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Rechnungswesen 1 VU

Buchhaltung und Bilanzierung

Rechnungswesen 1 VU Buchhaltung und Bilanzierung Vermögen Kapital erstellt von Dr. Klaus Ladner WS 2009/2010
Vermögen Kapital
Vermögen
Kapital

erstellt von Dr. Klaus Ladner WS 2009/2010

Inhaltsverzeichnis

1 Buchhaltung

4

1.1 Auftakt

4

 

1.1.1 Bilanz

4

1.1.2 GuV

4

1.1.3 Einnahmen-Ausgaben-Rechnung

4

1.2 VW-Bilanzen

4

1.3 Einordnung, Wesen und Zweck

5

1.4 Buchführungspflicht

6

1.4.1 Unternehmensrecht

6

1.4.2 Steuerrecht

6

1.4.3 Gesamtdarstellung

7

1.5 Grundbegriffe des Rechnungswesens

7

1.5.1 Einzahlungen–Auszahlungen

7

1.5.2 Einnahmen–Ausgaben

7

1.5.3 Erträge–Aufwendungen

7

1.5.4 Leistungen/Erlöse–Kosten

8

1.6 Erfolgsermittlung

8

1.6.1 Doppelte Buchführung

8

1.6.2 Einnahmen-Ausgaben-Rechnung

8

1.7 Bilanz

9

1.7.1

Bilanzgleichung

9

1.7.2

§ 224 UGB Gliederung Bilanz

9

1.8 GuV

10

1.9 Bestandsveränderung

10

1.10 Begriffe

11

1.11 Kennzahlen

11

1.12 Grundformen

12

1.13 Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB)

12

1.13.1 Übersicht

12

1.13.2 GoB ieS

12

1.14 Bücher, Belege

13

1.15 Konto

13

1.16 Kontenplan

14

1.17 Buchungen

14

1.18 Eröffnung/Abschluss

15

1.18.1 Eröffnungsbuchungen

15

1.18.2 Abschlussbuchungen:

15

1.19

Umsatzsteuer

16

1.19.1 Steuerbare Umsätze § 1 UStG:

16

1.19.2 Steuerpflichtige/Steuerfreie Umsätze

16

1.19.3 Bemessungsgrundlage

17

1.19.4 Steuersatz § 10 UStG

17

1.19.5 Nettoallphasenumsatzsteuer mit Vorsteuerabzug (Mehrwertsteuer)

17

1.19.6 USt-Buchungen

18

1.19.7 Steuerschuld und Fälligkeit

18

1.19.8 USt-Zahllast Buchungen

19

2

1.19.9

Rechnungen, Voraussetzung für Vorsteuerabzug

19

1.20

Wareneinkauf/-verkauf, Lagerveränderungen

20

1.20.1 Warenverkauf

20

1.20.2 Wareneinkauf

21

1.20.3 Lagerveränderungen

21

1.21 Retourwaren:

22

1.22 Privatkonto

22

 

1.22.1 Privatentnahme

22

1.22.2 Privateinlagen

22

2 Bilanzierung

23

2.1 Einführung Bilanzierung

23

2.2 Grundsätze ordnungsmäßiger Bilanzierung

23

2.3 Unternehmensrecht versus Steuerrecht

25

 

2.3.1 Unterschiedliche Zielsetzung

25

2.3.2 Maßgeblichkeit

25

2.3.3 Mehr-Weniger-Rechnung

25

2.4

Bewertung, nicht abnutzbares AV, UV und Schulden

26

2.4.1 Niederstwertprinzip:

26

2.4.2 Höchstwertprinzip

26

2.5

Bewertung von Handelswaren

26

2.5.1 Einsatzermittlung

26

2.5.2 Bewertungsverfahren

27

2.6 FIFO

27

2.7 Abschreibung abnutzbares AV

28

 

2.7.1 Planmäßige Abschreibung/AfA

29

2.7.2 Außerplanmäßige Abschreibung/Teilwertabschreibung

30

2.7.3 Ausscheiden von Anlagen

31

2.7.4 Geringwertige Wirtschaftsgüter

32

2.8 Rechnungsabgrenzung

32

 

2.8.1 Eigene Vorauszahlung

32

2.8.2 Fremde Vorauszahlung

33

2.8.3 Eigener Rückstand

33

2.8.4 Fremder Rückstand

33

2.9 Rückstellungen

34

 

2.9.1 Rechtsgrundlagen

34

2.9.2 Dotierung Rückstellung

35

3

1

Buchhaltung

1.1 Auftakt

1.1.1 Bilanz

ital. bilancia = Waage

Aktiv

Passiv

AV

EK

UV

FK

Gewinnermittlung durch EK-Vergleich: Gewinn = EK_31.12. – EK_1.1. Werte zeitpunktbezogen/Bestandsgrößen Was bedeutet „ausgeglichen bilanzieren“?

1.1.2 GuV

Erfolg = Erträge – Aufwendungen Erfolg > 0 = Gewinn Erfolg < 0 = Verlust Werte zeitraumbezogen/Stromgrößen

1.1.3 Einnahmen-Ausgaben-Rechnung

Erfolg = Einnahmen – Ausgaben

1.2 VW-Bilanzen

Soll

Handelsbilanz

Haben

Warenexporte

Warenimporte

Handelsbilanz

Positive Handelsbilanz

durch Exportüberschuss

Negative Handelsbilanz

durch Importüberschuss

Export

Import

Export

Import

 

Saldo

Saldo

 

4

Z

 

Handelsbilanz/Warenverkehr

A

H

Ergänzungen zum Warenverkehr/Transitkosten

L

Leistungs-

Dienstleistungsbilanz

U

bilanz

N

Erwerbs- und Vermögensbilanz

G

Bilanz der laufenden Übertragungen

S

B

Bilanz der Vermögensübertragungen

I

   

L

Kapitalbilanz

Kapitalverkehrsbilanz

A

Devisenbilanz

N

   

Z

Restposten/Saldo nicht erfasster Transaktionen

Zahlungsbilanz

Unterschied zu BW:

Stromgrößen, nicht Bestandsgrößen

Zahlungsbilanz ausgeglichen, Teilbilanzen nicht ausgeglichen.

1.3 Einordnung, Wesen und Zweck

Betriebliches Rechnungswesen: Gesamtheit aller Verfahren, um die betrieblich auftretenden Geld- und Leistungsströme mengen- und wertmäßig zu erfassen, auszuwerten, zu steuern und zu überwa- chen.

Verantwortung: Unternehmensleitung,

Internes Kontrollsystem (IKS) kontrolliert Rechnungswesen

(Wirtschaftsprüfer (WP) kontrolliert IKS, Wer kontrolliert WP?)

Teile des betrieblichen Rechnungswesen:

Extern: Buchhaltung, Bilanzierung, (Rechnungswesen 1)

Intern: Kosten- und Leistungsrechnung (Rechnungswesen 2)

Internes R: freiwillig, keine gesetzlichen Vorgaben, Selbstinformation zur Planung, Disposition, Steuerung, Kontrolle

Externes R: gesetzliche und andere Vorschriften, Selbstinformation und Information für Externe,

Kapitalgeber: Anteilseigner, Banken

Fiskus

Geschäftspartner: Lieferanten, Kunden

Intern: Arbeitnehmer, Betriebsrat, Aufsichtsrat

Extern: Analysten, Medien, Öffentlichkeit

Prüfer: Interne Revision, Wirtschaftsprüfer

vergangenheitsorientiert, Rechenschaftslegung

5

pagatorisches RW: beruht auf Zahlungsströmen

kalkulatorisches RW: beruht auf kalkulatorischen Rechengrößen

1.4 Buchführungspflicht

www.ris.bka.gv.at Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramts

Buchführungspflicht durch Unternehmensrecht oder Steuerrecht

1.4.1 Unternehmensrecht

§ 189 UGB

1. Jedenfalls, wenn Kapitalgesellschaft (AG, GmbH) oder Quasi-Kapitalgesellschaft (zB GmbH & Co KG)

2. Sonst nicht, wenn: Freie Berufe, Land- und Forstwirte, nicht betriebliche Einkünfte (Ein- künfte aus Vermietung und Verpachtung und Kapitalvermögen)

3. Sonst alle mit Umsatz > 400.000 (Einzelunternehmen und Personengesellschaften)

Freie Berufe: § 22 Z 1 EStG

Einkünfte aus einer wissenschaftlichen, künstlerischen, schriftstellerischen, unterrichtenden oder er- zieherischen Tätigkeit.

Ziviltechniker, Ärzte, Tierärzte, Dentisten, Rechtsanwälte, Notare, Unternehmensberater, Versiche- rungsmathematiker, Schiedsrichter, Journalist, Dolmetscher, Psychologen, Hebammen ua.

1.4.2 Steuerrecht

§§ 124 f BAO

§ 124. Wer nach dem Unternehmensgesetzbuch oder anderen gesetzlichen Vorschriften zur Führung

und Aufbewahrung von Büchern oder Aufzeichnungen verpflichtet ist, hat diese Verpflichtungen

auch im Interesse der Abgabenerhebung zu erfüllen.

§ 125. Land- und Forstwirtschaft und wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb (§ 31 BAO nicht auf Ge- winn gerichtet, nicht Vermögensverwaltung) ab Wert > 150.000 oder Umsatz > 400.000

Wirtschaftliche Geschäftsbetrieb § 31 BAO

nicht auf Gewinn gerichtet, nicht Vermögensverwaltung), also Verein, Hilfsbetrieb

6

1.4.3

Gesamtdarstellung

Kapitalgesellschaften und Quasi-Kapitalgesellschaften Einzelunternehmen, Personengesellschaften ausgenommen: L+F, freie
Kapitalgesellschaften und
Quasi-Kapitalgesellschaften
Einzelunternehmen, Personengesellschaften
ausgenommen: L+F, freie Berufe
Freie
Land- und
Berufe
Forstwirte
Umsatz
Umsatz
400.000
>
400.000
Umsatz > 400.000
Umsatz ≤ 400.000
Und Ein-
Oder Ein-
heitswert
heitswert
150.000
>
150.000
Einnahmen- Ausgaben-Rechnung
Freiwillig
Doppelte Buchführung

Bsp 1 – Buchführungspflicht

1.5 Grundbegriffe des Rechnungswesens

1.5.1 Einzahlungen–Auszahlungen

Zahlungsmittelbestand

Zahlungsmittelbestand (ZMB) = liquide Mittel = Kassa, Bankguthaben

1.5.2 Einnahmen–Ausgaben

Nettogeldvermögen

Nettogeldvermögen = ZMB + Forderungen – Verbindlichkeiten

Einnahme, nicht Einzahlung: Kunde kauft auf Ziel Einzahlung, nicht Einnahme: Kunde begleicht Forderung

1.5.3 Erträge–Aufwendungen

Eigenkapital, aber nicht durch Einlage/Entnahme

Periodengerecht Aufwand, nicht Ausgabe: Abschreibung einer Maschine Aufwand, nicht Auszahlung: Abschreibung einer Maschine Ausgabe, nicht Aufwand: Kauf eines Grundstücks, Entnahme des Eigentümers

7

Auszahlung, nicht Aufwand: Vorauszahlung der Geschäftsraummiete für die nächste Periode

1.5.4 Leistungen/Erlöse–Kosten

Kosten sind der bewertete Verbrauch an Produktionsfaktoren in Geldeinheiten (GE), welche zur Er- stellung der betrieblichen Leistung in einer Abrechnungsperiode notwendig sind.

Erlöse entspricht dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen einer Periode.

Bsp 2 – Grundbegriffe

1.6 Erfolgsermittlung

Deoppelte Buchführung

Einnahmen-Ausgaben-Rechnung

1.6.1

Doppelte Buchführung

1.6.1.1

Erfolgsermittlung durch Eigenkapitalvergleich

Reinvermögensvergleich der Bilanzen

EK_1.1. Gewinn Einlage –Entnahme EK_31.12.
EK_1.1.
Gewinn
Einlage
–Entnahme
EK_31.12.

EK_1.1. + G + Einlage – Entnahme = EK_31.12.

G = EK_31.12. – EK_1.1. + Entnahme – Einlage

1.6.1.2 Erfolgsermittlung durch Gewinn- und Verlustrechnung

Erträge – Aufwendungen = Erfolg

GuV

GuV

Aufwendun-

gen

Gewinn

Erträge

= Erfolg GuV GuV Aufwendun- gen Gewinn Erträge Aufwendun- gen Erträge Verlust 1.6.2

Aufwendun-

gen

Erträge

Verlust

1.6.2 Einnahmen-Ausgaben-Rechnung

Einnahmen – Ausgaben = Erfolg

Zwei Durchbrechungen:

1. zum Zeitpunkt der Zahlung (nicht;: Lieferung) aufgezeichnet

2. Verteilung von AV auf Nutzungsdauer

Bsp 3 – Erfolgsermittlung

8

1.7 Bilanz

1.7.1 Bilanzgleichung

Vermögen = AV + UV EK = Vermögen – FK

Aktiv

Passiv

AV

EK

UV

FK

1.7.2

§ 224 UGB Gliederung Bilanz

1.7.2.1

Aktiv

AV:

Immaterieller Vermögenswert (Firmenwert)

Sachanlagen (Grundstücke, Maschinen, Geschäftsaustattung)

Finanzanlagen (Anteile an verbundenen Unternehmen, Wertpapiere)

UV

Vorräte (Roh-, Hilfs- Betriebsstoffe, (un-)fertige Erzeugnisse, Waren)

Forderungen

Wertpapiere

Kassa, Bank

ARA

1.7.2.2

Passiv

EK

Nennkapital (AG Grundkapital; GmbH Stammkapital)

Kapitalrücklage (Agio bei Ausgabe von zB Aktien)

Gewinnrücklage (nicht ausgeschüttete Gewinn)

Bilanzgewinn

Unversteuerte Rücklage Rückstellungen Verbindlichkeiten PRA

9

1.8

GuV

§ 231 UGB Gliederung GuV GuV, Aufwendungen und Erträge, Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag

Umsatzerlöse +/– Bestandsveränderungen

– Materialaufwand

– Personalaufwand

– Abschreibungen

– Sonstige betriebliche Aufwendungen

= Betriebsergebnis

+/– Zinsen (+ Erträge aus Beteiligungen, Wertpapiere

– Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des UV)

= Finanzergebnis

Betriebsergebnis + Finanzergebnis = EGT

– Ertragsteuern

= JÜ

1.9 Bestandsveränderung

Beispiel:

Beginn: keine Waren auf Lager Produktion in Stück: 2.000 Verkauf in Stück: 1.500 Endbestand laut Inventur: 500 Herstellungsaufwendungen: 100 pro Stück Verkaufspreis: 120 pro Stück Lösung:

Umsatzerlöse: 1.500 mal 120 =

180.000

Diverse Aufwendungen: 2.000 mal 100 =

200.000

Verlust:

20.000 ?

Bilanz: UV, Fertige Erzeugnisse:

50.000

GuV: Bestandsveränderung: + 500 mal 100 = 50.000

10

Daher Gewinn: –20.000 + 50.000 =

30.000

oder auch 1.500 mal 20 = 30.000; (20 = 120 – 100)

1.10 Begriffe

Jahresabschluss, umfasst Bilanz und GuV, bei KapitalGes auch Anhang,

basiert auf Buchhaltung und Inventar

Buchhaltung = Dokumentation (Aufzeichnung) aller Geschäftsvorfälle eines Geschäftsjahres in ei- nem Unternehmen unter Einhaltung der Gesetze und GoB.

GoB = Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung

Inventar, Bestandsverzeichnis aller Vermögensgegenstände und Schulden

Inventur, Erfassung aller vorhandenen Bestände

Bilanzierung = Ansatz von Vermögensgegenständen und Schulden in die Bilanz

Aktivierung, auf der Aktivseite

Passivierung, auf der Passivseite

Eröffnungsbilanz, § 193 Abs 1 UGB: zu Beginn des Unternehmens nach GoB

Beispiel:

Die beiden Freunde Sepp und Franziska gründen ein Unternehmen (OG). Sepp bringt 10.000 Euro ein, Franziska ihr Auto. Wert: 5.000

Lösung:

Eröffnungsbilanz

Auto

10.000

EK

15.000

Bank

5.000

 

1.11 Kennzahlen

Eigenkapitalrentabilität = Gewinn / EK 1.1.

Umsatzrentabilität = Gewinn / Umsatz

Beispiel:

1.1.

31.12.

AV

20.000

EK

10.000

AV

18.000

EK

?

UV

5.000

FK

15.000

UV

9.000

FK

15.000

Umsatz: 8.000

Lösung:

EK_31.12. = 18.000 + 9.000 – 15.000 = 12.000

G = 2.000

EKR = 2.000 / 10.000 = 0,2 = 20 %

11

UR = 2.000 / 8.000 = 0,25

Bsp 4 – Eröffnungsbilanz/Kennzahlen

1.12 Grundformen

Unterscheidung: erfolgswirksam, erfolgsneutral

4 Grundformen erfolgsneutraler Geschäftsfälle

Aktivtausch, (Forderungseingang)

Passivtausch, (Bezahlung einer LV mittels KKK)

Bilanzverlängerung, (Bank gewährt Darlehen und überweist Geld aufs Girokonto)

Bilanzverkürzung (Eine Rate eines Darlehens wird vom Girokonto bezahlt)

Bsp 5 – Erfolgswirksamkeit und -neutralität, Grundformen

1.13 Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB)

1.13.1 Übersicht

Sie gründen sich auf

gesetzliche Bestimmungen und die diesbezüglichen Rechtsprechungen,

auf die zum Gewohnheitsrecht gewordene allgemein anerkannte Übung der kaufmännischen Praxis und

auf Gutachten der Kammer der Wirtschaftstreuhänder und der Vertreter der Unternehmer

GoB GoB ieS GoBil
GoB
GoB ieS
GoBil

GoBil = Grundsätze ordnungsmäßiger Bilanzierung (siehe Kapitel 2.2)

1.13.2 GoB ieS

alle Geschäftsvorfälle

wahr

klar

ordentlich und

leicht nachprüfbar

§ 190 UGB, § 131 BAO

Buchführung muss so beschaffen sein, dass sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemes- sener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermit- teln kann.

12

formell ordnungsmäßig: Übersichtlichkeit und Klarheit

in lebender Sprache, keine Zwischenräume, nicht radieren, Eintragungen nicht unkenntlich gemacht

Eintragungen vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet, Bücher und Belege 7 Jahre aufbewahren

materiell ordnungsmäßig Vollständigkeit und Richtigkeit

keine Geschäftsvorfälle, die nicht stattgefunden haben, keine unrichtigen Aufzeichnungen, alle Geschäftsvorfälle aufzeichnen, vollständige Erfassung bei der Inventur, richtige Bewer- tung

Wenn Buchführung nicht ordnungsmäßig ist:

Aussagekraft der Buchführung verwerfen

Bemessungsgrundlage für Steuer wird geschätzt

Geldstrafen

Haftstrafe (bei Zahlungsunfähigkeit: Grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinter- essen, Betrügerische Krida)

1.14 Bücher, Belege

Grundbuch (Journal)

Hauptbuch

Nebenbücher

Kontokorrent- oder Geschäftsfreundebuch

Lagerbuch

Lohn- und Gehaltsbuch

Anlagebuch

Kassabuch

Wareneingangsbuch

EDV-Buchhaltung: Es gelten grundsätzlich die gleichen Bestimmungen

Keine Buchung ohne Beleg!

1.15 Konto

SOLL

HABEN

lfd. Nr.

Datum

Gegenkonto

Text

SOLL

HABEN

T-Konto

 

Staffelkonto

Kontenarten:

Bestandskonten, Aktiv-, Passivkonten

Bilanz aus Abschluss der Bestandskonten

13

Anfangsbestand + Zugang – Abgang = Saldo

 

Aktivkonto

 

Passivkonto

 

Soll

Haben

Soll

Haben

AB

Abgang

Abgang

AB

Zugang

Saldo

Saldo

Zugang

Erfolgskonten, Aufwands-, Ertragskonten GuV aus Abschluss der Erfolgskonten Personenkonten, jeder Geschäftsfreund ein Konto Privatkonto, Unterkonto zu Eigenkapitalkonto Erfolgskonten, Unterkonten zu Eigenkapitalkonto

Bsp 6 – Zugang Abgang

1.16 Kontenplan

(0) Anlagevermögen (1) Vorräte und unfertige Aufträge (2) Sonstiges UV, ARA (3) Verbindlichkeiten, Rückstellungen, PRA (4) Betriebliche Erträge (5) Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen (6) Personalaufwand (7) Abschreibungen und sonstige betriebliche Aufwendungen (8) Finanzerträge, -aufwendungen ao Ertrage, Aufwendungen, Steuern (9) Kapitalkonten, unversteuerte Rücklagen, Verrechnungskonten, Abschlusskonten

Aktiv

Passiv

Aufwendungen

Erträge

AV 0 UV 1, 2

EK 9

5, 6, 7, 8

4, 8

FK 3

1.17 Buchungen

Keine Buchung ohne Gegenbuchung Betrag Sollseite = Betrag Habenseite

 

Soll

Haben

 

Bilanz

Vermögen

Kapital

Bestandskonten

GuV

Aufwand

Ertrag

Erfolgskonten

 

WOHIN?

WOHER?

 

Beispiel:

1. Überweisung einer Kreditrate iHv 750 (3) Darlehen an (2, 3) Bank 750

14

2.

Der Eigentümer entnimmt 100 aus der Kassa, kauft eine Schaufensterbeleuchtung um 37, geht Mittagessen um 12,80 und legt den Rest wieder in die Kassa.

(0) Schaufensterbeleuchtung 37 (2) Kassa 49,80

(9) Privatentnahme 12,80

37 (2) Kassa 49,80 (9) Privatentnahme 12,80 Bsp 7 – Buchung 1.18 Eröffnung/Abschluss 1.18.1

Bsp 7 – Buchung

1.18 Eröffnung/Abschluss

1.18.1 Eröffnungsbuchungen

(0, 1, 2) Aktiv an (9) EBK

(9) EBK an Passiv (3, 9)

Beispiel aus Bsp 7 Buchungen

(1) Waren an (9) EBK 4.000

(9) EBK an (9) EK 10.000

1.18.2 Abschlussbuchungen: Aktivkonten Passivkonten Aufwandskonten Ertragskonten Bestandskonten Erfolgskonten
1.18.2 Abschlussbuchungen:
Aktivkonten
Passivkonten
Aufwandskonten
Ertragskonten
Bestandskonten
Erfolgskonten
Privatkonto
Gewinn- und Verlustkonto
Eigenkapitalkonto
Schlussbilanzkonto

(9) SBK an (0, 1, 2) Aktiv

(3, 9) Passiv an (9) SBK

(9) GuV an (5, 6, 7, 8) Aufwand

(4, 8) Ertrag an (9) GuV

(9) GuV (Gewinn) an (9) EK bzw (9) EK an (9) GuV (Verlust)

(9) Privat an (9) EK

(9) EK an (9) SBK

Bsp 8 – Abschluss 1

Bsp 9 – Abschluss 2

15

1.19 Umsatzsteuer

Umsätze Steuerbare Umsätze Nicht steuerbare Umsätze Steuerpflichtige Umsätze Steuerfreie Umsätze 1.19.1

Umsätze

Umsätze Steuerbare Umsätze Nicht steuerbare Umsätze

Steuerbare Umsätze

Nicht steuerbare Umsätze

Steuerpflichtige Umsätze Steuerfreie Umsätze 1.19.1 Steuerbare Umsätze § 1 UStG: • • der Eigenverbrauch im
Steuerpflichtige Umsätze
Steuerfreie Umsätze
1.19.1
Steuerbare Umsätze § 1 UStG:
der Eigenverbrauch im Inland
die Einfuhr von Gegenständen aus dem Drittlandsgebiet in das Inland
Unternehmer § 2 UStG:
Eigenverbrauch = Verkauf an sich selbst
Beispiele für nicht steuerbare Umsätze
Privater verkauft PC (kein Unternehmer)
Fleischer schenkt 100 Paar Würstel dem SOS-Kinderdorf (ohne Entgelt)
1.19.2
Steuerpflichtige/Steuerfreie Umsätze
Umsätze, die nicht steuerfrei sind, sind steuerpflichtig.
Beispiele für steuerfreie Umsätze § 6 UStG
die Ausfuhrlieferungen
die Umsätze der Träger der Sozialversicherung und ihrer Verbände
die Gewährung und die Vermittlung von Krediten
die Umsätze im Geschäft mit Wertpapieren
die Umsätze von Grundstücken
die Umsätze aus Versicherungsverhältnissen
16

Unternehmer (Tischler) verkauft Briefmarken (nicht im Rahmen des Unternehmens)

Umsätze aus Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmer im Inland ge- gen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausführt (= erwirtschaftet).

Unternehmer ist, wer eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausübt. Gewerb- lich oder beruflich ist jede nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen, auch wenn die Absicht, Gewinn zu erzielen, fehlt.

die unmittelbar dem Postwesen dienenden Umsätze der Österreichischen Post Aktiengesell- schaft

die Umsätze der Kranken- und Pflegeanstalten, der Alters-, Blinden- und Siechenheime

die Umsätze aus der Tätigkeit als Arzt, Dentist, Psychotherapeut, Hebamme, Zahntechniker

die Beförderungen von kranken und verletzten Personen mit Fahrzeugen, die hiefür beson-

ders eingerichtet sind

die Umsätze der Kleinunternehmer (€ 30.000)

1.19.3 Bemessungsgrundlage

Bemessungsgrundlage

= Entgelt

+ Zuschläge (Verpackungsgebühr, Zustellgebühr)

– Abschläge (Skonto, Rabatt)

1.19.4 Steuersatz § 10 UStG

20

% normaler Steuersatz

10

% ermäßigter Steuersatz

Beispiele

Lebensmittel

land- und forstwirtschaftliche Produkte

Speisen, Getränke

Bücher

Vermietung zu Wohnzwecken, Erhaltung und Verwaltung von Wohungseigentum für Wohn- zwecke

Umsätze der Künstler

Schwimmbäder

Rundfunkunternehmen, Kabelfernsehunternehmen

Film- Zirkusvorführungen

Personenbeförderung

Müllbeseitigung

12 % Wein gegorene Getränke

1.19.5 Nettoallphasenumsatzsteuer mit Vorsteuerabzug (Mehrwertsteuer)

1.19.5.1

Netto:

netto (rein) + USt = brutto (hässlich, unrein)

Mathematik

20 %:

brutto = netto * 1,2 (oder * 6/5)

netto = brutto / 1,2 (oder brutto * 5/6)

USt = netto * 0,2 (oder netto / 5)

17

USt = brutto * 5/6 * 1/5 = brutto * 1/6, durch 6

10 %:

brutto = netto * 1,1

netto = brutto / 1,1

USt = netto / 10

USt = brutto / 11

1.19.5.2 Allphasenumsatzsteuer mit Vorsteuerabzug

Finanzamt

USt 20,– VSt 20,– U1 U2
USt
20,–
VSt
20,–
U1
U2

Netto 100,–

20,–

= 120,–

USt

USt

30,–

Netto 150,–

30,–

= 180,–

USt

K
K

1.19.6 USt-Buchungen

1.19.6.1

Verkauf

(2) ZMK, Ford. /

(4) Erlös

(3) USt

1.19.6.2 Einkauf

(0, 1, 5, 7) AV, UV, Aufwand /

(2, 3) ZMK, Verb.

(2) VSt

1.19.7

Steuerschuld und Fälligkeit

Veranlagungszeitraum ist Kalenderjahr,

1.19.7.1 Entstehen der Steuerschuld

§§ 17, 19 Abs 2 UStG Besteuerung nach vereinnahmten (Istbesteuerung)/vereinbarten (Sollbesteue- rung) Entgelten

Sollbesteuerung: Steuerschuld entsteht am Ende des Monats der Lieferung oder sonstigen Leistung. Wenn Rechnungslegung nicht im Monat der Leistung, entsteht Steuerschuld ein Monat später. Zahlungstermin spielt keine Rolle.

Istbesteuerung: Steuerschuld am Ende des Monats der Zahlung (auf Antrag Sollbesteuerung)

Freiberufler

18

Versorgungsunternehmen (Gas-, Wasser-, Elektrizitäts- oder Heizwerke, Müllbeseiti- gung; zwingend Istbesteuerung)

Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, wenn nicht buchführungspflichtig

Umsatz < 110.000

1.19.7.2

Voranmeldungszeitraum

Kalendermonat, § 21 Abs 1 UStG

Kalendervierteljahr bei Umsätzen bis 30.000, § 21 Abs 2 UStG

1.19.7.3 Vorauszahlung (Fälligkeitstag)

15. des übernächsten Monats (§ 21 Abs 1 UStG))

1.19.8 USt-Zahllast Buchungen

(2) Vorsteuer (3) Umsatzsteuer Saldo Saldo (3) USt-Zahllast Saldo
(2) Vorsteuer
(3) Umsatzsteuer
Saldo
Saldo
(3) USt-Zahllast
Saldo

31.MM. (Steuerschuld entsteht, § 19 Abs 2 UStG)

(3) USt-Zahllast / (2) VSt

(3) USt / (3) USt-Zahllast

Bei Bezahlung: 15.MM+2. (Fälligkeitstag)

(3) USt-Zahllast / (2) Bank

1.19.9 Rechnungen, Voraussetzung für Vorsteuerabzug

§ 11 UStG

1.19.9.1

Rechnungen über € 150

Name und Anschrift des Lieferanten

Name und Anschrift des Empfängers

Menge und handelsübliche Bezeichnung der Gegenstände

Tag oder Zeitraum der Lieferung

Nettoentgelt

Steuersatz

19

Steuerbetrag

Ausstellungsdatum

fortlaufende Nummer

UID-Nr. des Lieferanten

UID-Nr. des Empfängers, wenn Gesamtbetrag über 10.000

1.19.9.2 Rechnungen bis € 150

Name und Anschrift des Lieferanten

Menge und handelsübliche Bezeichnung der Gegenstände

Tag oder Zeitraum der Lieferung

Entgelt und Steuerbetrag in einer Summe

Steuersatz

Ausstellungsdatum

Bsp 10 – USt

1.20 Wareneinkauf/-verkauf, Lagerveränderungen

1.20.1 Warenverkauf

(2) ZMK, Forderungen

Lagerveränderungen 1.20.1 Warenverkauf (2) ZMK, Forderungen (4) Umsatzerlöse (3) Umsatzsteuer Wareneinsatz kann nicht

(4) Umsatzerlöse

(3) Umsatzsteuer

Wareneinsatz kann nicht unmittelbar beim Verkauf verbucht werden (Bewertungsproblem).

(1) Waren

(5) Wareneinsatz

AB

Einkäufe

Waren-

einsatz

Waren-

einsatz

Saldo

(GuV)

EB

(Inventur)

(4) Umsatzerlöse

Saldo

Umsatz-

(GuV)

erlöse

Nachteil: Kein Zwischenabschluss mit ungefähren Größen möglich

Großer Bestand am Konto Waren, die in Wirklichkeit bereits großteils verbraucht sind

Gegenüberstellung Aufwand/Ertrag nicht möglich

20

1.20.2

Wareneinkauf

(5) Wareneinsatz

(2) Vorsteuer

Dennoch ist Kauf von Waren kein Aufwand!

(2) Vorsteuer Dennoch ist Kauf von Waren kein Aufwand! (2, 3) ZMK, Verbindlichkeiten (1) Waren AB

(2, 3) ZMK, Verbindlichkeiten

(1) Waren

AB

EB

(Inventur)

(5) Wareneinsatz

Waren-

Saldo

einsatz

(GuV)

Problem: Lagerveränderungen

1.20.3 Lagerveränderungen

1.20.3.1 Lagerabbau

Anfangsbestand > Endbestand

AB

Lagerabbau = Mehrverbrauch

(5) Wareneinsatz an (1) Waren

1.20.3.2 Lageraufbau

Anfangsbestand < Endbestand

Lager- abbau Einkäufe EB (Inventur) Mehr- verbrauch
Lager-
abbau
Einkäufe
EB
(Inventur)
Mehr-
verbrauch

21

(4) Umsatzerlöse

Saldo

(GuV)

Umsatz-

erlöse

Waren-

einsatz

(GuV)

(1) Waren

(5) Wareneinsatz

AB

Lager-

aufbau

EB

(Inventur)

Einkäufe

Minder-

verbrauch

Waren-

einsatz

(GuV)

Lageraufbau = Minderverbrauch

(1) Waren an (5) Wareneinsatz

1.21 Retourwaren:

(4) Umsatzerlöse

(3) Umsatzsteuer

bzw.

(2, 3) ZMK, Verbindlichkeiten

(3) Umsatzsteuer bzw. (2, 3) ZMK, Verbindlichkeiten (2) ZMK, Forderungen (5) Wareneinsatz (2) Vorsteuer 1.22

(2) ZMK, Forderungen

bzw. (2, 3) ZMK, Verbindlichkeiten (2) ZMK, Forderungen (5) Wareneinsatz (2) Vorsteuer 1.22 Privatkonto 1.22.1

(5) Wareneinsatz

(2) Vorsteuer

1.22 Privatkonto

1.22.1 Privatentnahme

von Geld: (9) Privat an (2) ZMK

von Waren: (Verkauf an sich selbst):

(9) Privat

an (2) ZMK von Waren: (Verkauf an sich selbst): (9) Privat (4) Eigenverbrauch (3) USt 1.22.2

(4) Eigenverbrauch

(3) USt

1.22.2 Privateinlagen

von Geld: (2) ZMK an (9) Privat

Bsp 11 – Einkauf/Verkauf/Lager/Privat

22

2

Bilanzierung

2.1 Einführung Bilanzierung

1. GoBil

2. Bewertung

nicht abnutzbares AV

abnutzbares AV

UV (Handelswaren)

Schulden

3. Rechnungsabgrenzung

4. Rückstellungen

2.2 Grundsätze ordnungsmäßiger Bilanzierung

§ 195 UGB

Der Jahresabschluss hat den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung zu entsprechen. Er ist klar und übersichtlich aufzustellen. Er hat dem Unternehmer ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln.

GoBil setzen GoB ieS voraus

klar und übersichtlich

tatsächliche Verhältnisse sollen ausgewiesen werden

Die Grundsätze im Einzelnen

1. Bilanzwahrheit

Es gibt keine wahre Bilanz, sondern Grundsätze und Regeln. Die realen wirtschaftlichen Tatbestände sollen dementsprechend dargestellt werden.

Es genügt, wenn die Bilanzierung den Grundsätzen der Richtigkeit und Willkürfreiheit folgt.

Richtigkeit

Von richtiger Buchführung abgeleitet.

Die übrigen GoBil müssen richtig angewendet werden.

Willkürfreiheit: Ein Dritter käme zu den gleichen Ansätzen.

2. Vollständigkeit (§ 196 UGB)

sämtliche Vermögensgegenstände, Rückstellungen, Verbindlichkeiten, Rechnungsab- grenzungsposten, Aufwendungen und Erträge enthalten, sonst nicht richtig. Vorausset- zung ist Inventur.

Keine gegenseitige Verrechnung (Aktiv, Passiv, Aufwand, Ertrag)

3. Bilanzklarheit (§ 195 UGB)

23

klare und übersichtliche Darstellung der Bilanz und der GuV; Gliederungsvorschriften des UGB §§ 198, 200; (für Kapitalgesellschaften allgemeine Grundsätze § 223, Bilanz § 224, GuV § 231)

4. Einzelbewertung (§ 201 Abs 2 Z 3)

Wertermittlung jedes Wertobjektes unabhängig von Wertverhältnissen anderer Wertobjekte Vermögensgegenstände und Schulden sind einzeln zu bewerten, die nach der Verkehrsauf- fassung eine Selbständigkeit haben, nicht gegeben bei zB Zubau oder Heizungseinbau

5. Stichtagsprinzip (§ 201 Abs 2 Z 3)

Einzelbewertung zum Abschlussstichtag Berücksichtigung von werterhellenden Ereignissen zB. Nachricht vom Totalschaden des LKW am 31.12. oder Nachricht vom Konkursantrag

6. Bilanzkontinuität (§ 201 Abs 2 Z 1, 6)

1. formelle B

1. Bilanzidentität, Schlussbilanz = Eröffnungsbilanz (§ 201 Abs 2 Z 6)

2. Gliederungsstetigkeit, Beibehaltung der Gliederung und Bezeichnung der Posten, dient Bilanzklarheit

2. materielle B

1. Bewertungsstetigkeit (§ 201 Abs 2 Z 1), Bewertungsmethoden sind beizubehalten, Abweichen nur bei Vorliegen besonderer Umstände zulässig.

7. Grundsatz der Unternehmensfortführung (§ 201 Abs 2 Z 2)

Bei der Bewertung des Vermögens und der Schulden ist grundsätzlich von der Fortführung des Unternehmens auszugehen (going-concern-Prinzip), dh von bestimmungsgemäßer Ver- wendung und normaler Unternehmertätigkeit. Vermögensgegenstände sind zu Anschaf- fungs- oder Herstellungskosten anzusetzen und auf Nutzungsdauer abzuschreiben. Bei Nicht-Fortführung sind Zerschlagungswerte anzusetzen.

8. Vorsichtsprinzip (§ 201 Abs 2 Z 4)

Mach dich nicht reicher als du bist!

Gläubigern soll keine bessere als die tatsächliche Lage vorgetäuscht werden.

1. Niederstwertprinzip, Aktiva eher niedriger bewerten

2. Höchstwertprinzip, Passiva eher höher bewerten

3. Anschaffungswertprinzip, keine Bewertung über den Anschaffungs- oder Herstellungs- kosten bei Vermögen und keine Bewertung unter diesen bei Schulden

Gewinne so spät wie möglich, mit der Realisation und Verluste so früh wie möglich, also mit der Erkennbarkeit ausweisen.

1. Realisationsprinzip, nicht realisierte Gewinne nicht ausweisen. Zu hohe Privatentnah- men oder Ausschüttungen sollen verhindert werden. Geschäft ist realisiert, wenn die Preisgefahr übergegangen ist, also das wirtschaftliche Eigentum und das Risiko des zu- fälligen Untergangs der Ware

2. Imparitätsprinzip, Erkennbare Risiken und drohende Verluste sind zu berücksichtigen.

9. Abgrenzungsprinzip (§ 201 Abs 2 Z 5)

24

Zahlungen, die Aufwand oder Ertrag in der nächsten Periode sein werden, sind dieser zuzuordnen und als Rechnungsabgrenzungsposten auszuweisen,

Abschreibung von Vermögensgegenständen auf die Nutzungsdauer

10. Wesentlichkeit

Ein Tatbestand ist auszuweisen, wenn die Entscheidung eines Bilanzadressaten beeinflusst werden kann. Wenn mehrere unwesentliche Tatbestände gemeinsam die Entscheidung beein- flussen können, sind sie auszuweisen

Bsp 12 – Werterhellendes Ereignis

2.3 Unternehmensrecht versus Steuerrecht

2.3.1 Unterschiedliche Zielsetzung

Unternehmensrecht und Steuerrecht verfolgen andere Zielsetzungen. So zielt das Unternehmens- recht im Wesentlichen auf den Gläubigerschutz ab (Vorsichtsprinzip). Das Steuerrecht hingegen auf die Festsetzung und Erhebung von (vielen) Steuern.

Dennoch muss nur eine (unternehmensrechtliche) Bilanz erstellt werden. Für die Steuerbemessung werden diese Werte übernommen (Maßgeblichkeit) oder durch Mehr-Weniger-Rechnung korrigiert.

2.3.2 Maßgeblichkeit

§ 5 EStG

Die unternehmensrechtlichen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sind maßgebend, außer zwingende steuerrechtliche Vorschriften treffen abweichende Regelungen.

In Abhängigkeit davon, ob es um unternehmensrechtliche (ure) oder steuerrechtliche (stre) Wahl- rechte (KANN-Bestimmung) oder zwingende Vorschriften (MUSS-Bestimmung) gibt, sind vier Fälle zu unterscheiden.

ure

KANN KANN ja

stre

Maßgeblichkeit

MUSS

KANN

ja

KANN

MUSS

umgekehrte Maßgeblichkeit oder MWR

MUSS MUSS nein, MWR

2.3.3 Mehr-Weniger-Rechnung

Unternehmensrechtlicher Gewinn

+/– Mehr-Weniger-Rechnung

= Steuerrechtlicher Gewinn

25

2.4

Bewertung, nicht abnutzbares AV, UV und Schulden

2.4.1 Niederstwertprinzip:

gemildertes Niederstwertprinzip

strenges Niederst- wertprinzip

nicht abnutzbares AV

abnutzbares AV

UV

Finanzanlagen

sonstiges AV zB Grundstücke

abnutzbares AV UV Finanzanlagen sonstiges AV zB Grundstücke Abwertung MUSS erfolgen, wenn die Wertminderung voraussicht-
abnutzbares AV UV Finanzanlagen sonstiges AV zB Grundstücke Abwertung MUSS erfolgen, wenn die Wertminderung voraussicht-

Abwertung MUSS erfolgen, wenn die Wertminderung voraussicht- lich von Dauer ist (§ 204 Abs 2 UGB)

Wenn die Wertminderung voraussichtlich nicht von Dauer ist:

KANN Abwertung er- folgen

DARF Abwertung NICHT erfolgen

Abwertung MUSS er- folgen, wenn der Markt- oder Börsen- preis oder der beizu- legende Wert niedri- ger ist. (§ 207 Abs 1)

Zuschreibung prinzipiell: JA

niedri- ger ist. (§ 207 Abs 1) Zuschreibung prinzipiell: JA unter Berücksichti- gung der bis dahin

unter Berücksichti- gung der bis dahin notwendigen plan- mäßigen Abschrei- bungen

Obergrenze für Zuschreibungen: (Anschaffungswertprinzip)

Anschaffungskosten

fortgeschriebene An- schaffungs- oder Herstellungskosten (= planmäßiger Buch- wert)

Anschaffungs- oder Herstellungskosten

Buch- wert) Anschaffungs- oder Herstellungskosten beizulegender Wert = Wiederbeschaffungsneuwert abzüglich
Buch- wert) Anschaffungs- oder Herstellungskosten beizulegender Wert = Wiederbeschaffungsneuwert abzüglich

beizulegender Wert = Wiederbeschaffungsneuwert abzüglich eventuell bis jetzt vorzunehmender planmäßiger Abschreibungen

2.4.2 Höchstwertprinzip

Verbindlichkeiten

Aufwertung MUSS erfolgen

Abwertung KANN erfolgen

Anschaffungswert DARF NICHT unterschritten werden

Bsp 13 – Bewertung

2.5 Bewertung von Handelswaren

2.5.1 Einsatzermittlung

Indirekte Einsatzermittlung, Keine Daten über Warenentnahmen vorhanden Anfangsbestand + Zukäufe – Endbestand

= Wareneinsatz

26

Direkte Einsatzermittlung; Daten über Warenentnahmen vorhanden Anfangsbestand + Zukäufe

– Wareneinsatz

Soll-Endbestand

– Ist-Endbestand

2.5.2

= Schwund

Bewertungsverfahren

Identitätspreisverfahren (z. B. Gebrauchtwagenhändler)

gleitendes Durchschnittspreisverfahren (direkte Einsatzermittlung, bei z. B. Heizöl)

FIFO (first in first out; bei z. B. Lebensmitteleinzelhändler)

LIFO (last in first out; bei z. B. Schüttgut)

gewogenes Durchschnittspreisverfahren (indirekte Einsatzermittlung)

2.6 FIFO

Beispiel:

AB 1.1.

100 Stück um 50,–

1. Zukauf 13.3.

300 Stück um 60,–

2. Zukauf 20.9.

150 Stück um 40,–

Abfassungen laut Lagerbuchführung:

380 Stück

IST-Endbestand laut Inventur

168 Stück

Preis am Bilanzstichtag:

Gefragt sind:

(a)

Bilanzansatz

(b)

Bestandsveränderung

(c)

Wareneinsatz

(d)

Buchungen

44,– pro Stück

27

Datum

Text

Menge in Stück

Preis pro Stück

Betrag

1.1.

Anfangsbestand

100

50

5.000

13.3.

1. Zukauf

300

60

18.000

20.9.

2. Zukauf

150

40

6.000

 

Summe

550

29.000

Abfassungen:

 

Anfangsbestand

-100

50

-5.000

1.

Zukauf

-280

60

-16.800

(c)

Summe Wareneinsatz

-380

-21.800

SOLL-Endbestand Schwund (1. Zukauf) IST-Endbestand davon:

170

7.200

2

60

120

168

7.080

1. Zukauf

18

60

1.080

2. Zukauf

150

40

6.000

(a)

Bilanzansatz

18

44

792

 

150

40

6.000

31.12.

Summe

168

6.792

(b)

Endbestand

6.792

–Anfangsbestand Bestandsveränderung (1) HW-Vorrat an (5) Wareneinsatz 1.792

Abschreibung

5.000

1.792

 

Schwund

2

60

120

Abwertung:

18

16

288

(7) Abschreibung von Vorräten an (5) Wareneinsatz 408

408

Bsp 14 – FIFO

2.7 Abschreibung abnutzbares AV

1. Wertminderung aufgrund der Nutzung:

ordentliche wirtschaftliche Gebrauch im Unternehmen unternehmensrechtlich: planmäßige Abschreibung steuerrechtlich: Absetzung für Abnutzung (AfA)

2. Wertminderung aufgrund anderer Ursachen:

technische, wirtschaftliche Entwertung

Entwertung durch Schadensfälle

unternehmensrechtlich: außerplanmäßige Abschreibung

28

steuerrerchtlich: Abschreibung auf den niedrigeren Teilwert

2.7.1 Planmäßige Abschreibung/AfA

Lineare Abschreibung:

jährliche Abschreibung = Anschaffungskosten / Nutzungsdauer

Anschaffungskosten: (§ 203 Abs 2 UGB)

sind die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, soweit sie dem Vermögensgegenstand einzeln zugeordnet werden können. Zu den Anschaffungskosten gehören auch die Nebenkosten sowie die nachträglichen Anschaffungskosten. Anschaffungspreisminderungen sind abzusetzen.

Nicht dazu gehören: Finanzierungskosten (Zinsen), Folgekosten (Versicherung), laufende Betriebs- aufwand, abziehbare Vorsteuer, Verwaltungsgemeinkosten

Anschaffungspreis (netto)

– Anschaffungskostenminderungen (netto; ausgenützte Rabatte und Skonti)

+ Anschaffungsnebenkosten (netto; alle Kosten, die notwendig sind, um die betref- fende Anlage in Betrieb nehmen zu können, zB Transportkosten, Zoll, Versicherung, Provision, Kosten der Aufstellung, Überprüfung und Inbetriebnahme der Anlage)

= Anschaffungskosten

Bsp 15 – Anschaffungskosten

Nutzungsdauer: Geschäftsjahre, in denen der Vermögensgegenstand voraussichtlich wirtschaftlich genutzt werden kann (§ 204 Abs 1 UGB)

Abschreibungssatz: Prozentsatz des jährlichen Wertverlusts

kumulierte Abschreibung: Summe aller bisherigen Abschreibungen

Buchwert: Differenz zwischen Anschaffungswert und kumulierter Abschreibung

Ganzjahres-/Halbjahres-AfA: § 7 Abs 2 EStG Wenn das Wirtschaftsgut mehr als sechs Monate ge- nutzt (betriebsbereiter Zustand) wird, ist der ganze Betrag abzusetzen, sonst die Hälfte.

Anlageverzeichnis: § 7 Abs 3 EStG

Anschaffungstag

Anschaffungskosten

Lieferant

Nutzungsdauer

(Buchwert 1.1. nicht vorgeschrieben, aber empfehlenswert)

AfA

Restbuchwert

Beispiel:

Inbetriebnahme am 12.10.2000 um 10.000, angenommene Nutzungsdauer 5 Jahre

29

 

Anschaf-

       

Jahr

fungskosten

Buchwert 1.1.

ND

lfd. AfA

Restbuchwert 31.12.

2000

€ 10.000,00

 

5

€ 1.000,00

€ 9.000,00

2001

€ 10.000,00

€ 9.000,00

 

5 € 2.000,00

€ 7.000,00

2002

€ 10.000,00

€ 7.000,00

 

5 € 2.000,00

€ 5.000,00

2003

€ 10.000,00

€ 5.000,00

 

5 € 2.000,00

€ 3.000,00

2004

€ 10.000,00

€ 3.000,00

 

5 € 2.000,00

€ 1.000,00

2005

€ 10.000,00

€ 1.000,00

 

5 € 1.000,00

€ 0,00

Buchungen:

12.10.2000

(0) Maschine 10.000 an (2, 3) ZMK, Lieferverb. 12.000

(2) VSt

2.000

31.12.2000

(7) planmäßige Abschreibung an (0) Maschine 1.000

31.12.2001

(7) planmäßige Abschreibung an (0) Maschine 2.000

31.12.2002

(7) planmäßige Abschreibung an (0) Maschine 2.000

31.12.2003

(7) planmäßige Abschreibung an (0) Maschine 2.000

31.12.2004

(7) planmäßige Abschreibung an (0) Maschine 2.000

31.12.2005

(7) planmäßige Abschreibung an (0) Maschine 1.000

Bsp 16 – AfA1

 

2.7.2 Außerplanmäßige Abschreibung/Teilwertabschreibung

Fortsetzung Beispiel:

Wiederbeschaffungsneuwert am 31.12.2003 € 8.000

   

Anschaf-

       

Jahr

fungskosten

Buchwert 1.1.

ND

lfd. AfA

Restbuchwert 31.12.

2000

€ 8.000,00

 

5

€ 800,00

€ 7.200,00

2001

€ 8.000,00

€ 7.200,00

 

5 € 1.600,00

€ 5.600,00

2002

€ 8.000,00

€ 5.600,00

 

5 € 1.600,00

€ 4.000,00

2003

€ 8.000,00

€ 4.000,00

 

5 € 1.600,00

€ 2.400,00

2004

€ 8.000,00

€ 2.400,00

 

5 € 1.600,00

€ 800,00

2005

€ 8.000,00

€ 800,00

5

€ 800,00

€ 0,00

Beizulegender Wert am 31.12.2003 € 2.400.

 

2.7.2.1

Berechnung beizulegender Wert:

Abschreibung pro Jahr: 8.000/5 = 1.600

 

Wiederbeschaffungsneuwert:

8.000

–3,5 mal Abschreibung 1.600

–5.600

beizulegender Wert

2.400

30

Buchwert:

3.000

–beizulegender Wert:

außerplanmäßige Abschreibung: 600

–2.400

2.7.2.2 Buchungen

31.12.2003

(7) planmäßige Abschreibung an (0) Maschine 2.000

31.12.2003

(7) außerplanmäßige Abschreibung an (0) Maschine 600

31.12.2004

(7) planmäßige Abschreibung an (0) Maschine 1.600

31.12.2005

(7) planmäßige Abschreibung an (0) Maschine 800

2.7.3 Ausscheiden von Anlagen

1. Verbuchen eines Erlöses

1. Verkaufserlöse oder

Anlagen 1. Verbuchen eines Erlöses 1. Verkaufserlöse oder (2) ZMK (4) Erlöse aus dem Abgang von

(2) ZMK (4) Erlöse aus dem Abgang von Anlagen

(3) USt

2. Versicherungserlöse (Schadensfall) oder

(2) ZMK an

3. keine Erlöse, da

(4) Erlöse aus dem Abgang von Anlagen

Anlage keinen Verkaufserlös erzielen kann oder

keine Versicherung vorhanden ist (Schadensfall)

2. planmäßige Abschreibung

(7) planmäßige Abschreibung an (0) AV

3. Ausbuchen des Restbuchwerts

(7) BW abgegangener Anlagen an (0) AV

4. Konten (7) BW abgegangener Anlagen und (4) Erlöse aus dem Abgang von Anlagen ab- schließen

1. Gewinn: Erlöse > BW

2. Verlust: Erlöse < BW

Verbuchung siehe unten.

5. Abschließen gegen GuV

1.

(4) Erträge aus dem Abgang von Anlagen an (9) GuV

2.

(9) GuV an (7) Verluste aus dem Abgang von Anlagen

4.1.

Gewinn

(4) Erlöse aus dem Abgang von Anlagen an (4) Erträge aus dem Abgang von Anlagen

(4) Erträge aus dem Abgang von Anlagen an (7) BW abgegangener Anlagen

31

4.2.

Verluste

(4) Erlöse aus dem Abgang von Anlagen an (4) Verluste aus dem Abgang von Anlagen

(4) Verluste aus dem Abgang von Anlagen an (7) BW abgegangener Anlagen

Bsp 17 – AfA2

2.7.4 Geringwertige Wirtschaftsgüter

§ 13 EStG: Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von abnutzbaren Anlagegütern können als Betriebsausgaben abgesetzt werden, wenn diese Kosten für das einzelne Anlagegut 400 Euro nicht übersteigen (geringwertige Wirtschaftsgüter). Wirtschaftsgüter, die aus Teilen bestehen, sind als Einheit aufzufassen, wenn sie nach ihrem wirtschaftlichen Zweck oder nach der Verkehrsauffassung eine Einheit bilden.

Buchung:

(7) Abschreibung GWG an (2, 3) ZMK, Verbindlichkeiten

(2) Vorsteuer

Bsp 18 – GWG

2.8 Rechnungsabgrenzung

  Vorauszahlungen   Rückstände                  
  Vorauszahlungen   Rückstände                  
  Vorauszahlungen   Rückstände                  
  Vorauszahlungen   Rückstände                  
  Vorauszahlungen   Rückstände                  
 

Vorauszahlungen

 

Rückstände

 
     
         

Eigene

Vorauszahlungen

ARA

Fremde

Vorauszahlungen

PRA

Eigene

Rückstände

So Verb

Fremde

Rückstände

So Ford

2.8.1 Eigene Vorauszahlung

Aktive Rechnungsabgrenzung:

(2) ARA an (5, 6, 7, 8) Aufwand

Beispiel: Wir überweisen am 29.10. die Versicherungsprämie iHv 480,– für ein Jahr im Voraus (Nov. bis Nov.).

Lösung:

11 12

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11 12

12 Monate 480 =>

1 Monat 40

November/Dezember: 2 Monate 80

Jänner bis November: 10 Monate 400, abgrenzen, da erst Aufwand im nächsten Jahr

1. 29.10. (7) Versicherungsaufwand an (2) Bank 480

32

2.

31.12. (2) ARA an (7) Versicherungsaufwand 400

3.

1.1.

(7) Versicherungsaufwand an (2) ARA 400

2.8.2

Fremde Vorauszahlung

Passive Rechnungsabgrenzung:

(4, 8) Ertrag an (3) PRA

Beispiel: Unser Mieter überweist uns am 2.12. die Geschäftsraummiete iHv 4.320 brutto (20 %) für die Monate Dezember bis März.

Lösung:

12

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10 11 12

4 Monate 3.600 netto (= 4.320/1,2) => 1 Monat 900

Jän. bis März: 3 Monate 2.700, abgrenzen, da erst Erlös im nächsten Jahr

1.

2.12.

(2) Bank 4.320

1. 2.12. (2) Bank 4.320 (4) Mieterträge 3.600

(4) Mieterträge 3.600

 

(3) USt 720

2.

31.12. (4) Mieterträge an (3) PRA 2.700

3.

1.1.

(3) PRA an (4) Mieterträge

2.8.3

Eigener Rückstand

 

Sonstige Verbindlichkeiten

(5, 6, 7, 8) Aufwand an (3) Sonstige Verbindlichkeiten

Beispiel: Ein am 25.4. bei unserer Hausbank aufgenommenes Darlehen von 30.000 wird am 20.4. des darauf folgenden Jahres inklusive 2.700 Zinsen zurückgezahlt.

Lösung:

 

5

6

7

8

9

10 11 12

1

2

3

4

12 Monate 2.700

Mai bis Dez. 8 Monate 1.800, abgrenzen, da bereits heuer Aufwand

1.

25.4.

(2) Bank an (3) Darlehen 30.000

2.

31.12. (8) Zinsaufwand an (3) Sonstige Verbindlichkeiten 1.800

3.

20.4.

(3) Sonstige Verbindlichkeiten 1.800 an (3) Bank 32.700

 

(8) Zinsaufwand 900

(3) Darlehen 30.000

2.8.4

Fremder Rückstand

Sonstige Forderungen

(2) Sonstige Forderungen an (4, 8) Ertrag

33

Beispiel: Am 2.9. gewähren wir einem Kunden ein Darlehen iHv 30.000. Am 1.9. des nächsten Jah- res zahlt er das Darlehen inklusive 1.650 Zinsen an uns zurück.

Lösung:

 

9

10 11 12

1

2

3

4

5

6

7

8

12 Monate 1.650

Sep. bis Dez. 4 Monate 550, abgrenzen, da bereits heuer Erlös

1. 2.9.

2. 31.12. (2) Sonstige Forderungen an (8) Zinserträge 550

3. 1.9.

(2) Forderungen an (2) Bank 30.000

(2) Bank 31.650

(2) Forderungen 30.000

(2) Sonstige Forderungen 550

(8) Zinserträge 1.100

Bsp 19 – Rechnungsabgrenzung

2.9 Rückstellungen

2.9.1

§ 198 Abs 8 UGB

Rechtsgrundlagen

Rückstellungen sind ungewisse Verbindlichkeiten oder drohende Verluste aus schwebenden Ge- schäften, die am Abschlussstichtag wahrscheinlich oder sicher, aber hinsichtlich ihrer Höhe oder des Zeitpunkts ihres Eintritts unbestimmt sind.

Unternehmensrechtlich sind Rückstellungen insbesondere zu bilden für

Abfertigungen

Pensionen

Produkthaftungsrisiken

Steuern

Sonstige

§ 9 Abs 1 EStG

Steuerrechtlich können Rückstellungen nur gebildet werden für

Abfertigungen

Pensionen

sonstige ungewisse Verbindlichkeiten

drohende Verluste aus schwebenden Geschäften

Einige Rückstellungen dürfen also steuerrechtlich nicht oder nicht in der Höhe gebildet werden, wie sie unternehmensrechtlich gebildet werden müssen. Diese unterschiedlichen Vorschriften führen zu einer Mehr-Weniger-Rechnung.

34

2.9.2

Dotierung Rückstellung

(7) Aufwand an (3) Rückstellung für

Folgejahr:

Zwei Möglichkeiten:

1. Rückstellung auflösen

2. Rückstellung beibehalten

2.9.2.1 Rückstellung auflösen

(a)

Rückstellung < Verpflichtung

(3) Rückstellung für … (7) Aufwand aus Vorperiode

(3) Rückstellung für … (7) Aufwand aus Vorperiode (2, 3) ZMK

(2, 3) ZMK

(b)

Rückstellung > Verpflichtung (3) Rückstellung für …

Rückstellung > Verpflichtung (3) Rückstellung für …

(2 ,3) ZMK (4) Erträge Auflösung Rückstellung

2.9.2.2 Rückstellung beibehalten

Korrektur des Kontos Rückstellung am Bilanzstichtag

(a)

Rückstellung 31.12. > 1.1. (7) Zuweisung zur Rückstellung an (3) Rückstellung für …

(b)

Rückstellung 31.12. < 1.1. (3) Rückstellung für … an (4) Erträge Auflösung Rückstellung

2.9.2.3 Beispiele

Beispiel 1: Rückstellung für Rechts- und Beratungsaufwand 3.000 netto 31.12. (7) Steuerberatungsaufwand an (3) Rückstellung für Rechts- und Beratungsaufwand 3.000

Fortsetzung Beispiel: Am 15. April des Folgejahres erfolgt Honorarnote (brutto) iHv

1. 3.600

2. 4.200

3. 3.240

1. Die Rückstellung wurde in richtiger Höhe gebildet (3) Rückstellung für R&B-Aufwand 3.000

(2) VSt

600

wurde in richtiger Höhe gebildet (3) Rückstellung für R&B-Aufwand 3.000 (2) VSt 600 35 (3) Sonstige

35

(3) Sonstige Verb.

3.600

2. Die Rückstellung wurde zu gering gebildet. (3) Rückstellung für R&B-Aufwand 3.000

500

700

3. Die Rückstellung wurde zu hoch gebildet. (3) Rückstellung für R&B-Aufwand 3.000

540

(7) Aufwand aus Vorperioden (2) VSt

(2)

VSt

(3) Sonstige Verb.

4.200

(3) Sonstige Verb.

3.240

(4) Erträge Auflösung RSt 300

Beispiel 2: Produkthaftungsrückstellung 0,5 % des Umsatzes Am Konto (3) Rückstellungen sind 45.000 ausgewiesen.

1. Umsatz 7.340.000

2. Umsatz 9.340.000

1. 7.340.000 mal 0,5 % = 36.700, Auflösung 8.300

2. 9.340.000 mal 0,5 % = 46.700, Zuweisung 1.700

1. (3) Rückstellung für Produkthaftung an (4) Erträge Auflösung Rückstellung 8.300

2. (7) Zuweisung Rückstellung an (3) Rückstellung für Produkthaftung 1.700

Bsp 20 – Rückstellungen

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