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D 8512

47. Jahrgang

Nr. 8

Montag, 28. Februar 2011

eiNsatz

Glied der Rettungskette

8 Montag, 28. Februar 2011 eiNsatz Glied der Rettungskette Die in Nordafghanistan eingesetz- ten MedEvac-Hubschrauber

Die in Nordafghanistan eingesetz- ten MedEvac-Hubschrauber stehen rund um die Uhr in Bereitschaft, um Verwundeten und Verletzten zur Hilfe zu kommen. Seiten 8/9

stReitkRäFte

Schutz des Baltikums

zu kommen. Seiten 8/9 stReitkRäFte Schutz des Baltikums Die Luftwaffe hat sechs Kampf- flugzeuge vom Typ

Die Luftwaffe hat sechs Kampf- flugzeuge vom Typ F4-F „Phantom“

nach Siauliai in Littauen verlegt, um von dort den baltischen Luftraum zu

Seite 12

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um von dort den baltischen Luftraum zu Seite 12 sichern. Home p a g e der

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Bundeswehr auf Twitter: www.twitter.com/bundeswehrrss B u n deswe hr-F otos au f fli c kr:

Bundeswehr-Fotos auf flickr:

Die letzte Ehre erwiesen

Die Bundeswehr nimmt Abschied von den in Afghanistan gefallenen Soldaten.

Mandt/IMZ
Mandt/IMZ

abschied nehmen: bewegende trauerfeier für die drei gefallenen soldaten in der stadtpfarrkirche in Regen.

von Jörg Briedigkeit minister Karl-Theodor zu Gutten- berg, der Generalinspekteur der

Regen. Rund 650 Angehörige, Kameraden, Freunde und Trauer- gäste waren am vergangenen Frei-

tagnachmittag in die Stadtpfarr- Die Anteilnahme war auch in der

kirche Sankt Michael von Regen gekommen, um Abschied zu nehmen – Abschied von Hauptfeldwebel Georg Missulia, Stabsgefreiter Konstantin Menz und Hauptgefrei- ter Georg Kurat, deren Leben am 18. Februar durch einen tückischen und unerwarteten Angriff in der Provinz Baghlan in Nordafghanistan

viel zu früh endete. Umzug wurde abgesagt. und 22 Jahre alten

sie dabei ihre eigene Zukunft, und das in einem Augenblick, als sie am wenigsten damit gerech- net haben.“ Was am 18. Februar

Bundeswehr, General Volker Wie- ker sowie zahlreiche Politiker von

Bund und Land. geschah, könne man auch heute

immer noch nicht wirklich begrei- fen. „Nicht mit dem Verstand, und erst recht nicht mit dem Herzen“, so der Minister. Ein Angehöriger der afghanischen Streitkräfte, sonst zum äußeren Schutz des Lagers eingesetzt, feuerte aus kurzer Ent- fernung auf die Soldaten. Für den 30-jährigen Hauptfeldwebel kam jede Hilfe zu spät, die beiden 21

Mannschafts-

soldaten erlagen noch am selben Tag ihren schweren Verletzungen. Sechs weitere Kameraden wurden zum Teil schwer verwundet. Diese Tat dürfe aber nicht das Vertrauen zerstören und so die guten Perspekti- ven für eine sichere Zukunft gefähr-

den, sagte Guttenberg. Das sei man allen Soldaten im Einsatz schuldig.

Krieg, um dort den Frieden zu sichern, um den Aufbau voranzu- bringen. Sie wollten helfen, den Menschen in Afghanistan den Weg in eine bessere Zukunft zu berei- ten“, sagte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in sei- ner Trauerrede. „Verloren haben

Garnisonstadt im Bayerischen Wald überwältigend. Auf dem Stadtplatz verfolgten zahlreiche Bürger, die keinen Platz mehr in der Stadtpfarr- kirche gefunden hatten, die Trauer- feier auf großen Videoleinwänden. Viele trugen sich zuvor in den aus- liegenden Kondolenzbüchern ein, der für Faschingssonntag geplante

Die Gefallenen waren Angehö- „Sie waren in Afghanistan, im

rige des Panzergrenadierbataillons 112 in Regen und seit Oktober ver- gangenen Jahres in Afghanistan in der 2. Kompanie des Ausbildungs- und Schutzbataillons Mazar-e Sharif eingesetzt. Unter den Trau- ergästen waren auch Bundeskanz- lerin Angela Merkel, Verteidigungs-

2 aktuell

INTERN

28. Februar 2011

ZITAT

„Es kommt nicht darauf an, wie viele Pommes in der Tüte sind – sondern darauf, dass man am Ende satt ist.“

Cebit-Chef Frank Pörschmann zur Frage, ob sich der Erfolg der Computermesse an der Zahl der teilnehmenden Aussteller messen lässt. Aus seiner Sicht ist Summe der Geschäftskontakte mit neuen Kunden wichtiger.

KALENDERBLATT

Vor 10 Jahren. Am 4. März 2001 sprechen sich die Schweizer per Volks- entscheid mit rund 77 Prozent gegen einen Beitritt zur Europäischen Union aus.

Vor 20 Jahren. Am 28. Februar 1991 beginnt Premiere als erstes deutsches Bezahlfernsehen mit der Sendeausstrahlung.

Vor 50 Jahren. Am 1. März 1961 verkündet US-Präsident John F. Ken- nedy die Einrichtung eines Friedenskorps, das Entwicklungsländer beim wirtschaftlichen Aufbau unterstützen soll.

Vor 110 Jahren. Am 1. März 1901 nimmt die Wuppertaler Schwebe- bahn auf der ersten Teilstrecke Zoologischer Garten – Kluse den Fahr- betrieb auf.

Vor 140 Jahren. Am 3. März 1871 findet die Wahl zum ersten Deutschen

(eb)

Reichstag statt. Die Nationalliberalen werden stärkste Partei.

EDITORIAL

Die Nationalliberalen werden stärkste Partei. EDITORIAL Abschied nehmen hieß es in der vergangenen Woche von drei

Abschied nehmen hieß es in der vergangenen Woche von drei Sol- daten – gefallen am 18. Februar in der nordafghanischen Provinz Baghlan (S. 1). Ein schmerzlicher Verlust für die Angehörigen, aber auch für die Kameraden vor Ort und in der Heimat. Dieses Mal waren die Umstände allerdings anders. Denn die töd- lichen Schüsse fielen nicht in einem Gefecht mit Aufständischen, son-

dern im Lager. Geschossen hat Dieses Konzept scheint der ein-

einer, der künftig selbst für die Sicherheit mitverantwortlich sein sollte – ein Soldat der Afghan Natio- nal Army (ANA). Dieser versuchte, das gewachsene Vertrauen zwischen ISAF und afghanischen Sicherheits- kräften zu zerstören und so das ISAF-Konzept des Partnering in

Frage zu stellen. treiben. Wir machen weiter, das

sind wir den Gefallenen schuldig“, sagte der Kommandeur des Regio- nalkommandos Nord, Generalma- jor Hans-Werner Fritz.

Ziel von ISAF ist es, die afgha- nischen Sicherheitskräfte dazu zu befähigen, auf absehbare Zeit die Verantwortung für die Sicherheit in ihrem Heimatland selbst zu über- nehmen. Im Rahmen des Partne- rings gehen deshalb Kräfte von

zig erfolgversprechende Ansatz für die Stabilisierung Afghanistans zu sein, bindet es doch die Afghanen mit ein. Deshalb darf es zu keinem Bruch zwischen ISAF und ANA kommen. „Diese Tat wird keinen Keil zwischen deutsche Soldaten und afghanische Sicherheitskräfte

ISAF Seite an Seite mit Sol- daten der ANA gegen die Auf- s t ä n d i s c h e n vor. Und hierbei wird besonde- rer Wert darauf gelegt, dass alle Operationen ein „afghanisches Gesicht“ haben, um so die Akzeptanz der Bevölkerung zu gewinnen.

Jörg Briedigkeit Stellvertretender Chefredakteur

BILD DER WOCHE

Jason J./PIZ MeS
Jason J./PIZ MeS

In Mazar-e Sharif: Soldaten und Polizisten nehmen Abschied von im Bereich des Regionalkommandos Nord gefallenen Soldaten (S. 1).

28. Februar 2011

H intergrund

aktuell

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Partnering wird fortgesetzt

Generalmajor Markus Kneip ist neuer Kommandeur des Regionalkommandos Nord in Mazar-e Sharif.

Mazar-e Sharif. Wechsel an der Spitze des Regionalkomman- dos Nord in Mazar-e Sharif: Der Befehlshaber des Einsatzführungs- kommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Rainer Glatz, über- trug am vergangenen Donnerstag das Kommando von Generalmajor Hans-Werner Fritz an Generalmajor Markus Kneip. aktuell sprach mit dem neuen Regionalkommandeur über die derzeitige Lage und die Zukunft Nordafghanistans.

Herr General, seit Dezember 2008 sind Sie Kommandeur der 1. Panzerdivision. Seit vergangener Woche führen Sie in Nordafgha- nistan eine multinationale Truppe mit rund 11 000 Soldaten und koordinieren die Arbeit mit wei- teren etwa 25 000 afghanischen Soldaten und Polizisten. Was hat sich für Sie im täglichen Dienst verändert? Vieles ist vergleichbar mit meiner Arbeit zu Hause: sich um die Men- schen kümmern, führen, informie- ren, Verantwortung übernehmen, um Vertrauen werben. Aber die Dimension der Aufgabe ist natürlich deutlich anders. Dazu kommt die vorhandene Bedrohung. Ich führe multinationale und nationale Trup- pen im Einsatz, im Kampf. Dies ist eine riesige und unvergleichliche Verantwortung.

Welche Aufgaben warten auf Sie als Kommandeur des Regio- nalkommandos Nord? Ich bin militärischer Führer aller mir unterstellten Soldaten, ein- schließlich der US-Kräfte. Mit den internationalen und afghanischen militärischen und zivilen Partnern gilt es sich eng abzustimmen, den Weg gemeinsam zu planen und zu beschreiten. Wir sind mit unseren afghanischen Partnern verantwort- lich für die Sicherheit im Norden Afghanistans. Unser gemeinsames Ziel ist die Stabilisierung und weitere Verbesserung der Sicherheitslage. Wenn nötig, bedeutet dies Kampf. Auf deutscher Seite bin ich als Kontingentführer verantwortlich für alle in Afghanistan eingesetz- ten deutschen Soldaten.

Johnston
Johnston

Symbolische Kommandoübergabe: generalmajor Markus Kneip (M.) übernimmt die Aufgaben des regionalkommandeurs nord.

Und wo sehen Sie Ihre größten

ner wird brutal und unberechenbar

Handlungsfelder? zurückschlagen wollen.

Das Zusammenwirken (Partne-

ring) mit den afghanischen Sicher- Afghanistan ist für Sie kein

heitskräften wollen wir intensivieren, um dadurch die Sicherheitslage wei- ter zu stabilisieren. Der Aufwuchs der afghanischen Sicherheitskräfte ist fortzusetzen und eng zu beglei- ten. Die Abstimmung der vielen Aktivitäten im Norden Afghanistans, vom Kampf, der Qualifizierung von Sicherheitskräften und dem Beitrag

zum Wiederaufbau bis zum Regie- Meine erste Zeit hier als Kom-

mandeur war Pionierarbeit im wahrsten Sinne des Wortes. Wir gingen erstmals aus Kabul heraus in die Fläche des Landes, erste Bezie- hungen wurden geknüpft. Der Auf- bau von Armee und Polizei begann. Seitdem haben sich unsere Fähig- keiten und die unserer Partner deut- lich weiter entwickelt. Leider ist

Lage in Afghanistan ein? auch die Bedrohung gestiegen.

Meine Erfahrungen von damals haben mich gelehrt, mit Respekt an eine solche Aufgabe heranzu- gehen. Ich will die Erfahrungen meiner Soldaten nutzen, mich auf sie abstützen und aufmerksam darauf hören, was die afghanischen Menschen von uns erwarten.

rungshandeln des Landes habe ich mir fest vorgenommen. Ich will zudem besonders die Kommuni- kation mit der Bevölkerung vor Ort suchen. Mit meinen Soldaten will ich stets engen Kontakt hal- ten.

Neuland. Bereits 2006 waren Sie der erste Kommandeur des damals neuen Regionalkommandos Nord in Mazar-e Sharif. Was verbindet Sie mit diesem Land und können Sie Ihre damals gewonnenen Erfahrungen jetzt einbringen oder hat sich das Land zu stark verändert?

Wie schätzen Sie die derzeitige

Wir haben im Norden Fortschritte erzielt. In einigen Distrikten hat sich die Sicherheitslage verbessert, in vielen anderen Bereichen ist es wei- ter sehr gefährlich. Unsere Vorgänger haben gute Arbeit geleistet. Wir wol- len dies ausbauen. Wir werden sehen, was im Frühjahr geschieht, der Geg-

Was ist Ihre größte persönliche Herausforderung? Es kommt mir besonders darauf an, bei den vielen deutschen Kontin- gentangehörigen sowie den vielen Nationen, die bei uns vertreten sind, und angesichts der hohen Bela- stungen den Einzelnen nicht aus den Augen zu verlieren. Wir müs- sen aus der Aufgabe und aus dem Team heraus die Kraft für die Auf- gabenbewältigung schöpfen. Selbst in schwierigen Situationen gilt es, vorne zu stehen, Vorbild und guter Kamerad zu bleiben.

Wenn Sie einen Blick in die Zukunft wagen: Wo sehen Sie (Nord-)Afghanistan in einem Jahr? Ich bin realistisch und zugleich davon überzeugt, dass unser Auf- trag wichtig für die Zukunft der Menschen in Afghanistan ist. Wir wollen die gute Arbeit unserer Vorgänger fortsetzen und haben den festen Willen, auch unseren Nachfolgern mit gutem Gewissen die Verantwortung zu übertragen. Als Realist erwarte ich eine starke Gegenwehr der Insurgenten, die sich sowohl gegen uns als auch vor allem gegen die Afghanen selbst richten wird.

Die 1. Panzerdivision ist derzeit Leitdivision für die Auslandsein- sätze und stellt ein Jahr lang Per- sonal in Afghanistan und auf dem Balkan. Ist der Auslandseinsatz des Divisionskommandeurs dann eine logische Folge oder nur ein Zufall? Es ist für mich als Komman- deur eine Ehre, aber auch eine Verpflichtung, mit meinen Sol- daten nach intensiver Vorberei- tung gemeinsam diese Aufgabe zu übernehmen. Zu Hause stütze ich mich ab auf mein gutes Team „Heimat“. Ganz klar, ich gehöre dorthin, wo meine Soldaten sind und der Auftrag schwer ist. Ver- antwortung im Kampf zu tragen für unsere Soldaten und Angehö- rige anderer Nationen ist zudem eine besondere Verpflichtung.

Die Fragen stellte Jörg Briedigkeit.

4 aktuell

MIN ISTERIUM

28. Februar 2011

Militärbischof ernannt

Rom/Berlin. Papst Benedikt XVI. hat am vergangenen Donnerstag den Bischof von Essen, Franz- Josef Overbeck, zum Katholischen Militärbischof für die Bundeswehr ernannt. Diese Ernennung erfolgte gemäß der Bestimmung des Reichs- konkordates im Einvernehmen mit der Bundesregierung. Damit tritt er die Nachfolge von Bischof Walter Mixa an. Overbeck ist damit der sechste katholische Militärbischof der Bundeswehr. (eb)

Werbung für den Dienst

Berlin. Durch die Aussetzung des Grundwehrdienstes erhält die externe Personalgewinnung insbe- sondere für die Laufbahnen der Mannschaften eine höhere Bedeu- tung. Deshalb hat das Verteidigungs- ministerium entschieden, in meh- reren Phasen bis Dezember dieses Jahres für den Arbeitgeber Bun- deswehr zu werben. Zunächst wer- den mit Radio- und Fernsehspots unter anderem bei Radio Hamburg, HitRadio Antenne, RPR1 sowie bei Kabel 1 und Pro Sieben geschal- tet. Ergänzend hierzu werden auch Anzeigen veröffentlicht in Print- und Onlinemedien wie beispiels- weise bei Bild, Bild am Sonntag und www.bild.de. Weitere regio- nale Medien kommen hinzu. (eb)

Kulinarischer Dank

Berlin. Zwei Goldmedaillen und Rang drei in der Gesamtwertung haben die Soldaten der Kochnatio- nalmannschaft der Bundeswehr bei der Koch-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr gewonnen. Nun empfing am vergangenen Donners- tag der Parlamentarische Staats- sekretär Thomas Kossendey (M.) die elf Köche in Berlin. „Sie sind ein kulinarischer Botschafter der Bundeswehr in der ganzen Welt“, betonte Kossendey. (sja)

Bienert/IMZ
Bienert/IMZ

Neue Struktur im Blick

Tagung der militärischen Gleichstellungsbeauftragten der Bundeswehr.

Berlin. Die Strukturreform und hier speziell ihre Auswirkungen auf die Streitkräfte standen im Mittelpunkt der sechsten Gesamt- tagung der militärischen Gleich- stellungsbeauftragten der Bundes- wehr in Berlin. „Es liegt mir viel daran, mit Ihnen im Gespräch zu bleiben“, betonte der Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Walther Otremba, am vergangenen Dienstag vor mehr als 30 Teilneh- merinnen. „Wir erwarten sicher nicht, dass auf der Tagung alle Fragen abschlie- ßend beantwortet werden“, hatte die militärische Gleichstellungs- beauftragte im Verteidigungsmi- nisterium, Oberleutnant Mona Stu- ber, bereits im Vorfeld der von ihr organisierten Veranstaltung erklärt. Vielmehr sei der Dialog das Ziel. Otremba sprach die wichtigsten Punkte der Neuausrichtung an. 2011 werde ein Jahr der Gestaltung – der Umbau der Bundeswehr von der Wehrpflicht- zu einer Freiwil- ligenarmee beginne. „Wenn alle mitgestalten, haben wir Erfolg“, unterstrich er. „Ihrer Aufgabe als Multiplikatoren, die in die Truppe hineinwirken, komme in dieser Phase eine besonders wichtige Rolle zu“, so Otremba. Derzeit befassen sich die Betei- ligungsgremien mit den Vorschlä- gen für die Neugestaltung, die der Arbeitsstab Umbau der Bundes- wehr (ASUBw) am 7. Februar vor-

Leopold/Bundeswehr
Leopold/Bundeswehr

Erläuterte den Stand der Strukturreform: Staatssekretär Walther Otremba (l.) bei der Tagung der Gleichstellungsbeauftragten.

gestellt hat. Das Grundkonzept ist bekannt und Grundlage für die Ent- scheidung des Ministers, die Mitte März erwartet wird, sagte Otremba. Zu Beginn gehe es um die Umge- staltung des Ministeriums. „Die Treppe wird von oben gekehrt“, so der Staatssekretär. Dann schließen sich die Streitkräfte an. Ziel soll es

sein, mehr Indianer und weniger Dies sei bis Mitte des Jahres anvi-

Häuptlinge zu haben. Es gehe vor allem aber darum, allen Beteiligten einen verlässlichen Planungsrah- men aufzuzeigen. Explizit sprach Otremba die Personalgewinnung

an, „eine Herkulesaufgabe“. tisierte er Aspekte zur Steigerung

der Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr. Weiterhin ging es um die Bedeutung der Frauen in den Streitkräften sowie die Vereinbar- keit von Familie und Dienst. (pau)

siert. „Ein sportlicher Zeitplan“, so Otremba, der die Anwesenden aufforderte, den Gesamtprozess durch offene Kommunikation zu begleiten. Darüber hinaus thema-

der Streitkräfte verbindlich festste- hen. Daraus resultierend müssten die Finanzmittel klar sein und erst dann könne ein entsprechend auf verbindlichen Rahmenbedin- gungen basierendes Stationierungs- konzept erarbeitet werden, umreißt der Staatssekretär das weitere Vor- gehen.

Antworten auf die Frage, welche Auswirkungen die Reform auf die Standorte der Bundeswehr hat, seien derzeit besonders gewünscht. Doch zunächst müsse die genaue Größe

Aus europäischer Sicht

Gödöllö. Das informelle Tref- fen der EU-Verteidigungsminister in Gödöllö bildete den offiziellen Auftakt der ungarischen EU-Rats- präsidentschaft im Bereich der Gemeinsamen Sicherheits- und Ver- teidigungspolitik (GSVP). In Ver- tretung des Verteidigungsministers, der durch Termine in Berlin gebun- den war, nahm der Parlamentarische Staatssekretär Christian Schmidt in der vergangenen Woche an dem

zweitätigen Treffen teil. Weiteren wurde die EU-Opera-

Die zwischen Ratspräsident- schaft und der Hohen Vertreterin

Sicherheitspolitik, Catherine Ashton, abgestimmte Agenda umfasste die drei Oberthemen:

für die Gemeinsame Außen- und Am zweiten Tag des Treffens

standen bei den militärischen Fähigkeiten der EU die Themen „Pooling and Sharing“ (Gent-Initi- ative) sowie zivil-militärische Pla- nungs- und Führungsfähigkeiten (Weimarer-Dreieck-Initiative) im Vordergrund. In der abschließenden Sitzung sprachen die Teilnehmer über die Beziehungen der EU zu den strategischen Partnern NATO und Vereinte Nationen. Daran nahm auch der NATO-General- sekretär Anders Fogh Rasmussen

(eb)

teil.

tion „Althea“ in Bosnien-Herze- gowina erörtert.

Laufende Operationen, militä- rische Fähigkeiten und Partner- schaften. Schwerpunktthemen im Bereich der Operationen waren der EU-geführte Anti-Piraterie- Einsatz „Atalanta“ am Horn von Afrika sowie die EU-Trainings- mission Somalia (EUTM). Des

ddp

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PO LITIK

aktuell

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Richtung Mittelmeer

Iranische Kriegsschiffe durchqueren erstmals seit gut 30 Jahren den Suez-Kanal.

Kairo. Unter dem scharfen Pro- test Israels sind am vergangenen Dienstag zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren zwei iranische Kriegsschiffe in den Suez-Kanal eingefahren. Die Schiffe steuerten am Morgen in den Kanal und nah- men Kurs auf das Mittelmeer, wie ein Mitarbeiter der ägyptischen Suez-Kanal-Behörde mitteilte. Israel forderte, die internationale Gemeinschaft müsse auf diese „Pro- vokation“ entschlossen reagieren. Die Fregatte „Alwand“ ist in der Regel mit Torpedos und Schiffs- abwehrraketen ausgestattet, das Versorgungsschiff „Charg“ mit ihrer 250-köpfigen Besatzung hat unter anderem Kapazitäten für den Transport von drei Helikoptern, wie die iranische Nachrichtena- gentur Fars meldete. Aus diplomatischen iranischen Kreisen hatte es geheißen, die bei- den Kriegsschiffe absolvierten eine „Routine“-Fahrt nach Syrien, die von kurzer Dauer sei. Auf ihrem Weg dorthin müssen sie zwangsläufig die israelische Küste passieren. Nach Angaben der ägyptischen Nach- richtenagentur MENA hat keines der Schiffe chemisches oder ato- mares Material geladen. Die beiden Kriegsschiffe wur-

ato- mares Material geladen. Die beiden Kriegsschiffe wur- Durchquert den Suez-Kanal: die iranische Fregatte

Durchquert den Suez-Kanal: die iranische Fregatte „Alwand“.

wicklung im Nachbarland mit wachsender Sorge und überdenkt derzeit seine Militärstrategie. Im Zentrum steht für die Regierung in Tel Aviv dabei die Frage, wie es sich gegen die Bedrohung durch den Iran wappnen kann. „Es handelt sich

verbindet. um eine beispiellose militärische

Präsenz des Iran im Mittelmeer“, erklärte der Sprecher des israe- lischen Außenministeriums, Igal Palmor. Die internationale Gemein- schaft müsse entschlossen reagie-

(mt)

Durch den Sturz von Präsident Husni Mubarak am 11. Februar in Ägypten hat Israel einen wich- tigen Garanten für Stabilität in der Region verloren. Die israelische Regierung beobachtet die Ent-

den in den 70er Jahren in Groß- britannien gebaut. Es war das erste Mal seit der islamischen Revolution im Iran 1979, dass Kriegsschiffe des Landes den Kanal passieren, der durch Ägypten hindurch das Rote Meer mit dem Mittelmeer

ren.

Krankenwagen übergeben

Karachi. Deutschland spendet Krankenwagen an die pakista- nischen Streitkräfte: Vor wenigen Tagen wurden im Hafen von Kara- chi vom deutschen Verteidigungs- attaché in Pakistan, Oberstleutnant i.G. Klaus Wolf, die ersten zwölf von insgesamt 24 Krankenwagen an die pakistanischen Streitkräfte übergeben. Die Fahrzeuge sind eine Schenkung der Bundeswehr. Sie waren bereits ausgesondert, wur- den jedoch nach einer Grundüber- holung und Ausstattung mit der medizinischen Ausrüstung wieder in einen einsatzbereiten Zustand versetzt. Zusätzlich wurde Mate- rial für die Einrichtung einer Hals- Nasen-Ohren Station geliefert, die nun in einem pakistanischen Mili-

Dt. Botschaft PAK
Dt. Botschaft PAK

In Karachi: Oberstleutnant i.G. Klaus Wolf (3.v.l.) übergibt die Fahrzeuge.

tärkrankenhaus genutzt wird. hat bis heute bei den Kämpfen

im eigenen Land – vor allem in den Stammesgebieten im Grenz- bereich zu Afghanistan – mehr als 2700 gefallene und 8400 verwun- dete Soldaten zu beklagen. (eb)

Deutschland leistet damit einen Beitrag zur Verbesserung der medi- zinischen Versorgung im Einsatz beim Kampf gegen den Terroris- mus. Die pakistanische Armee

Tödlicher Anschlag

Kunduz. Bei einem Selbstmord- anschlag auf ein Regierungsge- bäude im nordafghanischen Kunduz sind am vergangenen Montag nach Angaben der Behörden mindes- tens 30 Menschen getötet und etwa 40 Menschen verletzt wor- den. Der Attentäter habe seine Bombe gezündet, als zahlreiche Menschen vor dem örtlichen Sta- tistikamt angestanden hätten, um Ausweise abzuholen, sagte ein Ver- treter der Behörden in einem Dis- trikt nördlich von Kunduz. Nach Angaben des örtlichen Polizeichefs sind auch drei Polizisten unter den Toten. Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag. Ziel seien Männer gewesen, die sich für Posten in der Dorfpolizei hätten bewerben

wollen.

(sie)

Konstituierende Sitzung

Pristina. Das Kosovo hat nach den Wahlen vom vergangenen Dezem- ber wieder ein Parlament. Die Abgeordneten der 120 Mitglieder umfassenden Volksvertretung sind

am vergangenen Montag in Pristina zu ihrer ersten Sitzung zusammen- gekommen. Zum Präsidenten wähl- ten sie mit großer Mehrheit den bisherigen Parlamentschef Jakup Krasniqi. Der 59-Jährige gehört der größten Regierungspartei PDK des alten und designierten neuen Regierungschefs Hashim Thaci an. Die Parlamentswahlen waren die ersten seit der Unabhängigkeit im

Jahr 2008.

(my)

Keine weitere Amtszeit

Karthum. Der umstrittene sudane- sische Präsident Omar Al-Baschir wird sich nach Ablauf seiner Amts- zeit im Jahr 2015 nicht um eine Wie- derwahl bewerben. Das berichtete die Sudan Tribune am vergangenen Montag. Seit Ende Januar kam es in Khartum und anderen Städten wie- derholt zu Demonstrationen gegen Al-Baschir, zu denen Studenten über soziale Netzwerke nach dem Vor- bild Ägyptens und Tunesiens auf- gerufen hatten. Die Sicherheitsbe- hörden verhafteten Demonstranten und Oppositionspolitiker und ver- stärkten den Druck auf die Medien

des Landes.

(czy)

Bicker/PIZ Lw

6 aktuell

hintergrund

28. Februar 2011

Regionale Militärmacht

Libyens Streitkräfte sind modern ausgerüstet und mehr als 100 000 Mann stark.

tripolis. Vor 41 Jahren hat Muam-

mar al-Gaddafi die Macht in Libyen übernommen. Der inzwischen

68 Jahre alte selbsternannte „Bruder

Revolutionsführer“ brachte mehrere seiner Kinder in Schlüsselpositi- onen von Politik, Sicherheitsappa- rat und Wirtschaft seines Landes unter und hat in den vergangenen Jahren moderne Streitkräfte auf- gebaut. Bei einer Bevölkerung von rund 6,3 Millionen befinden sich mehr als 100000 Menschen unter Waffen. Die libyschen Streitkräfte haben eine Personalstärke von rund 76 000 Mann. 50 000 von ihnen dienen im Heer (die Hälfte sind Wehrpflich- tige), 18 000 in der Luftwaffe und 8000 in der Marine. Dazu kommen 40000 Reservisten der „Volksmiliz“. Neben den regulären Streitkräften setzt Gaddafi auf die ihm beson- ders loyale „Revolutionsgarde“ mit rund 3000 Mann. Diese schwer bewaffnete Truppe verfügt auch über Panzer und Raketen. Seit Jahrzehnten hat das gut zah- lende Ölland Libyen zudem aus- ländische Söldner unter Waffen. Als selbst ernannter Führer der arabischen Welt ließ Gaddafi 1972 eine „Islamische Legion“ aufstel- len. Ihre Soldaten wurden vor allem in den Sahelstaaten Mali, Niger, Tschad und Sudan sowie in Paki- stan rekrutiert. Später sollen auch Söldner aus Nigeria, Liberia, Äthi- opien, Somalia, Indien und ande- ren Staaten gekommen sein. Die aktuelle Stärke der „Legion“ wird auf 2500 Mann geschätzt. Die libyschen Streitkräfte sind mit modernsten Waffen ausgestat- tet. Die Armee hat 2205 Kampf- panzer, darunter 180 neue russische T-90S und 200 T-72. Die Zahl der Artilleriegeschütze wird mit min- destens 2421 angegeben. Die ver- schiedenen Waffengattungen ver-

fügen insgesamt über 685 Raketen unterschiedlicher Reichweite. Unter den 374 Kampfflugzeugen sind rund

30 französische Mirage-Jäger und

sieben russische Tupolew-22-Bom- ber. Die 35 Kampfhubschrauber stammen aus russischer Produk- tion. Zu den Kriegsschiffen zählen zwei Fregatten, eine Korvette, zwei

Medichini/ddp
Medichini/ddp

Liebhaber von Phantasieuniformen: Muammar al-gaddafi.

U-Boote und 14 Küstenwachboote. Libyen soll gegenwärtig keine Chemie-Waffen haben. Ende 2003

erklärte das wegen Gaddafis Unter- Mustafa Abdel Galil, der Anfang

vergangener Woche als libyscher Justizminister zurückgetreten war, warnte unterdessen im Sender Al- Dschasira, dass Gaddafi über che- mische Waffen verfüge und nicht zögern werde, sie einzusetzen. Vor allem dann nicht, wenn die Haupt- stadt Tripolis bedroht sei, meinte Galil. „Wir rufen die internationale Gemeinschaft und die UN auf, Gaddafi von der Verfolgung seiner Pläne in Tripolis abzuhalten“, sagte er nach einem Treffen mit Stammes- führern aus dem Osten Libyens in Al-Badhia. „Wenn er zum Schluss wirklich unter Druck steht, ist er zu allem fähig. Gaddafi wird nur

mikalien gefüllt werden sollten. verbrannte Erde hinterlassen.“ Nach Gaddafis Verzicht auf Etwa zehn Tonnen des gefähr-

Russland. 2010 bestellte Tripolis in Moskau Waffensysteme für 1,5 Milliarden Euro.

stützung des weltweiten Terroris- mus als „Schurkenstaat“ isolierte Land seinen Verzicht auf atomare, biologische und chemische Massen- vernichtungswaffen (ABC-Waffen). Ausländische Inspekteure fanden danach Chemiewaffen und Material zur Herstellung von biologischen Waffen. 2004 gab es nach Angaben des Den Haager Büros für das Che- miewaffenverbot (OPCW) mehrere hunderttausend Tonnen von Stoffen, die zur Produktion von Chemie- waffen dienten, darunter Senfgas und Sarin. Unter OPCW-Aufsicht wurden in Libyen mehrere tausend Bomben vernichtet, die mit Che-

ABC-Waffen hob die EU 2004 ein 18 Jahre zuvor verhängtes Waffenembargo auf. Inzwischen bezieht Libyen einen Großteil sei- ner Rüstungsgüter aus EU-Län- dern. Allein 2009 erteilte die EU Exportlizenzen für rund 344 Mil- lionen Euro. Weit bedeutender als Rüstungspartner ist allerdings

lichen Senfgas-Kampfstoffes sollen sich in den Arsenalen der Streit- kräfte befinden, sagte Peter Caril, Experte für Massenvernichtungs- waffen bei der amerikanischen Arms Control Association, dem US-Sen- der CNN. Das meiste davon werde

in einer Anlage südlich von Tripolis

(eb)

vermutet.

Protestwelle in Libyen

tripolis. Fast die gesamte ara- bische Welt ist im Umbruch. Die Bevölkerung demonstriert gegen die bestehenden Herrschaftssys- teme – die Regime reagieren zum teil sehr unterschiedlich auf die Proteste. In Libyen entwickelte sich die Lage in der vergangenen Woche dramatisch, Regierungsanhänger schossen auf Demonstranten, die Opferzahlen allein in der vergan- genen Woche schwanken zwischen mehreren Hundert bis Tausend. Bis zum Redaktionsschluss war unklar, ob sich Muammar Al-Gad- dafi im Amt halten kann. aktuell fasst einige Meldungen aus der Krisenregion zusammen:

Ein Kampfpilot der libyschen Armee hat am vergangenen Mitt- woch sein Flugzeug abstürzen las- sen, um keine Regierungsgegner angreifen zu müssen. Der Pilot habe sich geweigert, den Befehl zur Bombardierung der Oppo- sitionshochburg Bengasi auszu- führen. Pilot und Copilot retteten sich mit dem Schleudersitz. Zwei Tage zuvor hatten sich die Piloten zweier Kampfflugzeuge nach Malta abgesetzt. Sie sollten nach eigenen Angaben ebenfalls Oppositionelle in Bengasi angreifen.

Die Eskalation der Gewalt hat eine Massenflucht von Ausländern aus Libyen ausgelöst. Die Flug- bereitschaft des BMVg hat zwei „Transall“-Flugzeuge sowie einen Airbus A310 (Foto) eingesetzt, um deutsche und europäische Staats- bürger zu evakuieren.

um deutsche und europäische Staats- bürger zu evakuieren. Im Mittelmeer steht zudem der Einsatz- und

Im Mittelmeer steht zudem der Einsatz- und Ausbildungsverband der Deutschen Marine bereit, um gegebenenfalls schnell Bürger europäischer Staaten evakuieren zu können. Der Verband besteht aus den beiden Fregatten „Bran- denburg“ und „Rheinland-Pfalz“ sowie dem Einsatzgruppenver- sorger „Berlin“. (eb)

28. Februar 2011

tec hnik

aktuell

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Museum oder Altmetall

Der Flugzeugträger „USS John F. Kennedy“ könnte künftig als Museumsschiff vor Anker gehen.

Philadelphia. Sein Spitzname ist „Big John“. Er hat 38 Dienstjahre auf dem Buckel und ist der letzte seiner Art. Nach 18 großen Ein- sätzen, zuletzt gegen die Taliban und Al Kaida in Afghanistan, hat er ausgedient. Seit 2008 liegt der letzte nicht atomgetriebene Flug- zeugträger der USA, mit vollem Namen „USS John F. Kennedy“, in Philadelphia auf dem Altenteil – und belastet weiterhin den US- Verteidigungshaushalt. Deshalb will die US-Marine „Big John“ als Museumsschiff stiften. Verschrotten würden ihn die Admiräle nur ungern. Doch nicht viele Abnehmer kommen in Frage, wenn es um einen 321 Meter langen, gut 80000 Tonnen schweren Stahlgiganten geht. Anfangs gab es mehrere Inter- essenten, darunter Investoren aus Florida und eine Organisation aus Maine, die das Schiff im Hafen von Portland ausstellen wollte. Doch seit Beginn der letzten Bewerbungs- runde Anfang Februar ist nur noch ein Kandidat im Rennen: Das „USS John F. Kennedy Aircraft Carrier Project“, eine Gruppe von Marine- Enthusiasten aus Rhode Island mit dem Vietnam-Veteranen Frank Lennon an der Spitze. Lennon, ehemaliger Elitekämp- fer der US-Luftwaffe, leitet heute das Luftfahrtmuseum Rhode Island Aviation Hall of Fame in Provi- dence. Er will den Flugzeugträger in die Narragansett Bay holen und in eine Mischung aus Denkmal, Museum, Ausbildungsstätte und Unterhaltungszentrum verwandeln. So könnten die Besucher künftig die Expeditionen des Meeresar- chäologen Robert Ballard im Bord- kino live mitverfolgen. Ballard hatte unter anderem 1985 das Wrack der Titanic gefunden. Lennon zählt die Vorteile auf, die „Big John“ dem kleinsten US- Staat mit seinen notorisch knap- pen Kassen bringen soll: laut Wirt- schaftlichkeits-Gutachten 500 neue Arbeitsplätze, pro Jahr bis zu 350 000 Besucher und mehr als drei Millionen Dollar (2,1 Millionen Euro) Steuereinnahmen. Und eine Menge Platz, denn allein der Lade- raum des Flugzeugträgers entspricht

v (2)vy/ArchiUS Na
v (2)vy/ArchiUS
Na

Gigant der Meere: Der Flugzeugträger „USS John F. kennedy“ ist 321 Meter lang und gut 80 000 tonnen schwer.

einem sechsstöckigen Warenhaus auf der Fläche eines ganzen New

Yorker Straßenblocks. Bei einem Auch rund um die Narragansett

Blackout könnten die Schiffsgene-

ratoren Strom liefern. geworden, räumt Lennon ein. „Aber

Zuvor sind aber noch einige Hür- den zu nehmen. Nicht von unge- fähr mussten die Konkurrenten aus Portland aufgeben, wo das Projekt Ende Januar im Stadtrat durch- fiel. Längst nicht jeder will solch einen grauen Riesen im Hafen, wie Ratsherr David Marshall vor der Abstimmung befand: „Er würde vielen Leuten die schöne Aussicht ruinieren, und für die Stadt könnte

Bay seien Gegenstimmen laut

er künftig zur finanziellen Belas- tung werden.“

hier sieht man die Navy insgesamt sehr positiv, und das gilt auch für unser Projekt.“ Rhode Island habe eine lange Marine-Tradition. „Die Leute sind es gewohnt, Kriegs- schiffe in der Bucht zu sehen.“ Zu den Befürwortern zählt auch der Gouverneur des Staates, Lincoln Chafee. Und mit Patrick Kennedy, einem Neffen des ehemaligen US- Präsidenten, macht sich auch ein

Neffen des ehemaligen US- Präsidenten, macht sich auch ein künftige nutzung ungewiss: Der letzte, nicht atomgetriebene

künftige nutzung ungewiss: Der letzte, nicht atomgetriebene Flugzeug- träger der US navy wurde 2007 außer Dienst gestellt.

Mitglied des Kennedy-Clans für den Flugzeugträger stark. Schon aus familiären Grund gehöre die „USS John F. Kennedy“ nach Rhode Island, behaupten die Fans. Schließlich hat Namensgeber JFK 1953 seine Ehefrau Jackie in Newport geheiratet. In Jacquelines Elternhaus, der Hammersmith Farm, verbrachte er als Präsident später so viel Zeit, dass man es als „Weißes Sommer-Haus“ bezeich- nete. Und es war John F. Kenne- dys kleine Tochter Caroline, die vier Jahre nach seiner Ermordung das stolze Schiff mit Champagner taufte. Bleibt die Frage der Finanzierung. Geschätzte 12,5 Millionen Dollar soll das Projekt kosten. Rund neun Millionen haben Lennon und seine Mitstreiter nach eigenen Angaben bereits zusammen. „Wir sind über- zeugt, dass wir die technischen Anforderungen erfüllen. Aber die Navy wird ihr Okay erst geben, wenn wir die restlichen dreieinhalb Millionen haben“, sagt Lennon. Finden sich nicht genug Spender, bleibt für „Big Johns“ letzte Fahrt wohl nur noch ein Ziel: der Schiffs-

(um)

friedhof.

Das Projekt im Internet unter www.ussjfkri.org.

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aktuell

ei nsatz

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von Bernd Berns

Mazar-esharif. Das deutsche Einsatzkontingent stellt im Ver- antwortungsbereich des Regional- kommandos Nord (RC North) für die ISAF-Kräfte Afghanistans eine lückenlose sanitätsdienstliche Ver- sorgung sicher. Und so finden sich in den modern ausgestatteten Feld- lazaretten Ärzte aus verschiedenen Fachbereichen, die mit ihrem Personal für eine umfassende Versorgung von Verletzten und Verwundeten sorgen. Deren Versorgung kann aber nur dann die bestmögliche sein, wenn die Rettungskette rechtzeitig einsetzt und nicht unterbrochen wird. Auch vor gut einer Woche wurde die Ret- tungskette alarmiert, als ein afghan- sicher Soldat im Außenposten „OP North“ in Baghlan aus kürzester Distanz auf eine Gruppe deutscher Soldaten feuerte. Doch auch die be- ste medizinische Notfallversorgung ist leider keine Garantie, jedes Leben zu retten. Trotz schneller Hilfe er- lagen drei Soldaten ihren schweren Verwundungen.

Rund um die Uhr bereit

Um im Fall der Fälle jederzeit ein- setzbar zu sein, hält das RC North 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche AirMedEvac-Fähig- keiten bereit: Auf dem Flugplatz Mazar-e Sharif stehen dafür stän- dig eine C-160 „Transall“, sowie ein Hubschrauber vom Typ CH-53 des Einsatzgeschwaders Mazar-e Sha- rif bereit. Die Option zur Umrü- stung einer weiteren CH-53 in die

Wichtiges Glied der Rettungskette

Der MedEvac-Hubschrauber des Einsatzgeschwaders Mazar-e Sharif steht für mögliche Einsätze rund um die Uhr in Bereitschaft.

geringer Flughöhe wichtige Ein- griffe am Patienten. „Zumal das MedEvac-Team sich in einem ande- ren Funkkreis als der Pilot befindet und durch plötzliche Kursänderun- gen überrascht werden kann“, erklärt die Oberstabsärztin. In solchen Fällen muss sie schnellstmöglich mit dem Piloten Kontakt aufnehmen, damit dieser den Hubschrauber auf eine ruhige und sichere Flughöhe bringt. Nur so ist es möglich, in einer plötzlichen Notsituation an dem Patienten einen Eingriff vor- zunehmen. Dennoch: Die gesamte Besatzung des Hubschraubers hat ihre Reife- prüfung bei Nacht bestanden. Nach sicherer Landung auf dem Flug- platz von Mazar-e Sharif werden die drei schwer verletzten ISAF- Soldaten in die Obhut des bereit- stehenden Sanitätspersonals überge- ben. Für die Oberstabsärztin war in dieser Nacht dann der Schockraum des Feldlazarettes die letzte Station ihres Dienstes. Hier gibt sie den Klinik-Ärzten noch einen Über- blick über die getroffenen Maß- nahmen während des Fluges und den aktuellen Gesundheitszustand der Verletzten. Fast sieben Stunden nach Alar- mierung endet gegen 3.30 Uhr schließlich der Einsatz für die medizinische Crew. Zeit, ein wenig zur Ruhe zu kommen. Doch bereits um 5.45 Uhr folgt das erste Briefing des Tages, der Dienst für die Ärztin und die Rettungsassisten- ten geht weiter. Denn jede Minute könnte der nächste Einsatzbefehl folgen.

ArchivHerholt/IMZ
ArchivHerholt/IMZ

nurwenigeMeterüberdemBoden:imtiefflugbringtdieBesatzungderCH-53dasMedevac-teamzumeinsatzort.

versorgung eines Bundeswehrkran- kenhauses vergleichbar ist. Pati- enten, die zur weiteren Behandlung nach Deutschland gebracht werden müssen, bereitet die Ärztin zum Transport ins usbekische Termez vor. In solch einem Fall wartet dort

bereits der Airbus A310 MedEvac. In Deutschland leistet die 30-Jährige derzeit ihren Dienst als Truppen- und Fliegerärztin in Altenstadt an der Luftlande- und Transportschule des Heeres. „Da ich zusätzlich auch die Notfallver- sorgung für Sprungverletzungen sicherstelle, habe ich freiwillig eine Fallschirmspringerausbil- dung gemacht. So kann ich jetzt die Belastung der Fallschirmjäger besser einschätzen“, erläutert die sportliche Medizinerin aus Bayern. Mit dem Diensteintritt in die Bundeswehr im Januar 2000 lag vor der Soldatin nicht nur ihre militä- rische Ausbildung. Im gleichen Jahr begann sie auch mit dem Medi- zinstudium. „Ein forderndes, aber auch schönes Studium“, betont die junge Ärztin, die inzwischen ihre Verpflichtungszeit von anfänglich 17 Jahren auf nun 20 Jahre verlän- gert hat. Diese Verlängerung wird grundsätzlich notwendig, wenn sich ein Truppenarzt während der Bun- deswehrzeit zum Facharzt weiter-

bilden lassen will. Die Oberstabs- ärztin hatte sich schon während ihres Praktikums für die Anästhe- sie entschieden. Ein Fachbereich, den sie wegen der Vielseitigkeit des Aufgabenspektrums im Ope- rationssaal und auf der Intensivsta- tion schätzen lernte.

Teamfindung erst im Einsatz

Mittlerweile ist dies ihr dritter Einsatz innerhalb von drei Jahren. Die Ärztin hat sich bewusst immer frühzeitig einplanen lassen, um so auch in der gewünschten Ver- wendung – für jeweils zwei bis vier Monate – eingesetzt zu wer- den. Vom Kosovo als Anästhesi- stin bis nach Faizabad als Leiterin eines „Beweglichen-Arzttrupps“ (BAT) im Rahmen der Notfall- versorgung für deutsche Soldaten bei deren Patrouillentätigkeit hat sie schon mit vielen Soldaten aus dem Bereich des Zentralen Sanitäts- dienstes ein Team gebildet. Auch

MedEvac-Variante ist zudem inner- halb weniger Stunden realisierbar. Eine weitere Form der Notfalleva- kuierung stellen vorwiegend die amerikanischen Streitkräfte mit ihren Hubschraubern vom Typ „Black Hawk“ sicher. Der Air- MedEvac ist ein wichtiges Glied in der Rettungskette, die im Bedarfs- fall erweitert werden kann: Die wei- tere Versorgung nach Europa mit- tels der so genannten strategischen Luftrettung (StratAirMedEvac) erfolgt dann mit Langstrecken- flugzeugen der Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums.

Der Arzt an Bord

Oberstabsarzt Susanne H. ist Ärztin auf dem Hubschrauber vom Typ CH-53 und stellt mit ihren beiden Rettungsassistenten sicher, dass Betroffene mit schweren Erkrankungen, Verletzungen oder Verwundungen innerhalb kurzer Zeit für eine entsprechende medi- zinische Versorgung im MedEvac- Lufttransport verlegt werden kön- nen. Das Team holt ihre Patienten aus Kunduz oder den anderen Feldlagern im Verantwortungs- bereich des RC North zur weiteren medizinischen Versorgung in das Feldlazarett Mazar-e Sharif ab, das hinsichtlich seines Leistungs- potenzials in etwa mit der Notfall-

zu Beginn ihres dritten Einsatzes galt es wieder ein funktionierendes Team zu formen. In diesem Zusam- menhang würde sie es begrüßen, wenn die Soldaten grundsätzlich aus der gleichen Einheit kommen würden. Denn das würde für einen schnelleren Team-Start von Vor- teil sein. In der Realität „passt“ das aber nicht immer. So standen der Ober- stabsärztin mit Oberfeldwebel Andreas W. aus Rheine und Ben- jamin Z. aus München zwar zwei erfahrene Rettungsassistenten zur Seite, doch beide haben ihren ersten Einsatz absolviert, was zwangsläu- fig einen etwas längeren „Findungs- prozess“ erforderlich macht. Denn neben einem einheitlichen Wissens- stand und der Vertrautheit über die wichtigsten Aufgaben, auf die das Team zwangsläufig zusteuert, sind vor allem die blinde Abstimmung untereinander und ein Grundver- trauen in die Fähigkeiten des ande- ren erforderlich. Im Falle eines Falles greift so eine Hand zuver- lässig in die andere. Doch diese Zeit ist einem Team nicht immer vergönnt. Gleich in der ersten Woche wurde das neue MedEvac-Team „ins kalte Wasser“ geworfen. „Bevor über- haupt eine Teamfindung stattfinden konnte, mussten wir unseren ersten Einsatz fliegen“, weiß Oberfeldwe-

bel Benjamin Z. zu berichten. „Wir wurden um 20.40 Uhr alarmiert und waren bereits 30 Minuten später auf dem Weg nach Kunduz“. Dort waren drei ISAF-Kräfte durch improvisierte Sprengfallen (IED), schwer verwundet worden.

Erster Einsatzflug

Nach der Erstversorgung wur- den die Soldaten im Feldlazarett Kunduz für den Transport mit der CH-53 nach Mazar-e Sharif vorbe- reitet. „Bei der Schwere der Ver- wundungen, unter anderem mit Splitter- und Gesichtsverletzungen, waren wir ganz schön angespannt, denn schließlich war das unser erster Einsatz und zugleich auch der erste Nachtflug“, berichtet Oberfeldwebel W. Bei diesem Flug hatte das Team aber Glück, denn ein zweiter Arzt war mit an Bord gekommen, um das neue Team in der noch laufenden Übergabephase zu unterstützen. „Sollte am Patienten während des Fluges ein Eingriff vorgenom- men werden müssen, wird sehr schnell deutlich, mit welchen Schwierigkeiten wir Ärzte es zu tun haben.“ So ist die geringe Flug- höhe von knapp acht Metern zwar taktisch richtig, doch erschweren notwendige Ausweichmanöver bei

richtig, doch erschweren notwendige Ausweichmanöver bei

imHubschrauber:OberstabsärztinsusanneH.(r.)überprüftdiemedizinischeninstrumente.

Berns/PIZ MeS (2)
Berns/PIZ MeS (2)

LetzteKontrolle:DieHubschrauber-BesatzungbereitetdieCH53füreinenweiterenFlugvor.

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aktuell

EINSATZ

28. Februar 2011

Keine Anklage

Düsseldorf. Der 5. Strafsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf hat vor wenigen Tagen einen Antrag als unzulässig verworfen, mit dem er- reicht werden sollte, Oberst Georg Klein und einen beteiligten Haupt- feldwebel wegen der Folgen eines Luftangriffs im September 2009 in der Nähe von Kunduz strafrecht- lich zur Verantwortung zu ziehen. In der Nacht vom 3. auf den 4. Sep- tember 2009 veranlasste Klein als Kommandeur des Provincial Reconstruction Team (PRT) im nordafghanischen Kunduz einen Luftangriff auf zwei Tanklastwagen, die von bewaffneten Taliban ent- führt worden waren und auf einer Sandbank im Fluss Kunduz fest- steckten. Dieser Luftschlag führte zu einer Vielzahl von Todesopfern, auch unter der Zivilbevölkerung. Die Bundesanwaltschaft hatte am 16. April vergangenen Jahres das Ermittlungsverfahren gegen Klein eingestellt und dabei eine Straf- barkeit sowohl nach dem Völker- strafgesetzbuch als auch nach dem Strafgesetzbuch verneint.

Der Antragsteller, der nach seinem Vortrag bei dem Luftangriff zwei sei- ner Söhne verloren haben soll, hat sich im Klageerzwingungsverfahren gegen die Einstellung gewandt und die Anordnung der Erhebung der öffentlichen Klage wegen Mordes beantragt. Das Oberlandesgericht hat entschieden, dass der Antrag nicht den Formerfordernissen genügt, und den Antrag daher als unzulässig

verworfen.

(olg)

Erneuter Angriff

Kunduz. Aufständische Kräfte haben am vorvergangenen Freitag gegen 21.15 Uhr Ortszeit etwa acht Kilometer nordwestlich des Regi- onalen Wiederaufbauteams (PRT) Kunduz eine deutsche Patrouille mit Hand- und Panzerabwehrwaf- fen angegriffen. Dabei wurde ein Schützenpanzer „Marder“ in Brand geschossen und fiel aus, vier deut- sche Soldaten wurden verwundet. Während die drei Leichtverwun- deten anschließend im Einsatz- lazarett in Mazar-e Sharif versorgt wurden, ist ein mittelschwer verwun- deter Soldat zur weiteren medizin- ischen Behandlung nach Deutsch- land ausgeflogen worden. (eb)

Kreative Lösungen

Vier deutsche Soldaten leisten Ausbildungshilfe für den Sudan.

El Fasher. „Eine Erfolgsge- schichte“, so fasst Oberstleutnant Manfred Ertl das deutsche Ausbil- dungs-Engagement für den Sudan zusammen. Vier Offiziere der Bun- deswehr haben im Rahmen der UN- AMID-Misson (African Union/ United Nations Hybrid Operation in Darfur) Stabsoffiziere unterrichtet, die im sudanesischen Hauptquartier in El Fasher eingesetzt sind. Vier Wochen lang schulten die deutschen Offiziere gemeinsam mit Ausbildern aus den USA und vom Department for Peacekeeping Operations im UN-Regional-Trai- ningscenter in Entebbe (Uganda) das Stabspersonal der UN-Missi- on UNAMID, darunter Soldaten aus Mitgliedsstaaten der Afrika- nischen Union wie Kenia, Nigeria oder Uganda. Aber auch Soldaten anderer Truppenstellernationen wie China oder Bangladesh drückten die Schulbank. Wie werte ich Meldungen aus oder wie erarbeite ich Lagevorträ- ge: Zwei Themenfelder, die unter der großen Überschrift allgemei- ne Stabsarbeit behandelt wurden. Doch nicht nur theoretisches Basis- wissen sollte durch die Ausbilder aus Deutschland vermittelt werden. Der Schwerpunkt des Unterrichts lag vielmehr darauf, dieses Einmal- eins sofort in die Praxis, also in die Planung des Friedenseinsatzes um- zusetzen. Dabei mussten die Teilneh- mer nicht nur militärische Faktoren berücksichtigen, sondern auch die humanitäre Lage oder die ethnischen Strukturen mit einbeziehen. Inhaltliche Grundlage des Un- terrichtsstoffes bildete der deut- sche „United Nations Staff Officer Course“, der an der Führungsaka- demie der Bundeswehr in Hamburg durchgeführt wird und von den Ver- einten Nationen zertifiziert ist. „The German Curriculum“, wie es mitt- lerweile bei den Vereinten Natio- nen genannt wird. Das Basiswissen mussten die Kursteilnehmer auch gleich in Planübungen anwenden. „Hier haben wir natürlich darauf geachtet, die Aufgaben so zu stellen, dass sie sich an dem realen UNA- MID-Operationsplan orientieren“, so der Oberstleutnant.

Scholz/Bundeswehr
Scholz/Bundeswehr

KartenanalysegehörtzueinemBausteinderStabsausbildung.

besitze gerade im Bereich der Ausbildung von Stabs- und Füh- rungspersonal einen sehr guten in- ternationalen Ruf und könne so auch in kleineren Projekten einen Beitrag leisten,dervondenVereinten Nationen geschätzt und hoch angesehen wird, so lautet die Einschätzung von Ertl. Außerdem sei es aus seiner Sicht eine gute Möglichkeit für die deut-

leutnant. schen Streitkräfte, ihr breites Know-

how im Ausbildungsbereich ein- zubringen.

und in den verschiedenen Stabs- Die Vereinten Nationen hatten

Realitätsnah arbeiteten die Lehr- gangsteilnehmer in Stabsgliederung

Auf Lageänderungen mussten die Soldaten schnell reagieren und dem Force Commander Vorschläge für eine kurzfristige Anpassung des Planes machen. „Dabei mussten sie beispielsweise viele Einzelmel- dungen zu einem großen Lagebild zusammenfassen und wesentliche Trends und Entwicklungen der Lage erkennen“, berichtet der Oberst-

sich an Deutschland mit der Bitte um diese Art der Ausbildungsun- terstützung gewandt. Hintergrund war der Wunsch des Force Com- manders in Darfur, die Fähigkeiten

finden, so Ertl. seines Personals in der Stabsarbeit

zu stärken und das Force Headquar- ter effizienter zu machen.

Reißbrett, nämlich ein echtes Coa- Deutschland ist seit dem 1. Januar

ching für die Aufgaben, die auf die Soldaten warteten. Dabei wurden die Ausbildungsteilnehmer von allen deutschen Ausbildern als sehr diszipliniert, engagiert und sehr

motiviert geschildert. tung für die internationale Sicher-

heit und die Durchsetzung der Menschenrechte. Auch in diesem Zusammenhang sei das deutsche Engagement von großer Bedeutung, resümiert Ertl. (pau)

So sei der Kurs schließlich mehr als eine abstrakte Ausbildung am

funktionen. Ziel war es dabei, dass die Teilnehmer nach Abschluss des Kurses in der Lage sein sollen, auch, wenn nötig, kreative Lösungen für geschilderte Problemstellungen zu

als nichtständiges Mitglied im Si- cherheitsrat der Vereinten Natio- nen vertreten. Damit übernimmt es für die kommenden zwei Jahre ohnehin eine größere Verantwor-

Finanziert wurde das Gesamt- projekt von den USA und Deutsch- land. Auf deutscher Seite kooperier- ten Verteidigungsministerium und Auswärtiges Amt. Deutschland

28. Februar 2011

st reitkrä Fte

aktuell

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Einsatz ist die beste Ausbildung

Major Matthias Walter leistet derzeit im italienischen Piacenza Dienst – nicht zum ersten Mal.

von Katalin Birta

Piacenza. Ein ohrenbetäubender Lärm dröhnt durch die Luft des Luftwaffenstützpunktes Piacenza in Italien. Es sind die Triebwerke der „Tornados“, die im Abstand von genau 60 Sekunden Italien gen Israel verlassen. Dort nehmen sie an einer multinationalen Übung teil. Doch zu sehen ist von den Flug- zeugen nichts, denn dichter Nebel umhüllt den Stützpunkt, man sieht kaum die Hand vor Augen. „Um ein Haar hätten sie gar nicht star- ten können“, erklärt Major Matthias Walter, deutscher Austauschof- fizier vom Jagdbombergeschwa- der 32 in Lechfeld. Er selbst bleibt diesmal hier, „lässt jetzt mal die Jüngeren ran“. Außerdem war er dieses Jahr schon viele Tage unter- wegs auf Übungen, in Deutschland, Sardinien und Alaska. Der 39-jährige Waffensystem- offizier (WSO) ist bereits ein „alter Hase“ und auch der Stütz- punkt Piacenza ist ihm kein Unbe- kannter. Wie in seinem Heimat- verband in Lechfeld sind auch in der 155. Gruppo (Staffel) des 50. Stormo (Geschwader) in Pia- cenza ECR-„Tornados“ (Electronic Combat and Reconnaissance) sta- tioniert, 20 an der Zahl. Es ist der einzige ECR-Verband der italie- nischen Luftwaffe. Bereits 1998 war Walter zum ersten Mal hier in Norditalien,

Birta
Birta

Major Matthias Walter vor einem „tornado“ mit sonderlackierung.

1999 ein weiteres Mal. Damals, im Frühjahr 1999, starteten die deut- schen „Tornados“ von hier aus zum NATO-Einsatz „Operation Allied Force“ auf dem südlichen Balkan. „Ich war damals zwar fertig ausge- bildeter WSO, hatte aber noch nicht den Combat-Ready-Status“, erin- nert sich der gebürtige Ansbacher. „Deshalb war ich als Ersatzmann eingesetzt.“ Seine Aufgabe damals bestand darin, ein Flugzeug soweit vorzubereiten, dass es sofort starten konnte, falls ein anderes ausgefallen wäre. „Es war viel ‚Learning by Doing‘. Doch Einsatz ist die beste Ausbildung und mir hat diese Zeit

unheimlich viel gebracht.“ Nach den aufregenden Monaten

in Italien folgten fünf Jahre „nor- males Staffelleben“ in Lechfeld. 180 bis 200 Flugstunden sammelt

Walter erinnert sich noch genau an die Stimmung vor zwölf Jahren. „Sie war sehr eigenartig, schwankte

ständig zwischen Anspannung und Professionalität“, entsinnt sich der Major. „Aber es war auch ein gewisser Stolz dabei.“ Stolz vor allem darauf, dass die Verlegung eines ganzen Geschwaders – von Lechfeld nach Piacenza – so rei- bungslos geklappt hatte. Stolz aber auch darauf, dass das damals noch relativ junge Waffensystem „Tornado“ – 1991 wurde es erst in die Bundeswehr eingeführt – zum ersten Mal im Einsatz zeigen konnte, was es kann und dass die Taktiken, die jahrelang in der Theorie erarbeitet wurden, auch funktionierten.

ArchivModes/IMZ
ArchivModes/IMZ

kurz vor dem start: Deutsche eCr-„tornados“ werden 1999 in Piacenza für den einsatz vorbereitet.

Walter in dieser Zeit bei Trainings und Übungen – und bekommt so die Routine, die er als WSO braucht. „Im Durchschnitt war ich viermal pro Woche in der Luft, um ver- schiedene Manöver und Taktiken zu trainieren.“ Und obwohl Flie- gen, im Gegensatz zu vielen seiner Kameraden, kein Kindheitstraum von ihm ist, genießt er jede Minute davon. „Ich wollte schon immer eine abwechslungsreiche Tätigkeit haben und nicht am Schreibtisch sit- zen“, erklärt der 39-Jährige. Des- halb sagte er auch nicht Nein, als er damals an der Offizierbewerber- prüfzentrale in Köln als Strahlflug- zeugführer vorgeschlagen wurde und in den folgenden Jahren die Ausbildung zum WSO absolvieren konnte. Eine Entscheidung, die er bis heute nie bereut hat. Weniger gute Erinnerungen hat Walter hingegen an seinen einjäh- rigen Einsatz als so genannter For- ward Air Controller (FAC) 2006. Ein FAC gibt einer Luftfahrzeug- besatzung, die für die Luftnahun- terstützung (Close Air Support) angefordert wurde, die notwen- digen Zielinformationen während des Endanflugs. Die Bundeswehr habe damals vor allem fliegerisches Personal dafür eingesetzt, da sich dieses besser in die Lage der Piloten hineinversetzen und damit auch bes- sere Informationen liefern könne, erläutert der Austauschoffizier den Hintergrund. Genau 128 Tage lei- stete er seinen Dienst bei ISAF, als er am Hindukusch die Nachricht bekam, „ich komme als Austau- scher nach Piacenza“. Seit Januar 2009 ist der Major jetzt hier und genießt sichtlich seine Arbeit und die italienische Lebensart. „Ich wurde gleich freundlich aufgenommen und fühle mich privat und beruflich voll integriert“, freut sich Walter. Mittlerweile spricht er fast fließend italienisch und fällt so – Dank sei- nes „südländischen“ Aussehens – lediglich durch die Uniform als Deutscher auf. „Hier bin ich glück- lich“, sagt Walter, nippt zufrieden an seinem Kaffee und wartet ab, bis sich der Nebel über Piacenza endlich verzogen hat.

LwAusbRgt

12 aktuell

ST REITKRÄFTE

28. Februar 2011

Auf der Zielgeraden

Strausberg.

Anfang Januar

sind die vorerst letzten Wehr- pflichtigen zur

Grundausbil-

dung einbe- rufen worden (aktuell 1/11). Einer von ihnen ist Flieger Martin Becker (Foto). Der 22-Jährige aus Wunstorf leistet sei- nen Dienst in der 13. Kompanie des Luftwaffenausbildungsregiments in Strausberg. Für aktuell hat er seine Eindrücke zusammengefasst.

Für aktuell hat er seine Eindrücke zusammengefasst. „Und wieder ist eine Woche vorbei. Von der physischen

„Und wieder ist eine Woche vorbei. Von der physischen Seite betrachtet war es wohl die bisher härteste. Zwei Geländetage und eine 24-stündige Wachübung erwarteten uns. Der Montag begann bei küh- len Minusgraden. Wir lernten, wie man mit dem Doppelfernrohr Ent- fernungen berechnen und sich mit Hilfe von Tarnschminke und Gege- benheiten der Natur tarnen kann. Unser Highlight des Tages war ein komplett getarnter Ausbilder. Wir staunten nicht schlecht, als er seine Position am Ende preis gab. Bei der Wachübung sollten wir als Streife und Posten Personen über- prüfen. Unsere Ausbilder haben sich dabei wirklich kreative Szenarien ausgedacht. Höhepunkt war eine simulierte Demonstration vor dem Wachlokal. So konnten wir prak- tisch das Festsetzen, das Durch- suchen und das Abführen von Per- sonen üben. Nach den 24 Stunden machte sich zwar Müdigkeit breit. doch galt es einmal mehr durch- zuhalten. Statt ins Bett ging es auf einen 8-Kilometer-Marsch. Diesmal war es nach Dienstschluss sofort still in der Kompanie. Perfekt ausgeschlafen ging es dann zur Geländeausbildung: Einmann-, Zweimann- und Sechsmannzelt stehen auf dem Programm. Ganz schön eng und irgendwie anders als früher im Zeltlager. Wir lernen auch noch diverse Arten des Feu- ermachens und beenden den Tag mit einem geleiteten Feuerkampf mit Manövermunition. Zum Wochenabschluss laufen wir die Kasernenrunde, die, so scheint es, kürzer geworden ist. Beeindruckend, wie fit sieben Wochen Grundausbil- dung machen können.“ (eb)

Partner im Baltikum

Luftwaffe überwacht erneut den Luftraum in Estland, Lettland und Litauen.

von Peter Schwall

Siauliai. Der Alarm schrillt über den sonst so stillen Militärflughafen. Die Piloten und die Waffensystem- offiziere eilen zu den Kampfflugzeu- gen. Nur zwei Minuten später heben die Maschinen mit donnerndem Getöse von der Landebahn in den morgendlichen Himmel ab. Ganze vier Minuten hat die Aktion von der Alarmierung bis zum Start gedauert. Der Schauplatz dieses Alarmstarts liegt allerdings nicht in Deutsch- land, sondern in Litauen. Die Luft- waffe stellt noch bis Ende April das Kontingent für die NATO-Mission „Air Policing Baltikum“ in Siauliai. Der Auftrag der deutschen F4-F „Phantom“-Besatzungen ist es, unter Führung der Luftraumkon- trolleinheit in Kaunas, die „Sicher- heit des baltischen Luftraumes, 24 Stunden und sieben Tage die Woche rund um die Uhr sicher zu stellen“, erklärt Oberstleutnant Ralf David, Kontingentführer für den Luftraumüberwachungseinsatz. Da die baltischen Staaten noch nicht über entsprechende Kampfflug- zeuge verfügen, übernehmen die NATO-Mitgliedsstaaten noch bis 2018 diese Aufgaben. Die Bundeswehr hat den Ein- satzauftrag Anfang dieses Jahres von den USA übernommen. Fast alle anderen NATO-Partner haben bisher Einsatzkontingente für das „Air Policing Baltikum“ gestellt.

Bertram /PIZ Lw
Bertram /PIZ Lw

Rund um die Uhr in Bereitschaft: die F4-F „Phantom“ in Siauliai.

ting Center“ (CRC) die Möglich- keit zu üben und ein Luftlagebild zu erstellen.

Ort. „Zwei Maschinen stehen immer Damit der Auftrag sichergestellt

in Bereitschaft und zwei als Reserve bereit. Die zwei zusätzlichen wur- den mitgenommen, um den Auf- trag auch dann noch ausführen zu können, wenn größere Reparaturen anstehen“, erläutert David den Sinn der zusätzlichen beiden Maschinen. Die Luftfahrzeuge sind für den Einsatz mit zwei so genannten Sidewinder-Raketen – ein infrarot- basiertes wärmesuchendes Lenk- system – und einer Bordkanone

Kaliber 20 Millimeter ausgerü- Für die „Phantom“ ist es voraus-

Das Jagdgeschwader 71 „Richt- hofen“ aus Wittmund ist mit sechs „Phantom“-Kampfflugzeugen vor

werden kann, sind etwa 90 Soldaten vor Ort. Insbesondere für die Luft- fahrzeugtechniker sind die Arbeits- bedingungen in Litauen auf Grund der Witterungsumstände schwieriger als zu Hause. „Die Zusammenar- beit mit den litauischen Kameraden funktioniert gut, die litauische Luft- waffe hat uns eigens dafür einen Verbindungsoffizier an die Seite gestellt“, stellt der Kontingent- führer zufrieden fest.

stet. In der Regel werden jeden Tag Übungsflüge im baltischen Luftraum durchgeführt. Damit hat auch das „Command and Repor-

sichtlich der letzte Einsatz im Balti- kum. Künftig soll der „Eurofighter“ die baltische Luftraumüberwachung übernehmen.

Sandfuchs-Hartwig
Sandfuchs-Hartwig

Besondere Ehre für drei Soldaten des Objektschutzregiments der Luftwaffe in Schortens: Aus den Händen des armenischen Bot- schafters Armen Martirosyan (l.) erhielten am vergangenen Diens- tag Hauptmann Norbert Probst sowie die Hauptfeldwebel Albert Mulder und Josef Seck den Mar- shall-Baghramyan-Orden in Ber- lin. Die Objektschützer begleiteten und unterstützten im Rahmen des ISAF-Einsatzes von Februar bis Juli 2010 das erste armenische Kontingent, das die Bewachung des Flugplatzes Kunduz über- nommen hatte. (tsh)

28. Februar 2011

str eitkrä Fte

aktuell

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Gemischte Truppe

Lehrgang an der Führungsakademie unterstreicht Bedeutung der Reservisten.

Wachtel/FüAkBw
Wachtel/FüAkBw

Dreitägiger Lehrgang: soldaten, Beamte und reservisten tauschen in Hamburg ihre erfahrungen aus.

von Torsten Sandfuchs-Hartwig Wilkens unverzichtbar. Da der Ein- satz im Vordergrund steht, werden

Hamburg. Seine Pläne sahen ei- gentlich anders aus. Zunächst etwas

ausspannen, mal wieder richtig Um die Wichtigkeit der Reser-

Urlaub machen nach der längeren Tätigkeit als Geschäftsführer und Werkleiter in der Telekommunika- tionsbranche, dann neu orientieren. Und nun der Anruf aus Visselhö- vede. „Kannst Du mich kurzfristig vertreten“, erinnert sich Willibert Wilkens an die Frage, für dessen Beantwortung ihm sein Gegenüber nur kurze Zeit lassen konnte, denn

die Zeit drängte. Wilkens wollte. „In der Kürze liegt die Würze“,

Und so vertrat er von März bis Juli des vergangenen Jahres den Bataillonskommandeur des Füh- rungsunterstützungsbataillons 285. „Ein fordernde Aufgabe, aber auch eine tolle Zeit, wo mir meine Er- fahrungen aus der Wirtschaft sehr hilfreich waren“, erklärt Wilkens. Der Lebenslauf des 50-jährigen Oberstleutnants der Reserve ist mannigfaltig. Als Oberfeldwebel

1989 nach zwölfjähriger Dienstzeit Danz weiß aus eigener Erfah-

ausgeschieden, hat es ihn immer wieder zur Bundeswehr zurück- gezogen. Über Abendschule und Berufsförderungsdienst studiert er, wird Ingenieur und Betriebswirt und arbeitet sich bis zum Werklei- ter hoch. Die Bundeswehr honoriert seinen Weg und übernimmt ihn als Reserveoffizier. Denn für die Bundeswehr sind Reservisten wie

satz herangezogen werden. Für die Bundeswehr bedeutet ein aktiv praktiziertes Reservistenkonzept spätestens seit Beginn der Aus- landseinsätze die Dividende lang- wieriger Personalgewinnungspro-

zesse. Grundsätzlich besetzen Re- servisten immer Dienstposten in Deutschland. „Wenn kein aktives

Kontingent für Kontingent perso-

nelle Lücken gerissen. Personal verfügbar ist, gehen Re-

servisten aber auch in den Einsatz“, erklärt Oberst Hans-Hermann Paape, zuständiger Referatsleiter im Ver- teidigungsministerium.

visten zu unterstreichen, führt die Führungsakademie der Bundes- wehr seit Ende vergangenen Jahres

den Modullehrgang „Beauftragter Bereiche wie Wehrverwaltung

für Reservistenangelegenheiten“ durch. Adressaten sind Stabsoffi- ziere, die diese Aufgabe in einer- so genannten Nebenfunktion, also zusätzlich zu ihrer eigentlichen

Haupttätigkeit, erfüllen sollen. Einsatzzeitraum ihren Status und

erhalten einen ihrer Besoldungs- stufe entsprechenden Dienstgrad verliehen.

erklärt Oberstleutnant Oliver Danz, angesprochen auf den Nutzen des

Lehrgangs. Der stellvertretende Gebraucht werden Reservisten

also in allen Aufgabenfeldern, von Grundbetrieb und Hilfeleistung im Inland bis zur Konfliktverhütung und Krisenbewältigung im Aus- land. Für das Heer solle der Lehr- gang ein Pflichtbestandteil für alle Beauftragten für Reservistenan- gelegenheiten werden, skizzierte Generalleutnant Bruno Kasdorf, Stellvertreter des Inspekteurs des Heeres, die künftige Rolle des Lehrgangs im Personalkonzept.

wenn Truppenteile für den Ein- Wilkens unterstreicht derweil

rung, dass Reservisten aus dem so genannten Team „H“ (Heimat) nicht mehr wegzudenken sind,

oder Feldpostwesen werden im Einsatz komplett durch Reservisten abgedeckt. Mitarbeiter der Bun- deswehrverwaltung oder der Deut- schen Post wechseln dann für den

Regimentskommandeur aus Me- chernich hat den Lehrgang besucht und war begeistert. „Wir konnten uns in den drei Lehrgangstagen gut austauschen, denn die Zusam- mensetzung war sehr vielschich- tig – aktive Soldaten, Reservisten und Beamte der Wehrverwaltung.“

einmal mehr die Bedeutung, einen vollwertigen Beitrag für den Frieden zu leisten – er absolviert gerade seinen ersten Auslandseinsatz im EUFOR-Hauptquartier in Bosnien- Herzegowina.

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14 aktuell

SPORT

28. Februar 2011

Zweimal Silber

Teakwondo. Hautgefreiter Helena Fromm und Gefreiter Melda Akcan zeichneten sich in ihren jeweiligen Klassen in Austin/Texas bei den US-Open als Finalistinnen aus und mussten sich erst im jeweils letzten Kampf geschlagen geben. Beide Soldatinnen der Sportfördergruppe Sonthofen errangen damit die Sil- bermedaille. Der Saisonhöhepunkt wird die Weltmeisterschaft im Mai in Südkorea sein.

Erfolgreicher Auftakt

Bob/Skeleton. Nach Gold durch Bobpilotin Cathleen Martini und den beiden Silbermedaillen durch Thomas Florschütz mit Stabsge- freiter Kevin Kuske und Oberfeld- webel Manuel Machata mit Andreas Bredau im Zweierbob-Rennen hat Deutschland II bei der Weltmei- sterschaft in Königssee das Team- rennen gewonnen. Die Crew um die Skeletonis Michi Halilovic und Marion Thees sowie die Zweier- bobs von Hauptfeldwebel Sandra Kiriasis und Stephanie Schneider sowie Gefreiter Francesco Friedrich und Oberfeldwebel Florian Becke siegten vor Deutschland I. Frank Rommel und Anja Huber sowie die Bobs von Martini und Kristin Steiner sowie Oberfeldwebel Karl Angerer und Alexander Mann wur- den Zweite. Damit untermauerten die deutschen Athleten beim Auf- taktwochenende ihre Favoritenrolle vor heimischen Publikum.

Überflieger auf Kufen

Shorttrack. Deutschlands Män- ner-Staffel hat beim Shorttrack- Weltcup in Dresden für eine große Überraschung gesorgt und den ersten Weltcupsieg für Deutsch- land geholt. 2000 Fans feierten Robert Seifert, Paul Herrmann sowie die Stabsunteroffiziere (FA) Robert Becker und Torsten Kröger. Als alles auf einen Drei- kampf zwischen China, Kanada und Südkorea hindeutete, lösten die Chinesen in der letzten Runde einen Sturz ihrer beiden Rivalen aus. China wurde disqualifiziert, Deutschland siegte und qualifi- zierte sich noch für die WM vom 11. bis 13. März in Sheffield.(eb)

Ich habe alles erreicht

Bobpilotin Sandra Kiriasis auch ohne WM-Medaille im Zweierbob zufrieden.

Bienert/IMZ (2)
Bienert/IMZ (2)

Beim Start: Der Zweierbob der Bundeswehrathletin Sandra Kiriasis.

gewann sie in Turin Olympisches Gold. Eine Karriere, von der sie vor über zehn Jahren noch nicht ein- mal geträumt hat. Bis 1997 war sie noch als Rodlerin weltweit unter- wegs, beendete ihre Karriere und leistete dann für drei Jahre ihren Dienst in der Stammdienststelle des Heeres in Köln – bis die Disziplin Zweierbob auch für Frauen olym- pisch wurde. Kiriasis bekam das Angebot, zurück in den Spitzsport zu gehen und sagte nicht „nein“. Den grünen Flecktarn wechselte die gebürtige Dresdnerin wieder gegen den Trainingsanzug und wurde Deutschlands erfolgreichste Bobpilotin. Schon die erste Fahrt im Bob hat sie völlig begeistert. Der Unter- schied? „Beim Rodeln liegt man und beim Bob sitzt man.“ Aber sie fühlte sich im Zweisitzer ange- kommen. „Beim Rodeln hat man

mir immer vorgeworfen, ich würde zuviel umherschauen und jetzt darf ich es“, sagt die 36-Jährige. Nun jagt die Soldatin der Sportfördergruppe Warendorf mit ihrem schwarz- pinken Schlitten weltweit die Eis- rinnen hinab. „Mit Whistler habe ich in die- sem Jahr meinen Frieden geschlos- sen“, blickt sie auf die Weltcupsai- son zurück. Während die Strecke bei Olympia im vergangenen Jahr noch schwer zu handhaben und teil- weise auch lebensgefährlich war, wurde die Eisbahn nun entschärft und Kiriasis gewann mit ihrem Bob „Firebolt“ das Auftaktrennen in Kanada. Noch besser war das Wett- kampfwochenende in Lake Placid. „Der Bahnrekord war schon beson- ders und wenn man es auf dieser Strecke schafft ohne Bandenberüh- rung runterzukommen dann ist das perfekt. Mir ist es vier Mal hinter- einander gelungen!“ Kiriasis hat mit einer beeindru- ckenden Saison bewiesen, dass sie noch immer zu den besten Bob- pilotinnen der Welt gehört. Wie lange sie noch jedes Jahr an dem Weltcupspektakel teilnehmen will, weiß sie noch nicht. „Klar würde ich auch gern 2014 bei den Olym- pischen Spielen in Sotschi an den Start gehen, aber dann muss alles stimmen und der Körper auch fit sein.“ Jetzt heißt es erst einmal run- ter kommen und kurz verschnaufen, denn bereits in wenigen Wochen stehen die Vorbereitungen für die nächste Saison an.

von Sylvia Jaeck

Königssee. Es ist ein ganz per- sönliches Abschiedsgeschenk von Hauptfeldwebel Sandra Kiriasis an ihre Freundin, der amerikanischen Anschieberin Valerie Fleming. Diese hat mit dem Saisonhöhepunkt, der Weltmeisterschaft in Königssee, auch ihre Karriere beendet. Nun setzen Kiriasis und Fleming eine lange Idee in die Wirklichkeit um und fahren gemeinsam in einem Bob durch die Eisrinne – als Spur- schlitten vor den Trainingsläufen der Vierer-Bob-Teams. Eine lange Saison geht damit auch für Kiriasis zu Ende. Eine Saison mit der sie selbst mehr als zufrieden ist. Sie hat den Gesamt- weltcup bei den Frauen gewonnen und die Europameisterschaft auf ihrer Heimstrecke in Winterberg. Nur für den Weltmeistertitel hat es für sie und Anschieberin Berit Wiacker nicht gereicht. „Ich habe einfach nicht das richtige Material für die Bahn in Königssee gefun- den“, sagt Kiriasis nach dem vierten Platz bei der WM. Traurig sei sie nicht. „Ich habe alles erreicht und es gibt Schlimmeres als den vierten Rang.“ Bereits einen Tag später hielt sie aber auch Gold in ihren Hän- den. Im Team-Wettbewerb, bei dem pro Mannschaft je ein Skeleton der Männer und Frauen sowie je ein Zweierbob an den Start geht, holte Kiriasis mit ihrer Mannschaft die Goldmedaille. Sechs Mal wurde sie Welt-, fünf Mal Europameisterin. 2006

Sechs Mal wurde sie Welt-, fünf Mal Europameisterin. 2006 Erfolgreiches Gesamtweltcup-Team: Berit Wiacker und Sandra

Erfolgreiches Gesamtweltcup-Team: Berit Wiacker und Sandra Kiriasis (r.).

28. Febraur 2011

UNTERHALTUNG

aktuell

15

28. Febraur 2011 UNTERHALTUNG aktuell 15 Century F ox (2)20th Michael Douglas in der Rolle des
Century F ox (2)20th
Century F ox (2)20th

Michael Douglas in der Rolle des Gordon Gekko: 1987 mit Charlie Sheen (l.), 2010 mit Shia LaBeouf.

Wo nur Geld regiert

Regisseur Oliver Stone und seine Sicht auf die Welt der „Wall Street“

Blu-ray/DVD . Für seine per- fekte Verkörperung des Leitsatzes der Ronald Reagan-Ära, „Gier ist

gut“, bekam Michael Douglas einen Mit seinem üblichen Mangel an

Oscar: die Rolle in Oliver Stones Film „Wall Street“ von 1987, in der Douglas einen Börsenspekulanten mit dem passenden Namen Gordon Gekko spielte, war wie geschaffen für seine Fähigkeit, herzlose Män-

ner darzustellen, die ihre Mensch- In „Wall Street – Geld schläft

nicht“ lässt der gleiche Regisseur

völlig untergeordnet haben. die Figur Gordon Gekko zurück auf

So diente Gekko dem ehrgeizigen Nachwuchsbroker Bud Fox (Char- lie Sheen) als Vorbild, der in seine Einflusssphäre gerät und rasch den Verlockungen riskanter Geschäfte und satter Gewinne verfällt. Mit großzügigen Vergünstigungen wie einem Hochhaus-Apartment hängt Fox schon bald wie ein Wurm an Gekkos Angelhaken, blind gegen-

die große Bühne. 23 Jahre nach dem

lichkeit dem Streben nach Macht

über den Börsenmanövern, die sich schließlich gegen die Firma seines eigenen Vaters richten.

ambitionierten, aber unverdor- benen Broker Jacob (Shia LaBeouf) anzunähern. Der ist begeistert von dem ehemaligen Finanztitan und spricht auf dessen weltmännische Art sofort an. Als Jacob bemerkt, was Gekko wirklich vorhat, ist es bereits zu spät.

schaffen, der bis heute ein Meilen- Twentieth Century Fox Home stein seines Genres ist. Entertainment bietet ab sofort auf

DVD und Blu-ray den Klassiker wie auch die Fortsetzung von „Wall Street“ als Single-Version sowie als Box an.

Original angelegt, hat sich die Welt aktuell verlost eine Blu-ray. Ein-

Subtilität schöpfte Drehbuchau- tor und Regisseur Stone von den Maklererfahrungen seines eige- nen Vaters, um einen Kinofilm zu

scheinbar verändert, doch die Gier nach Macht und Reichtum ohne Rücksicht auf Verluste ist immer noch allgegenwärtig. Zunächst wirkt Gekko geläutert: Weil seine Tochter Winnie seit Jahren nicht mehr mit ihm spricht, versucht er sich ihr über ihren Verlobten, den

fach eine E-Mail mit Postanschrift und Stichwort „Douglas“ bis zum 14. März a n a k t uell@ bundeswehr.de schicken. (eb)

14. März a n a k t uell@ bundeswehr.de schicken. (eb) Exklusiv im Internet M u

Exklusiv im Internet

M u s i k . Mit einer kurzen Notiz auf ihrer Internetseite hat die britische Band Radiohead ihr neues Album „The King Of Limbs“ veröffentlicht. Wie beim Vorgänger „In Rainbows“ vor vier Jahren verkauft die Band um Frontmann Thom Yorke das Album erst einmal nur im Internet. Die acht Songs können dort in der digitalen Version für sieben Euro heruntergeladen werden. Radiohead hatte vor einigen Jah- ren die Zusammenarbeit mit den Majorlabels eingestellt und 2007

als erste international erfolgreiche Band ihr Album zunächst komplett im Internet verkauft. Dabei über- ließ das Quintett aus Oxford den Fans die Entscheidung, wie viel sie für das Album bezahlen wollen. Viele luden das Album daraufhin herunter, ohne etwas zu bezahlen. Für „The King Of Limbs“ hat die Gruppe einen festen Preis vorge- geben. In die Plattenläden soll das Album erst in ein paar Wochen kommen. Ist die gebotene Musik die Aufregung bei Millionen Fans und den Journalisten, die schon am Veröffentlichungstag Schnell- schuss-Rezensionen online stellten, den Preis von sieben Euro wert? Uneingeschränkt: Ja. „The King Of Limbs“ ist eines der besten Alben in der langen Karriere von Radio-

(eb)

head.

besten Alben in der langen Karriere von Radio- (eb) head. Als Jäger und Gejagter von Kampf

Als Jäger und Gejagter von Kampf zu Kampf

Kino. 3D-Action vom Feinsten, ohne Rücksicht auf Verluste – mit wenigen Worten lässt sich so der neue Film von Patrick Lussier und Todd Farmer beschreiben. In „Drive Angry 3D“ jagt Nicolas Cage in der Hauptrolle des fliehenden Krimi- nellen Milton mit rasanten Muscle- cars von Schlägerei zu Schießerei, von Kämpfen gegen Polizisten zu Auseinandersetzungen mit Ange- hörigen einer Sekte. Zeit zum Durchatmen bleibt weder für die Zuschauer noch für die Darsteller, denn: Milton ist auf der Flucht. Er wird nicht nur von der Polizei gejagt, sondern muss sich auch immer wieder einem

Warner Bros
Warner Bros

Viel Action in 3D: Der neue Film von Nicolas Cage „Drive Angry“.

rätselhaften Killer namens „Buch- halter“ stellen, der übernatürliche Kräfte besitzt. Gleichzeitig ist Milton selbst ein Jäger: Er will das Baby

seiner toten Tochter aus den Fängen einer barbarischen Sekte befreien – doch deren Mitglieder schrecken vor nichts zurück. Unterstützung

erhält Milton bei diesem Höllentrip von der ansehnlichen Piper (Amber Heard), die neben ihrer Rolle als Kampfgefährtin für einige Hin- gucker im Film sorgt. Kurz: „Drive Angry“ bietet eine verworrene Story, deren loser Faden lediglich dazu dient, die Actions- zenen in einen halbwegs stimmi- gen Rahmen zusammenzuhalten. „Drive Angry“ kombiniert aber auf gelungene Weise aufwen- dige Stunts, grobe Prügeleien mit schwarzem Humor und schnellen Autos. Gerade die männlichen Actionfans der harten Sorte über 18 Jahren dürfte dieses 3D-Spek- takel ansprechen. (fs)

16 aktuell

VE RMISCHTES

28. Februar 2011

16 aktuell V E R M I S C H T E S 28. Februar 2011

Der Förderer

Bienert/IMZ
Bienert/IMZ

Königssee. Es war eine Oberschen- kelverletzung, die Hauptfeldwebel René Spies in der Saison 2007/2008 zwang, den aktiven Bobsport an den Nagel zu hängen. Heute ist der 37-Jäh- rige Teil des Bobtrainerstabes um Cheftrainer Stabsfeldwebel Christoph Langen und nahezu das ganze Jahr für den Bobsport unterwegs. 2001 gewann Spies den Gesamtweltcup im Zweierbob, zwei Jahre später dann die Europameisterschaft.

Seine Erfahrungen aus den Wett- kämpfen, aber auch neue Ideen gibt er nun an junge Piloten wie Oberfeldwebel Manuel Machata oder Gefreiter Francesco Fried-

rich weiter. Mit ihnen feierte er jetzt einen erfolgreichen Gesamt- Weltcup oder die Weltmeister- schaft. Gerade junge Athleten zu fördern und neue Talente zu ent- decken, stehen auf seiner Agenda

(sja)

ganz oben.

Was ist Ihr wertvollster Besitz? Meine Familie.

Wie können Sie am besten entspannen? Bei Musik.

Welche natürliche Gabe würden Sie gern besitzen? Ich finde es toll, wenn Menschen singen können – ich kann es gar nicht.

Mit wem möchten Sie gern einen Monat lang tauschen? Vielleicht mit Michael Schumacher, aber auch nur einen Monat.

Welche lebende Person bewundern Sie am meisten? Meine Frau, weil sie es monatelang mitmacht, wenn wir unterwegs sind.

Was treibt Sie an? Ehrgeiz und gewinnen wollen.

Was können Sie besonders gut kochen? Rigatoni mit Sojasauce, Speck und Hühnerfleisch – das Lieblingsgericht von meinem Sohn.

Was wäre Ihre berufliche Alternative? Vielleicht ein betriebswirtschaftliches Studium und dann irgendetwas im Bereich Marketing.

Was können Sie überhaupt nicht leiden? Unehrlichkeit.

Wie lautet Ihr Lebensmotto? „Egal was passiert, die Erde dreht sich weiter“, und: „Das Glas ist halbvoll.“

Wie lautet Ihr Lebensmotto? „ Egal was passiert, die Erde dreht sich weiter“, und: „Das Glas
Wie lautet Ihr Lebensmotto? „ Egal was passiert, die Erde dreht sich weiter“, und: „Das Glas