Curriculum - Wundexperte ICW

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Curriculum Basisseminar „Wundexperte ICW®"

1. Leitziel
Die Absolvierung des Basisseminars der Initiative Chronische Wunden e.V. (ICW) befä-
higt zur fachgerechten Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden sowie zur
Umsetzung präventiver und lokaltherapeutischer Maßnahmen. Das Seminar umfasst
mindestens 56 Stunden Lehre (à 45 Minuten) plus 16 Stunden (à 60 Minuten) Hospitati-
on und schließt mit einem zweiteiligen Leistungsnachweis, bestehend aus einer Klausur
und einer Hausarbeit ab.

Die differenzierten Lernziele sind in der nachfolgenden Tabelle zusammen mit den ent-
sprechenden Lerninhalten aufgeführt. Ergänzende Erklärungen finden Sie im Anhang.
Die Lernziele und Lerninhalte sind im Kontext des nationalen Gesundheitssystems zu
sehen.

2. Zielgruppe
Das Basisseminar richtet sich an folgende Berufsgruppen12:

 Apotheker
 Ärzte (Humanmedizin)
 Heilpraktiker
 Heilerziehungspfleger
 Medizinische Fachangestellte (MFA)
 Operationstechnische Assistenten (OTA)
 Pflegefachkräfte (Gesundheits- und Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinder-
krankenpfleger, Altenpfleger)
 Podologen
 Physiotherapeuten mit Zusatzqualifikation Lymphtherapeut

Nur die in der Zielgruppe genannten Berufsgruppen können die Zertifizierung der
ICW/TÜV PersCert zum Wundexperten ICW ® erlangen.

3. Hospitation
Die 16-stündige Hospitation wird in einer Einrichtung absolviert, die schwerpunktmäßig
die Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden praktiziert. Die Hospitationsstel-
le belegt mittels einer Bescheinigung die Hospitationszeit. (Näheres siehe Hospitation
Wundexperte)
1In der Auflistung der Zulassungsgruppe ist die jeweils aktuelle Berufsbezeichnung angeführt. Damit sind alle vormalig
gleichwertigen Abschlüsse mit anderer Bezeichnung wie z.B. Arzthelferin jetzt MFA, zugelassen.
2 Alphabetische Reihenfolge

Curriculum Wundexperte ICW ® 2017


4. Prüfung
Die Prüfung erfolgt nach den Vorgaben des Normativen Dokument für Fachpersonal
Wunden. Das Basisseminar schließt mit einer zweiteiligen Prüfung ab, die sich wie folgt
gliedert:
 Klausur mit 23 Fragen aus den verschiedenen Themenbereichen des Curricu-
lums. Diese wird von der Anerkennungs- und Zertifizierungsstelle ausgegeben.

 Fünfseitige Hausarbeit mit dem Schwerpunkt Fallbeschreibung sowie einem


Teilbereich, der die Hospitation beschreibt. Näheres dazu regelt die Prüfungs-
ordnung Wundexperte ICW und das Formular Hospitation bzw. Hausarbeit
Wundexperte ICW.

5. Zertifikat
Die Teilnehmer erwerben nach Bestehen beider Prüfungsteile den Abschluss „Wundex-
perte ICW ®. Das Zertifikat ist für fünf Jahre gültig. Danach muss eine Rezertifizierung
erfolgen (siehe Information Rezertifizierung).

--
Curriculum Wundexperte ICW ® - 2017 2
Curriculum Basisseminar „Wundexperte ICW®"
Ziel: Fachgerechte Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden
Es umfasst mindestens 56 Stunden Lehre (à 45 Minuten) zuzüglich 16 Stunden (à 60 Minuten) Hospitation (exklusive Prüfung).
Der Schwerpunkt liegt auf der beruflichen Handlungskompetenz mit den Teilbereichen: Fach-, Methoden-, Sozial- und Personalkompetenz.

UE
àa Kognitive Lernziele Affektive Lernziele Psychomotorische Lerninhalte Anmerkungen
45 Lernziele
Min Die Teilnehmer… Die Teilnehmer… Die Teilnehmer…
Tag 1 - Kurseinführung/Kursorganisation und Grundlagen
1 ICW und Kurskonzept

 Fassen die grundlegenden Struk-  Weisen der Versorgung von  Fachgesellschaft/Verein  ICW-Präsentation für An-
turen und Aufgaben der medizi- Menschen mit chronischen  Zielsetzung (Aufgaben/Gremien) bieter
nisch wissenschaftlichen Fallge- Wunden eine wichtige berufs-  Mitgliedschaft  ICW-Flyer
sellschaft ICW zusammen spezifisch-fachliche Rolle zu  Fort-und Weiterbildungsangebote
 Zertifizierung/Rezertifizierung  ICW-Positionspapier
 Demonstrieren das Bildungskon-  Betrachten die Bedeutung
zept der ICW in seinem konzeptio- lebenslangen Lernens als  Vorgaben zur Absolvierung des  Aktuelle Veröffentlichungen
nellen Aufbau wichtigen Bestandteil des be- Seminars/der Zertifizierung und Broschüren
ruflichen Selbstverständnis-  Homepage der ICW [Link]
ses
2 Haut/Hautpflege

 Erläutern Aufbau, Funktion und  Sind sensibilisiert für die  Beurteilen die Hautbe-  Anatomie und Physiologie der Haut  Typische Hautschädigun-
Bedeutung der Haut als Organ Folgen von Hautschäden für schaffenheit inklusive gen der Krankheitsbilder in
Betroffene und deren Integri- Wundrand und -umgebung  Allgemeine Hautveränderungen, die jeweiligen Themen in-
 Identifizieren typische Hautverän- tät unter Berücksichtigung der (Altershaut, trockene, schuppige, tegrieren z. B. Intertrio und
derungen bei Menschen mit chro- patientenspezifischen Si- feuchte oder geschädigte Haut) IAD bei Differentialdiagno-
nischen Wunden  Bewerten Hautbeurteilung tuation se Dekubitus
und Hautpflege als wichtige  Hautschädigungen im Zusammen-
 Stellen schädigende exogene Maßnahmen im Behand-  Identifizieren potentiell hang mit chronischen Wunden
Einflussfaktoren auf die Haut dar lungskonzept hautschädigende Faktoren (Mazeration, Narbengewebe in Ab-
grenzung zu intakter Haut)
 Unterscheiden Maßnahmen zum  Setzen Hautschutz- und
Hautschutz und zur Hautpflege in Hautpflegeprodukte gemäß  Wundrand und -umgebung
Abgrenzung zum Einsatz von den therapeutischen Vor-
Hauttherapeutika  Substanzen mit potentiell hautrei-
gaben und der Hersteller- zender, Unverträglichkeitsreaktio-

Curriculum Wundexperte ICW ® 2017


angaben ein nen auslösender Wirkung
 Leiten Pflegemaßnahmen gemäß
dem aktuellen Hautzustand ab  Hautschutz und -pflege (Zielset-
zung und Gewährleistung)
 Verschiedene Produktgruppen
(W/O u. O/W, Urea-Produkte)
3 Wundarten und Wundheilung

 Verstehen den Zusammenhang  Weisen der Wundursache  Analysieren Wundsituatio-  Wundarten  Wundarten können im
zwischen Wundarten und Wund- eine grundlegende Bedeutung nen nach deren Erschei- Thema Wunddokumentati-
heilung zu nungs- und anamnesti-  Voraussetzungen physiologischer on als Ergebnissiche-
schen Kriterien Wundheilung rung/Wiederholung noch-
 Formulieren die verschiedenen  Sind motiviert die Wundur- mals aufgegriffen werden.
Entstehungsmechanismen von sache mit der aktuellen  Primäre und sekundäre Wundhei-
Wunden Wundsituation als Basis für  Identifizieren Störfaktoren lung
die Behandlungsstrategie zu zur Wundheilung mittels der  Wundheilungsphasen und Wun- 
 Stellen chronische und akute Grunde zu legen aktuellen Wundsituation
Beide Themen von einem
Wunden gegenüber dexsudat Dozenten unterrichten las-
 Sind sich der komplexen  Wundbeschaffenheit
sen
 Differenzieren primäre und se- Abläufe von Wundheilung und
kundäre Wundheilung der beeinflussenden Faktoren  Lokale und systemische Störfakto-
 Unterscheiden verschiedene bewusst ren
Ursachen von Wundheilungsstö-  Chronische Wunden
rungen, inkl. Infektion
 Biofilm (Entstehung und Bedeu-
 Stellen die Charakteristika der tung)
einzelnen Wundheilungsphasen
gegenüber
2 Schmerz

 Stellen chronischen und akuten  Weisen dem Patienten mit  Setzen Schmerzassess-  Schmerzentstehung und Schmer-  Schmerzskalen vorstellen
Schmerz gegenüber seiner individuellen Schmerz- mentinstrumente zielgrup- zarten (akuter und chronischer z.B. BESD,
situation eine zentrale Bedeu- penorientiert ein Schmerz)
 Vergleichen verschiedene tung zu
Assessmentinstrumente zur  Setzen Maßnahmen zur  Schmerzassessment
Schmerzerfassung  Sehen Schmerzbekämpfung Schmerzvermeidung und - (Schmerzskalen und Erfassung
und Schmerzvermeidung als bekämpfung um ohne Skalen)
 Unterscheiden die Möglichkeiten ein wesentliches therapeuti-
zur medikamentösen und nichtme- sches Ziel an  Unterstützen Menschen  Nichtmedikamentöse Schmerzthe-
dikamentösen Schmerztherapie mit chronischen Wunden im rapie und psychosoziale Aspekte
oder -vermeidung Bestreben nach Schmerz- inkl. schmerzsteigernder und
reduktion bzw. Schmerz- schmerzreduzierender Faktoren
 Interpretieren den Aufbau des freiheit
WHO-Stufenschemas  Schmerzvermeidung (siehe lokale
Wundversorgung)
 Unterscheiden verschiedene
Analgetikagruppen  WHO-Stufenschema (nur Überblick
über Medikamentengruppen)
 Bewerten schmerzauslösende
Situationen in der Wundversor-
gung

Curriculum Wundexperte ICW ® 2017 final 4


Tag 2 - Wundheilung/Wundbeurteilung/Dokumentation/Leistungsnachweise
2 Hospitation und Leistungsnachweise

 Kennen das Konzept der Leis-  Bewerten die Hausarbeit als  Erstellen eine Hausarbeit mit  Lernbegleitbuch  Formulare zum Wundexper-
tungsnachweise Chance zum eigenen Wis- Hilfe von vorgegebenen Krite- ten ICW®
senstransfer und als kritische rien  Prüfungsklausur (Beispiel)
 Benennen den Aufbau der Prü- Auseinandersetzung mit den
fungsklausur und der Hausarbeit  Setzen normative Vorgaben im  Formale und inhaltliche Kriterien
Lehrinhalten zur Erstellung der Hausarbeit  Normative Dokumente
inkl. deren Schwerpunktsetzung Rahmen der Leistungsnach-
 Entwickeln ein Bewusstsein weise um  Bewertungskriterien der Hausar-
 Zeigen die Schwerpunkte der Hos- für den Theorie-Praxis-  Nutzung des Lernbegleit-
pitation auf beit
Transfer buchs Wundexperte ICW ®
 Vorgaben/Zielsetzung zur Hospi-
 Reflektieren Handlungsrou- tation
tinen durch Perspektiven-
wechsel  Fristen

3 Hygiene in der Wundversorgung

 Beschreiben Hygienerichtlinien  Reflektieren die Erfordernis-  Setzen hygienische Richtlinien  Grundlagen der Infektionslehre  Praktische Übungen zur
beim Verbandwechsel sowie der se hygienischer Maßnahmen beim Verbandwechsel im am- (Definition und Klinik) Händedesinfektion
Hände bei der Versorgung von Men- bulanten und stationären Be-
schen mit chronischen Wun- reich um  Hygienische Maßnahmen zur
 Erkennen typische Infektionsquel- den Unterbrechung von Infektionsket-  Demonstration zur Abstri-
len und -ketten im Rahmen der  Ergreifen Maßnahmen zur ten z. B. hygienische Händedes- chentnahme
Wundversorgung  Sind sich der Verantwortung persönlichen Hygiene sowie infektion und Benetzungslücken,
bezüglich ihres eigenen Han- der des Patienten Schutzkleidung An- und Ablegen,
 Erfassen die Besonderheiten bei delns als Vorbildfunktion be- Umgang mit Einmalhandschuhen
Patienten mit Problemkeimen wusst  Entnehmen Abstriche fachge-
recht  Vorbereitung, Durchführung und
 Stellen das Spektrum der typi- Nachbereitung des Verband-
schen Problemkeime dar  Leiten erforderliche Maßnah- wechsels unter Einhaltung von
men bei Problemkeimen ent- Hygienerichtlinien
 Beschreiben die Grundsätze bei sprechend der RKI-
Abnahme von mikrobiologischem Empfehlungen ein  Problemkeime (z. B. MRE) in
Untersuchungsmaterial Wunden
 Initiieren hygienische Maß-
nahmen gegenüber Dritten  Entnahmetechnik von Abstrichen
bzw. am Versorgungsprozess z.B. Essener Kreisel
beteiligter Personen
 Aufgaben des Robert Koch-
Instituts (RKI)
 Abgrenzung KRINKO/RKI zu
anderen Veröffentlichungen
 RKI-Empfehlungen zum Umgang
mit multiresistenten Keimen,
Handschuhen u. Leitungswasser

Curriculum Wundexperte ICW ® 2017 final 5


Wundbeurteilung und Wunddokumentation
3

 Interpretieren inhaltliche und for-  Reflektieren die Bedeutung  Erheben eine individuelle  Ziele der Wunddokumentation  ICW-Definitionen für die
male Anforderungen an die Wund- der Fachsprache Wundanamnese entspre- Wundbehandlung
dokumentation chend vorgegebener Kriterien  Rechtliche und inhaltliche Vorga-
 Übernehmen Verantwortung ben der Wunddokumentation  Übungen zur Wundeinschät-
 Beschreiben detailliert die Beurtei- für eine aussagekräftige  Dokumentieren die Wundsi- zung und -dokumentation
lungskriterien Wunddokumentation tuation entsprechend den  Bestandteile der Wundanamnese
verbindlichen Vorgaben re-  Kombination mit den The-
 Differenzieren bei der Wunddo-  Sind für ethische und rechtli-  Wundbeurteilung/schriftliche
gelmäßig men: Wundarten,
kumentation unterschiedliche Ge- che Aspekte der Foto- und Dokumentation inkl. fachsprachli-
phasenbezogenes Wundma-
webearten und Strukturen sonstigen Wunddokumentation  Verwenden Fachtermini im cher Termini und Klassifikationen
nagement/Fallmanagement
sensibilisiert Rahmen der Wunddokumen-  Fortlaufendes Monitoring
 Begründen die Vorgaben und tation korrekt  Datenschutz allgemein im
Empfehlungen zur Fotodokumenta-  Betrachten die Wunddoku-  Fotodokumentation inkl. techni- Thema Recht
tion mentation als kontinuierlichen  Berücksichtigen daten- scher Kriterien zur Anfertigung
Prozess zur Nachvollziehbar- schutzrechtliche Bestimmun-
 Ethische Aspekte der Fotodoku-  Einzelne Klassifikationen
keit der aktuellen Situation so- gen
mentation siehe DFS/UC/Dekubitus
wie des Heilungsverlaufs
 Erstellen eine aussagekräfti-
ge Fotodokumentation  Datenschutz bei Fotodokumenta-
tion

Curriculum Wundexperte ICW ® 2017 final 6


Tag 3 - Expertenstandard/ Ulcus cruris
2 DNQP Expertenstandard Pflege von Menschen mit Chronischen Wunden

 Fassen Aufbau und Struktur des  Sind sich der wund- und the-  Führen die im Expertenstan-  Standardebenen und -Kriterien  Verknüpfung zum Thema
Nationalen Expertenstandards rapiebedingten Einschränkun- dard vorgesehenen Aufgaben Hausarbeit erstellen
Pflege von Menschen mit chroni- gen in Bezug auf die Lebens- im Rahmen des Pflegepro-  Zielsetzung und Zielgruppe
schen Wunden des DNQP zu- qualität von Menschen mit zesses bei Menschen mit  Aufgaben und Qualifikations-
sammen chronischen Wunden bewusst chronischen Wunden durch profil der/des pflegerischen Fa-  Abstimmung mit dem
chexpertin/ten Thema/Dozenten Doku-
 Erläutern die Zielsetzung des Ex-  Sind für die Bedeutung des  Wenden die assessmentbe- mentation
pertenstandards individuellen Krankheitsver- zogenen Kriterien in der  Einschätzung von wund- und
ständnisses sensibilisiert Wundanamnese und - therapiebedingten Einschrän-
 Definieren die fachspezifischen dokumentation an
Aufgaben die der Expertenstandard  Sehen das Individuum mit kungen
aufführt seiner chronischen Wunde(n)  Bedeutung von Selbstma-
im Fokus ihres beruflichen Wir- nagementkompetenzen
 Führen häufige wund- und thera- kens
piebedingte Einschränkungen auf
 Werten die Expertenstandards
als handlungsleitende Vorga-
ben

6 Ulcus cruris Prophylaxe /Behandlung

 Erkennen Ursachen, Erschei-  Messen der ursachenbezoge-  Identifizieren lokale Verän-  Formen gefäßbedingter Ulcera  Demonstration:
nungsbilder und Folgeschäden ge- nen Behandlung der Ulcera derungen am Bein und ord- Fußpulse tasten
fäßbedingter Ulcera crurum crurum eine maßgebliche Be- nen diesen venöse bzw. arte-  Abgrenzung zu nicht-
deutung zu rielle Funktionsstörungen zu gefäßbedingten Ulcera (nur
 Stellen venöse und arterielle Ulce- Überblick)  Interpretation von KADI-
ra gegenüber  Schätzen die Kompressions-  Bewerten den Knöchel-Arm- (ABI) Werten z. B. mit Ras-
therapie als bedeutend in der Druck-Index (KADI) und lei-  Pathophysiologie UCV/UCA
 Erklären Klassifikationen und Prophylaxe und Therapie der ten Handlungsvorgaben ab
ter
grundlegende diagnostische Maß-  Klassifikation Widmer/Marschall
venösen Ulcera ein und Fontaine (nur Gesamtkon-
nahmen  Wählen adäquate Kompres-
 Sind sich der Risiken im Rah- sionsversorgung aus und zept)  Bandagierung mit Kurzzug-
 Leiten ursachenspezifische thera- men der Kompressionstherapie wenden diese fachgerecht binden inklusive Überprü-
peutische Interventionen ab  Diagnostik und Therapie ge-
bewusst an fäßbedingter Störungen (nur fungskriterien, die in der
 Identifizieren Maßnahmen zur Praxis zur Evaluation her-
 Klären Betroffene über die Überblick)
Prävention von Beinulcera angezogen werden können.
Kompressionstherapie auf  Grundwissen Kompressions-
 Erläutern Zielsetzung und Wirk- und geben Informationen für therapie
deren Handhabung  Effektivitätskontrolle mit
weise der Kompressionstherapie
 Indikationen und Kontraindika- Druckmessung empfeh-
 Unterscheiden verschiedene  Evaluieren die vorliegende tionen lenswert für die Übungen
Kompressionsversorgungen und - Kompressionstherapie an-
hand valider Kriterien  Unterschiedliche Kompressi-  Die Vertiefungsstunden
systeme können für einen „Wickel-
onsmaterialien (Kurzzug- im
Vergleich zu Langzugbinden workshop“ genutzt werden
und Fertigbindensystemen)

Curriculum Wundexperte ICW ® 2017 final 7


 Bandagierungstechniken
(Grundsätze)
 Medizinische Kompressions-
strümpfe und -klassen
 Ulcus-Strumpfsysteme (Prinzip)
 An- und Ausziehhilfen (Über-
blick)
 Pflegehinweise (bzgl. Materia-
lien)
 Evaluation der Kompressions-
therapie

Curriculum Wundexperte ICW ® 2017 final 8


Tag 4 - Dekubitus/Diabetisches Fußsyndrom (DFS)
4 Dekubitus / Prophylaxe und Therapie

 Beschreiben die Entstehungs-  Entwickeln ein kritisches  Führen eine systematische  Nationaler Expertenstandard  Therapieplan bei bestehen-
mechanismen von Dekubitalulce- Bewusstsein gegenüber As- Risikoeinschätzung durch „Dekubitusprophylaxe“ nach dem Dekubitus könnte in Ver-
ra sessmentinstrumenten DNQP (Auszüge) fügungsstunde oder in Fallar-
 Erstellen einen ressourcen- beit nach Wundversorgung
 Identifizieren Risikofaktoren und  Reflektieren die Bedeutung orientierten Bewegungs- und  Ursachen (Druck, Scherkräfte) aufgenommen werden
Risikogruppen von konsequenter Dekubitus- Maßnahmenplan und Pathomechanismen
prophylaxe und Kausalthera-
 Erklären Prinzipien druckvertei- pie  Wählen druckverteilende und  Prädilektionsstellen und Risiko-
lender und -entlastender sowie druckentlastende sowie wei- ermittlung
bewegungsfördernder Maßnah-  Nehmen Bewegungsförde- tere prophylaktische Maß-
men rung und Mobilisation als Ak- nahmen individuell und ziel-  Klassifikationen EPUAP/NPUAP
tivierungsprozesse wahr gerichtet aus  Differentialdiagnostik (Abgren-
 Klassifizieren Dekubitalulcera
mittels EPUAP/NPUAP  Nehmen eine verantwor-  Setzen Hilfsmittel individuell zung zu IAD, Intertrigo, Verbren-
tungsbewusste Haltung zum und unter Berücksichtigung nung)
 Beschreiben Evaluationskrite- Einsatz von Hilfsmitteln bzw. wirtschaftlicher Aspekte ein
rien zur Bewertung der Interven-  Prophylaxe und Kausaltherapie
Lagerungssystemen ein
tionen  Bewerten die Effektivität  Bewegungsförderung/Mobilität
ausgewählter Maßnahmen
 Grenzen differentialdiagnostisch  Auswahl/Bewertung druckvertei-
andere Hautschäden ab  Gewährleisten die Nachsor- lender und druckentlastender
ge einer chirurgischen Deku- Maßnahmen
 Erfassen therapeutische Prinzi- bitusversorgung
pien bei vorliegendem Dekubitus  Möglichkeiten der chirurgischen
Versorgung eines Dekubitus
4 Diabetisches Fußsyndrom (DFS) / Prophylaxe und Therapie

 Stellen Ursachen, Erschei-  Registrieren die Erfordernis-  Wählen druckentlastende  Entstehungsmechanismus  ICW-Stellungnahme Vorfu-
nungsbilder und Folgeschäden se der speziellen Beobach- Maßnahmen aus und wen- ßentlastungsschuh
 Abgrenzung DFS vs. Diabeti-
vom DFS dar tungs- und Beratungsaspekte den diese und andere pro- sches Fußulcus
phylaktische Maßnahmen an
 Beschreiben die Klassifikation  Entwickeln ein Bewusstsein  Pathophysiologische Aspekte  pAVK und Fontaine Stadien
nach Wagner/Armstrong gegenüber der Komplexität  Beraten Betroffene hinsicht- (pPNP, Angiopathie und Misch- im Thema Ulcus Cruris
des Krankheitsbildes in sei- lich Fußpflege, Fußinspekti- formen)
 Zeigen die wesentlichen Unter- ner lokalen und systemischen on, Fußbekleidung sowie
suchungsmethoden auf Tragweite Schuhwerk  Untersuchungsmethoden und -
techniken  Begriffe der Lokalisation von
 Erklären die grundlegenden  Weisen dem Syndrom unter  Inspizieren den Fuß auf Fußulzera Bildmateri-
therapeutischen Schritte  Einteilung nach Wag- al/Übungen anhand von Fall-
epidemiologischer und de- spezifische Veränderungen ner/Armstrong (Überblick)
 Begründen die wichtigsten pro- mographischer Sicht Bedeu- und initiieren erforderliche beispielen
tung zu Maßnahmen  Entstehung von Fußulzera, Rolle
phylaktischen Maßnahmen
der Keratosen und sonstiger
 Stellen einen stetigen Ab- wundauslösender Faktoren  Verknüpfung mit dem Thema
gleich zwischen den Fußver- Edukation empfohlen
änderungen und dem DFS  Präventive Maßnahmen, z. B.
zum Zweck der Früherken- Fußinspektion und Fußpflege
nung und Rezidivprophylaxe  Druckentlastung durch geeignete
her Hilfsmittel (Überblick)

Curriculum Wundexperte ICW ® 2017 final 9


Tag 5 - Lokaltherapie Grundsätze/Produktgruppen/Exsudatmanagement/Phasengerechte Therapie/Débridement
6 Grundsätze Wundversorgung und Wundauflagen

Produktgruppen
 
Erläutern die Anforderungen an
Wundauflagen und die verschiede-
Wägen ökonomische und
patientenbezogene Ziele kri-
 Wählen Materialien ent-
 Der ideale Wundverband  Eine repräsentative Auswahl
von Produkten verschiedener
nen Produktgruppen hinsichtlich tisch ab
sprechend der Wund- und  Wundauflagen als Produktgruppen Hersteller muss zu den Pro-
individuellen Lebenssituati- duktgruppen vorgehalten und
Aufbau, Wirkung, Indikationen und  Exemplarisch jeweils einzelne Pro-
Kontraindikationen  Betrachten Einschränkungen on des Betroffenen indika- den Teilnehmern demons-
im Alltagsleben von Betroffe- tionsbezogen aus dukte im Aufbau, Wirkweise, Indi-
kationen und Kontraindikationen triert werden
 Zeigen Anwendungsoptionen von nen durch Auswahl geeigne-
Produktgruppen auf ter Wundverbände als hand-  Wenden Produkte bzw. sowie Anwendung
lungsweisend Produktkombinationen indi-  Relevante Produktgruppen:  Übungen zu Aufnahmekapa-
kationsbezogen und be-  Semipermeable Transparent- zität inklusive Auswertung
Phasengerechte Therapie
stimmungsgemäß an folie durch die Teilnehmer
 Stellen die Grundsätze der pha-  Weisen einer phasengerech-  Hydrogel
senbezogenen Wundtherapie her- ten Wundversorgung einen  Setzen Versorgungsalter-  Hydrokolloid
aus hohen Stellenwert zu nativen entsprechend dem  Superabsorber
klinischen Bild ein  PU-Schaum
 Ordnen Produkte den entspre-
 Cavity
chenden Wundphasen bzw. Wund-
situationen zu
 Passen Verbandwechselin-  Hydrofaser, Alginat
tervalle der Wundsituation  Distanzgitter
 Benennen die Behandlungsziele in an  Aktivkohle
verschiedenen Wundheilungspha-  (Produktkombinationen)
sen  Berücksichtigen beim
 Silikon
Verbandwechsel die Ziel-
setzung des atraumati-  Lokaltherapeutika: Negativliste,
Exsudatmanagement schen Vorgehens obsolete Therapie
 Stellen die Aufgaben des Exsu-  Wundrandschutz (siehe Unterricht
datmanagements heraus und ent- Haut)
wickeln Lösungsstrategien  Sind für die psychosozialen
Auswirkungen von Exsudat-  Lokale Unterdrucktherapie (nur
 Erklären den Zusammenhang Überblick der Funktionsweise und
belastung sensibilisiert
zwischen Wundsituation, Pro- des Einsatzgebietes)
duktauswahl und Verbandwech-
selintervallen  Beinflussende Faktoren für die
Verbandwechselintervalle

Geruchsmanagement
 Begründen ein Geruchsmanage-
ment unter Einbeziehung der indi-  Werten die Geruchsentwick-
viduellen Lebenssituation des Pati- lung als lebensqualitätsein-
enten schränkenden Faktor

Curriculum Wundexperte ICW ® 2017 final 10


2 Wundreinigung/Wundspülung 

 Begründen die Erfordernisse von  Sind sich der Erfordernisse  Führen im Rahmen ihrer  Débridementtechniken und –  Geeignete Info: Wounds
Wundreinigungsverfahren und Risiken der einzelnen jeweiligen Handlungslegiti- methoden inkl. Instrumente International Papier zum
Débridementmethoden be- mation Wundreinigung und Thema Biofilm
 Kennen die Indikationen und Kont- wusst Wundspülung fachgerecht  Produkte zur mechanischen (Micro-
raindikationen für die Débri- faser- und Schaumpads,..) und au-  Vorstellung von Materialien
durch
dementmethoden tolytischen Wundreinigung (Algina- und Instrumenten und Zuord-
 Wenden die verschiedenen te, Hydrofaser, Hydrogele, Wund- nung zu Methoden
 Unterscheiden verschiedene Dé-  Werten die Wundreinigung
Methoden bestimmungs- auflagen zur Nasstherapie)
bridementmethoden bezüglich ihrer als wesentliche Vorausset- gemäß an
Effektivität, Verfügbarkeit, Wirt- zung für die Wundheilung  Konservierte und nicht konservierte
schaftlichkeit und Risiken  Bewerten Effektivität der Wundspüllösungen
angewendeten Maßnah-
 Beschreiben verschiedene Wund- men im Behandlungsver-  Endständige Wasserfilter (Sterilfil-
spüllösungen in deren Handhabung lauf ter) beim Einsatz von Leitungswas-
ser
 Biofilmbehandlung
 Larventherapie und ultraschall-
assistierte Wundreinigung (nur
Wirkprinzip)

Curriculum Wundexperte ICW ® 2017 final 11


Tag 6 – Infektmanagement/Finanzierung/Recht
2 Infektmanagement

 Ordnen die Stufen der Keimbe-  Nehmen die Bedeutung des  Beherrschen die speziellen  Stufen der Keimbesiedelung und
siedelung bis zur Infektion den Infektmonitorings als originäre Maßnahmen bei infizierten und Infektion von Wunden  Produktauswahl von Antisep-
entsprechenden Kennzei- Aufgabe wahr geruchsbildenden Wunden tika und Zuordnung zu Wirk-
chen/Begriffen zu  Ursachen und Kennzeichen von stoffen
 Sind für den reflektierten Ein-  Wählen lokale antiseptische Wundinfektionen
 Begründen die Indikationen satz von verschiedenen anti- Maßnahmen nach relevanten
einer antiseptischen Lokalthera- septischen Substanzen sensi- Kriterien aus  Behandlungsmöglichkeiten zur
pie bilisiert Keimreduktion
 Wenden Antiseptika den
 Erfassen Wirkweise und Indika- Bestimmungen entsprechend  Abgrenzung konservierte Wund-
tionen von Antiseptika an spüllösungen und Antiseptika

 Kennen Einwirkzeiten und An-  Antiseptische Substanzen (Silber,


wendungsvorgaben für Antisepti- Octenidin, Polihexanid und Jod)
sche Lösungen  Einwirkzeiten, Anwendungsdauer
 Beschreiben potentielle Neben- und Aufbewahrung von Wund-
wirkungen von antiseptischen spüllösungen und Antiseptika
Produkten  Anwendungsvorgaben und Kont-
raindikationen
 Passive Produkte zur Keimbin-
dung (hydrophobe Wundaufla-
gen)
 Produktkombinationen

2 Fallmanagement

 Setzen das Erlernte anhand  Nehmen die Bedeutung der  Wählen Maßnahmen und Pro-  Fallbeispiel(e) mit Aussagen zur  Fälle können dem Lernbe-
eines konkreten Fallbeispiels um Versorgung von Menschen mit dukte gezielt aufgrund vorlie- ganzheitlichen Beschreibung des gleitbuch entnommen werden
chronischen Wunden unter ei- gender Informationen und Betroffenen inklusive psychoso-
 Erkennen die relevanten Aspek-  Zuordnung/Diskussion von
ner ganzheitlichen Sichtweise Fachkenntnisse aus zialer Aspekte
te des Wundversorgungsprozes- Kausal-und Lokaltherapie
wahr
ses und diskutieren Handlungs-  Wenden lokale und kausalthe-  Einschätzung der Wundsituation  Geeignet zur Vorbereitung
alternativen  Messen der individuell adap- rapeutische Maßnahmen fall- inkl. der zugrundeliegenden Ur- auf die Hausarbeit
tierten Versorgung einen hohen bezogen an sache(n)
Stellenwert bei
 Planung der ursachenbezogenen
und begleitenden Maßnahmen
 Auswahl von lokalen Versor-
gungsoptionen

Curriculum Wundexperte ICW ® 2017 final 12


2 Finanzierung der Wundversorgung

 Wissen um die unterschiedlichen  Entwickeln ein Bewusstsein  Überwachen den ökonomischen  Erstattungsfähigkeit nach § 31  TN berechnen die Kosten für
Finanzierungslagen für die Sekto- gegenüber den individuellen Einsatz von Versorgungsproduk- SGB V eine Wundversorgung an-
ren (ambulant/stationär) Behandlungsoptionen und den ten hand eines Beispiels
wirtschaftlichen Rahmenbedin-  Begriffe einheitlicher Bewer-
 Ordnen Versorgungsprodukte gungen  Ermitteln die Kosten für ver- tungs-Maßstab (EBM), Diagno-
den Arznei- und Verbandstoffen schiedene Wundversorgungsop- sis Relation Groups (DRG) und
bzw. Hilfsmitteln zu  Übernehmen Verantwortung tionen Wirtschaftlichkeitsgebot
gegenüber den am Versor-
 Kennen Zusammenhang zwi- gungsprozess Beteiligten  Kosten von Wundauflagen
schen Budget und Regressrisiko
 Überversorgung
 Haben Kenntnis von der unter-
schiedlichen Erstattungsfähigkeit  Begriffsabgrenzung von
von Wundversorgungsprodukten Budget, Richtgrößen und Re-
ab gressrisiko
 Abgrenzung Arznei- und Ver-
bandmittel zu Hilfs- und Heilmit-
tel
2 Rechtliche Aspekte der Wundversorgung

 Benennen die rechtlichen Grund-  Sind sich der Bedeutung der  Agieren im rechtlichen Hand-  Medizinproduktegesetz, und -
lagen zur Pflege des Menschen rechtlichen Vorgaben für das lungsspielraum der jeweiligen betreiberverordnung, Arzneimit-
mit chronischen Wunden eigene Handeln bewusst Profession telgesetz (nur im Bezug zur
wundspezifischen Thematik)
 Grenzen Medizinprodukte von  Identifizieren die jeweiligen
Arzneimitteln ab rechtlichen Grenzen ihres berufli-  Bedeutung des Beipackzettels
chen Handelns bei Medizinprodukten
 Weisen auf den jeweiligen haf-
tungsrechtlichen Rahmen hin  Piktogramme bei Medizinpro-
dukten
 Definieren Renomstrationspflicht
 Anordnungs-, Durchführungs-
 Verstehen die Verantwortungs- und Organisationsverantwor-
ebenen der Anordnung- und tung
Durchführung
 Berufsspezifische Tätigkeits-
vorbehalte am Beispiel ärztli-
cher Vorbehalte und Delegati-
onsfähigkeit
 Remonstrationspflicht
 Datenschutz

Curriculum Wundexperte ICW ® 2017 final 13


Tag 7 - Edukation/Ernährung/Verfügungsstunden
4 Edukation

 Überblicken die Grundlagen  Hinterfragen die eigene Ein-  Besprechen gemeinsam mit  Die Gesprächsführungstechnik  Die Lehrinhalte sind unter
der Patientenedukation stellung zur Patientenedukation dem Patienten anzustrebende aktives Zuhören als Grundlagen dem besonderen Aspekt der
Edukationsziele der Patientenedukation Situation von Menschen mit
 Begründen die Ziele der Pati-  Nehmen die Patientenedukati- chronischen Wunden im Be-
entenedukation on als essentiellen Baustein im  Wenden edukative Maßnah-  Zielsetzung, Teilbereiche und handlungssetting zu unter-
Therapieplan wahr men im Versorgungsprozess Möglichkeiten der Patientenedu- richten. Ein enger Praxisbe-
 Unterscheiden die Kernprozes- an kation (Überblick)
se der Patientenedukation wie  Sind bestrebt den Patienten in zug ist herzustellen!
Informationsweitergabe, Bera- seiner Autonomie/Selbstpflege  Werten typische Fehler in der  Förderliche und hemmende As-  Rollenspiele sinnvoll:
tung, Schulung und Anleitung zu unterstützen Gesprächsführung aus pekte in der Edukation
o Gesprächstechnik anwenden
 Verstehen die Gesprächsfüh-  Sind für potentielle Störfakto-  Führen ein Informationsge-  Teilelemente im Rahmen der o Beispiel für Edukationsmaßnah-
rung als Grundlage im Edukati- ren aus Sicht des Patienten spräch unter strukturellen Vor- Edukation (Anleitung und Schu- men:
onsprozess sensibilisiert gaben durch lung)
o Anamnesegespräch
 Erklären Methoden der Anlei-  Werten den Erfolg der Edukati-
o Anleitung pflegender Angehöriger
tung und Schulung on aus bei bestehendem Dekubitus bzw.
Dekubitusgefahr
o Schulung zur Hautpflege bei UCV
2 Ernährung

 Kennen die Grundlagen zur  Bewerten die Ernährung von  Beurteilen den Ernährungs-  Klinische Kriterien der Ernäh-  Portale bzw. Berechnungshil-
Bestimmung des Flüssigkeits- Patienten mit chronischen und Flüssigkeitsstatus mittels rungsbeurteilung sowie Assess- fen für den Ernährungsbedarf
und Nährstoffbedarfs Wunden als wichtigen Faktor subjektiver und klinischer Krite- mentinstrumente
rien
 Stellen einen Zusammenhang  Fühlen sich verantwortlich  Bedarfsermittlung anhand aus-
zwischen Mangelernährung und Nährstoff- und Flüssigkeits-  Bestimmen den Flüssigkeits- gewählter Instrumente
Wundheilungsstörung her mangel als potentielle Risiko- und Nährstoffbedarf bei Men-
schen mit chronischen Wunden  Hilfsmittel und Ergänzungsstoffe
 Erläutern die für die Wundhei- faktoren frühzeitig zu erfassen sowie deren Erstattungsmöglich-
lung relevanten Nährstoffe und und gegenzusteuern  Wenden Ernährungsassess- keit
deren wesentliche Funktionen ments nach gezielter Auswahl
an  Einfluss der Ernährung auf die
 Benennen klinische Kriterien Wundheilung
zur Erfassung des Ernährungs-  Verabreichen Nahrungsergän-
zustandes zungsmittel indikationsbezogen  Mangelernährung und Dehydrati-
on mit Ursachen und Folgen
 Stellen Assessmentinstrumente  Vermitteln alltagsrelevante
zur Einschätzung des Ernäh- Hinweise zur Anpassung der
rungszustands exemplarisch Kalorien- bzw. Flüssigkeitszu-
gegenüber fuhr
 Unterscheiden Zusatznahrun-
gen

Curriculum Wundexperte ICW ® 2017 final 14


2 Vertiefungsstunde

Vorbereitung auf die Klausur mit Lernbegleitbuch/alternativ praktische Übungen

= 56 Gesamt exklusive Prüfung

2 Prüfungsklausur

Lernzielüberprüfung/Wissenstransfer

90 Min. Schriftliche Prüfungsklausur mit 23 Prüfungsfragen, ausgegeben von der Anerkennungs- und Zertifizierungsstelle

16 Std. à 60 Min. Hospitation In fachbezogener Einrichtung (siehe Formular Hospitation und Hausarbeit)
Hausarbeit
Umfang von fünf Seiten (siehe Formular Hospitation und Hausarbeit), zzgl. einer separaten Wunddokumentation
(Abgabetermin spätestens drei Monate nach Prüfungsklausur)
Der Abgabetermin gilt unabhängig von Wiederholungsklausuren oder alternativen zentralen Prüfungsterminen, die von einzelnen Seminarteilnehmern wahrgenommen werden.

Hinweis zur Fortbildungsgestaltung


 Die Seminare zielen auf die Entwicklung der Handlungskompetenz, daher sollen die Themen entsprechend didaktisch methodisch aufgear-
beitet werden. Beispielsweise können Inhalte in Form von Projekten, Gruppenarbeiten, Fallbesprechungen, Übungen und Demonstrationen
vermittelt werden.
 Wundauflagen, Kompressionsmaterialien, etc. müssen in einem adäquaten Umfang zur Verfügung stehen. Die Produktbeispiele sollten da-
bei von mind. fünf Firmen ausliegen.
 Literatur und Expertenstandards müssen in angemessenem Umfang ausliegen. Die Literaturliste im Anhang dient dabei als Beispiel. Der
Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden muss zur Ansicht ausliegen.
 Die Unterrichte sollen in sinnvoller, chronologisch aufeinander aufbauender Reihenfolge unterrichtet werden. Die im Curriculum vorgegebe-
ne Reihenfolge dient als enge Empfehlung. Auf diese Weise wird ein kontinuierlicher Lernprozess initiiert.
 Zu den Themenpunkten, die mit dem Vermerk „(Überblick)“ aufgeführt sind, sollen nur grundlegende Informationen gegeben werden. Hier
sind keine Details zu vermitteln.

Hinweise zur Dozentenauswahl


 Die Dozenten müssen eine nachvollziehbare Fachexpertise ausweisen.
 Die beiden Leitungen müssen als Dozenten im Seminar eingebunden werden.
 Es müssen mindestens drei Dozenten geplant werden, von denen keiner mehr als die Hälfte der Unterrichtseinheiten abdecken darf.

Curriculum Wundexperte ICW ® 2017 final 15


Literaturliste Basisseminar: „Wundexperte ICW®“
Themengebiet Literaturquelle: Autor, Titel, Verlag Geeignet für
alphabethisch
Alle Themen des Seminars ICW e.V. (Hrsg.) (2016): Lernbegleitbuch zum Seminar Wundexperte ICW. 3. Teilnehmer (Prüfungs-
Auflage. vorbereitung)
Dozenten
(orientierend)
Basisliteratur/ausführlich, Panfil E-M, Schröder G (Hrsg.) (2015): Pflege von Menschen mit chronischen Dozenten
themenübergreifend inkl. Wunden. Lehrbuch für Pflegende und Wundexperten. 3. Auflage. Hogrefe Teilnehmer
Versorgung von Menschen mit Verlag, Bern.
chronischen Wunden, pflegeri-
sche Maßnahmen
Basislitera- Protz K (2016): Moderne Wundversorgung. 8. Auflage. Elsevier Verlag München. Dozenten
tur/themenübergreifend inkl. Teilnehmer
Wundversorgung, KH-Bilder
Dekubitus Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) Hrsg. (2010): Dozenten
Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege. 1. Aktualisierung. Teilnehmer
Osnabrück.
Dekubitus Initiative Chronische Wunden e.V. (2015): Informationen für Fachpersonal. Dozenten
Leitfaden Dekubitus 2015. Quedlinburg. Teilnehmer

Dekubitus Schröder G, Kottner J (Hrsg.) (2011): Dekubitus und Dekubitusprophylaxe. Dozenten


Hogrefe Verlag, Bern. Teilnehmer
DFS Nationale Versorgungsleitlinie Typ-2-Diabetes (2009): Version 2.7; Träger: Dozenten
Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Arbeitsgemeinschaft
der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). (Zur Zeit in
Überarbeitung)
DFS Hochlehnert D, Engels G und Morbach S (2014): Das diabetische Fußsyndrom, Dozenten
Springer Verlag, Berlin/Heidelberg.
Ernährung Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) Hrsg. (2010): Dozenten
Expertenstandard Ernährungsmanagement in Pflege. Osnabrück (Zur Zeit in
Überarbeitung)
Erstellung schriftlicher Ar- Zertifizierungsstelle ICW/PersCert TÜV für Wundqualifizierungen (2017): Dozenten
beiten Formulare zur Hospitation & Hausarbeit, Prüfungsordnung Wundexperte. Teilnehmer

Curriculum Wundexperte ICW ® 2017 16


[Link]
Expertenstandard Deutsches Netzwerk Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) (Hrsg.) (2015): Dozenten
Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden. 1. Teilnehmer
Aktualisierung, Osnabrück.
Expertenstandard Unterricht Pflege (2011): Expertenstandards vermitteln. 16. Jahrgang. Heft 2, Dozenten
Brake.
Hygiene Schwarzkopf A (2016): Multiresistente Erreger im Gesundheitswesen, 2. Auflage, Dozenten
mhp-Verlag 2016
Hygiene Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention Dozenten
(KRINKO) beim Robert Koch-Institut (2014): Empfehlungen zur Prävention und Teilnehmer
Kontrolle von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) in
medizinischen und pflegerischen Einrichtungen.
Hygiene Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention
beim Robert Koch-Institut (RKI)Robert-Koch-Institut (2005): Infektionsprävention
in Heimen, Bundesgesundheitsblatt- Gesundheitsforschung-Gesundheitsschutz.
48:1061–1080, DOI 10.1007/s00103-005-1126-2.
Hygiene Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention Dozenten
beim Robert Koch-Institut (RKI)Robert-Koch-Institut (2007): Prävention
postoperativer Infektionen im Operationsgebiet
Kompressionstherapie Deutsche Gesellschaft für Phlebologie. (2009): Leitlinie: Phlebologischer Dozenten
Kompressionsverband (PKV). AWMF-Leitlinien-Register Nr. 037/005. (Zur Zeit in
Überarbeitung)
Kompressionstherapie Protz K, Dissemond J, Kröger K (2016): Kompressionstherapie. Ein Überblick für Teilnehmer
die Praxis. Springer- Verlag, Berlin. Dozenten

Kompressionstherapie Reich-Schupke S und Stücker M (2013): Moderne Kompressionstherapie. Dozenten


Viavital Verlag, Köln.
Kommunikation Rogall-Adam R, Josuks H und Adam G (2011): Professionelle Kommunikation in Dozenten
Pflege und Management: Ein praxisnaher Leitfaden (PflegeKolleg). 2. Auflage.
Kommunikation Unterricht Pflege (2008): Beratung. 13. Jahrgang, Heft 3. Prodos Verlag, Brake. Dozenten
Kommunikation Grundlagen Pflege für die Aus- Fort- und Weiterbildung (2008): Beratung Teilnehmer
gestalten. Heft 25. Prodos Verlag, Brake.
Recht Großkopf V und Klein H (2011): Recht in Medizin und Pflege. 4. Auflage. Spitta Dozenten
Verlag, Balingen.

Curriculum Wundexperte ICW ® 2017 17


Recht Höfert R (2011): Von Fall zu Fall – Pflege im Recht. 3. Auflage. Springer Verlag, Dozenten
Berlin.
Schmerz Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) Hrsg. (2011): Dozenten
Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege bei akuten Schmerzen. 1.
Teilnehmer
Aktualisierung. Osnabrück.
Ulcus cruris venosum Deutsche Gesellschaft für Phlebologie. (2008): Leitlinie: Diagnostik und Therapie Dozenten
/Kompressionstherapie des Ulcus cruris venosum. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 037/009, (Zur Zeit in
Überarbeitung)
Ulcus cruris arteriosum Deutsche Gesellschaft für Angiologie, Gesellschaft für Gefäßmedizin. (2015): Dozenten
Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der peripheren arteriellen
Verschlusskrankheit (pAVK). AWMF-Leitlinien-Register Nr. 065/003.
Wun- Dissemond J et al. (2016): Definitionen für die Wundbehandlung. In: Der Dozenten
de/Wunddokumentation Hausarzt S. 265-266. Springer Verlag, Berlin Teilnehmer
Wundversor- Vasel-Biergans und Probst W (2011): Wundversorgung für die Pflege, 2. Dozenten
gung/Wundverbände Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart. Teilnehmer
Wunddokumentation/ Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung (DGfW) e. V. Dozenten
Wundversorgung/Leitlinie Lokaltherapie chronischer Wunden bei Patienten mit den Risiken periphere
arterielle Verschlusskrankheit, Diabetes mellitus, chronische venöse Insuffizienz.
2012. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 091/001, Bearbeitungsstand 6/2012.

Curriculum Wundexperte ICW ® 2017 18


Curriculum und Literaturliste wurden erstellt von Mitgliedern des Expertengremiums der ICW:
Bernd Assenheimer, Krankenpfleger, Lehrer für Pflegeberufe, Fachreferent/Fachautor, Tübingen

Dr. med. Christoph Giebeler, Facharzt für Chirurgie und Gefäßchirurgie, Wundsprechstunde Klinik am Eichert, ALB FILS Kliniken Fachrefe-
rent/Fachautor. Göppingen

Veronika Gerber, Kinderkrankenschwester, Lehrerin für Pflegeberufe, Vorsitzende ICW e.V., Schulungsreferentin chronische Wunden, Fachreferen-
tin/Fachautorin, Spelle

Armin Leibig, Lehrer für Pflegeberufe, Dipl. Pflegepädagoge (FH), M.A. Erwachsenenpädagogik, Akademie Fort- und Weiterbildung Universität Erlangen,
Vertretungsprofessur Pflegepädagogik Hochschule Ludwigshafen

Norbert Matscheko [Link]. und M.A., Lehrer für Pflegeberufe, Gesundheitswissenschaftler, Direktor der Bayerischen Pflegeakademie, Schulungsreferent,
München

Kerstin Protz
Krankenschwester, Projektmanagerin Wundforschung am Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP) am Universi-
tätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Managerin im Sozial- und Gesundheitswesen, Mitglied der DNQP Expertengruppe „Pflege von Menschen mit chronischen
Wunden“, Wundexpertin ICW e.V., Sachverständige für Pflege, Beiratsmitglied ICW e.V., Vorstandsmitglied Wundzentrum Hamburg e.V., Fachreferen-
tin/Fachautorin, Hamburg

Gerhard Schröder, Fachkrankenpfleger A/I, Supervisor, Lehrer für Pflegeberufe, Fachbuchautor und Journalist, Lehr- und Forschungsaufträge mit Schwer-
punkt Dekubitus, Mitglied der Expertengruppe Expertenstandard „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“, und „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“,
Fachreferent/Fachautor, Göttingen

PD Dr. med. Andreas Schwarzkopf, Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, Sachverständiger für Krankenhaushygiene, Fachrefe-
rent/Fachautor, Bad-Bocklett

Werner Sellmer, Fachapotheker für klinische Pharmazie, Vorstandsmitglied Wundzentrum Hamburg e.V., Beiratsmitglied ICW Wundexperte ICW ®, Fachre-
ferent/Fachautor, Norderstedt

Barbara Temme, Niedergelassene Fachärztin für Chirurgie, Wundexpertin ICW ®, WACert®, Fachreferentin, Berlin

Ida Verheyen-Cronau, Fachkrankenschwester A/I, Lehrerin f. Pflegeberufe, Wundexpertin ICW ®, Pflegetherapeutin Wunde ICW ®; WACert®, Leitung der
Anerkennungs- und Zertifizierungsstelle ICW/TÜV, Fachreferentin, Frankenau

Curriculum Wundexperte ICW ® 2017 19


Anhang:

Erläuterungen zur Lernzielgliederung und zu Kompetenzbereichen


Das Curriculum ist nach Lernzielen gegliedert. Maßgeblich dafür ist die Absicht, einer einsei-
tig kognitiven, wissensvermittelnden Ausrichtung des Unterrichts entgegenzuwirken. Lernzie-
le stellen die zu erreichende (Handlungs-)Fähigkeit des Lernenden dar.

Motto:
Das große Ziel der Bildung ist nicht Wissen, sondern Handeln (H. Spencher)

Lernzielgliederung
Die Gliederung orientiert sich an dem von Benjamin Bloom und David Krathwol entwickelten
drei-stufigen System. Die Lernziele sind nicht in Schwierigkeitsstufen untergliedert, diese er-
geben sich teilweise aus den verwendeten Begriffen (siehe Untergruppierung der Lernziele).
Eine weitere Ausdifferenzierung müssen die Lehrenden vor Ort festlegen.

1. Kognitive Lernziele
Sie beziehen sich auf Denken, intellektuelle Fähigkeiten, Wissen und Problemlösen; ange-
fangen vom einfachen und konkreten bis zum komplexeren und abstrakteren Sachverhalt.
Es werden Lernziele, mit dem Schwerpunkt Erinnern bzw. Reproduzieren, als auch solche,
die das Lösen einer intellektuellen Aufgabe einschließen, bei der man Hauptprobleme be-
stimmt, vorgegebenes Material ordnen oder kombinieren muss, impliziert. Die Abstufung der
kognitiven Lernziele in aufsteigender Reihenfolge umfasst:

a) Kenntnisse Der Schwierigkeits-


b) Verständnis grad steigt mit jeder
c) Anwendung Stufe an.
d) Analyse
e) Synthese
f) Beurteilung

2. Affektive Lernziele
Sie beziehen sich auf die persönliche Betroffenheit oder Motivation, Interessen, Haltungen
und Einstellungen sowie Werte und Prinzipien und Stellungnahmen. Die Abstufung der affek-
tiven Lernziele umfasst:

1. Aufmerksamwerden, Beachten
2. Reagieren
3. Werten
4. Strukturierter Aufbau eines Wertsystems
5. Erfülltsein durch einen Wert oder eine Wertstruktur

3. Psychomotorische Lernziele
Sie beziehen sich auf manuelle, muskuläre, durchführungsorientierte Ziele und motorische
Fertigkeiten, Koordination und Imitation, die den korrekten Umgang mit Material oder Ge-
genständen im Fokus haben. Die Abstufung der psychomotorischen Lernziele erfolgt durch:

a) Manipulation
b) Präzision
c) Handlungsgliederung
d) Naturalisierung

Curriculum Wundexperte ICW ® 2017 20


Kompetenzbereiche
Im Blickpunkt auf die spätere Tätigkeit steht eine zu erreichende Handlungskompetenz im
Vordergrund. Dabei geht es nicht um das Abrufen von Fachwissen, sondern um die Fähig-
keit eines jeden Teilnehmers die erlernten Elemente mit der erforderlichen Motivation, sach-
und fachgerecht, verantwortungsbewusst, auf einen konkreten Fall in der Praxis zu transfe-
rieren. Es geht darüber hinaus um die persönlich durchdachte, zielorientierte Handlung zur
selbständigen Problemlösung und zur Eigenreflektion.

Dazu bedarf es folgender Teilkompetenzen:

1. Methodenkompetenz (z. B. Beratungsmethoden anwenden, Recherchen durchführen)

2. Sozialkompetenz (z. B. Kooperation und Kommunikation im therapeutischen Team)

3. Personal- bzw. Selbstkompetenz (Empathiefähigkeit für bestimmte Pflegesituationen


entwickeln)

4. Fachkompetenz (Fähigkeit, eigenständig Pflegehandlungen planen, durchführen und


auswerten zu können)

Zur Überprüfung der Lernziele und Kompetenzen sind verschiedene Prüfungselemente ver-
pflichtend. Diese decken unterschiedliche Lernziele und Schwierigkeitsstufen ab und prüfen
neben dem bloßen Faktenwissen in unterschiedlichem Ausmaß die erworbenen Kompeten-
zen.

Quellen:

Bloom B (1976): Taxonomie von Lernzielen im kognitiven Bereich. 5. Auflage, Weinheim.

Mager R F (1994): Lernziele und Unterricht. Weinheim.

Sahmel K-H. (Hrsg.) (2002): Grundfragen der Pflegepädagogik. Stuttgart.

Schewior-Popp S (2005): Lernsituationen planen und gestalten. Handlungs-orientierter Un-

terricht im Lernfeldkontext. Stuttgart.

Sieger M (Hrsg.) (2001): Pflegepädagogik. Handbuch zur pflegeberuflichen Bildung

Wydra G (2002): Zusammenfassung der Taxonomie von Lernzielen im kognitiven Bereich


(Bloom´sche Taxonomie).

Curriculum Wundexperte ICW ® 2017 21

Common questions

Auf Basis von KI

Healthcare professionals can ensure optimal hygiene practices by rigorously adhering to the infection prevention guidelines, such as proper hand hygiene, usage of clean or sterile gloves, and disinfecting the skin around the wound before and after dressing. They must also ensure the proper disposal of used dressings and sanitization of equipment and surfaces. Techniques like the 'Essener Kreisel' can be used for safe sample collection without contamination. They should also be vigilant regarding the early signs of infection to prevent escalation . Following the RKI recommendations, such as MRSA protocols, helps maintain high hygiene standards .

Effective communication in chronic wound management is crucial for accurate diagnosis, treatment planning, and patient adherence to care plans. It fosters trust and encourages patients to share concerns and symptoms, which can guide tailored treatment strategies. Professionals can enhance communication by employing patient-centered communication techniques, providing clear and concise instructions, and using visual aids when necessary. Training in empathic listening and patient education are also vital components, as they empower patients and improve outcomes . Implementing communication policies that prioritize clarity and responsiveness can further elevate care standards .

The need for debridement is determined by the presence of non-viable tissue, infection, or biofilm that impedes the healing process. Mechanical methods like surgical or sharp debridement rapidly remove necrotic tissue but carry higher risks of pain and bleeding. Autolytic debridement, using physiological methods such as hydrogels, is less invasive and mitigates these risks, although it takes longer. Enzymatic debridement is precise and minimally painful, suitable for patients unable to undergo surgery, but can be expensive and requires prescription . The choice depends on the wound characteristics and overall patient condition aimed at achieving faster healing with minimal discomfort .

The WHO analgesic ladder is structured in a stepwise approach to manage pain with increasing severity. It typically begins with non-opioid medications for mild pain, such as NSAIDs. If pain persists or increases, it progresses to weak opioids, and finally to strong opioids for severe pain, always combined with non-opioids and adjuvant therapies if necessary . This gradual escalation helps tailor pain management to the patient's needs while minimizing risk and side effects .

Pain assessment tools differ in their approach and focus, some are numerical scales like Visual Analog Scale (VAS), and others are more descriptive like the McGill Pain Questionnaire. Tools like the Brief Pain Inventory (BPI) include affective and sensory dimensions of pain, which are crucial in wound care for evaluating both the intensity and the impact of pain on function. For chronic wound care, where pain can be complex, multi-dimensional tools that assess psychological and social factors in addition to physical pain are deemed most effective . Tailoring the assessment strategy to the patient’s specific context ensures more accurate pain management .

Psychosocial factors significantly interact with non-pharmacological pain therapy in wound care by influencing both perception of pain and healing outcomes. Stress, anxiety, and patient attitude towards pain can exacerbate pain perception, while supportive psychological interventions may help in reducing pain intensity. Techniques such as cognitive-behavioral therapy, relaxation techniques, and patient education are critical as they help in managing expectations and improving coping strategies, leading to enhanced healing and pain relief . This integration of psychosocial considerations acknowledges the individual experiences of patients, emphasizing holistic care .

Key factors in selecting treatment options for diabetic foot syndrome include the severity of neuropathy and vascular compromise, extent of infection, presence of ischemia, and patient-specific factors such as comorbidities and healing potential. Clinicians must balance the need for aggressive infection control with preserving as much tissue as possible, often opting for offloading techniques, proper wound care regimens, and possibly revascularization. Continuous monitoring and early intervention are vital to prevent complications such as amputation. Collaboration among multi-disciplinary teams ensures comprehensive management, addressing both local wound conditions and systemic health factors . Aligning treatment with current clinical guidelines optimizes patient outcomes .

The curriculum for wound care experts emphasizes practical application by integrating hands-on exercises, case studies, and simulations that mimic real-life scenarios. Methods such as practical demonstrations of wound dressing applications and product evaluation exercises are employed to reinforce theoretical knowledge. Additionally, the curriculum includes assessments like practical exams, hospitations, and projects to ensure learners can translate theory into practice effectively, addressing the entire wound-healing process from assessment to advanced wound care techniques . Continuous integration of new clinical findings ensures education remains relevant and action-oriented .

When implementing antiseptic therapies for infected wounds, considerations include the type of pathogen, the presence of biofilm, the concentration and potential cytotoxicity of the antiseptic agent, and patient-specific factors like allergies or skin sensitivity. It is crucial to choose substances such as polyhexanide or silver based on their efficacy against the particular bacterial load while minimizing adverse effects. The wound stage and surrounding skin condition must also be considered to prevent further tissue damage and promote healing . Ongoing assessment and adjustment ensure the therapy aligns with evolving wound needs .

When selecting wound dressings, it is crucial to match products with the specific wound phases or situations. For example, semipermeable transparent films are typically used for wounds in the granulation phase, where barrier properties and a moist healing environment are beneficial. Hydrocolloids are often employed during the debridement phase due to their ability to absorb exudate and promote autolytic debridement . Each wound phase, such as inflammation, proliferation, or maturation, requires dressings that align with its specific needs, including absorption, moisture retention, or protection, to facilitate optimal healing .

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