Sie sind auf Seite 1von 3

Analogfilter

Als einfachstes Beispiel eines Filters betrachten wir einen RC Tiefpass. Die
Filtercharakteristik geschrieben mit Frequenzen ist

Die Darstellung in Gleichung (2.163) ist die einfachste denkbare Darstellung


eines Tiefpassfilters. Die Grenzfrequenz ist normiert, alle Details der
Realisierung
werden mit der Normierung kaschiert. Das Vorgehen ist in gewissem Sinne
analog
zu dem der theoretischen Physiker, wenn sie ~ = 1 und c = 1 setzen.
Für Sinuswellen ist das Verhältnis zwischen Ausgangs- und Eingangssignal ist

Für große Frequenzen Ω>>1 verhält sich die Ausgangsamplitude


Dies entspricht einem Verstärkungsabfall von 6 dB pro Oktave (Faktor 2) oder
20 dB pro Dekade (Faktor 10). Der Verstärkungsabfall pro Dekade ist
charakteristisch für die Filterordnung. Pro Ordnung erhält man 20 dB pro
Dekade.
Für einen steileren Abfall der Verstärkung kann man n Filter hintereinander
schalten. Wenn man annimmt, dass jeder Teilfilter vom vorhergehenden
entkoppelt ist (keine Rückwirkung) und wenn man weiter annimmt, dass jeder
Teilfilter
eine andere Grenzfrequenz haben kann, charakterisiert durch den Faktor
dann
ist die Übertragungsfunktion

Die Grenzfrequenz eines einzelnen Tiefpasses ist um 1/α höher als die
Grenzfrequenz der Gesamtschaltung. Diese Eigenheit ist bei allen
zusammengesetzten
Tiefpässen zu bemerken. Die oben eingeführten Tiefpässe haben nur reelle
Pole.
Sie heißen kritische Tiefpässe. Tabelle F.1 im Anhang gibt eine Übersicht über
die Filterkoeffizienten. Die Koeffizienten sind in Gruppen zu zwei geordnet, da
man jedes Polynom mit reellen Koeffizienten in ein Produkt von Polynomen 2.
Grades aufspalten kann.
Allgemein ist eine Filterfunktion gegeben durch

Hier ist A0 die Verstärkung bei Ω = 0. Für beliebige reelle Koeffizienten ci


kann das Nennerpolynom in Gleichung (2.167) in n=2 ((n ¡ 1)=2 bei
ungeradem
n) Polynome 2. Grades (und ein Polynom ersten Grades bei ungeradem n)
auf-
gespalten werden. Diese Polynome zweiten Grades haben entweder zwei
reelle
Nullstellen, oder aber zwei konjugiert komplexe. Wir können also schreiben:

Besseltiefpässe
Insbesondere für die Verarbeitung von steilen Impulssignalen ist es wünschens-
wert, wenn die Durchlaufzeit durch den Filter für alle Frequenzen konstant ist.
Diese Durchlaufzeit wird im Allgemeinen die Gruppenlaufzeit genannt. Die
Gruppenlaufzeit ist eine Funktion der Phasenverschiebung (analog zur
Gruppengeschwindigkeit bei Wellen).
Tiefpass-Hochpass-Transformation
Hochpässe können aus den Tiefpassfilterfunktionen abgeleitet werden, indem man
die so genannte Tiefpass-Hochpass-Transformation anwendet.

wird:

Allpässe
Wenn gewünscht ist, dass ein Signal zwar verzögert, nicht aber in seiner Amplitude oder
Form geändert wird, dann können Allpassfilter eingesetzt werden.
Allpassfilter dienen auch als Phasenschieber. Die den Allpassfiltern zugrunde liegende
Idee ist die folgende:
Der Betrag eines Koeffizienten aus einer Funktion und ihrer konjugiert komplexen
Funktion ist konstant und gleich eins.
Wir setzen also für die Übertragungsfunktion an