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Ein wichtiges Funksystem stellt die Satellitenkommunikation dar.

Einen Satelliten kann


man sich als Mikrowellenverstärker am Himmel vorstellen. Satelliten enthalten mehrere
sogenannte Transponder, die von der Erde gesendete Signale empfangen, verstärken und
diese auf einer anderen Frequenz wieder zu Erde zurücksenden. Typisch sind 12-20
Transponder pro Satellit mit einer Bandbreite von 26-50 MHz entsprechend einer
übertragbaren Bitrate von etwa 33 - 38 Mbit/s.
Aufgrund der großen zu überbrückenden Entfernung, werden die Sender auf der Erde und
im Transponder mit maximaler Leistung betrieben. Dadurch arbeiten die Verstärker (z.B.
traveling wave tube, TWT) im nichtlinearen Bereich, so dass erhebliche Verzerrungen
auftreten können. Durch die Wahl geeigneter Modulationsverfahren, die eine konstante
Einhüllende (CPM, FM, FSK, PSK) aufweisen, kann diese Problem gelöst werden. Beim
digitalen Satellitenfernsehen (DVB-S) wird zum Beispiel eine QPSK eingesetzt.
Um auf eine Nachführung der Bodenantennen verzichten zu können, werden häufig
geostationäre Satelliten eingesetzt. Diese kreisen synchron mit der Erde in einer Höhe von
36000 km über dem Äquator. Auf dieser Umlaufbahn kreisen heute sehr viele Satelliten, zur
Trennung der Funkverbindungen von der Erde zu den Satelliten (Uplink) sind mindestens
zwei Grad Abstand erforderlich. Die Richtantennen des Satelliten erlauben eine recht
genaue Abgrenzung eines elliptischen Empfangsbereichs auf der Erde, den man als
„Footprint“ bezeichnet. Eine besonders begehrte Orbitalposition ist die bei 19,2 Grad Ost,
da hier Zentraleuropa abgedeckt werden kann. Die Astra-Satelliten arbeiten auf dieser
Position. Für Kommunikationsverbindungen ist die große Laufzeit bei
Satellitenverbindungen nachteilig. Die Laufzeit von der Erde zu einem geostationären
Satelliten und wieder zurück beträgt 250 ms - 300 ms, ein Wert der sich bei einer
Telefonverbindung schon deutlich störend bemerkbar macht.
Die Tabelle zeigt die bei der Satellitenkommunikation genutzten Frequenzbänder. Das C-
Band
ist das erste kommerziell genutzte Band und wird vorwiegend für Telefonie genutzt.
Problematisch können dabei terrestrische Störungen durch andere in dem Frequenzbereich
von 4
bzw. 6 GHz arbeitende Funksysteme sein. Das Ku-Band wird vorwiegend für den
Fernsehdirektempfang (Direct Broadcasting Satellites, DBS) genutzt, hier kann bei starkem
Regen eine Dämpfung des Empfangssignals auftreten (Bildstörung bei TV-Empfang). Diese
Regendämpfung ist im Ka-Band noch problematischer, deshalb wird dieser Bereich bei 20/30
GHz bisher wenig genutzt.
Im folgenden werden die Anwendungsbereiche der Satellitenkommunikation
zusammengefasst.
Die vielleicht wichtigste Anwendung ist der Fernsehrundfunk (Broadcast), der seit Ende der
80er
Jahre, in Europa insbesondere durch den Erfolg der Astra Satelliten, populär ist. Beim
digitalen
Fernsehen kann ein typischer Satellit mit 16 Transpondern und einer Nutzdatenrate von je 33
Mbits/s insgesamt 528 Mbit/s übertragen. Im geschäftlichen Bereich spielt Business TV eine
zunehmende Rolle. Dabei verteilen Firmen ihr eigenes Fernsehprogramm mit
Unternehmensinformationen an ihre Mitarbeiter in den verschiedenen Niederlassungen. Der
Zugang zu diesen Information wird durch Verschlüsselung der Inhalte und einer erforderliche
Authentifikation (Conditional Access) reglementiert. Da das Programm nicht von allen,
sondern
nur von ausgewählten Zuschauern gesehen werden kann, spricht man auch von Multicast.
Wie bereits erwähnt, werden Satelliten auch für Punkt-zu-Punkt Verbindungen bei der
Telefonie
genutzt. Weitere Punkt-zu-Punkt Anwendungen sind „Satellite News Gathering (SNG)“,
„Very
small aperture terminals (VSAT)“ oder der gescheiterte Versuch eines weltweiten,
Zivilisationsunabhängigen Mobiltelefonssystems (Iridium). SNG wird dabei von
Nachrichtenredaktionen zur Einspielung aktueller Berichterstattungen vor Ort genutzt, VSAT
erlaubt die mobile Kommunikation mit kleinen mobilen Antennen (typ. Parameter: 1m
Antennendurchmesser, Uplink 20 kbps, Downlink 500 kbps).