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Top-Test Aprilia RSV mille R

test + technik Top-Test Aprilia RSV mille R SO WOHL ALS AUCH Es ist ein Kreuz
SO WOHL ALS AUCH Es ist ein Kreuz mit diesen Super- sportlern: Nicht alles, was
SO WOHL
ALS AUCH
Es ist ein Kreuz mit diesen Super-
sportlern: Nicht alles, was auf der
Rennstrecke recht ist, ist im zivilen
Leben billig. Aprilias Imageträger
RSV mille schafft den Spagat trotz-
dem – und zwar mit fabelhaften
Haltungsnoten.
Von Stefan Kaschel; Fotos: Rossen Gargolov

D ie Faktoren, die aus einem schnellen Motorrad ein noch

schnelleres machen, sind so vielfältig wie schwer auszumachen. „Mehr Leistung“,

ist dennoch die Standardantwort, wenn Rennfahrer nach den Verbesserungs- vorschlägen für ihr Arbeitsgerät gefragt werden. Weil sich die Konkurrenten mit mehr Power ohne viel Aufhebens auf der Geraden vernaschen lassen. Geht es nicht um Positionen, sondern um absolute Zeiten, gewinnt das Thema an Komplexität. Gewicht, Handling, Brem- sen, Qualität der Federelemente – nur

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Top-Test Aprilia RSV mille R

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Mit der Mille R hat Aprilia ein feines Paket
Mit der Mille R hat Aprilia ein feines Paket
RSV mille R Mit der Mille R hat Aprilia ein feines Paket Edler Materialmix: die Öhlins-Gabel

Edler Materialmix: die Öhlins-Gabel mit Titannitrid- Beschichtung, der Kotflügel aus leichter Kohlefaser

Schwer angesagt: Die Brembo- Bremszangen sind radial verschraubt, vier Kolben drücken auf vier einzelne Beläge

In neuem Glanz: Das filigrane, geschmiedete OZ-Rad strahlt nun in Gold, die Schwinge ist jetzt schwarz lackiert

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wenn das Fahrwerksensemble stimmt, macht mehr Leistung Sinn. Noch kompli- zierter wird die Sache, wenn der Renner auch im schnöden Alltag funktionieren soll. Hier steht eine ausgewogene Leis- tungsentfaltung klar über der möglichen

Spitzenleistung, ist eine bequeme Sitz- position wichtiger als das eine oder an- dere Kilo Gewichtsersparnis. So gesehen setzt Aprilia bei der Mille

R genau an der richtigen Stelle an.

Verzichtet auf aufwendige Tuningmaß- nahmen des Motors, spendiert dafür der Basis-Mille auf der Fahrwerksseite exakt jenen Schuss Exklusivität, der richtig

schnelle Fahrer auf der Rennstrecke noch schneller und alle anderen auf der Hausstrecke zumindest souveräner

macht. Dass sich zudem ein gänzlich un- eitler Besitzerstolz einstellt, der niemals Gefahr läuft, vorm Eiscafé in Protzerei auszuarten, sei nur am Rande erwähnt. Die Tatsache hingegen, dass die neue R

um satte 1000 Euro günstiger als die alte

angeboten wird und damit die Basis-999 aus Bologna um eben diesen Betrag unterbietet, kann nicht oft genug unter- strichen werden. Was ist es nun, was die „R“ von der zivilen Schwester unterscheidet? Seit der

jüngsten Modellpflege schmücken renn- sportgeadelte, radial verschraubte Brems- zangen die Achsaufnahmen der Öhlins- Gabel, hüllen sich die filigranen OZ- Schmiederäder in einen ähnlich sanften Goldton wie die fein polierten Gleitrohre. Den ebenfalls von Öhlins aus Schweden stammenden, einstellbaren Lenkungs- dämpfer tief unten im Verkleidungsbug entdeckt man erst bei genauerem Hinse-

hen, während Kotflügel und Hinterradab- deckung aus Kohlefaser sowie Teile der Verkleidung aus demselben Werkstoff ohne Umwege signalisieren, dass Gewicht natürlich auch ein Thema und die Mille R sechs Kilo leichter als die Basis ist. Die Frage, ob dieser Luxus beim sonntäglichen Ritt auf der Landstraße Vorteile bringt, stellt sich bereits nach der ersten Fahrt nicht mehr. Denn obgleich schon die normale Mille über dynamische Talente verfügt, die in der Regel für die Begabung normalsterblicher Motorrad- fahrer vollauf ausreichen, setzt die R noch eins drauf. Beispiel Lenkungsdämp- fer: 20fach justierbar, findet sich je nach Strecke und Temperament des Fahrers immer die passende Einstellung, die das präzise Einlenkverhalten bei langsamem Tempo nicht verwässert und dennoch

wirkungsvollen Schutz vor unliebsamen Zuckungen bei beherztem Gaseinsatz bietet. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Federbein und der im Vergleich zum Vorgängermodell neu abgestimmten Gabel. Satte Reserven bei gleichzeitig feinem Ansprechen und mannigfaltige Variationsmöglichkeiten erfreuen im All- tag ebenso wie auf der Rennstrecke, sor- gen für zusätzlichen Komfort und erhöhte Sicherheit. Sie schlagen sich im Verbund mit den leichten Felgen zudem in Sachen Handling nieder und folglich auf die Zei- ten im Top-Test-Parcours, wo die Fahr- dynamik auf die Spitze getrieben wird. Hier übertrifft die „R“ die Werte der zahmen Schwester nochmals, fegt mit atemberaubenden 111 km/h durch den schnellen Slalom und etabliert sich damit in der absoluten Spitzenklasse der Sport- motorräder. Gleiches gilt für den lang- samen Slalom, und das, obgleich die geänderte Getriebeabstufung (die ersten drei Gänge wurden länger, der fünfte und sechste kürzer) speziell zu den An- forderungen im Pylonenwald nicht recht passen wollen. Zu hoch die Drehzahl im zweiten Gang, weil die Gasannahme der Mille nach wie vor recht ruppig vonstatten geht, zu niedrig im dritten: Was auf der

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Rennstrecke durchaus Sinn macht, ver- schafft im zivilen Leben auf jeden Fall keinen Vorteil und vereitelt im Test-Labor noch bessere Zeiten. Gleiches gilt zumindest unter herbst- lichen Bedingungen für die Wahl der Reifen. In der Kreisbahn muss sich die R bei fünf Grad Außen- und Asphalttempe- ratur der normalen Mille nämlich knapp geschlagen geben. Der Pirelli Dragon Supercorsa mit Straßenzulassung (hinten seit neuestem mit 180er- statt 190er- Format) ist ein verkappter Rennreifen mit all den Stärken, die für diese Reifen- gattung typisch sind – aber eben auch einer Schwäche. Der Supercorsa benötigt eine relativ hohe Betriebstemperatur, erreicht seine optimalen Eigenschaften frühestens im Bereich um die 50 Grad. Die sind nach einigen stramm gefahrenen Runden auf der Rennstrecke mit ihren extremen Belastungen für die Pneus schnell erreicht, auf der Landstraße und im Top-Test-Parcours bei niedrigen Tem- peraturen indes nicht zu realisieren. Zwar konnte MOTORRAD diesen negativen Effekt im Slalom durch rigides Vorheizen mittels Reifenwärmern verhindern. In der Kreisbahn, wo sich der Testfahrer lang- sam an die maximale Schräglage heran- tasten muss, kühlen sie jedoch so schnell wieder aus, dass optimaler Grip nicht gewährleistet ist. Deshalb – und weil der Supercorsa auf dem Vorderrad in nicht betriebs- warmem Zustand ein wenig Vertrauen erweckendes Eigenlenkverhalten zeigt –

wurde für die Testfahrten auf öffentlichen Straßen ein Metzeler Sportec-M1, hinten wegen der sechs Zoll breiten Felge in der Größe 190/50, montiert. Der zeigt sich den kalten Außentemperaturen gegen- über deutlich aufgeschlossener, verfügt im Regen über eine angemessene Profi- lierung und bietet selbst versierten Sport- fahrern jederzeit genug Grip. Kurz: Er ist für alle, die nicht auf der Rennstrecke auf höchstem Niveau an Zehntelsekunden feilen, die deutlich bessere Wahl. Derart umgerüstet, wird die Aprilia auch im täglichen Leben jenseits hoch- sommerlicher Temperaturen den hoch gesteckten Ansprüchen gerecht. Und kann endlich das angemessen vorführen, worüber in diesem Herbst alle sprechen:

die radial verschraubten Bremszangen. An der R sind – ebenso wie beim Vor- gängermodell – Brembo-Zangen mit vier Einzelbelägen montiert. Schon der An- blick ist ein Genuss, und sie sind mit allen Fähigkeiten ausgestattet, die eine gute Bremsanlage haben muss. Geringe Handkraft, glasklarer Druckpunkt, fulmi- nante Wirkung: Es gibt jedes Mal aufs Neue ein tolles Gefühl, mit ganz leichten Modulationen am vierfach einstellbaren Hebel die optimale Verzögerung zu su- chen. Seine Grenzen findet dieses Verzö- gerungsvergnügen erst, wenn das Heck der Sportlerin steigt und zum Nachlassen des Bremsdrucks zwingt. In der Top-Test- Bremsmessung kann die R daher im Ver- gleich zur zivilen Mille keinen Boden gutmachen und bewegt sich mit 9,7 m/s 2

auf allgemein üblichem Sportlerniveau, während die perfekte Dosierbarkeit im Alltag selbst ausgemachten Melancholi- kern vor jeder Kurve das Grinsen ins Gesicht treibt. Für Freude sollte theoretisch die kürzere Übersetzung der Fahrstufen fünf und sechs sorgen. Die Durchzugswerte jedoch dokumentieren das nicht so ein- deutig. Zwar ist die Neue im Vergleich zum Vorgängermodell in der Prüfung von 60 auf 100 km/h geringfügig schneller, verliert aber von 100 bis 140 km/h, um sich dann bis 180 km/h ein Kopf-an- Kopf-Rennen zu liefern. Darüber jedoch fällt der Vorsprung deutlich aus, weil diese Mille im Vergleich zu früheren Testexemplaren ab zirka 6500/min – und damit im letzten Gang ab 170 km/h aufwärts – bis zu fünf PS mehr auf die Rolle drückt. Auf den ohnehin hohen Verbrauch wirkt sich die kürzere Übersetzung zum Glück nicht dramatisch aus. 0,3 Liter mehr bei Landstraßenfahrt und jeweils 0,1 Liter mehr pro 100 Kilometer auf den Autobahnetappen liegen durchaus im Bereich der Messtoleranz. 286 Kilometer Reichweite sind so allemal drin. Ein Wert, der angesichts der Langstreckenqualitä- ten einer Mille R nicht unerheblich ist und mit dem ihr einmal mehr das Kunststück gelingt, exorbitante Sportlichkeit mit einem guten Schuss Alltagstauglichkeit zu ver- binden. Als weitere Beweise mögen der gute Windschutz hinter der hochgewölb- ten Kuppel, das bequeme Sitzpolster und

Faszination Mille R: Das Gute Was sonst noch auffiel Plus Wirkungsvolle Anti-Hopping-Kupplung Umfangreiches Cockpit
Faszination Mille R: Das Gute
Was sonst noch auffiel
Plus
Wirkungsvolle Anti-Hopping-Kupplung
Umfangreiches Cockpit mit Zeituhr, Service-
anzeige, Schaltblitz, Laptimer
Sehr gutes Licht
Dank U-Kat und SLS sehr gute Abgaswerte
Verkleidungsseitenteile mit Schnellverschlüssen
Minus
Verwirrende und unpraktische Anordnung
der Schalter von Blinker und Hupe
Bei Nässe sehr rutschige Fußrasten
Fahrwerkseinstellungen
Gabel: Rohre 3 1 /2 Ringe durchgesteckt, Feder-
basis 6 Umdrehungen vorgespannt, Zugstufe
8 von 30 Klicks, Druckstufe 15 von 30 Klicks
Federbein: Federbasis 6 Gewindegänge sicht-
bar, Zugstufe 17 von 56 Klicks, Druckstufe 12
von 25 Klicks (komfortabler Landstraßenbetrieb)
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topSO TESTET BETÄTIGUNGS- KRAFT MOTORRAD erklärt die einzelnen Krite- rien der 1000-Punkte-Wertung (Teil 7) Von

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SO

TESTET

SO TESTET BETÄTIGUNGS- KRAFT MOTORRAD erklärt die einzelnen Krite- rien der 1000-Punkte-Wertung (Teil 7) Von Gert

BETÄTIGUNGS-

KRAFT

MOTORRAD erklärt die einzelnen Krite- rien der 1000-Punkte-Wertung (Teil 7)

die einzelnen Krite- rien der 1000-Punkte-Wertung (Teil 7) Von Gert Thöle; Foto: Rossen Gargolov D ass
die einzelnen Krite- rien der 1000-Punkte-Wertung (Teil 7) Von Gert Thöle; Foto: Rossen Gargolov D ass

Von Gert Thöle; Foto: Rossen Gargolov

D ass moderne Bremsen recht effektiv arbeiten, zeigen durchweg gute Zensuren im Kriterium Verzögerung/

Betätigungskraft: Irgendwo zwischen 22 und 26 von 30 mög- lichen Punkten landet das Gros der Maschinen. Die meisten modernen Motorräder lassen sich von einem routinierten Tester aus 100 km/h innerhalb von 40 Metern zum Stillstand bringen, was einer mittleren Verzögerung von 9,6 m/s 2 ent- spricht. Die Besten brauchen sogar nur 36,5 Meter, also 10,6 m/s 2 , das untere Ende markiert die Buell Firebolt mit 43,3 Metern (8,9 m/s 2 ). Im Top-Test sind Schwachpunkte am Mess- schrieb deutlich zu erkennen. Bei guten Bremsen kann sich der Fahrer schnell ans Limit tasten und hält den hohen Wert nahezu konstant bis zum Stillstand. Starke Schwankungen der Verzögerung deuten an, dass der Pilot mit einem abhebenden Hinterrad oder blockierenden Rädern kämpft. Die Bremse wird aber nicht nur auf dem Messparcours beurteilt, sondern auch

aber nicht nur auf dem Messparcours beurteilt, sondern auch Tolle Bremsen, trotzdem nur durchschnittliche Werte: Der

Tolle Bremsen, trotzdem nur durchschnittliche Werte: Der Mille-R-Pilot kämpft mit dem steigenden Heck

auf der MOTORRAD-Testrunde. Denn unter weniger opti- malen Bedingungen kann die Effektivität einer Bremse je nach Fahrwerk, Federelementen und Bereifung mehr oder weniger stark reduziert werden. Dort sind so effektive Verzögerungs- werte wie auf dem ebenen, griffigen Testgelände zwar nur selten realisierbar, die Qualitäten einer guten Bremsanlage kommen aber umso deutlicher zum Tragen. Geringe Betäti- gungskräfte sind grundsätzlich zu begrüßen und werden entsprechend honoriert, solange die Dosierbarkeit nicht be- einträchtigt ist. Aber das ist ein anderes Kapitel.

mit dem Nützlichen verbinden

das ist ein anderes Kapitel. mit dem Nützlichen verbinden Schutzzone: Am eleganten Oberzug der Schwinge ist

Schutzzone: Am eleganten Oberzug der Schwinge ist ein Fersenschutz aus Kunststoff dringend notwendig

Neu und zierlicher: Die Heck- partie baut nicht mehr so hoch, die Höckerabdeckung ist serienmäßig

Gut versteckt: Der 20fach einstellbare Lenkungsdämpfer liegt unter dem Verkleidungs- halter im Mille-Bug

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Top-Test Aprilia RSV mille R APRILIA RSV MILLE R         MOTORRAD-Messwerte 2 Bremsen

APRILIA RSV MILLE R

   
        MOTORRAD-Messwerte 2 Bremsen und Fahrdynamik Bremsmessung Bremsweg aus 100 km/h Mittlere
   

MOTORRAD-Messwerte 2 Bremsen und Fahrdynamik Bremsmessung Bremsweg aus 100 km/h Mittlere Verzögerung

 

Daten

 

Aluprofilen, Zentralfederbein mit Hebel- system, verstellbare Federbasis, Zug- und Druckstufendämpfung, Doppelscheiben- bremse vorn, schwimmend gelagerte Bremsscheiben, Ø 320 mm, Vierkolben- sättel, Scheibenbremse hinten, Ø 220 mm, Zweikolbensattel. Alugussräder 3.50 x 17; 6.00 x 17 Reifen 120/70 ZR 17; 180/55 ZR 17 Bereifung im Test Pirelli Dragon Supercorsa

Messungen

 

Fahrleistungen 1

 

39,7 Meter 9,7 m/s 2

Motor: wassergekühlter Zweizylinder-Vier- takt-60-Grad-V-Motor, Kurbelwelle quer- liegend, zwei Ausgleichswellen, je zwei obenliegende, über Zahnräder und Kette getriebene Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder, Tassenstößel, Trockensumpf- schmierung, elektronische Saugrohrein- spritzung, Ø 51 mm, Motormanagement, Doppelzündung, ungeregelter Katalysator, E-Starter, Drehstromlichtmaschine 400 W, Batterie 12 V/10 Ah. Bohrung x Hub 97,0 x 67,5 mm

Höchstgeschwindigkeit*

 

Bemerkungen: Mit der neuen radialver- schraubten Brembo-Bremsanlage können die Verzögerungswerte gegenüber der alten nicht getopt werden. Auch die neue Anlage überzeugt durch gute Dosier- barkeit und direkten Druckpunkt.

solo

283 km/h

Beschleunigung solo

0–100 km/h

3,2 sek

0–140 km/h

5,0 sek

 

0–200 km/h

9,3 sek

Handling-Parcours I (schneller Slalom)

Fahrwerksdaten: Radstand 1415 mm, Lenkkopfwinkel 65 Grad, Nachlauf 99 mm, Federweg v/h 120/135 mm.

Durchzug solo

Beste Rundenzeit v max am Messpunkt

20,4 sek

60–100 km/h

4,6 sek

111,0 km/h

 

100–140 km/h

4,6 sek

Bemerkungen: Geschwindigkeiten über

Service-Daten

Service-Intervalle

 

140–180 km/h

5,9 sek

110 km/h sind sehr selten und können nur durch ein straffes Fahrwerk in Verbindung mit hoher Lenkpräzision erreicht werden. Handling-Parcour II (langsamer Slalom)

Hubraum
Hubraum
 

998

cm

3

alle 7500 km alle 7500 km alle 7500 km/3,5 l SAE 5 W 60 SAE 10 W NGK DCPR 8 E 5/8 x 5/16, 108 Rollen

Tachometerabweichung

 

Verdichtungsverhältnis

Nennleistung

11,4:1

Ölwechsel

Anzeige/effektiv

50/50, 100/100 km/h

92 kW (125 PS) bei 9300/min Max. Drehmoment 101 Nm (10,3 kpm) bei 7250/min

mit Filter

Motoröl

Kraftstoffart Verbrauch im Test bei 100 km/h bei 130 km/h Landstraße Theor. Reichweite

Maße und Gewichte L/B/H

Super

Beste Rundenzeit v max am Messpunkt

27,6 sek

Telegabelöl

54,0 km/h

Zündkerzen

Kette

5,4 l/100 km 6,6 l/100 km 6,3 l/100 km 286 km

Bemerkungen: Der Pirelli Supercorsa ist ein anerkannt guter Reifen, allerdings erst, wenn er seine Betriebstemperatur er- reicht hat. Nur nach Vorheizen konnten re- produzierbare Zeiten gefahren werden. Kreisbahn Ø 46 Meter

Schadstoffwerte (Homologation) CO 1,43 g/km, HC 0,24 g/km, NO x 0,05 g/km

Kraftübertragung: Primärantrieb über Zahn- räder, hydraulisch betätigte Mehrscheiben- Ölbadkupplung, Sechsganggetriebe, O- Ring-Kette, Sekundärübersetzung 42:17.

Leerlaufdrehzahl

Ventilspiel Ein-/Auslass 0,15–0,20/0,20–0,25 mm

1200±100/min

Reifenluftdruck

solo

2100/790/1140 mm

vorn/hinten

2,3/2,5 bar

Sitzhöhe

830 mm

Beste Rundenzeit v max im Messpunkt

10,9 sek

 

Wendekreis

6470 mm

54,0 km/h

Fahrwerk: Brückenrahmen aus Aluprofi- len, geschraubtes Rahmenheck, Upside- down-Gabel, Gleitrohrdurchmesser 43 mm, verstellbare Federbasis, Zug- und Druck- stufendämpfung, Zweiarmschwinge aus

Garantie

zwei Jahre

Gewicht vollgetankt

210 kg

Bemerkungen: Wegen rasch auskühlen- der Reifen konnten keine optimalen Er- gebnisse erzielt werden. Trotzdem sehr gute Schräglagenfreiheit bei hoher Kurven- stabilität, aber deutliches Aufstellmoment.

ohne Kilometerbegrenzung

Zulässiges Gesamtgewicht*

406 kg

Farben

Mattschwarz, Gelb

Zuladung

196 kg

Preis inkl. MwSt. und Nebenkosten

Radlastverteilung v/h

50/50 %

15 999 Euro

Tankinhalt/Reserve*

18/4 Liter

*Herstellerangaben; 1 Messbedingungen: Temperatur 5 Grad, leichter Wind, Messort Leipheim; 2 MOTORRAD-Testparcours, Werte von Handlingkurs und Bremstest aus den besten drei Fahrversuchen gemittelt

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topdas üppige Platzangebot zwischen der in 830 Millimeter Höhe thronenden Sitzbank und den Fußrasten herhalten.

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das üppige Platzangebot zwischen der in 830 Millimeter Höhe thronenden Sitzbank und den Fußrasten herhalten. In dieses Bild passt, dass Aprilia sein sportliches Flaggschiff nun mit Soziussitz (Höcker- abdeckung gehört zum Lieferumfang) an-

bietet. Denn Hand aufs Herz: So ein gemeinsam erlebter Sonnenuntergang stellt oft das einzige Bindeglied dar, das sowohl den Besitz eines Supersportlers als auch eine harmonische Zweierbe-

ziehung möglich macht.

als auch eine harmonische Zweierbe- ziehung möglich macht. FAZIT FAZIT Es ist ohne Frage ein Kunststück,

FAZIT

FAZIT

Es ist ohne Frage ein Kunststück, so viel sportliches Potenzial mit derart hoher Alltagstaug- lichkeit zu verbinden, wie es Aprilia bei der Mille R gelingt. Genauso schwierig scheint es bisweilen, italienische Extravaganz mit solidem Handwerk in Einklang zu bringen. Aber auch das hat Aprilia geschafft. Und vereint so überzeugend das Beste aus zwei Welten.

Die Freuden des Alltags: Den Spaß auf der Rennstrecke können mit der RSV mille R selbst dunkle Regenwolken nicht vermiesen. Und sogar die anschließende Heimfahrt gestaltet sich kurzweilig

sogar die anschließende Heimfahrt gestaltet sich kurzweilig Bremsmessung Die neue Radial- Bremsanlage beißt gewaltig
Bremsmessung Die neue Radial- Bremsanlage beißt gewaltig zu, muss aber an den Punk- ten 1
Bremsmessung
Die neue Radial-
Bremsanlage beißt
gewaltig zu, muss
aber an den Punk-
ten 1 und 2 wegen
des steigenden
Hecks wieder ge-
löst werden. Insge-
samt liegt die
Verzögerung auf
hohem Niveau
Leistungs 3 - und Gangdiagramm
Die Leistungs-
und Drehmoment-
delle zwischen
4000 und 6000/
min ist nach wie
vor spürbar, daran
ändern auch die
kürzer ausgelegten
Gänge fünf und
sechs nichts

PUNKTEWERTUNG

 
 
 

Maximale Punktzahl

Aprilia RSV mille R

ANTRIEB

 

Fahrleistungen

Höchstgeschwindigkeit

30

28

 
 

Beschleunigung

30

24

 

Durchzug

30

21

 

Motor

Ansprech-/Lastwechselverhalten

20

14

 

Leistungsentfaltung

30

20

 

Starten

10

7

 

Kraftübertragung

 

Kupplung

10

7

Schaltung

20

15

 

Getriebeabstufung

10

7

Gesamtübersetzung

10

7

 

Gesamt

200

150

FAHRWERK

 

Geradeauslaufstabilität Stabilität in Kurven Lenkpräzision Handlichkeit Fahrwerksabstimmung solo Fahrverhalten mit Sozius

30

27

40

35

30

26

30

23

40

33

30

20

 

Gesamt

200

164

SICHERHEIT

 

Bremsen

Verzögerung/Betätigungskraft Bremsdosierung Bremsverhalten mit Sozius ABS/Verbundbremse

30

27

30

27

10

6

30

0

 

Fahrwerk

Schräglagenfreiheit Bodenfreiheit Lenkerschlagen/Shimmy Bremsstabilität Aufstellmoment beim Bremsen

20

20

10

7

20

18

10

9

10

7

 

Licht/Sicht

Fern-/Abblendlicht Sicht nach vorn/hinten

20

15

10

5

 

Gesamt

200

141

ALLTAGSTAUGLICHKEIT

 

Wartungsfreundlichkeit

20

12

Theoretische Reichweite

20

11

 

Zuladung

20

11

Ausstattung

30

15

 

Handhabung

10

7

 

Gesamt

100

56

KOMFORT

 
 

Sitzkomfort Fahrer

40

21

Sitzkomfort Sozius

20

5

 

Windschutz

20

12

Laufruhe Motor/Antrieb

20

9

 

Gesamt

100

47

Zwischensumme

   

Eigenschaftswertung

 

800

558

WIRTSCHAFTLICHKEIT

 

UND UMWELT

 
 

Verarbeitung

20

18

 

Garantie

30

15

Verbrauch (Landstraße)

30

14

 

Inspektionskosten

30

18

Unterhaltskosten

20

7

 

Abgaswerte

30

28

Preis-Leistungs-Verhältnis

40

13

 

Gesamt

200

113

 

1000

 

TOTAL

671

3 Leistung an der Kupplung. Messung auf Dynojet-Rollenprüfstand 150, korrigiert nach ECE, maximal mögliche Abweichung ± 5%

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