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Nachfrageanalyse Telelernen in Deutschland

Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse einer Studie der Bertelsmann Stiftung


und des Deutschen Volkshochschul-Verbands e.V.

Im Erwachsenenbildungs- und Weiterbildungsbereich wird intensiv über die Chancen und


Möglichkeiten neuer Lernformen wie Telelernen/Elearning diskutiert. Bildungseinrichtungen
schaffen Elearningportale und konzipieren Elearningangebote. Dabei ist es erstaunlich, dass
die Wünsche und Erwartungen der potenziellen Kunden und Nutzer der neuen Lernsysteme
kaum erforscht wurden. Die Bertelsmann Stiftung und der Deutsche Volkshochschul-
Verband e.V. haben mit dieser Untersuchung nun erstmals den Nutzer ins Blickfeld der
Betrachtung gerückt. Denn nur wer die Wünsche der Kunden kennt, wird im schwierigen
Umfeld des Telelernens/Elearnings erfolgreich agieren können.

Dieses Nachfragepotenzial wurde mit einer repräsentativen telefonischen


Bevölkerungsbefragung erschlossen. Dazu wurde in Anlehnung an den Fragenkatalog des
"Berichtssystems Politische Bildung 2002"1 ein Fragebogen, bestehend aus 12
geschlossenen und einer teiloffenen Frage entwickelt. Zur Überprüfung der Fragestellungen
wurden sechs kognitive Pretests durchgeführt. Diese besondere Technik dient der
Identifizierung von Verständnisproblemen und der Analyse dessen, was die Befragten
beispielsweise unter bestimmten Begriffen verstehen.2 Sie wird in Deutschland vor allem
vom renommierten Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA) Mannheim
angewandt.
Im einzelnen sollte mit der Umfrage ermittelt werden, wie groß die Nachfrage bzw.- das
Potenzial für Telelernen in der Bevölkerung ist3. Dabei stand der Privatkundenmarkt im
Mittelpunkt.4 Darüber hinaus galt es festzustellen, auf welche Themenbereiche5 sich der
ermittelte Bedarf bezieht, in welchen Themengebieten sich also eine Auseinandersetzung
mit dem Telelernen lohnt. 6 Nicht primäres Interesse der Umfrage war es zu ermitteln, wie
Angebote konzipiert sein müssen. Dies erfordert weitere Untersuchungen. Es sollte jedoch
versucht werden, erste - besonders wichtige - Kriterien bzw. Erwartungen an die Konzeption
von Telelern-Angeboten zu ermitteln.7

Mit der Durchführung der computergestützten Telefoninterviews (CATI) wurde das


Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid Bielefeld beauftragt, das bereits durch Hinzufügung
einer Fragebatterie an der Fragebogenkonzeption mitwirkte.
Die Befragung fand am Freitag, den 11. (Spätnachmittag bis in den Abend) und Samstag,
den 12. Januar 2002 (Nachmittag) statt. Die Stichprobe umfaßte 1.000 Interviews, was 800

1
Mit dem Berichtssystem, das u.a. vom Deutschen Volkshochschul-Verband e.V., der Dresdner Bank AG, der
Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, dem Büdinger Kreis e.V. und TNS Emnid unterstützt wird,
wurde die Form der Bedarfsanalyse im Bildungsbereich in einem umfassenden Ansatz als Marketingmethode
entwickelt und eingesetzt. Damit liegt nun neben der Methode ein umfassendes Berichtswerk zur politischen und
gesellschaftlichen Bildung vor (vgl. Rudolf 2002).
2
Zu kognitiven Pretests und ihrer Durchführung vgl. u.a. Prüfer/Rexroth 2000; Kurz/Prüfer/Rexroth 1999.
3
Mit Frage 1 wurde gefragt, ob Telelernen eine Lernform ist, die für die Befragten in Frage kommt. Sie ist die
Kernfrage im Fragebogen, nach der weitere Filter-/Trichterfragen gestellt werden. Kognitive Pretests haben
ergeben, dass es - z.B. um den Effekt der "Sozialen Erwünschtheit" auszuschließen und den Charakter des
Telelernens als organisierten Bildungsprozess herauszustellen - besser ist, das Telelernen in eine Reihe von
Weiterbildungsmöglichkeiten zu stellen. Durch Frage 7 wird das Potenzial verifiziert, indem die zuvor gemachten
Absichtserklärungen überprüft werden. Die Befragten, die "sehr wahrscheinlich" angeben, bilden das zu
erwartende reale Potenzial. Zudem wird den Befragten durch die Auseinandersetzung mit dem Telelernen auf
Grund der zuvor gestellten Fragen, bis zu dieser Frage 7 das Bild des Telelernens noch deutlicher. Wer sich bei
Frage 1 nicht für das Telelernen interessiert, wird nach der Frage 2 direkt zur Frage 8 übergeleitet.
4
Zur Differenzierung dient Frage 4, aber zum Teil dienen dazu auch die Fragen 3, 9 und 10.
5
Diese orientieren sich an der VHS-Angebotsstruktur.
6
Vgl. Frage 5a. Frage 5b dient der weiteren Schärfung durch eine gezwungene Festlegung auf einen der
interessanten Themenbereiche.
7
Vgl. Frage 6, in der eine Gewichtung der zwei wichtigsten Ausprägungen und der zwei bedeutenden
Rahmenbedingungen/Teilnahmemotive des Telelernens vorzunehmen ist.
Befragten für West- und 200 für Ostdeutschland entspricht. Die Auswahl der über alle
Bundesländer und Ortsgrößenklassen gestreuten Interviewpartner erfolgte innerhalb der
sample points durch Zufallsauswahl. Hierbei wurden aus einem Telefonnummernpool von
40.000 im Westen und 20.000 im Osten nach einem Zufallsverfahren Telefonnummern
ausgewählt. In den ausgewählten Haushalten wurde mit der Person ein Interview geführt, die
als erste im Jahr Geburtstag hat und 14 Jahre oder älter ist.

Der erste Blick auf die Befunde dieser Erhebung zeigt erstaunliche Ergebnisse: So sind ca.
30% der Befragten an der Lernform Telelernen interessiert und von diesem Personenkreis
können sich 43,6% vorstellen, in nächster Zeit online zu lernen. Die noch vor fünf Jahren
aufgestellten Prognosen, dass im Jahr 2002 die Mehrheit der Lernenden Elearning
praktizieren wird, haben sich damit zwar nicht erfüllt, aber das dargestellte Potenzial eröffnet
dem Telelernen eine Reihe von Entwicklungschancen. Auf der anderen Seite zeigen sich die
Bundesbürger nach wie vor deutlicher interessiert an klassischen Lernformen: Ca. 60% der
Befragten können sich vorstellen, in Kursen und Lehrgängen zu lernen. Wenn man
”selbstlernen” will, dann sind die bewährten Medien wie Fachbücher und Fachzeitschriften
offensichtlich attraktiver als das Lernen mit neuen Medien. Bildungsträger müssen diese
Ergebnisse zur Kenntnis nehmen und erkennen, dass bei allem Bemühen um Modernität,
der private Kunde auf das Lernen an realen Lernorten in real vorhandenen Lerngruppen wert
legt. Dies muss sich auch in den Konzeptionen von Angeboten zum Telelernen
niederschlagen.

Auf der anderen Seite wäre die Schlussfolgerung falsch, dass sich Bildungseinrichtungen
aufgrund des geringeren Potenzials von Telelernern nicht um das Thema Elearning
kümmern müssten. Gerade die junge Generation der unter 30jährigen spricht sich mit
nahezu 50% deutlich für das Telelernen aus. Die weitere Verbreitung des Internets und der
Ausbau der Computer unterstützten Arbeitsformen sowie die stärkere Bereitschaft junger
Menschen dieses Medium zu nutzen, dürften dem Elearning einen nachhaltiges
Wachstumspotenzial verschaffen. Dies belegen auch die Antworten auf die Frage, wie die
zukünftige Bedeutung des Telelernens eingeschätzt wird: Ca. 70% der Befragten vermuten,
dass die Bedeutung des Elearnings in Zukunft steigen wird. Aus anderen Studien wissen wir,
dass gerade institutionelle Kunden (Unternehmen, Verwaltungen, Arbeitsämter etc.) diesen
neuen Lernformen sehr aufgeschlossen gegenüberstehen und verstärkt Telelern-Angebote
in die Fortbildung integrieren. Wer diesen letzt genannten Markt erschließen will, muss
neben den traditionellen Lernformen Konzepte und Lernangebote für das neue Lernen
bieten.

Weiterbildungsträger, die für zukünftige Herausforderungen gewappnet sein wollen, müssen


sich schon jetzt mit diesem Thema auseinandersetzen. Es zeigt sich allerdings auch, dass
qualitativ hochwertige und passgenaue Telelernangebote nur im Verbund und in der
Kooperation erstellt und vermarktet werden können. Hierfür sprechen mehrere Gründe:
1. Die Entwicklungskosten für qualitativ hochwertige und zielgruppengerechte
Elearningsoftware sind hoch. Neuentwicklungen können entweder nur im Verbund
mehrerer Bildungseinrichtungen erstellt werden oder müssen in Kooperation mit
einschlägigen Herstellern entwickelt werden. Zwar können einzelne Einrichtungen über
die Nutzung der entsprechenden Förderprogramme von EU, Bund und Land kurzfristig
eigene Lösungen erstellen, mittelfristig wird allerdings die Bedeutung dieser Förderung
zurückgehen und es müssen neue Finanzierungswege gefunden werden, die im Verbund
leichter gangbar sind.
2. Professionelles Elearningmanagement kann nur über leistungsfähige Plattformen
realisiert werden. Dabei ist mit hohen Kosten für Entwicklung, Betrieb und Wartung zu
rechnen. Auch hier müssen sich Bildungsträger zusammentun, um über Einkaufs-,
Entwicklungs- oder Betreibergemeinschaften die Kosten zu reduzieren. Für die öffentlich
verantworte Weiterbildung, für die Volkshochschulen heißt dies auch, dass man über
gemeinsam genutzte Lernplattformen nicht nur den Entwicklungsaufwand pro Einrichtung
senkt, sondern auch leichter ein unverwechselbares Elearningprofil entwickeln kann. Der
Lerner würde ebenfalls profitieren: Plattform- und Lernproduktstandards verhelfen zur
Orientierung und erleichtern die Handhabung unterschiedlicher Lernangebote und -
programme.
3. Professionelles Elearningmanagement erfordert von Kursleitenden und Angebotsplanern
neue Qualifikationen. Der Kursleitende wird zum Telecoach oder Teletutor. Der
Angebotsplaner muss neue telelernadäquate Lernarrangements generieren. Gerade im
Feld der Ausbildung der Telecoaches oder Teletutoren müssen einrichtungs- und
trägerübergreifende (?) Standards und Konzeptionen entwickelt werden.
4. Das augenblicklich geringe Potenzial von Telelernern kann im Verbund besser und
wirtschaftlicher genutzt werden.

Telelearningangebote haben nur eine Chance, wenn sie passgenau auf die Bedürfnisse der
Kunden zugeschnitten sind. Die vorliegende Erhebung liefert hier wichtige
Grundlageninformationen. Vereinfacht formuliert kann man sagen, der Telelerner ist jung,
männlich, gut ausgebildet, verfügt über ein überdurchschnittliches Einkommen, will beruflich
verwertbares Wissen erwerben, zu Hause lernen und möglichst nicht mehr als für
herkömmliche Kurs- oder Seminarangebote bezahlen. Dabei steht der Wunsch nach
beruflich verwertbarem Wissen eindeutig im Zentrum des Interesses. Fast 80% der
Befragten, für die Telelernen interessant ist, wollen die erworbenen Kenntnisse beruflich
nutzen. So verwundert es auch nicht, dass an der Spitze der gewünschten Themen die
Bereiche EDV, Sprachen und kaufmännisches Wissen stehen. Bildungsträger, die im EDV-
und Sprachenbereich über differenzierte Kurs-, Lehrgangs- und Zertifikatssysteme verfügen,
haben gute Voraussetzungen, um den Wünschen dieser Nachfrager zu entsprechen.
Allerdings besteht die Aufgabe sicherlich nicht nur darin, bewährte und etablierte
Angebotssysteme onlinekompatibel zu gestalten. Auch diese Aufgabe überfordert einzelne
Einrichtungen und kann sicherlich nur im Verbund gelöst werden. Die Kompetenz der
Einrichtung in Fragen der beruflichen Bildung muss im Vordergrund der
Kundenkommunikation stehen. Denn nur wenn eine Einrichtung diese Kompetenz
glaubwürdig vermitteln kann, wird sie auf dem schwierigen Feld des Elearningmarkts
erfolgreich agieren können. Dies zieht jedoch auch eine regelmäßige Analyse der
Nachfrageseite nach sich. Nur, wenn man weiß, welche Ziele, Themenwünsche und
Eingangsvoraussetzungen die potenziell Interessierten haben, ist es möglich, mit den
Angeboten und Konzepten „up to date“ zu sein und eine individuelle Zielgruppenansprache
zu betreiben. An Marketing und Angebotsentwicklung müssen sich selbstverständlich Fragen
der Evaluation und des Qualitätsmanagements anschließen.

Auf der anderen Seite muss aber auch gerade die öffentlich verantwortete Weiterbildung
darauf achten, dass es in dem hier diskutierten Feld nicht zu neuen Verwerfungen kommt.
Es stimmt bedenklich, dass sich nur ca. 15% der befragten Hauptschulabsolventen ohne
Lehrabschluss für Telelernen interessieren, während für ca. 40% der Befragten mit Abitur
Telelearning attraktiv ist. Hier muss man beim Telelernen – wie auch bei anderen Formen
des Selbstlernens – darauf achten, dass diese Gruppe der formal Geringqualifizierten nicht
außen vor bleibt. Es sei nur auf das Problem verwiesen, dass Selbstlernkonzepte und die
Nutzung von Telelern-Angeboten eine hohe Lese- und Schreibkompetenz voraussetzt.
Signifikant ist auch der Unterschied zwischen Frauen und Männern. Deutlich mehr Männer
als Frauen interessieren sich für das Telelernen.

Es ist unstrittig, dass gerade die Gruppe der Geringqualifizierten in besonderem Maße
beruflich qualifiziert werden müssen. In dem Maße, in dem die Wirtschaft Telelernen als
Instrument in der innerbetrieblichen Qualifizierung entdeckt, wird es um so notwendiger,
diese Adressatengruppe für neue technikgestützte Lernarrangements zu gewinnen. Auf der
anderen Seite muss allen Beteiligten klar sein, dass für diese Zielgruppe neue spezifisch
zugeschnittene Onlinekonzepte modellhaft entwickelt und erprobt werden müssen. Die
Kosten für diese Entwicklungen werden sich nur schwerlich über den ”Markt” refinanzieren
lassen, hier werden die einschlägigen Förderprogramme des Bundes- und der Länder
genutzt werden müssen.

Auch zu den gewünschten Lernarrangements liefert die vorliegende Untersuchung einige


zentrale Grunddaten: Onlinelerner wollen zwar vorzugsweise zu Hause lernen, möchten aber
dennoch nicht auf eine Betreuung und Beratung verzichten. Ca. 65% der Interessierten
wünschen eine persönliche Betreuung per Telefon oder Email. Onlineangebote lassen sich
also nur erfolgreich realisieren, wenn ein leistungsfähiges Betreuungskonzept gefunden wird.
Dies ist aber leichter gefordert als realisiert. Die Call Center basierten Betreuungssysteme
der Wirtschaft setzten hier die Standards. So ist es für viele Kunden selbstverständlich, dass
sie beispielsweise rund um die Uhr telefonische Bahnauskünfte einholen können. Die
Erfahrungen mit bisherigen Telelernkonzepten zeigen, dass eine flexible und schnelle
Reaktion auf Kundenanfragen mitentscheidend für die Akzeptanz von Telelernangeboten
sein wird. Eine alle Kommunikationsmedien nutzende Lernerbetreuung stellt hohe
Anforderungen an die Anzahl, Verfügbarkeit und Qualifikation des Betreuungspersonals.
Anfragen der Telelerner sind vielfach nicht trivial und schnell zu beantworten, der zeitliche
Aufwand pro Kundenanfrage ist deutlich höher anzusetzen als beispielsweise bei der
Einholung von einfachen Fahrplanauskünften. Die Differenziertheit der Lernangebote macht
eine Betreuung durch Spezialisten notwendig: der Telecoach ist kein Allrounder, der heute
eine Anfrage einer Sprachenlernerin und morgen das Problem eines EDV-Lerners löst. Es ist
offensichtlich, dass der Aufbau eines qualitativ hochwertigen Beratungs- und
Betreuungssystem eine einzelne Einrichtung überfordert. Auf der anderen Seite muss
allerdings beachtet werden, dass ein problemadäquates und einrichtungsübergreifendes
Beratungssystem eine Standardisierung auf der Angebotsseite verlangt. Nur wenn man sich
auf gemeinsame Lehrpläne, Lernplattformen und Lernprodukte einigt, kann eine
einrichtungsübergreifende Onlineberatung erfolgreich arbeiten.

Die Mehrheit der Telelerninteressierten (ca. 55%) möchte sich auch mit anderen Telelernern
an realen Lernorten treffen, um über offene Fragen zu sprechen. Telelernangebote, die auf
eine Kombination von Präsenz- und Onlinephasen, das sogenannte ”Blended Learning”
setzen, werden von der Mehrheit der Lerninteressierten gewünscht.

Ein weiteres, über den unmittelbaren Zweck unserer Untersuchung hinausgehendes


Ergebnis: Der Internetboom und das neue Lernen machen anscheinend den klassischen
Lernformen in Kursen und Lehrgängen keine Konkurrenz: Diejenigen, die angaben, aus
beruflichen und privaten Gründen das Internet zu nutzen, zeigen allgemein eine deutliche
höhere Weiterbildungsaffinität als die "Internetverweigerer". Ca. 70% der Internetnutzer, die
es beruflich und privat nutzen gaben an, im letzten Jahr einmal oder mehrmals einen Kurs in
einer Weiterbildungseinrichtung oder im Betrieb besucht zu haben. Von den internetfernen
Befragten nutzten nur ca. 30% diese Weiterbildungsmöglichkeit.

Die Daten belegen auch, dass Mehrpersonenhaushalte ein deutlich höheres Interesse am
Telelernen aufweisen als Ein- und Zweipersonenhaushalte. Obwohl man bei der Antwort auf
die Frage nach den Gründen für diese Entwicklung auf Vermutungen angewiesen ist, so gibt
es doch plausible Erklärungsansätze: Es ist offensichtlich, dass Jugendliche in
Mehrpersonenhaushalten häufiger anzutreffen sind als in Zweipersonenhaushalten. Die
internetaffine Gruppe der Jugendlichen scheint ein wichtiger Garant für einen
generationenübergreifenden Innovationstransfer zu sein. Haushalte, in denen Jugendliche
fehlen, sind weniger aufgeschlossen für neue Lernformen. Die auch aus anderen Gründen
problematische Tendenz zu Single- und Zweipersonenhaushalten scheint auch im Kern
innovationsfeindlicher zu sein als Mehrpersonenhaushalte. Auf der anderen Seite ist zu
vermuten, dass gerade die immer stärker wachsende Gruppe der Kleinhaushalte
besonderen Wert auf Lernen in Kommunikationszusammenhängen legt und sich weniger für
ein Lernen im vermeintlich ”stillen virtuellen Kämmerlein” erwärmen kann. Auch aus diesem
Grunde wird das soziale Lernen an realen Lernorten in Zukunft nicht an Bedeutung verlieren.
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