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M EHRGESCHOSSIGES B AUEN MIT H OLZ E NTWICKLUNGEN IM B RANDSCHUTZ
M EHRGESCHOSSIGES B AUEN MIT H OLZ E NTWICKLUNGEN IM B RANDSCHUTZ

MEHRGESCHOSSIGES BAUEN MITHOLZ

ENTWICKLUNGEN IM BRANDSCHUTZ

MEHRGESCHOSSIGES BAUEN MIT HOLZ

ÜBERBLICK ÜBER DAS GESAMTPROJEKT

Überblick über das Gesamtprojekt

Josef Kolb, Projektleitung „Brandsicherheit und Holzbau“ Josef Kolb AG, Ingenieur- und Beratungsbüro für Holzbau, 8592 Uttwil

1 Ausgangslage 2001

Das neuzeitliche Bauen mit Holz findet sowohl bei Planern als auch bei Bauherren zunehmend Akzeptanz. Im In- und Ausland bereits ausgeführte Bauwerke wirken beispielhaft und animieren Planer und Bauherren vermehrt dazu – auch mehrgeschossige – Bauten in Holz zu planen. Allerdings können die zuständigen Behörden Bauten in Holz aufgrund der gültigen Normen im Normalfall nur bewilligen, wenn sie nicht mehr als zwei Geschosse aufweisen.

Vermehrte Holznachfrage

Zwischen einer vermehrten Holznachfrage und einer optimalen Brandsicherheit von Holzbauten besteht ein direkter Zusammenhang:

denn Holz ist gleichzeitig Bau- und Brennstoff. Diese Kluft gilt es zu überbrücken. Moderne Holztragwerke sind jedoch sicher. Zwar kann Holz brennen, aber massgeblich ist, wie sich ein Baustoff im Brandfall verhält. Hier kennt Holz entscheidende Vorteile. Diese klaren Vorteile von Holz gilt es in Versuchen zu bestätigen und als technische Lösungen bereitzustellen. Die Sicherheit von Holzbauten ist somit ein Schlüsselfaktor, um eine markante Steigerung im Absatz von Holz und dessen Produkten zu erreichen. Dies gilt grundsätzlich für jegliche Holzanwendung, kommt aber insbesondere im wichtigen Zukunftsmarkt der mehrge- schossigen Bauten verstärkt zum Tragen.

Günstigere Rahmenbedingungen

Die VKF (Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen, Bern) hat dank intensiver Zusammenarbeit mit der LIGNUM (Schweizerische Holzwirtschaftskonferenz) in Aussicht gestellt, dass sie ab der nächsten Vorschriften-Revision ihre Brandschutzvorschriften dahinge- hend ändern wird, dass der mehrgeschossige Holzbau auf der Stufe der Standardanforderungen (in einigen Nutzungen vermutlich bis zu sechs Geschossen) zugelassen wird.

Neue Märkte – Neue Anwendungen

Dank den in Aussicht gestellten Änderungen ergeben sich völlig neue Anwendungsgebiete und Märkte für das Holz. Das bedeutet aber auch, dass hinsichtlich Konstruktion und Ausführung Neuland beschritten wird.

Entwicklung und Forschung – Sicherheit gewährleisten

Umfangreiche Entwicklungs- und Forschungsarbeiten sind nötig, um das bis anhin hohe Sicherheitsniveau in der Schweiz beizubehal- ten. Die Grundsätze des Brandschutzes – ein einwandfreier Personen- und Sachwertschutz – dürfen nicht beeinträchtigt werden.

Die Wald- und Holzwirtschaft ist sich ihrer Verantwortung bewusst. Sie hat deshalb unter der Leitung von LIGNUM in den Jahren 1999 bis 2001 ein Gesamtkonzept erstellt, das in den Jahren 2001 bis 2006 unter dem Titel “Brandsicherheit und Holzbau” zur Umsetzung gelangt.

HOLZ 21› UND LIGNUM

2 Rahmenbedingungen

MEHRGESCHOSSIGES BAUEN MIT HOLZ

ÜBERBLICK ÜBER DAS GESAMTPROJEKT

Antriebsfaktoren

 

Rahmenbedingungen

Markt

Eine markante Steigerung im Absatz von Holz.

Zeitachse

Die VKF überarbeitet die Vorschriften im Rhythmus von 10 Jahren. Die Revision 2003 ist bereits abgeschlossen. Die Übernahme ins kantonale Recht ist im Jahr 2004 vorgesehen.

Zukunftsmarkt:

PROJEKT BRANDSICHERHEIT UND HOLZBAU

Mehrgeschossiger Bau

Bauteile mit Feuerwiderstandsdau- er 30 und 60

 

Ressourcen

Zwischen den erzielten Fortschritten im Brandschutz und der Holznachfrage besteht ein direkter Zusammenhang.

Kosten / Nutzen

Praktisch alle Branchen, Verbände, Behörden und Unternehmungen sind vom Nutzen und den Zielen zu überzeu- gen und in das Projekt mit einzubeziehen.

Aufwertung

Aufwertung des Baustoffes Holz gegen- über Konkurrenzprodukten. Qualitätssteigerung im Bauen mit Holz.

Komplexität

Segmente und Teilprojekte ermöglichen ein angepasstes, stufenweises Vorgehen.

Nutzen

Mehrwert für Kunden schaffen

Entscheidungs-

Im kantonalen Vollzug herrschen zum Teil schwierige Prozesse und Entschei- dungsstrukturen.

Sicherheit und Wohlbefinden verbinden

Strukturen

Win-Win-Situation schaffen zwi- schen Kunden und Holzbranche

 

Hohe Ziele bez. Personen- und Sachwertschutz als Nutzen für den Kunden

 

Uneinheitliche

Das Wissensniveau innerhalb der Bran- che ist sehr unterschiedlich.

Holzbranche

3 Ziele

Brandschutz-gesetzgebung

Technische

Bauherrschaften

Umgang

Lösungen

gewinnen

mit Risiken

In den Normen und Vorschriften sind zielkonforme Kriterien für den Baustoff Holz enthalten.

Entwicklung und Forschung von brand- und holzbautechnisch op- timalen Bauteilen und Gebäuden.

Marktgewinn dank vertrauensbil- denden Aktionen und Bauen mit Vorbildcharakter.

Risiken und Gefahren erkennen.

Abbau von Vorurteilen wie „Holz brennt“.

Materialtechnische Bedingungen sind in „Papieren zum Stand der Bautechnik“ geregelt.

Lignum/SIA Dok 83 "Brandschutz und Holzbau“ gibt Anleitung zum sicheren Bauen mit Holz.

Holz wird gegenüber Konkur- renzprodukten aufgewertet.

Rückschläge auffangen.

Die Sicherheit wird dank wissen- schaftlicher Entwicklung und Forschung ausgewiesen.

Mobiliar- und Gebäudeversiche- rungsprämien für Holz- und Massivbau sind gleich.

Professioneller Umgang mit Brandfällen.

Lignum/SIA Dok 83 ist aktuell und gilt als Dokument mit „Stand der Bautechnik“.

 
 

Brandschutz während der Bau-

Positive Einstellung von Behör-

zeit; Kampagne innerhalb der eigenen Reihen.

Einheitliche Regelung in der ganzen Schweiz.

Anpassung an internationale Regelwerke, insbesondere EU- Normen.

Ausbildung und Schulung haben einen grossen Stellenwert.

Sicherheit und Qualität wird auf allen Stufen gewährleistet.

den und Öffentlichkeit zum Holzbau.

Gutes Bauen mit Holz überzeugt sowohl Behörde als auch Öffent- lichkeit.

Die Branche kennt die Grenzen und Risiken.

HOLZ 21› UND LIGNUM

4

Projektorganisation

MEHRGESCHOSSIGES BAUEN MIT HOLZ

ÜBERBLICK ÜBER DAS GESAMTPROJEKT

Projektträger Projektleitung Projektpartner Lignum, Zürich Lignum Zürich VKF Christoph Starck (Direktion) holz
Projektträger
Projektleitung
Projektpartner
Lignum, Zürich
Lignum Zürich
VKF
Christoph Starck
(Direktion)
holz 21 / BUWAL, Bern
SIA
Roland Brunner
(Technische Kommu-
nikation)
Selbsthilfefonds SHF, Bern
Projektleitungsteam
In Teilprojekten:
Fonds zur Förderung der Wald- und Holzfor-
schung, Bern
Josef Kolb
(Projektleiter)
DGfH München, HAF Bonn
Reinhard Wiederkehr
Fachverband der Holzindustrie Österreichs,
Wien
Roland Brunner
Wood Focus, Helsinki
Verbände
Institute
WVS (Wald)
ETH Zürich
VSRH (Rund- und Schnittholzherst.)
SH-Holz Biel
Holzindustrie Schweiz (Sägerei)
EMPA Dübendorf
Holzbau Schweiz (Zimmerei)
MFPA Leipzig
VSSM (Schreinerei)
FRM (Holzwirtschaft Westschweiz)
Firmen und Unternehmungen
VSH (Hobelwerke)
Holzindustrie
HWS (Holzwerkstoffe)
Zulieferindustrie
VSSF (Spanplatten)
Holzbau
SFV (Furniere)
Innenausbau
SFH (Holzleimbau)
Trockenbau
FFF (Fenster)
Haustechnik
ISP (Parkett)
STE (Holzingenieure)
VGQ (Qualitätshäuser)
Projektsegmente A – F
Teilprojekte

Stand: November 2003

HOLZ 21› UND LIGNUM

5 Projektgliederung und -fortschritt

MEHRGESCHOSSIGES BAUEN MIT HOLZ

ÜBERBLICK ÜBER DAS GESAMTPROJEKT

PROJEKTSEGMENT

 

TEILPROJEKT

ABGESCHLOSSEN

IN ARBEIT

ABSCHLUSS ENDE 2003

PROJEKTPHASE 2

PROJEKTPHASE 3 + 4

ZURÜCKGESTELLT

A Führung, Organisa-

A

1

VKF Norm 2003

           
 

tion, Grundlagen

 
             
 

A

2

Fachausschuss / Fachteam / Projektverantwortliche

B Forschung und

B

0

Anforderungen und Konzeption Holzbau

           
 

Entwicklung

 
             
 

B

1

Holz-Betonverbunddecken

B

2

Modulhotels

           

B

3

Fassaden

           

B

4

Holz-Bauteile mit Feuerwiderstandsdauer 30 und 60 Minuten

           

B

5

Verbindungsmittel und Anschlüsse mit FW 30 und 60 Minuten

           

B

6

Abschlussfronten EI 30 und EI 60

           

B

7

Fenster

           

B

8

Abschottungen

           

B

9

Haustechnik (Heizung / Elektro / Sanitär / Lüftung)

           

B

10

Berechnungstools für Ingenieure

           

C Ausbildung und

C

1

Ausbildung SIA Dok 83, Ausgabe 1997

           
 

Qualitäts-sicherung

 
             
 

C

2

VKF Norm Generation 2003

C

3

Qualitätssicherungssystem

           

C

4

Ausbildung - Konzeption

           

D Technischer

D

1

Opportunitäten / neue Technologien

           
 

Brandschutz

 
 

D

2

Sprinklerkonzepte

           

D

3

Brandmelder

           

E Flankierende

E

1

Analyse Gilamont

           
 

Massnahmen

 
 

E

2

Löschwasserschäden

           

E

3

Prämien / Schadenstatistik

           

E

4

Finanzhilfe / BS-Regionen

           

E

5

Technische Argumentation für mehrgeschossigen Holzbau

           

F Information, Kom-

F

1

Brandschutzbehörden-Doku

           
 

munikation

 
 

F

2

Planung / Ausführung-Doku

           

F

3

Bauherrschaften-Doku

           

F

4

Umsetzung in den Regionen

           

F

5

Spezielle Ereignisse / Task Force

           

F

6

SIA/LIGNUM Dok 83, Brandschutz im Holzbau (Ausgabe 2006)

           

F

7

Brandschutz „klipp und klar“

           

F

8

Brandschutz im Holzbau (Lignatec)

           

G International

G

1

Normung Europa

           

G

2

Entwicklung / Recherchen / Zusammenarbeit in Europa

           

Stand: November 2003

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Zeitlicher Ablauf:

MEHRGESCHOSSIGES BAUEN MIT HOLZ

ÜBERBLICK ÜBER DAS GESAMTPROJEKT

Projektphase 1

Gesamtkonzept "Brandsicherheit und Holzbau"

Initiieren von Teilprojekten Norm 2003

2001 bis 2003

Initiieren von Teilprojekten

Norm VKF 2003

A1

Fachausschuss / Fachteam / Projektverantwortliche

A2

Anforderungen und Konzeption Holzbau

B0

 

Projektphase 2

Gesamtkonzept "Brandsicherheit und Holzbau"

Forschung und Entwicklung

 

Fachausschuss / Fachteam / Projektverantwortliche

A2

Anforderungen und Konzeption Holzbau

B0

Fassade

B3

2002 bis 2004

Holz-Bauteile und Verbindungen mit Feuerwiderstandsdauer 30 und 60

B4 + B5

Türen

B6

Fenster

B7

Abschottungen / Haustechnik

B8 + B9

 

Ausbildung - Konzeption

C4

Prämien / Schadenstatistik

E3

Normung Europa / Entwicklung / Recherchen / Zusammenarbeit in Europa

G1 + G2

Vorbereitung u. Aufbau der Projektphase 3

Projektphasen 3 und 4

Gesamtkonzept "Brandsicherheit und Holzbau"

Umsetzung und Anwendung

 

Projektleitung: Fachausschuss / Fachteam / Projektverantwortliche

A2

Einführung SIA Dok 83 / VKF Norm Generation 2003

C1 + C2

2004 bis 2005 / 2006

Qualitätssicherungssystem

C3

Sprinklerkonzepte / Brandmelder

D2 + D3

Löschwasserschäden

E2

Prämiengestaltung Holzbau

E3

SIA/Lignum Dok 83, Brandschutz im Holzbau (Ausgabe 2005)

F6

Brandschutz Dokumentation für Behörden, Planer, Bauherren

F1 + F2 + F3

 

Umsetzung in den Regionen / französisch / italienisch

F4

Normung Europa/Entwicklung/Recherchen/Zusammenarbeit in Europa

G 1 + G2

Anschluss

Gesamtkonzept "Brandsicherheit und Holzbau"

Langfristige Zielsetzung

 

Bereinigung weiteres Vorgehen

2006 bis 2016

Konzeption für die Jahre 2007 – 2013

Festlegung der Ziele für die Revision der Norm 2013

 

HOLZ 21› UND LIGNUM

MEHRGESCHOSSIGES BAUEN MIT HOLZ

ÜBERBLICK ÜBER DAS GESAMTPROJEKT

6 Ausgangslage 2004

Projektphase 1 findet mit der erfolgreichen Umsetzung von zielkonformen Anforderungen für den Baustoff Holz in der Brandschutzge- setzgebung (VKF-Brandschutzvorschriften 2003) Ende 2003 ihren Abschluss. In der Projektphase 2 (2002 – 2004) sind zur Zeit vielversprechende, umfangreiche Entwicklungs- und Forschungsarbeiten im Gange. An der ETH Zürich, der EMPA Dübendorf, der SH- Holz Biel sowie in Leipzig an der Materialforschungs- und Prüfungsanstalt (MFPA) werden Beurteilungsgrundlagen für Bauteile und Holzfassaden erarbeitet. Das Brandverhalten von Holz muss in jeder Hinsicht bekannt sein, um es in den Griff zu bekommen. Nur so lassen sich die geplanten neuen Anwendungen erstellen und als brandsicher einstufen. Weitere Untersuchungen befassen sich mit der optimalen Führung der Haustechnik und deren brandtechnischen Abschottung im Holzbau. Diese neuen Lösungen müssen vorliegen, damit der Holzbau um eine Liga höher rückt und künftig einige Stockwerke zulegen kann.

Alle diese neuen Erkenntnisse sollen wirkungsvoll in die Praxis einfliessen. Diese Aufgabe werden Dokumentationen, Arbeitshilfsmittel und Qualitätsrichtlinien erfüllen, die während der Projektphasen 3 und 4 (2004-2006) bereitzustellen sind. Durch sie werden die neu gewonnen Erkenntnisse unter den Bauverantwortlichen verbreitet, damit diese den Holzbau brandsicher gestalten und ausführen können. In dieser Richtung unterstützend wirken soll das geplante Qualitätssicherungssystem, das von Behörden, Holzfachleuten und Spezialisten der Qualitätssicherung erarbeitet wird. Gelingt dies, darf tatsächlich mit neuen Märkten gerechnet werden. Denn man darf davon ausgehen, dass zwischen den erzielten Fortschritten im Brandschutz und einer erweiterten Nachfrage nach Holz als Baustoff ein direkter Zusammenhang besteht.

Die Holzbranche hat auf dem Weg in eine neue Ära mit dem Programm «Brandschutz und Holzbau» die halbe Strecke erfolgreich zurückgelegt. Ein bedeutender Meilenstein, die Einführung der neuen Vorschriften, steht kurz bevor. Die Gelegenheit wurde wahrge- nommen – nun gilt es, auch die Pflichten wahrzunehmen: Durch praktisch und wissenschaftlich abgestützte Forschung und Entwicklung, durch kluge Umsetzung und durch wirksame Kommunikation. Die bisherigen Projektfortschritte sind viel versprechend und zeigen: Die Holzbranche ist beim Thema Brandsicherheit mitten drin und nicht nur einfach dabei.

HOLZ 21› UND LIGNUM

BRANDSICHERHEIT UND HOLZBAU

UMSETZUNG DER BRANDSCHUTZVORSCHRIFTEN

Umsetzung der Brandschutzvorschriften

Renzo Bianchi, Leiter Prävention Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF), Bern

Folie 1

Brandschutznorm

Aufbau der neuen BSV

19

Brandschutzrichtlinien

15

Brandschutzerläuterungen

7

Arbeitshilfen

4

Stand-der-Technik Papiere

Verzeichnis „Begriffe“ Verzeichnis „Weitere Bestimmungen“

Total 644 Seiten In 2 Ordnern

Folie 2

Gesetzestexte:

Brandschutznorm und -Richtlinien ohne Anhänge und Zeichnungen

Philosophie

Anwenderbezogene Erläuterungen, die dem Wandel unterworfen sind:

Anhänge und Zeichnungen der Richtlinien Brandschutzerläuterungen Arbeitshilfen als Zusammenzug aus den BSV Stand-der-Technik Papiere (Detailanforderungen)

Folie 3

VKF-Prüfbestimmungen

Zur Zeit weiterhin in Kraft Durch die Überarbeitung der VKF-Brandschutzvorschriften nicht betroffen Späterer Ersatz vom Bundesrat verabschiedeten harmonisierten EN-Prüfnormen (abhängig von den Bilateralen II - Gesprächen CH-EU)

Folie 4

Baustoffe und Bauteile

Sind bis auf weiteres in der vereinbarten Gültigkeitsdauer zertifiziert und zugelassen (5 Jahre) Sobald neue EN-Normen in Kraft treten, sind bei Ablauf der Gültigkeitsdauer die Prüfungen an Baustoffen und Bauteilen nach den neuen Normen durchzuführen Allfällige Übergangsfristen werden frühzeitig kommuniziert

Folie 5

Brandschutzklassierung von Baustoffen

Bestehend Brandkennziffer (BKZ) Brennbarkeitsgrade 1 – 6, Qualmgrade 1 – 3 Total 18 mögliche Klassierungen

HOLZ 21› UND LIGNUM

BRANDSICHERHEIT UND HOLZBAU

UMSETZUNG DER BRANDSCHUTZVORSCHRIFTEN

Folie 6

Brandschutzklassierung von Baustoffen

Neue Klassierung von Baustoffen nach EN A1, A2, B, C, D, und E Brennbarkeit nimmt von Klasse A1 bis E zu Erreicht ein Baustoff die Klasse E nicht, Einstufung in F (als Baustoff nicht zulässig) Unterteilungen für Rauchentwicklung s1, s2, s3 Brennendes Abtropfen / Abfallen d1, d2, d3 39 mögliche Klassierungen

Folie 7

Feuerwiderstände von Bauteilen

F,

T, R, K, S, A 30 – 240

F

= Tragende Bauteile, raumabschliessende Bauteile

T

Bewegliche Abschlüsse

R

Rauch- und flammendichte Abschlüsse

K

Brandschutzklappen

S

Abschottungen

A

Aufzugschachttüren

Folie 8

Neu

Feuerwiderstände von Bauteilen

R = Résistance (Widerstand der Tragfähigkeit)

E = Etanchéité (Dichtigkeit des Raumabschlusses) I = Isolation (Dämmung gegen Wärme)

Zusatzkriterien

W = Wärmedämmung bei durchgehender Strahlung

M

= mechanische Einwirkungen

C

= selbstschliessend ausgerüstete Brandschutzabschlüsse

S

= Begrenzung der Rauchdurchlässigkeit

Folie 9

CH-Definition der Feuerwiderstände

R 0: Nichtbrennbare und brennbare Konstruktionen ohne Feuerwiderstand

REI 30 und 60: Brennbare Konstruktionen

Beispiele:

R

30 - 60 oder RE 30 - 60 oder REI 30 – 60

R

30(nbb) und 60(nbb): gesamte Konstruktion nicht brennbar

R

90: vollständig nicht brennbar

HOLZ 21› UND LIGNUM

BRANDSICHERHEIT UND HOLZBAU

UMSETZUNG DER BRANDSCHUTZVORSCHRIFTEN

Folie 10 Geschosse

Klare brandschutztechnische Formulierung der Geschosszahlen

Beispiel:

Dach- und Attikageschosse = Vollgeschosse (Geschosse = wo sich Personen aufhalten können)

Folie 11 Festlegung der Feuerwiderstände

Zwei Konzepte stehen zukünftig zur Verfügung:

Bauliche Massnahmen Reduzierte bauliche kombiniert mit technischen Massnahmen (Sprinkler)

Folie 12 Holzbau, Stahlbau

Dem Stahlbau und der brennbaren Holzbauweise ist im vorbeugenden Brandschutz vermehrt Rechnung getragen worden

Folie 13 Flucht- und Rettungswege

Unveränderte Längen:

Mit einem Ausgang = 20 m, mit feuerwiderstandsfähigem Korridor bis 35 m Mit mehreren weit auseinander liegenden Ausgängen = 35 m, mit feuerwiderstandsfähigem Korridor bis 50 m

Unveränderte Breiten der Korridore und Ausgänge Belegung der Räume (P/m2) mit Tabelle ergänzt

Folie 14 Flucht- und Rettungswege

Keine Computersimulationen zulässig für die Bestimmung von Fluchtwegen, z. B. nach dem Prinzip der Evakuationszeit

Folie 15 Personensicherheit

Im Fluchtwegkonzept sind keine Kompensationen mit SP/BM möglich. Bleiben ohne Einfluss auf:

Fluchtweglängen Anzahl Treppenhäuser Bauart der Treppenhäuser Bauart der Korridore

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BRANDSICHERHEIT UND HOLZBAU

UMSETZUNG DER BRANDSCHUTZVORSCHRIFTEN

Folie 16 Weiteres Vorgehen

Durch VKF-Vorstand im Mai 2003 verabschiedet Zur Zeit im Interkantonalen Konkordat (IVTH) Vernehmlassung ab 15. November 03 innerhalb der 24 Kantonsregierungen Daraus allfällige Korrekturen aus der Vernehmlassung ab Februar bis Ende März 04 Druck in d, f, i; Versand resp. Verkauf Sobald verabschiedet: Gesetzestexte auf Internet abrufbar

Voraussichtlich ab 1. Juli 2004 zur Umsetzung in die Kantone weiterzugeben „jedoch wie immer ohne Gewähr“

Folie 17 Ausbildungen durch VKF und KGV

1. Priorität: Ausbildungskurse für kantonale und kommunale Brandschutzbehörden

2. Priorität: Ausbildungen für Architekten, Planer, Ingenieure, Interessierte

3. Priorität: Einzelne Referate in Ausbildungsmodulen von Verbänden

Folie 18 Weitergehende Informationen

www.vkf.ch oder www.irv.ch (News, Brand- und Elementarschadenstatistiken)

www.bsvonline.vkf.ch

(Brandschutzvorschriften)

www.bsronline.vkf.ch

(Brandschutzregister)

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BRANDSICHERHEIT UND HOLZBAU

Entwicklung I: Bauteile REI 30/60

Prof. Dr. Mario Fontana Institut für Baustatik und Konstruktion, ETH Zürich

ENTWICKLUNG I: BAUTEILE REI 30/60

1 Einleitung

Die Forschungsarbeiten in den Teilprojekten B4 „Holzbauteile“ und B5 „Verbindungen“ schaffen die Voraussetzungen, um die vorhan- denen Bemessungskonzepte für die Feuerwiderstandsklasse R30 für tragende Bauteile und REI, bzw. EI 30 für brandabschnittsbildende Bauteile auf 60 Minuten Feuerwiderstand zu erweitern. Neben den reinen Bauteilen werden auch Anschlüsse, Fugen und Verbindungen im Brand holzbautechnisch untersucht und die Ergebnisse in Form von Bauteil- und Konstruktionskatalogen aufgearbeitet.

2 Forschungsarbeiten

Die Forschungsarbeiten gliedern sich in verschiedene Phasen:

- Vorbereitung

- Auswahlbestimmung der Bauteilkonstruktionen

- Rechnerische Nachweise für allgemeine Konstruktionen

- Rechnerische Nachweise für besondere Produkte

- Anschlüsse und Konstruktionsdetails

- Experimentelle Untersuchungen

- Aufarbeitung und Auswertung

Ein umfangreiches Literaturstudium zu vorhandenen Berechnungsmethoden und bisher durchgeführten experimentellen Untersuchun- gen ist abgeschlossen, verschiedene Nachweismethoden wurden auf ihre Eignung für Feuerwiderstände R60, bzw. REI, EI 60 über- prüft und umfangreiche Versuche zu Verbindungen sowie erste Versuche zu Bauteilen durchgeführt. Es zeigt sich, dass gewisse weitere experimentelle Untersuchungen zur Verfeinerung der Methoden erforderlich sind.

3 Experimentelle Untersuchungen

Bei den Verbindungen liegen relativ wenige Brandversuche vor, insbesondere im Bereich der wichtigen Stahl-Blech-Holz-Verbindun- gen mit Passbolzen mussten daher umfangreiche experimentelle Untersuchungen durchgeführt werden. Diese sind nun abgeschlos- sen und liefern wertvolle Grundlagen zur Überprüfung der vorgeschlagenen Berechnungsmethoden. Sie geben zudem Hinweise, wie solche Anschlüsse wirtschaftlich für F60 ausgelegt werden können. Im Bereich der Bauteile zeigt es sich, dass die vorhandenen Me- thoden für R30 mit einigen Anpassungen auch auf R60 erweitert werden können.

mit einigen Anpassungen auch auf R60 erweitert werden können. ‹ HOLZ 21› UND L IGNUM M
mit einigen Anpassungen auch auf R60 erweitert werden können. ‹ HOLZ 21› UND L IGNUM M

HOLZ 21› UND LIGNUM

BRANDSICHERHEIT UND HOLZBAU

Bild 1

Verbindung im Brandversuch

ENTWICKLUNG I: BAUTEILE REI 30/60

Hingegen sind die Methoden für Bauteile, welche aus mehreren Schichten zusammengesetzt sind, wie Wände und Decken meist auf bestimmte Querschnitte, Querschnittsaufbauten und Produkte begrenzt. Hier werden zusätzliche experimentelle Untersuchungen das Anwendungsspektrum erweitern.

Untersuchungen das Anwendungsspektrum erweitern. Bild 2 Brandversuch an einer aus mehreren Schichten

Bild 2

Brandversuch an einer aus mehreren Schichten zusammengesetzten Wand

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BRANDSICHERHEIT UND HOLZBAU

ENTWICKLUNG II: ABSCHLUSSFRONTEN

Entwicklung II: Abschlussfronten

Werner Schönenberger, VSSM Bereichsleiter Technik & Betriebswirtschaft (Verb. Schweiz. Schreinermeister und Möbelfabrikanten, Zürich)

1 Zielsetzung

Die Entwicklungs- und Forschungsarbeiten im Projekt B6, Abschlussfronten EI30 und EI60 sollen die Voraussetzungen schaffen, um gesicherte Grundlagen und Konzepte für den Einbau von Abschlussfronten mit einem bestimmten Feuerwiderstand zu erhalten. Dabei sollen Lösungsvorschläge erarbeitet werden, welche Auskunft geben über den Einbau von Brandschutzelementen und deren Zusam- menschluss mit anderen Brandschutzbauteilen. Diese Lösungsvorschläge sollen auf Leichtbauwände wie auch auf Massivbau anwendbar sein und die beiden Feuerwiderstandklassen EI30 und EI60 abdecken.

Unter Abschlussfronten werden Bauteile verstanden, welche als raumtrennende Elemente Wände bilden. Diese können einerseits mit geschlossenen Bauteilschichten, mit Türen versehen oder auch mit transparenten Bauteilschichten (Verglasungen) ausgebildet sein. Abschlussfronten haben in der Regel eine nichtragende Funktion, haben raumabschliessende und wärmedämmende Wirkung. Somit müssen sie die Kriterien EI erfüllen. Das Projekt B6 hat das primäre Ziel, für Türen und Gläser die entsprechenden Anschlüsse, Rah- menverbreiterungen, Oblichter, Seitenteile oder Wandteile zu entwickeln.

2 Marktanalyse und Normen-Auswirkungen

Obschon der Markt heute eine sehr breite Palette von geprüft und zugelassenen Türelementen anbietet, zeigt sich immer wieder, dass das Angebot sehr stark durch standardisierte Produkte bestimmt wird. Diese Produkte genügen in vielen Belangen den Anforderungen von Planerseite her nicht. Es müssen dann aufwändige Zulassungen im Einzelfall erarbeitet werden, die nur in diesem einen Objekt und nicht generell Anwendung finden. Verbindliche, variable Detaillösungen begründet auf Erkenntnissen aus einer Prüfserie, bringen der Holzbranche, aber auch der Brandschutzbehörde einen grossen Nutzen.

Die neue Prüfnorm EN 1634 hat auch in der Schweiz Fuss gefasst und wird von der EMPA in Dübendorf bei Brandprüfungen bereits mehrheitlich angewandt. In Europa herrschen trotz vereinheitlichten Brandschutznormen länderspezifische Zulassungsanforderungen. Die VKF ist bestrebt, dass die neuen Normen in allen Kantonen möglichst einheitlich eingeführt und umgesetzt werden können.

3 System-Entwicklung

Die einzelnen Bauteile (geprüfte Elemente) müssen vorgegebenen Kriterien entsprechen, damit diese in dieses System integriert werden können. Dabei sind Abmessungen, Material, Querschnitte usw. genau zu definieren. Dabei ist die Minimalabmessung zu defi- nieren. Bei grösseren Abmessungen ist bei der Detaillösung zu definieren, wie und wo die Masstoleranz anzupassen ist. Die rechtlichen Möglichkeiten für die Verbindlichkeit der Konstruktionen wurden mit den entsprechenden Stellen abgeklärt. Auf Grund der gesammelten Erkenntnisse, hat man ein Grundelement ermittelt, welches sich eignet, ein System aufzubauen. Ausschlaggebend waren die Variationsmöglichkeiten.

HOLZ 21› UND LIGNUM

BRANDSICHERHEIT UND HOLZBAU

ENTWICKLUNG II: ABSCHLUSSFRONTEN

4 Planen und prüfen von Bauteilen und Konstruktionen

In Zusammenarbeit mit VKF und EMPA wurde ein Prüfplan entwickelt und mit Partnern aus Gewerbe und Industrie die entsprechenden Lösungen konstruiert. Die ersten Brandversuche wurden in der EMPA durchgeführt und die Erkenntnisse für weitere Brandversuche im Rahmen des Prüfplans genutzt. Als Ergebnis der Arbeit sollen von der Holzbranche EI30 und EI60- Abschlussfronten mit einer Türe und Seiten- oder Oberteilen in Platten- oder Glaskonstruktion hergestellt werden können. Die nebenstehende Zeichnung ist ein Beispiel aus einer Vielfalt möglicher Konstruktionsvarianten.

Bis zur Inkraftsetzung der neuen Brandschutznorm sollen alle Brandversuche im Rahmen des B6 Holz21-Projektes abgeschlossen sein und später dem Holzgewerbe, aber auch der Brand- schutzbehörde mit VKF-Zulassung zur Verfügung stehen.

schutzbehörde mit VKF-Zulassung zur Verfügung stehen. Bild 1: Brandversuche an Türe mit Glaseinbau nach 36
schutzbehörde mit VKF-Zulassung zur Verfügung stehen. Bild 1: Brandversuche an Türe mit Glaseinbau nach 36

Bild 1:

Brandversuche an Türe mit Glaseinbau nach 36 Minuten

HOLZ 21› UND LIGNUM

BRANDSICHERHEIT UND HOLZBAU

ENTWICKLUNG III: HAUSTECHNIK UND ABSCHOTTUNGEN

Entwicklung III: Haustechnik und Abschottungen

Heinz Weber, Architekt HTL/STV ibe institut bau + energie ag, Bern

1 Einleitung

Die Prüfung und Klassierung von Bauteilen wird neu nach den Kriterien R (Tragfähigkeit), E (Raumabschluss) und I (Isolation) erfol- gen. Die Entflammung der Bauteile bildet dabei kein Klassierungskriterium mehr. Die Schweiz übernimmt damit zur Prüfung und Klassierung von Bauteilen die europäische Regelung. Die Anwendung wird hingegen nach wie vor durch die Länder - in der Schweiz durch die VKF, bzw. durch die Kantone - geregelt. Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Revision der Brandschutzvorschriften werden brennbare Bauteile bis zu einer Feuerwiderstandsdauer von 60 Minuten zugelassen. Dadurch werden in der Schweiz Tragwer- ke und Brandabschnitte aus Holz im mehrgeschossigen Bauen zur Anwendung freigegeben.

Grössere Bauten in Holz haben auch umfangreichere Haustechnikinstallationen zur Folge, die den Anforderungen an die Brandsicher- heit genügen müssen. Die dadurch notwendigen Durchdringungen von Leitungen durch brand-abschnittsbildene Bauteile erfordern entsprechend ausgebildete Abschottungen. Bis anhin wurden Abschottungen bei Installationsdurchdringungen durch Holzbaukonstruk- tionen nicht geprüfte. Die mit VKF-Zertifikat zugelassenen Abschottungssysteme basieren auf Prüfungen, die mit angrenzenden nichtbrennbaren Konstruktionen (Beton, Backstein, usw.) durchgeführt wurden. Die entsprechenden Prüfrichtlinien beruhen zur Zeit noch auf diesen Voraussetzungen.

2 Definition von Abschottungen

Bauliche Massnahmen, die eine Flammen- und Rauchausbreitung in leitungsführenden Schächten und Kanälen sowie bei Ausspa- rungen und Durchbrüchen für Leitungsverlegungen durch Wände und Decken verhindern.

für Leitungsverlegungen durch Wände und Decken verhindern. Bauteil: Dach, Decke, Wand Feuerwiderstand: R, REI, EI

Bauteil: Dach, Decke, Wand

Feuerwiderstand: R, REI, EI

Abschottung: Verschluss von Öffnungen

Installationen: Heizung, Lüftung, Kälte, Sanitär, Elektro

Abbildung 1

Abschottung eines Bauteils: Begriffe

3

Anforderungen an die Abschottungen

Aussparungen für Haustechnikinstallationen durch brandabschnittsbildende Bauteile dürfen den Feuerwiderstand des Bauteils nicht vermindern; das eingesetzte Abschottungssystem muss somit den gleichen Feuerwiderstand wie das Bauteil aufweisen. Wo Brandschutzanforderungen gestellt werden, wird in der Schweiz vom Abschottungssystem ein minimaler Feuerwiderstand von F30 verlangt.

Die Aussparungen müssen so klein wie möglich gehalten und nach der Montage der Leitungen einwandfrei abgeschottet sind werden. Dabei ist ein geprüftes Abschottungssystem oder nicht brennbares Material, wie Gips oder Zementmörtel zu verwenden.

Abstände von brennbaren Materialien werden überall verlangt, wobei eine Angleichung der schweizerischen an die europäischen Vorschriften festzustellen ist.

Am Beispiel eines Wanddurchbruches werden die fünf kritischen Bereiche aufgezeigt:

Feuerwiderstand des angrenzendes Bauteil

Übergang Bauteil – Schott

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ENTWICKLUNG III: HAUSTECHNIK UND ABSCHOTTUNGEN

Art des Schotts

Übergang Leitung – Schott

Leitung / Medium

Je nach den gestellten Anforderungen, die sich nach der Art, der Anzahl und Grösse der Leitungen bzw. Rohre richtet, sind unter- schiedliche Arten der Abschottungen zu wählen. Die Abschottungen können in die folgenden Bauarten eingeteilt werden:

Mörtelschott

Brandschutzkissen

Mineralfaserschott

Elementschott

Brandschutzdichtungsmassen

Brandschutzmanschette

Kleinschotts aus Blocken und Formteilen

Kombischott

4

Haustechnikinstallationen

Durch die Beschränkung der Haustechnikinstallationen auf einen Haupt-Brandabschnitt lassen sich Leitungsdurchdringungen vermei- den oder zumindest minimieren siehe Abb.2. Die häufigste Lösung ist die Erschliessung der Wohnungen oder Geschosse durch Installationsschächte die verschiedene Medien enthalten können.

die verschiedene Medien enthalten können. Abbildung 2 Erschliessungskonzept Haustechnik Abbildung 3

Abbildung 2

Erschliessungskonzept Haustechnik

können. Abbildung 2 Erschliessungskonzept Haustechnik Abbildung 3 Erschliessungssystem Installationskanal -schacht

Abbildung 3

Erschliessungssystem Installationskanal -schacht

5 Weitere Arbeiten

Basierend auf die im Holzbau umgesetzten Konzepte der Haustechnik werden Vorschläge für Abschottungssysteme ausgearbeitet. In Zusammenarbeit mit den Herstellern werden Lösungen für Abschottungen gesucht und soweit erforderlich geprüft, sodass eine Zulas- sung zur Anwendung im Holzbau durch die Brandschutzbehörden erreicht werden kann. Die Arbeiten bilden die Grundlagen für die Überarbeitung der LlGNUM/SIA Dok 83, Brandschutz im Holzbau, Kapitel Haustechnik, Installationsführung.

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Wege zur Qualitätssicherung

Urs Luginbühl, Dipl. Holzbauingenieur HTL Luginbühl Ingenieurbüro für Holzbau, Biel

WEGE ZUR QUALITÄTSSICHERUNG

1 Ausgangslage / Projektziel

Im Rahmen der letzten Vorschriften-Revision hat die VKF (Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen, Bern) ihre Normen und Richtlinien dahingehend geändert, dass in Zukunft Holzbauten gesamtschweizerisch auf der Stufe der Standardanforderungen je nach Nutzung bis zu sechs Geschossen zugelassen wird. Zusätzlich ergeben sich Neuerungen in der Bauteilklassierung, bei den Bauteilen der Feuerwiderstandsklassen 30 und 60, bei den Fassaden, bei den Schutzabständen und bei den Aussenwänden. Somit entstehen neue Anwendungsgebiete für das Holz. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass bezüglich Konstruktion, Erfahrung und Ausführung Neuland beschritten wird. Die VKF verlangt deshalb neben umfangreichen Entwicklungs- und Forschungsarbeiten auch den Aufbau einer wirkungsvollen Qualitätssicherung, damit das bis anhin hohe Sicherheitsniveau in der Schweiz beibehalten wird und die Grund- sätze des Brandschutzes, ein einwandfreier Personen- sowie angemessener Sachwertschutz, nicht beeinträchtigt werden.

Damit diese vorteilhafte Ausgangslage ideal genutzt und die Bedingungen des Gesetzgebers erfüllt werden können, hat die Lignum in das Projekt „Brandsicherheit und Holzbau“ das Projektsegment C „Ausbildung und Qualitätssicherung“ eingebettet. Das Hauptziel dieses Projektsegmentes ist, dass Holzbauten und -bauteile entsprechend den neuen geltenden Gesetzen, Verordnungen, Normen und Vorschriften geplant und erstellt werden.

2 Projektorganisation / Projektablauf

Im Auftrag der LIGNUM baut zur Zeit einen kleine Autorengruppe eine Qualitätssicherungssystem auf. Damit die Anliegen der ganzen Holzbauwirtschaft und der Behörden angemessen berücksichtigt werden, wurde je eine Begleitgruppe zusammengestellt. Die „Begleit- gruppe Branche“ und die „Begleitgruppe Behörde“ beurteilen regelmässig die Arbeiten der Autoren und bestimmen das weitere Vorgehen in diesem Teilprojekt.

Als Erstes wurde für das Projektsegment C eine Situationsanalyse respektive ein Grundlagenpapier erarbeitet. Auf der Basis dieses Dokumentes wurde bis Ende Oktober 2003 das System der Qualitätssicherung festgelegt und erste Ansätze für deren Umsetzung ausgearbeitet, welche nachfolgend kurz beschrieben werden. Beide Begleitgruppen haben die Resultate dieses Projektteil im Herbst 2003 einstimmig genehmigt. In den nächsten Monaten wird nun an der Umsetzung weiter gearbeitet, so dass erste konkrete Lösungen im März 2004 den Begleit- gruppen präsentiert werden können.

3 Ansatz für ein QS-System

In Anbetracht der Situation im Bauwesen kann mit den bestehenden QS-Systemen die Brandsicherheit der Bauten nicht in allen Fällen mit Gewähr erreicht werden. Daher haben sich die Autoren entschieden ein neues spezifisches System aufzubauen, welches sich jedoch punktuell auf bestehende Systeme abstützt.

Im Grundsatz wird eine Qualitätssicherung für alle Holzbauten und Holzbauteile, welche einen Feuerwiderstand erfüllen müssen, auf- gebaut. Das System soll sowohl für reine Holzbauten als auch für Holzbauteile innerhalb eines Gebäudes anderer Bauart eingesetzt werden können.

Das aufzubauende QS-System muss äusserst flexible konzipiert sein, damit es auf die zahlreichen verschiedenen Situationen ange- messen und trotzdem wirksam eingehen kann. Um dies zu erreichen wurde in Abhängigkeit des Schwierigkeitsgrades und der Nutzung eines Gebäudes vier verschiedene Qualitätssicherungsstufen festgelegt. Die Stufen sind mit den Abkürzungen Q1, Q2, Q3 und Q4 bezeichnet. Die Bezeichnungen werden aufsteigend eingesetzt. Q1 beinhaltet somit die minimalen Anforderungen, Q4 ist die höchste Stufe.

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WEGE ZUR QUALITÄTSSICHERUNG

In der nachfolgenden Tabelle wird die übliche Einteilung der Bauten entsprechend der Nutzung, der Geschosszahl und der Fläche dargestellt. Die Einteilung ist als Empfehlung zu verstehen. Die Behörden können in Abhängigkeit von zusätzlichen objektspezifischen Kriterien (Standort, Grösse, Zugänglichkeit etc. analog zum prArt. 9 der Brandschutznorm 2003) andere QS-Stufen festlegen.

Nutzung / Anzahl Geschosse

1

2

2

3

4

5-6

(A£600m 2 )

(A>600m 2 )

Wohnbauten EFH / REFH

Q1

Q1

Q1

Q1

Q1

Q1

Wohnbauten MFH / Bürobauten / Schulbauten

Q1

Q1

Q2

Q2

Q3

Q4

Industrie- / Gewerbebauten q bis 1000 MJ/m 2

Q1

Q1

Q2

Q2

Q3

Q4*

Industrie- / Gewerbebauten q über 1000 MJ/m 2

Q1

Q2

Q2*

Q2*

kH

kH

Beherbergungsbetriebe a (Krankenhäuser)

Q3

kH

kH

kH

kH

kH

Beherbergungsbetriebe b (Hotels)

Q2

Q2*

Q3*

Q3*

kH

kH

Verkaufsgeschäfte (Verkaufsfläche £ 1200m 2 und Personenbelegung < 100 P)

Q1

Q1

Q2

kH

kH

kH

Verkaufsgeschäfte (Verkaufsfläche > 1200m 2 oder Personenbelegung 100 P)

Q1

Q2

Q2

kH

kH

kH

Bauten mit Räumen mit grosser Personenbelegung

Q1

Q2

Q2

kH

kH

kH

Parkhäuser / Einstellräume für Motorfahrzeuge

Q1

Q1

Q2

Q2

Q3

Q4*

Objektbezogene Brandschutzkonzepte (nach Art. 11)

 

individuelle objektbezogene Festlegung

 

*

Holzbau mit Sprinklerkonzept kein Holzbau im Rahmen eines Standardkonzeptes

 

kH

Tabelle1:

Empfehlung der QS-Stufen in Abhängigkeit der Nutzung, der Geschosszahl und der Fläche

Für die Stufen Q1 bis Q4 werden spezifische Anforderungen und QS-Massnahmen festgelegt, womit die Qualitätssicherung in Abhän- gigkeit der Komplexität der Bauaufgabe in angemessenem Aufwand erbracht werden kann.

Damit das QS-System in der Praxis auch zur Umsetzung kommt, werden neben den minimal erforderlichen Kontrollen, gezielte Hilfs- mittel für die Planung und Umsetzung von Holzbauten und Holzbauteilen erarbeitet. Dafür wurden folgende Schwerpunktsthemen festgelegt:

Regelung der Aufgaben und Zuständigkeiten

Prozessorganisation

Organisatorische Hilfsmittel (Checklisten, Protokolle etc.)

Technische Merkblätter und Dokumentationen

Die organisatorischen Hilfsmittel werden bezüglich Struktur und Begriffdefinition kompatibel zu den neuen Norm und Richtlinien gestal- tet. Durch entsprechende Verweise werden die Anwender in den sehr umfangreichen Normen und Richtlinien sehr raschen die benötigten Artikel und Ziffern finden. So wird die Qualitätssicherung in weiten Bereichen keinen Mehraufwand sondern eher eine Un- terstützung für die Planenden und Ausführenden von Holzbauten darstellen.

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ENTWICKLUNG IV: FASSADEN

Entwicklung IV: Fassaden

Reinhard Wiederkehr, Dipl. Holzbauingenieur HTL/SISH Makiol + Wiederkehr, Dipl. Holzbau-Ingenieure HTL/SISH, 5712 Beinwil am See

1 Ausgangslage

Die Holz-Aussenverkleidung erlebt eine Renaissance und wird vermehrt angewendet. Allerdings können die Brandschutzbehörden heute vollflächige Holz-Aussenverkleidungen nur bei Gebäude mit max. 2 Vollgeschossen bewilligen.

Die Behörden (Vernehmlassung VKF-Brandschutzvorschriften 2003) haben in Aussicht gestellt, dass sie Holzfassaden neu bis drei Geschosse ohne Einschränkungen und im Bereich von 4 bis 8 Geschosse mit speziellen Schutzmassnahmen künftig zulassen.

2 Ziel

Ziel des Projektes “Brandschutz bei Holzfassaden“ ist es, Grundlagen, Massnahmen und Konzepte für mehrgeschossige brand- schutztechnisch optimierte Holz-Aussenwandbekleidungen zu erarbeiten. Hauptfokus sind Holzfassaden an Gebäuden mit 4 bis 6 Geschossen.

Die Erkenntnisse dieses F+E-Projektes werden in einem eigenen Kapitel der neuen SIA/Lignum Dokumentation “Brandschutz im Holz- bau“ für die Praxis aufgearbeitet.

3 Projektgliederung

Die Bearbeitung des Projektes B3 „Brandschutz bei Holzfassaden“ erfolgt in vier Hauptbereichen:

Grundlagen

- Brandszenarien an der Gebäudeaussenwand

- Definition von Fassadentypen

- Gestaltungs- und Konstruktionsmöglichkeiten mit Holz

- Schutzzieldiskussion

- Festlegung von Prüfanordnungen und -programmen

Experimentelle Untersuchungen im Grossmassstab („large scale“) an der MFPA Leipzig

Naturbrandversuche („full scale“) in Merkers

Umsetzung für die Praxis

- Auswertung der Versuchsresultate

- Erstellen einer technischen Dokumentation für die Praxis

- Einbindung in die Brandschutzvorschriften bzw. Akzeptanz durch die Brandschutzbehörden

4

Projektbeteiligte

-

Makiol + Wiederkehr, Dipl. Holzbau-Ing. HTL/SISH, CH-5712 Beinwil am See

Reinhard Wiederkehr (Projektleitung), Beat Bart

-

MFPA Leipzig, Gesellschaft für Materialforschung und Prüfungsanstalt für das Bauwesen Leipzig GmbH, D-04319 Leipzig

Ingolf Kotthoff, Daniel Kehl

-

SH-Holz, Schweizerische Hochschule für die Holzwirtschaft, Abteilung F + E, CH-2504 Biel

Daniel Schild, Hanspeter Kolb, Jan Hamm

-

Ingenieurbüro für Brandschutz an Fassaden, D-04105 Leipzig

Ingolf Kotthoff

Fachliche Projektbegleitung

-

VKF, Vereinigung Kant. Feuerversicherungen, CH-Bern

Hans Schneeberger, AVA,

-

ETH, Eidg. Technische Hochschule, CH-Zürich

Abteilungsleiter Brandschutz, CH-Aarau Mario Fontana

-

Josef Kolb AG, CH-Uttwil

Josef Kolb

-

Fachausschuss „Brandschutz im Holzbau“, Lignum/VKF/SIA

Lignum, CH-Zürich

5

Konstruktive und holzbautechnische Grundlagen

Die gestalterischen, konstruktiven und holzbautechnischen Grundlagen gliedern sich in folgende Bereiche:

Fassadtypen Gestützt auf Zusammenstellungen von ausgewählten, gebauten Objekten werden 9 Fassadentypen definiert.

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ENTWICKLUNG IV: FASSADEN

Gruppierung von Holz-Aussenwandverkleidungen Aus der Vielfalt der konstruktiven Möglichkeiten bezüglich Holzanwendung
Gruppierung von Holz-Aussenwandverkleidungen
Aus der Vielfalt der konstruktiven Möglichkeiten bezüglich Holzanwendung an der Aussenwand werden 2 Hauptgruppen gebildet.
- Schalungstypen horizontal
- Schalungstypen vertikal
Definition und Anforderungen bezüglich der Aussenwand
Im Projekt wird das Brandverhalten von Holzaussenwandverkleidungen untersucht.
Eine Aussenwandverkleidung ist auf eine Aussenwand montiert.
An die Aussenwand gelten folgende minimalen Anforderun-
gen:
- Die Aussenwandkonstruktion hat einen Gesamtfeuerwi-
derstand von mindestens
30 Minuten.
- Die Aussenwand ist aussen durch eine harte, geschlos-
sene, nichtbrennbare Schicht
(min. BKZ 6q.3) abgeschlossen.
- Eine Kombination von einer brennbaren Platte mit einer
Steinwollüberdeckung ist möglich.
6
Versuchsprogramm

Das Versuchsprogramm der Grossbrandversuche an der MFPA in Leipzig und der Naturbrandversuche in Merkers wurde so festge- legt, dass möglichst viele der konstruktiven und gestalterischen Varianten der Fassadentypen sowie der Holzbaumöglichkeiten abgedeckt sind. Eine Serie von B2-Prüfungen gemäss DIN 4102-1 (Kleinbrennertest), dient als Ergänzung zu den Gross- und Naturbrandversuchen, für die Abklärung des Einflusses eines unterschiedlichen Brandverhaltens von Holzarten und Beschichtungssystemen.

7 Experimentelle Untersuchungen im Grossmassstab („large scale“) an der MFPA Leipzig

Auf der Basis der Ergebnisse der Kalibrierungsversuche wurde an der MFPA Leipzig ein Fassadenprüfstand errichtet. Die Wand des Versuchsstandes besteht aus Kalksandstein. Auf diesem Untergrund wurde zur Erleichterung der Montage der Holzschalungen eine massive Holzplatte in 60 mm Dicke befestigt, die wiederum mit einer 15 mm dicken, nichtbrennbaren Fermacell HD-Platte beplankt wurde. Der Versuchstand hat eine Gesamthöhe von 8,30 m und erlaubt damit die Bewertung der Brandausbreitung über 4 Geschosse. Insgesamt werden im Programm 20 bis 25 Grossbrandversuche durchgeführt.

Als Beispiel der bis heute durchgeführten 16 Versuche ist auf der folgenden Seite die Kurzzusammenfassung des Versuches V7 dar- gestellt.

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ENTWICKLUNG IV: FASSADEN

B RANDSICHERHEIT UND H OLZBAU E NTWICKLUNG IV: F ASSADEN ‹ HOLZ 21› UND L IGNUM

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BRANDSICHERHEIT UND HOLZBAU

ENTWICKLUNG IV: FASSADEN

8 Naturbrandversuche („full scale“) in Merkers

Die Naturbrandversuche wurden in einem, zum Abriss bestimmten, Wohngebäude in Beton-Plattenbauweise in Merkers (Thüringen) durchgeführt. Das viergeschossige, 14,5 m hohe Gebäude hat eine Länge von 40,2 m und eine Breite von 10,0 m. Die Versuche hatten das Ziel, die Ergebnisse der großmaßstäblichen Brandversuche in der MFPA Leipzig bei Anwendung praxisübli- cher Brandlasten und Brandszenarien unter natürlichen Witterungsbedingungen an einem realen Gebäude zu validieren. Untersucht werden soll das Brandverhalten mehrgeschossiger, vollflächig applizierter Holzschalungen bei einer Brandbeanspruchung von aussen am Fassadensockel und einer Brandbeanspruchung von innen durch einen Raumbrand in einem, an die Fassade grenzenden Raum mit geöffnetem Fenster. In einem weiteren Versuch soll die mögliche Beeinflussung des Brandverhaltens einer Holzschalung durch Holzbalkone untersucht werden. Die Längsfassade wurde in drei gleichgroße Bereiche mit einer Länge von jeweils 13,4 m geteilt und vom Boden bis zum Dachrand (4 1/2 Geschosse) über eine Höhe von 13,7 m mit unterschiedlichen Holzschalungen bekleidet. Zusätzlich erfolgte die vollständige Be- kleidung eines Giebels, vor den 5 übereinander liegende Holzbalkone montiert werden.

den 5 übereinander liegende Holzbalkone montiert werden. Versuchsgebäude in Merkers; mit Holz verkleidet

Versuchsgebäude in Merkers; mit Holz verkleidet

werden. Versuchsgebäude in Merkers; mit Holz verkleidet Schadensbilder nach den Brandversuchen 9 Weiteres Vorgehen

Schadensbilder nach den Brandversuchen

9 Weiteres Vorgehen

Versuchsprogramm Nach dem Abschluss der Naturbrandversuche in Merkers werden im November und Dezember 2003 weitere Grossbrandversuche an der MFPA in Leipzig durchgeführt. Da verschiedene Industriepartner interessiert sind zusätzliche, produktespezifische Abklärungen zu finanzieren, wird das Versuchsprogramm im Januar 2004 erweitert. Die bisher durchgeführten Versuche zeigen eindeutig, dass einzig Brennbarkeit (Entflammbarkeit) als Baustoffeigenschaft einer Holz- Aussenwandverkleidung nicht das massgebende Kriterium bezüglich des Brandverhaltens von Holz an der Aussenwand ist. Der gröss- te Einfluss bezüglich einer möglichen Brandweiterleitung an der Aussenwand resultiert aus der Konstruktion der Aussenwand. Richtig konstruierte Aussenwände in Holzbauweise können die für die Schweiz festgelegten Schutzziele und Bewertungskriterien der Brandversuche erfüllen.

Holzbautechnische Umsetzung Das Kapitel „Fassaden“ in der neuen SIA/Lignum Dokumentation “Brandschutz im Holzbau“ soll für den Anwender ein einfach zu handhabendes Arbeitsmittel darstellen, mit dem er die gewünschte Holzfassade brandschutztechnisch, den Vorschriften entsprechend, gestalten kann. Es wird aus zwei Hauptteilen bestehen: einem allgemeinen Teil sowie einem Konstruktionskatalog, der das Werkzeug für die brandschutztechnische Optimierung der Fassade bildet.

Akzeptanz durch die Brandschutzbehörden In der Schweiz sind während der Vernehmlassung für die neuen VKF-Brandschutzvorschriften 2003 die Grundlagen für die Holzan- wendung geschaffen worden. Die positiven Erkenntnisse des Versuchsprogramms sollten von den Brandschutzbehörden akzeptiert werden und eine Holzanwendung an der Aussenwand auch bei Gebäuden mit mehr als drei Geschossen ermöglichen. Die notwendi- gen, technischen Anwendungsdokumente müssen aber durch die Holzbranche zur Verfügung gestellt werden.

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