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© 2002

Goethe-Institut., Weiterführende Bildungsmedien,


Kennedyallee 91–103, D – 53175 Bonn, E-Mail: landeskunde@inter-nationes.de
Datum der Einstellung: Juni 2002

Nation – Patriotismus – Demokratische Kultur

1. Vorübung

a) Wissen Sie, was am 8. Mai 1945 geschah? Informieren Sie sich und berichten Sie.

b) "Die Demokratie ist lebendiger geworden und die Zivilgesellschaft stärker. Dialog- und
Kompromissfähigkeit dominieren." – Beschreiben Sie, wie Sie sich die politische Diskussion in einem
Land vorstellen, das so beschrieben wird.

2. Text

Zur Debattenlage der Nation

So steht es geschrieben: "Die Demokratie ist lebendiger geworden und die Zivilgesellschaft stärker. Dialog- und
Kompromissfähigkeit dominieren." Und zwar geschrieben in der Einladung der SPD zu der Diskussion, die
Bundeskanzler Gerhard Schröder mit dem Schriftsteller Martin Walser am Mittwochabend (8.5.2002) im
Berliner Willy-Brandt-Haus führen wollte. […]

Doch der vorgegebene Themen-Dreiklang "Nation. Patriotismus. Demokratische Kultur" – er wurde schon im
Vorfeld übertönt von dem Protest, den der Zentralrat der Juden, die Aktion Sühnezeichen und ein Berliner
Antisemitismus-Bündnis gegen die Veranstaltung formuliert hatten. Mit der dominierenden Dialogfähigkeit, von
der Generalsekretär Franz Müntefering in der Einladung schrieb, ist es offenkundig nicht gar so weit her. Aus
verschiedenen Gründen.

Es stimmt ja: Eine unsensible Entscheidung war es, ausgerechnet am Gedenktag der Befreiung vom
Nationalsozialismus, also am Jahrestag des Kriegsendes, laut Ankündigung darüber sprechen zu wollen, dass
man "eine normale Nation" sei, die voller "Stolz auf unser Land" und "selbstbewusst patriotisch" sei. […] Will
da womöglich jemand einen Vorhang ziehen vor die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte? […]

Doch der Protest, der nun laut geworden ist, richtet sich nicht nur gegen die Terminierung. Erst recht richtet er
sich gegen den Schriftsteller Martin Walser, dessen 1998 gehaltene Friedenspreisrede in der Frankfurter
Paulskirche vielfach missverstanden worden ist und in ihrer Verdrehung weiterhin gegen den Autor verwandt
wird. Dabei hat gerade Walser oft auf den Schrecken von Auschwitz im Besonderen und den Schrecken des
Nationalsozialismus im Allgemeinen verwiesen. […] Man muss Walser nur lesen, aber lesen muss man ihn
schon.

Doch die Bereitschaft, sich von einmal gefassten Urteilen zu verabschieden, scheint heute geringer denn je.
Vielleicht deshalb, weil es immer schwieriger geworden ist, sich im Wust der Informationen eine Meinung zu
bilden – und deshalb beharrt manch einer auf ebenjener Meinung, die er sich einmal geformt hat. […]

Der Zentralrat der Juden in Deutschland […] äußerte sich "irritiert und verwundert" darüber, dass die
Sozialdemokratische Partei Deutschlands eine solche Veranstaltung plane. […] Die Aktion Sühnezeichen
Friedensdienste artikulierte ihr "extremes Befremden" über die Veranstaltung, da der 8. Mai ein "ausgesprochen
untaugliches Datum" sei, eine "Fiktion der Normalität ungebrochen zu propagieren".

SPD-Generalsekretär Müntefering wies die Vorwürfe zurück und betonte, der 8. Mai sei selbstverständlich ein
wichtiges Datum für das Erinnern in der Bundesrepublik. […] Worum es der SPD bei alledem geht, machte
Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin (SPD) vorab deutlich: "Wir dürfen das Thema Nation nicht tabuisieren
und damit den Rechten überlassen."

"Nation. Patriotismus. Demokratische Kultur" – schon die Debatte um die Debatte führte vor Augen, dass die
"Normalität" in Deutschland noch nicht heimisch ist.
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Kennedyallee 91–103, D – 53175 Bonn, E-Mail: landeskunde@inter-nationes.de

Von Martin Oehlen


© "Kölner Stadtanzeiger", 08.05.2002
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enMenu=992283260305&calledPageId=992283260305&listid=994948860605

3. Vokabeln

Einige Verben sollen Sie in Übung 2 selbst erklären.

die Debattenlage / -n: die Situation, die in Bezug auf Diskussionen herrscht (die Debatte = die
Auseinandersetzung, die Diskussion)

die Zivilgesellschaft / -en: eine Gesellschaft, die von den Bürgern (und nicht etwa vom Militär) gestaltet wird

der Dreiklang / -klänge: Bezeichnung aus der Musik (Akkord, der aus drei Tönen besteht, die zusammen ein
harmonisches Ganzes ergeben)

im Vorfeld: vor dem eigentlichen Ereignis

der Protest / -e: (öffentliches) Zeigen von Unzufriedenheit; Bekundung, dass man mit etwas nicht einverstanden
ist

der Zentralrat der Juden (in Deutschland): 1950 gegründete Organisation, die alle jüdischen Gemeinden in
Deutschland vertritt (http://www.zentralratdjuden.de/)

die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste: Organisation, die im In- und Ausland Freiwilligendienste zur
Versöhnung und damit zur Überwindung von Hass, Angst und Gleichgültigkeit anbietet. Organisiert werden etwa
Projekte aus folgenden Bereichen: Betreuung der Überlebenden des Holocaust, Zusammenleben mit
benachteiligten Kindern und Jugendlichen, Behinderten, Drogenabhängigen, mit ethnischen Minderheiten und
Flüchtlingen, Stadtteilarbeit in Slums, jüdisch-arabische Versöhnungsinitiativen in Israel oder Bildungs- und
Erinnerungsarbeit. (http://www.asf-ev.de/)

das Berliner Antisemitismus-Bündnis: gemeint ist das Bündnis gegen Antisemitismus und Antizionismus, eine
Berliner Aktionsgruppe

der Generalsekretär / -e: oberster Geschäftsführer einer Partei (Franz Müntefering ist Generalsekretär der
Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, SPD)

offenkundig: klar ersichtlich, deutlich sichtbar

mit etwas ist es gar nicht so weit her: etwas ist gar nicht so sicher / fest

ausgerechnet: gerade

die Terminierung / -en: die zeitliche Festlegung einer Veranstaltung (auf Tag und Uhrzeit)

die Verdrehung / -en (hier): etwas verdrehen = unrichtig darstellen, entstellt / falsch wiedergeben

denn je: als jemals zuvor

der Wust: das Durcheinander, die ungeordnete Masse

auf einer Meinung beharren: eine Meinung nicht ändern

ebenjene: genau die

das Befremden: die (negative) Verwunderung, das unwillige Erstaunen


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ausgesprochen: sehr

untauglich: unpassend

die Fiktion / -en (hier): die Vorstellung, das Erdachte

ungebrochen: nicht abgeschwächt, deutlich, ohne Selbstzweifel

etwas tabuisieren: etwas mit einem Tabu versehen (das Tabu = ein ungeschriebenes Gesetz, das Dinge in einer
Gesellschaft verbietet)

der Rechte / -n: gemeint ist hier ein politisch rechts Stehender, ein Konservativer

4. Übungen

Übung 1

a) Finden Sie eine andere passende Überschrift für den Artikel.


b) Beschreiben Sie bitte mit ein bis zwei Sätzen, worum es in diesem Text geht.
c) Schreiben Sie nun als Ankündigung des Gesprächs zwischen Schröder und Walser eine kurze Meldung,
wie sie in einer Zeitung stehen könnte. Sie dürfen dabei nicht mehr als 30 Wörter schreiben.

Übung 2

Was bedeuten die folgenden Verben in den Sätzen aus dem Text?

a) Die Rede Walsers wird in ihrer Verdrehung weiterhin gegen den Autor verwandt.

1 Die Rede Walsers wird in ihrer Verdrehung weiterhin gegen den Autor eingesetzt.
.
2 Die Rede Walsers wird in ihrer Verdrehung weiterhin mit dem Autor verbunden.
.

b) Eine Fiktion der Normalität wird propagiert.

1 Für eine Fiktion der Normalität wird geworben.


.
2 Eine Fiktion der Normalität wird problematisiert.
.

c) Der Themen-Dreiklang wurde schon im Vorfeld übertönt vom Protest.

1 Schon im Vorfeld war der Protest lauter als der Themen-Dreiklang.


.
2 Der Themen-Dreiklang wurde schon im Vorfeld vom Protest begleitet.
.

d) Die "Normalität" ist in Deutschland noch nicht heimisch.

1 Die "Normalität" wird in Deutschland noch nicht gepflegt.


.
2 Die "Normalität" ist in Deutschland noch nicht zu Hause.
.

e) Dialog- und Kompromissfähigkeit dominieren.

1 Dialog- und Kompromissfähigkeit sind hier zu Hause.


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.
2 Dialog- und Kompromissfähigkeit überwiegen.
.

f) Will da womöglich jemand einen Vorhang ziehen vor die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte?

1 Will da womöglich jemand die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte aufdecken?
.
2 Will da womöglich jemand die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte verdecken?
.

g) Dabei hat gerade Walser oft auf den Schrecken von Auschwitz verwiesen.

1 Dabei hat gerade Walser oft auf den Schrecken von Auschwitz aufmerksam gemacht.
.
2 Dabei hat gerade Walser oft den Schrecken von Auschwitz von sich gewiesen.
.

Übung 3

Beantworten Sie folgende Fragen zum Text.

a) Was stand in der Einladung an Martin Walser über die politische Kultur in Deutschland?
b) Wer hat gegen das geplante Gespräch zwischen Schröder und Walser protestiert?
c) Welche beiden Hauptkritikpunkte gab es?

Übung 4

Überlegen Sie: Warum hält die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste den 8. Mai für ein "ausgesprochen
untaugliches Datum" für ein Gespräch über Nation und Patriotismus? Beziehen Sie dabei Ihre Antwort aus der
Vorübung a) sowie den 3. Absatz aus dem Artikel mit ein.

Übung 5

Im Artikel wird von der Friedenspreisrede, die Walser 1998 in Frankfurt gehalten hat, berichtet. Damals hatte
Martin Walser gesagt: "Kein ernst zu nehmender Mensch leugnet Auschwitz; kein noch zurechnungsfähiger
Mensch deutelt an der Grauenhaftigkeit von Auschwitz herum. Wenn mir aber jeden Tag in den Medien diese
Vergangenheit vorgehalten wird, merke ich, dass sich in mir etwas gegen diese Dauerpräsentation unserer
Schande wehrt." Viele Menschen haben dies als eine Aufforderung verstanden, einen Schlussstrich unter die
Geschichte Nazi-Deutschlands zu ziehen.

a) Geben Sie das Zitat Walsers mit eigenen Worten wieder.


b) Was sagt der Autor des Artikels zur Kritik an Martin Walser?
c) Diskutieren Sie die Frage, ob es richtig sein kann, einen Schlussstrich unter die Geschichte Nazi-
Deutschlands zu ziehen.

Übung 6

Vielleicht sind Sie nun neugierig geworden, was Schröder nach seinem Gespräch mit Walser an die
Öffentlichkeit gegeben hat. Das erfahren Sie, wenn Sie die richtigen Relativpronomen (eventuell mit
Präposition) einsetzen.

a) Bundeskanzler Gerhard Schröder hat nach dem Gespräch die Menschen in Deutschland zu einem
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"selbstkritischen Selbstbewusstsein" aufgerufen, __________ sich jeder
auch seine Geschichte kritisch aneignen soll.
b) Während der Diskussionsveranstaltung, __________ am Mittwoch in Berlin stattfand, plädierte Schröder
für eine Nation der guten Nachbarschaft, __________ Eigeninteressen vertreten werden und __________
zugleich international solidarisch ist.
c) Die Diskussion, __________ Schröder auch der Toten von Krieg und Diktatur gedachte, fand unter
starken Sicherheitsvorkehrungen und begleitet von Protestkundgebungen statt.
d) Schröder sagte, er könne er sich zwölf Jahre nach der Wiedervereinigung keinen deutschen Patriotismus
vorstellen, __________ nicht die Liebe zur Freiheit und damit auch zu unserer freiheitlichen Verfassung
in den Mittelpunkt stellt.
e) Er sagte weiter, dass die Sozialdemokraten mit Stolz "Ja" zu Deutschland sagen könnten, weil es ein
Deutschland sei, __________ auf die Werte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität gebaut ist,
__________ die deutschen Sozialdemokraten immer gekämpft haben.
f) Schröder hält den Nationalstolz für einen Stolz auf die Menschen, __________ in Deutschland leben, und
auf ihre Leistungen.

Übung 7

a) Denken Sie nun noch einmal an die Vorübung b) zurück. Im Text steht: "Schon die Debatte um die
Debatte führte vor Augen, dass die 'Normalität' in Deutschland noch nicht heimisch ist." Heißt das auch,
dass die beiden Sätze auf der Einladung der SPD nicht stimmen? ("Die Demokratie ist lebendiger
geworden und die Zivilgesellschaft stärker. Dialog- und Kompromissfähigkeit dominieren.") Äußern Sie
Ihre Meinung.
b) Verstehen Sie, warum die Deutschen immer noch ein problematisches Verhältnis zum Thema "Nation"
haben? Warum sind Formulierungen wie "eine normale Nation", die voller "Stolz auf unser Land" und
"selbstbewusst patriotisch" ist, in Deutschland Ihrer Meinung nach problematisch?

5. Lösungen

Zur Vorübung

Lösungsvorschläge

a) Der 8. Mai 1945 markiert das Ende des Zweiten Weltkriegs. Am 7. Mai unterzeichnete Generaloberst
Alfred Jodl im Namen des deutschen Oberkommandos die Gesamtkapitulation aller Streitkräfte. Die
Kapitulation Deutschlands wurde in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai ratifiziert und somit gültig. (Nähere
Informationen finden Sie unter http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/kriegsverlauf/kapitulation/index.html)

b) Die politische Diskussion in einem Land, das so beschrieben wird, könnte folgendermaßen charakterisiert
werden:
Man kann offen über alle politischen Themen und Meinungen diskutieren.
Es gibt wenige/keine Tabus.
Die politische Auseinandersetzung und Diskussion sind fair.
Unterschiedliche Meinungen können nebeneinander Bestand haben.

Zu Übung 1

Lösungsvorschläge:

a) Noch keine Normalität; Eine Nation und ein Tabu; Grenzen der Dialogfähigkeit
b) In diesem Artikel geht es um ein geplantes Gespräch zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem
Schriftsteller Martin Walser am 8. Mai 2002 zu den Themen "Nation – Patriotismus – Demokratische
Kultur", das bereits im Vorfeld viele Proteste hervorrief.
c) Bundeskanzler Gerhard Schröder hat den Schriftsteller Martin Walser am 8. Mai 2002 zu einem Gespräch
in Berlin eingeladen. Das Gespräch steht unter dem Titel "Nation. Patriotismus. Demokratische Kultur".
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Zu Übung 2

a) 1
b) 1
c) 1
d) 2
e) 2
f) 2
g) 1

Zu Übung 3

Lösungsvorschläge:

a) "Die Demokratie ist lebendiger geworden und die Zivilgesellschaft stärker. Dialog- und
Kompromissfähigkeit dominieren."
b) Der Zentralrat der Juden, die Aktion Sühnezeichen und ein Berliner Antisemitismus-Bündnis haben ihren
Protest gegen die Veranstaltung formuliert.
c) Die Kritik richtet sich zum einen gegen den Termin des Gesprächs (am 8. Mai), zum anderen gegen den
Gesprächspartner Martin Walser.

Zu Übung 4

Lösungsvorschläge:

Man kann es für eine unsensible Entscheidung halten, ausgerechnet am Gedenktag der Befreiung vom
Nationalsozialismus und damit am Jahrestag des Kriegsendes darüber sprechen zu wollen, dass man "eine
normale Nation" sei. Viele Menschen sind skeptisch, ob man an einem solchen Tag nicht eher an die von Nazi-
Deutschland begangenen Greueltaten denken sollte. Am 8. Mai über den "Stolz auf unser Land" und über
"patriotisches Selbstbewusstsein" zu sprechen, ist ungeschickt. Man kann dabei leicht den Eindruck bekommen,
als sollten die Greueltaten vergessen gemacht werden.

Zu Übung 5

Lösungsvorschläge:

a) Walser hat gesagt, dass niemand, der ernst genommen werden kann, die Existenz der Verbrechen von
Auschwitz und die Vernichtung der Juden durch die Nazis abstreiten kann. Er bemerkt allerdings, dass er
eine Abwehrhaltung spürt, wenn er jeden Tag über die Medien mit der deutschen Schuld in dieser Frage
konfrontiert wird.
b) Der Autor sagt, dass die Rede von Walser sehr oft falsch verstanden worden ist. Sie ist oft dazu verwendet
worden, Walser zu attackieren.

Zu Übung 6

a) Bundeskanzler Gerhard Schröder hat nach dem Gespräch die Menschen in Deutschland zu einem
"selbstkritischen Selbstbewusstsein" aufgerufen, mit dem sich jeder auch seine Geschichte kritisch
aneignen soll.
b) Während der Diskussionsveranstaltung, die am Mittwoch in Berlin stattfand, plädierte Schröder für eine
Nation der guten Nachbarschaft, deren Eigeninteressen vertreten werden und die zugleich international
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solidarisch ist.
c) Die Diskussion, bei der Schröder auch der Toten von Krieg und Diktatur gedachte, fand unter starken
Sicherheitsvorkehrungen und begleitet von Protestkundgebungen statt.
d) Schröder sagte, er könne er sich zwölf Jahre nach der Wiedervereinigung keinen deutschen Patriotismus
vorstellen, der nicht die Liebe zur Freiheit und damit auch zu unserer freiheitlichen Verfassung in den
Mittelpunkt stellt.
e) Er sagte weiter, dass die Sozialdemokraten mit Stolz "Ja" zu Deutschland sagen könnten, weil es ein
Deutschland sei, das auf die Werte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität gebaut ist, für die die
deutschen Sozialdemokraten immer gekämpft haben.
f) Schröder hält den Nationalstolz für einen Stolz auf die Menschen, die in Deutschland leben, und auf ihre
Leistungen.

6. Weiterführende Links

http://www.klick-nach-rechts.de/gegen-rechts/2002/05/walser-dieckmann.htm
Stellungnahme des Berliner Bündnisses gegen Antisemitismus und Antizionismus zum Gespräch Schröders mit
Martin Walser.

http://www.asf-ev.de/aktuell/020508.shtml
Hier finden Sie einen offenen Brief der Aktion Sühnezeichen an Gerhard Schröder zum Gespräch unter dem
Titel "Nation. Patriotismus. Demokratische Kultur" mit Martin Walser .

Weitere Pressestimmen zum Gespräch zwischen Schröder und Walser finden Sie hier:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,195367,00.html
http://www.zeit.de/2002/20/Politik/200220_schroeder_walser.html
http://www.zeit.de/2002/21/Kultur/200221_versailles.html
http://www.taz.de/pt/2002/05/08/a0104.nf/text
http://www.ksta.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta%2Fpage&atype=ksArtikel&aid=1020443171187&op
enMenu=992283260305&calledPageId=992283260305&listid=994948860605

http://www.sueddeutsche.de/index.php?url=/kultur/literatur/leseprobe/43122/index.php
Hier finden Sie Auszüge aus der umstrittenen Friedenspreisrede von Martin Walsers (1998) sowie weitere Artikel
zum Gespräch zwischen Schröder und Walser

http://lehre.daad.de/
Auf der Homepage des DAAD finden Sie Informationen zur Förderung der deutschen Sprache und der
Germanistik im Ausland.

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Redaktion: Dagmar Giersberg
DaF-Bearbeitung: Dagmar Giersberg

Juni 2002