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 Stand der Forschung  Gegenstand und Ziel der Untersuchung  Erste Ergebnisse
Stand der Forschung
Gegenstand und Ziel der Untersuchung
Erste Ergebnisse
 „Entdeckung“ der Staatskommunikation (Jarren 2007)  Wenig Systematisches – keine Monographien  Keine langzeitlich orientierten
„Entdeckung“ der Staatskommunikation (Jarren
2007)
Wenig Systematisches – keine Monographien
Keine langzeitlich orientierten Politics-Studien
Wenig (umfassende) Empirie, insbesondere in
historischer Perspektive
Untersuchung von Organisationen und Regeln:
Vogel 2010
Baumgartner 2010
Vergleich von Strategien
Marx 2008
Kommunikationskultur (teilw. im Vergleich)
Lesmeister 2008
Pfetsch 2003
Tenscher 2003
Fragestellung, Theorie, Methodik
Fragestellung, Theorie, Methodik
 Politics-Dimension  Abläufe und Kommunikationsmuster  Ziel: historisch eingebettete Rekonstruktion und erklärende Deutung von Prozess-
Politics-Dimension
Abläufe und Kommunikationsmuster
Ziel: historisch eingebettete Rekonstruktion
und erklärende Deutung von Prozess-
Mechanismen der Regierungskommunikation.
Erkärung, wo tatsächlich Wandlungsprozesse,
aber auch Kontinuitäten festzustellen sind und
warum.
 Sind Veränderungen der prozessualen Dimension von Regierungskommunikation angesichts des deutlich wahrnehmbaren Wandels ihrer kommunikativen Außenwelt
Sind Veränderungen der prozessualen Dimension von
Regierungskommunikation angesichts des deutlich
wahrnehmbaren Wandels ihrer kommunikativen Außenwelt zu
beobachten, und wenn ja, wie sind diese veränderten
Kommunikationsprozesse ausgestaltet?
Welche Erklärungen können für eine medialisierte
Regierungskommunikation gefunden werden und welche für
Kontinuität? Aus welchen Deutungsmustern der
Regierungsakteure resultieren diese?
Gibt es einen Wandel der Regierungskommunikation auf
prozessualer Ebene in Bezug auf ihren Anspruch, die
Entscheidungen der Bundesregierung zu vermitteln, dadurch zu
legitimieren und den Machterhalt zu gewährleisten?
 Vor dem Hintergrund des veränderten medialen und kommunikativen Umfeldes von Politik ist zu vermuten, dass
Vor dem Hintergrund des veränderten medialen und kommunikativen
Umfeldes von Politik ist zu vermuten, dass sich ein prozessualer Wandel der
Regierungskommunikation vollzogen hat. Dieser kann, muss aber nicht, als
Reaktion auf die veränderte mediale Außenwelt der
Regierungskommunikation gesehen werden.
In struktureller Hinsicht ist weniger ein Wandel der
Regierungskommunikation im Sinne von Medialisierung eingetreten, als dies
mediale Berichterstattungen aber auch bisherige wissenschaftliche
Betrachtungen mutmaßen lassen.
Im Sinne eines weiteren „Medialisierungsschubs“ durch die fortschreitende
Digitalisierung (Bösch, Frei 2006) ist zu vermuten, dass im langzeitlichen
Verlauf ein prozessualer Umbau der Regierungskommunikation erfolgte oder
erfolgen wird, dem eine Veränderung von Prozessen kanalisierende
Strukturen voran geht.
Es findet unter den geschilderten und zu untersuchenden Bedingungen also
ein Modernisierungsprozess auf Ebene der Regierungskommunikation statt,
dessen logische Konsequenz letztlich in einer Veränderung der prozessualen
Abläufe und Strukturen (Meso-Makroebene) mündete. Dieser ist aber nicht
ausschließlich medial induziert, sondern den gesamtgesellschaftlichen
Veränderungen geschuldet.
 Politikdarstellung und –herstellung  Interpenetration (Münch 1997, Hoffmann 2003, Westerbarkey 1995)  „Wechselseitige Durchdringung von
Politikdarstellung und –herstellung
Interpenetration (Münch 1997, Hoffmann 2003, Westerbarkey 1995)
„Wechselseitige Durchdringung von Systemen mit fremden
Leistungsanforderungen verstanden: Systeme übernehmen Leistungen
anderer zwecks Erhöhung eigener Effizienz, etwa durch Import von
Operationsmustern. Damit entlasten sie diese zugleich von Komplexität
und funktionalen Problemen, was zu beiderseitiger Leistungssteigerung
führen kann. Leistungstransfer von Systemen lässt sich gewöhnlich in
Interpenetrationszonen lokalisieren, wo Operationen des
‚Muttersystems‘ denen des Partners angepasst oder sogar partiell vom
Partner kontrolliert und gesteuert werden.“ (Westerbarkey 1995: 154 f.)
Diskursansatz (Kerchner 2006)
Medialisierungsforschung
Professionalisierung
 Triangulation (between-method) von:  Online-Survey (N=110; n=49; 48% Rücklauf)  Experteninterviews (35) mit Regierungssprechern und
 Triangulation (between-method) von:
Online-Survey (N=110; n=49; 48% Rücklauf)
Experteninterviews (35) mit Regierungssprechern und
Journalisten
Primärquellenanalyse (GOBreg, GGO, BVerfGE,
Zeitungsartikel, Organigramme, Haushaltspläne)
Untersuchungszeitraum 1982-2010
Bezogen auf Hypothese 2 zu eher pfadabhängigen Strukturen der Regierungskommunikation, die einer Medialisierung entgegen stehen
Bezogen auf Hypothese 2 zu eher pfadabhängigen Strukturen der
Regierungskommunikation, die einer Medialisierung entgegen stehen
 Ansteigender Haushalt insgesamt, aber Dezentralisierung  Organigramme stabil (vgl. Vogel 2010):  Wenig veränderte Strukturen
Ansteigender Haushalt insgesamt, aber
Dezentralisierung
Organigramme stabil (vgl. Vogel 2010):
Wenig veränderte Strukturen auf Referatsebene
Wenige Umstrukturierungen der Anordnung der
Referate
Vor allem technologischer Wandel
Professionelle Verwendung des Internets seit ca.
zehn Jahren (Marx 2008, 141-145; Vogel 2010,
113-132)
Kommunikation über Email,
Smartphone/Blackberry und SMS (ebd.)
Mit Hinweisen für Überlegungen zur Hypothese 3, der Vermutung eines weiteren „Medialisierungsschubs“ durch die Digitalisierung
Mit Hinweisen für Überlegungen zur Hypothese 3, der Vermutung eines
weiteren „Medialisierungsschubs“ durch die Digitalisierung
 Qualitative Veränderung des Vertrauensverhältnisses (vgl. Wenzler 2008, Lesmeister 2008): 1. Weniger vertraut, distanzierter, vorsichtiger, „professioneller“
Qualitative Veränderung des Vertrauensverhältnisses (vgl.
Wenzler 2008, Lesmeister 2008):
1.
Weniger vertraut, distanzierter, vorsichtiger,
„professioneller“
Umzug nach Berlin
Privatisierung des Rundfunks und Digitalisierung der
Kommunikation
Regierungswechsel
2.
Inzwischen wieder vertrauter, eingespielter
Kontinuität auf der instrumentellen Ebene:
Formen der Regierungskommunikation nicht maßgeblich
verändert
Vor allem seit Amtsantritt Merkels wieder traditionelle
Formen
Zusammenhang von Beschleunigung der Kommunikation und Einführung des Internet mit Strukturen in Medien und Regierung (Darstellung
Zusammenhang von Beschleunigung der
Kommunikation und Einführung des Internet mit
Strukturen in Medien und Regierung
(Darstellung aufgrund eigener Codierung).
 „Aber die Anforderungen sind im Prinzip die gleichen, das hat sich nicht verändert, möglicherweise sind
„Aber die Anforderungen sind im Prinzip die gleichen,
das hat sich nicht verändert, möglicherweise sind die
Herausforderungen durch Beschleunigung ein
bisschen größer geworden.“ (Beste: 85)
 „Wir kommunizieren noch viel stärker in Hintergründen, noch ... und kennen uns natürlich besser. Es
„Wir kommunizieren noch viel stärker in Hintergründen, noch
...
und kennen uns natürlich besser. Es hat sich ganz wenig getan
auf der Adressatenseite, auf der Medienseite. Es ist mehr
geworden, aber die, die damals da waren, sind fast alle heute
auch noch da. Sehr stabil. Das ist ganz überraschend eigentlich
in so einer mobilen Welt. Die allermeisten der Berichterstatter
sind alle noch da. Über zehn Jahre begleiten die einen jetzt. So,
dass sich schon dadurch Kommunikation auch verändert. Also
ich muss als jemand, der die auch zehn Jahre begleitet viele
Dinge eben nicht mehr so mühsam erzählen wie ich es vor
zehn Jahren machen musste.“ (Torsten Albig: 33-34)
viel stärker beim Kaffee noch viel stärker
wirklich informell
 „Ob es sich in der Grundstruktur verändert hat, glaube ich eher nicht. Weil es ja
„Ob es sich in der Grundstruktur verändert hat, glaube ich eher
nicht. Weil es ja immer eine Beziehung ist, die sich gegenseitig
braucht, ergänzt, und auch mal wieder abstößt. Was sich
verändert hat, sind die Rahmenbedingungen durch die der
Informationsprozess, der Umschlag eben, immer schneller
wird, in dem beide Seiten also weder die politische Seite noch
die journalistische, häufig genug Zeit und Muße haben, einen
Sachverhalt wirklich bis zum Ende zu durchdenken.“
(Ingeborg Kaiser-Bauer: 159)
 Nachzeichnen von Diskursen und Prozessen im Material  Process tracing literature?  Discourse Analysis/Analytical Strategy
Nachzeichnen von Diskursen und Prozessen im
Material
Process tracing literature?
Discourse Analysis/Analytical Strategy
Gegenüberstellung von Diskursen und
Prozessen
Ungelöste Probleme?
Verhältnis eng Interpenetrationszone klein Verhältnis distanzierter Interpenetrationszone klein Verhältnis eng Interpenetrationszone groß Verhältnis distanzierter Interpenetrationszone groß
Verhältnis eng
Interpenetrationszone klein
Verhältnis distanzierter
Interpenetrationszone klein
Verhältnis eng
Interpenetrationszone groß
Verhältnis distanzierter
Interpenetrationszone groß