Interpretation: Novalis - “Wenn nicht Zahlen und Figuren” Das Gedicht “Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren”

von Novalis ist ein philosophisches Gedicht der Frühromantik und wird als das Programmgedicht der Romantik bezeichnet. Zurecht, denn ich denke, dass es sehr gut die Ideale und Sehnsüchte und das Menschen- und Weltbild der Romantik wiedergibt. Bereits im ersten Vers wird das deutlich: Novalis beginnt mit dem Bezug auf “Zahlen und Figuren”, also auf das rationale, auf die Realität und hinterfragt, wie die Welt ohne Rationalität und Realismus aussehen würde (“Schlüssel aller Kreaturen”), da diese Kondition durch “nicht” verneint ist. Damit drückt Novalis die Sehnsucht nach einem anderen Empfinden, nach einer anderen Realität und einer neuen Denkweise aus. Mit dem Vers 3 und 4 nimmt Novalis den Leser in eine völlig gegensätzliche Welt zu der des rationalen Realismus aus Vers 1 mit. Er stellt die These auf, dass die Dichter und Sänger, also die, die “singen” und “küssen”, mehr über die Welt und über das Leben wissen als Wissenschaftler und Gelehrte. Diese Künstler, gleichwertig und sich in einem harmonischen Verhältnis befindend, arbeiten mit dem Gefühl, wenn sie singen und dichten, wohingegen Vertreter des Rationalismus, wie z.B. Mathematiker und Gelehrte mit dem Verstand arbeiten, statt mit dem Gefühl. Der Mensch ist beim Küssen (oder anders: beim Erkennen) nicht Objekt, sondern Subjekt, er ist immer aktiv daran beteiligt. So verschmilzt das Erkennende mit dem Erkennenden. Die Wahrheit kann also durch das Gefühl sehr viel besser verstanden werden als durch den Verstand. Daher sind die Vertreter der Künste den Gelehrten überlegen, denn sie haben die besseren Möglichkeiten, die Wahrheit zu erkennen. Novalis versucht mit Vers 5 zu klären, was die wirkliche Realität und die Bedeutung der Welt ausmacht. Er sagt, dass die “Welt” zu ihren Wurzeln ins “freie Leben” zurückkehren soll, also dass das Weltbild des Realismus über Bord geworfen werden soll und das statt dessen die Welt zu ihrem Ursprung, zum Gefühl zurückkehren soll. Da Novalis aber wieder ein Konditionalsatz verwendet, wird deutlich, dass dieses Ziel noch nicht erreicht ist, diese neue Welt ist also die Zukunft. Wieder wird dadurch die eine tiefe Sehnsucht nach dem neuen, nach dem Wunderbaren sichtbar. Im Vers 7 sieht Novalis die Wiedervereinigung von “Licht und Schatten” zur “echte[n] Klarheit” voraus. Er sagt damit, dass die Welt wieder zur ursprünglichen Form verwandeln wird, dass sich Gegensätze wieder vereinigen und Verstand und Gefühl wieder eine Einheit bilden. Novalis verwendet hier eine Kondition (“Wenn”) mit zeitlicher Fixierung (“dann”), er trifft also eine Voraussage und nennt Prämissen, die erfüllt sein müssen, damit diese Wiedervereinigung funktioniert, nämlich die “Einheit von Licht und Schatten”, die “Klarheit” und Ursprünglichkeit oder in einem Wort – die Liebe. Nur sie ist in der Lage unversöhnliches wieder zu einen, sie ist das höchste Gefühl und damit DIE Grundlage für die Romantik. Novalis bezieht im Vers 9 nun auch die Mystik oder das “Märchen” mit ein. Er bezieht sich auf das Märchen und untermalt dessen Einheit mit dem Gedicht, mit der Lyrik und damit wieder mit dem Gefühl. Somit wird auch die Mystik und das Märchen zum Erkennungsmedium. Durch die Mystik können wir auch die Welt erkennen und sie verändern. Nun verrät uns Novalis im Vers 11, wie man das anstellen kann, wie man den Knoten platzen lassen kann und mit einem Mal die Kraft der Poesie und des Gefühls, der Liebe und des Verstandes in sich vereinen soll und zu Erkenntnis gelangen kann. Man muss laut Novalis das Wort finden, das Wort, welches “das ganze verkehrte Wesen fort[fliegen]” lässt. Das Wort, welches einem die neue Welt

Besonders fällt bei diesem Gedicht seine Sprache auf. denn sie weicht von der des übrigen Gedichtes ab. wie man diese Textzeilen auslegen möchte. aber ich weiß.eröffnet und ihm Zutritt zu dieser Welt gestattet. welches die Seele wieder befreit und dem Menschen den Zugang zu Erkenntnis gewährt.B. der nur durch Kommata getrennt ist. dass das ganze Gedicht in sich zusammen gehört und in sich stimmig ist. für das Neue steht. Erst als ich mich mit diesem Gedicht auseinander setzte. dass dieses Gedicht nicht nur für mich auch heute noch eine sehr poetische und tiefe Bedeutung hat und dass sich mit Sicherheit noch mehr Interpretationsansätze finden lassen. fasziniert bis heute noch Poeten und Musiker. Welches Wort das allerdings ist. missing opportunities and I must Feed my will to feel my moment drawing way outside the lines. den Moment zu nutzen.den Weg aus der Geraden oder aus dem Alltag. Dieses verstärkt die sehnsüchtige und träumerische Wirkung des Gedichtes. dass das ganze Gedicht nur aus einem Satz besteht. welche gleichzeitig als Symbol für das Andere. Novalis möchte also seine Zeilen nicht trennen. dieses Wort herauszufinden. 5. das Gefühl zu intensivieren . bleibt ungenannt. er kommt also zum Ausdruck. aus dem Status Quo zu finden.” Sicherlich ist es Interpretationsfrage. over analyzing separates the body from the mind. Auffällig ist hier die Metrik. . wurde mir der Bezug einer Textzeile aus dem Stück “Lateralus” der amerikanischen Rockband “Tool” bewusst. Auffällig ist auch. gleichzeitig aber auch die Gefühlsbetontheit des Gedichtes. in den Zeilen1. “Over thinking. Withering my intuition. und den Verstand außen vor lassen. Novalis überlässt es uns. die Sehnsucht. nach Liebe und der Einheit von Gefühl und Verstand. will die zweite Zeile sagen. Es kommt zur Einsilbigen Kadenz. Novalis verwendet einen Paarreim in seinem Gedicht. Man sollte sich mehr auf die Intuition. dass diese Gruppe von Romantischen Idealen beeinflusst wurde. auf das Gefühl verlassen. In ihren Texten geht es nach wie vor um die Suche nach Schönheit und Erkenntnis. Gerade das “Wort”. 7) auf. Auch dieser stützt Stimmigkeit und Harmonie. Novalis verwendet eine Reihe von Konditionalsätzen. sehr häufig fällt das Wort “Wenn” (z. 3. Deutlich wird diese Suche oder Sehnsucht beispielsweise an der ersten Zeile. Die dritte Zeile beschreibt das Verlangen. Ich denke.

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