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44 Thema der Woche

Costa Blanca Nachrichten I Nr. 1435, 17. Juni 2011

Thema der Woche

Nachrichten I Nr. 1435, 17. Juni 2011 T hema de r Woche Zeltlager auf der Puerta

Zeltlager auf der Puerta del Sol von Madrid: Soziologen definieren die Bewegung des 15-M als „spanische Revolution“.

Foto: EFE

Demokratie 2.0

„Echte Demokratie jetzt“ fordert die Bewegung „15-M“ – Bürger organisieren sich im Internet

Michael Allhoff

sie nicht) und die Hippies des

„Verlorene Generation“

der Hand der Demonstranten war,

Über 60 Städte kennzeichnete

Madrid

„yeswecamp“ (Ja, wir campieren)

tagte in New York der Internatio-

plötzlich dasselbe, bislang unbe-

„Ich will kein neues iPad“ steht auf einem braunen Pappschild inmit- ten der Menschenmassen auf der Puerta del Sol. „Ich will ein neues Leben!“ Es ist der 15. Mai, der Tag, als auf dem zentralen Platz von Madrid Zehntausende junger Spanier ihre erste friedliche Mas- sendemonstration von bislang

oder „tomalacalle“ (Besetzt die Straßen). Dies sind nur einige der Suchbegriffe auf Twitter, Face- book, Tuenti oder YouTube – den sozialen Netzwerken im Internet, über die sich die neue spanische Protestbewegung über Monate im Vorfeld des 15. Mai formiert hat.

nale Währungsfonds. Wirtschaftli- ches Wachstum, warnte da der IWF, müsse Arbeit schaffen, „sonst sehen wir uns angesichts des Risikos einer verlorenen Gene- ration“. Ein historischer transatlan- tischer Brückenschlag: Spanische Protestler und die obersten Währungshüter einer globalisierten Welt gelangten in paradoxer Einig-

kannte Phänomen. Zehntausende von Indignados (indignado: spa- nisch für „empört“), kampierten in provisorischen Zeltlagern auf Hauptplätzen und vor Rathäusern. Nicht, dass sie obdachlos wären – indigniert und empört glauben sie schlicht, die Zeit sei reif für einen Wandel. In Cartagena zum Beispiel.

nicht gekannter Reichweite veran- stalteten. Wie aus dem Nichts und quasi über Nacht waren sie da – die An- hänger des „15-M“, die Visionäre von „Democracia Real Ya!“ (Ech- te Demokratie jetzt), die Fans der „#spanishrevolution“, die Intellek- tuellen von „nolesvotes“ (Wählt

So diffus die Identität all jener Träumer von einer besseren Welt scheint, die jungen Menschen auf der Straße eint ihre Empörung über ein politisches, wirtschaftliches und soziales Panorama, in dem 45 Prozent der Spanier unter 30 Jah- ren arbeitslos sind. Am selben 15. Mai, als die Puerta del Sol fest in

keit zum selben Schluss. Von der Puerta del Sol griff der Zündfunke des Protests in den ver- gangenen 30 Tagen rasch auf Dut- zende von weiteren Städten Spa- niens über – von Albacete und Ali- cante über Barcelona, Cádiz, Car- tagena, Granada und Sevilla bis Zamora und Zaragoza.

„Que no, que no, que no nos repre- sentan!“ Im melodischen Sprech- gesang skandiert Jacinto Bastida die Kernbotschaft der sogenannten „spanischen Revolution“: Nein, sie repräsentieren uns nicht. Der An- gestellte im Baugewerbe repräsen- tiert den typisch spanischen Mil- eurista: Sein Arbeitsvertrag läuft

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auf unter 1.000 Euro für 40 Wo- chenstunden, Überstunden sind die Regel, und die werden nicht be- zahlt. Der Glaube, dass die ge- wählten Politiker der großen Volksparteien das Volk im Regen stehen lassen, ist das Mantra einer zunehmend marginalisierten Mit- telklasse, die kaum mehr Perspek- tiven sieht.

Kampf für Solidarität

Die Kernbotschaft der Bewegung, die vor einem Jahr im Internet ih- ren Anfang nahm, von der Puerta del Sol in Echtzeit alle Grenzen überwand und sich mittels Millio- nen von Mausklicks in ein Dut- zend Metropolen weltweit fort- pflanzte (darunter Brüssel, Berlin, Düsseldorf, London, New York, Buenos Aires, Rom, Paris, Florenz und Prag), richtet sich als wenig kaschierte Systemkritik an Politi- ker und Finanzjongleure, an all je- ne, die durch die Schwarz-Weiß- Brille der Indignados betrachtet dem kleinen Mann auf der Straße Gleichberechtigung, Fortschritt und soziale Gerechtigkeit vorent- halten. „Wir sind normale Menschen wie du“, postuliert das Manifest der Bewegung. „Wenn wir uns zu- sammenschließen“, so ihr Credo, „können wir etwas ändern. Es ist an der Zeit, sich in Bewegung zu setzen.“ Selbst der spanische Mi- nisterpräsident José Luis Rodrí-

Selbst der spanische Mi- nisterpräsident José Luis Rodrí- „Sie werden uns nicht zum Schweigen bringen“: Kundgebung

„Sie werden uns nicht zum Schweigen bringen“: Kundgebung am 17. Mai in Madrid.

Foto: dpa

guez Zapatero (Sozialisten, PSOE) hat Verständnis für den Volksauf- stand. „Man muss ihnen zuhören“, erklärte er im Fernsehen. „Man muss sensibel bleiben, weil es Gründe dafür gibt, dass sie ihre Unzufriedenheit und Kritik aus- drücken.“ Gewaltsame Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei hielten sich bislang in Grenzen. In Barcelona kam es zu Krawallen, als 350 Mossos d’Es- quadra die Plaza de Cataluña räu-

men wollten, auf der 200 Indigna- dos kampierten. Saldo der Aktion nach Angaben der Behörden: 121 Verletzte, davon 36 Polizisten. Die Räumung erzielte nicht den beab- sichtigten Effekt. Tausende Kata- lanen, mobilisiert übers Netz, zo- gen ins Stadtzentrum, um die De- monstranten zu unterstützen. Nach der Räumung war der Platz von größeren Menschenmassen besetzt als vor der Polizeiaktion. In Salamanca intonierte eine junge Frau Parolen des 15-M an

der Plaza Mayor. „Entweder bist du ruhig“, drohte ihr ein Ortspoli- zist, „oder ich geb’ dir eins aufs Maul!“ Als ihre Freunde die Szene mit dem Handy filmen wollten, schlugen die Ortspolizisten zu. Saldo: Fünf Verletzte, das Mäd- chen trug ein gebrochenes Nasen- bein davon. In Valencia wurden nach Bilanz der Behörden bei Zwi- schenfällen vor dem Regionalpar- lament am 2. Juni insgesamt 18 Menschen verletzt, darunter acht Polizisten.

Manifest des „15-M“

Auszüge der Grundsatzerklärung spiegeln einen Minimalkonsens der Demonstranten

Madrid – red. „Wir sind

normale Menschen. Wir sind wie du: Menschen, die morgens aufstehen, um zu lernen, zu ar- beiten oder Arbeit zu suchen, Menschen, die Familie haben und Freunde. Menschen, die je- den Tag hart arbeiten, um leben zu können und eine bessere Zu- kunft zu schaffen. ( ) Wir sind alle besorgt und in- digniert angesichts des politi- schen, wirtschaftlichen und so- zialen Panoramas. Angesichts

der Korruption von Politikern, Un- ternehmern, Bankern. ( ) Die Prioritäten einer fortge- schrittenen Gesellschaft müssen die Gleichheit, der Fortschritt, die Solidarität, der freie Zugang zu Kultur, die ökologische Nachhal- tigkeit und das Glück der Men- schen sein. ( ) Die Demokratie geht vom Volk aus, also muss die Regierung vom Volk sein. Aber in diesem Land hört uns die politische Klasse nicht einmal zu. ( )

Das obsolete und künstliche herrschende wirtschaftliche Mo- dell blockiert die Gesellschaft in einer Spirale abwärts, bei der nur wenige reich und der Rest arm werden. ( ) Wir sind anonym, aber ohne uns würde nichts von dem, was ist, bestehen, weil wir die Welt bewe- gen. Wenn wir als Gesellschaft ler- nen, unsere Zukunft nicht einer abstrakten wirtschaftlichen Renta- bilität anzuvertrauen, die sich nie in einem Gewinn für die Mehrheit

niederschlägt, können wir die Unterdrückung und den Mangel beseitigen, den wir alle erlei- den. ( ) Es braucht eine ethische Re- volution. Wir haben das Geld über den Menschen gestellt, und wir müssen uns das Geld wieder zu Diensten stellen. Wir sind Menschen, keine Produkte des Marktes. Ich definiere mich nicht allein darüber, was ich kaufe, weil ich etwas kaufe und von wem ich es kaufe. ( )

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Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba setzt seit Beginn der Proteste auf Deeskalation, allein angesichts der schieren Übermacht der Demonstranten. Als die Polizei im Morgengrauen des 17. Mai die Puerta del Sol räumen wollte, ka- men online in wenigen Stunden 150.000 Unterschriften dagegen zustande. Die Behörden fügten sich. „Die Polizei“, erklärte Rubalca- ba sibyllinisch, „ist dazu da, Pro- bleme zu lösen, nicht neue Proble- me zu schaffen.“ Der langjährig er- fahrene Innenminister und sozialis- tische Präsidentschaftskandidat für

schreibt der 28-jährige Jacinto Bastida das Lebensgefühl seiner Generation: „Kein Haus, keine Zu- kunft, keine Angst.“

Vergleiche zum Pariser Mai

Soziologen erwischte der Aus- bruch der Proteste aus heiterem Himmel auf dem falschen Bein. Ihre Analysen über die massenhaf- ten Bürgerproteste decken sich nur in einem Punkt. Auslöser der Be- wegung des 15-M sei die Entfrem- dung zwischen den Eliten der poli- tischen und ökonomischen Macht und der Masse des Volkes. Man- che sehen in den Kundgebungen

und der Masse des Volkes. Man- che sehen in den Kundgebungen Lautstarker Protest mit Kesselschlagen in

Lautstarker Protest mit Kesselschlagen in Madrid.

Foto: dpa

die anstehende Parlamentswahl 2012 weiß: Nichts radikalisiert ei- ne Protestbewegung mehr als Op- fer in ihren eigenen Reihen.

„Keine Zukunft, keine Angst“

Die spanische Revolution hat kein Gesicht. Es sind Arbeitslose und Angestellte, Schüler, Studenten, Manager, Unternehmer und Intel- lektuelle, die ihren Unmut ausdrü- cken, auch darüber, dass sich eine Minderheit aus Politik und Wirt- schaft auf Kosten der Masse berei- chert. An pfiffigen oder radikalen Parolen mangelt es der Bewegung keineswegs. „Gestern wurden Banken überfallen“, so lautet eines ihrer Transparente, „heute rauben die Banken die Menschen aus.“ Oder auch: „Wenn du nicht gegen die Armut kämpfst“, lautet ein an- derer Spruch, „bist du bald ein Teil von ihr.“ Kurz und prägnant be-

eine Art Straßenfest, andere spre- chen von einem neuen Mai ’68. „Es handelt sich um ein bedeu- tendes Ereignis“, konstatiert der Soziologe Jaime Pastor im Ge- spräch mit der spanischen Tages- zeitung „El País“. Der Beweis sei das internationale Echo. Er spricht von einer neuen sozialen Bewe- gung. Pastor verglich die Umstürze der arabischen Welt mit dem 15- M. „Dort haben wir es mit einer realen Diktatur zu tun, hier haben wir eine Demokratie von minderer Qualität, die sich dem Diktat der Märkte unterwirft.“ Der renommierte Soziologe Fermín Bouza aus Madrid glaubt, dass die Bewegung auf lange Sicht gerade deshalb Chancen habe, weil sie keinen konkreten Gesell- schaftsentwurf präsentiert. „Sie ist abstrakt, so wie der Pariser Mai“, erklärte der Experte für Wahlfor-

Macht im Netz

Schnelligkeit des Web 2.0 schafft Dynamik

Benijófar – ma. Der Schwei-

zer Unternehmensberater Tho- mas Hutter ist einer der füh- renden Experten in Europa für Facebook-Marketing. Mit der CBN sprach er über die Aus- wirkungen der sozialen Netz- werke in der Politik.

Ihre These lautet, dass So- cial Media die Politik verän- dern. Wäre die „spanische Revolution“ ohne Face- book, Twitter & Co. möglich gewesen?

Möglich gewesen vielleicht ja, ob es so schnell gegangen wäre, ist eine andere Frage. Ich bin kein Politikwissenschaftler, aber Twitter, Facebook und Co. dürften sicherlich vieles ermög- licht haben.

Die unmittelbare Verbrei- tung von Inhalten als neue Qualität?

Die Schnelligkeit im Internet erleichtert vieles und die demo- kratischen Publikationsmögli- chenkeiten ebenfalls.

Sehen Sie die Gefahr des Rudelverhaltens in sozialen Netzwerken? Sprich, wer- den Massen etwa durch we- nige Meinungsmacher ge- steuert?

Ja. Das Mitmachen ist einfach. Mitläufer gibt es überall. Das sehen Sie allein schon, wenn ein Thema aufpoppt wie bei- spielsweise während der Fuß- ball-WM. Die zweifelhafte Leistung des Schiedsrichters Khalil Al Ghamdi im Spiel Schweiz gegen Chile war Aus- löser für Attacken auf Face- book. Wegen des enormen Viraleffekts auf Facebook kam es zu Cyber-Mobbing-Attacken. FB-Gruppen mit rassistischen Inhalten erhielten in wenigen Stunden Zehntausende von „Likern“. Da tut Aufklärung über das Web 2.0 dringend not.

Da tut Aufklärung über das Web 2.0 dringend not. Thomas Hutter. Foto: privat Wie Phänomen im

Thomas Hutter.

Foto: privat

Wie

Phänomen im Netz?

Social Media ist öfters bedingt durch das Umfeld. Die Wahr- nehmung innerhalb von Social Media ist abhängig vom Freun- deskreis. Ich erhalte auf vielen Plattformen nur die Informa- tionen, mit denen sich meine Freunde auseinandersetzen. Das beeinflusst und verzerrt natür- lich die Gesamtsicht.

diesem

kommt

es

zu

Cyber-

Revolution sind ein Maus-

klick entfernt?

Unter Umständen ja. Ich möch- te das Thema nicht schlechtre- den, aber die Wahrnehmung in Social Media kann durch den Einsatz von „Influencern“ ge- fälscht werden. Die vereinfach- ten Kommunikationsmöglich- keiten erlauben die Partizipa- tion von Personen, die in der Presse, dort wo man ganze Sät- ze bilden muss, oder in öffentli- chen Veranstaltungen als Red- ner nicht aktiv werden würden.

Cyber-Mobbing

und

Was sind Influencer?

Das sind „Beeinflusser“, Men- schen im Social-Media-Be- reich, die zu den Meinungsma- chern gehören und häufig zitiert oder retweetet werden. Influen- cer treten ein Thema los, und x Leute laufen wie Schafe hinter- her, so wie man es aus der Off- line-Welt auch kennt.

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schung gegenüber der spanischen Presse. „Was nachhaltig Bestand haben wird, ist der Denkansatz, dass man die Politik überdenken muss.“ Immer wenn sich ein Staat grundlegend wandelte, nutzten die Meinungsmacher ein neues Medi- um. Die Französische Revolution von 1789 wurde mittels Flugblät- tern und Zeitungen angezettelt. Die schwarze Bürgerrechtsbewegung der USA profitierte vom Fernse- hen. Die Umbrüche in der arabi- schen Welt und die Proteste des 15-M entfalten ihre ganze Dyna- mik aufgrund der sozialen Netz- werke. Jeder Teilnehmer trägt in seinem Smartphone das Äquiva- lent einer Druckerpresse und eines TV-Senders in der Hosentasche.

Verbündete im Netz

Antonio Álvarez ist einer der ge- schätzten rund 500 bis 1.000 Orga- nisatoren, die sich den ganzen Tag mit der Vorbereitung und Koordi- nation der spanienweiten „cazero- ladas“, der Kesselschlägereien, und der „acampadas“, der Zeltla- ger, beschäftigen. Auf seiner Face- book-Webseite erreicht er mit ei- nem Mausklick und praktisch zum Nulltarif über 4.000 sogenannte „Freunde“. Diese wiederum ver- breiten die Neuigkeiten aus den Generalversammlungen der Bewe- gung in ihren eigenen Netzwerken.

der Bewe- gung in ihren eigenen Netzwerken. Polizeiaktion am 9. Juni vor dem Landtag von Valencia.

Polizeiaktion am 9. Juni vor dem Landtag von Valencia.

Die Schlagkraft der Bewegung beruht auch auf ihrer ungeahnten Schnelligkeit. „Für kommenden Sonntag, 19. Juni, ab 19 Uhr haben wir zu der nächsten großen De- monstration aufgerufen“, sagt der Internet-Aktivist. Diesmal welt- weit. Wenn es so laufe, wie er das bis jetzt abschätzen könne, werde das „eine noch viel größere, inter- nationale Massenkundgebung“ als die Proteste auf der Puerta del Sol.

„Über 750 Städte rund um die Welt haben bislang ihre Teilnahme zugesagt“, konstatiert der Aktivist. Auf Google Maps würden die Un- terstützer derzeit täglich neue Orte eintragen, an denen Leute auf die Straße gehen wollen. Es ist das Phänomen des Schwarms, in dem nicht ein Ein- zelner das Sagen hat, sondern ein- zelne Menschen andere Menschen mitreißen, die wiederum weitere

Foto: dpa

Menschen anstoßen. „Die sozialen Netzwerke sind nicht das Medium, sondern das Territorium, in dem wir uns ausdrücken und organisie- ren“, philosophiert der Aktivist Guillermo Kaejane auf seinem Blog democraciarealya.

Macht der Masse

„Von dem Vertrauen, das wir auf Facebook teilen, gehen wir über zu dem in Echtzeit geteilten Erleben auf Twitter.“ Der Blogger vertraut auf die Kraft des Dialogs Tausen- der von Gleichgesinnten, darunter Netzaktivisten jeglicher Couleur. Dass die Bewegung noch keine Lösungen für den angestrebten Wandel vorweist, sieht er nicht als Manko, sondern als Chance. „Im Gegensatz zu euch, die ihr so tut, als wüsstet ihr alles“, so sein Standpunkt, „wissen wir noch nicht alles. Wir sprechen weiter.“ Die Konsequenz? Mit der Be- wegung des 15-M hat sich, ausge- hend von der Puerta del Sol, eine neuartige Plattform gegründet, auf der zunehmend mehr Menschen ihre Meinung verbreiten. Kommu- nikationsforscher warnen bereits vor Zirkeln in der virtuellen Reali- tät, die andere Ziele verfolgen als eine bessere Welt. Ohne Zweifel:

Die Gefahr der Verführung der breiten Massen ist allgegenwärtig – offline wie online.

breiten Massen ist allgegenwärtig – offline wie online. Mit Notebook und Handy: Protest des 15-M organisiert

Mit Notebook und Handy: Protest des 15-M organisiert sich in sozialen Netzwerken.

Foto: M. Allhoff