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Viktória Kiss

ANTAEUS 25,2002

ANKN ÜP FUN GSPLNKTE Z\ns CHEN MITTELEUROPA UND TRANSDANUBIEN

IN DER MITTLEREN BRONZEZEITI

der Kultur der Transdanubischen lnkrustierten Keramik und

benachbarten Völker ist durch den Keramikimport

Bronzefunde (schmucke, \waffen) zu

Auszug:Das Beziehungssystem

de, fr"tih- und

und die auf verschiedene Gebiete charakteristische

mittelÜronzezeitlichen

unrersuchen. Ein Teil dieses Beziehungssystems war der Vermittlung- bzw' Verkettungs- rausch, der vermutlich ferne Gebiete verbunden hat, und im Falle der Nachbarkulturen

endang der verbreirungsgrenzen

í<íltr,,dei einzelnen Volksgruppen (Kultur der Transdanubischen

die in der materiell.,'

Tnkrustierten Keramik und der Madarovce-Kultur) beobachteten Unterschiede wegen der

passierender Reciproktausch. In einigen Fallen sind auch

engen Verbindungen

.i'- .'u"'

rreiches

verblasst. Durch die Untersuchungen der Verbindungen können

wir

Bild iiber d'ie Erscheinungen'

die früher mit etnischen Bewegungen

erklárt word.en wafen' ferner über die Vorgánge der mittlere n Bronzezeit und der Koszider-

Epoche bekommen.

Stichuorte: jiiihe Bronzezeit, mittlere Bronzezeit, Tausch, Keramlkimport, Metalhndustrie'

Verbindungen

der Kultur der transdanubischen inkrustierten Keramik mit denen

Auf die verbindungen

von ihnen östlich

lebenden 'fell'Kulturen wurd'e die ungarische fuchaologie schon vor lan_

und Geftssbruihstücke machten auf diese Verbindungen

gem aufmerksam. Die in den Siedlungen der grossen ungarischen Tiefebene bis hin nach

Siebeibtirgens gefunde.ten, und ftir diese Gebiete fremden'

Bihar und den Erzabbaugebieten

"G.Plrr.

mit weiss inkustierten

aufmerksam.2 Die Forscher dieser Tellsied'lungen erarbeircten und verwendeten in den sech-

ziger bis achtziger Jahren genauere Ausgraburrgstechniken

an,. mit deren Hilfe die östlichen

"der

t.",'rá*ubischen inkrustierten Keramik die Mög-

Vlrbindung.r'-d.,

Fu''de

Kultur d

lichkeit einer neuen Zusammenfassung

bietet'3

Über die Kontakte unserer

Kultur mit den von ihr nördlich

und westlich lebenden

Volker der mittleren Brcnzezeit (der Terminologie d"er mitteleuropáischen

entsprechend':

Bronzezeitforscher

frtihe Bronzezeit) ist wenig bekannt' Das ungarische wie auch das ostöster-

Fund'marterial d'er in der kleinen Tiefebene und im Burgenland vertÍetener| Gáta-

reichische

sich in Bearbeitung'a Auf dem.Gebiet Niederösterreichs

lebte

WieselburgKulturiefl,nden

erst die Ünterwölbinger

Gemessen an den

Kultur, spáter dann die Btjheimkirchner

Gruppe der Véteío^u'Kultur'

bishe. zur VerÍiigung stehenden Informationen brachte die E'rforschung

dieser Kulturen in den letzten Jahrzeh.'te'' durch die Rettungsgrabungen

eine Fülle neuer

ssichumdieűberarbeiteteFassungdesVortrags,,MittlereBronzezeit

*tl

ht'

im Oktober

19?9-aulael-Ko1fr-eni

in,Ta1a.l:5t"

Transdanubiens und rlJe.B;;t.il"g*i,

wurde (ízss 200a. Literat',

' Z;; F;.,.h;rrgrg"ínr*r," der

d".i".'dkarten auf Tafel 1, 3 und 7 stehe K1,s 2111:Fundortkataster'

"r, inkrustierten Importkeramik in den östlichen

Gebieten des Karpatenbeckens

siehe Kz.ss 1998: Anm. 1*8.

3 Ftr ,lie Zusammenfasr""g

g"u Möglichkeit

.1(z's

zur Einsicht das neue, bisher unveröffentlichte

Ausgrabungs-

material der Tell-Siedlungen - vgl

l99B: Anm' 10'

die derzeitigen Bearbeitungen siehe Anm' 9' und 10'

4 Bóra 1975:241-247; Leeb t987.LJt,er

478

VIKTORIA KISS

Daten.5 In der \fest-Slowakei rückte die Bevólkerung der inkrustierten Keramik von der Donau

aus nach Norden vor, bzw. die frtiher auf diesem Gebiet lebenden Vorgánger, die Tokod-GruPpe.

Von dieser nördlich und nordwestlich erstreckten sich die Gebiete der Aunjein-Kulrurundspáter

der Madhrouce-I{ulrur.6

Betrachtet man den gegenwártigen Forschungssand auf allen diesen

Gebieten und die dataillierter als fiüher ausgearbeitete innere Chronologie7 der Kultur der in-

lrustienen Keramik, zeichnet sich ein klareres Bild als bisher, über die Kontakte und zeitlichen

Ablaufe bei den bronzezeitlichen Volkern in Transdanubien und Mimeleuropa, ab.8

Bei der Untersuchung der Kontakte zwischen den Gebieten Transdanubiens muss mit dem genetischen Vorgánger der Kultur der inkrustierten Keramik, mit der Betrachtung der

Funde der Kisapostag-Kulturg begonnen werden, welche von der Forschung in die ungarische

frühe Bronzezeit' Phase 3 datiert wird (RBA1b - siehe Tafel s; to Einen solchen frühbron-

zezeitlichen Napf der Gáta-Wieselburg-Kultur

- finden wir

in einem Grab in Nordwestungarn (Pusztasomorja-Tímárdomb, Abb. t;.i 1 Die innere Chro-

ist der zahlreichen unbearbeiteten Funde wegen vorerst

- vorerst noch unveröffentlicht

nologie der Gáta_\X/iese1burg_Kultur

nicht ausgearbeitet. Bisher zeichnet sich die Einteilung in zwei Phasen ab, in erster Linie

auf der Zugrundelegung der Metallgegenstánde, aber in Bearbeitung ist auch die Keramik-

Chronologie.12 I. Bóna ordnete das Leben der Kultur der mittleÍen Bronzezeit Phase 1_2

zwischen der frühen Bronzezeit 3 und der

zu' Ihren Beginn hat er mit dem Üb

g"''g

mittleren Bronzezelt 1 festgelegt.13 Aufgnurd einiger Daten musste eine frÍfiere Datierung des

Beginns der Kultur in Betracht gezogen werden; die Importe der Kisapostag-Kultur weisen auch

darauf hin, rla-.s die Gáta-\Mieselburg-Kultur

bereits in der fnjhen Bronzezeit 3 existierte.14 An-

5 Ruttka] 1981; Hicke 1987; Leeb 1987; Bertelnes 1989; Lauetmann ]99,í; Neugebauer ]977; Nagebauer-

Neugebarrr, 19BB-89; Neugebauer 1991; Neugebauer 1994a und 1994b; Neugebauer,- Neugebauer 1997,

1960a; Duíek 1960b; Duiek t969; Funnánek - Whaőlk - Vkúír1991;

6 Tott[ 1964; Toőik 1979; Duíek

Funntinek - Wliaöík - Vlad,ir 7 Bóna 1975: 204-205; Totma

61^65: VatLísz ]986:26-28;

1997.

]97]; Toruna t976; Totma I9Ba-B|; Tonna ]996; Vadtisz * Vékon1 1979:

Vékony l9BB:72-74; Bóna 1992:24_25; Kourics 199'la; Kouács

]994b; Honti

1994a; Honti 1994b; Honti - Kiss 1996; Honti - Ktss l99B; Kiss 1997.

8 Der Artikel entstand mit der Unterstützung F 023581).

9 Über das Verháltnis zwischen Kisapostag_Kultur und der Kultur der transdanrrbischen

der ELTE - Peregrinatio Il.-Stiftung und OTKA-Stiftung (No.

inkrustierten Keramik,

bzw. über die Eigenstándigkeit

der Kisapost"g_Kultur ist in der Forschung eine Diskussion entstanden:

Bándi ]963-64; Toruna 1972a; Bóna 1975:229-230; Btíndi 19B4;257_258; VatLÍsz-Vékon\ 1979,Anm. 82 und Kiss 1998, Anm. 15. Die heutige Forschung erkennt die Kisapostag-Kultur eindeutig als eine cigenstándige Kultur an' und wird als zeitliche und genetische Vorgángerin der Kultur der inkrustierten

Keramik belrandeit s. Honti - Kiss 2000:92-93.

10 Die ungarische Forschung hat im allgemeinen die mittlere Bronzezeit 1 mit R BAl paralleliziert' Diese

Ansicht wird nach den neueren Angaberr verándern sollen - s' Abb. 8, Chronologiesysteme

(nach Bóna

1992:4041; Neugebauer 1994a, Abb.2; Totik 1979:22).

11 RégFtiz I:25 (197I) 62'Das Material des Gráberfeldes wird von Andrljs Figler aufgearbeitet' dem ich fiir

die E'insicht in das unveröffentliclrte

Material danken möchte.

\2 Bóna 1975:241,247-248; Schubet 1973:36,Taf. 13_14; Leeb ]987:268, Abb' 3-5; Neugebauer ]994b:

61. Nach Leeb t9B7:268 sind auch in der Keramik zwei Pha^sen zu erkennen: am Beginn hat das

Gefassprofil eine rundliche Form und entwickelt sich zu einer schárfer gebrochenen Form. Die Aufar_

beitung des 316 Gráber umíassenden Gráberfeldes von Hainburg-Teichtal kann die genauere Gliederung

der Kultur ermöglichen. Die Bearbeitung geschieht von Alexandra Krenn-Leeb.

13 Bóra 1975:247_248.

14 A''f di. friihere Datierurrg weist ein Ge{iiss aus der Gáta_\X/iese1burg-Kultur am dem Grab 82 der Nitra_Kultur

von Branö: Vlu]tír 1973:22I,T.X/3: Hicke 1987;2I8_22O;

Leeb 1987:268_270;

Natgebaun 1994b:60.

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T'aITTELEURoPA UND TRANSDANUBIEN

IN DER MITTL. BRoNZEZEIT

479

deren Befunden zufolge muss auch das Ende der Gáta-'Ví'ieselburg-Kultur spáter angesetzt

*.'derr, möglicherweise ist es in die Koszider-Periode zu setzen.15

tn die folgende Phase sind die Funde, die an den Übergang zwischen früher und

mittlerer Bronzezeit zu datieren sind, einzuordnen. In dieser Phase ennvickelt sich in den

grössten Teilen Transdanubiens die Kisapostag-Kultur weiter; sie vertritt den zeitlicher' Über-

t.ng zwischen der Kisapostag-Kultur und der Kultur der inkrustierten Keramik, die soge-

nan nte spiite Kisapoxag-fühe inkrustierte Phase (unter anderem Namen: Phase Kisapostag 3).16

Mit dieser lebte zum Teil gleichzeitig im nördlichsten Teil Transdanubiens, entlang des heute gemeinsam mit der Slowakei verlaufenderr Donauabschnitts, die Bevölkerung der Tokod-Gruppe. Die wenigen Gráberfelder in welchen aus Transdanubien bekannten Nápfe gefunden wurden (Abb. 2:1-16), bescháftigen schon seit den 50-er Jahren die Forschung

Den ersten Fundplatz dieser Art legte P. Öaplovié am Gehöft von frei; das Fundmaterial bezeichnete er a1s eigenümlich gef;irbte Aun-

jetitz und hielt fest, dass der Ursprung eines Teiles der Keramik in Transdanubien zu finden

sei. Davon trennte A. Toöík die Hurbanovo-Gruppe ab, welche sich aus dem Nitra-Typ

der Aunjetitz-Kultur.

Hurbanovo-Bacherov

herausbildete mít der starken

Beteiligung der Aunjetitz- und Kisapostag-Kultur. M. Duöek

kntipfte das bei Nesvady freigelegte Gráberfeld und das Gráberfeldteilstück von Nové Záml1, an den máhrisch-slowakischen Aunjetitzer Kreis'17 Die ungarische Forschung grenzte diese

rypische Napfform in ihrer Verbreitung in Transdanubien und der Slowakei unter dem Namen der Ógyalla (Hurbanovo)-Tokod-Gruppe ein. Spáter - auch Zur namentlichen Ab_

grenzung von den slowakischen Funden soll darauf aufmerksam machen - werden die Funde

getrennt unter dem Namen der Tokod-Gruppe gefuhrt; und die Herausbildung der Keramik

der Gruppe wurde aus der Vermischung von Elementen der Hatvan- und Kisapostag-Ke-

gelangte die Beobachtung in den

ramik abgeleitet.l8 Schon in den früheren Bearbeitungen

Vordergrund, wonach die Tokod-Bevölkerung

ihre Toten eingeáschert in den Grábern bei-

setzte' in den Gráberfeldern der Hurbanovo-Gruppe dagegen Körperbestattungen

GePássen. Der Bestattungsritus war

fur die Vc;lker der vorgeschichtlicherr Zeít eín Element von zentraler Bedeutung Zusammen_

hángend mit der Vorstellung über Leben und Tod' Diesen wichtigen Faktor und als der

Hurbanovo-Gruppe damals bekannten und separierten Fundmaterial beachtend gelangte G.

Bándi zu wichtigen Ergebrrissen: demnach dominierten in den Hinterlassenschaften der Hurbanovo-Gruppe eindeutig die Aunjetitzer Geflisstypen. Auch der futus der Kcirperbe-

stattung ist eindeutig fur Aunjetitz-Kultur charakteristisch.

sind nur ,,als Einwirkung" zu bewerten.l9 Im Gegensatz zu den Feststellungen G. Bándis

erklárte E. Schubert - Toöík folgend * den Hurbanovo'Typ als gemischt' in stárkerer Aun-

vorkamen

mit den auch fur die Tokod-Gruppe

charakteristischen

Die Gef;isse der Tokod Gruppe

jetitz- und schwácherer Kisapostag-Zusatnmensetzung'2l

Spáter' bei der Veröffentlichung

der Mehzahl der behandelten Gráberfelder, verband Toöík den gesamten Hurbanovo-Typ

15 Auf den spátestcn Zcitralm dcr Gáta_Wieselburg_Ktrltur

weisen einige Koszider_zeitliche mit Brorrzeschmuck

verselrene Gráber ohne Keramik (Oggau, Mannersdorf): Hiclee 1987, Taf. XI', XV., )Cű'; Neugebalter

1994b:61.

der Übc'gangsphasc zwischen K-isapostag-Kultur und

der Kultur der inkrustiemen Keramik sowie über die Tokod-Gruppe, weiters über die teilweise Gleich_ zeitigkeit der álteren südtransdanubischen inkrustierten Phase siehe: Torma 197B.'21,23: Csrínti 197B:

32-36; Honu'* Krss 1996:24*25; Krss 1996:68.

17 Öoplrrr|ö 1954:297-300,323_325:Toöik 1956:24; Duiek t959: 49O49I; Duíek 1960a: 4-5: Duíek 1969:

ló Üb.r die zeitlichc und rypologische Charakterisicrung

10-34; Toőik - VkcLír 1971:387; Schubett 197j:2I; Toőik 1979: 4749.

18 Bóna ]960:61: B,indi t963; Bándi 1963-64'

19 B,írdi 1963: 27-28.

2o Schubert 197i:21.

VIK'fORIA KISS

Rangebietes der Aunjetitz_Kultur'

mit dem máhrisch'slowakischen

welche aufgrund

Zwetgdes südöstlichen

'i"i't'''"

il;;k ."'d

d.'

loJrg'gensmn*; 1::t"*:::in5:f'"11

über

auf die richtige Zuordnung des

ungarische und slowakische Forschung heutzutage kommt es

In der slowakischen For_

fH-J;:il:;'J"i-iloi*;""-il'i'bT:"P*l,i;:.1*0"::,*'"""'

G' Bándi' seine frühere Meinung

ff"'ffi

turen der frühen Bronzeze\tim Karpatenbecken wies

das Material d,er Tokod,-Gruppe ,'r.,, ,tr**enfassend,

,,Hurbanovo-Typs"

hin.21 Daneben, und "b*ohr die

einmütig di.

auch vor, dass sie .rrl,r.ráJd.rt

eig.r1stá''digkeit

schung wurde auch die

deutete man als Teil áer

Die obigen

Forschung über

der Hurbanovo_G'uppe"widerlegte'

als

eine Eir.n.it b.h"rlá.lt wird,.2i

Eig.,1stlir'digk"it der Tokod-Gruppe in Frage gestellt; ihre Fundplátze

"*.rtli.hei

Verbreitung

der Hawan-Kultur.23

.irrJ k ro. Zusammenfassung

der ungarischen

T.o|od-Gruppe wird allgemeinhin d"' {er sich nach \7estern verbreitenden

dieser Gruppe sind nach G'

Meinungen rechtfertigen

d,ie Tokoá-Grtrppe. D.r u.rpru''g

-iI

vom Zusammenüeffen der Kisapost"g_K''rlt"i

Elementen der Hawan-Kultur

Bándi zwischen Neszmélv und

"bg.l.it.,.;;

E'sztergo-'

ói'

r"'''dplátze

* ú'id"'

Üf"'_' d'er Donau zu finden' lrider

istdasMaterialdermeistenFundplátze,,ichtveroffentlicht'jed,ochergibtsichaufgrund

Überprtif',',g:ilt.'.'

in fuchtung or,

r,

ó;'"

folgendes B.iíd' Dem"ufolge "ur'd

neuerer sowie nach der

\íesten

am rechten L)onauufer

ab: ihre Fundplátze

in Richtung'Westen von Tatabá nyavor.25Am

kommen ir' ni.ht.r'g'b"* Pl' :

bis in d'as Gebiet'- öya' und

linken oor'r".r,rá'

i- G"bi., r*ir.het'

sich weiter ,rach Nord.r'

Obwohl das Volk der Kisapostag-Kultur

zeigt sich eine eindeutige

Abgrenr'r'g

der Tellsied,lungen

Bevölkerung

nen verziert.

kommen

der

zeichnet sich

Sriden eine grössere Verbreitung

die Flurgrenze von Pilisszentlélek'

Stid'''' bis in die Umgebung

in-Richt"'''g

Fund'platze auch zu finden' sie breiten

sind' die

Garam u''d Ipoly aus (Iáa' Salka' Malé Kosihy)'

dieser Gruppe war'

"' á" in Transdanubien unbekannten Lebensweise

ein Element der Bevölkerung

welche die Anwesenheit der

,r'ido lieramik mit d'er Textilvezierung'

ób*ohl die

Tokod_Gruppe reich mit Inkustatio-

(z'B' Gráberfeld l/o' Ny'rg'sú'ifalu-Viscosa Fabrik)'

Hawan-Kultur b.*.ir,.

t<.r"*ik hervorbrachte

diese in der Keramikware d'er Hawan-Kultur

selten vor'26

GehenwirnunzudenGráberfeldernderHurbanovo'Gruppeüber:Die.darinvorge.

Napfen waren

zvr Zeit der detaillten

'''"'h

Zusam-

kommenen Grabeinheíten mit inkrustierten

menfassung

Novotná

uo,'' G. Bá,'di unveröffe",ili;,

di"" Pub1izierung haben vor a]lem M'

analysiert' Im Graberfeld von Nesvady sind

und B. Novotny d,iese Grabei,]h'it"''

T*:;,t::;?;i:]iÍi,}Í:."'j,"*.,'l'eil des

"

n:i:Kili'#?*{"F:,',il;J

;J,il;";,;i'

jetitzer Kultur, *.u"i'ü"i-

- Vkdlir 1991:

",*:1*l1.^,]lT:":::::":::Txil}$ilÍ

T'::: !:)";::::;:";,:*

," find"n 'i'''d' Furmtinek -

W]iaóik

Abb' B: ''Fundorte der

"'.1.y ,r:r

i".'*Íen die NáPfe a*;i.i"a

cr*pp.

''d"f

65,Mapa 5 und Futmtinek _ WLiaőik - Vkdá;

1999: 3940'

es,Mapa 5; Lichard.us - Vhd,ír ]997:293' Ahnlich

,, ^i;?;:;Tr:;";;;::,t":i:;,:,:;:'il';;'igs,,

" ,:r::";;;r,";r:;:'#r;';';T

VacLísz -Vékon.

1986.,26,

zs;

,rnr-rn,

Katitz

91;

pió,Z,vez,Anm.

td'o tiiz:23: Torma

25 Bán,li

Importfund u"**,.,

R.ábacsécsény,

)6 Ne,porouá

1968: 129, l82; Tolma ]972b:73-77; Bóna 1975:225;

Tolma I9B0-BI: 64' 66-67; B'intti 1984:260_263; Vadtisz

1996: 4546; Honti - Kiss 1998: 49-50

196j:Z!_33,Verbreitungska rt'e; Báru|i ties-i+'68-69, Fig. 1;

íriba"y" ni"r1iá",

gefundete

T"l;J_c;íu'

*.ra. n, uir

7:2B3, p"'-'ao"

Vaúíszt9B6:26' 28; MRT 5:30l', Cseh 1999: 3|_35; Cseb 2000: 6I'

gekommener

Fundort 18/5 (Pilisszentlélek_Legényb"a",.g),

Das bei Szentendre_Pannoniatelep

kann als schon zur Varya_Kultur

28126'TaF' 11'11' In der Umgebung von Győr:

Koroncó, Ménfo: Mithq 1912'T II'1-4'8_9'

1969:3B9; Totma 1996: 4546'T' 2'I-5'7-8'10-11 '

MI'ITELEUROPA

UND'IRANSDANUBIEN

IN DER MITTL. BRONZEZEIT

481

tur,

der

lul-

iber

drei Grabgruppen Zu unterscheiden: eine nordöstliche

(Grab 1-14), eine südliche (Grab

1544) und eine westliche (Grab 45-90). Dabei befanden in der südlichen Gruppe 4 Gráber

mit inkrustierte GeÍásse' ein weiterer inkrustierter Napf kam in einem Grab der westlichen

Gruppe vor. Im westlichen Teil des Gráberfeldes wurden Gráber mit Goldgegenstánden

des

rng

Ies

und grösseren Bronzewaffen und -geráten entdeckt. Dies alles zu Grunde legend, begründet

die Eirrteilung des Gráberfeldes in zwei Teile: In den südlichen Grabgruppen ist jene Be- volkerung zu finden, welche mit der inkrustierten 'ware des Tokod-Typs in Berührung

lor- gekommen ist und somit auf fremde transdanubische Elemente hinweist. Davon abgeson-

Auch im Gráber-

itze

dert, in anderen Teilen des Gráberfeldes, lag die Aunjetitzer Bevölkerung.

fren

hin

Jen

feld von Bajö kamen wenige (5 StLick) Gráber mit inkrustierter Keramik ans Tageslicht' Wovon sich drei Gráber direkt nebeneinander befanden, die als Grabstellen einer Familie interpretiert wurden. Die Beigaben der fünf Gráber mit inkrustierter Keramik weichen nicht

von denen anderer ab, sind ohne \faffen, arisonsten aber reich ausgestattet. Im Gráberfeld

G. von Hurbanovo befanden sich in neun Grábern inkrustiert-verzierte

GePásse sowie in einem

der

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weiteren Grab ein Gefiss von Aunjetitzer-Typ mit inlrustierten Vezierung. Diese Gráber

waren nicht in einer geschlossenen Gruppe zu finden, sondern sie lagen verstreut auf dem

Rande. Durch

die linksseitige Lage der Toten bzw. die Beigaben kamen diese GePisse nur in Frauen-, Madchen- und Kindergrábern vor, welche meistens reich an Schmuck waren (Nadeln, Nop-

penringe, Anhánger, Spiralen).z7 In jüngster Zeit untersuchte auch Z. Benkovsky_Pivovarová

westlichen Teil des Gráberfeldes bzw. eines befand sich an dessen östlichem

das Material der, der Hurbanovo-Gruppe zugeordneten Gráberfelder.28 Ihren Untersuchun-

gen zufolge sind hier die gleichen Bronzegegenstánde zu finden' wie in den Grábern mit

inkrustierter Keramik sowie wie in solchen mit Aunjetitzer Keramik. Darum ist also das Material der Gráber weder chronologisch noch seine Herkunft betreffend zu isolieren. Die antropologischen Daten liefern auch kein einheitliches Bild: in den Grábern Von Bajö sind in drei Fallen neben Mánnern, in einem Fall neben einer F'rau und ihrem Kind inkrustierte Gefásse hervorgekommen; im Gráberfeld von Hurbanovo kamen diese bei einem Mádchen

bzw' irr Kindergrábern Vof. Sie vergleicht auch die Keramik Salka I' und II. der (fraglichen)

eigenstándigen Gráberfelder der Tokod_Gruppe mit den Gefássbeigaben der Hurbanovo_G-p-

Lm- pe: in den Grábern von Bajö und Nesvady befanden sich 4o/o, in den Grábern von Hurbanovo

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7% inkrustiene GeÍásse, wogegen in den Gráberfeldern Sa]ka I. und II.2Oo/obnv' 45,45o/o solche Keramik vorkam. Nach der Befirndanalyse zeigt sich also, dass in den Aunjetizer Gráberfeldern

mit aller \X/ahrscheinlichkeit die inkrustierte Keramik als Impomvare zu erkláren ist, wogwegen sie in den Gráberfeldern von Salka Teil des Keramikinventars ist, unabhangig davon' ob die

Tokod-Gruppe als zur Hawan-Kultur gehörig betrachtet wird oder nicht'

Neben den drei oben behandelten Gráberfeldern müssen noch jene von Dvory nad

Zít^ro, und Nové ZámIg, zur Hurbanovo-Gruppe gerechnet werd'en. Im Gráberfeld von

Nové Zámky befand sich in keinem der neun Korpergráber Keramik aus Transdanubien,

das Material von Dvory nadZitavou (14 Gráber) ist unveröffentlicht.29

Der obige Überblick

27 Toőik 1979: 48, 50; Nouotná - Nouonj 19B4: 319_320. Tihetka (]953: 256) setzte die Aunjetitzer Nápfe

des Gráberfeldes von Hurbanovo in die fi'ühere Phase der má'Lrrischen Aunjetitzer' Kultur, und leitete daraus den Véteiov_ und Bc;heimkirchner_Typ ab.

28 Benkousky-Pt)uouarouá 1 99B- t 99: 13o_I32, Tab' 1-4.

29 Toóík 1979,4849, Duiek ]960b:1B5_186, Duíek ]969:70-34. Schubert(]97j,Karte

2) ordnetMatuikovo

aber der Publikation des Gráberfeldes zufolge (Toőik 1979:166-180: Die

auch zur Hurbanovo-Gruppe,

Aunjetitzer Kultur, Taf. lXM_Do(.) gibt es keine transdanubische Keramik in den Grábern' Die in IÍa

gefundene Tokod-Keramlk

einen Teil der Verbreitung der Tokod-Keramik.

(Duiek 1960b: 185 Taf. LVIII, 1 ,2,4.) ist keine Importware, sondern beschreibt

482

VlKTÓRIA KIss

überd,ied,reibewertbarenGráberfelderistvomMaterialherbetrachtetnochumelnlge

,fil;rr*

Daten zu ergánzen' In Nesvadybefanden

i L.:'i],.":TnL'ü'x'ixTJ

lichen inkrustierten

:il :ilil;i

"T:"?:Í::;:,:i.T:f;ff,H:Jti5:

h.

r der ze it gle iche n frühe

n süd-

Grábern (Abb' 2:B-11)' In

J* s

;;"]ö;

Gruppe (Abb.2:16),

Grábern'.ű"ír"rr' Tokod-Ge'ásse vor 1466' 2'1_7)' in

sich Au''1J"' c'1'';''

-i' M";i;;á"

die transdanubische

Verzierung

Iok^l"'' Fertigung versehen (Abb' 2:17)'

'I"

sich nicht von Grábern

1u:',60

kamen ríö""" 92

"b.,

Hurbanovo

weiteren zwei Gráberr', i.r"rra.r',

nachahmend, *"hrr.h.i.,li.h

In futus und Ausrichtung

anderer

von

Gráberfelder.

dieser Ko'p"g;ab"r unterscheid"'

.'

Benkovslry pi ro*ouli"'".i",

chronologische Unterscheidung

eíner kleiner.,'*G"'pp" angehörender

befinden'sich in der.iúngeren Gráberg_

Áp'k5

d"r,

kónnen nur damit und fur alle

sie inrrerhalb der Aunjetitz-Ku'tur

das die Fa-

ligen (vgl'' dem antropologi_

z'B' können

innerhalb der craű.rraa., á''r.r*.ff.r'a."l.*.ir,

"-ik

(z.B. ,"'x"ri"ay

GeFásse?)'" o"

'i'gá

*.rd"

r,

"rklart

Gráber mit inkustio*, K

ruppe die

"""'a".'uűi'n'n

drei Gráberféld

üb*;i'rr.i-- ,a

,.i'li" ;:;.;

begrabene Kinder

iJr

ein Napl

mit gewissen fá-iil;;

milienmitg1i.a

schen Material

ö.;;;];"g""'k'J;;

Hád:"

"""n'*'''hángen'

#;;"Jl'kontakte

Fall um

Erwachsene' wogegen in Hurbanovo

zufolge hand,elt es sich i" i;Je;

Grábern (Gr"b 19,

':1"'ó'

62,9I) zumeist reich mit Schmuck versehene'

Á'

*

iou

n

Erláuterung konrrte die genaue

befand sich hinter dem eingezogenen

in d,rei weniger ,*J;;

auf wiirdige fut

,

Im Grab 39;;"Nesvady

am Beín eine Schüssel,

Grabbeschreibung

Unterschenkel

darinnen zwei Nápfe. Diese Anordnung

Grabbeigabe deuten' da leider

s.ttirr.t hinein k"""";;i;];. g"'.,',,''

nicht eindeutig

1t*"'gtttt'"clb

ga"ji' i] roöik

es

der Gefásse in die

sich um inkustiert verzierte Napfe

aus der Beschreibung3l

handelt. In

und Z' Benkovslq'-Pivovarová müssen

von der Tokod-GrupPe zur

Funde einer eigenstándigen lo-

sich, dass die südlichsten

Übereins*timmung mit G'

die hier b.h"rrd.lt",,, G.firrJ eindeutig

Aunjetitz'Kultur

,

gelangten,

"rt'i-p"t,rtldt,,dt:

nicht als

bewerte,,*J;;;d

p.'nd.

ili #;Á,rf'"h-. d",

aufnahm (Abb.

auf eine Karte zeigt

die Bevö'ke""'J

kalen Grupp

Fundplátze der Aunjetitz:K"l:T 1.,,

T""'hverbindungen mit

r-r, *o

3)' s'í'r'"

tt"'rr;i;

pil"

i.,

Verbind'ung"' bi't^'''d'n auch mit entfern_

2:18)' Da sich die verzierte

r'i*'iUU'

,pat.r,

Napfe

ttf''

Kisapostag-friihen inkrustierten Ke-

Forschung ihre teil'

di'

't'[í'

d"t

Abb' 3 nicht unterschieden'

^tti

den Komitaten Tolna und Baranya'

und auf diesem Gebiet bildete sich

d,er Tokod-Gruppe

teren Gesend."

d;;;;l*."kin:,

Keramik der Tokod-Gruppe und der

ramik sehr áhnelt, '.,,'d

".'lgr,r,'d

d" f"';;*iá'"

f.ru ih,. t'.po"zuJt-ft"tt

Gebieten

weise Gleichzeitigkeit In den südöstlichen

r*"rJ""'uiens, in

i"r"*"i""J;hJku'"r'

t<rt *

d.er

war die spáte Kisapostag-frühe

am schnellst.r,

Fundmaterial

finden sich

d,", rnÍ;ie

iiLtere Phase i*

inkrustierrcn Kerarnilá3 charakteristische

inkustierten Gruppe

heraus. Die Keramir. a". aio.r'r si.id-transdanubischen neben den Funden der To-

auch die gemeinsam vor-

auf clem slowakischen c.ir*i.t'ir,r;etit'-Kultur

2i17), J; 2.i.gl"i.l'tr.it,beweisen

kod,-Gruppe (r. i;r^r"dr,Abb

kommenden tmportfunde.

kommen auch auf dem Gebiet der

Funde a., f.f."a]Cruppe

(Hain-

Gáta-wieselb.,,g'-Kulturvor(Hainbu.rg-Teichtal,c,"u120und294:hbb.2.l9_z}1'zl9ís

von P' r","y.r*rii,.

chrakteristir.hí;d";;a-uui"t'"

Gefáss

mit Inkrustation

30 BenkouskJ-Piuouarouá

l998-1999: |3}_l3z' Tab' 1_4'

3t Duiek 1969: 18-19.

1

loop- tqq(). 170-132.

1998-1999:130-

.,,

32 Toőik 1979: 14; Bándi 19B4:26I;

3l Das inkusticrte F-"d;;;;i"f

Benkousb1-Piuouarouri

Torma tpil,

i- 'tidli.l-r"n

**a.":

r*.rJ".*r'it" kann in zwei chronologische

+o4z; Honti - Kiss ]99B:49-50'

i'"iű".'

l''

's9a'Abb'

Hauptphasen

(áltere und ]iingere) ,.i"i

29413'Die durch Mozsolics

34 Grab l2O: MozsoLics

,;;;';;,';;;'_+'c'"u

II gereihten Funde' ordnen wir

urzsoLtcs'1967i71. in Kisapostag

"|n'

1942:17: ur^rtlriiíá')s--una

MITTELEUROPA

UND TRANSDANUBIE,N IN DEII. MffTL. BRONZT'ZETI

burg-Teichtal, Grab 114) ist wahrscheinlich in die áltere Phase der Kultur zu reihen.35 Alles

l:zw. in die slowakischen jungen

zu ordnen

das ist in die mittlere Phase der Gáta-'ü7ieselbug-Kultur,

ge

)b.

id- Aunjetitz-Phase oder in die Ablösungsphase

In

in

Lng

7).

erster Linie mitteldonaulándischer

der Aunjetitz-Madhrovce-Kultur

(Mittlere Bronzezeít Phase 1 im Karpatenbecken, Ende RBA 1_ Anfang A2, s. Abb. 8).

Auf dem

'ü7eg

der erwálrnten Tauschkontakte oder durch Vermittlung gelangten in

Bronzeschmuck

und andere Meallgegenstánde

nach Trans-

danubien aus dem Gebiet derAunjetitz-bzw. Madarovce-Kultur. Aber über das Vorkommen

von Aunjetiuer Gefássen g