Sie sind auf Seite 1von 6

2. Ablauf statistischer Untersuchungen

2.1 Planung

Erstreckt sich auf die Gestaltung und Durchführung der drei folgenden Phasen

Festzulegen ist:

Welche Merkmale

Bei welchen Merkmalsträgern

Mit welcher Technik zu erheben sind

Welche Aufbereitungsverfahren zu verwenden sind

Welche Formen der Darstellung gewählt werden sollen

Welche statistischen Analyseverfahren eingesetzt werden sollen

2.1.1 Konkretisierung des Untersuchungsziels

Auftraggeber muß Ziel präzise definieren, denn dieses ist Voraussetzung für

eine entsprechende Abgrenzung der Grundgesamtheit und

die Festlegung der Untersuchungsmerkmale

Bsp:

Geschäftsleitung von Breuninger beauftragt Sie, die Zufriedenheit der

Kunden des Hauses in der vorweihnachtlichen Zeit festzustellen.

Probleme:

Sachliche Abgrenzung: Was ist „Kunde“, der der Laden betritt oder der

der kauft

Zeitliche Abgrenzung: Was ist vorweihnachtliche Zeit?

Räumliche Abgrenzung: Nur Breuninger oder auch andere Geschäfte im

Breuningerland

Zielsetzung: Nicht klar ob nur allgemeines Stimmungsbild oder eine

Steigerung der Kundenzufriedenheit erreicht werden soll

2.1.2 Erhebungstechniken

2.1.2.1 Herkunft der Daten

Primärstatistik liegt vor, wenn für die Untersuchung die Daten erstmalig

erhoben werden

VT:

Grundgesamtheit und Erhebungsmerkmale können genau auf

Untersuchung abgestimmt werden

NT:

Höherer Zeitlicher und finanzieller Aufwand

Sekundärstatistik

liegt vor, wenn auf bereits vorliegendes Datenmaterial

zurückgegriffen wird

VT:

Geringerer Zeitaufwand, geringere Kosten

NT:

Nicht genau auf Untersuchungsziel abgestimmt, event. Ungenauigkeiten,

die schwer abzuschätzen sind, event. veraltete Daten

Quellen:

Amtliche

Statistik:

Statistisches

Bundesamt,

Statistische

Landesämter,

Bundesbank

Nicht-amtliche

Statistik:

Wirtschaftsforschungsinstitute

(DIW,

IFO),

Meinungsforschungsinstitute (GfK, Infratest), Unternehmensverbände

2.1.2.2 Erhebungsumfang

Vollerhebung (Totalerhebung)

Liegt vor, wenn sämtliche Merkmalsträger der Grundgesamtheit erfasst werden

VT:

Wirklich vollständige Information über Grundgesamtheit

NT:

bei umfangreichen Grundgesamtheiten mit hohen Kosten, Zeitaufwand

verbunden -> ggf. Verlust der Aktualität

Bsp: Daten der Volkszählung 1987 konnten zum Teil erst 1989 ausgewertet

werden

Teilerhebung

Liegt vor, wenn nur ein Teil der Merkmalsträger erfasst wird; Annahme, das

Ausschnitt ein verkleinertes Abbild der übergeordneten Grundgesamtheit ist

VT: geringere Kosten, schnellere Durchführung

NT: Risiko, das Teilgesamtheit nicht repräsentativ ist

2.1.2.3 Arten der Erhebung

Beobachtung

Erfassung der Daten erfolgt durch Zusehen oder mit Hilfe von Messgeräten oder

Aufzeichnungsvorrichtungen

VT: exakte Erfassung möglich (Bsp: Stromzähler, REFA Fachmann)

NT: nicht für alle Merkmale geeignet (Bsp: Religionszugehörigkeit, Meinungen)

Befragung

Mündliche Befragung

<-> Schriftliche Befragung

 

Beobachtung

Schrift.

Mdl. Befragung

Befragung

Kosten

Relativ gering

gering

hoch

Zeitaufwand

Relativ gering

gering

hoch

Genauigkeit

Hoch

Ungenaue Auskunft mögl.

Ungenaue Auskunft mögl.

Zeitl. Nähe

Aktuell

Eventl.

Längere

i.d.R. aktuell

Rücklaufze it

2.2 Datenaufbereitung

2.2.1

Kontrolle der Daten

Vollständigkeit der Erfassung: alle Merkmalsträger der statistischen

Untersuchung erfasst

Vollständigkeit der Beantwortung: liegen für alle Merkmalsträger alle

Merkmalswerte vor

Glaubwürdigkeit: Sind die Werte glaubwürdig?

2.2.2

Auszählen der Daten

Urliste

Daten liegen zunächst in Form der sogenannten Urliste vor, d.h. Merkmalswerte

und Merkmalsträger sind zufällig oder z.B. alphabetisch nacheinander geordnet.

Nr.

Name,

Familienstand

Zahl

der

Tarifgruppe

Vorname

Kinder

1

Amberger,

ledig

0

II

Heinz

2

Schmitt,

verheiratet

5

III

Hannes

3

Poldi, Jonas

verheiratet

2

II

Problem:

Verteilung der Merkmalsträger auf die möglichen Kombinationen

der Merkmalswerte kann nur schwer erkannt werden