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D 8512
D 8512

47. Jahrgang

Nr. 30

Montag, 1. August 2011

EiNsAtz

Medizinische Hilfe

Nr. 30 Montag, 1. August 2011 EiNsAtz Medizinische Hilfe Das Personal des Rettungszentrums im PRT Faizabad

Das Personal des Rettungszentrums im PRT Faizabad versorgt im Rah- men freier Kapazitäten auch afgha- nische Patienten und erntet dafür große Dankbarkeit. Seiten 8/9

sport

Erfolgreich in Rio

große Dankbarkeit. Seiten 8/9 sport Erfolgreich in Rio Gefreiter Tom Siara (Foto) hat bei den fünften

Gefreiter Tom Siara (Foto) hat bei den fünften militärischen Weltspie- len in Brasilien die erste von fünf Goldmedaillen für die Bundeswehr- auswahl gewonnen. Seiten 14/15

für die Bundeswehr- auswahl gewonnen. Seiten 14/15 Homepage der Bundeswehr: www.bundeswehr.de Bundeswehr auf

Homepage der Bundeswehr:

Seiten 14/15 Homepage der Bundeswehr: www.bundeswehr.de Bundeswehr auf YouTube: www.youtube.com/bundeswehr

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augustinfotos

Neue Fähigkeiten

Der „Euro Hawk“ soll künftig die ausgemusterte „Breguet Atlantic“ ersetzen.

Bicker/PIZ Lw
Bicker/PIZ Lw

Non-stop von den UsA nach Deutschland: Nach 22 stunden Flugzeit erreicht der „Euro Hawk“ die WtD 61.

von Jörg Briedigkeit

Manching. Der „Euro Hawk“ stellt alle derzeit in der Bundes- wehr genutzten unbemannten flie- genden Systeme (Unmanned Air- craft System – UAS) im wahrsten Sinne des Wortes in den Schatten:

Mit einer Länge von fast 15 Metern, einer Flügelspannweite von rund 40 Metern, einem maximalen Abfluggewicht von etwa 14,5 Ton- nen sowie einer Reichweite von fast 23 000 Kilometern überragt der „Euro Hawk“ alle anderen Systeme. Vor gut einer Woche ist das erste von insgesamt fünf unbemannte Luftfahrzeuge bei der Wehrtech- nischen Dienststelle (WTD) 61 in Manching gelandet. Rund 22 Stun- den zuvor war der „Euro Hawk“ auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien gestartet und hatte dann einen mustergültigen Über- führungsflug zurückgelegt. Die Landung in Deutschland markiert einen Meilenstein bei der Einführung eines unbemannten Auf- klärungssystems der HALE-Klasse

(High Altitude Long Endurance) in die Bundeswehr. Mit diesem Auf- klärungssystem gelingt der techno- logisch zukunftsweisende Einstieg in die unbemannte Luftfahrt auch im deutschen Luftraum. Das System verfügt über keinerlei Bewaffnung und soll künftig die Aufgaben der bereits außer Dienst gestell- ten Flugzeuge vom Typ „Breguet Atlantic“ in der SIGINT-Variante (Signal Intelligence) übernehmen und Informationen aus dem elek- tromagnetischen Spektrum erfassen. Ein derartiges unbemanntes Auf- klärungssystem in dieser Leistungs- klasse existiert bei der Bundeswehr bislang noch nicht. Der erste „Euro Hawk“ ist ein Erprobungsträger, der für die Einrü- stung der Aufklärungskomponente ISIS (Integrated SIGINT System) und für weitere Testflüge zunächst bei der WTD 61 verbleibt. Ab Mitte kommenden Jahres soll es dann in Schleswig stationiert werden. Die Projektleitung bis zur Über- gabe an die Nutzer hat bis dahin das Bundesamt für Wehrtechnik

und Beschaffung. Es arbeitet eng mit der Luftwaffe und der Streitkräfte- basis zusammen. Der „Euro Hawk“ soll künftig durch das Personal des Aufklärungsgeschwaders 51 „Immel- mann“ in Kropp betrieben werden. Die Sensorik der Aufklärungskom- ponente liegt dann in der Verantwor- tung des Bataillons Elektronische Kampfführung 912 in Nienburg, das ebenfalls die gewonnenen Daten auswerten wird. Als Piloten des unbemannten Aufklärungssystems werden erfahrene Luftfahrzeugführer und Waffensystemoffiziere in den Bodenstationen sitzen, die ursprünglich auf bemannten mili- tärischen Luftfahrzeugen geflo- gen sind. Sie wurden in den USA zunächst auf dem „Global Hawk“, dem amerikanischen Grundmuster der deutschen Variante, ausgebil- det und dann auf den „Euro Hawk“ umgeschult. Zukünftige Piloten werden nach erfolgreicher Offizier ausbildung zunächst eine zivile Fluglizenz erwerben und dann auf den „Euro Hawk“ geschult.

2 aktuell

INTERN

1. August 2011

ZITAT

„Ich bin nur der arme Tölpel, der draußen schreit.“

Wasserball-Bundestrainer Hagen Stamm am vergangenen Dienstag über seine Rolle am Beckenrand bei den Schwimm-Weltmeister- schaften im chinesischen Shanghai.

KALENDERBLATT

Vor 5 Jahren. Am 3. August 2006 ruft die Stadt New York bei Tempe- raturen bis zu 40 Grad Celsius erstmals in ihrer Geschichte den Hitze- notstand aus. Die Bürger werden dazu angehalten, Energie zu sparen und die Stromnetze zu schonen.

Vor 30 Jahren. Am 3. August 1981 besetzen iranische Studenten aus Pro- test gegen die Mullahregierung unter Ayatollah Khomeini die iranische Botschaft in Bonn.

Vor 45 Jahren. Am 6. August 1966 verteidigt Muhammad Ali seinen Box-WM-Titel gegen Brian London durch K.o.

Vor 55 Jahren. Am 1. August 1956 führt Belgien als das letzte europä- ische Land die Führerschein-Pflicht ein. Der Führerschein hat eine mehr als 100-jährige Geschichte. Das Konzept einer Fahrerlaubnis – wie auch des Führerscheins – gibt es seit 1888

Vor 105 Jahren. Am 3. August 1906 läuft in der Kieler Krupp Germa-

niawerft mit SM U1 das erste deutsche Uboot vom Stapel. Es kann eine

(eb)

Tiefe von bis zu 30 Metern erreichen.

EDITORIAL

eine (eb) Tiefe von bis zu 30 Metern erreichen. EDITORIAL ist und der Ver- teidigungsmini- ster

ist und der Ver- teidigungsmini- ster wie geplant Ende Oktober die Stationie- rungsentschei- dungen treffen kann. Eine große Herausforderung und Verantwor- tung zugleich, der sich die beteiligten Mitarbeiter derzeit stellen müssen. Der neue Leiter des Arbeitsstabes Strukturreform informiert hierüber im Interview (S. 4). Beginnend in

allen voran der USA. der nächsten Ausgabe wird aktuell

Vom alljährlichen Sommerloch kann

in diesen Tagen nicht die Rede sein. Es sei denn, man nimmt den Begriff wörtlich und setzt ihn mit dem täg- lich wechselnden Wetter gleich, das alles andere als sommerlich ist. Die Medien berichten nahezu täglich über Entwicklungen und Ereignisse weltweit, die aufhorchen lassen.

Sei es

phe in Somalia, die jüngsten Ter- rorattacken in Norwegen oder die großen wirtschaftlichen und finan- ziellen Probleme einiger Länder,

die humanitäre Katastro-

zudem die Projektleiter zum Fort- gang ihrer Arbeit befragen.

Monaten begonnene Neuausrich- Abschließend ein Hinweis in eige-

Eher unbedeutend erscheint in diesem Zusammenhang die vor

tung der

Bundeswehr. Für viele

ner Sache: Beim Sudoku (S.16) war es

Frank Pflüger

der Bundeswehrangehörigen und deren Familien wird sie aber erneut ein gravierender Einschnitt bedeu- ten. Vor einiger Zeit haben nun die Projektgruppen zur Neuausrich- tung der Bundeswehr mit der Fein- abstimmung ihrer Arbeit begon- nen. Jetzt gilt es, die elf Projekte so aufeinander abzustimmen, dass

Ihnen bislang möglich, einen aktuell- Kaffeebecher zu gewinnen. Ab heute dürfte das Gewinnspiel für Sie noch reizvoller sein. Denn mit der rich- tigen Lösung könnte demnächst ein Buddy Bär in Flecktarn auf Ihrem Schreibtisch stehen – viel Glück!

die neue Struktur zukunftsfähig

Chefredakteur

BILD DER WOCHE

Carstensen/dpa/pa
Carstensen/dpa/pa

Liebe statt Hass: 200 000 Menschen gedachten am vergangenen Montag in Oslo der Opfer der Terrorattacken in Norwegen.

1. August 2011

hintergrund

aktuell

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Starker Partner im Einsatz

Deutsche Bundes- und Länderpolizisten bilden afghanische Sicherheitskräfte aus.

von Sylvia Jaeck

Berlin. Sudan, Kosovo, Bosnien- Herzegowina, Afghanistan – alles Länder, die deutsche Soldaten nur zu Gut kennen, denn sie gehören zu den Einsatzgebieten der Bundes- wehr. Doch es sind nicht nur Sol- daten der Bundeswehr, die ihren Dienst fernab der Heimat tun. Sudan, Kosovo, Bosnien-Herze- gowina und Afghanistan sind auch die Einsatzländer deutscher Poli- zisten. In insgesamt zwölf interna- tionalen Missionen – einschließlich des bilateralen deutschen Polizei- projekts in Afghanistan – schickt das Bundesministerium des Innern (BMI) seine Polizeibeamten. „Obwohl wir auch schwierige Missionsgebiete haben, haben wir zurzeit keine Bewerberprobleme“, sagt Dagmar Busch, Leiterin des Referats B4 im BMI, das sich mit der internationalen grenzpolizei- lichen Zusammenarbeit befasst. Anders als bei Soldaten, melden sich die Polizisten ausschließlich freiwillig für einen Auslandsein- satz. „Sie bewerben sich auf Aus- schreibungen, danach folgt ein Aus- wahlverfahren und medizinische Untersuchungen“, beschreibt Busch die Bewerberphase. 1989 waren es die Wahlen und die Unabhängig- keit Namibias, die zur ersten Aus- landsmission von deutschen Bun- desgrenzschutzbeamten – heute Bundespolizisten – führte. „Doch mit den Balkaneinsätzen wurde deutlich, dass wir ohne die Unter- stützung der Länder diese Aufgaben nicht bewältigen konnten.“ Seit 2002 sind deutsche Polizei- beamte nun auch in Afghanistan aktiv. Auf der Petersburger Konfe- renz in Bonn ein Jahr zuvor wurde Deutschland als Leitnation für den Polizeiaufbau in Afghanistan bestimmt. Eine bilaterale Mis- sion wurde aufgebaut – heute sind nahezu 200 deutsche Beamte für das GPPT (German Police Project Team) am Hindukusch aktiv. Doch schnell wurde deutlich, dass eine einzige Nation kaum die gesamte Aufbauarbeit der afghanischen Polizei bewältigen kann. Der Poli- zei- und Justizaufbau sollte brei-

Bundespolizei
Bundespolizei

Multinationale Mission: An der Ausbildung der afghanischen Polizisten beteiligen sich 22 eu-Staaten.

ter aufgestellt werden. Mitte 2007 wurde dann die europäische Mis- sion EUPOL beschlossen und ein halbes Jahr später in Afghanistan auf die Beine gestellt. Deutschland beteiligt sich mit bis zu 60 Beam- ten an dieser Mission – europaweit sind es 22 EU-Mitgliedstaaten, die sich daran beteiligen. „Dabei haben wir vor allem eine unterstützende Funktion“, erklärt der für Afghanistan zuständige Referent, Polizeioberrat Stephan Struck. Diese ziele besonders auf die Ausbildung der Polizisten. Wäh- rend Polizeioffiziere nahezu vier Jahre auf der Polizeiakademie in Kabul die Schulbank drücken, absolvieren Unteroffiziere derzeit eine viereinhalbmonatige Ausbil- dung. Für den einfachen Polizei- dienst gehen die angehenden Poli- zisten sechs und demnächst acht Wochen in die Grundausbildung. „Diese Grundausbildung können wir mit unseren europäischen Stan- dards nicht vergleichen“, erklärt Struck, „zu unterschiedlich seien die Voraussetzungen und Fähig- keiten der angehenden afghanischen Polzisten“. „So müssen den Poli- zisten neben der Schießausbildung und der Teamarbeit auch einfache Grundfertigkeiten nahe gebracht werden – von einem strukturierten Tagesablauf bis hin zu einer Ver- besserung der körperlichen Fitness.“ Denn solche Lebensbedingungen seien in Afghanistan eben nicht

selbstverständlich. Auch die hohe Analphabetenrate stellt ein weiteres Problem dar, dem das BMI und das Auswärtige Amt mit Kursen entgegentreten wollen. Mehreren tausend Polizisten konnte so Lesen und Schreiben beigebracht werden. „Das Ziel ist natürlich auch, über die Grundausbildung hinaus, die Polizisten ständig weiterzubilden.“ Neben EUPOL und GPPT betei- ligen sich deutsche Polizisten auch an dem so genannten FDD-Projekt. „Die Ausbildung funktionierte in den Provinzverwaltungen recht gut, doch in den Distrikten kam davon bislang recht wenig an. Also wurde 2007 das Mentoren-Projekt Focused District Development (FDD) ini- tiiert.“ Die deutschen Polizisten konzentrieren sich dabei auf die Distrikte Balkh und Badakhshan. „Uns war jedoch sofort klar, dass wir das ohne die Bundeswehr nicht leisten können“, blickt der Polizei- oberrat zurück. Das Verteidigungs- ministerium sagte umgehend seine Unterstützung zu. Ein Mentoren- Team besteht aus jeweils bis zu vier Polizisten sowie bis zu vier Feldjägern. Von der Schutzkomponente der Bundeswehr werden diese in die Distrikte begleitet, wo das FDD-Projekt in drei Hauptphasen gegliedert wird. Zuerst wird eine Bestandsaufnahme gemacht, wie die afghanischen Polizisten aus- gestattet und ausgebildet sind.

Danach werden die Polizisten für zwei Monate aus den Distrik- ten vollständig herausgelöst und geschult. Der dritte Schritt ist der entscheidende: Bis zu einem Jahr folgt dann die Mentorenphase, bei der die Afghanen auch weiterhin bei ihrer Arbeit begleitet und unter- stützt werden. „Ein Prozess, der sich bewährt hat“, sagt Struck, der selbst 2006 für fast zwei Jahre im Afghanistan-Einsatz war. Dabei übernehmen die Poli- zisten und Feldjäger voneinan- der getrennte Aufgaben. Während die deutschen Polizisten den Füh- rungskräften beratend zur Seite ste- hen, übernehmen die Feldjäger das robuste Training der afghanischen Polizisten – bei der derzeitigen Sicherheitslage eine unverzicht- bare Maßnahme. Mehr als 350 Polizisten aus dem Bund und den Ländern sind derzeit in Auslandseinsätzen aktiv, davon etwa 220 in Afghanistan. Kurzzeit- oder auch Trainingsexperten blei- ben zwischen vier und sechs Mona- ten, Langzeitberater bis zu einem Jahr im Ausland (S.10). Und Struck macht deutlich: „Die hohe Anzahl an Polizeimissionen an denen sich Deutschland unter anderem mit Polizisten beteiligt, verdeutlicht, dass deutsche Polizisten vermehrt die Möglichkeit haben sich mit ihrer Expertise auch über die Grenzen Deutschlands hinaus einbringen zu können.“

4 aktuell

MINISTERIUM

1. August 2011

Im Dialog mit den Mitarbeitern

Der Arbeitsstab Strukturreform beantwortet häufig gestellte Fragen zur Neuausrichtung.

Berlin. Die Neuausrichtung der Bundeswehr ist in vollem Gange. Der Arbeitsstab Strukturreform (ASR) hat erneut zahlreiche Fragen zum Reform-Thema beantwortet. Bei aktuell lesen Sie im Folgenden

Trotz guter Gesamtpersonallage ist die Personalgewinnung für hochqualifizierte Fachkräfte lauf- bahnübergreifend bereits heute schwierig. Künftig soll es daher

einen Auszug. allem auch aus den sinkenden

Jahrgangszahlen. attraktive Angebote insbesondere

Warum muss die Bundeswehr reformiert werden? Die Leistungsfähigkeit der Bundes- wehr bleibt derzeit trotz des vorbild- lichen Einsatzes unserer Soldaten und der zivilen Mitarbeiter insge- samt deutlich hinter ihren Möglich- keiten zurück. Defizite liegen in einer zu geringen Anzahl verfügbarer Kräfte für den Einsatz, zu geringer Durchhaltefähigkeit, schwerfälligen Entscheidungsprozessen sowie lang- wierigen Verfahren. Gründe hierfür sind ineffiziente Strukturen in Verbindung mit jahrelanger Unter-

finanzierung. dert aus den fünf Teilstreitkräften sonalgewinnung“ geschaffen wer- und Organisationsbereichen – Heer, den, um Handlungsbedarf frühzei-

Die Streitkräfte werden unverän-

ein ganzheitliches Lagebild „Per-

technische Fachkräfte geben,

Wie werden die Streitkräfte künf- in den Mannschaftslaufbahnen und

willig Wehrdienstleistenden liegen. Der Umfang der Zivilbeschäftigten wird 55 000 betragen. Diese Grö- ßen ergeben sich neben den sicher- heitspolitischen Anforderungen und dem verfügbaren Geld vor

künftige Dienstposten- und Auf-

wuchsgewinnung? gabenumfang. Die Auswirkungen

hieraus werden durch die Perso- nalführung für jeden einzelnen Beschäftigten geprüft und auch in Einzelgesprächen vermittelt wer- den. Soweit Beschäftigte außerhalb von Dienstposten geführt werden, wird die Personalführung in enger Zusammenarbeit mit dem Organisa- tionsreferat und den jeweiligen neuen Beschäftigungsbereichen sicherstel- len, dass diese weiterhin mit ange- messenen, im Falle der Beamten – amtsangemessenen –, Tätigkeiten beschäftigt werden. Ungeachtet dessen wird es das Ziel sein, für alle Betroffenen schnellstmöglich eine sozialverträgliche Lösung zu finden.

Wie ist die Lage bei der Nach-

Lösung zu finden. Wie ist die Lage bei der Nach- tig aufgebaut sein? für Wird bei

tig aufgebaut sein? für

Wird bei Verlagerungen des Mini- steriums nach Berlin auf der Basis des Freiwilligenprinzips vorge- gangen? Bei Verlagerungen nach Berlin wird, wo immer das möglich ist, auf Wünsche des betroffenen Perso- nals Rücksicht genommen. Es sind aber Fälle vorstellbar, in denen von

zu großen Stäben erfolgen. Alle ausgerichtet werden. der Folgepflicht beziehungsweise

von redundant arbeitenden oder Ansehens soldatischer Tätigkeiten

Wie groß wird die Bundeswehr zukünftig sein und wie leitet sich

diese Größe ab? Dabei wird übergreifend ein Abbau gerung des gesellschaftlichen

Der Umfang der Streitkräfte

einsch l ießl ich Reser-

visten bei bis zu 185 000 Solda- ten, bestehend aus 170 000 Zeit- und Berufssoldaten, 5 000 Frei- willig Wehrdienstleistenden plus bis zu 10 000 weiteren Frei-

wi rd

die Informationsarbeit auf die Stei-

Marine, Luftwaffe, Streitkräfteba- tig identifizieren zu können, und

sis und Sanitätsdienst – bestehen.

Teilstreitkräfte und militärischen Organisationsbereiche strukturieren Was passiert mit dem Überhang- darüber hinaus ihre Führungs- personal? kommandos unter Wegfall einer Sobald über die zukünftige Struk- Führungsebene neu. tur entschieden ist, ergibt sich der

dem Direktionsrecht Gebrauch gemacht wird.

Weitere Informationen sind im Intranet verfügbar.

Jetzt ist die Feinabstimmung notwendig

Bonn. Der neue Leiter des ASR, Brigadegeneral Martin Schelleis, sprach mit aktuell.

Was werden die Schwerpunkte Ihrer Arbeit als ASR-Leiter sein? Im Gesamtprojekt der Neuausrich- tung haben wir in den Teilprojekten nun einen Planungsstand erreicht, der es erlaubt, die inhaltliche und zeitliche Detailabstimmung vorzu- nehmen. Vereinfacht gesagt: Wir brauchen einen fein ausdifferen- zierten, ganzheitlichen Meilenstein- plan, in den sich die Einzelprojekt- pläne einfügen und so gegenseitig ergänzen. Es würde ja beispielsweise keinen Sinn machen, wenn im Pro- jekt „Überprüfung Ausrüstungs- und

Bundeswehr
Bundeswehr

Beschaffungs- v o r h a b e n “

m i t

bestimmten

Beschaffungs-

vorhaben gar

n i c h t

geplant wird, gleichwohl im Projekt „Neuordnung Streitkräfte“ dafür noch Strukturen vorgehal-

ten werden. kein Projekt, gehört aber zu Ihrem Aufgabenbereich

Welches der elf Projekte ist derzeit

besonders vordringlich? meinen Beitrag dazu gerne, nicht

Wie Sie wissen, will der Minister Ende Oktober die Stationierungs- entscheidungen treffen. Dieser Termin wirkt als Treiber auf alle

selbstverständlich leiste ich

anderen Projekte, da zuvor die stati- onierungsrelevanten Teilaspekte der Einzelprojekte abgeleitet sein müs- sen, also beispielsweise die Anzahl der Verbände und Behörden, die sich aus der finalen Aufgabenzuweisung an die einzelnen Bereiche ergibt. Daher wird an allen Projekten mit

Wie muss eine moderne Armee der

Hochdruck gearbeitet. Zukunft aufgestellt sein? Die Vorgabe des Ministers ist klar.

Die Bundeswehr der Zukunft muss einsatzorientiert aufgestellt, vom Umfang her demographiefest und nachhaltig finanziert sein. Zudem wird der bundeswehrgemeinsame Ansatz durchgesetzt. Der Arbeits- stab ist ein Vorbild hierfür. Die Projektbegleitteams sind zivil- militärisch gemischt. (min/bri)

Die Mitarbeiterinformation ist

zeugt, dass die persönliche Anspra- che der Bundeswehrangehörigen durch die jeweiligen Vorgesetzten durch nichts ersetzt werden kann. Die Aussage „Steht doch im Netz“, die reicht sicherlich nicht aus.

e i n e m

m e h r

und

zuletzt, da ich das Interesse an Informationen aus eigener Erfah- rung nur zu gut nachempfinden kann! Ich bin aber davon über-

1. August 2011

POLITIK

aktuell

5

Somalias große Krise

Hungersnot gefährdet Millionen – politische Unruhen verschärfen Lage.

Dhanji/Reuters
Dhanji/Reuters

Lokale Milizen und Hunger setzen ihnen hart zu: Für viele Menschen aus Somalia ist die Lage verzweifelt.

Mogadischu/Rom/Berlin. Die

islamischen Milizen kontrollierte

den Hunger dahingerafft werde,

a

ktuelle Hungersnot in Somalia

Gebiet bringen will. Von den Kämp-

dem drohe die Rekrutierung als

b

edroht rund 3,7 Millionen Menschen

fern der Al-Schabaab-Bewegung

Kindersoldat oder Selbstmordat-

u

nd hat zu massiven Flüchtlingsströ-

gab es widersprüchliche Äuße-

tentäter.

m en in der ohnehin instabilen Region

rungen. Es ist damit zu rechnen, Der UN-Sicherheitsrat verlangte

g

eführt. 100.000 Binnenflüchtlinge

dass sie den internationalen Hel-

von allen kämpfenden Gruppen,

s

ind mittlerweile in der somalischen

fern den Zugang zu den Gebieten

„den vollen, sicheren und unbehin-

H auptstadt Mogadischu eingetrof-

unter ihrer Kontrolle verweigern. derten Zugang für eine rechtzeitige

en. Die verheerende Lage habe zu

f

Die Al Shabaab versucht einen

Lieferung humanitärer Hilfe an Men-

e

inem heillosen Durcheinander und

islamischen Staat in Somalia auf-

schen in Not“ zu garantieren, sagte

P

lünderungen geführt, daher stün-

zubauen und kämpft gegen die

der deutsche UN-Botschafter Peter

d

en einige der „Schwächsten und

Übergangsregierung in Mogadi-

Wittig als derzeitiger Präsident des

erwundbarsten mit leeren Hän-

V

schu. Zudem wird internationale

mächtigsten UN-Gremiums. Stra-

d

en da“, erklärte das Flüchtlings-

Hilfe in den betroffenen Gebieten

fen drohte der Sicherheitsrat nicht

h

ilfswerk der Vereinten Nationen

behindert. Die Al Shabaab gibt als

an. Die Bundesregierung hat derweil

(

UNHCR).

wenig glaubhafte

Begründung an,

ihre Hilfe um mehr als 45 Millionen

Das Welternährungsprogramm ( WFP) der Vereinten Nationen hofft

westliche Organisationen würden in Somalia politisch agieren. Amnesty

Euro aufgestockt. „Die schlimme Lage muss schnell gelindert wer-

un auf den Beginn der Luftbrücke

n

International machte darauf auf-

den, um so viele Menschenleben

f

ür die Hungernden. Bislang ist

merksam, wie sehr vor allem Kinder

wie möglich zu retten“, so Ent-

j edoch unklar, wie die Organisation

und Jugendliche unter der Gewalt

wicklungsminister Dirk Niebel in

L ebensmittel

in das von radikal-

der Rebellen leiden. Wer nicht durch

Berlin.

(ber/krl)

In der Hand der Aktivisten

Damaskus/Hama. In der syrischen Hauptstadt Damaskus haben Sicherheitskräfte nach Anga- ben eines Menschenrechtsakti- visten in der vergangenen Woche erneut hunderte Menschen festge- nommen. Der Leiter der syrischen Beobachtungsstelle für Menschen- rechte in London, Rami Abdel Rah- man, sagte, Soldaten kontrollierten die Zugänge zum Stadtteil Kabun. Sicherheitskräfte durchkämmten auf der Suche nach Waffen Häuser und nähmen Anwohner fest. In der Protesthochburg Homs verstärk-

proteste ein neues Parteiengesetz erlassen. Es erlaubt im Prinzip die freie Gründung von politischen Par- teien, wenn diese nicht auf konfes- sioneller, ethnischer, clan-mäßiger, regionaler oder berufsständischer Grundlage stehen, so die staatliche Nachrichtenagentur Sana am ver- gangenen Montag. Neue Parteien müssen allerdings unter anderem die geltende Verfassung respektie- ren und damit die darin verankerte

skandiert. „führende Rolle“ der herrschenden

Baath-Partei in Staat und Gesell- schaft akzeptieren. (raf/ajm)

Inzwischen hat die syrische Regie- rung unter dem Druck der Massen-

ten Sicherheitskräfte ihre Präsenz auf den Straßen, darunter auch mit Panzern. In Hama demonstrierten unterdessen wieder Zehntausende ungehindert. Diese im Zentrum Syriens gelegene Stadt wird von den Regimetruppen seit Wochen nicht mehr betreten. Videos, die von Aktivisten aus Hama ins Internet gestellt wurden, zeigen eine ener- giegeladene Menge, die Spottverse auf Präsident Baschar el Assad

Chávez tritt erneut an

Porto Alegre. Trotz seiner Krebser- krankung will der venezolanische Präsident Hugo Chávez bei den Wahlen 2012 erneut antreten. Das erklärte der sozialistische Staats- chef der Tageszeitung Correo del Orinoco. „Ich habe keinen einzigen Moment daran gedacht, mich vom Präsidentenamt zurückzuziehen“, so Chávez, der seit 1999 regiert. Sein Gesundheitszustand lasse eine erneute Amtszeit zu. Um die Kan- didatur des konservativ-liberalen Oppositionsbündnisses „Demokra- tische Einheit“ wollen sich zahl- reiche Politiker bewerben. Henrique Capriles Radonski, Gouverneur des Bundesstaates Miranda, werden dabei die besten Chancen gegen Chávez

(sk)

eingeräumt.

Streit um Bankwesen

Abuja. Im Streit um die Einfüh- rung eines islamischen Bankwe- sens in Nigeria verschärft sich der Ton. Wie die nigerianische Zeitung The Punch berichtete, kündigte der oberste Scharia-Rat des Landes in der vergangenen Woche an, er werde für ein Banksystem nach den Richt- linien des Koran notfalls „in den Krieg ziehen“. In Nigeria wogt seit Wochen ein Streit um die Einfüh- rung eines islamischen Bankwesens, das etwa Rücksicht auf das Verbot des Zinsnehmens nimmt. Führende Stimmen der Christlichen Vereini- gung Nigerias hatten die Einführung wiederholt kritisiert, da sie darin einen Schritt zur Islamisierung des Landes sehen. (bju/cdt)

Ex-Premier verhaftet

Kairo. Ein Militärgericht in Kairo hat am vergangenen Montag die Verhaftung des ehemaligen ägyp- tischen Ministerpräsidenten Ahmed Nasif angeordnet. Die Staatsanwälte werfen ihm die Veruntreuung von Grundstücken in Staatsbesitz vor, berichteten ägyptische Medien. Er ist der erste Politiker aus dem im Februar gestürzten Regime von Ex- Präsident Husni Mubarak, dem nun ein Verfahren vor einem Militärge- richt bevorsteht. Begründet wird dies damit, dass die mutmaßlich ver- untreuten Grundstücke der Armee gehört hatten. (gm)

6 aktuell

politik

1. August 2011

Die NATO und die Arabellion

Wie die Revolutionen in den arabischen Ländern neue Herausforderungen für die Allianz schaffen.

Rom. Die arabische Welt ist in Auf- ruhr. Seit mehr als sechs Monaten kommt es in zahlreichen Staaten in Nordafrika und der Golfregion zu Unruhen, die auch die NATO berühren. In einem Namensartikel setzt sich Karl-Heinz Kamp, For- schungsdirektor des NATO Defense College in Rom, für aktuell mit die- ser Thematik auseinander. Hierbei gibt er seine persönliche Meinung wieder.

Was als Massenprotest in Tune- sien begann, hat sich zur länder- übergreifenden Rebellion ausgewei- tet. Das kam völlig überraschend – für die Region selbst ebenso wie die Atlantische Allianz. Und die Folgen der politischen Veränderungen süd- lich des Mittelmeers wirken sich auf die NATO mittlerweile direkt aus. Natürlich war die NATO weder Auslöser noch treibende Kraft des „Arabischen Frühlings“. Allerdings ist die Allianz seit vielen Jahren ein Akteur in der Region, die in der Expertensprache kurz MENA (Middle East and Northern Africa) genannt wird. Über ihre beiden Kooperations- programme, den Mediterranean Dialogue (MD) und die Istanbul Cooperation Initiative (ICI), hat die NATO mit vielen südlichen Mit- telmeeranrainern und Golfstaaten konkrete Zusammenarbeit prak- tiziert: Terrorismusbekämpfung, gemeinsame militärische Ausbil- dung und Übungen, Erfahrungs- austausch bei der Streitkräftere- form, enge militärische Kontakte und vieles mehr. Dabei hat die NATO nicht doziert oder Lösungen vorgegeben, sondern hat ihre Erfahrungen etwa bei der Streitkräfteplanung, der Grenzsi- cherung oder der Verbindung von militärischem und zivilen Handeln vermittelt und es den Partnern über- lassen, ihren eigenen Weg zu wäh- len. Dies blieb nicht ohne Folgen. Es ist sicher kein Zufall, dass Part- nerländer wie Ägypten oder Tune- sien die Umbrüche bislang friedfer- tiger gemeistert haben, als Libyen oder Syrien, die in der Vergangen- heit nicht mit der NATO koope- rierten. Die enge Zusammenarbeit

NATO
NATO

Ein niederländischer F-16-kampfjet startet vom luftwaffenstützpunkt in Decimomannu auf Sardinien.

mit einer demokratischen Institution wie der NATO hat offenbar gerade bei den Streitkräften der Partner Früchte getragen. Andererseits hat die NATO nicht selten ihre eigenen Werte auf dem Altar der Realpo- litik opfern müssen. So viel Pragmatismus mag der reinen Lehre von der NATO als Wertegemeinschaft widersprechen, war aber angesichts der politischen Sensibilitäten in der Region alter- nativlos. Völlig vergessen haben die heutigen Aufständischen die- sen Widerspruch sicher nicht. Mit dem militärischen Eingreifen in Libyen zum Schutz der Zivilbe- völkerung hat die NATO in dieser Hinsicht wieder Boden gutmachen können. Es ist auffallend, dass wäh- rend des ganzen „Arabischen Früh- lings“ weder amerikanische noch israelische Flaggen verbrannt wur- den – ein Ritual, das sonst in vielen MENA-Ländern selbst bei banalen Anlässen gang und gäbe ist. Dabei hat sich die NATO die Frage nach dem Libyeneinsatz nicht leicht gemacht, gab es doch sehr unter- schiedliche Ansichten im Bünd- nis darüber, ob man überhaupt in einem Bürgerkrieg intervenieren soll. Auch heute beteiligt sich nur ein Bruchteil der NATO-Staaten an den von der Vereinten Nationen legi- timierten Lufteinsätzen in Libyen,

obgleich alle 28 Bündnismitglieder diese Aktion gutgeheißen haben. Die Enttäuschung darüber ist bei den Ländern, welche die Risiken und Kosten der Bombardements schul- tern, nicht zu überhören. Wenn auch weder der Ausgang der Arabellion noch die Folgen des Libyen-Einsatzes derzeit abzuschät- zen sind, so ist doch offensichtlich, dass die NATO ihre Rolle in der Region und die Art der Zusammen- arbeit mit den einzelnen Staaten überdenken muss. Das bedeutet nicht, dass bestehende Strukturen geändert werden müssen. Mit MD und ICI sind zwei erprobte Formate für die praktische Zusammenar- beit verfügbar, die auch in Zukunft genutzt werden können. Allerdings sollten die Ausgestaltung und die „Denke“ – in der NATO, wie auch bei den Partnern – den neuen Rea- litäten angepasst werden. Es gab in der Vergangenheit große Ambitionen auf beiden Seiten, die Kooperation auf gemeinsames Krisenmanagement etwa mit der Arabischen Liga oder der Afrika- nischen Union auszuweiten. Die Libyen-Operation hat aber gezeigt, dass die beiden südlichen Organisa- tionen weit weniger integriert sind als die NATO. Sie können sich nur selten auf gemeinsame Positionen einigen und deshalb nur wenig zur

Stabilisierung der MENA-Region beitragen. Der Libyen-Einsatz ist ein Sonderfall. Er kam vor allem auf das Drängen einiger NATO-Staaten zustande und ist kein Modell für die künftige Rolle der Atlantischen Allianz in der Region. Auch zeigt er erneut die Gren- zen europäischen Handelns auf, wenn es an der vollen militärischen Unterstützung und der Führung der USA fehlt. Es ist kaum vorstell- bar, dass es zu weiteren Interven- tionen dieser Art kommen wird, zumal Libyen nach dem Ende des Gaddafi-Regimes noch lange auf kostspielige Hilfen von außen angewiesen sein dürfte. Die NATO kann Wissen und Erfahrung darüber bereitstellen, wie Streitkräfte optimiert werden und wie sie in demokratischen Syste- men funktionieren. Militärische Transformation, Umgang mit neuen Bedrohungen, Völkerrecht und Militär oder die Folgen von Streit- kräftekürzungen sind deshalb einige der Themen, die auch künftig die Kooperation mit der MENA-Region bestimmen sollten. Vor allem aber muss der Arabische Frühling als das begriffen werden, was er ist: eine große Chance für längst überfällige Veränderungen in der Region und nicht als eine Gefahr.

1. August 2011

gesellsch Aft

aktuell

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Sichere Elektro-Post

Die De-Mail soll zum Standard-Brief für den Mailversand im Internet werden.

von Florian Schmidt

Berlin. Das Internet ist für Daten ein unsicherer Raum. Immer wie- der gelangen Hacker an sensible Informationen über die Nutzer des Netzes. Besonders E-Mails sind für die Angriffe von Datenräubern anfällig. Wie eine Postkarte lassen sich die meisten Mails problem- los mitlesen – einen schützenden Umschlag in Form von Verschlüs- selung verwenden nur die wenigsten Menschen. In Zukunft soll sich das ändern. Das Bundesinnenministerium (BMI) hat ein System entwickelt, das schon bald den sicheren Ver- sand von elektronischer Post ein- fach und für jeden Bürger zugäng- lich machen soll. Die „De-Mail“ soll in der Datenschutztechnik neue Standards setzen und dafür sorgen, dass künftig etwa die Korrespon- denz zwischen Behörden und Haus- halten oder zwischen Bürgern und Versicherungen oder Unternehmen auf rein elektronischem Weg lau- fen kann. Der entscheidende Vor- teil gegenüber der herkömmlichen E-Mail ist die ausgefeilte Verschlüs- selung des Inhaltes. „Die Inhalte einer De-Mail kön- nen auf ihrem Weg durch das Inter- net nicht mitgelesen oder gar ver- ändert werden“, erklärt Philipp Spauschus, ein Pressesprecher des BMI. „Abgesicherte Anmeldever- fahren und Verbindungen zu dem E-Mail-Anbieter sowie verschlüs- selte Transportwege zwischen den Anbietern sorgen für einen ver- bindlichen Versand und Empfang von De-Mails.“ Für die Anbieter – auch Provider genannt – gelten hohe Sicherheitsstandards. Ehe sie den De-Mail-Service anbieten dür- fen, müssen sie nachweisen, dass sie die Richtlinien der De-Mail erfül- len. Erst dann werden sie vom Bun- desamt für Sicherheit und Infor- mationstechnik (BSI) zugelassen. Sobald das geschehen ist, können die Bürger über einen Anbieter die De-Mail nutzen. „Wir gehen davon aus, dass es voraussichtlich noch im dritten Quartal des Jahres so weit sein wird“, sagt Spauschus. „Die gesetz-

Jahres so weit sein wird“, sagt Spauschus. „Die gesetz- Die e-Mail soll endlich sicher werden: Die

Die e-Mail soll endlich sicher werden: Die De-Mail macht es möglich.

liche Grundlage ist seit Anfang Mai endgültig geschaffen. Nun läuft die Phase der Zulassungsprüfung für die Provider.“ Über das genaue Datum der Einführung aber ent- scheiden die Anbieter selbst. „Die Bundesregierung hat lediglich für die Rahmenbedingungen des Ser- vices gesorgt und einheitliche Stan- dards festgelegt. Nun liegt es an den E-Mail-Firmen die Möglichkeiten umzusetzen.“ Diese stehen dem neuen System aufgeschlossen gegenüber. Bei der „Telekom“ sowie bei den „1&1“-E- Mail-Providern „GMX“ und „Web“ können sich die Bürger schon jetzt ihre persönliche De-Mail-Adresse reservieren. Fest steht schon jetzt, dass die größere Sicherheit Geld kosten wird. Kostenlosen Versand wie bei der herkömmlichen E-Mail wird es nicht geben. Die Höhe des Preises legen die Anbieter fest. Unabhängig vom Anfangspreis geht der Sprecher des BMI davon aus, dass durch die wachsende Kon- kurrenz auf dem Elektropost-Markt die Kosten mit der Zeit fallen wer- den. Das Monopol der „Deutschen

mit der Zeit fallen wer- den. Das Monopol der „Deutschen Post“ mit ihrem Service „E-Post“ wird

Post“ mit ihrem Service „E-Post“ wird wohl bald Geschichte sein. Bei der „E-Post“ erspart sich der Bürger lediglich Papier, Umschlag und den Gang zum Briefkasten – das Porto für eine „E-Post“-Mail ist genauso hoch wie für einen Stan- dard-Brief per normaler Post. „Das wird sich mit der De-Mail ändern. Die ‚Deutsche Post’ hat zudem ebenfalls Interesse am De-Mail- Standard geäußert. Die Preise für sichere elektronische Datenüber- tragung werden mit Sicherheit noch fallen und damit für jeden Bürger attraktiver“, so Spauschus. Das ist auch der Wunsch des BMI. Die De-Mail soll flächendeckend in Deutschland Einzug halten. Wich- tig dafür ist neben dem Preis vor allem die einfache Handhabung. „Im besten Falle gibt es später zwei Knöpfe, die den Nutzer zwischen herkömmlicher E-Mail und De-Mail wählen lassen“, erklärt Spauschus. Zusatz-Software soll es nicht geben. Dass die De-Mail auf Interesse stößt, zeigte sich im vergangenen Jahr in Friedrichshafen. Dort haben rund 800 Privatpersonen sowie Behörden und Unternehmen in einem Pilotprojekt das neue System getestet. „Bei allen Nutzern – sowohl in der Wirtschaft, als auch auf den Ämtern und in den Haushalten – kam die De-Mail gut an.“ Wenn also alles nach Plan verläuft, muss die Portokasse schon bald nicht mehr für Briefmarken herhalten, sondern für einen Klick – den Klick für Mail- versand unter dem sicheren Schirm der De-Mail.

Fragen zur De-Mail

Was ist De-Mail? De-Mail ist ein System, das den sicheren Austausch von E-Mails ermöglicht. Durch ein spezielles Verschlüsselungsverfahren können Hacker die Mails weniger leicht mitlesen. De-Mail wurde vom Bundesinnenministerium ent- wickelt und erfüllt hohe Sicher- heitsstandards.

Für wen ist De-Mail? Das System richtet sich glei- chermaßen an Bürger, Unter- nehmen und Behörden. De-Mail bietet dank des sicheren Versands die Grundlage dafür, dass künf- tig auch rechtsverbindliche Post elektronisch ausgetauscht wer- den kann. De-Mail erlaubt es den Verwendern ausschließlich mit anderen De-Mail-Nutzern zu kommunizieren. Das Versenden von herkömmlichen ungeschützten E-Mails ist nicht möglich.

Wo können sich Nutzer für De- Mail anmelden? De-Mail-Nutzer müssen sich bei einem E-Mail-Anbieter für den neuen Service registrieren. Sie erhalten gegen einen Identitäts- nachweis (auch mit dem neuen Personalausweis möglich) eine eigene De-Mail-Adresse.

Wird De-Mail Geld kosten? Ja. Durch die erhöhte Sicher- heit per Verschlüsselung werden Kosten auf den Nutzer zukom- men. Wie hoch diese ausfallen, steht gegenwärtig noch nicht fest. Die Preise bestimmen die E-Mail- Anbieter selbst.

Wann wird es De-Mail geben? Voraussichtlich noch im dritten Quartal des Jahres. Die gesetz- liche Grundlage ist mittlerweile geschaffen, augenblicklich prüft das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik die Sicherheitsstandards der E-Mail- Anbieter. Sobald das geschehen ist, können die E-Mail-Firmen erste De-Mail-Angebote auf den Markt bringen. Schon jetzt ist es bei verschiedenen Anbietern aller- dings möglich, seine persönliche De-Mail-Adresse zu reservieren, um sie später zu aktivieren. (fs)

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Eins atz

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von Andrea Schulze

Faizabad. Es ist 6.30 Uhr im Pro- vincial Reconstruction Team (PRT) Faizabad, die Sonne steht schon hoch am Himmel, die Tempera- turen erreichen bereits 35 Grad. Hauptbootsmann Andre R. zieht sich seine Splitterschutzweste, die ballistische Schutzbrille und die Handschuhe über. Er ist im Einsatz 30 Jahre alt geworden, eine Sprotte aus dem Norden und wenn man ihn nach seinen Wünschen fragt, dann gibt es nur den einen: er möchte Be- rufssoldat werden: „Ich wollte schon immer in die Fußstapfen meines Vaters treten, ihm beweisen, dass ich das schaffen kann.“ Nun ist er hier, im PRT Faizabad, tausende Kilometer entfernt vom Norden, bei staubiger Hitze, fern ab der See. Seit Februar ist er im Rettungs- zentrum des PRT für die Aufnahme der deutschen und afghanischen Patienten zuständig. Er ist ein Manager, er koordiniert die Termine nach den Vorgaben der Ärzte und sortiert nach fachlicher Dringlich- keit, er sorgt für ein sicheres Ein- und Ausschleusen der afghanischen Patienten aus dem PRT und unter- stützt das Ärzteteam in allen medi- zinischen Belangen. Dazu gehört beispielsweise auch die Durchfüh- rung von Verbandswechsel bei den erschreckend vielen brandverletzten Kindern. Normalerweise ist der Haupt- bootsmann als Rettungs- und tau- chermedizinischer Assistent im Sanitätszentrum der Marineunter- offizierschule Plön in Schleswig

Ein blaues Herz für Faizabad

Im Rahmen ihrer Möglichkeiten versorgt das Rettungszentrum auch afghanische Patienten und erarbeitet sich so Vertrauen und Achtung der Bevölkerung.

sagt „Richy“. „Aber ich gehe auch mit Stolz, denn ich weiß wie vielen Patienten wir geholfen haben. Dass ich hier zusammen mit den Ärzten etwas mitgeschaffen habe, und ich weiß auch, dass es gut war.“ „Bsjor Chub“ – sehr gut, sagt der Sprachmittler, der ihn begleitet. Aber eigentlich braucht „Richy“ keinen Sprachmittler, er spricht Dari. Zumindest so gut, dass immer alle lächeln, wenn er etwas sagt. Es ist auch eine Sache des Respekts, die Sprache des anderen zumindest zu versuchen: „Mit Händen und Füßen konnte ich mich immer artikulieren, manch- mal habe ich ihnen einfach etwas im Sand aufgemalt.“ R. ist kreativ und kommunikativ, das schafft Vertrauen. 15.30 Uhr – Zeit für ein wenig Freizeit. Er geht zum Sport, läuft viel, manchmal trifft er sich mit Kameraden zum Reden oder Com- puterspielen. Viel Zeit ist jedoch nicht, denn um 18.00 Uhr ist bereits Schichtwechsel. Gegen 19.00 Uhr ist der heutige Tag für den Haupt- bootsmann zu Ende. Am Abend werden die Füße hochgelegt, es wird eine Runde gepokert. Irgendwann reden die Soldaten dann über ihren Tag. Sie reden über den Staub in der Luft, die Hitze und die Begeg- nungen mit den Afghanen. Sie zählen die Tage, für „Richy“ ist es der letzte hier im PRT. Morgen geht es nach Hause. Barfuß am Strand mit seinem Hund spazie- ren zu gehen, durchzuatmen und das Wasser zwischen den Zehen zu spüren – ein schöner Gedanke.

zwischen den Zehen zu spüren – ein schöner Gedanke. PatientensichtungamHau pttor:Hau ptbootsmanna ndr

PatientensichtungamHau pttor:Hau ptbootsmanna ndr eR.mus sentscheiden,wel chea fg hanenbeh andeltwer denkön nen.

kontrollen über sich ergehen. Der Hauptbootsmann nimmt Zora auf den Arm und trägt sie in das Fahr- zeug. Ihr Vater nimmt die rechte Hand zum Herzen, lächelt und sagt „Taschakor“ – Danke. Die meisten Patienten sind ein- fach nur glücklich. Sie nennen ihn „yek fereshte baraye Feyzabad“ – ein Engel für Feyzabad oder auch „yek ghalbe abi baraye Faizabad“ – ein blaues Herz für Faizabad. Diese Bezeichnungen sind Zeichen größter Dankbarkeit, denn der Aus- druck bezieht sich auf den blauen, für die Afghanen sehr wichtigen Edelstein Lapislazuli. Der Lapis- lazuli ist berühmt für seine blaue Farbe. Fundstätten des Steines sind der westliche Hindukusch und damit die Provinz Badakh- shan, der Stein ist ein Symbol für den größten Schatz in der Region. Entlang des Flusses Kokcha lassen sich noch zahlreiche Lapislazuli- Minen finden. 8.00 Uhr – der Hauptbootsmann hilft allen einbestellten afgha- nischen Patienten in die Fahrzeuge zum Transport in das Rettungs- zentrum. Den Patienten, die heute nicht behandelt werden können, vergibt er neue Termine und ver- abschiedet sich.

8.10 Uhr – die Patienten wer-

den in den Warteraum geführt und zur Weiterbehandlung vorbereitet. R. zieht seine Schutzausrüstung aus und ist das erste Mal durch- geschwitzt.

Viele junge Patienten

Die häufigsten Krankheitsursa- chen, mit denen das Ärzteteam in

Afghanistan konfrontiert ist, sind Verbrennungen, Verbrühungen und Verkehrsunfälle, aber auch Tumore, Infektionen, Schuss- und Splitterverletzungen. In manchen Fällen können die Ärzte nur noch mitteilen, dass sie dem Kind nicht mehr helfen können. In vielen Fäl- len aber bewirkt das Team im Ret- tungszentrum für die Menschen „Wunder“.

9.20 Uhr – Zora wurde bereits

behandelt. Die Wunden gereinigt, die Verbände gewechselt, sie schläft. Nun soll Fahim in den Behandlungs- raum. Er hat beide Hände verbun- den, auch er kommt zur weiteren Behandlung. Fahim ist vier Jahre alt und wird begleitet durch seinen Vater Nahim. Beim Spielen hat er in einen Generator gefasst. Strom floss durch seinen gesamten Körper, an

der linken Hand eingetreten, an der rechten Hand wieder aus. Teile der Finger werden ihm heute abgenom- men. Als der Vater ihn zu den Ärzten bringt, fängt er an sich zu wehren und schreit. „Richy“ hält ihn fest, die Betäubung wirkt nach 90 Sekunden. Er schläft, die Tür schließt sich, er wird später mit zwei Fingern weni- ger aufwachen, aber er wird leben. Nahim ist 30 Jahre alt, hat drei Söhne und eine Tochter. Er ist Vor- arbeiter auf einer Baustelle. Als der Unfall geschah, war er sofort mit Fahim in das Provinzkrankenhaus nach Faizabad gefahren. Die Ärzte dort versorgten die Wunden und riefen dann im PRT an. Die örtliche „Faizaklinik“ ist gut ausgestattet, doch es fehlt an Spezialisten, und so werden vor allem orthopädische Verletzungen an das PRT weiterver- wiesen. Nahim ist überglücklich, dass das PRT seinem Sohn helfen kann. Er dankt den Ärzten und er dankt „Richy“, sie umarmen sich, ein Kuss links, ein Kuss rechts – wie es Männer in Afghanistan machen. 12.15 Uhr – 41 Grad: Hauptboots- mann R. bringt alle heute versorgten Patienten wieder aus dem PRT raus. Die mongolischen Soldaten an der Wache winken ihn durch das Tor. Alle kennen ihn, denn er ist jeden

Holstein eingesetzt. Vor drei Jah- ren war er bereits schon einmal in Afghanistan, damals in Kabul. Zu der Zeit war er als Rettungsassi- stent in einem Personenschutzteam im ISAF-Hauptquartier viel in der südlichen Provinz Helmand unter- wegs. Schon damals hat er viel Leid gesehen. 6.45 Uhr – ein letztes Gespräch mit den Ärzten des Rettungszen- trums im PRT über die heute zu erwartenden afghanischen Patienten, noch ein Schluck Cola, dann steigt er in den Sanitäts-„Wolf“ und fährt zum Haupttor.

Freie Kapazitäten nutzen

Die Hauptaufgabe des Rettungs- zentrums ist es, die deutschen Sol- daten sanitätsdienstlich zu versor- gen. Nur im Rahmen freier Kapa- zitäten erfolgt auch eine ärztliche Behandlung der afghanischen Pati- enten. Alle im Team wissen das und versuchen dennoch Tag für Tag, so viele Patienten zu behandeln, wie es möglich ist. Wohl wissend, dass diese Arbeit nie enden wird, lässt sie dennoch das Gefühl, das Leid des Einzelnen zu verringern, die langen und anstrengenden Tage überstehen. Von früh morgens bis spät abends stehen sie „unter Strom“. „Es gab auch Tage, da habe ich gesagt, ich

kann nicht mehr. Das geht an die Substanz“, so der Hauptbootsmann. Jeden Tag steht er am Morgen eine knappe Stunde am Haupttor und trifft nach Vorgaben der Ärzte eine Vorauswahl, welcher Patient im Lager behandelt werden kann und wer wieder weggeschickt wer- den muss. Dies erfordert viel Erfah- rung und auch Fingerspitzengefühl, denn meist stehen viel mehr Pati- enten am Tor, als im Rettungszen- trum behandelt werden können. R. weiß genau, welcher Arzt auf wel- che Fachrichtung spezialisiert ist und wann er einen Patienten auf den nächsten Termin vertrösten muss. Diese Entscheidungen sind nicht immer leicht. So sind die morgendlichen Treffen mit den afghanischen Patienten am Haupttor immer auch ein Balan- ceakt zwischen dienstlich Mög- lichem, ärztlich Notwendigem und menschlich Machbarem. Aber, so sagt er: „Die, die wirklich Hilfe brauchen, freuen sich über jeden Termin, den sie von mir bekommen“ und ergänzt „teilweise haben wir die Leute bei kleineren Verletzungen vorne auch selbst behandelt.“ 7.10 Uhr – vor dem Haupttor war- ten bereits etliche Afghanen. Als diese Hauptbootsmann R. erken- nen, empfangen sie ihn mit einem Lachen, eine Welle der Dankbar- keit liegt in der Luft, sie sind über- glücklich, denn sie wissen, er wird vielen von ihnen helfen. Es gibt schöne Momente an dieser Arbeit. Er lächelt, wenn er darüber berich- tet. Vor allem die Kinder freuen sich, ihn zu sehen. Viele werden regelmäßig behandelt und ken- nen ihn. „Richy“, so nennen den Hauptbootsmann die meisten im Camp, steht am Tor und die kleine Zora wird auf einer Trage gebracht. Das sechsjährige Mädchen wurde von einem Auto überrollt, sie hat schwere Verletzungen an den Bei- nen und wird deswegen regelmäßig im PRT behandelt. Als sie die Sol- daten sieht, bekommt sie Angst, und dennoch muss sie zunächst von den weiblichen Sicherheitssoldaten durchsucht werden. Sie weint, bis sie „Richy“ sieht, erst dann beruhigt sie sich und lässt die Sicherheits-

Tag hier und somit bekannt bei den afghanischen Wachen, den deut- schen Soldaten und dem mongo- lischen Sicherungszug. Die erste Tageshälfte ist geschafft. Als er zurück kommt, ist der Hauptbootsmann zum zwei- ten Mal durchgeschwitzt. Zeit sich frisch zu machen, Zeit für ein Mit- tagessen, eine halbe Stunde Pause und Entspannung, Zeit für ein paar Scherze. R. ist ein Schlitzohr, und „ihm sitzt der Schalk im Nacken“, sagen seine Vorgesetzten mit einem Grinsen im Gesicht. Eine Prise Witz und Charme ist hier aber auch sehr wichtig. „Mit seinem unheim- lich großen Engagement, seiner Herzlichkeit und seinem Talent, auf die Menschen zuzugehen, ist er in den vergangenen Monaten für die Afghanen zu einem Sym- bol für die medizinische Hilfe des PRT geworden. „Er hat das Herz am rechten Fleck“, sagt seine Che- fin und fügt hinzu: „solche Men- schen brauchen wir hier vor Ort und auch zu Hause.“ 14.00 Uhr – es steht jetzt noch einiges an Patientenverkehr im PRT an. Die Soldaten benötigen Son- nenschutz, Desinfektionsmittel, Termine bei den Ärzten und der- gleichen mehr. Er gehe mit einem weinenden Auge aus dem Einsatz nach Hause, die Herzlichkeit aber auch das Leiden lässt ihn nicht kalt,

Schulze/PIZ Faizabad (3)
Schulze/PIZ Faizabad (3)

Das Vertrauen verdient: z ora (r.) is t da nkbar fü rdi eBe handlungen.

z ora  (r.)  is t da nkbar  fü rdi eBe handlungen. Kleiner

Kleiner Patient: der vierjährige Fahim (l.) mit seinem Vater n ahi m.

PIZ Kunduz

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aktuell

EINSATZ

1.August2011

Mehr Kräfte im Norden

Berlin. Die Niederlande unter- stützt ab sofort das deutsche Ein- satzkontingent in Afghanistan. Das ist der Kern einer Vereinbarung, die Brigadegeneral Dieter Warnecke vom Einsatzführungsstab im Ver- teidigungsministerium und der nie- derländische Generalmajor Tom Middendorp am vergangenen Donnerstag in Berlin unterzeichnet haben. Das „Memorandum of Un- derstanding“ sieht vor, dass das niederländische Kontingent – rund 500 niederländische Soldaten und Polizisten – das von Deutschland geführte ISAF-Regionalkomman- do Nord verstärkt. Der Einsatz- schwerpunkt der niederländischen Kräfte wird die Ausbildung der afghanischen Polizei (ANP) im Raum Kunduz. (cap/bsj)

Für den Einsatz

Für den Einsatz • ist ein Vertrag zur Beschaffung von Munition 40 mm x 53 (Foto)

ist ein Vertrag zur Beschaffung

von Munition 40 mm x 53 (Foto) für die Granatmaschinenwaffe (Spreng-Splitter und Hohlladung- Splitter) im Wert von 24 Millio- nen Euro geschlossen worden. Die Hauptwirkladung besteht aus in- sensitivem Sprengstoff, wodurch die Sicherheit der eigenen Solda- ten bei Beschuss oder Brand der Munition signifikant erhöht wird.

wurde ein Vertrag über 300 Ma-

schinenpistolen MP 7 mit Ergän- zungssätzen und Fahrzeughalte- rungen geschlossen. Die handliche MP7 ermöglicht dem Sanitätsperso- nal anstelle des hierfür zu sperrigen Gewehr G36 mehr Bewegungsfrei- heit bei der Versorgung von Ver- wundeten bei gleichzeitig wirk- samer Selbstverteidigung.

ist nun das zweite Los und damit das Gros (405 Stück) des ballistischen Kopf- und Split- terschutzes für Besatzungen ge- panzerter Fahrzeuge ausgeliefert

worden (aktuell 18/11). (eb)

Schlüssel fürs System

Andreas Ledtje spricht im Interview über seine Aufgabe als Polizeitrainer.

Kabul. Es ist bereits der vierte Aus- landseinsatz für Polizeioberkommi- sar Andreas Ledtje, aber der erste in Afghanistan. Der Landespolizist aus Schleswig-Holstein war bereits im Kosovo und in Bosnien-Herze- gowina eingesetzt. Derzeit ist er Trainer am Police Training Center in Kabul, im Rahmen der EUPOL- Mission (S. 3). Für Ledtje ist das ein freiwilliger Auslandseinsatz. Mit aktuell sprach der 38-jährige Kieler über seine Eindrücke von Afgha- nistan und den Herausforderungen.

BMI
BMI

TrainerinKabul:PolizeioberkommissarAndreasLedtjeimSchulungsraum.

Warum haben Sie sich ent- schlossen, beruflich nach Afgha-

nistan zu gehen? den Eindruck, dass sie unser Enga-

In der Landespolizei Schleswig- Holstein haben wir einen Pool an Polizeibeamten, die sich in Aus- landseinsätzen engagieren. Ich bin seit 1998 in diesem Pool und habe bereits an mehreren internationalen

Einsätzen teilgenommen. Die Bun- Wo liegen für Sie bei der Ausbil-

desrepublik Deutschland investiert derzeit sehr viel Zeit, Kosten und

Personal in den Aufbau der Po- Ich halte es für sehr schwierig,

lizei in Afghanistan. Ich habe es als Teilnehmer verschiedener Aus- landsmissionen als meine Pflicht

angesehen, mich auch an diesem

Aufbau zu beteiligen. kommt. Die Mischung aus Allge-

bisher als ein sehr freundliches Volk Was war während ihrer Einsatz-

zeit in Afghanistan ihr – bis jetzt – schönstes Erlebnis?

gement wert sind. Allerdings muss An der Polizeiakademie in Kabul

wird auch ein Kindergarten un- terstützt. Es ist immer wieder ein schönes Erlebnis, in die leuchten- den Kinderaugen zu sehen, wenn sie uns morgens zuwinken. Sie vermit- teln mir als Vater ein gutes Gefühl und eine Bestätigung, dass es gut ist, was wir hier machen.

kennengelernt. Sie vermitteln mir

man auch sagen, dass ich mich in Kabul aufhalte. Da ist die Luftver- schmutzung auch ein nicht unerheb- licher Anteil des ersten Eindrucks.

dung der afghanischen Polizisten die größten Herausforderungen?

die alten Strukturen und entspre- Was wünschen Sie den Men-

schen in Afghanistan für die Zu- kunft?

funktioneller Polizeiapparat heraus- Ich wünsche den Menschen vor

allem Frieden. Ich kann nur hoffen, dass sich die vernünftigen Kräfte dieses Landes durchsetzen und dem Terrorismus ein Ende bereiten. Denn nur so ist auf lange Sicht eine positive Entwicklung möglich.

chende Mitarbeiter so zu prägen, dass ein halbwegs moderner und

meinbildung – dazu zähle ich auch das Lesen und Schreiben – und die

Was waren Ihre ersten Eindrü-

cke von Land und Leute? Vermittlung unseres polizeilichen

Es handelt sich um ein sehr in- teressantes Land. Afghanistan hat eine atemberaubende Landschaft zu bieten. Die Afghanen habe ich

Wissens ist für mich die echte Herausforderung dieser Mission.

Sie ist aber auch der Schlüssel für ein solides System. Die Fragen stellte Sylvia Jaeck.

Ausschreitungen im Kosovo

Pristina/Belgrad.Nach tagelan- gen Auseinandersetzungen um zwei Grenzübergänge ist im Norden des Kosovo zeitweise die Gewalt eska- liert. Aufgebrachte Angehörige der

serbischen Minderheit steckten am Hintergrund für die aufflammen-

vergangenen Mittwochabend einen

der beiden umkämpften Grenz- übergänge zur Nachbarrepublik Serbien in Brand. Der Übergang Ja- rinje war zu Beginn der vergangenen Woche kurzfristig von der kosova- rischen Polizei kontrolliert worden. Bei Auseinandersetzungen zwischen

vo-serbischen Demonstranten sind ein Polizist zu Tode gekommen und mehrere Polizisten und Zivilisten

Polizeikräften des Kosovo und koso- Nachdem der zusätzliche Ein-

satz von KFOR-Kräften und die Vermittlungsbemühungen des KFOR-Kommandeurs, General-

verletzt worden. major Erhard Bühler, die Lage

zunächst entspannten, verschärfte sich die Lage in den Abendstun- den des vergangenen Mittwochs wieder. An den Grenzübergängen sind derzeit auch KFOR Kräfte

(eb)

stationiert.

den ethnisch motivierten Auseinan- dersetzungen ist die seit der Unab- hängigkeit des Kosovo andauernde Haltung Serbiens, keine Waren mit kosovarischen Zollstempeln in das Land zu lassen. Im Gegenzug hatte das Kosovo am 20. Juli die Einfuhr

Aktuelle Informationen zur Lage

serbischer Waren verboten. vor Ort auf www.bundeswehr.de.

1. August 2011

streitkräfte

aktuell

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Völkerrecht in der Praxis

Oberregierungsrätin Katharina Ziolkowski kam durch den Afghanistan-Einsatz zur Bundeswehr.

Ziolkowski kam durch den Afghanistan-Einsatz zur Bundeswehr. Arbeitsplatz schreibtisch: die Juristin katharina

Arbeitsplatz schreibtisch: die Juristin katharina Ziolkowski.

privat (2)
privat (2)

internationale Verwendung: Ziolkowski am JAGLCs in den UsA.

von Sylvia Jaeck biet zu arbeiten, bei dem es inhalt- lich noch viel zu entwickeln gilt.

tallinn. Es ist die aufwendig reno- vierte Altstadt, die Tallinn so beson- ders macht und an alte Hansestädte wie Lübeck oder Danzig erinnern lässt. „Die Stadt ist wunderschön“, schwärmt Oberregierungsrätin Katharina Ziolkowski von ihrem neuen Zuhause. Seit Mai ist die Juristin im NATO Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence (NATO CCD COE) als Senior Ana- lyst tätig. Die Bedrohung aus dem Internet ist für sie „ein spannendes und komplexes Thema“, wie sie selbst sagt. Das CCD COE wurde 2008 als Centre of Excellence zertifi-

ziert und dient seitdem der NATO Ziolkowskis Lieblingsthema ist

das Völkerrecht. Es macht ihr Spaß, wie sie sagt. Und es war auch das Völkerrecht, das sie zur Bundes- wehr brachte. „Als ich meine Dok- torarbeit, die ein völkerrechtliches Thema behandelt, gerade fertig- stellte, habe ich im Fernsehen einen Beitrag über den Bundeswehrein-

und deren Mitgliedsstaaten als ein Forschungszentrum in Sachen der Cyber-Sicherheit. „Wir untersuchen unter anderem Cyber-Vorfälle, sam- meln hieraus Erfahrungen, analy- sieren bereits bestehende Cyber- Sicherheitsstrategien und geben Empfehlungen“, erklärt Ziolkowski das Aufgabengebiet der Law and Policy Abteilung des NATO CCD COE. Sie selbst arbeitet an rechts- politischen und rechtlichen Analysen und trägt bei Workshops und

Seminaren vor. wehr beworben und wurde genom-

men. Ihr Profil passte auf eine Stelle mit dem Schwerpunkt Cyberspace und Völkerrecht, die es schon lange

Ihr neues Aufgabengebiet berei- tet ihr Freude: „Es ist schon etwas Besonderes, in einem Themenge-

verbotenen Gewaltanwendung in zwischenstaatlichen Beziehungen

Operationen. Zu Beginn dieses Jah- res kam Ziolkowski wieder zurück nach Deutschland, wo sie Dozentin an der Führungsakademie der Bun- deswehr wurde – und nun Tallinn. „Ich finde es toll hier“, sagt sie. Vier Sprachen beherrscht Ziol-

wunderlich. kowski fließend. „Französisch und

Russisch sind nicht ganz so gut und derzeit verzweifle ich ein wenig am Estnischen.“ Denn im Estnischen unterscheide man 14 Deklinations- fälle für Nominative – nur ein Bei- spiel dieser schwierigen Sprache, die nur dem Finnischen ähnlich ist. Aber Ziolkowski stellt sich gern neuen Herausforderungen. So war sie bei all ihren internationalen Verwendungen stets die Vorreite- rin. Was die Juristin neben ihrem Ehrgeiz ausmacht, ist ihre Offen- heit. „Darum ist es mir bis jetzt nie schwer gefallen, mich irgendwo ein- zuleben. Ich bin immer neugierig auf Menschen, neue Länder und Kulturen.“

der anderen Seite des Atlantiks auf Vier Jahre wird sie in Tallinn blei-

sie wartete.

zu besetzen galt. Seit 2004 gehört sie nun der Bundeswehr an und hat diesen Schritt nie bereut. „Seitdem ich bei der Bundeswehr bin, wurde mir an keinem Tag langweilig.“ Mit Blick auf ihre vorherigen Ver- wendungen ist das auch nicht ver-

Denn bestimmte juristische Fragen im Bereich des Cyberspace wurden noch nicht eingehend beantwor- tet.“ So gibt es beispielsweise noch immer keine allgemein anerkannten Kriterien, ab wann eine schädigende

Handlung über das Internet zu einer Nach einem kurzen Zwischen-

stopp bei der Division Luftbeweg- liche Operationen in Veitshöchheim

wird. folgte im November 2007 ihre erste

„Seitdem ich bei der Bundeswehr bin, wurde es mir an keinem Tag langweilig.“

internationale Verwendung – im bayerischen Oberammergau. Der dortigen NATO-School stand sie der Schule als Rechtsberaterin zur Seite und führte Seminare durch. Drei Jahre lang war die Juristin in Bayern, bis eine neue Aufgabe auf

satz in Afghanistan gesehen“, erinnert Am Judge Advocate General`s

Legal Centre and School (JAGLCS) der US Army war sie nicht nur Rechtsberaterin. Ziolkowski unterrichtete US-Amerikanische Militärjuristen zu Themen wie beispielsweise NATO Rules of Engagement (Einsatzregeln) oder Menschenrechte in multinationalen

sie sich. „Und da wurde mir plötzlich klar: Dort ist auch das Völkerrecht relevant – und zwar praktisch.“ Ziolkowski hat sich bei der Bundes-

ben. „Ich denke noch nicht daran, wohin es mich danach verschlägt. Denn egal, ob ich in Deutschland oder im Ausland arbeite, ich arbeite immer für Deutschland.“ Nur mit Völkerrecht sollte ihre zukünftige Verwendung zu tun haben. „Denn wenn man das macht, was einem Spaß macht, dann ist man auch gut darin!“

Bundeswehr

12 aktuell

STREITKRÄFTE

1. August 2011

Ich diene Deutschland weil mir mein Berufs- wunsch – die Ausbil- dung zum IT-System- elektroniker

Ich diene Deutschland

Ich diene Deutschland weil mir mein Berufs- wunsch – die Ausbil- dung zum IT-System- elektroniker –

weil

mir

mein Berufs-

wunsch –

die Ausbil-

dung zum

IT-System-

elektroniker – nur durch die Bundeswehr ermöglicht wurde. Heute bin ich froh, den Schritt gegangen zu sein. Ein interessanter, abwechs- lungsreicher, fordernder und sicherer Job – mit dem gutem Gewissen, meinem Land zu dienen.

Stabsunteroffizier Enrico Gent, IT-Unteroffizier, 3./ Fernmelde- bataillon 801, Neubrandenburg.

Neue Ausgabe

Berlin. In dieser Woche wird die neue Ausgabe des Bundes- wehrmagazins Y an die Stand- orte ausgelie- fert. Ein Blick in den Inhalt:

Emotionen beim D-Day Jedes Jahr finden im Juni in der Nor- mandie die Gedenkveranstaltungen zum D-Day statt. Soldaten aus dem deutschen Militärattachéstab in Paris sind dabei als Ansprechpartner, Diplomaten und Vertreter Deutsch- lands. Bolide im Feld Das Gepanzerte Transport-Kraft- fahrzeug (GTK) „Boxer“ setzt neue Maßstäbe in Sachen Schutzklasse, Mobilität und Flexibilität im Ein- satz. Zusätzlich zum Artikel bie- tet Y auch ein Typdatenblatt zum „Boxer“. So geht Fitness im Urlaub Die Kaserne ist weit weg, das schöne Leben beginnt – in den Ferien. Aber aufgepasst, dass die wenigen ent- spannten Wochen des Jahres sich am Ende nicht als Figurkiller ent- puppen. Y hat ein paar Vorschläge, die das verhindern sollen. (eb)

hat ein paar Vorschläge, die das verhindern sollen. ( eb ) Bund fürs Leben Kirchliche Trauung

Bund fürs Leben

Kirchliche Trauung während des Vier-Tage-Marsches von Nimwegen.

von Martin Nagel

Nimwegen. Den inneren Schwei- nehund besiegen und bis an seine Grenzen gehen. Für die Marsch- teilnehmer des Vier-Tage-Marsches von Nimwegen gilt dies jeden Tag aufs Neue. Doch in diesem Jahr war es für zwei Marschteilnehmer ein einzigartiges Erlebnis. Oberstabs- gefreiter Jennifer Hansen und Ober- leutnant Thorsten Hansen gaben sich bei der 95. Auflage des größten europäischen Marschereignisses das Ja-Wort. Am vierten und letzten Marsch- tag erfolgte die kirchliche Trauung auf der traditionellen Ponton-Brü- cke in der Ortschaft Cuijk. Hierfür hatten die Pioniere der niederlän- dischen Streitkräfte extra zusätz- liche Brückenteile verlegt, um für das Brautpaar einen würdevollen Rahmen zu schaffen. Die Zeremonie gestaltete der evangelische Militär- pfarrer Michael Rhode aus Holz- minden, für den es ebenfalls „etwas Besonderes“ war. „Ich bin glücklich, meine Liebe geheiratet zu haben und mit die- ser Kulisse im Hintergrund ist es einfach nur traumhaft“, sagte ein sichtlich bewegter Bräutigam nach der Hochzeit. Vor drei Jahren lie- fen sich die beiden Soldaten zum ersten Mal in Nimwegen über den Weg. Für den Oberleutnant war es

Draewe
Draewe

Das Ja-Wort beim Marsch gegeben: Jennifer und Thorsten Hansen.

Liebe auf den ersten Blick. „Bei mir hat es sofort gefunkt und nachdem wir uns nach dem Marsch noch ein- mal wiedergesehen haben, wusste ich, sie ist die Richtige.“ Die standesamtliche Trauung erfolgte bereits beim diesjährigen Gifhorn-Tag. Dieser stellt traditionell des Abschluss der Vorbereitungen der Marschgruppen der Bundeswehr auf das viertägige Großereignis dar.

Auf dem nahegelegenen Truppen- übungsplatz Ehra-Lessien trainie- ren diese mehrere Wochen. In Nimwegen startete die Bun- deswehr mit einer 250-köpfigen Marschdelegation, die – in zehn Marschgruppen – jeweils 160 Kilo- meter zu Fuß zurücklegten.

Weitere Informationen auch auf www.streitkraeftebasis.de.

Sechs Monate in Stand-by

Ulm. Von Januar bis Ende Juni war das Kommando Operative Führung Eingreifkräfte bereits zum fünften Mal in einer EU-Battlegroup ein- gebunden. Für die aus niederlän- dischen, deutschen, finnischen, österreichischen und litauischen Soldaten bestehende Battlegroup stand das Kommando im Fall der Aktivierung als militärstrategi- sches Hauptquartier zur Verfügung und verstärkte das niederländisch

geführte operative Hauptquartier. synchronisieren. Für Rudolf steht

jedoch fest, dass die multinationale Zusammenarbeit sehr gut und har- monisch verlief: „Wir haben wieder

„Während des einjährigen Vorbe- reitungs- und Integrationsprozes- ses haben wir eine voll ausgebil- dete EU-Battlegroup zusammenge-

Krisenbewältigungsaufgaben abde- cken konnte: von der Katastrophen- hilfe bis hin zur Trennung und Ent- waffnung von Konfliktparteien“, resümierte Oberstleutnant i.G. Johannes Georg Rudolf, der Projek- toffizier im Ulmer Kommando der diesjährigen Battlegroup. Herausfor- dernd war dabei, die verschiedenen Führungskulturen und Erfahrungen

stellt, die eine große Bandbreite von Deutschland beteiligte sich mit

insgesamt 950 Soldaten an der EU- Battlegroup I/2011, stellte knapp 40 Prozent des gesamten Personals. Außerdem übernahm die Bundes- wehr die Verantwortung für die gesamte medizinische und logisti- sche Versorgung. Das Ulmer Kom- mando stellte mit 75 Dienstposten den Hauptteil des Operation Head- quarter (OHQ).

der beteiligten Partnernationen zu In der zweiten Hälfte des kom-

menden Jahres wird das Kommando erneut in eine EU-Battlegroup ein- gebunden sein und kann dann die nun gewonnenen Erkenntnisse

viel voneinander gelernt.“ einbringen. (sch)

1. August 2011

streitkräfte

aktuell

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Einblicke geben

Jugendoffiziere sind Bindeglied zwischen Bundeswehr und Gesellschaft.

Haak (2)
Haak (2)

Diskussion: kerstin Zimmermann (M.) im Gespräch mit schülern.

offen konnten dabei militärpoliti- sche Fragen diskutiert werden. Zimmermann ist erst seit kur- zem Jugendoffizier. Bevor es so weit war, musste sie ein mehrstufi- ges Auswahlverfahren durchlaufen. Vor ihrem ersten Arbeitstag stan- den dann noch zwei mehrwöchi- ge Lehrgänge. Dabei stand nicht nur Kommunikationstraining auf dem Programm, sondern auch das Auftreten vor Fernsehkameras. Interviews geben, Vorträge halten, Methoden und Medien kennen und anwenden – Jugendoffiziere müssen flexibel und vielseitig sein. In den Gesprächen kann Zim- mermann vor allem aber von vie- len eigenen Erfahrungen berichten. Denn bevor sie nach Sankt Augus- tin kam, hatte sie als Marineoffizier

viel erlebt. Ganz am Anfang stand die Reise auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“ über Gran Canaria und Madeira bis zurück in den Heimathafen Kiel. Später folgten Fahrten auf dem Tender „Elbe“ und dem Schnellboot „Puma“. Zwei Jahre lang versah Zimmer- mann dann ihren Dienst als Ver- sorgungsoffizier und Wachoffizier auf dem Einsatzgruppenversorger „Berlin“. Heute ist sie auch froh über die heimatnahe Verwendung im Rheinland. Viel unterwegs ist sie aber immer noch. Denn als Jugend- offizier veranstaltet sie in Schulen das Planspiel „Politik und interna- tionale Sicherheit“, kurz POL&IS. Dabei übernehmen Schüler die Rolle von Politikern in verschie- denen Ländern. Indem sie Wirt- schaftsverträge abschließen und Umweltkampagnen organisieren, verwalten die Schüler ihre eigene kleine Welt. Und Zimmermann moderiert das Szenario. Ihr ist es vor allem wichtig, ehrlich und au- thentisch zu sein. „Nur dann kann man einen Zugang zum Publikum finden“, sagt sie. Egal wie alt, egal welcher Beruf – jeder interessierte Bürger gehört zu ihrem Publikum. Für Zimmermann steht nicht die Vermittlung politischer Informa- tionen im Vordergrund. „Ich will versuchen, Projekte möglich zu machen und Interessierten Ein- blicke zu geben.“

von Karen Haak

Nörvenich. Zwölf Jugendliche besuchen den Fliegerhorst in Nörvenich. Piloten des Jagdbomber- geschwaders 31 „Boelcke“ stehen ihnen Rede und Antwort. Außer- dem können sich die Neuntklässler ein echtes Kampfflugzeug des Typs „Eurofighter“ von innen anschau- en. Der Höhepunkt des Besuchs ist der Start des Jets – nur Fliegen ist schöner. Mit dabei ist Kapitänleutnant Kerstin Zimmermann. Die 29-Jäh- rige ist Jugendoffizier im rheini- schen Sankt Augustin. Sie hat den Besuch der Schüler auf dem Flie- gerhorst organisiert. „Alle Inter- essierten sollen einen Blick hinter den Kasernenzaun werfen können“, erklärt Zimmermann. Jugendoffi- ziere sind ein Bindeglied zwischen Bundeswehr und Gesellschaft. Auf keinen Fall sind die Jugendoffiziere aber für die Nachwuchswerbung zuständig. „Auch wenn das viele denken“, sagt Zimmermann. Das Tätigkeitsfeld der Jugendof- fiziere ist vielmehr die Öffentlich- keitsarbeit. Sie vermitteln umfas- sende und vor allem ausgewogene Informationen rund um die Bun- deswehr und sicherheitspolitische Themen. So hatte Zimmermann zuletzt acht Studenten der Poli- tikwissenschaften zu Gast. Für die Bonner Studenten und ihren Pro- fessor organisierte sie eine Telefon- konferenz mit Experten aus dem Führungsstab der Streitkräfte des Verteidigungsministeriums. Ganz

der Streitkräfte des Verteidigungsministeriums. Ganz truppenbesuch: Beim Jagdbombergeschwader 31 in Nörvenich.

truppenbesuch: Beim Jagdbombergeschwader 31 in Nörvenich.

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ISSN: 1618-9086

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nur mit wirk- lichem Namen und Adresse berücksichtigt, außerdem behält sich die Redaktion das Recht auf

14 aktuell

SPO RT

1. August 2011

von Sebastian Wanninger

Rio de Janeiro. Es waren die Olympischen Spiele der Solda- ten – die fünften CISM Military World Games in Rio de Janeiro. Im brasilianischen Winter traten 170 Soldaten in 17 Sportarten zu fast 200 Wettkämpfen an. Fünfmal standen deutschen Athleten ganz oben auf dem Siegerpodest, ins- gesamt sicherten sich die Bundes- wehrsoldaten 35 Medaillen – Rang neun in der Nationenwertung. Die Brasilianer wussten ihren Heimvorteil zu nutzen: 45 Gold-, 33 Silber- und 36 Bronzemedaillen gingen allein auf das Konto des Gastgeberlandes. Damit waren sie zu stark für die Konkurrenz und ließen China und Italien auf den Rängen zwei und drei in der Nati- onenwertung hinter sich. Und hinter jeder hart erkämpften Medaille steckt eine Geschichte – wie die des Maritimen Fünfkämp- fers Hauptbootsmann Matthias Wesemann. Knapp 150 Meter vor dem Ziel im amphibischen Gelän- delauf, zog er sich einen Bänderriss zu und kämpfte sich trotz die- ser schweren Verletzung ins Ziel. Doch Wesemann war stark und er verteidigte souverän seinen Titel. An Krücken nahm der Soldat der Sportfördergruppe Eckernförde die Goldmedaille entgegen. „Ich freue mich über den Titel im Einzel- wettbewerb, doch die Enttäuschung über den verpassten Mannschafts- titel ist riesig“, so Wesemann nach den Wettkämpfen. Denn mit nur 17 Sekunden Abstand auf die Goldmedaille musste sich das Bundeswehrteam mit Wesemann, Bootsmann Björn Arendt, Ober- maat Jörg Porschhöfer und Haupt-

Internationale Militärs me

Bei den fünften Military World Games in Brasilien gewinnen Bundeswehrsoldaten 35 Med

gefreiter Giacomo Gellert den Polen geschlagen geben. Körperbeherrschung, Schnellig- keit und Geschicklichkeit – auch die militärischen Fünfkämp- fer müssen in den verschiedenen Disziplinen ihre Fertigkeiten unter Beweis stellen. Der erfolgreichste deutsche Athlet war Oberfeldwebel Robert Krawczyck. Im entschei- denden Crosslauf gelang ihm der Sprung auf Platz zwei. Das Finale der Fußballfrauen ver- sprach viel: Deutschland gegen Bra- silien. Eine Begegnung, die viele Fußballfans vor knapp zwei Wochen auch gern bei der Weltmeisterschaft in Deutschland gesehen hätten. Doch auch Nationalspielerin Stabsunter- offizier Conny Pohlers konnte den Ballzauberinnen aus Brasilien nicht viel entgegensetzen. Die Gastgebe- rinnen gewannen das Finale klar mit 5:0 – die deutsche Auswahl versilberte sich jedoch ihr kleines Sommermärchen.

Die weiteren Ergebnisse

Die erfolgreichsten deutschen Athleten waren die Schwimmer – zwölf Medaillen gewannen die Soldaten der Sportfördergruppe Warendorf. Gold ging an Gefreiter Tom Siara über 100 Meter Freistil. Er sicherte sich auch zwei Silber- medaillen über die 200 Meter Frei- stil und 200 Meter Schmetterling. Der neue Titelträger über 200 Meter Rücken heißt Gefreiter Felix Wolf. Auch er stand insgesamt dreimal

heißt Gefreiter Felix Wolf. Auch er stand insgesamt dreimal Silber im Einzel und Gold mit der

Silber im Einzel und Gold mit der Mannschaft: Hauptgefreiter Silvia Rachel.

auf dem Siegertreppchen. Über 100 Meter Rücken sicherte er sich Silber, über 50 Meter Rücken Bronze. Ober- feldwebel Stefan Herbst bewies seine Form im Rückenschwimmen und sicherte sich Silber über 50 Meter und Bronze über 100 Meter. Dass die Männer im Becken besonders stark waren, stellten sie auch in den Staffeln unter Beweis: über die vier mal 200 Meter Lagen gewannen Herbst, Siara, Wolf, Hauptgefreiter Erik Steinhagen und Gefreiter Markus Gierke Silber. Rang zwei auch in der 200 Meter Freistil- Staffel. Neben Gierke, Herbst, Siara und Wolf schwamm auch Haupt- gefreiter André Biere zum Erfolg. Gefreiter Franziska Hentke über- zeugte über 200 Meter Schmetter- ling und wurde Zweite. Hauptge- freiter Katharina Schiller gewann Silber über die 200 Meter Lagen. Insgesamt fünf Medaillen gewann das deutsche Taekwondo-Team. Stabsunteroffizier (FA) Sergej

Kolb musste sich erst im Finale geschlagen geben und gewann in der Gewichtsklasse bis 54 Kilo- gramm Silber. Bronze in ihren Disziplinen gewannen Unteroffi- zier Helena Fromm, Hautgefreiter Katharina Weiss, Hauptgefreiter Tomik Hayrapetian und Unteroffi- zier (FA) Makdad Ounis. Über Gold im Schießen in der Disziplin über 25 Meter freute sich Oberfeldwebel Sandra Hornung. Die Soldatin des Sanitätszentrum Feldkirchen ist die einzige Gold- medaillengewinnerin, die keine Sportsoldatin ist. In der Disziplin 50 Meter Dreistellungskampf gewann Hauptgefreiter Silvia Rachl Silber. Rachl, Oberfeldwebel Eva Friedek und Feldwebel Beate Gauß sicher- ten sich aber auch noch Gold und Silber in den Mannschaftswertungen 50 Meter liegend und im Dreistel- lungskampf auf 50 Meter. Ganz oben auf dem Podest stan- den auch die Fallschirmspringer

Bienert/IMZ (4)
Bienert/IMZ (4)
Podest stan- den auch die Fallschirmspringer Bienert/IMZ (4) Erfolgreich gekämpft: Conny Pohlers in Rot mit den
Podest stan- den auch die Fallschirmspringer Bienert/IMZ (4) Erfolgreich gekämpft: Conny Pohlers in Rot mit den

Erfolgreich gekämpft: Conny Pohlers in Rot mit den Fußballerinnen, Sergej Kolb (M. in blau) im Teakwondo und Fünfkämpfer Matthias Wesemann (l.).

Hoshik o/ddp images

Rott/IMZ Archiv

1. August 2011

SPORT

aktuell

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ssen sich in Rio

aillen – fünf Mal Gold, 19 Mal Silber und elf Mal Bronze.

Bundeswehr
Bundeswehr

Titel erfolgreich verteidigt: Die Fallschirmspringer aus Altenstadt.

aus Altenstadt. In der Mannschafts- kombination konnte die Bundeswehr- auswahl ihren Titel verteidigen. In der Einzelwertung Formation gewannen die Oberfeldwebel Josef Demmler und Marius Weber, die Hauptfeld- webel Sebastian Lutz und Stefan Wiesner sowie Feldwebel Elischa Weber Silber. Drei dritte Plätze bei den erkämpften sich die Judokas von der Sportfördergruppe Köln. In ihren Gewichtsklassen holten die beiden Obergefreiten Anne-Kathrin Lisewski und René Schneider Bronze. Bronze ging auch an das Mannschaft- steam der Frauen mit Lisewski, Ober- gefreiter Johanna Müller und den Hauptgefreiten Beatrice Rietz und Stephanie Steinmetz. Bei den Leichtathleten bewiesen Unteroffizier Candy Arnd Bauer im Kugelstoßen sowie Unteroffi- zier (FA) Denise Krebs über 1500 Meter ihre gute Form und gewan- nen Silber.

Pech im Finale hatte Unteroffizier Stefan Köber. Der Boxer absolvierte ein souveränes Turnier in der Klasse bis 91 Kilogramm. Den letzten Kampf konnte er aufgrund einer Ver- letzung nicht mehr bestreiten und gewann so Silber. Sein Teamkol- lege Hauptgefreiter Philipp Gruner gewann die zweite Medaille für die Boxer und sicherte sich im Schwer- gewicht die Bronzemedaille. Das kleine Finale und damit Bronze gewannen auch die Volley- ballerinnen gegen die Auswahl aus den USA. Es war eine gelungene Militär- olympiade in Rio und die Bundes- wehrsoldaten haben nicht nur 35 Medaillen mit nach Hause genom- men, sondern auch gute Erinne- rungen an die Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Brasilianer.

Alle Ergebnisse und Hinter- gründe der Weltspiele im Internet auf: www.streitkraeftebasis.de.

Faller (SKB)
Faller (SKB)

Tom Siara: Er holte in Brasilien die erste Goldmedaille für die Bundeswehr.

Lurz bestätigt Titel des Rekord-Weltmeisters

Schwimmen. Oberstabsgefreiter Thomas Lurz ist erneut Freiwasser- Weltmeister über fünf Kilometer. Der 31-jährige Würzburger verteidigte bei der Schwimm-WM in Shanghai seinen Titel. Es war sein siebter WM-Sieg in Serie über diese Strecke und der zehnte WM-Titel des Rekord-Weltmeisters. Zugleich gewann Lurz das erste deut- sche WM-Gold von Shanghai. Zweiter wurde der Grieche Spyros Giannotis vor dem Russen Jewgeni Drattsew. Lurz holte seine insgesamt 16. WM-Medaille seit 2002. „Es ist immer schwieriger. Man wird zum einen nicht jünger und die Jugend kommt nach“, sagte er. Zuvor hatte der Sportsoldat am Jinshan Beach von Shang- hai hinter Giannotis Platz zwei über die olympischen zehn Kilometer und Rang drei im Team-Wettbewerb geholt. „Wir sind riesenglücklich und total erleichtert, dass das so funktioniert hat“, sagte Bruder und Bundes- trainer Stefan Lurz. Das gemeinsame letzte große Ziel ist nach Olympia- Bronze 2008 der Sieg bei den Spielen 2012 in London.

Weltbestzeit im Doppelvierer

bei den Spielen 2012 in London. Weltbestzeit im Doppelvierer Rudern. Unteroffizier Ulrike Törpsch und Obergefreiter

Rudern. Unteroffizier Ulrike Törpsch und Obergefreiter Julia Lier sind mit Marie-Catherine Arnold und Lisa Schmidla neue U23-Weltmeisterinnen im Doppelvierer. Die beiden Athletinnen der Sportfördergruppe Fankfurt/ Oder erkämpften sich mit ihrem Team über die 2000 Meter eine neue Weltbestzeit vom 6:22,84 Minuten. Mit dieser Leistung können beide Sportsoldatinnen positiv Richtung London 2012 blicken.

WM-Generalprobe bei den Deutschen Meisterschaften

Leichtathletik. Hammerwerfer Ober- feldwebel Markus Esser (Foto) hat bei den deutschen Leichtathletik-Meister- schaften in Kassel seinen fünften Titel seit 2006 gewonnen. Der 31-jährige WM-Sechste von der Sportfördergruppe Köln gewann mit guten 78,44 Metern vor Jens Rautenkranz und Benjamin Boruschewski. Auch Hammerwerfer Stabsunteroffizier (FA) Robert Harting und Speerwerfer Stabsunteroffizier (FA) Matthias de Zordo untermauerten mit ihren Titelgewinnen ihre Favoritenrolle. Für Weltmeister Harting war es bereits der fünfte Deutsche Meistertitel. Über die 10 000 Meter Gehen gewann Unteroffizier (FA) Christopher Linke von der Sportfördergruppe Frankfurt/Oder vor seinem Kameraden Oberfeldwebel André Höhne. Zurück gemeldet hat sich Weitspringer Maat (BA) Sebastian Bayer. Nach einem Leistungstief bewies der Hallen-Europameister mit 8,17 Meter seine Form und seine Ambitionen für die anstehende Weltmeisterschaft Ende August in Südkorea – wenn das angeschlagene Knie hält. Neue Deutsche Meisterin im Sprint über 100 Meter ist Unteroffizier (FA) Cathleen Tschirch. Mit ihrem Team Bayer Leverkusen gewann sie auch die vier mal 100 Meter Saffel-Wertung. Oberfeldwebel Sabrina Mockenhaupt siegte souverän, mit knapp einer halben Minute Vorsprung, über die 5000 Meter. Hauptgefreiter Melanie Bauschke freute sich in Abwesenheit von Ariane Friedrich über den Titel im Hochsprung. Stabsunteroffizier (FA) Katja Demut bewies ihre Form im Dreisprung. Mit 14,22 Meter gewann sie Gold und das Ticket zur WM. Nach Südkorea fährt auch Kugelstoßerin Unteroffizier (FA) Christina Schwanitz. Mit 18,95 Meter gewann sie klar vor der dreifachen Vize-Weltmeisterin und Favoritin Hauptfeldwebel Nadine

(sja)

Kleinert.

Mit 18,95 Meter gewann sie klar vor der dreifachen Vize-Weltmeisterin und Favoritin Hauptfeldwebel Nadine (sja) Kleinert.

16 aktuell

VERMISCHTES

1. August 2011

16 aktuell V E R M I S C H T E S 1. August 2011

Schnell unterwegs

Hamann
Hamann

Hamburg. Bereits zum vierten Mal wird das Eleven-0-Six Racing Team der Helmut Schmidt Universität bei der Formula Student Germany dabei sein. Das Rennen ist eines der begehrtesten Nachwuchswett- bewerbe der Automobilbranche. Ab dem 2. August misst sich das HSU Team auf dem Hockenheimring mit 78 Teams aus 20 Nationen. Im ver- gangenen Jahr feierte das 40-köp- fige Taem unter dem scheidenen Teamchef Leutnant Marc Fette (r.) mit Platz 17 seinen bislang größten

Erfolg bei der Formula Student. Vor wenigen Tagen sicherten sich die Bundeswehrstudenten im britischen Silverstone im ersten internationalen Vergleich sogar Rang 14. Leutnant Jan Evers (l.) ist einer der Piloten des Rennwagens und wie Fette zum letzten Mal dabei. Beide Soldaten werden bald ihr Studium an der HSU beenden – doch ihre Wege trennen sie noch nicht. Evers und Fette sind ange- hende Hubschrauberführer bei den Heeresfliegern. (sja)

Welche lebende Person bewundern Sie am meisten? Marc Fette: Helmut Schmidt. Jan Evers: Steve Jobs.

Was treibt Sie an? M.F.: Mein Ehrgeiz, neue Erfahrungen zu sammeln und Wissen zu erlangen. J.E.: Das Zie,l mal einen Job im Cockpit zu haben.

Was können Sie besonders gut kochen? M.F.: Kaffee. J.E.: Rinderbrustbraten vom Grill – nach circa zehn Stunden Grillzeit.

Was mögen Sie an sich selbst nicht? M.F.: Dass ich nicht wirklich zur Ruhe kommen kann. J.E.: Meinen inneren Schweinehund.

Was ist Ihr Hauptcharakterzug? M.F.: Ehrgeiz. J.E.: Ehrlichkeit und Direktheit.

Was ist Ihre Lieblingstugend? M.F.: Optimismus. J.E.: Aufrichtigkeit.

Wer sind Ihre Helden in der Wirklichkeit? M.F.: Ärzte und Feuerwehrleute. J.E.: Meine Frau.

Wie lautet Ihr Lebensmotto? M.F.: Carpe Diem – nutze den Tag. J.E.: Immer locker durch die Hose atmen.

Meine Frau. Wie lautet Ihr Lebensmotto? M.F.: Carpe Diem – nutze den Tag. J.E.: Immer locker
Meine Frau. Wie lautet Ihr Lebensmotto? M.F.: Carpe Diem – nutze den Tag. J.E.: Immer locker