereiche im „Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechtes“
Teil 12 Auswärtiges (außenpolitisches) Handeln der Union
12.1 Allgemeine Bemerkungen zum auswärtigen Handel der EU
12.2 Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP)
12.3 Gemeinsame Außenhandelspolitik
12.4 Zusammenarbeit mit Drittländer und humanitäre Hilfe
Teil 13 Ungarn und die EU
13.1 Ungarns Kontakte zur EU/EG bis Ende 2002
13.2 Ungarns Beitrittsvorbereitungen in 2003 und in 2004
13.3 Finanzbilanz Ungarns hinsichtlich der EU
13.4 Zeitweilige Befreiungen (Derogationen) hinsichtlich Ungarn bei der obligatorischen
Erfüllung von EU-Vorschriften in den einzelnen Politikbereiche

.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.
Beilage 1 Liste der Abkürzungen

Beilage 2 Statistische Daten


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Teil 1 Einleitung
Die Grundkenntnisse über die Europäische Union sind schon seit mehreren Jahren Bestandteile des
Lehrmaterials vom Studiengang für Tourismus und Hotel Management (THM) der
Hochschulfakultät für Handel, Gastronomie und Tourismus. Wir beabsichtigten immer mittels des
mehrmals überarbeiteten Leitfadens und der mündlichen Vorträge ein wohl fundiertes Wissen auf
den neuesten Stand den Studenten des IV. Lehrganges zur Verfügung zu stellen.
Im Jahre 2004 sind zwei solche Ereignisse in der Geschichte der Europäischen Union
vorgekommen, die es nötig und gleichzeitig möglich gemacht haben, die Philosophie, Struktur und
Inhalt des Unterrichtsmaterials wesentlich zu ändern:
 Ab 1. Mai 2004 ist Ungarn –zusammen mit anderen neun MOE-Ländern –
vollberechtigten Mitglieder der Europäischen Union geworden.
 Am 28. Oktober 2004 unterzeichneten die Staats- und Regierungschefs von den
fünfzehn „klassischen „ und die der zehn neuen Mitgliedstaaten, also leitende Dignitäre
von fünfundzwanzig europäischen Staaten den Vertrag über einer Europäischen
Verfassung, die mit ihrer neuen umfassenden Struktur und wesentlichen inhaltlichen
„Neuerungen” zweifellos Anfang einer neuen Epoche in der Entwicklung der
europäischen Integration bedeutet.

Ungarns Beitritt in einen Staatenbund, der selbst sich in einer Umwandlungsphase befindet,
bedeutet eine grundlegende Änderung im politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichem
Leben Ungarns. Es beeinflusst die Lebens-, und Arbeitbedingungen aller ungarischen Staatsbürger,
so die unserer Absolventen. Die sollten sogar in ihrem Berufsleben fähig dazu sein, die
Möglichkeiten der EU-Mitgliedschaft ausnützen und gleichzeitig ihre Schwierigkeiten überbrücken
zu können
Dieser Leitfaden darstellt – nach Errötung einiger Grundbegriffe und Vorstellung eines
geschichtlichen Überblicks der Meilensteine der europäischen Integration - die Grundlegenden
Merkmalen, den organisatorischen Rammen, das Funktionieren und die wichtigsten Politikbereiche
der Europäischen Union aufgrund der „Europäischen Verfassung. Da aber die Europäische
Verfassung frühestens im Jahre 2006 in Kraft treten wird, scheint es notwendig zu sein auch die bis
dieser Zeit gültigen Regelungen kurz zu erwähnen. Die Prüfungsfragen aus diesem Material
basieren auf beiden Teilen des Leitfadens, benötigt aber auch die Kenntnis der auf den
Unterrichtsstunden mündlich dargestellten Informationen und Angaben.
Zwecks Abkürzung des Leitfadens wird der vollständige Namen der Europäischen Gemeinschaften,
der Europäischen Union, der Organe und Institutionen der Europäischen Union im Text mit einer
Abkürzung ersetz (der dazu notwendigen Abkürzungsregister ist in der Beilage I des Leitfadens zu
finden).
Der Verfasser dieses Leitfadens möchte die Studenten darauf aufmerksam machen, dass die EU-
Kenntnisse, die sie aus diesem Leitfaden und aus der Vorlesungen erlernt haben, müssen in der
Zukunft immer erfrischt und ergänzt werden. Dazu möchten wir –neben der in allgemeinen teueren
Handbüchern, die relativ schnell veralten- folgende Informationsquellen vorschlagen.
 EU-Infolinie des Ungarischen Außenministeriums:06-80-382-004
 Homepage des Ungarischen Außenministeriums: www.kulugyminiszterium.hu
6

 Homepage der EU: www.europa.eu.int


6
Teil 2 Vorgeschichte und Stationen der europäischen Integration bis 1951
2.1 Bedeutung der Vorgeschichte der europäischen Integration
Im Bereich der Grundkenntnisse über die Europäische Union könnte die Informiertheit nur über die
gegenwärtigen Lage und die voraussichtliche Entwicklung genug sein. Wer aber die EU-
Problematik ein bisschen tiefer studieren und verstehen will, sollte einen Überblick auch über die
Vorgeschichte der europäischen Integration haben. Aus diesem Studium kann man besonders drei
wichtigen Lehren ziehen:
 erstens, das es wie ein roten Faden die Ideen von einem friedlichen, politisch und
wirtschaftlich einigen Europa durch die Geschichte unseres Kontinents zieht;
 zweitens, dass, obwohl seit mehr als zwölf Jahrhunderten die besten Köpfe Europas die
Wichtigkeit der Zusammenarbeit und sogar der Einigung der Staaten und Völker
entdeckt haben, sind ihre Gedanken nur Träume geblieben, da es die gesellschaftlichen,
politischen und technischen Vorbedingungen noch nicht reif genug waren, diese Ideen
verwirklichen zu können.;
 drittens, dass die vollständige Verwirklichung der europäischen Integration ein langer,
dornenvoller Weg ist, wo sich Erfolge und Misserfolge wechseln, aber die
gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung geht letztes Ende doch immer
vorwärts.
2.2 Friedens- und Integrationsideen vom „Karl der Grosse” bis zur Ende des I. Weltkrieges
(800 – 1918)

 800: Kaiser „Karl der Große“ hat


 das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation” als alleinherschende Macht
Europas betrachtet
 die „Treuga Dei”- es ist ein Verbot von Kriegshandlungen in Wochenenden und
Feiertagen, bei Exkommunikation- streng verwirklicht.
 1308: Dante (Alighieri), der größter italienischer Dichter arbeitet den Plan einer
„Europäischen Union” aus
 1517: Erasmus von Rotterdam, der großer niederländischer Humanist fordert ein einiges
Europa
 1620: Sully (Maximilian de Béthume,), der protestantischer französischer Staatsmann
betonte die Wichtigkeit der Zusammenarbeit europäischer Staaten
 1761; Rousseau (Jean Jaques) wollte eine föderalistische Regierung für Europa
 1795: Kant (Immanuel ), der deutscher Philosoph wollte einen ”föderalistischen
Staatenbund zum ewigen Frieden”
 1849: Hugo (Victor), , der französische Schriftsteller fordert an der 2 Friedenskonferenz
in Paris die „Vereinigte Staaten Europas”
 Die Etappe von 1850 bis zum I. Weltkrieg kann von schwachen, erfolglosen
Friedensbestrebungen (Friedenskonferenzen, bilateralen Verhandlungen,
Demonstrationen usw.) charakterisiert werden.
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2.3 Integrationbestrebungen zwischen den zwei Weltkriegen


Nach dem ersten Weltkrieg setzte man zunächst große Hoffnungen in den „Völkerbund“. Als seine
Machtlosigkeit offenbar wurde, entstanden auch andere Organisationen, die der regionalen
europäischen Einigung dienen wollten. Die bekannteste wurde die Paneuropa-Union, die Graf
Coudenhove-Calgerhi in 1922 gründete. Auch Aristide Briand, Frankreichs Ministerpräsident legt
einen Plan für die Vereinigung Europas vor. Nationalismus, Rassenwahn und Antisemitismus
triumphierten aber in Europa.
2.4 Integrationsbestrebungen zwischen 1945 und 1951
 Unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg war Europa zerstört und die Staaten und
Völker - und das gilt ebenso für die Besiegten, als für die Sieger - in wirtschaftlicher
Not. Die europäische Einigung war damals nur eine Vision für ein friedliches
Zusammenleben der Völker.
 1945: Nach unfangreichen Vorarbeiten wurde ein neuer völkerrechtlicher
Zusammenschluss mit Unterzeichnung der Charta der Vereinigten Nationen(UNO) in
San Francisco geschaffen.
 1946: Winston Churchill sagte in seiner Rede in Zürich: „Wir müssen eine Art
Vereinigten Staaten von Europa schaffen”.
 1947: Mit den so genannten Marshall-Plan Hilfe der USA im sollte der Wiederaufbau
der europäischen Volkswirtschaften und die wirtschaftliche Zusammenarbeit der
europäischen Länder gefördert werden. Den organisatorischen Rammen für diese
Zusammenarbeit schufen sich die europäischen Staaten im 1948 mit der Gründung der
OEEC, aus der später die auch heute funktionierende OECD hervorging.
 1949: Der sowjetische Außenminister Molotow lehnte das amerikanische
Hilfsprogramm ab; die Sowjetunion gründete mit einigen osteuropäischen Ländern
(Albanien, Bulgarien, DDR, Polen, Rumänien, Tschechoslowakei, Ungarn) ebenfalls
eine multilaterale Wirtschaftsvereinigung: den Rat der Gegenseitigen Wirtschaftshilfe
(COMECOM)
 1949: Zehn europäische Staaten (Belgien, Dänemark, Frankreich, Irland, Italien,
Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Schweden und Vereinigtes Königreich)
unterzeichneten in London das Statut des Europarates. Europarat ist eine internationale
Organisation, in derer Rahmen kein Mitgliedstaat Souveränität aufgegeben hat. Ziel des
Europarates ist der Zusammenschluss aller gleichgesinnten Völker Europas zur
Sicherung und weiteren Verwirklichung rechtsstaatlichen und demokratischen Denkens,
Wahrung der europäischen Kultur und Förderung des wirtschaftlichen und sozialen
Fortschritts und der lokalen und regionalen Demokratie. Europarat hat gegenwärtig 46
Mitgliedstaaten (Alle EU-Mitgliedstaaten sind gleichzeitig auch Mitgliedstaaten des
Europarates).1948:
 Fünf westeuropäische Länder (B, F, L, NL,UK)haben den so genannten „Brüsseler Pakt“
geschlossen; es handelt über einen Vertrag zwecks wirtschaftlicher, sozialer und
kultureller Zusammenarbeit und ebenso kollektiver Selbstverteidigung
 1949: Zur Erhaltung des Friedens, der Freiheit auf Grundlage der Demokratie und der
Sicherheit der Völker schlossen sich im nordatlantischen Raum 12 Länder (Belgien,
Dänemark, Frankreich, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, Niederlande, Norwegen,
Portugal, USA und Vereinigtes Königreich) in der Nord-Atlantikpakt-Organisation
9

„NATO“. Die NATO ist keine überstaatliche Institution. Sie beruht vielmehr auf einem
Pakt (Vertrag), in dem kein Mitgliedstaat Souveränität aufgegeben hat. (Ungarn ist auch
NATO-Mitglied)

 1951:Die europäischen Einheitsbestrebungen der 50er Jahren verfolgten im


wesentlichen drei Zielsetzungen:
 Die politische Aussöhnung der ehemaligen Gegner, insbesondere Deutschlands
und Frankreichs.
 Die Förderung des wirtschaftlichen Wiederaufbaus durch eine enge
Zusammenarbeit.
 Die Stärkung des freien Europas gegenüber der kommunistischen Bedrohung im
Osten.
 Im diesen Sinne stellte vor Robert Schulman französischer Außenminister den vom Jean
Monet ausgearbeiteten Plan über einem gemeinsamen Markt führ Kohle und Stahl und
hat damit den Grundstein für die europäische Gemeinschaftsbildung, mit anderen
Worten: den Weg zur Europäischen Union abgelegt.
9

Teil 3 Meilensteine der europäischen Integration vom „Pariser Vertrag” bis


2005
3.1 Die Gründung der drei europäischen Gemeinschaften.
3.1.1 Die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS, oder
„Montanunion”) – 1951, Paris
In 1951 wurde in Paris die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS oder
„Montanunion”) gegründet. Mitgliedstaaten waren: Belgien, die Bundesrepublik Deutschland,
Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande. Sie haben von Anfang an etwas Größeres vor, als
nur ein gemeinsamer Markt für Kohle und Stahl, die damals die zentrale Wirtschaftsbereiche waren,
zu schaffen. Die betroffenen Regierungen akzeptierten auf diesem vertraglich genau begrenzten
Gebiet eine Übertragung nationaler Hoheitsrechte auf übernationale Organe.
3.1.2 Die Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft( Euratom) und der
Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft(EWG) -1957, Rom
In 1957: gründeten die sechs EGKS-Staaten in Rom:
 die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom), die die Ausdehnung der gemeinsamen
Politik auf den Zustande bringen und die Einstellung in den Dienst der technischen
Entwicklung von den Kernindustrie und Ausarbeitung einheitlicher Sicherheitsnormen
bedeutet, und
 die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), dadurch wurde die gemeinsame
Politik auf weitere Bereiche ausgedehnt, z.B. auf die Landwirtschaft, die Fischerei, das
Verkehrswesen, das Wettbewerbsrecht, der Außenhandel. Die Mitgliedstaaten
beschlossen, innerhalb von zwölf Jahren einen gemeinsamen Markt zu bilden: das
dauerte aber bis 1993.
3.2 Entwicklung und Funktionieren der EG bis zur Gründung der EU
3.2.1 Zeittafel der Erweiterung der EU/EG bis 2005
 Die sechs Gründerstaaten: B, D, F, I, L, Nl (1951)
 Von sechs auf neun: DK, IRL, UK (1973)
 Von neun auf zehn: Griechenland(GR) (1981)
 Von zehn auf zwölf: Spanien , Portugal (P) (1986)
 Von zwölf auf fünfzehn: Finnland (SF), Österreich (A),
 Schweden (S) (1995)
 Von fünfzehn auf fünfundzwanzig: EST, LV, LT, M, PL, SK, CZ, H,,CY.
3.2.2 Fakten und Daten der Entwicklung der europäischen Integration bis zur Gründung der
EU:
 Durch den „Pariser Vertrag 1954“ wurden I und D in den im 1948 gegründeten
„Brüsseler Pakt“ aufgenommen und dadurch entstand die „Westeuropäische Union“;
später haben sich noch GR, E und P angeschlossen ( Die „Westeuropäische Union“ ist
aber im Schatten der NATO nie lebendig geworden).
11

 Die drei Gemeinschaften (EWG,EGKS und Euratom) sind zur Europäischen


Gemeinschaft (EG) zusammengeschlossen .(1967)
 Die EWG hat die Zollunion vollendet: Seither sind Importe und Exporte zwischen
EWG-Staaten zollfrei, und gleichzeitig im Handel mit Drittländer ein gemeinsamer
Außenzoll eingeführt. So ist die Handelspolitik auch Gemeinschaftspolitik geworden.
(1968)
 Der Rat der EG hat beschlossen, dass der Haushalt der EG künftig nicht mehr aus
Finanzbeiträgen der Mitgliedstaaten, sondern aus neu zu schaffenden Eigenmitteln der
Gemeinschaft finanziert wird. (1970)
 Die EWG-Staaten beschlossen, dass sie auf weitere Gebieten der Politik
zusammenarbeiten: Energiepolitik, Regionalpolitik, Umweltpolitik. (1972)
 : Die EG-Mitgliedstaaten richteten -zwecks der Einführung einer gemeinsamen
Währungspolitik - einen Wechelskursverbund ein, was sich der Stabilität und dem
Geldwert der Währungen positiv langfristig niedergeschlagen hat. (1973)
 Es wurde der „Lome-Vertrag” zwischen der EG und 70 Entwicklungsländern in Afrika,
der Karibik und dem Pazifik (AKP-Staaten), die ehemals Kolonien der EWG-Staaten
waren, unterzeichnet.(1975)
 Zum ersten Mal wurden die Abgeordneten des Europäischen Parlaments(EP) direkt von
den Wahlberechtigten in neun Staaten der Gemeinschaft gewählt (Die sechsten EP-
Wahlen werden in Juni 2004 stattfinden woran schon die Wahlbürger der zehn neuen
EU-Länder teilnehmen werden können) (1979)
 Die Mitgliedstaaten der EG beschlossen eine erste umfassende Reform und Erweiterung
der Gründungsverträge: die „Einheitliche Europäische Akte”. Dadurch eröffnete sich
die Möglichkeit, den Binnenmarkt endlich aufzubauen und auf ihrem Gebiet die Freiheit
des Personen-, Waren-, Dienstleistung und Kapitalverkehrs zu begründen. (1986)
 Die weltpolitischen Umwälzungen Anfang der 90-er Jahre, die in Europa mit der
Auflösung des osteuropäischen Staatensystems und dem Zusammenbruch der
Sowjetunion zu einer Neuordnung der politischen Landkarte geführt habe, stellten die
EG vor großen Herausforderungen: (1990 – 1992) Mit der Vereinigung Deutschlands
war in Herzen Europas ein neuer Machtfaktor entstanden.. Die mittel- und
osteuropäischen Staaten erwarten von der Gemeinschaft nicht nur Hilfe beim Aufbau
demokratischen Strukturen und tragfähigen Volkswirtschaften, sonder auch Zugang zur
EG. Es stand die Forderung nach einer stärkeren Beteiligung der Europäer bei
Bewältigung regionaler und globaler Krisen). Zwei Regierungskonferenzen haben in
Rom Änderungen an den europäischen Verträgen ausgearbeitet

3.3 Der am 1. November 1993 in Kraft getretene Vertrag über die EU: die Entwicklung der EU
zwischen „Maastricht” und „ Amsterdam”
3.3.1 Die durch den Maastrichter Vertrag verwirklichten Neuregelungen im Bereich der
europäischen Integration
 Die Regierungen der Staaten haben den „Vertrag über die Europäischen Union”(auch
„Maastrichter Vertrag” genannt) unterzeichnet und ratifiziert, der im Jahr 1993 in Kraft
getreten ist.
12

 Dadurch ist der Binnenmarkt ab 1. Januar 1993 verwirklicht worden, das Wegfall aller
Binnenzölle, aller mengenhaftige Beschränkungen, aller Finanz- und Warenkontingente
und sonstigen technischer Handelshemmnisse.
 Außerdem werden allen Personen und Unternehmen die so genannten vier Freiheiten
eingeräumt.
 Es wurde die EG in eine Europäische Union umgewandelt. Zu den Bereichen der
gemeinsamen Politiken sind noch Bildung, Kultur, Gesundheitswesen,
Verbraucherschutz, Industrie, Entwicklungshilfe, Außen- und Sicherheitspolitik, Justiz,
Innere zugekommen.

3.3.2 Die so genannten „Kopenhagener EU-Beitrittskriterien“


Der Europäische Rat in 1993 in Kopenhagen hat die Voraussetzungen genannt, die ein Staat für den
EU-Beitritt erfüllen muss. Diese „Kopenhagen Kriterien” sind
 politische Kriterien (Stabile staatliche Institutionen als Garantie der rechtsstaatlichen Ordnung,
für die Wahrung der Menschenrechte und den Schutz von Minderheiten)
 wirtschaftliche Kriterien (Eine funktionsfähige Marktwirtschaft,, die in der Lage ist, dem
Wettbewerbsdruck im Binnenmarkt standzuhalten),und
 sonstige Kriterien (Der Staat muss alle Verpflichtungen einer EU-Mitgliedschaft und damit
„aquis communataire” übernehmen und sich die Ziele der politischen Union und der
Wirtschafts- und Währungsunion zu eigen machen.
3.3.3 Die Erweiterung der EU in 1995
Drei weitere Staaten (Finnland, Österreich und Schweden) sind in 1995 der EU beigetreten. So hat
die EU bis dem 1. Mai als „EU der fünfzehnen „ funktioniert.

3.4 Vom „Amsterdam” bis „Nizza”


3.4.1 Die Schaffung vom „Stabilitäts- und Wachstumspakt”
Entsprechend dem Vorschlag des deutschen Finanzministers Theo Weigel auf der Sitzung des ER in
Dublin im Dezember 1997, beschloss der ER im Juni 1998 in Amsterdam den aus einer
Entschließung und zwei Verordnungen bestehenden „Stabilitäts- und Wachstumspakt”, mit dem die
Haushaltsdisziplin in der dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion gewährleistet werden
sollte. Danach können bei einem Teilnehmerland in Falle der Überschreitung der Neuverschuldung
um mehr als 3% seines Bruttosozialproduktes automatische Sanktionen ergriffen und
gegebenenfalls Geldbußen verhängt werden (Ausgenommen sind Verschuldungen durch
Naturkatastrophen und starker Rezession)
3.4.2 Die umfassende Änderungen der bestehenden EU/EG–Verträge durch den Vertrag von
Amsterdam
Der Vertrag von Amsterdam, der von den Staats- und Regierungchens der Mitgliedsländer am 17.
Juni 1997 vereinbart und am 1. Januar 1999 in Kraft getreten ist, war der dritte Änderungsvertrag
der EG und - seit dem Vertrag in Maastricht –der EU. Ziel des Vertrages war es, die EU im Hinblick
auf die Erweiterung vorzubereiten. Wichtigste Vertragsänderungen bzw. Vertragsergänzungen:
durch den Vertrages von Amsterdam:
 Einbeziehung des Schengener Abkommens in den Vertrag
13

 Stärkung der Europol


 Einführung eines Beschäftigungskapitels
 Errichtung einer Planungseinheit für die GASP unter der Leitung des Generalsekretärs
 Stärkung des EP und Vereinfachung des Beschlussverfahrens
 Vereinbarung einer Flexibilitätsklausel
 Wahl des Komissionspräsidenten durch das EP
 Verzicht auf einem Mitglied der Kommission, bei möglicher Erweiterung von
denjenigen Staaten, die zwei Kommissare entsenden.
3.4.3 Beginn der Europäische Währungsunion
Gemäß der im Vertrag von Maastricht endgültig vereinbarte Absicht, in Zukunft eine koordinierte
Wirtschaftspolitik mit einer gemeinsamen Währungspolitik und Währung anstelle der nationalen
Währungen einzuführen, wurde die Europäische Währungsunion (mit einem anderen Ausdruck:
„Euro-Zone”) in 1999 für die folgenden elf EU-Mitgliedstaaten eingeführt: B, D, FIN, F, IRL, I, L,
NL, A, P, E. Ab 1. Januar2002 wurde auch GR in die Euro-Zone aufgenommen. Laut Vertrag von
Maastricht müssen diejenigen Mitgliedstaaten, die an der vollständigen Wirtschafts- und
Währungsunion teilnehmen, die folgenden vier Konvergenzkriterien erfüllen:
 Der Anstieg der Verbraucherpreise darf nicht mehr als 1,5 % über die Teuerungsrate der
drei preisstabilsten Mitgliedstaaten legen
 Die Staatsverschuldung und das Budgetdefizit dürfen 60% des Jahresbudgets bzw. 3 %
des BIP nicht überschreiten
 Die Einhaltung der normalen Bandbreite des Wechselkursmechanismus des EWS seit
mindestens zwei Jahren ohne starke Spannungen, ínsbesondern ohne Abwertung
gegenüber der Währung eines anderen Mitgliedstaates auf eigenen Vorschlag.
 Die langfristigen Zinssätze dürfen nicht höher liegen als zwei % über dem Durchschnitt
der drei preisstabilsten Mitgliedstaaten.
3.4.4 Beginn der neuen EU-Erweiterung; Inhalt vom Dokument „Agenda 2000”
 In 1998 sind die Beitrittsverhandlungen mit sechs Staaten - die auch als „Luxemburg-
Gruppe” genannt wurde, also mit EST, PL, CZ, SL, HU und CY begonnen.
 ER hat in 1997 im Dokument „Agenda 2000” ein umfangreiches Arbeitsprogramm zur
Weiterentwicklung der „EU von den 15“ festgelegt. Hauptteile vom „Agenda 2000
„ sind: Die Stellungnahme zu den insgesamt 10 Beitrittsanträge, und die Vorschläge zur
Reform der Haushaltspolitik der Agrarpolitik und zur Zukunft des Strukturfonds .Form
und Finanzierung der Struktur-Förderung für die Jahre 2000-2006

3.5 Vom „ Nizza-Vertrag” bis Ende 2004


3.5.1 „Neuerungen” des Nizza-Vertrages
Die Staats- und Regierungschefs der fünfzehn Mitgliedstaaten einigten sich bei ihrer
Zusammenkunft in 2000 in Nizza auf eine Revision der Verträge, wie zum Beispiel:
 Die Verstärkung der Gesetzgebungsfunktion des Europäischen Parlaments durch die
Ausdehnung des Mitentscheidungsverfahrens auf weitere Arbeitfelder
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 Einführung des Verfahrens der qualifizierten Mehrheit auf weiteren Arbeitfelder, wie
zum Beispiel Handelspolitik, Zusammenarbeit in zivilrechtlichen Sachen,
wirtschaftliche und soziale Kohäsion
 Vereinfachung des Verfahrens des Europäischen Gerichtshofes
 Festlegung der Anzahl von Parlamentsabgeordneten-Mandate und von der Stimmenzahl
der Beitrittskandidaten
 Die Ausgestaltung der Reformen im Nizza-Vertrag wurde von einigen Seiten als
unreichenden angesehen und auf dieser Weise hat der ER eine umfassende und tiefer
greifende Debatte über die Zukunft derEU eingeleitet, die eine erneuerte Überarbeitung
der Verträge zum Ziel hatte.
3.5.2 Fortsetzung der Vorbereitungen de neuen EU-Erweiterung
 Beginn der Beitritts-Verhandlungen mit neuen sechs Staaten (BG ,LV ,LT, MT, RO und
SK), das heißt: mit der so genannten „Helsinki-Gruppe”. in 2002
 In Dezember 2002 beschloss der ER 10 neue Mitglieder in die EU im Jahr 2004
aufzunehmen.
 Im April 2003 wurde in Athen der Beitrittsvertrag mit 10 Staaten unterzeichnet.
3.5.3 EU-Beitritt von 10 MOE-Ländern am 1. Mai 2004 und die ab 01.05.2004
eingeleiteten Änderungen innerhalb der EU
 Der erste Mai, wann - durch den Beitritt von 10 neuen Mitglieder –das Festlandgebiet
der EU mit 23 %, ihre Einwohnerzahl mit 75 Millionen und die Zahl ihrer
Mitgliedstaaten mit 66,66 % angewachsen ist, wurde überall mit Freundschafts-
Veranstaltungen (Grenztreffen, Besuche von Massendelegationen aus Partnergemeinden
usw.) gefeiert.
 Die 162 Abgeordneten aus den nationalen Parlamenten der neuen Beitrittsländer, die
vorher nur als Beobachter in der Tätigkeit des EP teilnehmen dürften, sind seit diesem
Zeitpunk als „normale” EP-Abgeordnente betrachtet ( Im Juni haben in allen 25 EU-
Staaten Europawahlen -einheitlichen Grundsätzen nach, aber gemäß den gesetzlichen
Regelungen der einzelnen Mitgliedstaaten.- stattgefunden Seit 01.05.2004 können die
Staats- und Regierungchens der neuen Mitgliedsländer an der Sitzungen des ER und
ebenso die betreffenden Minister der neuen Mitgliedstaaten an der Sitzungen der
verschiedenen Formationen des Ministerrates gleichrangig teilnehmen.
 Die neuen Mitgliedstaaten schickten sofort nach ihrem Beitritt je ein EK-Mitglied
(„Kommissar”), einen Richter an den EuGH und ebenso einen Richter an das Gericht
Erster Instanz, und Vertreter an den EuGH , den AdR, den WSA und an allen anderen
europäischen Einrichtungen.
 Sie öffneten in Brüssel Ständige Vertretungen
 Auch die Amtsprachen der neuen Mitgliedstaaten so auch die ungarische Sprache -sind
amtliche Sprachen der EU geworden.
3.5.4 Vorbereitung der EU-Reform und der EU- Verfassung
Der ER hat ein Jahr nach dem Gipfel in Nizza, in Laeken (in Dezember 2001) „die Erklärung zur
Zukunft der Europäischen Union” angenommen, mit der sich die Union verpflichtet,
demokratischer, transparenter und effizienter zu werden.
15

Diese ER-Tagung hat den „europäischen Konvent für die Zukunft Europas” einberufen, der den
Auftrag erhielt, Vorschläge zu vier Angelegenheiten zu unterbreiten, nämlich:
 den Bürgern das europäische Projekt und die europäischen Organe näher zu bringen;
 das politische Leben und den europäischen politischen Raum in einer erweiterten EU zu
strukturieren;
 die EU zu Stabilitätsfaktor und zu einem Vorbild in der neuen Weltordnung machen, und
das zu überprüfen, ob die Vereinfachung und Verordnung der EG/EU-Verträge nicht zur
Annahme einer „Europäischen Verfassung” führen konnte.
Die Hauptakteure der Tätigkeit des Konvents waren die Vertreter der Regierungen der fünfzehn
Mitgliedstaaten und der dreizehn Kandidatenländer, Vertreter ihrer Nationalparlamente, Vertreter
des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission, sowie dreizehn Beobachter aus
dem Ausschuss der Regionen und dem Wirtschafts- und Sozialausschusses und auch Vertreter der
europäischen Sozialpartner und ebenso der Europäische Bürgerbeauftragte.
Nach Beratungen von mehr als einem Jahr gelangte V.Giscard d, Estaign, Vorsitzende des Konvent
als Ergebnis nicht nur theoretisch formulierten Reform-Vorschläge, sondern auch den „Entwurf
eines Vertrages über eine Verfassung für Europa” auszuarbeiten und diesen Entwurf auf die ER-
Tagung von Thessaloniki am 20. Juni 2003 vorzulegen.
 In der II. Hälfte des Jahre 2003 hat eine Regierungskonferenz sich mit der Formulierung
der EU-Verfassung beschäftigt, eine gemeinsame Meinung über den Verfassungsentwurf
konnte aber weder diese Regierungskonferenz noch die ER-Sitzung im Dezember 2003
erreichen. Eben deshalb hat der ER im Dezember 2003 eine neue Regierungskonferenz
einberufen, die sich mit dem Verfassungsentwurf befasste und die entsprechende
Änderungen der Grundverträge vorbereitete. Am 18.und 19. Juni 2004 hat der ER den
Verfassungstext bestätigt.
 Am 28. Oktober haben den „Vertrag über die Europäischen Verfassung die Staats- und
Regierungschefs der 15 „klassischen“ und 10 neuen EU-Mitgliedsländer in Rom
feierlich unterzeichnet Der Festakt fand im” Saal der Horatier und Curiatier” auf den
Kapitol statt, in dem Saal also, in dem bereits die sechs ersten Mitgliedstaaten 1957 den
Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft unterzeichnet haben.
Neben der Vertreter der 25 Mitgliedstaaten waren auch die Vertreter der Bewerberländer
BG, HR, RO und TR anwesend und haben – ausgenommen Kroatien – den
Schlußdokument
 der Tagung unterschreiben.
3.5.5 Beitrittschanchen einiger anderen MOE - Länder:
 Rumänien: Die schwersten Fragen der Beitrittsverhandlungen waren: Mangel an
Rechtsstaatlichkeit; demokratische Verwaltung Justiz , und ebenso Umweltschutz, der
aufgrund der Initiative Ungarns –diese Initiative wurde durch die schlechten
Erfahrungen bei der Theiß–Verschmutzung mit Zyanid vor einigen Jahren -wurden
weitergeleitet Doch wurden diese Verhandlungen zwischen der EU und Rumänien in
2004 erfolgreich beendet, und man kann mit der EU –Mitgliedschaft Rumäniens in 2007
rechnen.
 Bulgarien: Die politische und wirtschaftliche Entwicklung ist im Lande in einer guten
Richtung gegangen, so hat auch Bulgarien die besten Chancchen in 2007 EU-
Mitgliedstaat zu werden.
16

 Die Türkei: Sie haben schon Assoziationsvertrag mit der EU seit 1963, bilden mit der
EU seit 1966 eine Zollunion und ist Mitglied der NATO. Wegen verschiedenen
Problemen (der größter Teil des Landes gehört geographisch zur Asien; es gibt
Problemen mit der Rechtsstaatlichkeit, im Land sind fundamentalistische Islam-Gruppen
tätig; ein Teil des Gebietes von Zypern ist noch immer unter türkischer Okkupation; das
Land hat heute noch eine schwache Marktwirtschaft usw.) werden aber die
Beitrittsverhandlungen zwischen der Türkei und der EU , die gemäß der Entscheidung
des ER in Dezember 2004 aufgenommen wurden , erschwert.. Deshalb ist es schwer
einzuschätzen, wann diese so genannten „Beitrittsverhandlungen mit offener Ende”
beendet werden. Einigen Experten nach wird die Türkei frühestens in 2020 in die EU
eingelassen.
 Auch Kroatien hat einen Beitritts-Antrag eingereicht; die Beitrittsverhandlungen haben
laut Entscheidung des ER im März 2005 begonnen, und wurden nicht vom Urteil vom
Internationalen Gericht(Den Haag) gegenüber kroatischen Kriegsverbrecher abhängig
gemacht, wie es vorher noch vorgesehen war.
 Die Schweiz entspricht allen politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen
Aufnahmebedingungen die für ein Beitrittskandidat vorgeschrieben ist, doch hat die
Mehrheit der Bevölkerung des Landes den EU-Beitritt durch Referendum abgelehnt. Die
Schweiz ist auch kein Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraumes, aber als Mitglied
der EFTA und mittels einer Reihe von bilateralen Verträgen können fast alle
Möglichkeiten und Begünstigungen der EU ausnutzen, ohne, dass sie ihre politische und
wirtschaftliche Souveränität aufgeben musste.
16

Teil 4 Grundlegende Merkmale der EU


4.1 Grundbegriffe und Gründung der EU
4.1.1 Grundbegriffe
 „Europäische Integration”: Es ist eine Idee, die die Notwendigkeit der Verschmelzung
von den europäischen Staaten in einem gemeinsamen Staat und dadurch die Entstehung
der „Vereinigten Staaten von Europa” verkündigt; demzufolge sollten die
Mitgliedstaaten auf ihre Souveränität schließlich im vollem Maß verzichten.
 „Euratlantische(Nordatlantische) Integration”: Besonders in den vierzigen und fünfzigen
Jahren des 20. Jahrhunderts und danach in den ersten Jahrzehnten der Europäischen
Gemeinschaften wurde auch die Wichtigkeit der „Euratlantischen (Nordatlantischen)
Integration” betont, Unter diesem Begriff verstand man die gemeinsamen Ziele
einerseits der westeuropäischen Staaten, anderseits der nordamerikanischen Staaten
(USA und Kanada) - einer anderen Meinung nach die Ziele von der NATO und der EU
– und die Bestrebungen und Handlungen, diese Ziele zu erreichen. In der gegenwärtigen
weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Lage kann man aber eine gewisse Entwertung
dieses Begriffes behaupten.
 „Europäische Gemeinschaft(en)”: Unter „Europäische Gemeinschaften” hat man bis
Ende 2002 drei zusammengehörige internationalen Organisationen verstanden. Heute
verseht man aber man nur zwei Organisationen:
 die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), die seit1993 Europäische
Gemeinschaft (EG) heißt, und
 die Europäische Atomgemeinschaft(EAG oder Euratom)
Rechtsgrundlagen sind die jeweiligen Gründungsverträge, die auf unbegrenzte Zeit gelten; von
denen ist in der Praxis der frühere EWG Vertrag (jetzt nennt man es EG-Vertrag) wichtiger. Die
EAG und die EG haben Rechtspersönlichkeit.
 „Europäische Freihandelszone” (EFTA) und Europäischer Wirtschaftsraum(EWR)
 Sieben der Europäischen Gemeinschaften ausgebliebenen
westeuropäischen Staaten, die damals Freihandel schon, aber keine
politische Integration wollten(DK,N, A, P, S,CH, UK), begründeten die
EFTA
 Die Mitglieder von EFTA haben sich in der Zwischenzeit gewechselt; heute
gehören nur Island, Liechtenstein und CH zur EFTA
 Seit 1972 besteht eine enge Verbindung zwischen EFTA und EG.
 Seit 1994 sind die EFTA-Mitgliedstaaten –mittels des „Vertrages über den EWR“
–in den Binnenmarkt aufgenommen, ausgenommen: CH.
4.1.2 Begriff von „EU“
Aus politischem Gesichtspunkt gesehen:
 die EU ist die bisher höchste Stufe der Europäischen Integration. die geleitet von den
Willen der Bürgerinnen und Bürger und den Staaten Europas, ihre Zukunft gemeinsam
zu stallten, gegründet wurde;
18

 inmitten der Rahmen der EU handeln und fassen Beschlüsse die Mitgliedstaaten in
einigen Bereichen der Politik (in den so genannten gemeinschaftlichen Politiken)
gemeinsam, die für alle Mitgliedstaaten bindend sind.
 in anderen Bereichen der Politik arbeiten die Mitgliedstaaten eng zusammen (das nennt
man “Kooperation“).
 in allen übrigen Bereichen der Politik entscheiden die Mitgliedstaaten weiterhin allein,
dabei müssen sie jedoch aufeinander Rücksicht nehmen(das nennt man. „Koordination“)
 Aus völkerrechtlichem Gesichtspunkt ist die EU ein Staatenbund von 25
selbständigen Staaten, der die Mitgliedstaaten Zuständigkeiten zur Verwirklichung
ihrer gemeinsamen Ziele übertragen Die EU hat noch heute - bis zum Inkrafttreten
der Europäischen Verfassung - keine Rechtspersönlichkeit und sie benützt den
organisatorischen Rahmen der EG.
 Aus weltökonomischen Gesichtspunkt ist die EU
Einerseits eine Zollunion: es gibt innerhalb der EU keine Zölle mehr, auf Einfuhren
und Ausfuhren werden gemeinsame Zölle angewendet.
Anderseits ein gemeinsamer Markt: Am 1 Januar 1993 wurde das Projekt eines
großen und einheitlichen Marktes im Innern der EU vollendet. Mit über 370
Millionen Verbrauchern und einer Bruttoinhaltsprodukts(GDP) von über 5,5
Billionen Euro ist der europäische Binnenmarkt der größte einheitliche Markt der
industrialisierten Welt
 Vor der EU-Verfassung wurde die EU mit den so genannten „drei Säulen“ charakterisiert
- erste Säule: europäische Gemeinschaften, zweite Säule: Gemeinsame Außen- und
Sicherheitspolitik; dritte Säule: Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten in der Sachen der
inneren Sicherheit und der Justitzpolitik. Mit der EU-Verfassung wird explizit diese
„Pfeilenstruktur“ aufgehoben.

4.1.3 Gründung der EU.


 Die EU wurde ursprünglich durch den ”Vertrag der Europäischer Union„ (EU-Vertrag)
vom 7. Februar 1992 - der am 1.November 1993 in Kraft getreten ist –gegründet. Sie
funktioniert seit dieser Zeit parallel und eng mit der EG verbunden. Der EU-Vertrag
wurde durch den Amsterdamer Vertrag, den Nizza-Vertrag und die Beitrittsverträge mit
zehn Staaten (2003) gewissen maßen geändert und wird bis zum Inkrafttreten der EU-
Verfassung wirkend sein.
 Artikel I-1 der EU hat auch den Titel: “Gründung der EU „ und lautet wie folgt:
„Geleitet von dem Willen der Bürgerinnen und Bürger und der Staaten Europas, ihre
Zukunft gemeinsam zugestalten, begründet diese Verfassung die Europäische Union, die
die Mitgliedstaaten Zuständigkeiten zur Verwirklichung ihrer gemeinsamen Ziele
übertragen. Die Union koordiniert die diesen Zielen dienende Politik der Mitgliedstaaten
und übt die ihr von den Mitgliedstaaten übertragenen Zuständigkeiten in
gemeinschaftlicher Weise aus.
 Aus einem Vergleich dieser oben zitierten Sätzen folgt es, dass es in der EU-Verfassung
doch nicht über eine „nagelneue ”EU handelt, sondern über eine „reformierte” EU, die
einen eigenen organisatorischer Rahmen und eigene Rechtspersönlichkeit und ebenso
neue oder neuartige Zuständigkeiten besitzt, aber eindeutig die Rechtsnachfolge der
19

durch die bisherigen Verträge gegründeten Europäischen Union und der Europäischen
Gemeinschaft.

4.2 Werte, Ziele und Symbole der EU


4.2.1 Werte der EU
Schon in den Gründungs-Verträge, in anderen EG/EU-Rechtsnormen und in den Erklärungen der
Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten kann man eine immer mehr vollständigere
Darstellung der Werte der Europäischen Gemeinschaften und der Europäischen Union finden. Diese
Werte sind laut EU-Verfassung:
 Achtung der Menschenwürde
 Freiheit
 Demokratie
 Gleichheit
 Rechtsstaatlichkeit
 Wahrung der Menschenrechte, einschließlich derMinderheitsrechte
Diese Werte sind für alle Mitgliedstaaten im Rahmen einer Gesellschaft gemeinsam, die sich durch
folgende Eigenschaften auszeichnen:
 Pluralismus
 Toleranz
 Gerechtigkeit
 Solidarität
 Nichtdiskriminierung

4.2.2 Ziele der EU


Ebenso wie die Werte sind auch die Ziele der EU in der EU-Verfassung viel eindeutlicher
dargestellt, wie es in den vorigen Jahrzehnten gewesen war. Die folgende Aufzählung ist zwar nicht
vollständig aber stellt die wichtigsten Ziele der EU in Vordergrund:
 Förderung des Friedens, der EU-Werte und des Wohlgehens der Völker Europas
 Anbietung des Raumes der Freiheit, der Sicherheit und des Rechtes ohne Binnengrenzen
 Binnenmarkt mit freiem und unverfälstem Wettbewerb
 Nachhaltige Entwicklung Europas auf die Grundlage eines ausgewogenen
Wirtschaftswachstums und einer Preisstabilität
 Eine in hohem Maße wettbewerbsfähige soziale Marktwirtschaft, die auf
Vollbeschäftigung und sozialen Fortschritt abzielt (Diese Zielsetzung wurde durch die
EU-Verfassung eingeführt)
 Ein hohes Maß an Umweltschutz und der Verbesserung der Umweltqualität
 Förderung des wissenschaftlichen und technischen Fortschrittes
20

 Bekämpfung sozialer Ausgrenzung und Diskriminierungen


 Förderung der sozialen Gerechtigkeit und sozialen Schutz
 Die Gleichstellung von Frauen und Männer
 Die Solidarität zwischen der Generationen; Schutz der Rechte des Kindes
 Wirtschaftlicher, sozialer und territorialer Zusammenhalt
 Solidarität der Mitgliedsstaaten
 Wahrung der kulturellen und sprachlichen Vielfalt ;Schutz und Entwicklung der
persönlichen Minderheitsrechte und des kulturellen Erbes Europas
 In ihren Beziehungen zur übrigen Welt schützt und fördert die EU ihre Werte und
Interessen. Sie leistet einen Beitrag zu Frieden, Sicherheit, globaler nachhaltiger
Entwicklung, Solidarität und gegenseitige Achtung unter den Völkern, zu freiem und
gerechtem Handel, zu Beseitigung der Armut und zum Schutz der Menschenrechte,
insbesondere die Rechte des Kindes, sowie zur strikter Einhaltung und Entwicklung des
Völkerrechts, insbesondere zur Wahrung der Grundsätze der Charta der Vereinigten
Nationen.
 Die EU verfolgt ihre Ziele mit geeigneten Mitteln, entsprechend den Zuständigkeiten,
die ihr in der Verfassung übertragen ist.

4.2.3 Symbole der EU


 Die Europa - Flagge: Die Organe der Europäischen Gemeinschaft übernahmen 1986
vom Europarat dessen Europaflagge. Sie zeigt einen Kreis auf zwölf goldenen,
fünfzackigen Sternen auf dunkelblauen Hintergrund. Die zwölf ist ein altes Sinnbild der
Vollkommenheit(zwölf Monate, zwölf Tages- und Nachtsstunden, die zwölf Arbeiten
von Herakles, bekanntestem Held der griechischen Mythologie, Personifikator des
Krautes.); der Kreis stellt die Einigkeit der europäischen Völker dar. Weil das Ziel der
Einigkeit unabhängig von den Zahl der Staaten ist, es ist auch nach der Erweiterung von
12 auf 15 Staaten 1995 beim Zwölferkranz geblieben.
 Die Europa-Devise (Europa-Leitspruch) lautet: „ In Vielfalt geeint”.
 Die Europahymne: Europarat und EU teilen sich seit 1986 die Ode „An die Freude” aus
Beethovens 9. Symphonie, - Text von Friedrich Schiller, musikalisch bearbeitet von
Herbert von Karajan - als Europahymne. Sie steht für Freiheit, Gemeinschaft und
Frieden zwischen den Bürgern der Mitgliedstaaten der EU.
 Der Europa-Tag: Der Europäischer Rat beschloss 1985 den 9. Mai als Europatag feiern.
An diesem Tag des Jahres unterbreitete der französischer Außenminister Robert
Schulman seinen Vorschlag für die europäische Montanunion.
 Das gemeinsame Geld: Euro(€): Der Namen wurde an der Ende der neunziger Jahre
„empfunden”. Das Zeichen von Euro - der den vorherigen EU-Zahlungsmittel „ECU”
gewechselt hat, -symbolisiert die Wiege der europäischen Zivilisation und die Stabilität
des gemeinsamen europäischen Geldes.
 Seit 1 Januar 2002 ist Euro das alleinige gesetzliche Zahlungsmittel in 12 EU-
Mitgliedstaaten, daneben werden innerhalb der ganzen EU alle Gelder auch in Euro
ausgerechnet oder umgerechnet Ungarn möchte auch zur „Euro-Zone, aber kann die
21

„Konvergenz-Kriterien nur in einigen Jahren erfüllen und so können wir mit Euro, als
offizieller Zahlungsmittel Ungarns frühestens in 2008 -2010 rechnen
Die Regel der EU-Verfassung haben nur zweierlei „Neuerungen” bezüglich der Symbole eingeführt
 Die Festlegung, das die obgenannte Symbole tatsächliche EU-Symbole sind
 Die Aufnahme der Europa-Devise als Symbol der EU

4.3 Zugehörigkeit der EU


4.3.1 Beitrittskriterien und Verfahren für den EU –Beitritt laut EU-Verfassung
 Die EU steht allen europäischen Staaten offen, die ihre Werte achten und sich
verpflichten, ihnen gemeinsam Geltung zu verschaffen.
 Europäische Staaten, die Mitglied der EU werden möchten, richten ihren Antrag an den
Ministerrat: Das EP und die nationalen Parlamente der Mitgliedstaaten werden von
diesem Antrag unterrichtet.
 Der Ministerrat beschließt einstimmig nach Anhörung der EK und nach Zustimmung des
EP.
 Die Bedingungen und Modalitäten der Aufnahme werden durch ein Abkommen
zwischen den Mitgliedstaaten und dem antragstellenden Staat geregelt. Dieses
Abkommen bedarf die Ratifikation durch allen Vertragsstaaten, gemäß ihren
verfassungsrechtlichen Vorschriften

4.3.2 Aussetzung der mit der Zugehörigkeit zur EU verbundenen Rechte


 Der „leichterer Fall”: Auf begründeten Vorschlag eines Drittels der Mitgliedstaaten, des
EP und der der EK kann der Ministerrat mit der Mehrheit vorn vier Fünfteln seiner
Mitglieder nach Zustimmung des EP feststellen, dass die eindeutige Gefahr einer
schwerwiegenden Verletzung der Werte der EU durch einen Mitgliedstaat besteht.
 Der „schwererer” Fall: Auf Vorschlag eines Drittels der Mitgliedstaaten oder der EK
kann der ER einstimmig feststellen, das eine schwerwiegende und anhaltende Verletzung
der Werte der EU durch einem Mitgliedstaat vorliegt. Demzufolge können bestimmte
Rechte, die sich aus der Abwendung der Verfassung auf den betroffenen Mitgliedstaat
herleiten, einschließlich der Stimmrechte des Mitgliedstaates im Ministerrat, ausgesetzt
werden.
Die Details des diesbezüglichen Verfahrens sind in der EU- Verfassung geregelt
4.3.3 Freiwilliger Austritt aus der EU
 Laut EU-Verfassung - und das ist eine "Erneuerung „ gegenüber der heutigen Lage -
kann jeder Mitgliedstaat im Einklang mit seinem verfassungsrechtlichen Vorschriften
beschließen, aus der EU auszutreten. Ein Mitgliedstaat, der austreten beschließt, teilt
dem ER seine Absicht mit. Die EU handelt mit diesem Staat ein Abkommen über die
Einzelheiten des Austritts aus und schließt es ab, wobei der Rahmen für die künftigen
Beziehungen dieses Staates zur EU berücksichtigt wird.
 Dieses Abkommen wird vom Ministerrat geschlossen; der Ministerrat beschließt mit
qualifizierter Mehrheit; als qualifizierte Mehrheit gilt diesbezüglich eine Mehrheit von
mindestens 72 % derjenigen Mitglieder des Ministerrates, die die beteiligten
22

Mitgliedstaaten vertreten, sofern die betreffenden Mitgliedstaaten zusammen mindestens


65 % der beteiligten Mitgliedstaaten ausmachen
 Ein Staat, der aus der EU ausgetreten ist, und erneut Mitglied werden möchte, muss dies
nach dem Verfahren der EU-Verfassung beantragen.

4.4 Die Rechtspersönlichkeit der EU


4.4.1 Die gegenwärtige Rechtspersönlichkeit der EU
 Bei der Erfüllung ihrer vielseitigen Aufgaben soll die EU viele Kontakte mit nationalen
und internationalen Organisationen (zum Beispiel: Nationalparlamente, Regierungen der
einzelnen Mitgliedstaaten, Organisationen der UNO, Europarat usw.), aber auch mit
Privatpersonen schaffen, die rechtlichen Charakter haben. Die EU hat aber - laut der
gültigen Gründungs-Verträge - weder eine völkerrechtliche noch eine privatrechtliche
Rechtspersönlichkeit.
 Diese Probleme müssen gegenwärtig so überbrückt werden, dass alle Rechtsgeschäfte
„unter dem Dach” der Europäischen Gemeinschaft laufen, derer Rechtspersönlichkeit
hinwieder zweifellos ist. Diese Situation macht aber die Rechtsgeschäfte (Verträge,
Prozesse usw.) der EU zu kompliziert, anderseits ist es sehr schwer zu erklären für
diejenigen, die - mit Recht - die Durchschaubarkeit des Aufbaus und der Tätigkeit der
EU verlangen.
4.4.2 Rechtspersönlichkeit der EU laut EU-Verfassung
Eben deshalb wird laut EU-Verfassung der EU Rechtspersönlicheit zuerkannt; um in ihren
Beziehungen zur übrigen Welt ihre Werte und Interessen schützen und fördern zu können. So besitzt
die EU zukünftig in jedem Mitgliedstaat die weitest gehende Rechtsfähigkeit, die juristischen
Personen nach dessen Rechtsvorschriften zuerkannt ist, sie kann Mobilien und Immobilien
erwerben und veräußern, sowie vor Gericht stehen.

4.5 Die Finanzen der EU


4.5.1 Die Bedeutung der EU-Finanzen
Da der EU wurden immer mehr Aufgaben übertragen, die früher Sache der Mitgliedstaaten waren,
und die EU muss jährlich fast 100 Milliarden € verwalten, sind die Grundsätze, gesetzliche
Regelung und praktische Durchführung der Finanztätigkeiten der EO-Organe/Institutionen und der
Mitgliedstaaten von immer größerer Bedeutung. Die EU-Verfassung wird diesbezüglich einige
wesentlichen Änderungen eingeführten

4.5.2 Haushalts- und Finanzgrundsätze


 Sämtliche Ausgaben und Einahmen sind in einem einzigen, einheitlichen Dokument
zusammengefasst.
 Die Haushaltsmaßnahmen beziehen sich auf ein Haushaltsjahr. Das Haushaltsjahr
beginnt am 1 Januar und endet am 31. Dezember.
 Die Ausgaben dürfen nicht höher, als die Einnahmen sein.
 Die Ausführung der in den Haushaltsplan eingesetzten Aufgaben setzt den Erlass eines
verbindlichen Rechtsakt der EU voraus, mit dem die Maßnahmen der EU und die
23

Ausführung der entsprechenden Ausgabe gemäß dem Europäischen Gesetz über den
Jahreshaushalt eine Rechtsgrundlage erhalten, soweit nicht dieses Gesetz Ausnahmen
vorsieht.
 Damit die Haushaltdisziplin gewährleistet wird, erlässt die EU keine Rechtsakte, die
erhebliche Auswirkungen auf den Haushaltsplan haben könnten, ohne die Gewähr zu
bieten, das die mit diesen Rechtsakten verbundenen Ausgaben im Rahmen der
Eigenmittel der EU und unter Erhaltung des mehrjährigen Finanzrahmen s finanziert
werden können
 Der Haushaltsplan wird entsprechend dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit
durchgeführt
 Die EU und die Mitgliedstaaten bekämpfen Betrügereien und sonstige gegen die
finanziellen Interessen der EU gerichtete rechtswidrige Handlungen.

4.5.3 Der mehrjährige Finanzrahmen und der jährlicher Haushaltsplan (Budget)


 In der EU-Verfassung ist vorgesehen, dass ein Europäisches Gesetz des Ministerrates,
der nach Zustimmung des EP einen einstimmigen Beschluss fasst, den so genannten
„mehrjährigen Finanzrahmen – der an die Stelle der gegenwärtigen „Finanziellen
Vorschau” tritt - aussetzt.
 Der mehrjährige Finanzrahmen regelt die jährlichen Obergrenzen für Verpflichtungen
(Ausgaben) der EU je Ausgabenkategorie für einen Zeitraum von 5 Jahren innerhalb der
EU- Eigenmittel.
 Bei der Aufstellung des jährlichen Haushaltsplans der EU ist der mehrjähriger
Finanzrahmen einzuhalten
 Es obliegt der EK den Entwurf des jährlichen Haushaltsplans der EU vorzulegen; in der
EU-Verfassung ist vorgesehen, das der Hauhaltsplan vom EP und dem Ministerrat, die
die Haushaltsbehörde bilden, nach einem Verfahren verabschiedet wird, das erheblich
einfacher ist, als das derzeitig in Kraft befindliche.

4.5.4 Anteile der EU-Einnahmen am Budget (2003)


 Zölle (die an den Aussengrenzen der EU bei der Einfuhr und Ausfuhr erhoben werden:
11 %
 Agrarzölle und Abgabe für Zucker und Isoglukose, die in der Union hergestellt werden,
zusammen: 1,5 %
 Mehrwertsteueanteil (Die Mitgliedstaaten haben einen Prozentanteil an einer statistisch
erfassbaren Summe, die „Mehrwertsteuer-Bemessungsgrundlage” genannt wird, an die
Union abzuführen.; die Summe wird überall nach der gleichen Methode errechnet und
entspricht etwa O,5 % des Endverbrauches): 24,7 %
 Anteile GDP (bis zur vereinbarten Höchstgrenze für Ausgaben wird ein Anteil der
wirtschaftlichen Leistung der einzelnen Staaten während eines Jahres, erhoben.) 60,9%
 Sonstiges:1,9 %,
24

4.5.5 Anteile der EU-Ausgaben am Budget (2003)


 Agrarpolitik (Garantie): 45,9 %
 Strukturmaßnahmen : 34.2 %
 Externe Politikbereiche: 7,9 %
 Interne Politikbereiche:
 Verwaltungsausgaben: 5,4 %
 Reserve: 0,5 %

Insgesamt: 100,0 %

4.5.6 Finanzbilanz der einzelnen Mitgliedstaaten der EU gegenüber


Jeder Mitgliedstaat kann am Jahresende ausrechnen, wie viel Geld er an die EU abgeführt hat, und
er kann abschätzen, wie viel aus den Unionskassen wieder an ihn zurückgeflossen ist. Zieht man
das eine von den anderen ab, kann der Saldo für den einen Staat positiv sein (er bekommt mehr
zurück, als abfließt und ist ein „Nettoempfänger”) für andere aber negativ( er ist „Nettozahler”)
Richtig ist aber auch, dass Leistung und Gegenleistung in der EU lassen sich nicht einfach durch
Vergleich von Zahlung und Rückfluß gegeneinander aufrechnet. (Zum Beispiel Deutschland ist
Nettozahler, gleichzeitig hat aber - als größtes Exportland Europas - von der Möglichkeit des
zollfreien Handels im Binnenmarkt große Vorteile. Rund 60 Prozent Deutschlands Ausfuhren gehen
in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union; das sichert Arbeitsplätze.)

4.5.7 Die Ausführung des Jahresfinanzplanes und die Kontrolle der Finanztätigkeit
 Die EK verwaltet die Ausführung des Jahreshaushaltsplanes, gibt also das Geld aus
 Das EuRH und das EP prüfen später, ob die Mittel korrekt eingenommen und
ausgegeben wurden.
 Um Betrug zu Lasten der EU-Hauhalts besser bekämpfen zu können, wurde „O L A F”
(abgekürzt aus „Office Européen de Lutte Anti Fraude) gegründet , das unabhängiger
Europäische Amt zur Betrugsbekämpfung mit Ermittlungsbefugnisse( O-L-A.F. hat ein
Amt in Ungarn, im Rahmen des Finanzministeriums)
24

Teil 5 Die Zuständigkeiten und das Rechtssystem der EU/EG


5.1 Wesentliche Grundsätze
5.1.1 Grundsatz der Subsidiarität und Grundsatz der Verhältnismäßigkeit
 Mit Hilfe des „Grundsatzes der Subsidiarität“ soll sichergestellt werden, das dann, wenn
die EU von ihren Zuständigkeiten Gebrauch macht, sie nur dann tätig wird, wenn ihr
Tätigwerden sich als wirklich erforderlich erweist und einen zusätzlichen Nutzen zur
Aktion der Mitgliedstaaten erbringt. Dieser Grundsatz besagt, dass die Entscheidungen auf
einer möglichts bürgernahen Ebene zu treffen sind, wobei stets zu prüfen ist, ob ein
gemeinsames Vorgehen angesichts der nationalen, regionalen oder lokalen
Handlungsmöglichkeiten wirklich rechtfertigt ist.
 Auch dem „Grundsatz der Verhältnismäßigkeit“ liegt dieselbe Ansicht zu Grunde, nämlich
die ordnungsgemäße Wahrnehmung der Zuständigkeiten sicherzustellen; dabei ist zu
beachten, dass das Tätigwerden der EU inhaltlich und in der Form nicht über für die
Erreichung der Ziele des Vertrags erforderliche Maß hinausgeht.
 Laut EU-Verfassung werden diese zwei Grundsätze für das Handel der EU bleiben, sogar
in noch größerem Maßstab, wie vor. In der EU-Verfassung ist eine neue Verfahrensweise
festgelegt, um für die Einhaltung des Grundsatzes der Subsidiarität und der
Verhältnismäßigkeit festgelegt. Legt die EK einen Vorschlag vor, so muss sie nachweisen,
dass sie die beiden Grundsätze Rechnung getragen hat. Zum ersten Mal ist es vorgesehen,
dass die nationalen Parlamente die Vorschläge überprüfen können und die Möglichkeit
haben, eine mit Gründen versehene Stellungnahme abzugeben, wenn sie der Meinung
sind, dass das Subsidiaritätsprinzip nicht gewahrt wurde. Ist ein Drittel derselben
Meinung, so muss die EK ihren Vorschlag überarbeiten. Eine letzte Kontrollmöglichkeit
ist nach der Verabschiedung von Rechtsakten gegeben, und zwar dem Klagerecht vor dem
EuGH

5.1.2 Grundsatz der begrenzten Einzelmächtigung


Nach dem „Grundsatz der begrenzten Einzelmächtigung“ wird die EU nur innerhalb der Grenzen
der Zuständigkeiten tätig, die die Mitgliedstaaten ihr zur Verwirklichung der darin niedergelegten
Ziele vertraglich zugewiesen haben. Alle der EU nicht zugewiesene Zuständigkeiten verbleiben
bei den Mitgliedstaaten.

5.1.3 Grundsätze der Beziehungen der EU und der Mutgliedstaaten


 Die EU achtet die Gleichheit der Mitgliedstaaten vor der EU-Verfassung sowie die
nationale Identität der Mitgliedstaaten, die in deren grundlegende politische und
verfassungsrechtliche Struktur, einschließlich der regionalen und kommunalen
Selbstverwaltungen, zum Ausdruck kommt.
 Nach dem „Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit“ achten und unterstützen sich die EU
und die Mitgliedstaaten gegenseitig bei der Erfüllung der Aufgaben, die sich aus der EU-
Verfassung ergeben. Die Mitgliedstaaten erleichtern der EU die Erfüllung ihrer Aufgabe.
26

Sie unterlassen alle Maßnahmen, welche die Verwirklichung der in der EU-Verfassung
genannten Ziele gefährden können.
5.1.4 Vorrang des EU- Rechts gegenüber dem nationalen Recht
Nach diesem Grundsatz hat das Gemeinschaftsrecht („aquis communataire”) – das nach dem
Inkrafttreten der EU-Verfassung eindeutig „EU-Recht“ genannt wird – Vorrang, gegenüber der
Rechtsnormen der Einzelstaaten, ungeachtet darauf, ob dieses Rechtsnorm auf National-,
Regional- oder Gemeindeebene geschaffen wurde. Dieses Prinzip soll auch von den
Justizorgane(Gerichte) der Mitgliedstaaten in Betracht genommen werden.

5.1.5 Verpflichtung der Mitgliedstaaten, die Ausführung des EU-Rechtes zu gewährleisten


Dieser Grundsatz ist im Einklang mit dem Prinzip des Vorranges des EU-Rechtes und verlangt
nicht nur etwas Passives – nämlich Verzicht von Verletzungen der EU-Rechtsnormen, sondern
auch etwas Aktives, nämlich die möglichst beste Vollziehung nicht nur der Buchstaben sondern
auch des Geistes des ganzen EU-Rechtes.

5.2 Die Zuständigkeiten der EU


5.2.1 Abgrenzung und Klassifikation der Zuständigkeiten
 Einer der wichtigsten Errungenschaften der EU-Verfassung ist, dass sie eine Abgrenzung
der EU-Zuständigkeiten für einzeln genannten Politikbereiche fest und unterschiedet
zwischen den verschiedenen Zuständigkeitsarten.
 Die Arten der Zuständigkeiten sind die Folgenden: a) ausschließliche EU-
Zuständigkeiten; b)geteilte Zuständigkeiten von EU und Mitgliedstaaten; c)
unterstützende Zuständigkeiten der EU und d) Zuständigkeiten der Mitgliedstaaten

5.2.2 Die ausschließlichen EU- Zuständigkeiten


Das ist bis jetzt die weitgehendste Form der Integration. In Politiken dieser Art übertragen die
einzelne Mitgliedstaaten sowohl die gesetzgeberischen /legislativen) Rechte als auch das Recht der
Ausführung (das exekutive Recht) auf die gemeinsamen Organe: Ministerrat, EK, EP. Bei dieser
Kategorie geht es um einige genau abgegrenzte Bereiche, in denen die EU alleine - im Nahmen
sämtlicher Mitgliedstaaten - gesetzgeberisch tätig werden und verbindliche Rechtsakte erlassen.
Kann. Auf diesen Gebieten dürfen die Mitgliedstaaten erst dann tätig werden, wenn sie von der EU
hierzu ermächtigt werden oder sie die Aufgabe haben, eine oder mehrere Rechtsakten der EU
durchzuführen. Hierbei handelt es sich um „die ausschließlichen Zuständigkeiten”, die folgenden
Kategorien umfassen:
 Die Zollunion
 Die Festlegung der für die Funktionsweise des Binnenmarkts erforderlichen
Wettbewerbsregelungen
 Die Geldpolitik für die Mitgliedstaaten, die den Euro als Währung eingeführt haben
 Die Erhaltung der biologischen Meeresrerssourcen im Rahmen der Gemeinsamen
Fischereipolitik
 Die Gemeinsame Handelspolitik
27

5.2.3 Die zwischen der EU und den Mitgliedstaaten geteilten Zuständigkeiten


In diese Kategorie der geteilten Zuständigkeiten fallen Bereiche, in denen die EU tätig wird, wenn
ihr Tätigwerden einen zusätzlichen Nutzen zur Aktion der Mitgliedstaaten erbringt, was unter
Umständen weit gehen kann. Diese Kategorie betrifft:
 den Binnenmarkt
 bestimmte Aspekte der Sozialpolitik;
 den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt (Kohäsion);
 Landwirtschaft
 Fischerei, mit Ausnahme der Erhaltung des biologischen Meereresressourcen;
 die Umwelt;
 den Verbraucherschutz;
 den Verkehrstruktur;
 die Transeuropäische Netze,
 die Energieversorgung;
 den Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts;
 bestimmte Aspekte der gemeinsamen Sicherheitsanliegen im Bereich des
Gesundheitswesens;
 bestimmte Zuständigkeiten in den Bereich Forschung, technologische Entwicklung und
Raumfahrt;
 bestimmte Zuständigkeiten in den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit und
humanitäre Hilfe

5.2.4 Die unterstützenden EU-Zuständigkeiten


Bei der Kompetenzkategorie der „unterstützenden Zuständigkeiten“ greift die EU ausschließlich zur
Koordinierung oder Ergänzung der Maßnahmen der Mitgliedstaaten ein. Dieser verbleibt somit ein
sehr beträchtliches Maß an Aktionsfreiheit und die hauptsächliche Verantwortung gegenüber ihren
Bürgern. In diesen Bereichen ist es der EU nicht gestattet, eine Harmonisierung der nationalen
Rechtsvorschriften vorzunehmen. Diese Kategorie betrifft:
 Schutz und Verbesserung der menschlichen Gesundheit;
 Industrie;
 Tourismus;
 Bildung, Jugend, Sport und Berufsausbildung;
 Katastrophenschutz;
 Verwaltungszusammenarbeit.

5.2.5 Ergänzung des Systems der EU-Zuständigkeiten durch den „Flexibilitätsklausel“


28

Um eine gewisse Flexibilität des Systems der Zuständigkeiten zu erhalten, ist es dem Ministerrat
möglich, gegebenfalls eine Lücke bei den der EU zugewiesenen Zuständigkeiten zu füllen, falls ein
Vorgehen auf der Ebene der EU erforderlich ist, um eines der Ziele der EU-Verfassung zu
verwirklichen. Als eine Garantie der Rechtsstaatlichkeit der EU ist in der EU-Verfassung festgelegt,
das bei der Anwendung des Flexibilitätsklausul trifft der Ministerrat erst nach Zustimmung des EP
und einstimmig seine Entscheidung.

5.2.6 Verstärkte Zusammenarbeit einiger Mitgliedstaaten


Eine verstärkte Zusammenarbeit ist darauf ausgerichtet, die Verwirklichung der Ziele der EU zu
fördern, ihr Interesse zu schützen und ihren Integrationsprozess zu stärken. Sie steht allen
Mitgliedstaaten offen. An die im Rahmen einer verstärkten Zusammenarbeit erlassene Rechtsakte
sind aber nur die an dieser Zusammenarbeit beteiligten Staaten gebunden. Sie gelten nicht als
Bestandteil von „aquis communataire”, der von beitrittswilligen Länder angenommen werden muss.

5.3 Bedeutung der Rechtsordnung und des Rechssystems der EU

Obwohl die EU keinen Staat verkörpert, sind Rechtsordnung und Rechtssystem der EU doch von
größter Bedeutung, aus verschiedenen Gründen, wie zum Beispiel:
 die Werte der EU (Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit,
Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte usw) können ohne ein Rechtssystem nicht
aufbewahrt und entwickelt werden;
 das Funktionieren des politischen, wirtschaftlichen und institutionellen Mechanismus
der EU kann ohne ein gesetzmäßig und systematisch aufgebautes Rechtssystem nicht
verwirklicht werden.
 besonders für die in der EU neu beigetretenen Länder - darunter auch für Ungarn - ist es
lebenswichtig, dass die EU-Rechtsnormen eindeutig , transparent und zugänglich seien,
weil das erleichtert die Rechtsharminisierung des inneren Rechtes und das Einhalten der
EU-Vorschriften, die Ausnutzung der daraus ergebenen Vorteile und Vermeidung ihrer
unangenehmen Folgen.

5.4 Durchblick des gegenwärtig – bis zum Inkrafttreten der EU-Verfassung - gültigen EU-
Rechtes („Aquis communataire”)
5.4.1 Die Gruppierung der EU/EG-Rechtsnormen
Die gegenwärtigen Rechtsquellen des EU-Rechtes können in fünf Gruppen geteilt werden:
 Primäres Recht: Gründungsverträge
 Sekundäres Recht: Rechtsakte der EU
 Völkerrechts-Abkommen der EU und Übereinkommen zwischen den Mitgliedstaaten
 Übereinkommen zwischen Mitgliedstaaten
 Rechtsprechung von EuGH
29

5.4.2 Primäres Recht der EU/EG: Grundverträge und Vertrags -Änderungen


Der Ausdruck „primäres Gemeinschaftsrecht” bedeutet die Gesamtheit der gültigen Regelungen, die
im Laufe der letzten 53 Jahren von den Mitgliedstaaten geschaffen wurden, sich in den
Gründungsverträgen und ihren Änderungen befinden und unmittelbar des inneren Rechtes allen
Mitgliedstaaten sind.
Dazu gehören:
 Grundungsverträge der drei Gemeinschaften (EGKS, EG, Euratom)
 Die Beitrittsverträge von neuen Mitgliedsländer ( von 1973 bis 2004)
 Die Einheitliche Europäische Akte(1986)
 Der Maastrichter Vertrag (1993)
 Der Amsterdamer Vertrag (1999)
 Der Vertrag von Nizza (2001)

5.4.3 Sekundäres Recht der EU: Rechtsvorschriften der EU


 Die EU kann Rechtsvorschriften erlassen, die in allen Mitgliedstaaten - entweder
unmittelbar oder mittelbar - Gesetzeskraft erlangen. Wenn man aber von „Gesetze” oder
„Gesetzgebung” der EU spricht, muss man allerdings darauf hinweisen, dass keine
einzige Vorschrift sich wirklich „Gesetz” nennt. Im gegenwärtig gültigen sekundärem
europäischen Recht kennt man nur „Verordnungen”, „Richtlinien”, „Entscheidungen„
und „Sonstige Direktiven ohne Rechtskraft”:
 Verordnungen gelten nach ihrer Verabschiedung -genau so wie die Vorschriften der
obgenannten Gründungsverträge - direkt in allen Mitgliedstaaten. Sie sind für die
Mitgliedstaaten, ihre Behörden, Organe und Staatsbürger unmittelbar verbindlich. Steht
eine Verordnung im Konflikt mit einem nationalen Gesetz, so hat die EU-Verordnung
Vorrang.
 Richtlinien legen ein Ziel und den Zeitrahmen für die Umsetzung dieses Zieles in
nationales Recht der Mitgliedstaaten fest. Welche Mittel der Mitgliedstaat dabei einsetzt,
bleib ihm überlassen. Wird eine Richtlinie nicht, unvollständig oder nicht rechtzeitig ins
nationale Recht umgesetzt, gilt sie unmittelbar, und Unionsbürger können sich unter
bestimmten Voraussetzungen vor den nationalen Gerichten direkt auf diese Richtlinie
berufen.
 Entscheidungen richten sich direkt an einen bestimmten Adressatenkreis und sind für
diesen direkt in allen ihren Teilen verbindlich
 Es gibt noch eine Reihe sonstigen Direktiven ohne Rechtskraft innerhalb der EU: sie
haben verschiedene Nennungen („Empfehlung”, „Meinung”, „Erklärung„
„Stellungnahme”, „Bekanntmachung” usw.) Gemeinsame Eigenschaft dieser Direktiven
ist, dass sie Meinungsäußerungen, Informationen oder Orientierungen usw. beinhalten,
und nicht verbindlich für natürliche und juristische Personen sind.
 Gesetzgebungsverfahren: Die Regel des Gesetzgebungsverfahrens schreiben die Vertage
vor. Gesetzentwürfe vorlegen dürfen weder Ministerrat, noch EP; das ist das alleinige
Recht der EK („Initiativmonopol”) Über die Entwürfe („Vorschläge”) der EK
entscheiden - in den meisten Fällen - Ministerrat und EP gemeinsam. Sie können die
30

Gesetzentwürfe auch ändern oder ablehnen. Sie verabschieden in der Mehrzahl der Fälle
die Gesetze in enger Zusammenarbeit. Ministerrat kann Gesetze in der Regel nicht
gegen die Mehrheit der EP-Mitglieder verabschieden. Nur wenn beide Organe sich
einigen, kommt in den wichtigen Bereichen der Politik ein Gesetz zustande.

5.4.4 Völkerrechtsabkommen der EU und Übereinkommen zwischen den Mitgliedstaaten


 Völkerrechtsabkommen der EU mit Drittstaaten
Da die EU sich auch um seine wirtschaftlichen, sozialen und politischen Beziehungen zu
„Nichtmitgliedstaaten”, - die mit einem anderen Wort auch als „Drittstaaten” genannt
werden, - und anderen internationalen Organisationen bemühen muss, schließt sie mit
denen Völkerrechtsabkommen. Drei Formen verträglicher Beziehungen der EU zu
Drittstaaten verdienen besondere Erwägung:

 Assoziierungsabkommen sind auf eine enge wirtschaftliche Kooperation mit weit


reichender finanziellen Unterstützung des Vertragspartners durch die EU ausgerichtet
 Kooperationsabkommen gehen nicht so weit, wie Assoziioerungsabkommen und sind
allein auf eine intensive wirtschaftliche Zusammenarbeit gerichtet. Solche Abkommen
verbinden die EU unter anderen mit den Maghreb-Staaten(Marokko, Algerien, Tunis),
mit den Masrick-Staaten (Ägypten, Jordanien, Libanon und Syrien) und mit Israel
 Handelsabkommen, die mit einzelnen Drittstaaten, Gruppen von Drittstaaten oder im
Rahmen internationaler Handelsorganisationen(z.B. WTO) auf zoll- und
handelspolitischem Gebieten.
 Übereinkommen zwischen den Mitgliedstaaten
Die Übereinkommen zwischen den Mitgliedstaaten werden zwecks Regelungen von
Fragen, die zwar in einem engen Zusammenhang zur Tätigkeit der EU stehen, für die
aber den EU-Organen keine Kompetenz übertragen worden ist, geschlossen.
 Echte völkerrechtliche Abkommen zwischen den Mitgliedstaaten
Auch echte völkerrechtliche Abkommen können die Mitgliedstaaten miteinander
schließen, mit denen insbesondere die territoriale Beschränktheit nationaler Regelungen
überwunden und gemeinschaftliches Recht geschaffen werden soll (Dies ist vor allem
von Bedeutung im Bereich des internationalen Privatrechtes)

5.4.5 Ungeschriebene Rechtsquellen in der EU/EG


Wie jede andere Rechtsordnung, auch die EU-Rechtsordnung kann nicht ausschließlich aus
geschriebenen Normen bestehen, weil jede Rechtsordnung Lücken aufweist, die durch
ungeschriebenes Recht ausfüllen ist. Ungeschriebene Quellen des EU-Rechtes sind:
 Die allgemeinen Rechtsgrundsätze, die den elementaren Vorstellungen von Recht und
Gerechtigkeit zum Ausdruck bringen, denen jede Rechtsordnung verpflichtet ist.
 Das Gewohnheitsrecht,- mit anderen Worten: durch Übung und Rechtsüberzeugung
erstandenes Recht - das primäres oder sekundäres Recht ergänzt oder ändert.
Das ungeschriebene Recht hat aber heute nur kleine Wichtigkeit im EU-Leben und wird noch
kleinere haben, als die EU-Verfassung von den Mitgliedstaaten ratifiziert wird.
31

5.4 6 Die Urteile des EuGH als Bestandteil des EU/EG-Rechtes


Obwohl EuGH kein Gesetzgebungsorgan der EU ist und seine Urteile keine Rechtsnormen sind,
EuGH übt doch eine indirekte aber bedeutsame Wirkung auf die Legislatur der EU und auf die
Rechtsanwendung. Als Beispiele möchten wir folgende erwähnen:
 Das „Cassis-de Dijon-Urteil”
„Was in einem Mitgliedstaat der EU nach dortigem Recht verkauft werden darf, das darf
auch in allen anderen Mitgliedsländern verkauft werden”
 Das „ Bier-Urteil”
Das Cassis-de Dijon-Urteil wurde noch präzisiert in einer Entscheidung des EuGH, die die
Import von Bieren nach Deutschland erlaubte, die dem deutschen „Reinheitsgebot” für Biere
nicht entsprechen.
 Das „ Bosman-Urteil”
„Staatsangehörige aus anderen EU-Ländern dürfen nicht als Ausländer betrachtet werden,
denn die EU-Verträge verbieten innerhalb des Binnenmarktes jede Diskriminierung, also
Schlechterung eines Unionsbürgers aufgrund der Nationalität” (Eine Folge dieses „Bosman-
Urteils” ist, dass auf deutschen Fussbalplätzen für Spieler aus anderen Staaten der EU nicht
mehr die „Ausländer-Regel” gilt, die es einem Verein verbietet, mehr als drei ausländischen
Fussballprofis pro Spiel einzusetzen.)
 Das „ Soldatinnen-Urteil”
Das deutsche Soldatengesetz Frauen nur den Zugang zum Sanitäts- und Musikdienst
erlaubte; Bewerbung von Frauen um Einstellung in die Bundeswehr als Berufssoldatinnen in
anderen Einweiten wurde deshalb stets abgelehnt. Im „Soldatinnen-Urteil „ vom EuGH
wurde aber festgelegt, dass der vollständige Ausschluss von Frauen aus allen bewaffneten
Einheiten der Bundeswehr widerspricht der EU-Richtlinie zur Gleichbehandlung von Man
und Frau (Das deutsche Soldatengesetz wurde dementsprechend geändert)
 Das „Getränkesteuer -Urteil”
In Österreich war Getränkesteuer eine traditionelles Steuergattung; eine Art vom
Umsatzsteuer, die für in den Städten und Gemeinden verkauften Getränke zu zahlen war (in
der Höhe von cca. 10-15 % des Verkaufspreises), und bundesweite ein mehr Milliarden
Schilling Einkommen der Gemeinden bedeutete. Gemäß dem Urteil vom EuGH ist diese
Steuergattung nicht im Einklang mit dem Umsatzsteuer-Regelung der EU und so wurde es
abgeschafft.

5.5 Das System des EU-Rechtes nach dem Inkrafttreten der EU- Verfassung
5.5.1 Aufbau der EU-Verfassung
Die EU-Verfassung tritt aus Gründen der Verständlichkeit und Klarheit als einheitlicher Text an die
Stelle sämtliche bestehenden Verträge. Sie umfasst vier Teile:
 Die Präambel geht der EU-Verfassung voraus, in der - unter anderen – auf die
„kulturellen, religiösen und humanitären Überlieferungen Europas“ Bezug genommen
wird.
32

 Im ersten Teil werden die EU sowie ihre Ziele, Zuständigkeiten,


Entscheidungsverfahren und Organe definiert
 Die feierlich auf den Tagung des ER in Nizza in Dezember 2000 verkündigte Charta der
Grundrechte wurde als Teil II in die EU-Verfassung integriert
 Im dritten Teil der EU-Verfassung der die Politikbereiche und Maßnahmen der EU
betrifft, werden zahlreiche Bestimmungen – einigermaßen ergänzt oder geändert - aus
den derzeitigen Verträgen übernommen
 Der vierte Teil enthält die Schlussbestimmungen, darunter die Verfahren zur Annahme
und Überarbeitung der EU-Verfassung
 Zur EU-Verfassung sind beigefügt - und sind Bestandteile der EU-Verfassung -:
 die zur EU-Verfassung beigelegten sechsunddreißig verschiedene Protokolle
(zum Beispiel über die Rolle der nationalen Parlamente innerhalb der EU ;
über die Anwendung der Grundprinzipien „Subsidiarität „ und
„Verheltnissmäßigkeit“; über das System der europäischen Bankern, über
den Sitz der Institutionen, einiger Organe, Ämter und organisatorischen
Einheiten )
 Anhang Nr. 1: Liste der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, auf die die
Vorschriften der Artikeln 227 – 232 der EU-Verfassung anzuwenden sind
 Anhang Nr. 2: Die Liste der außereuropäischen Länder und Hoheitsgebiete, die
mit der EU assoziiert sind.( Zum Beispiel: Grönland, Französich-Polinesien,
Falkland-Inseln, Insel Sankt Helena, Bermuda)

5.5.2 Aufzählung der durch die EU-Verfassung eingeführten neuen oder wesentlich
geänderten Regel des EU-Rechtes
 Die EU und die Europäische Gemeinschaft, bisher rechtlich getrennt, werden vertraglich
vereint; es wird dann noch „die Europäische Union” geben.
 Jeder Mitgliedstaat kann aus der EU wieder austreten.
 Die Charta der Grundrechte ist in die EU-Verfassung aufgenommen, womit sie
rechtsverbindlich wird.
 Der EU wird Rechtspersönlichkeit zuerkannt.
 Im Vergleich zu den gegenwärtigen Verträgen
 In Vergleich zu den gegenwärtigen Verträgen wird die EU-Verfassung auf vielfacher
Ebene eine Stärkung des demokratischen Charakters der EU vorgenommen.
 Subsidiarität und Verhältnissmässigkeit werden Grundsätze für das Handel der EU
bleiben, sogar in noch größerem Maßstab, wie vor;
 Die EU-Verfassung legt eine Abgrenzung der EU-Zuständigkeiten für einzeln genannten
Politikbereiche fest, und bleibt dabei, dass die EU nur dort tätig werden kann, wo ihr die
Mitgliedstaaten nach dem Grundsatz der begrenzten Einzelermächtigung vertraglich eine
Zuständigkeit zuweisen;
 Die Rechtsakten der EU werden vereinfacht und für den Bürgern durchschaubarer, als
bisher;
33

 Das System der halbjährlich wechselnden Präsidentschaft im Ministerrat wird ersetzt


durch einen von den Regierungen gewählten hauptamtlichen Präsidenten der EU, der
den Vorsitz für zwei und halb Jahre innehat.
 Im Ministerrat wird der Vorsitz ein Jahr dauern und nach einem Rotationssystem unter
den Mitgliedstaaten ausgewählt;
 Es wird ein europäischer Außenminister ernannt, der zugleich Vizepräsident der EK ist
und den Vorsitz im Rat der Außenminister hat, sofern sich dieser Rat mit Fragen der
GASP befasst;
 Das EP und der Ministerrat werden in nahezu allen Bereichen der Politik gemeinsam die
Gesetzgeber sein; im Ministerrat wird die Mehrheitsentscheidung zur Regel werden;
 Die EK wird in der Weise verkleinert, dass aus den Staaten neben den Präsidenten und
dem Vizepräsidenten nach einem Rotationsprinzip weitere 13 stimmenberechtigte
Kommissare ernannt werden, während alle übrigen EU-Staaten je einen Kommissar
ohne Stimmrecht nach Brüssel entsenden.;
 Der Präsident der EK erhält mehr Rechte und wird vom EP gewählt;
 Die EU-Verfassung führt neue Rechtsgrundlagen ein, die es der EU ermöglichen,
eroforderlichenfalls in bestimmten Bereichen tätig zu werden.
 Besondere Aufmerksamkeit wurde in der EU-Verfassung auch darauf verwendet, die
Kohärenz der Tätigkeiten der EU aufrecht zu erhalten. Die soll über Bestimmungen
geschehen, mit denen gewährleistet wird, das übergeordnete Zielsetzungen –
insbesondere Gleichstellung der Geschlechter, Umwelt- und Verbraucherschutz – bei der
Festlegung und Umsetzung aller spezifischen politischen Maßnahmen berücksichtigt
werden.
 Das Neue in der Regelung der EU-Symbole besteht darin, dass die bisherigen, vom
Europarat übernommenen Symbole in der EU-Verfassung und als eindeutig EU-
Symbole geregelt sind.

5.5.3 Ratifikation, Inkrafttreten und Änderung der EU-Verfassung


 Die EU-Verfassung bedarf der Ratifikation durch allen einzelnen EU-Mitgliedstaaten im
Einklang mit ihren verfassungsrechtlichen Vorschriften. Dia Ratifikationsurkunden
werden bei der Regierung der Italienischen Republik hinterlegt.
 Die Ratifikation wird in einzelnen EU-Mitgliedstaaten entweder durch Entscheidung des
nationalen Parlaments oder durch Referendum verwirklicht, abhängig der Verfassungs-
Vorschriften des betreffenden Landes (Der bisherigen Informationen nach (Stand: Januar
2005) wird in neun Mitgliedstaaten über die Ratifikation der EU-Verfassung durch
Referendum entscheidet)
 Die EU-Verfassung tritt am. November 2006 in Kraft, sofern alle Ratifikationsurkunden
hinterlegen worden sind, oder andernfalls am ersten Tag des zweiten auf die
Hinterlegung des lenzten Ratufikationsurkunde folgenden Monats.
 Wenn zwei Jahre nach der Unterzeichnung nur vier Fünftel der Mitgliedstaaten den
Vertrag ratifiziert haben, befasst sich der ER mit der Angelegenheit.(Es kann nicht nur
theoretisch sondern auch praktisch vorkommen, da es bei fast der Hälfte der
34

Mitgliedsstaaten wird die Bevölkerung, unmittelbar durch Referendum über die


Ratifikation der EU-Verfassung Entscheidung treffen )
 Das Verfahren für die Revision der EU-Verfassung ist wie folgt geregelt: Das EP erwirbt
gleichberechtigt mit der EK und dem Mitgliedstaaten das Initiativrecht auf dem Gebiet
der EU-Verfassung; der Konvent wird zum regulären Gremium für die Ausarbeitung der
Empfehlungen, die der Konferenz der Regierungen der Mitgliedstaaten zu unterbreiten
sind, welche die Änderungen an der EU-Verfassung einstimmig annehmen muss.
Allerdings kann der ER mit qualifizierten Mehrheit nach Zustimmung des EP
beschließen, dass der Umfang der vorgeschlagenen Verfassungsänderungen keine
Einberufung des Konvents gerechtfertigt (Ein „vereinfachtes“ Verfahren zur Änderung
der EU-Verfassung wird für die Änderungen bei den „internen Politikbereichen in Teil
III. der EU-Erfassung vorgesehen)

5.5.4 Struktur und Rechtsnormstypen des EU-Rechtes nach Inkrafttreten der EU-Verfassung und
das Gesetzgebungsverfahren.
 Mittels der EU-Verfassung werden die Rechtsakte der EU vereinfacht und für den
Bürgern durchschaubarer als vorher gestaltet.
 In der EU-Verfassung wird auf der Grundlage einer Normenhierarchie eine Klärung der
Rechtsakte, mit denen die Organe die Zuständigkeiten der Union ausüben, sowie der
Verfahren für ihre Annahme vorgenommen, wobei nacheinander unterschieden wird:
 zwischen Rechtsakten mit allgemeiner Geltung (Gesetze, Rahmengesetze,
Verordnungen und Beschlüsse) und Rechtsakten, die rechtlich nicht bindend sind
(Stellungnahmen und Empfehlungen);
 innerhalb der rechtlich bindenden Rechtsakte zwischen Gesetzgebungsakten
(„Gesetze“ und „Rahmengesetze“) und Rechtsakten ohne Gesetzescharakter
(„Verordnungen“ und „Beschlüsse“).
 Die legislative Initiativbefugnis liegt weiterhin bei der EK; sie wird allerdings in
bestimmten Bereichen im Zusammenhang mit dem Raum der Freiheit, der Sicherheit
und des Rechts mit mindestens einem Viertel der Mitgliedstaaten geteilt.
 In der EU-Verfassung ist als allgemeine Regel festgelegt, dass die Gesetze und
Rahmengesetze im Wege der Mitentscheidung von EP und Ministerrat angenommen
werden, wobei letzterer mit qualifizierter Mehrheit beschließt. Dieses so genannte
„ordentliche Gesetzgebungsverfahren“ entspricht praktisch ohne Änderung dem
gegenwärtigen Verfahren der Mitentscheidung
 Im Zusammenhang mit den Durchführungsrechtsakten im engen Sinne wird im Entwurf
einer Verfassung zunächst darauf verwiesen, dass es in erster Linie den Mitgliedstaaten
obliegt, die rechtlich bindenden Rechtsakte der europäischen Organe umzusetzen. In
dem Maße, wie es einheitlicher Bedingungen für die Ausführung bedarf, wird im
Verfassungsentwurf grundsätzlich der Kommission oder ausnahmsweise dem Rat
(unmittelbar auf der Grundlage der Verfassung erlassene Durchführungsrechtsakte mit
Ausnahme der GASP) die Befugnis übertragen, entsprechende
Durchführungsmaßnahmen zu erlassen.
 Es werden in einem europäischen Gesetz vorab die allgemeinen Regeln und Grundsätze
für die Modalitäten der Kontrolle dieser Durchführungsrechtsakte durch die
35

Mitgliedstaaten festgelegt Dem EP wird folglich eine entscheidende Rolle in diesem


Bereich zukommen.
 In der EU-Verfassung sind ebenfalls delegierte Verordnungen eingeführt, die von der
EK(es gibt keine delegierte Verordnung des Ministerrates!) aufgrund einer Übertragung
durch die Legislativbehörde, das .heißt: EP und Rat, erlassen werden. Diese delegierten
Verordnungen, mit denen bestimmte Aspekte der Gesetze oder Rahmengesetze geändert
oder vervollständigt werden können, ohne dass allerdings ihre wesentlichen Elemente
berührt werden, erfordern folglich eine spezifische Ermächtigung, die im fraglichen
Basistext erteilt wird, und unterliegen einem besonderen Kontrollmechanismus seitens
des Ko-Gesetzgebers: Jeder der beiden Teile kann die Übertragung widerrufen; die
delegierte Verordnung kann erst dann in Kraft treten, wenn innerhalb einer im Gesetz
oder im Rahmengesetz festgelegten Frist keiner der beiden Teile der
Gesetzgebungsbehörde Einwände erhebt.
36

Teil 6 Organe und Institutionen der EU


6.1 Bedeutung und Klassifikation der EU-Organe und - Institutionen
 Die Verfassung eines Staates bestimmt, welche Organe die Staatsaufgaben erfüllen und
wie die Aufgaben unter ihnen verteilt werden. In der EU schreiben heute noch die
Verträge vor, welche Aufgaben die EU hat, von welchen Organen/Institutionen diese
Aufgaben wahrgenommen werden, und wie diese Organe mit anderen
gemeinschaftlichen und nationalen Organen zusammenarbeiten sollen.
 Die heutige Konstruktion und Aufgaben - bzw. Kompetenz-Verteilung der EU-Organe -
die gleichzeitig auch Organe der Europäischen Gemeinschaft sind - ist Ergebnis einer
mehr als fünfzigjährigen Entwicklung und widerspiegelt es einige Mangelhaftigkeiten
und Inkonsequenzen. Will man das europäische Projekt nach der größten Erweiterung
der EU am 01.05.2004 voranbringen und die EU in der Lage versetzen, ihre Ziele zu
verwirklichen, so muss man über einen wirksamen und legitimen institutionellen
Rahmen verfügen.
 Laut EU-Verfassung verfügt die EU über einen institutionellen Rahmen, mit dem
angestrebt wird,
 die Ziele der EU zu verfolgen,
 ihren Werte Geltung schaffen,
 den Interessen der Union EU, ihrer Bürgerinnen und Bürger und ihrer
Mitgliedstaaten zu vertreten., und
 die Kohärenz, Effizienz und Kontinuität der Politik der EU und der von ihr zur
Erreichung ihrer Ziele getroffenen Maßnahmen sicherzustellen.
 In der EU-Verfassung wird die jeweilige Rolle der Organe und Einrichtungen der EU
geklärt. Die EU-Verfassung nimmt die wesentlichen Bestandteile der bestehenden
institutionellen Regelungen auf, führt aber auch einige neue Elemente ein.
 Gemäß der Verfassung umfasst die intitutionelle Rahmen im eigentlichen Sinne: das ER,
den EP, den Ministerrat, die EK und den EuGH. Alles, was in der EU beschlossen wird,
geschieht im „Zusammenspiel” vom EP, ER, Ministerrat und EK; EuGH übt dagegen
eine „Verfassungskontrolle” aus, ähnlich wie z. Beispiel das Verfassungsgericht in
Ungarn.
 Die beratenden Einrichtungen der EU sind: der AdR und der WSA
 Die sonstige Institutionen der EU haben die verschiedensten Nahmen und
Aufgabenkreise

6.2 Europäisches Parlament (EP)


6.2.1 Geschichte und Funktion des EP
Die Entstehung der Vorgänger vom EP ist infolge des Wunsches stattgefunden, dass in den Organen
der Gemeinschaften auch die Bürger repräsentiert werden sollen .Das EP ist aus der
Versammlungen der EGKS, der EWG und der EURATOM hervorgegangen, die durch das
Abkommen über gemeinsame Organe für die Europäischen Gemeinschaften (1957) zu einer
einheitlichen „Versammlung” vereinigt worden. Die offizielle Umbenennung in „Europäischen
Parlament” erfolgt erst mit dem Maastrichter Vertrag über die EU(1993) Während diesen fast
37

fünfzig Jahren wurde die Rolle vom EP schrittenweise erhöht und sein Kompetenzkreis - zwecks
der Demokratisierung der EU - ausgedehnt.
 EP trat es als „Sprachrohr der Bürger” vom Anfang an für ein „Europa der Bürger” ein,
für Verbesserungen und Erleichterungen, die jedem einzelnen zugunsten kommen (z.B.
Abschaffung der Kontrollen an den Binnengrenzen, sozialer Ausgleich im Binnenmarkt,
Abbau der Arbeitslosigkeit, Schutz der Umwelt, Gleichberechtigung von Mann und Frau
usw.)
 EP ist „Motor der Integration”, vor allem, weil es von jeher neben der wirtschaftlichen
die politische Einigung fordert und fördert

6.2.2 Konkrete Befugnisse des EP


 EP ist schon heute gemeinsam mit dem Ministerrat als Gesetzgeber tätig. .Durch die EU-
Verfassung werden die Befugnisse des EP als Mitgesetzgeber verstärkt, dazu wird der
Anwendungsbereich des so genannten „Mitentscheidungsverfahrens erweitert, mittels
dessen das EP gemeinsam mit dem Ministerrat Entscheidungen trifft.
 EP übt - gemeinsam mit dem Ministerrat - die Haushaltsbefugnisse aus
 EP erfüllt Aufgaben der politischen Kontrolle und ebenso Beratungsfunktionen
 Laut EU –Verfassung wählt das EP den Präsidenten der EK auf Vorschlag des ER, (der
mit qualifizierten Mehrheit angenommen wird.) wobei der ER dem Ergebnis der Wahl
Rechnung tragen muss; das EP erteilt ferner seine Zustimmung zur Kommission in ihrer
Gesamtheit

6.2.3 Wahl der Abgeordneten des EP


 Die Abgeordneten des EP werden alle fünf Jahre gewählt, das nächste Mal im Juni 2004.
Jede Bürgerin, jeder Bürger der Union hat entweder im Land des Vohnsitzes, oder im
Heimatland das aktive und passive Wahlrecht.
 Ein Entwurf für ein Wahlverfahren, das in allen EU-Staaten einheitlich ist, oder
zumindest in Einklang steht mit den allen Mitgliedstaaten gemeinsamen Grundsätzen
bei Wahlen - z. B. die Allgemeinheit und die Gleichheit des Wahlrechtes, die Direktwahl
, die geheime Abstimmung -hat das EP ausgearbeitet; er muss vom Ministerrat
angenommen und von allen Mitgliedstaaten ratifiziert werden.
 Im Juni haben auch die ungarischen Staatsbürger ihre EP-Abgeordneneten gewählt; dazu
hat das ungarische Parlament ein Europa-Wahlgesetz geschafft. Es waren Parteilisten
geöffnet für die Wähler; ganz Ungarn war eineinheitlicher Wahlkreis und die der Anzahl
der gültigen Stimmen nach aufgeteilt.

6.2.4 Anzahl der Abgeordneten; die Fraktionen; der Präsident des EP.
 Laut EU-Verfassung wird für die Anzahl der EP-Abgeordneten eine Obergrenze von
750 festgelegt. In der EU-Verfassung wird keine Verteilung der Sitze je Mitgliedstaat
vorgesehen, wie es heute der Fall ist (Ungarn hat gegenwärtig 24 EP-Mandate.)
Stattdessen enthält die EU-Verfassung eine Rechtsgrundlage, mit der der ER beauftragt
wird, vor en Wahlen im Jahre 2009auf Vorschlag des EP und mit dessen Zustimmung
38

einen Beschluss über die Verteilung der Sitze zu fassen; Dabei gilt es der Grundsatz der
„degressiv proportionalen Vertretung“ der Mitgliedstaaten.
 Die Abgeordneten schließen sich im EP in Fraktionen, die übernational sind, sie stehen
also den Abgeordneten aus allen Mitgliedstaaten offen; Abgeordnete aus dem gleichen
Mitgliedstaat können innerhalb einer Fraktion eine Gruppe bilden. Im jetzigen Parlament
haben sich acht Fraktionen gebildet. Die zwei stärkste Fraktionen : waren im EP-Cyklus
1999-2004 die Europäische Volksparteien 233 und die Europäische Sozialistischen
Parteien
 Das EP wählt aus seiner Mitte einen Präsidenten für jeweils die Hälfte einer
Legislaturperiode, also für zwei und halb Jahre. (Der Präsident des EP ist derzeitig –
Stand: Januar 2005- Joseph BORRELL.)

6.2.5 Tätigkeitsmethoden des EP


 Zwölf Wochen im Jahr sind für Plenarsitzungen in Strassburg eingeplant. Dazwischen
tagen die Ausschüsse und die Fraktionen in Brüssel. Dort können auch weitere
Plenarsitzungen abgehalten werden. Die Reden in Plenarsitzungen werden simultan in
alle elf Amtssprachen nach dem Beitritt der 10 neuen Länder in allen 21 Amtssprachen -
übersetzt.
 Strassburg ist Sitz des Europäischen Parlaments. Das Generalsekretariat (heute ca. 3500
Bediensteten) sitzt in Luxemburg. Das Parlament unterhält Außenstellen in Brüssel und
Informationsbüros in den Hauptstädten der Mitgliedstaaten: ein EP-Informationsbüro
wird auch in Budapest eingerichtet.
 Um Themen fachkundig beraten zu können, spezialisieren sich die Abgeordneten; sie
werden in Ausschüsse gewählt, die für bestimmte Fachbereiche zuständig sind und die
Arbeit der Plenarsitzungen vorbereiten.

6.3 Europäischer Rat (EU-Gipfeltreffen – ER)


6.3.1 Geschichte und Funktionen des ER
 ER ist der Gipfeltreffen von Chefs aller Staaten und Regierungen (Kanzler,
Premierminister, Präsident.)Solche Treffen der Staaten der Europäischen Gemeinschaft
fanden in der Anfangszeit eher sporadisch, zu gegebenen Anlass statt. Erst 1974 fasste
man den Beschluss sich künftig regelmäßig zu treffen. Die Einheitliche Europäische
Akte (1986) war der erste rechtlich verbindliche Vertrag, der den Europäischen Rat
erwähnte, er definierte jedoch nicht seine Rolle. Das holte erst der EU-Vertrag von 1993
nach und es wurde durch die EU Verfassung zu einem vollwertigen „Organ“
 ER kümmert sich in der Regel nicht um die Alltagsgeschäfte, sondern um die großen
Fragen, die zukunftbestimmend sind. ER gibt der Union die für ihre Entwicklung
erforderlichen Impulse und legt ihre allgemeinen politischen Zielvorstellungen und
Prioritäten fest, an die der Ministerrat sich bei seinen Entscheidungen zu halten
hat.(Doch wird aber ER nicht gesetzgeberisch tätig) So hat ER die entscheidenden
Anstöße gegeben, zum Beispiel:
 für die erste Direktwahl des EP(1979),
 für das Europäische Währungssystem (1979),
39

 für die Reform der Agrarpolitik (1987).


 für den Beitritt neuer Mitgliedstaaten,
 für die Gründung der Europäischen Union.
 Wenn es aber sein muss, packt ER die Probleme an, die der Ministerrat nicht lösen
konnte. Bei so schwierigen Fragen, wie Finanzierung der Gemeinschaft, Agrarreform,
Währungsunion oder Steuerharmonisierung macht die Autorität der Staats- und
Regierungschefs Lösungen eher möglich. ER ist also sozusagen ein Ministerrat auf
höchster Ebene, gewissermaßen ein „Premierministerrat”: die oberste Instanz in der EU,
aber - ER wird nicht gesetzgeberisch tätig. Einige wichtigen Personalentscheidungen -
zum Beispiel die Bennennung des Präsidenten der EK - sind ebenso Sachen des ER.

6.3.2 Zusammensetzung Vorsitz und Tätigkeitsordnung des Europäischen Rates


 ER setzt sich zusammen aus den Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten,
seinem Präsidenten, den Präsidenten des ER, dem Präsidenten der EK. Entsprechend der
EU-Verfassung nimmt der neu zu bestimmende Außenminister der EU ebenfalls an den
Beratungen teil. Auch die Außenminister der EU-Mitgliedstaaten nehmen an den ER-
Sitzungen teil
 ER tritt derzeitig halbjährlich und zwar in den Monaten Juni und Dezember zusammen;
in der Verfassung- ist es vierteljährlich vorgesehen. gegebenfalls konnten aber auch
außerordentliche ER-Sitzungen einberufen werden.
 Die Sitzung wird gegenwärtig von der - in jedem Halbjahr wechselnden –
„Präsidentschaft der EU einberufen. Diese Präsidentschaft rotiert in jedem halben Jahr;
im Jahr 2005 haben L und danach UK die Präsidentschaft, im Jahr 2006 Österreich und
Finnland.
 Nach Inkrafttreten der EU-Verfassung wird aber der rotierende Vorsitz aufgehoben, und
es wird ein ständiger Präsident des ER – mit beschränkten Befugnissen –eingestellt, der
mit der qualifizierten Mehrheit des Mitglieder des ER für eine Amtszeit für zweieinhalb
Jahren gewählt wird; er kann einmal wiedergewählt werden. Dieser Präsident soll den
Vorsitz führen und die Beratungen des ER leiten. Er soll auch Aufgaben der
Repräsentation der EU auf einer hohen Ebene in Angelegenheiten von GASP
wahrnehmen.
 Wenn es die Tagesordnung erfordert, können die Mitglieder des ER beschließen, sich
von einem Minister oder - im Fall des Präsidenten der Kommission - von einem
europäischen Kommissar unterstützen zu lassen. Wenn es die Lage erfordert, beruft der
Präsident eine außerordentliche Tagung des ER ein.
 ER erstattet dem EP nach jeder Tagung einen Bericht, und außerdem alljährlich einen
schriftlichen Bericht über die „Fortschritte der Union” vor.
 Den allgemeinem Regel nach entscheidet ER durch Konsens , - mit anderen Worten :
einstimmig

6.4 Ministerrat der EU (Rat)


6.4.1 Funktionen und Zusammensetzung des Ministerrates
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 Der Ministerrat ist das Organ der EU, in dem die Regierungen der Mitgliedstaaten
vertreten sind. Es wird gemeinsam mit dem Europäischen Parlament als Gesetzgeber
tätig und übt gemeinsam mit ihm die Haushaltsbefugnisse aus. Es ist auch die
Institution, die vorrangig Entscheidungen in der Gemeinsamen Außer- und
Sicherheitspolitik trifft.
 Der Ministerrat besteht aus auf je einem von jedem Mitgliedstaat auf Ministerebene
ernannten Vertreter , zum Beispiel
 den Landwirtschaftsminister für den Rat, der Entscheidungen auf dem Gebiet der
Gemeinsamen Agrarpolitik -„Rat der Landwirtschaftsminister” -
 den Verkehrsminister für den Rat, der Entscheidungen auf Gebiet des Verkehrs -
„Rat der Verkehrsminister”,
 den Unweltminister für den Rat, der Entscheidungen auf dem Gebiet der
Umweltpolitik der EU - - „Rat der Umweltminister
 In der EU-Verfassung ist die Einsetzung eines Rates „Auswärtigen Angelegenheiten
„ vorgesehen, in dem der Europäische Außenminister den Vorsitz führt; zu unterscheiden
ist zwischen dem Rat „auswärtige Angelegenheiten“ und dem Rat „Allgemeine
Angelegenheiten“ (Letzterer gewährleistet weiterhin die Kohärenz der Arbeiten des
Rates und stützt sich dabei auf dem „COREPER“ (Rat der ständiger Vertreter der
Regierungen in Brüssel)
 „ Rat „Wirtschaft- und Finanzen - ECOFIN” ist, wo die kompetenten Minister der
Mitgliedstaaten über die Wirtschafts- und Finanzfragen der EU tagen.( Die ECOFIN-
Minister der gegenwärtig zwölf Mitgliedsländer, die zur „Euro-Zone” gehören können
auch getrennt zusammenkommen, um ihre Wirtschaftspolitik verstärkt zu koordinieren)

6.4.2 Vorsitz innerhalb des Ministerrates


In der EU sind alle Staaten gleich und gleichberechtigt. Aber ein halbes Jahr für jeweils ist ein
Staat” der erste unter Gleichen”: er hat die Präsidentschaft in der EU (Im I. Halbjahr 2005 ) Die
Präsidentschaft umfasst die organisatorische Tätigkeit und die Durchführung der Sitzungen vom ER
und ebenso von allen Formationen des Ministerrates, angefangen von den offiziellen und
unoffiziellen Ministerrat-Sitzungen (Ministertreffen) - die formell von der Präsidentschaft
einberufen wird - über den wöchentlichen Treffen von „COREPER“ bis den rund 1500 Sitzungen
der Rats-Arbeitsgruppen. Die Präsidentschaft ist auch für die laufenden Obligheiten der Außen- und
Sicherheitspolitik, sowie die der Justiz und des Inneres verantwortlich Die Präsidentschaft vertritt
der EU nach außen und ist Ansprechpartner für Drittstaaten.
Der Mitgliedstaat, der in der Präsidentschaft an der Reihe kommt, legt am Beginn seiner
Präsidentschaft sein „Präsidentschafts-Programm” vor und stellt es im EP zur Diskussion, und ab.
Zur als sein halbjährige Tätigkeit zu Ende ist, legt vor dem EP einen Rechenschaftsbericht
Kontinuität der EU-Tätigkeit arbeiten die vorherige, die gegenwärtige und die zukünftige EU-
Präsidentschaft miteinander eng zusammen , die drei Staaten bilden das so genannte „Troika”
Gemäß der EU-Verfassung wird aber der Vorsitz in den Formationen des Ministerrates für die
Dauer eines Jahres nach der gleichberechtigten Rotation von den Ministern der Mitgliedstaaten
wahrgenommen. Der ER muss die Regeln dieser Rotation unter den Mitgliedstaaten mit der
Berücksichtigung unter anderem des geografischen Gleichgewichtes in Europa festlegen.
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6.4.3 Beschlussfassung im Ministerrat


Die Verträge der Union schreiben vor, in welchen Bereichen der Politik Beschlüsse einstimmig
gefasst werden und wann qualifizierte Mehrheitsbeschlüsse möglich sind. Bei einstimmigen
Beschlüssen hat jedes Land eine Stimme. Bei Beschlüssen mit qualifizierter Mehrheit haben die
Länder ein unterschiedliches, in etwa ihrer Größe entsprechendes Gewicht.

6.4.4 Stimmengewicht der Mitgliedstaaten: bei Entscheidungen mit qualifizierten Mehrheit


 Gegenwärtig haben die 25 Mitgliedstaaten insgesamt 321 Stimmen und ist für eine
qualifizierte Mehrheit folgendes nötig
 einerseits 232 Stimmen aus Minimum 13 Länder
 anderseits muss auf Antrag eines Ministers im Rat geprüft werden, ob in den
Staaten, die für einen Beschluss eine qualifizierte Mehrheit bilden, mindestens
62 % der Gesamtbevölkerung der EU wohnen. Sind es weniger, kommt der
Beschluss nicht zustande.
 Die EU-Verfassung legt fest, dass die qualifizierte Mehrheit im Rat bedeutet eine
Mehrheit von 55 % der Mitgliedstaaten, die eine Bevölkerungsmehrheit von 65 %
aufweist.
6.5 Außenminister der EU
 Die Einrichtung des Postens eines Außenministers ist eine der wichtigen Neuerungen in der
EU-Verfassung. Mit Hilfe dieser Funktion wird es zu einer stärkeren Kohärenz bei der
Aussenbeziehungen der EU kommen, sowohl auf politischer als auch wirtschaftlicher
Ebene. Die übrigen Länder werden die Stimme der EU leichter ausmachen.
 Dieser Minister trägt sozusagen „zwei Hüten”. Er nimmt nämlich Aufgaben wahr, die
derzeit drei Personen zugewiesen sind: dem Generalsekretär des Rates, dem Hohen
Vertreter für die Gemeinsame Außen und Sicherheitspolitik(GASP), und dem für
Aussenbeziehungen zuständigen Kommissar. Der Außenminister ist somit gleichzeitig
Beauftragter des Rates für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik und die für
die Außenbeziehungen zuständigen Komissionsmiglied. Sogar ist er Vizepräsident der
EK, und in dieser Eigenschaft unterliegt er dem kollektiven Zustimmungsvotum des EP
und gegebenfalls dem Misstrauensvotum. Er hat den Vorsitz im Rat der Außenminister
und trägt für die Schlüssigkeit des außenpolitischen Handels der Union in ihrer
Gesamtheit Sorge.
 Der Außenminister wird vom Europäischen Rat mit qualifizierter Mehrheit mit
Zustimmung des Präsidenten der Kommission ernannt. Er hat das Vorschlagsrecht und
vertritt die EU allein oder mit der EK; erstützt sich auf einen „Europäischen
Auswärtigen Dienst.“

6.6 Europäische Kommission (EK)


6.6.1 Funktion und Verantwortlichkeit der EK
 Die Europäische Kommission (kurz: EK) ist geschaffen worden, um in völliger
Unabhängigkeit und frei von nationalen Eigenwünschen die allen Mitgliedstaaten der
EU gemeinsamen europäischen Interessen zu vertreten.
42

 EK ist die treibende Kraft bei der Gesetzgebung. Sie allein hat das Recht (und die
Pflicht), Entwürfe für europaweit geltende Gesetze zu formulieren und vorzugehen. EK
hat also großen Einfluss darauf, wie und wie schnell die Union sich entwickelt. ER und
EP können EK auffordern, Gesetzentwürfe zu bestimmten Aufgaben vorzulegen.
 EK übernimmt die Programmplanung und Durchführung der gemeinsamen Politiken
(wie zum Beispiel der Gemeinsamen Agrarpolitik).
 EK führt den Haushaltsplan aus und verwaltet die Gemeinschaftsprograme. Bei der
konkreten Umsetzung der gemeinschaftlichen Maßnahmen und Programme stützt sich
die EK sehr weit auf die einzelstaatlichen Verwaltungen.
 EK übt die Vertretung der EU auf internationaler Ebene (zum Beispiel im Rahmen der
WTO). Es gilt gegenwärtig auch für die Vertretung der EU nach außen, im Rahmen der
Außen- und Sicherheitspolitik (Diese Funktion wird die EK nach dem Inkrafttreten der
EU-Verfassung mit dem Außenminister der EU geteilt ausgeübt)
 Schließlich EK trägt die Verantwortung für die ordnungsgemäße Anwendung der
Bestimmungen der EG und EU-Verträge (später auch für die Anwendung der EU-
Verfassung), sowie den von den Organen der Gemeinschaft getroffenen Beschlüsse
Sorge, zum Beispiel im Bereich des Wettbewerbes.
 Die Kommission ist als Kollegium dem EP verantwortlich. EP kann das
Misstrauensantrag gegen EK aussprechen und damit geschlossen (nicht einzelne
Kommissare) zum Rücktritt zwingen. Im solchen Fall führt die zurückgetretene EK die
laufenden Geschäfte bis zur Ernennung eines neuen EK weiter. ( Diesbezüglich war ein
konkreter Fall im März 1999: EK musste nach heftiger Kritik und der Entscheidung des
EP zufolge zurücktreten, erstmals in der Geschichte der EU)
6.6.2 Wahl des Präsidenten der EK und der Kommissare
 Derzeitig benennen die Regierungen der EU-Länder einen Kandidaten für das Amt des
Präsidenten der EK, dem das EP zustimmen muss. Der designierte Präsident benennt
dann auf Vorschlag der Mitgliedstaaten die übrigen Kandidaten der EK, die sich eine
eingehende Prüfung durch das EP stellen. Wenn das Parlament der neuen EK zustimmt,
kann sie von den Regierungen der Mitgliedstaaten ernannt werden.( So ist es
vorgekommen, dass wegen heftigen Kritiken des EP konnte der designierte EK-
Präsident die Annahme der Liste der Kommissar-Kandidaten durch das EP nur nach
einer Änderung dieser Liste „durchboxen“(Der Präsident der EK ist derzeitig –Stand:
Januar 2005 –José Manuel BAROSSO)
 Laut der EU-Verfassung schlägt ER dem Europäischen Parlament – mit
Berücksichtigung der Ergebnissen der Europäischen Wahlen und nach entsprechenden
Konsultationen - mit qualifizierten Mehrheit einen Kandidaten für das Amt des
Präsidenten der EK vor: dabei berücksichtigt er das Ergebnis der Wahlen des EP. Das EP
wählt diesen Kandidaten mit der Mehrheit seiner Mitglieder. Erhält dieser Kandidat
nicht die Mehrheit, so schlägt der ER dem EP innerhalb eines Monats mit qualifizierten
Mehrheit einen neuen Kandidaten vor, für dessen Wahl das EP dasselbe Verfahren
anwendet
 Aufgaben und kompetenten des EK-Präsidenten Laut EU-Verfassung: er legt die
Leitlinien fest, nach denen die EK ihre Aufgabe ausübt; beschließt über die interne
Organisation der EK, um die Kohärenz, die Effizienz und das Kollegialitäts-Prinzip im
Rahmen ihrer Tätigkeit sicherzustellen; ernennt, mit Ausnahme des Außenministers der
EU, den Vizepräsidenten aus dem Kreis der EK; und hat die Möglichkeit, ein Mitglied
43

der EK zum Rücktritt auszufordern.(Präsident der EK ist derzeitig (Stand:


Januar2005):José Manuel BAROSSO
 Früher setzte sich EK aus 20 Personen: je zwei Vertreter von D, F, UK, I, und S, und
dazu noch je ein Vertreter der übrigen 10 Mitgliedstaaten zusammen.
 In der gegenwärtigen, ab November 2004 begonnen Amtsperiode besteht EK aus 25
Mitglieder: alle Mitgliedstaten haben je einen Kommissar gestellt.
 In der EU-Verfassung ist niedergelegt, dass ab 2014 die Anzahlt der EK-Mitglieder
reduziert werden und der Zahlt von zwei Dritten der Mitgliedstaaten entsprechen soll.
Die Kommissare werden dann nach einem Rotationssystem ausgewählt, bei dem alle
Mitgliedstaaten gleichberechtigt behandelt werden.

6.6.3 Beschlussfassung; Geschäftsordnung; Bericht über die Tätigkeit der EU in der EK


 EK trifft ihre Beschlüsse mit der einfachen Mehrheit ihrer Mitglieder. Die
Beschlussfähigkeit wird in der Geschäftsordnung festgelegt.
 Die EK gibt sich eine Geschäftsordnung, um ihr ordnungsgemäßes Arbeiten und das
ihrer Dienstellen zu gewährleisten. Sie sorgt für die Veröffentlichung dieser
Geschäftsordnung.
 Die EK veröffentlicht jährlich, und zwar spätestens einen Monat vor Beginn der
Sitzungsperiode des EP, einen Gesamtbericht über die Tätigkeit der EU.
 Die EK hat Vertretungen in allen Mitgliedstaaten. Ihre Verwaltung ist in 36
Generaldirektionen und hochrangige Dienststelle gegliedert. Der EK unterstehen ferner
Außenstellen und Forschungseinrichtungen sie hat den größten Übersetzungs- und
Dolmetscherdienst der Welt.

6.7 Gerichtshof der EU(EuGH)


6.7.1 Funktionen von EuGH
 Kennzeichnend für das Rechtsstaastprinzip ist: Unabhängige Gerichte wachen darüber,
dass die Rechtsstaatlichkeit gewahrt bleibt; sie garantieren jedem Bürger, jeder Bürgerin
umfassenden Rechtsschutz gegen Missbrauch der öffentlichen Gewalt.
 EuGH sorgt für die Einhaltung des Rechts der Union, eingerechnet die künftige
Verfassung der EU und allen anderen Rechtsnormen der EU. Seine Funktion kann man
als eine Mischung von Funktionen betrachten, die in Ungarn vom Verfassungsgericht
und von allem anderen Gerichte ausgeübt werden.

6.7.2 Zuständigkeiten des EuGH


In seine Zuständigkeit fallen
 Rechtsstreitigkeiten zwischen den Mitgliedstaaten, zwischen der EU und den
Mitgliedstaaten, und zwischen Privatpersonen und der EU und zwischen EU-Organe
 Klagen, die von natürlichen oder juristischen Personen gegen Entscheidungen der EU-
Organe oder Einrichtungen eingeleitet werden (Bisher ist so eine Klage nur dass
möglich, wenn diese beklagte Entscheidungen diese Personen „persönlich” treffen. Aber
44

laut EU-Verfassung müssen die Bürger und die Unternehmer in die Lage gesetzt werden,
leichter gegen die Regelungen der EU vorzugehen, die als Grundlage der Sanktionen
dienen, auch wenn diese sie nicht persönlich treffen.
 Fragen der Auslegung des Unionsrechts, die von einem einzelstaatlichen Gericht im
Rahmen eines abhängigen Verfahrens aufgeworfen werden. Diese letztgenannte
Zuständigkeit im Wege der „Vorabentscheidung” ist von grundlegender Bedeutung, um
eine gleichmäßige Auslegung des Unionsrechts auf dem gestammten Unionsgebiet
sicherzustellen.
 Endgültige Entscheidungen darüber, wie strittige Texte in den Verträgen zu verstehen
sind, auch wenn diese Streitigkeiten nicht innerhalb eines Gerichtsverfahrens
vorgekommen sind.
 Dienstrechtsklagen, die bei Streitsachen zwischen EU und deren Bediensteten von
beiden Seiten eingereicht werden können.

6.7.3 Die Gliederung des EuGH


Das EuGH gliedert an folgendem Gerichte:
 der Gerichtshof der EU
 das Gericht (heute noch: Gericht erster Instanz)
 die Fachgerichte

6.7.4 Sonstige Regel betreffs EuGH


 Der Gerichtshof und das Gericht setzen sich aus mindestens einem Richter je
Mitgliedstaat zusammen und werden von den Regierungen der Mitgliedsstaaten in
gegenseitigem Einvernehmen für sechs Jahre ernannt,
 Ebenso werden die Generalanwälte ernannt, derer Aufgabe ist die Tätigkeit der Gerichte
zu unterstützen.
 Klagen beim EUGH haben keine aufschiebende Wirkung. EuGH kann jedoch, wenn er
den Umständen nach für nötig hält, die Durchführung der angefochtenen Handlung
aussetzen.
 Die Urteile des EuGH sind vollstreckbar
 Die Satzung des EuGH wird in einem Protokoll festgelegt.

6.8 Die Europäische Zentralbank (EZB)


 Die EZB und die Zentralbanken der EU-Mitgliedstaaten bilden das Europäische System
der Zentralbanken.
 Die Währungsunion und die einheitliche Währung „Euro“ haben zur Errichtung der EZB
geführt. Seit dem 1. Januar 1999 besteht die Aufgabe darin, die vom ESZ festgelegte
europäische Währungspolitik – zum Beispiel die Steuerung der Menge von Euro zu
betreiben. Auf der Ebene der konkreten Umsetzung leiten die Beschlussorgane der EZB
das ESZ, das für die Erarbeitung um Umsetzung der Geldpolitik, die
45

Wechselkurssteuerung, die Verwaltung der Devisenreserven der Mitgliedstaaten sowie


das ordnungsmäßige Funktionieren der Zahlungssysteme zuständig ist. Sein vorrangiges
Ziel ist es, die Preisstabilität zu gewährleisten.
 Die EZB ist ein Organ, das Rechtspersönlichkeit besitzt. Sie allein ist befugt, die
Ausgabe des Euro zu genehmigen.
 Die EZB erlässt die für die Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlichen Maßnahmen.
Gemäß diesen Bestimmungen behalten die Mitgliedstaaten, die die Euro nicht eingeführt
haben, sowie deren Zentralbanken ihre Zuständigkeiten im Währungsbereich
 Die EZB wird in ihrem Zuständigkeitsbereich zu allen Vorschlägen für Rechtsakte der
Union sowie zu allen Entwürfen für Rechtsvorschriften auf einzelstaatlicher Ebene
angehört, und kann Stellungnahmen abgeben.

6.9 Die Europäische Investitionbank (EIB)


Die EIB ist eine Finanzinstitution für die „ ausgewogene und reibungslose Entwicklung der EU”, und
gleichzeitig die größte Finanzierungsinstitution weltweit. Die EIB finanziert mit ihrem langfristigen
Darlehen mit niedrichstmöglichen Zinsen und mit ihrer Bürgschaft Investitionsvorhaben in der EU,
die einem oder mehreren der nachstehenden Ziele dienen:
 Entwicklung der wirtschaftliche schwächeren Regionen
 Ausbau der transeuropäischen Netze für Verkehr, Telekommunikation und Energieübertragung
 Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und
Förderung ihrer Integration auf europaweiter Ebene ebenso Unterstützung kleiner und
mittlerer Unternehmen.
 Schutz der Umwelt, Sicherung der Lebensqualität, Strukturverbesserung städtischen
Gebiete und Bewahrung des architektonischen Erbe in der EU
 Sicherung der Energieversorgung. Ausbau und Modernisierung der Infrastruktur-
Einrichtungen in den Bereich Bildung und Gesundheit, sowie Städterrneuerung im
Rahmen des so genannten „Amsterdamer Sonder-Aktionsprograms” zur Förderung von
Wachstum und Beschäftigung.

6.10 Der Europäische Rechnungshof(EuRH)


 EuRH ist „der Anwalt der europäischen Steuerzahler“; das Organ der EU, das die
Rechnungsprüfung wahrnimmt: er kontrolliert die Rechnung über alle Einnahmen
und Ausgaben der EU. EuRH prüft im Laufe der Kontrolle
 die Rechtsmäßigkeit der Einnahmen und Ausgaben des
Gemeinschaftshaushalts; sie müssen auf Rechtsakten der EU
zurückzuführen sein;
 Die Ordnungsmäßigkeit der Ausgaben; sie müssen mit
Zahlungsermächtigungen übereinstimmen; und
 Die Wirtschaftlichkeit der Hauhaltsführung; vor allem Sparsamkeit und
Wirksamkeit
46

 EuRH stellte seit Jahrzehnten immer wieder Missbrauch von EU-Geldern fest. Für das
Aufdecken von Betrügereien in Bezug auf EU-Gelder in den Mitgliedstaaten waren bis
1999 die Mitgliedstaaten allein verantwortlich, nicht „Brüssel”. Dann wurde aber ein
neues, unabhängiges Europäisches Amt zur Betrugsbekämpfung gegründet: „OLAF”.
Es kann auf eigene Initiative Untersuchungen einleiten, erstmals auch in Mitgliedstaaten.
 Weder ein EU-Organ, noch eine Regierung hat gegenüber dem EuRH und gegenüber
OLAF ein Weisungsrecht.
 EuRH besteht aus einem Staatsangehörigen je Mitgliedstaat. Seine Mitglieder üben ihre
Aufgaben in voller Unabhängigkeit aus
 EuRH verwirklicht eine vielseitige Kooperation mit den nationalen Rechnungshöfen auf
dem Gebiet der EU-Gelder.

6.11 Ausschuss der Regionen (AdR)


 AdR setzt sich aus gewählten Vertretern der lokalen, regionalen und zwischengeordneten
Gebietskörperschaften der einzelnen Mitgliedstaaten zusammen. Die Mitglieder vom
AdR sind während ihrer Arbeit im Ausschuss an keine Weisungen gebunden; sie üben
ihre Tätigkeit in voller Unabhängigkeit zum allgemeinen Wohl der EU aus.
 Mittels der AdR wollten einen „heißen Dran” zwischen den Organen der EU und den
206 Regionen und durch die Regionen der mehr als 100 000 Städten und Gemeinden
schaffen, als sie in Maastricht beschlossen, einen „Ausschuss der Regionen”
einzurichten. Die Gebietskörperschaften und derer Bürger sollten stärker in den
europäischen Einigungsprozess eingebunden werden
 AdR wird vom Ministerrat, EP und EK zu Fragen angehört, die regionale und lokale
Interessen berühren, insbesondere auf den Gebieten: Bildung, öffentliche Gesundheit,
wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhalt. In einigen Fällen ist die Anhörung vom
AdR sogar obligatorisch.
 Die Zahl der Mitglieder des AdR ist laut EU-Verfassung auf 350 vorgesetzt. (Ungarn hat
gegenwärtig 12 Mitglieder und 12 stellvertretende Mitglieder im AdR) -Sie werden vom
Ministerrat auf Vorschlag der jeweiligen Mitgliedstaaten und nach Stellungnahme der
EK, für vier Jahre ernannt.
 Der Präsident des WSA ist derzeitig –Stand: Januar 2005- Peter STRAUB

6.12 Europäisches Wirtschafts- und Sozialausschuss (WSA)


 WSA setzt sich zusammen aus Vertretern der Organisationen der Arbeitgeber, von
Organisationen der Arbeitnehmer und aus anderen Vertreter der Zivilgesellschaft
 WSA sorgt dafür, dass die verschiedenen Gruppen des wirtschaftlichen und sozialen
Lebens, insbesondere: Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Landwirte, Verkehrsunternehmer,
Kaufleute, Handwerker,, die freien Berufe, die Leiter von kleinen und mittleren
Betriebe, die Verbraucher, die Umweltschützer und das Verbandswesen institutionell im
der EU vertreten sind.
 WSA nimmt gegenüber den anderen EU-Organen beratend Stellung, insbesondere im
Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens. WSA wird in zahlreichen Fällen vom EP, dem
Ministerrat oder die EK vor der Verabschiedung von Rechtsakten angehört, die auf den
47

Gebieten Binnenmarkt, Bildung, Verbraucherschutz, Umwelt, Regionalentwicklung und


Soziales erlassen werden. In einigen Fällen ist die Anhörung vom WSA sogar
obligatorisch.
 Die Zahl der Mitglieder der WSA ist laut EU-Verfassung in 350 festgesetzt. Die WSA-
Mitglieder stammen aus den repräsentativsten einzelstaatlichen Organisationen und
werden vom Ministerrat für vier Jahre ernannt.
 Ungarn hat 12 Mitglieder und 12 stellvertretende Mitglieder im WSA
 Die Präsidentin des WSA ist derzeitig – Stand: Januar 2005 – Anne-Marie SIGMUND

6.13 Sonstige Einrichtungen und Stellen der EU


Die sonstigen Einrichtungen und Stellen der EU haben die verschiedensten Nahmen („Agentur”,
„Zentrum”, „Institut”, „Stiftung”, „Amt”, „Behörde”, ”Stelle”) und die verschiedensten Aufgaben.
Sie sind (unter anderen):
 Europäische Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs: Ihr Auftrag besteht in der
Steigerung der Seeverkehrssicherheit in den Gewässern der EU, um das Risiko von
Unfällen auf See, die Verschmutzung der Meere durch Schiffe und des Verlusts von
Menschenleben auf See zu verringern. Zu ihrer vielfältigen Aufgaben zählt auch die
Erarbeitung einer einheitlichen Methode für die Untersuchung von Seeunfällen für die
EU und die Festlegung eines EU-weiten Informationssystems für den Schiffverkehr.
 Europäische Agentur für Flugsicherheit: Ihre Aufgabe ist es, die EU bei der
Ausarbeitung von Rechtsvorschriften und Regeln für die Flugsicherheit zu unterstützen
und die EK bei der Überwachung der ordnungsgemäßen Einhaltung der EU-Regelungen
zu helfen. Außerdem wird die Agentur internationalen Organisationen, die für die
Sicherheit und Umweltverträglichkeit der Zivilluftfahrt zuständig sind, technische Hilfe
bieten und Luffahrtbehörden aus Drittstaaten unterstützen.
 Europäische Umweltagentur Ihre Aufgabe ist es, Informationen über den Zustand: der
Entwicklung der Umwelt in Europazusammenzutragen und zu verbreiten. Sie steht auch
Ländern offen, die nicht zur EU gehören. So zählen Island, Liechtenstein und Norwegen
von Anfang an zu ihren Mitgliedern. Die Agentur arbeitet aktiv mit internationalen
Einrichtungen und Organisationen auf dem Gebiet des Umweltschutzes zusammen.
 Europäische Agentur für die Beurteilung von Arzneimitteln: Durch die Beurteilung von
Arzneimitteln für Menschen und Tier trägt sie zum Schutz und Förderung der
Gesundheit in Europa bei. Sie bündelt wissenschaftliche Ressourcen aus allen EU-
Staaten. Wenn die Agentur ein Produkt für sicher und qualitativ einwandfrei befindet,
kann die EK den Verkauf in allen EU-Staaten genehmigen.
 Europäische Beratungsstelle für Drogen und Drogensucht: Ihre Aufgabe ist es,
objektive, zuverlässige und vergleichbare Informationen über Drogen und Drogensucht
in Europa zusammenzutragen und zu verbreiten. Zu diesem Zweck arbeitet sie auch mit
Ländern außerhalb der EU sowie mit internationalen Organisationen zusammen.
 Europäische Stiftung für Berufsausbildung: Sie trägt zur Verbesserung der
Berufsausbildung in mehr als 40 Staaten außerhalb der EU bei. Dazu gehören die
Beitrittsstaaten und Länder in benachbarten Regionen wie Nordafrika, Naher Osten,
Balkan und die ehemalige Sowjetunion. Die Stiftung bietet diesen Ländern
Erkenntnisse, Fachwissen und Erfahrungen in Bezug auf die Ausbildung von
48

Arbeitnehmern für neue Arbeitsplätze und die Entwicklung von Programmen für das
lebensgeleitende Lernen.
 Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle): führt
Anmeldeverfahren für Gemeinschaftsmarken, -muster und -modelle durch. Die
„Gemeinschaftsmarke erleichtert europäischen Unternehmen die Arbeit und spart ihnen
Geld, da Hersteller, die ihre Marken europaweit schützen wollen, sie nun nicht mehr in
jedem einzelnen EU-Staat eintragen lassen müssen.
 Gemeinschaftliches Sortenamt): erwaltet ein System von Sortenschutzrechten, einer
besonderen Form der gewerblichen Schutzrechte für neue Pflanzensorten. Das
Sortenamt arbeitet ähnlich wie das Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt: es
gewährt Schutzrechte für neue Pflanzensorten in der ganzen EU führ einen Zeitraum von
25 bis 30 Jahren.
 Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitbedingungen : Ihre
Aufgaben bestehen darin:
 Entscheidungsträger aus den Bereichen Sozial- und Arbeitspolitik zu beraten
 Lebens- und Arbeitsbedingungen zu analysieren und zu beurteilen
 über Entwicklungen und Trends zu berichten und
 Zur Verbesserung der Lebensqualität beizutragen.
 Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz: Sie wurde
eingerichtet, um die unfangreichen Fachkenntnisse und Informationen zu bündeln, die es
in Europa insbesondere in Hinblick auf Präventivmassnahmen gibt. Neben dem Aufbau
eines umfangreichen Netzes von Websides zum Thema Sicherheit und
Gesundheitsschutz gibt die Agentur zahlreiche Veröffentlichungen heraus, die von
Sachverständigenberichten bis zu Material für Informationskampagnen reichen.
 Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit: Sie ist in erster Linie für die
Entstehung unabhängiger wissenschaftlicher Gutachten zu allen Fragen, die die
Lebensmittelsicherheit betreffen, verantwortlich. In diesem Zusammenhang beurteilt sie
Risiken für die Nahrungskette und nimmt wissenschaftliche Bewertungen aller
Sachverhalte vor, die sich auf die Lebenmittelversorgung in Europa auswirken können.
 Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit Ihre
Hauptaufgabe besteht darin, der EU und ihrer Mitgliedstaaten objektive, zuverlässige
und vergleichbare Daten über den Rassismus, die Fremdenfeindlichkeit und den
Antisemitismus in Europa vorzulegen und EU-weite Strategien für die Lösung dieser
Probleme auszuarbeiten. Sie zeigt Beispiele für bewährte Verfahren bei der Integration
von Zuwanderern und Angehörigen ethnischer und religiöser Minderheiten auf und
verbreitet diese.
 Europäische Agentur für den Wiederaufbau: Ihre Aufgabe besteht in der Verwaltung der
wichtigsten Programme der EU zur Unterstützung des Wiederaufbaus in allen Ländern
des Balkanraums, die von den Kriegen der letzten Jahre betroffen waren.
 Übersetzungszentrum: Das Übersetzungszentrum, das über eigene Finanzmittel verfügt,
wurde errichtet, um den Übersetzungsbedarf der anderen dezentralen Agenturen der EU
zu decken. Im Rahmen freiwilliger Kooperationsabkommen erbringt es auch
Dienstleistungen für die Organe und anderen Einrichtungen der EU mit eigenem
Übersetzungsdienst.
48
Teil 7 Demokratische Grundlagen der EU (Grundrechte; Unionbürgerschaft;
das demokratische Leben der EU)
7.1. Allgemeine Bemerkungen
 In der EU-Verfassung werden zum ersten Mal die demokratischen Grundlagen der EU
festgelegt und ihre konkrete Ausgestaltung verstärkt.
 Die Präsidenten des Europäischen Parlaments, des Ministerrates und der Kommission
haben zum Auftakt des Europäischen Rates von Nizza am 7. Dezember 2000 die
Charta der Grundrechte der Europäischen Union proklamiert.
 Diese Charta ist in die EU-Verfassung aufgenommen, womit sie rechtsverbindlich ist.
Die Charta fast zusammen, was den Menschen in den Verfassungen der EU-
Mitgliedstaaten an Grundrechten garantiert wird, und ergänzt sie um spezielle Rechte
der Unionbürger.
 Diese Charta basiert auf den „Europäischen Menschenrechten Konvention(EMRK)“
die als Konvention des Europarates am 4 November in Rom unterzeichnet wurde. In
der EU-Verfassung ist unter anderen der Beitritt der EU zur EMRK vorgesehen
 Die Charta der Grundrechte der EU fasst in sechs Kapiteln die allgemeinen Menschen-
und Bürgerrechte und die wirtschaftlichen und sozialen Rechte in einem
überstaatlichen Dokument zusammen:
7.2 Aufbau und Inhalt der Charta der Grundrechte
7.2.1 Kapitel 1 der Charta („Würde des Menschen”)
Dieses Kapitel enthält die Rechte auf Menschenwürde, auf Leben, auf körperliche und geistliche
Unversehrheit sowie das Verbot von Folter und Sklaverei. Hier werden auch die in der Medizin
und Biologie zu wahrenden Grundrechte genannt, z.B. „das Verbot des reproduktiven Klonens
vom Menschen”)
7.2 2 Kapitel 2 der Charta („Freiheiten ")
In diesem Kapitelwerden bürgerliche, politische und wirtschaftliche Rechte normiert: das Recht
auf Freiheit und Sicherheit, die Achtung des Primats- und Familienlebens, der Schutz
personbezogenen Daten, das Ehe- und Familiengründungsrecht, die Gedanken. Gewissens- und
Religionsfreiheit, die Freiheit der Meinungsäußerung und der Information, die Versammlungs- und
Vereinigungsfreiheit, die Freiheit von Kunst und Wissenschaft, das Recht auf Bildung und das
Recht zu arbeiten, die Berufs- und unternehmerische Freiheit, das Recht auf Asyl sowie der Schutz
gegen Abschiebung, Ausweisung und Auslieferung.
7.2.3 Kapitel 3 der Charta („Gleichheit”)
Dieses Kapitel behandelt das Gleichheitsrecht von der Gesetz, die Diskriminierungsverbote, die
Vielfalt von Kulturen, Religionen und Sprachen, die Gleichstellung von Männer und Frauen, die
Rechte von Kindern und älteren Menschen, sowie die Integration von Behinderten.
7.2.4 Kapitel 4 der Charta („Solidarität“)
Dieses Kapitel führt die Rechte aus dem Arbeitsleben, das Verbot der Kinderarbeit, der Schutz des
Familien und Berufslebens, das Recht auf Zugang zu Leistungen der sozialen Sicherheit und
soziale Unterstützung, den Gesundheits-, Verbrauchers- und Umweltschutz sowie das Recht auf
Zugang zu Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichen Interesse auf.
50

7.2.5 Kapitel 5 der Charta („Bürgerrechte”)


Dieses Kapitel enthält die Wahlrechte bei den Wahlen zum Europäischen Parlament,, und zu den
Kommunalwahlen, die Rechte auf gute Verwaltung, durch die EU-Organe und Einrichtungen und
den Zugang zu EU-Dokumenten, das Recht auf Anrufung des Bürgerbeauftragten und das
Petitionsrecht, die Freizügigkeit und das Aufenthaltsrecht sowie den diplomatischen und
konsularen Schutz.. (Die Unionbürgerschaft - die seit 1 Mai 2004 auch die ungarischen
Staatsbürger haben - ergänzt aber ersetz nicht die nationale Bürgerschaft.)
7.2.6 Kapitel 6 der Charta (“Justitielle Rechte“)
Dieses Kapitel nennt die spezielle Rechte der Unionbürger: das Recht auf einen wirksamen
Rechtsbehelf bei Gericht, ein unparteiisches Gericht, die Unschuldvermutung und das
Verteidigungsrecht der Angeklagten, die Grundsätze des Gesetz- und Verhältnismäßigkeit für
Strafen und Straftaten, sowie das Verbot der Doppelbestrafung.
7.2.7 Kapitel 7 der Charta („Allgemeine Bestimmungen”)
Dieses Kapitel klärt den Anwendungsbereich, die Tragweite der garantierten Rechte, das
Schutzniveau und das Verbot des Missbrauchs der Rechte

7.3 Unionbürgerschaft
7.3.1 Grundsätze der Unionbürgerschaft
 Die Unionbürgerschaft ergänzt die Staatsbürgerschaft, ersetzt sie aber nicht
 die Verfassung bestätigt eindeutig die sich aus der Unionbürgerschaft ergebenen Rechte
7.3.2 Die einzelnen Rechte der Unionbürgerinen und Unionbürger
 das Recht auf Freizügigkeit und freien Aufenthalt;
 das aktive und passive Wahlrecht bei den Wahlen zum EP und bei den
Kommunalwahlen;
 das Recht auf den Schutz durch die diplomatischen und konsularischen Stellen;
 das Recht, Petitionen an das EP zu richten;
 das Recht, sich an den Europäischen Bürgerbeauftragten zu wenden;
 das Recht Schreiben in einer der Sprachen der EU an denen Institutionen zu richten
und eine Antwort in derselben Sprache zu erhalten.
 Diese Auflistung ist nicht erschöpfend; solche weitere Rechte, die aber innerhalb der
EU nicht ausschließlich für EU-Bürgern zur Verfügung stehen, sind:
 die Möglichkeit, Meinungen zu sämtlichen Tätigkeitsbereichen der EU zu
äußern und an einem Meinungsaustausch teilzunehmen
 das Recht auf Zugang zu Dokumenten der Organe der EU

7.4 Das demokratische Leben der EU


In der EU-Verfassung werden zum ersten Mal die demokratischen Grundlagen der EU festgelegt
und ihre konkrete Ausgestattung wird verstärkt.
51

7.4.1 Grundsatz der demokratischen Gleichheit


Die EU achtet in ihrem gestammten Handeln den Grundsatz der Gleichheit ihrer Bürgerinnen und
Bürger, denen ein gleiches Maß an Aufmerksamkeit seitens der Organe, Einrichtungen und
sonstigen Stellen der Union zuteil wird.
7.4.2 Grundsatz der repräsentativen Demokratie
 Die Arbeitweise der EU beruht auf repräsentativen Demokratie
 Die Bürgerinnen und Bürger sind auf EU-Ebene unmittelbar im EP vertreten
 Die Mitgliedstaaten werden im ER von ihnen Staats- oder Regierungchens und im
Ministerrat von ihrer jeweiligen Regierung vertreten, die ihrerseits in demokratischer
Weise gegenüber ihrem nationalen Parlament oder gegenüber ihren Bürgerinnen und
Bürgern Rechenschaft ablegen müssen
 Alle Bürgerinnen und Bürger haben das Recht, am demokratischen Leben der EU
teilzunehmen. Die Entscheidungen werden so offen und bürgernah wie möglich
getroffen.
 Politischen Parteien auf europäischer Ebene tragen zur Herausbildung eines
europäischen Bewusstseins und zum Ausdruck des Willens der Bürgerinnen und Bürger
der EU bei.
7.4.3 Grundsatz der partizipativen Demokratie
 Die Organe geben der Bürgerinnen und Bürgern und den repräsentativen Verbänden in
geeigneter Weise die Möglichkeit, ihre Ansichten in allen Bereichen des Handels der
EU öffentlich bekannt zu geben und auszutauschen
 Die Organe pflegen einen offenen, transparenten und regelmäßigen Dialog mit den
repräsentativen Verbänden und der Zivilgesellschaft.
 Um die Kohärenz und die Transparenz des Handelns der EU zu gewährleisten. Führt
die EK umfangreiche Anhörungen der Betroffenen durch.
 Unionsbürgerinnen und Unionsbürger, deren Anzahl mindestens eine Million betragen
und bei denen es sich um Staatsangehörige einer erheblichen Anzahl von
Mitgliedstaaten handeln muss, können die Initiative ergreifen und die EK auffordern,
im Rahmen ihrer Befugnisse geeignete Vorschläge zu Themen zu unterbreiten, zu
denen es nach Ansicht jener Bürgerinnen und Bürger eines Rechtsakt der EU bedarf,
um die Verfassung umzusetzen.
7.4.4 Die Sozialpartner und der autonome soziale Dialog
 Die EU anerkennt und fördert die Rolle der Sozialpartner auf Ebene der EU unter
Berücksichtigung der Unterschiedlichkeit der nationalen Systeme. Sie fördern den
sozialen Dialog und achtet dabei die Autonomie der Sozialpartner.
 Der „Dreigliederige Sozialgipfel für Wachstum und Beschäftigung” – das ist eine im
März 2003 vom ER gegründete und aus dem Präsidenten der EK, Mitglieder von
„Troika” und Leiter des Europäischen Gewerkschaftsbundes, des Verbandes der
Arbeitgeber der öffentlichen Sektor und des Verbandes der Privatsektor bestehende
„Gipfelkonferenz”, die nach Bedarf und parallel mit ER-Sitzungen einberufen wird
-trägt zum sozialen Dialog bei.
52

7.4.5 Der Europäische Bürgerbeauftragte


 Das EP wählt einen Europäischen Bürgerbeauftragten, der Beschwerden über
Missstände bei der Tätigkeit der Organe, Einrichtungen und sonstigen Stellen der EU
nach Maßgabe der Verfassung entgegennimmt.
 Der Europäische Bürgerbeauftragte untersucht diese Beschwerden und erstattet darüber
Bericht.
 Der Europäische Bürgerbeauftragte übt sein Amt in völliger Unabhängigkeit aus.
7.4.6 Transparenz der Tätigkeit der Organe, der Einrichtungen und der sonstigen
Stellen der EU
 Um eine verantwortungsvolle Verwaltung zu fördern und die Beteiligung der
Zivilgesellschaft sicherzustellen, handeln die Organe, Einrichtungen und sonstige
Stellen der EU unter weitergehender Beachtung des Grundsatzes der Offenheit.
 Das EP tagt öffentlich; das gilt auch für den Rat, wenn er über Entwürfe zu
Gesetzgebungsakten berät oder abstimmt.
 Jede Unionbürgerin und jeder Unionbürger sowie jede natürliche oder juristische
Person mit Wohnsitz oder satzungsmäßigem Sitz in einem Mitgliedstaat hat das Recht
auf Zugang zu Dokumenten der Organe, Einrichtungen und sonstige Stellen der Union,
unabhängig von den Form der für diese Dokumente verwendeten Träger
 Durch Europäisches Gesetz werden die allgemeinen Grundsätze und die aufgrund
öffentlicher oder privater Interessen geltenden Einschränkungen für die Ausübung des
Rechts auf Zugang zu solchen Dokumenten festgelegt. Im Einklang mit diesem Gesetz
legen die Organe, Einrichtungen und sonstige Stellen in ihren jeweiligen
Geschäftsordnungen besondere Bestimmungen für den Zugang zu ihren Dokumenten
fest.
7.4.7 Schutz personbezogenen Daten
 Jede Person hat das Recht auf Schutz der sie betreffenden personenbezogenen Daten
 Durch Europäisches Gesetz oder Rahmengesetz werden Vorschriften über den Schutz
natürlichen Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten durch die Organe,
Einrichtungen und sonstigen Stellen der EU sowie durch die Mitgliedstaaten in
Rahmen der Ausübung von Tätigkeiten, die in den Anwendungsbereich des
Unionsrecht fallen, und über den freien Datenverkehr festgelegt.
7.4.8 Status der Kirchen und weltanschaulichen Gemeinschaften
 Die EU achtet den Status, den Kirchen und religiöse Vereinigungen oder
Gemeinschaften in den Mitgliedstaaten nach deren Rechtsvorschriften genießen, und
beeinträchtigt ihn nicht.
 Die EU achtet in gleicher Weise den Status, den weltanschaulichen Gemeinschaften
nach den einzelstaatlichen Rechtvorschriften genießen.
 Die EU pflegt mit diesen Kirchen und Gemeinschaften in Anerkennung ihre Identität
und ihres besonderen Beitrags einen offenen, transparenten und regelmäßigen Dialog.
53

Teil 8 Politiken der EU I. - Verwirklichung des Binnenmarktes, der


Wirtschaftspolitik und der Währungspolitik
8.1 Verwirklichung des Binnenmarktes
8.1.1 Allgemeine Bemerkungen
Der Europäische Binnenmarkt, der im Jahr 1993 eröffnet worden ist, bedeutet ein „Raum der
Freiheit”, dass heißt ein Raum ohne Binnengrenzen. Er schließt die EU-Mitgliedstaaten und
ebenso Island, Norwegen und Liechtenstein ein, die mit der EU den Europäischen
Wirtschaftsraum (EWR) bilden. In Binnenmarkt gelten die „vier Freiheiten”:
 Freizügigkeit für Personen
 Freier Verkehr von Wahren
 Freier Verkehr von Dienstleistungen
 Freier Kapitalverkehr

8.1.2 Freizügigkeit und freier Dienstleistungsverkehr


Für Personen i innerhalb des Binnenmarktes schließt es ein:
 freie Einreise
 freien Aufenthalt
 freies Wohnrecht
 Niederlassungsfreiheit
 Freiheit der Arbeitsplatzwahl
Freizügigkeit gilt grundsätzlich für alle: für abhängig Beschäftigte, für Selbstständige, für allen
gewerblichen Berufe, für Studenten, Rentner, und Nichterwerbstätige (auch derer Angehörige),
wenn sie über ausrechende Mittel verfügen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und eine
Krankenversicherung abgeschlossen haben, die im Aufenthaltstaat der EU alle Risiken abdeckt.
Diesbezüglich müssen aber auch die folgenden Sonderregelungen in Betracht genommen werden:
 Viele Berufe können nur nach Erwerb eines Hochschulabschlusses oder nach
Absolvierung einer staatlich vorgeschriebenen Prüfung ausgeübt werden. Solche
Befähigungsnachweise werden in allen Ländern der Union anerkannt
 Die „”Hochschuldiplom-Richtlinie” regelt die Anerkennung der meisten Diplome, die
in einem Land der EU erworben wurden und für die ein mindestens dreijähriges
Studium vorgesehen ist. Sie werden allerdings nicht in jedem Falle automatisch
anerkannt: Wenn Studiengänge sich von Land zu Land inhaltlich oder in der
vorgeschriebenen Mindestdauer unterscheiden, können Anpassungen verlangt werden.
Für einige Berufe kann eine Eignungsprüfung oder wahlweise ein Anpassungslehrgang
vorgeschrieben sein,
 Für einige Berufe, so für Ärzte, Tierärzte, Apotheker und Architekten, ist die
Anerkennung der Diplome in Einzelnrichtlinien geregelt.
 Eine weitere Diplom-Richtlinie, die im Mai 1999 vom Ministerrat verabschiedet
wurde, ermöglicht die unionsweite Anerkennung von Diplomen, Prüfungszeugnissen
und Befähigungsnachweisen des Industrie und des freien Gewerbes. Wer eine
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Berufserfahrung von rund sechs Jahren in einem EU-Land nachweisen kann, darf
diesen Beruf in jedem anderem EU-Land ausüben, selbst, wenn er keine Lehre gemacht
hat In manchen Fällen können Eignungstests oder Anpassungs-Lehrgänge verlangt
werden.
 Wer arbeitslos ist, darf sich außerhalb seiner Heimat in einigen EU-Staaten drei, in den
anderen sechs Monate aufhalten, um dort eine Arbeit zu suchen; länger als sechs
Monate dann, wenn die ernsthafte Suche nach Arbeit nachweisbar bar ist und Aussicht
auf Erfolg hat.
 Die 15 „klassische” EU-Mitgliedsländer dürfen bis 2011 die Arbeitsnehmensrechte der
Bürger der neu beigetretenen Länder beschränken. Besonders Österreich und
Deutschland, aber vielleicht alle anderen Länder werden aus dieser Möglichkeit
Gebrauch machen. Es gibt dreifache Ursachen für die Beschränkungen (Fremdenhass,
Furcht von billigen Arbeitskräften von Osten, Furch von Verschlechterung der
öffentlichen Sicherheit und des öffentlichen Gesundheitswesens).

8.1.3 Freier Wahrenverkehr


Architekten, Gutachter, Banken, Versicherungen, Softwarefirmen, Werbeagenten usw. können ihre
Dienstleistungen innerhalb der Binnengrenzen der EU anbieten. Jeder soll die Möglichkeit haben,
sich aus einem europaweiten Angebot das führ ihn günstigste herauszusuchen.
8.1.4 Freier Kapital und Zahlungsverkehr
Das Kapital kann ungehindert fließen, und die europäischen Bürger und Unternehmen haben
freien Zugang zu den Finanzleistungen in allen Mitgliedstaaten. Steuerhinterziehung und
Geldwäscherei sollen aber mit entsprechenden Vorschriften und Maßnahmen gemeinsam bekämpft
werden.
8.1.5 Wettbewerbsregel
 Bei der Verwirklichung des gemeinsamen Binnenmarktes spielt der Wettbewerb als
Basis der freien Marktwirtschaft eine wichtige Rolle. Verbraucher haben eine
bedeutend größere Auswahl an Produkten und Dienstleistungen, wenn viele Anbieter
miteinander konkurrieren. Die Folge dieser Konmkurrenzsituation sind oft auch
niedrigere Preise
 Im EU-Vertrag werden solche Verhaltensweisen der Unternehmen untersagt, die den
freien Handel beträchtigen: Preisabschprachen: Aufteilung der Märkte, Einschränkung
oder Kontrolle der Erzeugung. Grundsätzlich sind die Unternehmen dazu verpflichtet,
jegliches Vorgehen, das den Wettbewerb beeinträchtigen könnte, bei der EK
anzumelden.
 Wettbewerbswidriges Verhalten wird mit Geldbussen in Höhe von bis zu 10% des
Jahresumsatzes des betroffenen Unternehmens geahndet. Die Unternehmen wiederum
können gegen das Vorgehen der EK vor dem EuGH klagen.
 Durch die „Fusionskontrollverordnung” kann die EK potentielle
wettbewerbsbeschränkende Fusionen kontrollieren. Dabei geht es nur um
Zusammenschlüsse von gemeinschaftsweiter Bedeutung.
 Das Wettbewerbsrecht der EU untersagt auch den Regierungen der Mitgliedsstaaten, in
den freien Wettbewerb durch Beihilfen an die Unternehmen einzugreifen. Lediglich
Beihilfen, die auf sozialen Aspekten basieren - so zum Beispiel Beihilfen für
55

kommunale Versorgungs-Dienstleistungen - oder wirtschaftlich benachteiligte


Regionen fördern, sind erlaubt.
8.2 Wirtschafts- und Währungspolitik
8.2.1 Wirtschaftspolitik
Schon am Anfang an haben die Staaten der EG verpflichtet mit ihrer Wirtschaftspolitik
gemeinsame Ziele zu verfolgen. Die Mitgliedstaaten haben aber im Mastrichter Vertrag in
Richtung einer Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) weitergegangen und sich verpflichtet,
ihre Wirtschaftspolitik als eine „Angelegenheit von gemeinsamen Interesse” zu betrachten und sie
zu koordinieren.
8.2.2 Währungspolitik
 Innerhalb der ersten Stufe auf dem WWU(1990 - 1993) haben die einzelnen Staaten ihre
Wirtschafts- und Währungspolitik stärker einander abgestimmt (koordiniert)
 Innerhalb der zweiten Stufe zur WWU (1994-1998) haben sich die EU-Staaten bemüht,
die folgenden vier strengen „Konvergenzkriterien” für die dann folgenden
Währungsunion zu erfüllen
 Preisstabilität: Der Anstieg der Verbraucherpreise darf nicht mehr als 1,5 % über
den durchschnittlichen Teuerungsgrate der preisstabilsten EU-Länder liegen
 Haushaltsdisziplin: Das Haushaltsdefizit des Staates soll 3 % von GDP und die
Staatsverschuldung 60 % von GDP nicht überschreiten
 Die langfristige Zinssätze dürfen nicht höher liegen als 2 % über den
Durchschnitt der zwei preisstabilsten Ländern
 Währungsstabilität: Die Währung muss in den letzten zwei Jahren vor Eintritt in
die Währungsunion gegenüber den anderen Währungen der EU-Länder stabil
geblieben sein.
 Als dritte Stufe der gemeinsamen Währungspolitik hat die Währungsunion am 1
Januar 1999 begonnen und „Euro” zuerst als einheitlicher Zahlungsmittel, ab 1
Januar 2002 aber auch als Bargeld eingeführt für 12 Mitgliedstaaten, die Mitglieder
der „Euro-Zone” sein wollten und die obgenannten die Konvergenzkrireien erfüllt
haben (DK, S und UK haben ihre traditionelle Wähnungen aufbewahrt und bisher
keine „Euro-Länder” geworden.)
 Die Euro-Banknoten -5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Noten - sind für die ganze Euro-
Zone einheitlich
 Die Münzen -1, 2, 5, 10, 20 und 50 Eurocernt, sowie 1 und 2 Euro - haben aber eine für
die ganze Euro-Zone gemeinsame und auch eine nationale Seite. Auf der nationalen
Seite erscheinen neben dem nationalen Thema die „zwölf Sterne”, das Münzzeichen,
das Land und das Prägejahr. Da die Münzen auch eine nationale Seite haben, es sind
EU-weit insgesamt 96 verschieden Münzen
 Falls EU-Mitgliedstaaten auch zur Euro-Zone gehören möchten, müssen neben der
Erfüllung der Konvergenzkriterien auch eine Empfehlung besitzen, di von der
qualifizierten Mehrheit der Mitgliedstaaten ausgesprochen wird, di bereit zur Euro-
Zone gehören.
55
Teil 9 Politiken der EU II – Andere Bereiche der gemeinsamen EU-Politik
9.1 Sozialpolitik
 Auf dem Gebiet der Sozialpolitik sind im Laufe der Zeit in jedem Staat auffällige
Unterschiede zu anderen Staaten herausgebildet, die sich im ganzen Binnenmarkt nicht
völlig ausgleichen werden können. Krasse Benachteiligungen müssen aber abgebaut,
neue vermieden werden. Deshalb erklärte der ER in 1988, dass es ein „europäischer
Sozialraum” mit möglichst geringen sozialen Unterschieden entstehen soll.
 Schon 1989 hatte der ER eine „Gemeinschafts-Charta sozialen Grundrechte der
Arbeitnehmer” verabschiedet. Soziale Grundrechte sind unter anderen:
 Recht auf Freizügigkeit, freie Berufsausübung und gleiche Behandlung im ganzen
Binnenmarkt
 Anspruch auf gerechte Entlohnung, auf bezahlten Jahresurlaub und wöchentliche
Ruhezeit, auf einen Arbeitsvertrag
 Recht auf sozialen Mindestschutz, insbesondere auf ein Mindesteinkommen bei
Arbeitslosigkeit oder im Rentenalter
 Recht, Mitglied in einer Gewerkschaft zu werden
 Recht auf Informationen, Mitsprache und Mitwirkung im Betrieb, auf
ausreichenden Gesundheits- und Sicherheitsschutz am Arbeitsplatz, insbesondere
auch auf Gleichbehandlung von Mann und Frau
 Recht für Jugendlichen auf besondere Schutz
 Die Erfüllung dieser Erfordernisse bilden die grundlegenden Ziele der Sozialpolitik der
EU. Die sozialen Vorschriften der EU sichern ein bestimmtes Mindestniveau, das nicht
unterschritten werden darf. Weiter entwickelte Länder können aber frei höhere
Schutzniveau festzusetzen oder beizubehalten

9.2 Beschäftigungspolitik
 Der Amsterdamer Vertrag von 1997 hat die Beschäftigungspolitik in die Zuständigkeit
der EU eingeführt. Weder die Regierungen der Staaten noch die EU können durch
Gesetze und Förderungsmassnahmen die Vollbeschäftigung innerhalb der EU sichern
(Arbeitslosenquote ist cca 9 % innerhalb der EU, die 15 Millionen Arbeitlosen
bedeutet). Sie können aber die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft und den
Arbeitsmarkt beeinflussen, mit dem Ziel das Wirtschaftswachstum zu fördern und
damit Arbeitsplätze zu schaffen.
 Ministerrat legt jedes Jahr eine „Beschäftigunspolitische Leitlinie” fest, die von den
Mitgliedstaaten bei ihrer nationalen Beschäftigungspolitik berücksichtigt werden
müssen.
 Laut EU-Verfassung soll die EU bei Festlegung und Durchführung ihrer Politiken die
folgenden Erfordernissen erfüllen:
 Förderung eines hohen Beschäftigungsniveaus
 Gewährleistung eine angemessenen sozialen Schutzes
57

 Bekämpfung der sozialen Ausgrenzung


 Hohes Niveau der allgemeinen und beruflichen Bildung und des
Gesundheitsschutzes
1999 hat der ER einen „Europäischen Beschäftigungspakt” verabschiedet. Er fasst alle
beschäftigungspolitischen Maßnahmen der EU in einem Gesamtkonzept zusammen. Um
nachhaltiges Wirtschaftswachstum ohne Inflation zu fördern, wurde ein „Makroökonomischer
Dialog” geschaffen, also ein Runder Tisch mit Vertretern des Ministerrates, der EK der EZB und
der Sozialpartner aus den Mitgliedstaaten.

9.3 Wirtschaftlicher, sozialer und territorialer Zusammenhalt


 Am Wertmassstab gemessen ist die EU eine große und starke Wirtschaftsmacht. Ihre
Wirtschaftskraft ist aber auf verhältnismäßig kleine Räume konzentriert. Am Südrand
der EU - von Portugal und Südspanien über Süditalien bis Griechenland - haben die
Menschen ein Prokopf-Einkommen, das halb so groß ist wie in den reichen Regionen.
 Ein gemeinsamer Binnenmarkt funktioniert umso besser, je angeglichener die Lebens-
und Wirtschaftsbedingungen in allen EU-Staaten sind. Die Struktur oder auch
Regionalpolitik soll helfen, Rückstände aufzuholen und Disparitäten auszugleichen.
Letztlich kommt das der EU insgesamt und damit auch den „reicheren” zugute, die
dadurch bessere Exportchancen haben.
 Die Hilfe entspricht aber auch dem Selbstverständnis der EU als einer
Solidaritätsgemeinschaft.
 Die EU hat für entsprechende Förderungsmassnahmen die so genannten
„Strukturfonds” eingerichtet:
 Europäischer Fond für regional Entwicklung
 Europäischer Sozialfonds
 Abteilung Ausrichtung des Europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds für die
Landwirtschaft
 Finanzierungsinstrument für die Ausrichtung der Fischerei
 Aus diesen „Strukturfonds” werden in der Zeit zwischen 2000 und 2006 an erster Stelle
drei wichtigen Ziele unterstützt
 Ziel 1: Die Regionen mit Entwicklungsrückstand sollen den Anschluss finden.
Dazu werden die noch fehlenden Basiseinrichtungen geschaffen und Investitionen
in Unternehmen gefördert, um die wirtschaftlichen Aktivitäten anzuschiebenden.
Gefördert werden Regionen, - und solche sind in der gegenwärtigen EU etwa 50 -
in denen das Durchschnittseinkommen pro Kopf unter 75 Prozent des
Durchschnittseinkommens aller EU-Länder liegt.
 Ziel 2: Die wirtschaftliche und soziale Umstellung von Gebieten mit
Strukturproblemen wird unterstützt, unabhängig davon, ob sie industriell geprägt,
ländlich, städtisch oder auf den Fischfang ausgerichtet sind.
 Ziel 3: Die Bildungs- - und Ausbildungssysteme sollen modernisiert und die
Beschäftigung gefördert werden. Die Finanzierung dieses Ziels erstreckt sich auf
58

die gesamte Union mit Ausnahme der Ziel- Regionen. Dort sind Maßnahmen zur
Bildungs-, Ausbildungs- und Beschäftigungsförderung bereits in den
Anpassungsprogrammen erhalten.
 Aus den Strukturfonds werden auch vier „Gemeinschaftsinitiativen”
(Sonderprogramme) gefördert, die gemeinsame Lösungen für Problemen bringen
sollen, die überall in der EU bestehen:
 „INTERREG III” unterstützt die grenzübergreifende, transnationale und
interregionale Zusammenarbeit, d.h. die Bildung von Partnerschaften über die
Grenzen hinweg zur Förderung einer ausgewogenen Raumordnung
überregionalerGebiete
 „LEADER plus” soll die sozioökonomischen Akteure in ländlichen Gebieten
zusammenbringen, um über neue lokale Strategien für eine nachhaltige
nachzudenken
 „URBAN II.”: unterstützt vor allem innovative Strategien zur Wiederbelebung
von kriesenbetroffenen Städten und Stadtvierteln
 „EQUAL” soll die Ursachen für Ungleichheit und Diskriminierung auf dem
Arbeitsmarkt beseitigen.
 Auch für Unterstützung für die Fischerei werden Gelder aus den Strukturfonds
benutzt
Um die Qualität der Entwicklungsstrategien zu verbessern gibt die EK aus den Strukturfonds
finanzielle Unterstützung für neuen, noch nicht genutzten Ideen. Diese Maßnahmen sollen den
Regionen den Raum für Experimente bieten, an dem es oft mangelt, aber notwendig ist, damit den
Herausforderungen der Informationsgesellschaft stellen und die Wettbewerbsfähigkeit der
Wirtschaft verbessern können.
1993 wurde mit dem so genannten „Kohäsionsfond” ein besonderer Solidaritätsfond geschaffen,
um den vier am wenigsten wohlhabenden Mitgliedstaaten Griechenland, Portugal, Irland und
Spanien zu helfen. Damit sollen in diesen Staaten Großprojekte in den Bereichen Umweltschutz
und Verkehr finanziert werden.
Mit dem Beitritt der 10 neuen Mitgliedsländer muss die Form der Finanzierung der Struktur- und
Kohäsionsförderung wesentlich geändert werden. Einerseits, weil viele neue Regionen in die EU
eintreten werden, die viel ärmer, als die bisherige „arme” EU-Regionen sind Anderseits ist aber
das Finanzpotenzial und dadurch die Größe der Gelder, die für Struktur- und Kohesionspolitik der
EU zur Verfügung gestellt werden können, begrenzt.

9.4 Gemeinsame Agrarpolitik /Landwirtschaft und Fischerei/ (GAP)


 Der Politikbereich, für den die EU die meiste Kritik einstecken muss, ist die GAP. Fast
die Hälfte des EU-Haushaltes wird ausgegeben, um die Landwirtschaft zu stützen, die
aber weniger als drei Prozent zum Bruttoinlandprodukt(GDP) beiträgt
 Die Grundsätze von GAP wurden 1962 festgelegt, als Lebensmittelknappheit den
Europäern noch lebhaft in Verringerung war. Die seit dem 19. Jahrhundert entstandenen
nationalen Marktordnungen wurden innerhalb der EG vereinheitlicht und garantierten
den Bauern bis in die Achzigen Jahre die Annahme von Getreide, Zucker, Milch und
Rindfleisch zu Garantiepreisen in unbegrenzten Menge. Daneben wurden mittel
59

Schutzzöllen die Preise der Import-Lenebsmittel auf das Niveau des Binnenmarktes
angehoben.
 In den siebziger und achtziger Jahren nahm aber die Agrarproduktion auf gleich
bleibende Anbaufläche erheblich zu, vor allem dank Fortschritten in der Züchtung von
Pflanzen und Tieren und immer besseren Produktionstechniken. Deshalb wurden die
Garantiepreise schrittweise gesenkt und Anbauflächen stillgelegt. Die dadurch
entstehenden Einkommenverluste wurden durch Direktzahlungen an die Bauer
ausgeglichen.
 Ab 2000 wurde ein Agrarreform durchgeführt, die Schutzpreise weiter gesenkt,
anderseits aber die Entwicklung des ländlichen Raumes und seine Anpassung an
veränderte Bedingungen stärker gefördert werden, um neu Arbeitsplätze für die
ehemaligen Bauern sicher zu können.
 Die Erweiterung der EU stellt die Gemeinsame Agrarpolitik vor großen Aufgaben. Die
Landwirtschaft in den Beitrittsländern muss tief greifend geändert werden; für viele
Kleinbauern in Osteuropa kann das das „Aus” bedeuten. Nach dem Beitritt sollen vor
allem die Entwicklung des ländlichen Raumes, das Stilllegen von
Landwirtschaftsflechen, die Vorruhestandregelung für Landwirte und die
Modernisierung von Bauerhöfen, die bisher hauptsächlich für den Eigenbedarf
produzieren, gefördert werden.
 Gegenwärtig unterliegen sämtliche Beschlüsse auf dem Gebiet der GAP der
qualifizierten Mehrheit, wobei das EP lediglich mittel der einfachen Anhörung beteiligt
ist. Die EU-Verfassung hat diesbezüglich eine Bifurkation durchgeführt:
 Fragen betreffs der gemeinsamen Organisation der Agrarmärkte sowie die übrigen
Vorschriften, die zur Verfolgung der Zielvorgaben der Gemeinsamen Agrar- und
Fischereipolitik notwendig sind, werden im Rahmen des ordentlichen
Gesetzgebungsverfahren und deshalb bei gleichrangiger Teilname des EP
entscheidet;
 Andere notwendige Regelungen werden aber vom Ministerrat und ohne Anhörung
des EP entscheidet.

9.5 Umwelt
9.5.1 Die Bedeutung des Umweltschutzes in der EU:
 Der Umweltschutz ist eine der wichtigsten und schwersten Aufgaben der EU
 Umweltschutz ist eine „Querschnittaufgabe” der EU: Er muss bei der Festlegung und
Durchführung aller Gemeinschaftspolitiken einbezogen werden
 Unbeschadet bestimmter Maasnahmen der EU tragen die Mitgliedstaaten für die
Finanzierung und Durchführung der Umweltpolitik Sorge.
 Im Bereich Umweltschutz müssen solche Grundsätze, wie Vorsorge und Vorbeugung.
Lösung von Umweltbeeinträchtigungen mit Vorrang an ihrem Ursprung.
Verursacherprinzip
9.5.2 Die Ziele der EU-Umweltpolitik:
 Erhaltung und Schutz der Umwelt sowie Verbesserung ihrer Qualität
60

 Schutz der menschlichen Gesundheit


 Umsichtige und rationelle Verwendung der natürlichen Ressourcen
 Die EU auf ein hohes Umweltschutzniveau zu bringen, unter Berücksichtigung der
unterschiedlichen Gegebenheiten der einzelnen Regionen
 Zusammenarbeit zwischen EU, Mitgliedstaten und Drittländer im Bereich Umwelt und
Förderung von Maßnahmen auf internationaler Ebene zur Bewältigung regionaler oder
globaler Umweltprobleme.
9.5.3 Tatsachen, die bei der Erarbeitung der EU-Umweltpolitik berücksichtigt werden
müssen:
 Die verfügbaren wissenschaftlichen und technischen Daten
 Die Umweltbedingungen in der einzelnen Regionen der EU
 Die Vorteile und die Belastung aufgrund des Tätigwerdens oder Nichttätigwerdens
 Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Union insgesamt sowie die
ausgewogene Entwicklung ihrer Regionen.

9.5.4 Schwerpunkte der bisherigen Umweltpolitik der EU:


 die Abfallentsorgung
 der Lärmschutz
 die Reinhaltung von Luft
 die Reinhaltung von Wasser; Abwasserentsorgung
 Schutz von wild lebenden Tieren
 Schutz von Pflanzen

9.5.5 EU-Erweiterung und Umwelt


Seit Jahren schon passen die Länder, die im Mai 2004 in die EU eingetreten sind, ihre Vorschriften
und Instrumente zum Umweltschutz dem Rechtsstand der EU an. Es wird aber noch lange Zeit
dauern, bis dort - vor allem in den Bereichen Luft, Wasser und Abfall - der heutige Standard der
EU erreicht sein wird. Den Beitrittsländern wurden dafür Fristen bis 2015 eingeräumt.

9.6 Verbraucherschutz
9.6.1 Bedeutung und Charakter des Verbraucherschutzes
 Innerhalb des freien Binnenmarktes sind vielerlei Waren und vielen Dienstleistungen
von den verschiedensten Unternehmen, Privatpersonen usw. angeboten werden und so
können die einzelne Verbraucher ihre wahre Interessen allein nur schwer verteidigen.
Deshalb ist ein wichtiges Anliegen der Europäischen Union und besonders des EP, die
Wahrung der wirtschaftlichen Interesse der Verbraucher und die Sicherung des
Verbraucherschutzes
61

 Verbraucherschutz ist eine der so genannten Querschnittsaufgaben, das heißt, seine


Belange müssen bei der Festlegung und Durchführung aller Gemeinschaftspolitiken
und -maßnahmen zur Unterstützung, Ergänzung und Überwachung der Politik der
Mitgliedstaaten beschließen. Die diesbezügliche EU-Vorschriften darstellen einen
Minimum im Berech Verbraucherschutz-Maßnahmen

9.6.2 Ziele der Verbraucherschutztätigkeit der EU


Diese Ziele, die schon in 1999 in einem allgemeinen Rahmen festgelegt und jetzt in der EU-
Verfassung verstärkt bzw. ergänzt wurden, sind die folgenden:
 Förderung der Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher in Bezug auf Waren und
Dienstleistungen
 Schutz der wirtschaftlichen und rechtlichen Interessen der Verbraucher einschließlich
des Zugangs zur Streitbelegung
 Förderung der Rechte der Verbraucher auf Information, Erziehung und Bildung von
Vereinigzungen zur Wahrung ihrer Interessen (Verbraucherorganisationen ohne
Erwerbezweck können Finanzbeihilfen erhalten.)

9.6.3 Mittel der EU für Erreichung ihrer Ziele im Bereich Verbraucherschutz


 Die EU leistet ihren Beitrag zur Erreichung dieser Ziele durch Maßnahmen, die im
Rahmen der Verwirklichung des Binnenmarktes erlassen werden Maßnahmen zur
Unterstützung, Ergänzung und Überwachung der Politik der Mitgliedstaaten (durch
Europäische Gesetze und Anhörung des Wirtschafts- und Sozialausschusses)
 Die Rechtsakte der EU hindern die einzelnen Mitgliedstaaten nicht daran, strengere
Schutzbestimmungen beizuhalten oder erlassen. Diese Bestimmungen müssen mit der
EU-Verfassung vereinbar sein. Sie werden der Kommission notifiziert

9.7 Verkehr; Fernmeldewesen; Informationstechnologie


9.7.1 Die Vorgeschichte der EU-Verkehrspolitik
 Verkehrsleistungen werden in der EU heute noch zum Teil von der öffentlichen Hand
angeboten (Post und Bahn) oder unterliegen staatlichen Konzessionen
(Güterstrassenverkehr). Um einen einheitlichen Markt für Verkehrsleistungen
herzustellen, haben die Mitgliedstaaten dem EG-Vertrag nach eine gemeinsame
Verkehrspolitik entwickelt.
 Es war eine sehr schwere Sache gewesen, den freien Markt für „Kabotage” (nationale
Transport ohne Staatsgrenzen-Überschreitung) für Unternehmens aus dem Ausland zu
öffnen. Einerseits deshalb, weil die Kabotage traditionell inländischen
Fuhrunternehmen vorbehalten wurde. Anderseits, weil in den EU-Staaten
diesbezüglich unterschiedliche Steuersätze oder Umweltnormen vorgeschrieben waren.
 Mit einem 1993 verabschiedeten Massnahmenpaket wurde auch der Luftverkehr-
Sektor liberalisiert. Preiskontrolle für Flugtarife und die Abmachung zwischen
nationalen Fluggesellschaften, Einnahmen auf bestimmten Strecken zu teilen wurden
aufgehoben. Einheitliche Anforderungen gelten für Betriebsgenehmigungen und im
Bereich der Sicherheit und Umweltschutz.
62

 Die Prüfung für die Fahrerlaubnis erfolgt inzwischen nach gleichen Kriterien und die
Unionbürger erhalten den gleichen Führerschein. Das Führen der EU-Kennzeichen ist
für Autobesitzer in der gestammten EU freiwillig.

9.7.2 Ziele der Verkehrespolitik laut der EU-Verfassung


Diese Ziele der Verkehrspolitik der EU, die auf Grund der Festlegungen der Verfassung in einem –
nach Anhörung des ArD und WSA geschaffen Europäischem Gesetz oder Rahmengesetz geregelt
werden sollen –sind folgenden:
 Gemeinsame Regel für den internationalen Verkehr aus oder nach dem Hoheitsgebiet
eines Mitgliedstaats oder für den Durchgangsverkehr durch das Hoheitsgebiet eines
oder mehreren Mitgliedstaaten zu schaffen;
 Bedingungen festzulegen für die Zulassung von Verkehrsunternehmen zum Verkehr
innerhalb eines Mitgliedstaats, in den sie nicht ansässig sind;
 Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit durchzuführen;
 anderen sonstigen zweckmäßigen Maßnahmen zur Verwirklichung der Verkehrspolitik
der EU durchzuführen.

9.8 Transeuropäische Netze (TEN)


9.8.1 Begriff und Vorgeschichte von TEN
Im Mittelpunkt der Verkehrspolitik der EU steht seit einigen Jahren der Aufbau von
„Transeuropäischen Netzen (TEN)”:
 Die grenzüberschreitenden Eisenbahn- und Straßennetze sollen ausgebaut und
miteinander verbunden werden.
 Der Ausbau von Hochgeschwindigkeits-Bahnnetzen (wie zum Beispiel „ICE” in
Deutschland oder „TGV” in Frankreich) und die Verlagerung des Straßenverkehrs auf
Schienen hat bei den Teen-Projekten besondere Aufmerksamkeit.
 Ausbau des transeuropäischen Autobahnnetzes ist Teil der TEN-Programm,- worin
Ungarn durch den Ausbau der mitteleuropäischen Nord-Süd und West-Ost Autobahnen
stärkt interessiert ist.
 Bei den Energieinfrastrukturen geht es in erster Linie die Versorgung mit Strom und
Ergas, aber immer wichtiger ist das traneseuroäischen Netz auch für Fernmeldewesen
und Telekommunikation auszubauen.

9.8.2 Ziele der Politik der EU hinsichtlich TEN


 In der Europäischen Verfassung (Artikel III) ist es festgelegt, dass die EU –den EU-
Bürger, den Wirtschaftsbeteiligten sowie den regionalen und lokalen
Gebietskörperschaften in vollem Umfang die Vorteile zugute kommen zu lassen, die
sich aus der Schaffung eines Raums ohne Binnengrenzen ergeben -trägt zum Auf- und
Ausbau transeuropäischen Netze in den Bereichen der Verkehrs-, Telekommunikation
und Energieinfrastruktur bei.
63

 Die Tätigkeit der EU zielt im Rahmen eines Systems offener und


wettbewerbsorientierter Märkte auf duze Förderung des Verbunds in der
Interoperatibilität der einzelstaatlichen Netze sowie des Zugangs zu diesen Netzen ab.
Sie trägt insbesondere der Notwendigkeit Rechnung, insulare, eingeschlossene und am
Rande gelegene Gebiete mit den zentralen Gebieten der EU zu verbinden.

9.8.3 Maßnahmen und Verhalten der EU hinsichtlich TEN


 Sie stellt eine Reihe von Richtlinien auf, in denen die Ziele, die Prioritäten und die
Grundzüge der im Bereich der TEN in Betracht bezogenen Aktionen erfasst werden; in
diesen Leitlinien werden Vorhaben von gemeinsamen Interesse ausgewiesen
 Sie führt jede Aktion durch, die sich gegebenfalls als notwendig erweis, um die
Interoperatibilität der Netze zu gewährleisten, in Bereich der Harmonisierung der
technischen Normen;
 Sie kann von den Mitgliedstaaten unterstützte Vorhaben von gemeinsamen Interesse,
die im Rahmen der Leitlinien ausgewiesen sind, insbesondere in Form von
Durchführbarkeitsstudien, Anleihebürgerschaften oder Zinszuschüssen unterstützen:
die EU kann auch über den Kohäsionsfonds zu spezifischen
Verkehrsinfrastrukturvorhaben in den Mitgliedstaaten finanziell beitragen;
 Die Mitgliedstaaten koordinieren untereinander –mittels der Unterstützung der EK –in
den einzelnen Bereichen der Verkehrspolitik;
 Die EU kann zur Förderung von Vorhaben von gemeinsamem Interesse sowie zur
Sicherstellung der Interoperatibilität der Netze mit Drittländern zusammenarbeiten.
Zwecke, zur derer Verwirklichung die EU zum Auf- und Ausbau transeuropäischen Netze beiträgt,
sind die folgenden:
 den Binnenmarkt zu verwirklichen,
 den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhaltes der EU zu stärken;
 den Bürgern der Union, den Wirtschaftsbeteiligten, sowie den regionalen und lokalen
Gebietskörperschaften im vollem Unfang die Vorteile zugute kommen zu lassen, die
sich aus der Schaffung eines Raumes ohne Binnengrenzen ergeben.)

9.9 Forschung, technische Entwicklung und Raumfahrt


 Ergänzend zur nationalen Forschungspolitik setzt sich die EU ein
 für Stärkung der wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der
Industrie,
 für Förderung der Entwicklung ihrer internationaler Wettbewerbsfähigkeit, und
 für Verbesserung der Lebensqualität.

 Mitteln, die die Verwirklichung dieser Ziele dienen sind die folgenden:
 Die fünfjährige Rahmenprogramme für den Bereich der Forschung; (gegenwärtig
ist das sechste Rahmenprogramm für den Zeitraum 2003-2007 gültig.), das
64

künftig die Form eines europäischen Gesetzes haben wird und soll mit
qualifizierten Mehrheit angenommen werden
 Parallel dazu wird mit Hilfe von Gesetzen, die nach dem ordentlichen
Gesetzgebungsverfahren angenommen werde, „ein europäischer Raum der
Forschung” geschaffen, in dem Freizügigkeit für Forscher herrscht und
wissenschaftliche Kenntnisse und Technologien an jedem Ort der EU zugänglich
sind.
 Mit Hilfe eines Gesetzes oder eines Rahmengesetzes kann ein europäischer
Raumfahrtprogramm angenommen werden

 Direkte Aktionen im Rahmen der Forschungs- und Technologiepolitik der EU werden


von der „Gemeinsame Forschungstelle durchgeführt, die fünf Anlagen betriebt:
 Ispra in Italien (Raumfahrt, Informatik, Umwelt)
 Geel in Belgien (Kernmessungen)
 Peten in Niederland(Werkstoffe)
 Karlsruhe in Deutschland (Transurane)
 Sevilla in Spanien (Zukunftsforschung)
In der EU-Verfassung- wird es betont, dass die Unterstützung von allen Forschungsmassnahmen in
verschiedenen EU-Politikbereichen gewährleistet werden soll.

9.10 Energie
9.10.1 Ziele der Energiepolitik der EU:
Die Energiepolitik der EU hat laut der Europäischen Verfassung im Rahmen der Verwirklichung
des Binnenmarkts und unter Berücksichtigung der Erfordernisse der Erhaltung und der
Verbesserung folgende Zielen:
 Sicherstellung des Funktionierens des Energiemarkts;
 Gewährleistung der Energieversorgungssicherheit und Kontinuität in der EU;
Sicherung eines verbreiteten Zuganges zur öffentlichen Versorgung der Bevölkerung
und der Betriebe auf dem Gebiet Energie
 Förderung der Energieeffiziens und von Energiesparungen;
 Entwicklung neuer und erneubarer Eregiequellen ((zum Beispiel Sonneneregie,
Windenergie)

9.10.2 Festlegung von für die Errechnung der energiepolitischen Ziele erforderlichen
Maßnahmen:
 Diese Maßnahmen werden durch - nach Anhörung des Ausschusses der Regionen,
sowie des Wirtschafts- und Sozialausschusses erlassene Europäische Gesetze oder
Rahmengesetze festgelegt;
65

 Jedwede Maßnahme, die überwiegend steuerlicher Natur ist, durch ein einstimmig vom
Rat angenommenes Gesetz festgelegt wird, wobei lediglich die Anhörung des EP
vorgesehen ist.
 Die EU darf nicht das Recht eines Mitgliedstaates berühren, die Bedingungen für die
Nutzung seinen Enegrieressous, seine Wahl zwischen verschiedenen Eregiequellen und
die allgemeine Struktur seiner Energieversorgung zu bestimmen.
64
Teil 10 Politiken der EU III. - Bereiche, in denen die Union beschlossen kann
Koordinierungs-, Ergänzungs- und Unterstützungsmassnahmen
durchzuführen
10.1 Gesundheitswesen
 Der Schutz der Gesundheit muss stets berücksichtigt werden und sichert sein, wenn die
EU in irgendeinen Politikbereich Maßnahmen festlegt oder durchführt.
 Die EU-Verfassung präzisiert, dass bei der Tätigkeit der EU die Verantwortung der
Mitgliedstaaten für die Festlegung ihrer Gesundheitspolitik gewahrt wird; diese
Verantwortung der Mitgliedstaaten umfasst die Verwaltu7ng des Gesundheitswesens
und der medizinischer Versorgung sowie die Zuweisung der dafür bereitgestellten
Mittel.
 Die EU ergänzt darüber hinaus die Gesundheitspolitik der Mitgliedstaten. Und fördert
die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten besonders diejenige
Zusammenarbeit, die Komplimentität ihrer Gesundheitsdienste in den Grenzgebieten
zu verbessern. Sie soll Ursachen für die Gefährdung der menschlichen Gesundheit
beseitigen. Sie soll die weltverbreiteten schwären Krankheiten (wie zum Beispiel
AIDS, SARS)bekämpfen. Sie fördert die Erforschung der Ursachen und Übertragung
dieser Krankheiten. Sie ergänzt die Maßnahmen der EU-Staaten, um
Gesundheitsschäden aufgrund von Drogenkonsum, Tabakkonsum und
Alkoholmissbrauch zu verringern. (Diese Aufgabe dient auch die Tätigkeit der
Europäischen Beratungsstelle für Drogen und Drogensucht).
 Die EU hilft den Mitgliedstaaten die Bevölkerung gegen einen eventuellen
Bioterrorismus zu schützen.
 Mittels der Gesundheitspolitik soll ein hohes Gesundheitsschutzniveau innerhalb der
EU erreicht werden.
 Es soll die Gesundheitsinformation und Gesundheitserziehung gefördert werden;
 Ebenso sollen diese Maßnahmen in den Bereichen Veterinärwesen und Pflanzenwesen
gefördert werden, die unmittelbar den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung zum
Ziel haben

10.2 Industrie
Die EU und die Mitgliedstaaten sorgen dafür, dass die notwendigen Voraussetzungen für die
Wettbewerbsfähigkeit der Industrie der EU gewährleistet werden. Zu diesem Zweck zielen ihre
Tätigkeit entsprechend einem System offener und wettbewerbsorientierte Märkte auf folgenden
ab:
 Beschleunigung der Anpassung der Industrie an die strukturellen Veränderungen
 Förderung eines günstigen Umfeldes für die Weiterentwicklung der
Unternehmen, insbesondere der kleinen und mittleren Unternehmen in der gestammten
EU
 Förderung eines günstigen Umfeldes für die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen
67

 Förderung einer besseren Nutzung des industriellen Potenzials in den Bereichen


Innovation¸ Forschung und technologische Entwicklung
10.3 Kultur
Die EU leistet einen Beitrag zur Erfaltung der Kulturen ihrer Mitgliedstaaten unter Wahrung der
nationalen und regionalen Vielfalt, wiegleichzeitiger Hervorhebung des gemeinsamen kulturellen
Erbes. Sie unterstützt und ergänzt die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten in folgenden
Bereichen:
 Verbesserung der Kenntnis und Verbreitung der Kultur und Geschichte der
europäischen Völker
 Erhaltung und Schutz des kulturellen Erbes von europäischer Bedeutung
 Nichtkommerzieller Kulturaustausch
 Künstliches und literarisches Schaffen., einschließlich im audiovisuellen Bereich

Die bisherige Kulturförderungsprograme, die eine Laufzeit bis Ende 2004 hatte:
 Kaleidoskop (darstellende, bildende oder visuelle Kunst),
 Ariane (literarisches Schaffen, mit Hilfe der Übersetzungen,
 Raphael(Erhaltung des europäischen Kulturerbes).

Um den Reichtum, die Vielfalt und die Gemeinsamkeiten des kulturellen Erbes in Europa
herauszustellen und einen Beitrag zum besseren Verständnis der Bürger Europas füreinander zu
leisten, werden seit 1985 jedes Jahr „Europäische Kulturstädte” benannt, ab 2005 eine
„Kulturhauptstadt Europas”

10.4 Allgemeine und berufliche Ausbildung, Weiterbildung, Jugend, und Sport:


Über 60 Millionen junge Menschen gehen heute in den EU-Länder zur Schule, zwölf Millionen
studieren, sieben Millionen erlernen einen Beruf (Mit dem EU-Beitritt von 10 neuen Ländern
werden diese Zahlen mit ein Drittel höher)
Die EU trägt zur Entwicklung einer qualitativ hoch stehenden Bildung bei, in dem sie die
Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten fördert und derer Ausbildungs- und
Weiterbildungstätigkeit - unter strikter Beachtung der Verantwortung der Mitgliedstaaten - führ,
Lehrinhalte und die Gestaltung des Bildungssystems, sowie der Vielfalt ihrer Kulturen und
Sprachen unterstützt und ergänzt. Dabei sollen vor allem gefördert werden:
 das Erlernen der Sprachen der EU-Länder,
 die Mobilität von Schülern und Pädagogen,
 die Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen und Schüleraustausch

Für diese Ziele hat die EU eine Reiche von Förderungsprogrammen eingerichtet.
Das Förderunsprogram „SOKRATES” umfasst alle Förderungsmassnahmen für die allgemeine
Ausbildung und Weiterbildung und teilt sich auf fünf Teilprograme:
68

 Das Programm „ERASMUS” soll die europäische Dimension in den Hochschulbildung


stärken, u.a. durch Förderung der Zusammenarbeit von Hochschulen (Aktion 1) und
der Mobilität von Studenten(Aktion 2)
 Das Programm „COMENIUS” soll die europäische Dimension in der Schulbildung
fördern, unter anderen durch Förderung der Zusammenarbeit von Schulen in
verschiedenen Staaten. Das Programm ist in drei Aktionbereiche unterteilt: Aktion l:
Schulpartnerschaften. Aktion 2: Aus- und Weiterbildung des Schulpersonals; Aktion 3:
Aufbau von Netzen für Schulpartnerschaften
 Das Programm „GRUNDTVIG” soll die europäische Dimension in lebensbegleitenden
Lernen, also nach Schule und Hochschule fördern. Ziel ist es, das Angebot, den Zugang
und die Qualität von Bildungswegen für Erwachsene zu verbessern und zum Erwerb
von Fremdsprachenkenntnissen anzuregen.
 Das Programm „LINGUA soll alle Bereiche der Bildung (Schule, Hochschule,
Erwachsene) umfassen und Maßnahmen zum Spracherwerb unterstützen, um die
sprachliche Vielfalt in Europa zu bewahren, die Qualität von Sprachunterricht zu
verbessern und den Zugang zu lebenslangem Sprachunterricht zu erleichtern
 Das Programm „MINERVA” unterstützt Maßnahmen im Bereich des offenen
Unterrichts und der Fernlehre und fördert die Nutzung der Informations- und
Kommunikationstechnologien im Bildungswesen
Die EU- Verfassung ergänzt die obgenannten Zielsetzungen mit zwei Zielen:
 Förderung der verstärkten Beteiligung der Jugendlichen im
demokratischen Leben in Europa
 Entwicklung der europäischen Dimension des Sports(besonders die
Bildungsdimension des Sports zu verstärken und die Bekämpfung des
Doping zu koordini9eren.

10..5 Katastrophenschutz
 Die Regelung der Europäischen Verfassung hinsichtlich
Katastrophenschutzes hat dreierlei Ausgangspunkte:
 Erstens, das der Grundsatz der Solidarität und gegenseitigen
Hilfe zwischen den Mitgliedstaaten bei Naturkatastrophen
(wie zum Beispiel Erdbeben,, Überschwemmungen,
Brandfälle) und vom Menschen ausgelösten Katastrophen
(z.B. Katastrophen von Atomkraftwerken,
Luftverschmutzung), die in der EU eintreten können, eine
elementare moralische Pflicht einer Staatengemeinschaft ist,
der dieser Grundsatz zugrunde liegt und sie als solche
qualifiziert.
 Zweitens, das es in den letzten Jahren eine spürbare
Zunahme der Katastrophengefahr innerhalb und außerhalb
der EU zu verzeichnen ist und daher müssen die
Koordinierungs- und Hilfekapazitäten der einzelnen
Mitgliedstaaten und die der EU gestärkt werden.
69

 Drittens, das im Rahmen der internationalen


Zusammenarbeit die EU auch gegenüber Drittländer, die von
einer der Katastrophen betroffen sind, das höchste
Solidaritätsniveaum entfalten muss.
 Zur Verhütung von Katastrophen und zum Schutz von solchen
Katastrophen hat die EU –Verfassung –folgende Ziele zu erreichen:
 Unterstützung und Ergänzung der Tätigkeit der Mitgliedstaaten auf nationaler, regionaler
und kommunaler Ebene im Hinblick auf die Risikoprävention, auf die Ausbildung der in
den Mitgliedstaaten am Katastrophenschutz Beteiligten und auf Einsätze im Falle von
Naturkatastrophen oder vom Menschen verursachten Katastrophen in der EU.
 Förderung einer schnellen und effizienten Zusammenarbeit in der EU zwischen der
einzelstaatlichen Katastrophenschutzstellen
 Verbesserung der Kohärenz der Katastrophenschutzmassnahmen auf internationaler Ebene
 Durch Europäisches Gesetz oder Rahmengesetz werden die Maßnahmen, die für
die Erreichung dieser Ziele erforderlich sind, unter Ausschluss jeglicher
Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mutgliedstaaten festgelegt

10.6 Tourismus
 Laut der EU-Verfassung die EU ergänzt die Maßnahmen der Mitgliedstaaten im
Tourismussektor, insbesondere durch die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der
unternehmen der EU in diesem Sektor.
 Die EU verfolgt zu diesem Ziel mit ihrer Tätigkeit das Ziel,
 Die Schaffung eines günstigen Umfelds für die Entwicklung der Unternehmen in
diesem Sektor anzuregen;
 Die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten insbesondere durch den
Austausch bewährten Praktiken zu unterstützen
10.7 Verwaltungszusammenarbeit
 Die territoriale Gliederung des Staates, Aufbau und Funktionieren der öffentlicher
Verwaltung auf landes-, regional- und örtlichem Ebene ist und bleibt an erster Stelle
Sache der einzelnen EU-Mitgliedstaaten. Aber wegen der effektiven Durchführung des
Unionsrechts und ebenso wegen der Erfüllung eines wichtigen Grundrechtes (jeder
Mensch hat Recht darauf, dass seine Angelegenheiten von den Organen,
Einrichtungen, Ämter und Agenturen der Union und ebenso die der einzelnen
Nationalstaaten unparteiisch , gerecht und innerhalb einer angemessenen Frist
behandelt werden) ist die Verwaltungszuzammenarbeit einerseits zwischen den
Mitgliedstaaten anderseits zwischen der EU-Organe und der Verwaltungsorganen der
einzelnen Mitgliedstaaten eine Frage von wichtigem gemeinsamen Interesse
 Gebiete der Unterstützung in der Verwaltungzusammensarbeit
 durch die EU-Unterstützung der Bemühungen der Mitgliedstaaten um eine
Verbesserung ihrer Verwaltungskapazität im Hinblick auf die Durchführung
Unionsrechtes und ebenso des inneren Rechtes des
 Erleichterung des Austauschs von Informationen und Beamten
70

 Unterstützung von Aus- und Weiterbildungsprogrammmen


 Förderung der grenzüberschreitenden Partnerschaften der territorialen
Gebietskörperschaften
71

Teil 11 Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechtes


11.1 Allgemeine Zielsetzungen und Aufzählung der Tätigkeitsbereiche der Mitgliedstaaten
und der EU auf diesen Politikfeldern
11.1.1 Allgemeine Zielsetzungen
 Das Konzept des Raumes der Freiheit, der Sicherheit und des Rechtes existiert bereits
in den derzeitigen Verträgen. Ursache dafür, dass Terrorismus, illegaler
Drogenhandel, illegaler Fahrzeughandel, Menschenhandel einschließlich
Kinderpornografie, Fälschung von Geld und anderen Zahlungsmittel, illegaler Handel
mit radioaktiven und spaltbaren Material usw. die EU-Staaten dazu gezwungen
haben, in bestimmten Bereichen dieser Politiken gemeinsam zu handeln und auch in
anderen Bereichen eng miteinander zu kooperieren. Ein Zeichen dafür war, dass der
ER -wegen der wesentlichen Verstärkung vom Weltterrorismus und nur nach einigen
Tagen der grausamen Bombenattentat in Madrid Anfang 2004 - einen „Aktionsplan
der EU für einen gemeinsamen Auftritt der Mitgliedstaaten gegenüber Terrorgefahr”
verabschiedet hat.
 Die EU-Verfassung hat auf diesem Gebiet bedeutende „Erneuerungen” eingeführt
( Aufhebung der Unterscheidung zwischen den Vorschriften des EG-Vertrages und
den Vorschriften des so genannten „dritten Pfeilers”; Gebot von angemessener Mittel,
um Lösungen zu finden, die Herausforderungen entsprechen, mit denen sich die EU
auf diesen Politikberechen konfrontiert seht; Sicherung des Zuganges zur Justiz;
Einführung des Mitentscheidungsverfahrens und den Beschlussfassung mit
qualifizierter Mehrheit als allgemeine Regel bei Entscheidungen der EU-Organe
betreffs dieser Politikbereiche ; Gestaltung der einschlägigen Verfahren wirksamer,
demokratischer und transparenter)
11.1.2 Aufzählung der Tätigkeitsbereiche:
 Kontrolle an den Außengrenzen der EU
 Gemeinsame Asylpolitik
 Gemeinsame Einwanderungspolitik
 Verwirklichung einer solidarischen EU und demokratischer Verfahren
 Justizielle Zusammenarbeit in Zivilsachen
 Polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen
 Gemeinsame Sanktionen gegen Straftaten mit grenzüberschreitendem Bezug
 Möglichkeit der Einrichtung einer „Europäischen Staatsanwaltschaft’
 Polizeiliche Zusammenarbeit

11.2 Die einzelnen Tätigkeitsbereiche im „Raum der Freiheit, der Sicherheit und des
Rechtes“
11.2.1 Kontrollen an den Aßengrenzen der EU
Wie es schon in den derzeitigen Verträgen der Fall ist, sieht die EU-Verfassung für den
Mitgliedstaaten, die zum „Schengen-Raum” gehören, keine Kontrollen an den Binnengrenzen der
EU vor , legt aber den Regeln für die Kontrolle fest, denen Personen unterliegen, die die
72

Außengrenzen überschreiten. Darüber hinaus kann die EU ihre Grenzen auf integrierte Weise
überwachen. Dies bringt es zum Beispiel mit sich, dass eine Einheit aufgestellt wird, die die
nationalen Grenztruppen bei ihrer schwierigen Aufgabe der Grenzkontrolle und
-Grenzüberwachung unterstützen kann.
Ungarn ist ein EU-Mitgliedstaat, aber gehört noch nicht zum „Schengen-Raum“. Deshalb können
die ungarisch-ukrainische, die ungarisch-rumänische, die ungarisch-serbische und die ungarisch-
kroatische Grenzen nicht als vollgesicherten EU-Außengrenzen betrachtet werden. Die
gegenwärtige provisorische Lösung ist, dass , obwohl eine Grenzkontrolle an den obgenannten
Grenzen für die Staatsbürger der erwähnten Staaten und selbstverständig für die von allen
anderen Drittstaaten der Welt durchgeführt wird, aber diese Einreisenden werden nochmals an der
ungarisch-österreichischen Grenze nach den strengen Vorschriften des „Schengen-Aquis“ von der
österreichischen Grenzpolizei kontrolliert. Hier werden aber die ungarischen Staatsbürger und
ebenso die Staatsbürger der anderen 9 neuen EU-Mitgliedstaaten nur einer vereinfachten
Grenzkontrolle unterstellt und sie können die österreichische Grenze mit einem Personalausweis
übertreten

11.2.2 Gemeinsame Asylpolitik


Die EU muss sich unter Beachtung der „Genfer Flüchtlingskonvention” mit einer echten
Gemeinsamen Asylpolitik ausstatten, mit der gewährleistet wird, das alle diejenigen, die eines
internationalen Schutzes bedürfen, auch tatsächlich geschützt werden. In Gegensatz zu den
derzeitigen Verträgen, die lediglich die Festlegung eines Mindestbestands an Regel vorsehen, zielt
die EU-Verfassung darauf ab, ein gemeinsames europäisches Asylsystem einzurichten, das
insbesondere einen einheitlichen Flüchtlingsstatus und gemeinsame Verfahren einschließt.

11.2.3 Gemeinsame Einwanderungspolitik


Die EU wird auch eine Gemeinsame Einwanderungspolitik aufbauen. In der Verfassung werden
Leitlinien dieser gemeinsamen Politik festgelegt, was in den derzeitigen Verträgen nicht der Fall
war. Es geht darum, die Migrationsströme wirksam zu steuern, eine angemessene Behandlung der
Einwanderer zu gewährleisten, die sich rechtsmäßig in der EU aufhalten, sowie illegale
Einwanderung und Menschenhandel zu bekämpfen. Der Ministerrat und das EP werden
entsprechenden Maßnahmen verabschieden. zum Beispiel hinsichtlich der Bedingungen, die für
eine Einwanderung in die Mitgliedstaaten erfüllt sein müssen, oder bezüglich der Rechte von
Einwanderern. Desgleichen kann die EU Manßnahmen ergreifen, um die Bemühungen der
Mitgliedstaaten bei der Eingliederung von Staatsangehörigen von Drittländer zu unterstützen.

11.2.4 Verwirklichung einer solidarischen EU und demokratische Verfahren


Alle Maßnahmen im Rahmen dieser Politikbereiche werden im Geiste des in der EU-Verfassung
niedergelegten „Solidaritätsprinzip” durchgeführt, einschließlich des finanziellen Aspekts. Es wird
zu einer erheblichen Verstärkung der demokratischen Legitimität kommen. Gemäß der derzeitigen
Verträgen wird nämlich das EP lediglich geröhrt, während in der EU-Verfassung vorgesehen ist,
dass sämtliche einschlägige Maßnahmen vom EP und dem Ministerrat verabschiedet werden. Eine
weitere bedeutsame Änderung betrifft den Gerichtshof, der sämtliche verabschiedeten Rechtsakte
seiner gerichtlichen Kontrolle unterziehet. Schließlich wird die EK die einzige Initiatorin von
Legislativcrschlägen darstellen und auch ihre Aufgabe als Hüterin der Verträge wahrnehmen.
73

11.2.5 Justizielle Zusammenarbeit in Zivilsachen


 Wie bereits heute, wird die EU weiterhin bei der Justitielle Zusammenarbeit in
Zivilsachen tätig sein, vorausgesetzt, es handelt sich von Angelegenheiten
grenzüberschreitender Bedeutung.
 Schon 1999 wurde in Tampere ein unfangreiches Arbeitsprogram gebildet, den
Bürgerinnen und Bürger ebenso den Unternehmen größere Rechtsicherheit im Emu-
Raum zu bieten (erleichterter Zugang zur Rechts; Anerkennung der Urteile von
Gerichten in Zivil- und Strafsachen, Mindeststandards für Schadenersatzansprüche
und für Prozesskostenhilfe usw.)
 Die EU-Verfassung -in Gegensatz zu den derzeitigen Verträgen - überträgt dem
Ministerrat und dem EP die Zuständigkeit für die Verabschiedung von Gesetzen und
Rahmengesetzen, mit denen ein einheiterters Zugang zu Gerichten gewährleistet
werden soll.

11.2.6 Polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen


 Gemäßß der derzeitigen Verträgen konnte die EU bereits im Bereich der polizeilichen
und Justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen tätig werden. Allerdings wurde dieser
Bereich, wie GASP, in einem gesonderten Teil des EU-Vertrages behandelt, der als
„Dritte Säule bezeichnet wird; kennzeichnend für ihm ist die Methode der
zwischenstaatlichen Vereinbarungen.
 Hier wirkt die EU-Verfassung als Innovation: sie schafft nämlich die ‘Dritte Säule”
ab und fasst sämtliche Politikbereiche der EU in einer einzigen Struktur zusammen,
womit demokratischere, wirksamere und transparente Verfahren anwendbar macht.
Eine Besonderheit besteht darin, dass eine Gruppe von Mitgliedstaaten (ein Viertel)
genau wie die EK ein Initiativrecht hat. Das Vetorecht ist zugunsten der qualifizierten
Mehrheit aufgegeben worden: Das EP ist mit dem Ministerrat als Mitgesetzgeber
tätig und die verabschiedeten Rechtsakte unterliegen der gerichtlichen Kontrolle
durch den Gerichtshof.
 Das EP und der Ministerat können somit Definitionen und gemeinsame Sanktionen
für schwerwiegende Formen der internationalen Kriminalität festlegen, die in der
EU-Verfassung aufgeführt sind. Es geht dabei um äusserst schwere Vergehen wie
Terrorismus, Drogenhandel, Menschenhandel, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit,
sexuelle Ausbeutung von Kindern und Umweltstraftaten.

11.2.7 Möglichkeit der Einrichtung einer „Europäischen Staatsanwaltschaft für die Fandung
nach Urhebern von Straftaten mit grenzüberschreitenden Bezug
 Dank der EU-Verfassung kann die EU auch Rahmengesetze für die
Strafprozessordnung verabschieden, die die Rechte der Opfer und die Rechte des
Einzelnen im Strafverfahren betreffen. Die bereits bestehenden Mechanismen der
Justizielle Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten, wie „Eurojust”, sollen verstärkt
werden.
 Eurojust wurde 2002 geschaffen, um die Zusammenarbeit der Gerichte und
Staatsanwälte zu erleichtern. Das geschieht zum Beispiel durch Vereinfachung des
74

Informationsaustausches unter nationalen Behörden, den gegenseitigen Rechtshilfe und


der Auslieferung von Personen, die verhört werden sollen. Das Führungsgremium von
Eurojust setzt sich aus einem Vertreter aus jedem Mitgliedstaat zusammen.
 .Die Verstärkung und Ausbreitung des gemeinsamen Auftretens gegen internationaler
Kriminalität wird zukünftig durch den Regel der EU-Verfassung gesichert, dass der
Ministerrat kann in der Zukunft die Einsetzung einer Europäischen Staatsanwaltschaft
beschliefßen. Diese wäre zuständig für Fandung und strafrechtliche Verfolgung von
Personen, die als Täter schwerer Straftaten mit grenzüberschreitenden Bezug begannen
haben. Dieser Beschluss wird einstimmig von den Mitgliedstaaten getroffen.

11.2.8 Die Rolle von „Europol“ in der polizeilichen Zusammenarbeit


 Auf dem Gebiet der polizeilichen Zusammenarbeit stellt das Europäische Polizeiamt
„Europol” eine Struktur zur Verfügung, um die polizeiliche Zusammenarbeit der
Mitgliedstaaten bei der Prävention und Bekämpfung der schweren Formen der
internationalen organisierten Kriminalität auszubauen.
 Europol hat seine Tätigkeit im 1999 begonnen; es hat seinen Sitz in Den Haag. Und
zählt zu seinem Personal Vertreter von nationalen Polizei-, Strafvollzugs-, Zoll- und
Einwanderungsbehörden. Eine seiner wichtigsten Pflichte ist die Betreuung eines
automatisierten Informationssystems für die Eingabe, Abfrage und Auswertung von
Daten. Das Führungsorgan besteht aus einem Vertreter aus jedem Mitgliedstaat.
Europol ist in enger Zusammenarbeit mit „Interpol” tätig.
 Gegenwärtig ist Europol gegenüber dem Ministerrat verantwortlich. Die EU-
Verfassung sieht aber vor, dass Europol der Kontrolle durch das EP und die nationalem
Parlamente unterliegt.
72

Teil 12 Auswärtiges (außenpolitisches) Handeln der EU


12.1 Allgemeine Bemerkungen zum auswärtigen Handel der EU
 Die EU ist neben den USA die größte Wirtschaftsmacht, aber ihre politische Bedeutung
in der Welt entspricht dieser Wirtschaftskraft noch nicht. Es haben 168 Staaten der Erde
diplomatische Beziehungen zur EU und sind in Brüssel mit Missionen vertreten; die
EU unterhält Delegationen im Rang von Botschaften in 123 Ländern und bei fünf
internationalen Organisationen.
 Die Regierungen der EU-Staaten arbeiten allerdings schon seit langem in der
Außenpolitik zusammen, seit einigen Jahren auch in der Sicherheitspolitik und seit
kurzem in der Verteidigungspolitik. Trotzdem spricht die EU in der Weltpolitik nicht
immer mit einer Stimme. Außen und -Sicherheitspolitik sind sensible Bereiche, in
denen die EU-Staaten sich bisher alle Entscheidungsrechte selbst vorbehalten haben. Es
gibt also noch keine einheitliche „europäische” Außenpolitik (Beweise dafür sind die
verschiedenen Meinungen der EU-Mitgliedsländer in den Frage des Irak-Krieges),
anderseits aber man kann derer Anfangsinitiativen behaupten (wie es bei der
gemeinsamen Hilfeleistung von EU-Staaten bei der südostasiatischen Flutkatastrophe
in Dezember 2004 der Fall war)
 Für das auswärtigen Handel der EU enthält die EU-Verfassung besonders wichtige
Neuerungen, die eher auf bestimmte institutionelle Änderungen (insbesondere durch
Einsetzung des Außenministers) und weniger auf die Verbesserung der Verfahren, der
praktisch unverändert geblieben sind, ,zurückzuführen Die Rolle des EP im Bereich
der Außenpolitik hat sich nicht grundlegend geändert, selbst wenn sie im
Zusammenhang mit der gemeinsamen Handelspolitik und dem Abschluss von
internationalen Abkommen gestärkt wird.

12.2 Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP)


12.2.1 Allgemeine Fragen von GASP
 Laut EU-Verfassung wird – aber frühestens erst nach 2006 -GASP gemeinsame Politik
der EU sein.
 EK und EP sind in diese gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik einbezogen, aber
nicht an Entscheidungen beteiligt. Die Durchführung von GASP fällt nicht unter das
„ordentliche Gesetzgebungsverfahren“, das EP wird auch zukünftig nur regelmäßig
konsultiert.
12.2.2 Die Ziele von GASP
 Wahrung der gemeinsamen Werte, der grundlegenden Interesse, der Unabhängigkeit
und der Unversehrtheit der EU
 Stärkung der Sicherheit der Union und ihrer Mitgliedstaaten
 Wahrung des Friedens und Stärkung der internationalen Sicherheit im Einklang mit den
Grundsätzen der Charta der Vereinigten Nationen
 Förderung der internationalen Zusammenarbeit
76

 Entwicklung und Stärkung der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie die Achtung
der Menschenrechte und Freiheiten
12.2.3 Besondere Komponente der Modernisierung der Sicherheitspolitik aufgrund der EU-
Verfassung
 Aktualisierung der so genannten Petersberg-Missionen (Die damalige EU-
Mitgliedstaaten haben die in 1954 gegründete aber nie wirksam gewordene WSU
„aufgefrischt“ und sich in 1992 in Petersburg/Deutschland über Rettungs- und
humanitären Maßnahmen, über Maßnahmen über Friedens-Erhaltung und über Einsatz
von Truppen zwecks Krisenbehandlung und Friedensschaffung geeinigt) Die EU-
Verfassung hat zu diesen Missionen ein Verweis auf Abrüstungsmaßnahmen,
Aufgaben der militärischer Beratung, Operationen zur Stabilisierung der Lage nach
Konflikten und Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus auch auf dem
Hoheitsgebiet von Drittstaaten hingefügt.
 Schaffung neuen Formen der Flexibilität und der Zusammenarbeit in Bereich der
Verteidigung
 Einführung einer engeren Zusammenarbeit im Bereich der gegenseitigen Verteidigung
 Einrichtung eines Abschubfonds für die militärische Verteidigung unabgängig vom
Haushalt der EU
 Einrichtung eines Europäischen Amtes für Rüstung, Forschung und militärische
Fähigkeiten
 Festlegung eines Verfahrens für einen schnellen Zugang zu den Haushaltsmitteln der
EU

12.3 Gemeinsame Außenhandelspolitik


12.3.1 Die gegenwärtige Außenhandelspolitik der EU
 Die Außenhandelspolitik wurde schon vor der Ausarbeitung der EU-Verfassung
„vergemeinschaftet”, die Mitglieder entscheiden also nicht mehr allein, ob Zollsätze
geentert, Handelsabkommen geschlossen oder handelspolitische Schutzmassnahmen,
zum Beispiel im Fall von Dumping, getroffen werden.
 Der internationale Handel wird vor allem durch die Welthandelsorganisation (World
Trade Organisation, WTO) geregelt, der 134 Staaten und die EU angehören. Soweit
darüber hinaus zwischenstaatliche Vereinbarungen möglich sind, werden sie von der
EK mit Einzelstaaten oder mit Gruppen der Staaten geregelt: in Handels-,
Kooperations- oder Assoziierungsabkommen; sie können auch Vereinbarungen über
Freihandelszonen oder Zollunionen erhalten.

12.3.2 Neuerungen der EU-Verfassung auf dem Gebiet der Gemeinsamen


Außenhandelspolitik
 Die Verfassung ergänzt diese Regel mit der Zielsetzungen der Außenhandelspolitik der
EU: zur harmonischen Entwicklung des Welthandels, zur schrittweise Beseitigung der
Beschränkungen im internationalen Handelsverkehr und bei den ausländischen
Direktinvestitionen, sowie zum Abbau der Zoll - und anderer Schranken beizutragen ,
77

 Die EU-Verfassung regelt, wie die für die Umsetzung der gemeinsamen Handelspolitik
erforderlichen Maßnahmen vorbereitet und durchgeführt werden.
 Die Regel der Entscheidungsfindung des Ministerrates wird eindeutig gestaltet, um die
EU in der Lage zu versetzen bei der Regelung der Weltwirtschaft als Akteur von
unumstößlicher Bedeutung aufzutreten.
 Gleichzeitig verstärkt aber die EU-Verfassung die Rolle des EP, das fast auf dieselbe
Ebene gestellt wird, wie der Ministerrat
 Die EK handelt auch in der Zukunft mit Drittländer, um die europäischen Interesse auf
dem Gebiet Waren- und Dienstleistungsverkehr, an geistigen Eigentum und
Investitionen zu vertreten

12.4 Zusammenarbeit mit Drittländer und humanitäre Hilfe


12.4.1 Die gegenwärtigen Lage der Zusammenarbeit mit Drittländern und der humanitären Hilfe
 Die EU und die Mitgliedstaaten bringen mehr als die hälfte der weltweiten Mittel zur
Entwicklungshilfe auf.
 Die EU fördert, ergänzt zur Entwicklungspolitik der Mitgliedstaaten: die nachhaltige
wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Entwicklungsländer, insbesondere der am
meisten benachteiligten Länder; ihre Gliederung in der Weltwirtschaft; und die
Bekämpfung der Armut.
 Ein besonderes, vertraglich geregeltes Verhältnis pflegt die EU mit den so genannten
„AKP-Staaten”. AKP -Staaten sind mit der EU assoziierten 77 afrikanischen,
karibischen und Pacifik-Staaten , die ehemalig Kolonien der EU-Mitgliedstaaten waren
und seit 1957 der EWG assoziiert - also mit bestimmten Vorrechten angegliedert -sind
Als sie selbstständige Staaten geworden sind, hat die EU mit ihnen im 1975 den
Lomé-Abkommen für 25 Jahren geschlossen, das im 2000 im Cotonou mit einem 20-
jährigen Partnerschaftsabkommen abgelöst worden ist
 Ebenso pflegt ein besonderes Verhältnis die EU mit außeneuropäischen Länder und
Hoheitsgebiete, die mit Dänemark, Frankreich, den Niederlanden und dem Vereinigten
Königreich besondere Beziehungen unterhalten. Diese sind die folgenden:
 Mit der im 1995 in Barcelona gegründeten „Europa-Mittelmeer-Partnerschaft” hat die
EU einen Rahmen für eine umfassende Zusammenarbeit mit 12 europäischen,
asiatischen und afrikanischen Mittelmeerländern (230 Millionen Einwohner)
geschaffen, mit dem Ziel, einen Raum des Friedens und der Stabilität rund um
Mittelmehr zu schaffen.
 1976 begann die EG mit ihrer Entwicklungshilfe für Länder in Asien und
Lateinamerika. Sie umfasst finanzielle und technische Hilfe sowie Projekte der
wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Die Hilfe wendet sich vor allem an besonders
benachteiligten Ländern und soll in erster Linie den ländlichen Raum fördern und zur
Steigerung der Nahrungsmittelproduktion beitragen.
 Weitere Schwerpunkte sind :die Nahrungsmittelhilfe für die ärmeren Länder und die
Hilfe bei Katastrophen.( Ein guter Beispiel dafür war die EU-Unterstützung in
Dezember 2004 für die südasiatischen Opfer der Flutkatastrophe in der Höhe von 1,5
Milliarden Euro)
78

12.4.2 Wichtige Behauptungen der EU-Verfassung betreffs dieser Poltikbereiche


 Eine Bestimmung der EU-Verfassung ist der Politik der humanitärer Hilfe der EU
gewidmet (die von der EU-Organisation ECHO verwaltet wird); damit soll ihre
spezielle Natur deutlich herausgestellt werden. (Sie unterlegten dem humanitären
Volkerrecht und stellten kein politisches Druckmittel dar).
 Laut EU-Verfassung kommen die EU und die Mitgliedstaaten im Rahmen der UNO
und anderer zuständiger internationaler Organisationen gegebenen Zusagen nach und
berücksichtigen die in diesem Rahmen gebilligten Zielsetzungen.
 Die EU-Verfassung enthält genaue Bestimmungen dafür, unter welchem Umständen
die EU internationale Abkommen aushandeln kann und sie gibt das entsprechende
Verfahren eindeutig vor; die EK (oder der Außenminister)verhandelt und Ministerrat
und Parlament beschließen gemeinsam, ob sie das Ergebnis annehmen.
76

Teil 13 Ungarn und die EU


13.1 Ungarns Kontakte zur EG/EU bis Ende 2002
 Zwischen Ungarn und die EG wurden im August 1988 die diplomatischen
Beziehungen aufgenommen.
 Denen folgte im September 1988 das Handels und Wirtschaftsabkommen, das im
Vertragssystem zwischen die EG und der MOE-Staaten) vom Beispielhaften wert war.
 Das PHARE-Program - eine nicht rückzuerstattende Unterstützung der EG an den
MOE-Ländern - wurde 1990 auch für Ungarn geöffnet und bis Ungarns EU-Beitritt
verwirklicht
 Ungarns Assoziationsvertrag trat am 1. Februar 1994 in Kraft, nachdem er sowohl von
den EU-Mitgliedstaaten als auch vom ungarischen Parlament ratifiziert wurde. Damit
entstand zwischen Ungarn und der EU ein Assoziationsverhältnis
 Anschließend reichte die ungarische Regierung - noch in 1994 - mit der einstimmigen
Vollmacht des ungarischen Parlaments dem ER Ungarns offiziellen Beitrittsantrag ein.
Danach sind mehrere assoziierten Institutionen ins Leben gerufen wurden: die bis
Ungarns EU-Beitritt funktionierten und einen gossen Anteil in Ungarns EU-Beitritt
hatten.
 Die einander wechselnde Regierungen Ungarns haben eine umfassende
Beitrittsstrategie des Landes ausgearbeitet und beabsichtigten es - unter der Kontrolle
des Parlaments
 In der zusammenfassenden Meinung der EK über Ungarn (Juli 1997) wurde es
vorgeschlagen, die Beitrittsverhandlungen mit Ungarn zu beginnen die im März 1998
im Rahmen einer bilateralen Regierungskonferenz tatsächlich begannen. Diese
Verhandlungen mit Ungarn wurden in 31 Problemenbereichen („Kapitel”) fast vier
Jahren lang geführt, im Dezember 2002 erfolgreich beendet und der ER hat im
Dezember 2002 auch Ungarns EU-Beitritt gebilligt.

13.2 Ungarns-Beitrittsvorbereitungen in 2003 und in 2004


 Am 12 April 2003 wurde eine Volksabstimmung in Ungarn über den Beitritt des Landes
gehalten. Die Wahlbeteiligung erreichte einen Negativrekord, da nur 45,62% der
Wahlberechtigten zur Wahl gingen. Alle vier im ungarischen Parlament vertretenen
Parteien hatten sich ja für den EU-Beitritt ausgesprochen, aber die dennoch halbherzige
Kampagne für den EU-Beitritt hat zur niedrigen Beteiligung beigetragen. 83,76 % der
abgegebenen gültigen Stimmen haben „ja” für den EU-Beitritt des Landes
ausgesprochen.
 Am 16 April hat EU mit Ungarn - und gleichzeitig mit neun anderen Kandidaten-
Ländern - den Beitrittsabkommen unterzeichnet. Damit wurde Ungarns EU-Beitritts-
Absicht offiziell bestärkt und ebenso die Absicht der EU, Ungarn als EU-Mitgliedstaat
zu empfangen offiziell deklariert
80

 Die EK hat seit 1997 jährlich ein Gesammtbericht über Ungarns EU-Beitritt-
Vorbereitungen veröffentlicht. Die wichtigsten Feststellungen des EK-Berichte in
Oktober 2003 waren die folgenden
 Aus diesem Bericht kann man es behaupten, dass Ungarn die politischen,
wirtschaftlichen und anderen Kriterien der EU-Mitgliedschaft meistens
verwirklicht hat und die diesbezügliche Bestrebungen in den lenzten Jahren
konsekvent und erfolgreich weitergeführt wurden, so dass Ungarn bezüglich der
Mehrheit der einzelnen EU-Politiken ein hohes Niveau erreicht hat. So ist es eine
reale Hoffnung, dass die noch diesbezüglich vorhandenen Probleme bis Ungarns
EU-Beitritt gelöst werden können.
 Gleichzeitig hat dieser Monotoring-Bericht besonders auf fünf Gebieten
Mangelhaften entdeckt und dargestellt, für die die Leitungsorgane Ungarns eine
ausserst große Aufmerksamkeit widmen müssen:
o den allgemeinen wirtschaftlichen Gleichgewicht des Landes zu
verbessern;
o das System der Liquidation die EU- Landwirtschaftsförderungs-Gelder
und ebenso
o eines das System der integrierten Verwaltung und Kontrolle dieser EU-
Gelder auszubauen und in Betrieb zu setzen;
o Verwirklichung von Entwicklungsmassnahmen für ländlichen Gebiete;
o Einhaltung der EU-Forderungen der öffentlichen Gesundheitswesen in
den Lebensmittelverarbeitungs-Betrieben.

13.3 Finanzbilanz Ungarns hinsichtlich der EU


Summen in Mio. Euro
Nennung Jahre
2004 2005 2006
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
-
Gesammte-Einzahlung in die EU 553 845 865
Gesammte-Auszahlung von der EU 824 1342 1487
Aktivsaldo für Ungarn 271 497 622

13.4. Zeitweilige Befreiungen (Derogartionen)hinsichtlich Ungarn bei der obligatorischen


Erfüllung der EU-Vorschriften in den einzelnen Politikbereichen
13.4.1 Befreiungen auf dem Gebiet “ Freiheit der Arbeitsplatzwahl”
Innerhalb 2 Jahren entscheidet jeder EU-Mitgliedstaat selbst über die Einlassung von
ungarischen Arbeitssuchenden.(Irland, Schweden, Vereinigtes Königreich und die 9
mit Ungarn eingetretenen Länder haben eine „offene Tür” für ungarischen
Arbeitssuchenden gesichert)
81

Eine diesbezügliche Beschränkung kann vom jedem EU-Mitgliedstaat für noch 3 Jahren
verlängert werden, mit einer vorherigen Information für EK
Für noch andere 3 Jahre kann diese Beschränkung verlängert werden von denjenigen EU-
Mitgliedstaaten, die es beweisen können, dass die Entströmung von Arbeitsuchenden
aus den neuen EU-Mitgliedstaaten eine bedeutende Störung am Arbeitmarkt des
Landes verursachen würde.

13.4.2 Befreiungen auf dem Gebiet „Freier Verkehr von Dienstleistungen”


Die Höchtssumme von Konkurs-Versicherung für ausländische Investoren ist bis Ende
2007 anstatt 20.000 Euro nur 1 Million Forint.
Die Genossenschafts-Sparkassen dürfen bis Ende 2007 mit einem niedrigeren
Stammkapital funktionieren, als das innerhalb der EU vorgeschrieben ist.

13.4.3 Befreiungen auf dem Gebiet „Freier Kapitalvertkehr”


Ungarn kann das Verbot des Eigentumerwerbes von Ackererde für ausländische natürliche
und Rechtspersonen noch bis 7 Jahren aufrechterhalten und dieses Verbot kann danach
- unter gewissen Bedingungen - mit 3 Jahren verlängert werden.
Fünf Jahren lang nach dem EU-Beitritt dürfen in Ungarn ausländische natürliche oder
Rechtspesrsonen Immobilien zwecks Zweitwohnung oder Standort nur mit vorherigen
behördlichen Genehmigung kaufen.

13.4.4 Befreiungen auf dem Gebiet „Wettbewerbspolitik”


Das System der für den ausländischen Investoren früher gegebenen Gesellschaftssteuer-
Begüntigungen kann bis Ende 2010 reformier werden
Auch das System der Kommunalsteuer-Begünstigungen kann bis Ende 2007
aufrechterhalten werden

13.4.5 Befreiungen auf dem Gebiet „Landwirtschaft”


44 ungarische Schlachthöfe mit großer Kapazität müssen gewisse EU-Vorschriften erst ab
1 Januar 2007 einhalten.
21 ungarische landwirtschaftlichen Betriebe müssen die EU-Vorschriften hinsichtlich
Hünenstelgen erst ab1 Januar 2010 einhalten
Traubenmost darf überall in Ungarn freigeliefert werden
Ungarische Vorschriften für Tafelweine dürfen für 10 Jahren aufrechterhalten werden
Traubenmost darf ohne einer zeitlichen Grenze gezuckert werden

13.4.6 Befreiungen auf dem Gebiet „Verkehr”


”Cabotage” im Straßenverkehr ist für ungarische Fuhrunternehmen in anderen EU-Staaten
und für Fuhrunternehmen aus anderen EU-Staaten in Ungarn nicht genehmigt: dieser
Verbot kann danach mit 3 Jahren verlängert werden.
82

Das ungarische Genehmigungs- und Abgabe-System für Fahrzeuge mit Übergewicht darf
bis Ende 2008 verlängert werden.
Ungarn darf die Anspruchsnahme der ungarischen „TERNF”-Netzes (Transeuropäischer
Wahrenfuhr-Netz) bis Ende 2006 auf 20% begrenzen.
13.4.7 Befreiungen auf dem Gebiet „Steuer“
Bis Ende 2007 darf in Ungarn für einige Heizungsmaterial-Sorten, für Fernheizung und für
Gaststätten-Dienstleistungen ein günstigerer Umsatzsteuer-Fuß angewandt werden, als
das innerhalb der EU vorgeschrieben ist.
Das EU-Minimum von Regaliensteuer-Fuss auf Zigaretten muss in Ungarn nur bis Ende
2008 erreicht werden
Bei Branntweinbrennereien 50 Liter pro Familie und pro Jahr darf in Ungarn steuerfrei
bleiben.

13.4.8 Befreiungen auf dem Gebiet „Umwelt”


Die Vorschriften für Wiederverabeitung von Packungs-Abfälle müssen seitens Ungarn erst
ab 1 Januar 2006 eingehalten werden
Die Vorschriften für Verbrennungsanlagen für gefährliche Abfällen müssen in Ungarn erst
ab 1 Juli 2005 eingehalten werden.
Einige Abwasswerreiniguns-Vorschriften müssen in Ungarn -schrittweise - bis Ende 2008,
bis Ende 2010 bzw. bis Ende 2015 eingehalten werden.

13.4.9 Befreiungen auf dem Gebiet ”Zollunion”


Beim Rohaluminum-Zollkontingent wird Ungarns für 3 Jahren eine Begünstigung erhalten
Beim Zollerlass, und bei der Zollerstattungkann das ungarische nationale System bis die
Verjährung der Ansprüche noch aufrechterhalten werde, aber auf Lasten des
ungarischen Staatsbudgets.
Bis dem Erlass der EU-konform Erlaubnisse, aber höchstens bis 1 Mai 2005 werden die
schon vorher ausgegeben Genehmigungen hinsichtlich Zollverfahren und zollfreien
Zonen akzeptiert

.-.-.-.-.-.-
80
Beilage 1

Liste der Abkürzungen


Abkürzung Englische Begriff auf Deutsch Begriff auf Ungarisch
in Leitfaden Abkürzung
A A Österreich Ausztria
AdR COR Ausschuss der Regionen Régiók Bizottsága
ASTV COREPER Ausschuss der Ständigen Vertreter Állandó Képviselők Bizottsága
B B Belgien Belgium
COSAC COSAC Konferenz der Europa-Ausschüsse Nemzeti Parlamentek Európai
der nationalen Parlamente Bizottságainak Konferenciája
CY CY Zypern Ciprus
CZ CZ Tschechische Republik Cseh Köztársaság
D D Deutschland Németország
DK DK Dänemark Dánia
E E Spanien Spanyolország
EBRE EBRD Europäische Bank für Európai Ujjáépítési és Fejlesztési
Rekonstruktion und Entwicklung Bank
EST EE Estland Észtország
EEA SEA Einheitliche Europäische Akte Egységes Európai Okmány
EFTA EFTA Kleine Europäische Kis Európai Szabadkereskedelmi
Freihandelszone Övezet
EG EC Europäische Gemeinschaft(en) Európai Közösség(ek)
EIB Europäische Investitionsbank Európai Berházási Bank
EK EC Europäische Kommission Európai Bizottság
EWS EMS Europäisches Währungssystem Európai Monetáris Rendszer
EWU EMU Europäische Währungsunion Európai Monetáris Unió
EP EP Europäisches Parlament Európai Parlament
ER Europäischer Rat Európai Tanács
ESZB ESCB Europäisches System der Európai Központi Bankok
Zentralbanken Rendszere
EU EU Europäische Union Európai Unió
EuGH CJEU Europäischer Gerichtshof Európai Biróság
EuRH Europäischer Rechnungshof Európai Számvevőszék
Europarat CoE Europarat Európa-Tanács
84

Eurostat Eurostat Europäisches Statistische Amt Európai Statisztikai Hivatal


EWI EMI Europäisches Währungsinstitut Európai Monetáris Intézet
EWR EEA Europäischer Wirtschaftsraum Európai Gazdasági Térség
EZB ECB Europäische Zentralbank Európai Központi Bank
F F Frankreich Franciaország
FAO Welternährungsrat ÉlelmezésiVilágszervezet (ENSZ)
FIN FIN Finnland Finnország
GAP CAP Gemeinsame Agrarpolitik Közösségi Mezőgazdasasági Politika
GASP CFSP Gemeinsame Außen- und Közös Kül-és Biztonságpolitika
Sicherheitspolitik
GATT GATT Allgemeiner Zoll- und Általános Vámtarifa- és
Handelsabkommen Kereskedelmi Egyezmény
GIP GDP Bruttoinlandprodukt Bruttó hazai össztermék
GR GR Griechenland Görögország
HU HU Ungarn Magyarország
I I Italien Olaszország
IWF IMF Internationale Währungsfond Nemzetközi Valutaalap
IRL IRL Irland Irország
JIZ JHA Justitielle und Innere Bel- és igazságügyi együttműködés
Zusammenarbeit
L L Luxemburg Luxemburg
LT LT Litauen Litvánia
LV LV Lettland Lettország
Ministerrat Rat der EU (Ministerrat) Az EU Tanácsa (Miniszterek
Tanácsa)
MOE MIE Mittel- und Osteuropa Közép és Kelet Európa
MT MT Malta Málta
NATO NATO Nordatlantikpakt NATO
NL NL Niederlande Hollandia
OECD OECD Organisation für Wissenschaftliche Gazdasági Együttműködés és
Zusammenarbeit und Entwicklung Fejlesztés Szervezete
P P Portugal Portugália
PL PL Polen Lengyelország
S S Schweden Svédország
SIS SIS Schengener Informationssystem Schengeni Információs Rendszer
SK SK Slowakische Republik Szlovákia
85

SL SL Slowenien Szlovénia
UK UK Vereinigtes Königreich Nagy-Britannia és Észak-Írország
Großbritannien und Nord-Irland Egyesült Királyság
UNO UNO Organisation der Vereinigten Egyesült Nemzetek Szervezete
Nationen
WGO WHO Weltgesundheitsorganisation Egészségügyi Világszervezet (ENSZ)
WSA ESC Wirtschafts- und Sozialausschuss Gazdasági és Szociális Bizottság
WTO WTO Welthandelsorganisation Kereskedelmi Világszervezet
83
Beilage 2

Statistische Daten

Einige charakteristische Daten der EU:


Neue
Datentyp Europa der 15 EU-Staaten Europa der 25
Fläche in 1000 qkm 3233,9 740,9 3974,8
Einwohner in Mio. 01.01.2003 376,5 74,8 451,3
Bruttoinhaltprodukt (Milliarde €) 8864 404 9268
Bruttoinhaltprodukt pro Kopf ( € ) 23500 5400 20500
Zur EU gehören außerhalb Europa:
 Ceuta und Melilla in Nordafrika
 Madeira und die Azoren
 Die Kanarischen Inseln
 Französisch-Guayana in Südamerika
 Die französische Insel Guadeloupe und Martinique
 Reunion im indischen Ozean
Nicht zur EU gehören in Europa:
Andorra
Färöer
Monaco
San Marino
Vatikanstaat
Die Insel Man
Die Kanalinsel
Gibraltar
Einige charakteristische Daten der EU – Mitgliedstaaten:
Fläche in 1000 Einwohner in Bruttoinhaltproduk Hauptstadt
qkm Mio. t pro Kopf(€)
Land
(01.01.2003) (2001)
Belgien /B) 30,2 10,31 24700 Brüssel
Dänemark /DK) 43,1 5,39 27500 Kopenhagen
Deutschland /D) 356,9 82,56 24.100 Berlin
87

Estland (EST) 45,2 1,36 9800 Tallin


Finnland (FIN) 338,0 5,21 24.300 Helsinki
Frankreich (F) 544,0 59,64 23600 Paris
Griechenland 132,0 11.02 15800 Athen
/GR)
Irland (IRL) 70,3 3,93 27.500 Dublin
Italien (I) 301,3 56,46 24300 Rom
Lettland (LV) 64,6 2,33 7700 Riga
Litauen (LT) 65,3 3,46 8700 Vilnius
Luxemburg (L) 2,6 0,45 45500 Luxemburg
Malta (MT) 0,3 0,40 11900 Valetta
Niederlande (NL) 41,5 16,20 26000 Amsterdam
Regierungssitz:
Den Haag
Österreich (A) 83,9 8,16 26300 Wien
Polen (PL) 312,7 38,6 9.200 Warschau
Portugal (P) 91,9 10,41 16900 Lissabon
Schweden (S) 450,0 8,94 23100 Stockholm
Slowakische 49,0 5,38 11100 Bratislava
Republik (SK)
Slowenien (SL) 20,3 2,0 16000 Ljubljana
Spanien (E) 506,0 40,68 19100 Madrid
Tschechische 78,9 10,14 13300 Prag
Republik (CZ)
Ungarn (HU) 93,0 10,16 11900 Budapest
Vereinigtes 244,1 59,09 23200 London
Königreich (UK)

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