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de

Suchmaschinen
Effektive Suche
Wer im Internet ohne Suchmaschinen nach Informationen sucht, steht auf verlorenem
Posten. Seit den Anfängen zu Beginn der 90er Jahre hat sich die Suchmaschinen-
Technologie rasant weiterentwickelt. Inzwischen ist es möglich, Begriffe in
unterschiedlichster Weise zu kombinieren oder auszuschließen. Recherchen können auf
Zeiträume, Regionen oder inhaltliche Bereiche beschränkt werden – Möglichkeiten also,
von denen die Nutzer der ersten Suchwerkzeuge nur träumen konnten. Gewachsen sind
aber auch die Möglichkeiten der Anbieter, die Reihung der Internetlinks in einer Liste
von Suchergebnissen zu beeinflussen. Deshalb lohnt es sich, Rankings genauer zu
hinterfragen und nicht automatisch nur die ganz vorn gereihten Links weiter zu
verfolgen. Auf den nächsten Seiten erfahren Sie mehr darüber, wie Sie Suchmaschinen
sicher einsetzen.
Jeder Klick ein Treffer!
Wer sucht, der findet – wenig Passendes und viel Unbrauchbares. Das ist die Erfahrung,
die viele Internetsurfer oft machen, die sich mit konkreten Anliegen der Hilfe von
Suchmaschinen bedienen. Diese sind eben auch nur Werkzeuge, die nicht von selbst
denken. Glücklicherweise gibt es aber mittlerweile schon sehr nutzerfreundliche
Suchmasken, durch die eine Recherche wesentlich erleichtert wird. Unter dem Begriff
„Suchmaschinen“ werden dabei mehrere ganz unterschiedliche Werkzeugtypen
zusammengefasst.
• Die echten Suchmaschinen wie Google forschen im Netz aktiv nach Inhalten, die dabei
eingesetzten kleinen Rechercheprogramme nennt man Spider, Robots, Crawler oder
Agenten. Ständig durchsuchen diese das Internet und melden die auf den einzelnen Seiten
gefundenen Begriffe an die Datenbanken der Suchmaschinenbetreiber zurück.
• Bei Metasuchmaschinen (z. B. infoseeker.de) handelt es sich um darüber liegende
Suchwerkzeuge. Sie greifen auf die Daten der an sie angeschlossenen Suchmaschinen
oder Kataloge zurück. Darüber hinaus gibt es natürlich auch Seitensuchmaschinen (z. B.
koeln.de), die Inhalte von konkreten Webseiten untersuchen. Und schließlich gibt es auch
Kataloge, wie Yahoo: Nach thematischen Bereichen gestaltete Auflistungen von Links,
die von eigenen Redaktionen erstellt werden und in denen man strukturiert suchen kann.

Damit eine Internetseite als Ergebnis einer Suchanfrage auftaucht, muss sie in eine
Suchmaschine aufgenommen worden sein. Das kann einerseits durch die aktive
Anmeldung durch den Betreiber erfolgen. Andererseits durchforsten Suchmaschinen
laufend das Internet und nehmen Seiten in ihre Indizes auf. Manche Links tauchen aber
auch deshalb in Ergebnislisten auf, weil die Seitenbetreiber die Suchmaschinenbetreiber
dafür bezahlen. Bei seriösen Suchmaschinen sind solche werbliche Links als Anzeigen
gekennzeichnet. In Google und Yahoo werden sie etwa rechts neben der Ergebnisliste
als Anzeigen bzw. Sponsorenlinks angezeigt.

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Das Internet wird immer umfangreicher, und der Konkurrenzkampf unter den
Suchmaschinen immer größer. So versuchen manche Betreiber, sich durch die
Erweiterung ihres Leistungsspektrums von anderen abzuheben, etwa mit integrierten
Wettervorhersagen oder durch das Anbieten eigener E-Mail-Konten.
Suchmaschinen können aber auch Sicherheitsrisiken in sich bergen: In den Ergebnislisten
von Suchmaschinen tauchen immer wieder Links zu gefährlichen Webseiten auf – also zu
Internetseiten, auf denen man sich mit Internetschädlingen wie etwa Spyware infizieren kann.
Daher sollten Sie beim Einsatz von Suchmaschinen immer darauf achten, dass Ihre
Virenschutzsoftware auf dem aktuellen Stand und Ihre Firewall aktiviert ist.

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Technische Grundlagen
Das technische Grundprinzip von Suchmaschinen ist schnell erklärt: Die Dokumente, die
im Internet enthalten sind, werden mit Hilfe einer Software durchsucht. Auf den
durchsuchten Seiten gefundene Links werden eigenständig weiterverfolgt. Die dabei
gesammelten Informationen werden danach von einer Indizierungssoftware strukturiert
und je nach eingesetzter Methode in der Suchmaschinendatenbank abgelegt. Ob der
Volltext der Internetseiten oder auch Elemente wie Meta-Tags oder Titel gespeichert
werden und in welcher Form das geschieht – das ist von Maschine zu Maschine
verschieden. Wird nun vom Nutzer ein Suchbegriff eingegeben, so durchforsten eigene
Suchprogramme die Indizes der Datenbanken und listen die übereinstimmenden Begriffe
auf. Das erfolgt je nach Suchmaschine auf Basis streng geheim gehaltener Algorithmen.
Die Qualität einer Suche wird natürlich auch dadurch beeinflusst, welche erweiterten
Suchmöglichkeit die Maschine gestattet, das heißt, welche Boolschen Operatoren
eingesetzt werden. Bei vielen Maschinen wird automatisch eine „und“–Verknüpfung
von mehreren eingegebenen Begriffen hergestellt. Technisch möglich sind aber eine
ganze Reihe von weiteren Kombinationen, wie etwa eine „entweder - oder“–Suche oder
die Suche nach vollständigen Phrasen.

Die Effizienz von Suchen im Internet kann darüber hinaus durch die
Suchmaschinenbetreiber gesteigert werden, indem Cluster gebildet werden. Dabei
werden innerhalb der im Suchmaschinenindex gespeicherten Daten Themengruppen
gebildet. Bei der Reihung der Ergebnisse kann dann berücksichtigt werden, ob die
betreffenden Links aus themenverwandten Gebieten kommen. Die Qualität der
Auflistungen steigt dadurch spürbar.

Sicher haben Sie sich auch schon einmal darüber gewundert, dass in Ergebnislisten
Links auftauchen, die mit Ihrer Suche nichts zu tun haben. Der Grund dafür: Um
Ergebnislisten zu beeinflussen, verwenden Programmierer von Internetseiten oft auch
unlautere Mittel: So werden etwa Texte in winziger Schrift eingebaut, um die Zahl der
potentiellen Suchbegriffe zu erhöhen oder beliebte Suchbegriffe vielfach auf Seiten
versteckt (Keyword-Spamming). Eine weitere unlautere Methode ist das so genannte
Spamdexing. Darunter versteht man das gezielte Überschwemmen von Suchmaschinen
mit den immer selben Seiten. Diese werden in minimal veränderten Varianten vielfach
angemeldet, so erscheinen in den Ergebnislisten dann immer wieder dieselben Links.
Suchmaschinen sind übrigens auch immer wieder Opfer von Würmern. So durchsucht
eine Variante von MyDoom Suchmaschinen nach E-Mail-Adressen und versendet sich
dann an diese.

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Tipps
1. Nutzen Sie die „Erweiterten Suchoptionen“ der Maschinen! Geben Sie sich
bei Suchmaschinen nicht gleich mit der ersten automatisch angebotenen
Suchmaske zufrieden. Oft sind über Links auf der Startseite auch erweiterte
Suchoptionen zugänglich, die wesentlich präzisere Suchen ermöglichen. Für eine
effektive Suche ist es sinnvoll Boolsche Operatoren einzusetzen. Ein „und“
bedeutet, dass das Ergebnis nur Dokumente enthält, in denen beide Begriffe
vorkommen. „oder“ liefert Ergebnisse, in denen einer der beiden Suchbegriffe
vorkommt.

2. Schützen Sie Ihren Rechner während der Suche! Achten Sie darauf, dass Ihr
Virenschutzprogramm durch die Installation aller Aktualisierungen auf dem
neuesten Stand und Ihre Firewall aktiv ist. Beim Klick auf Links in
Ergebnislisten kann man leicht auf Seiten gelangen, die schädliche Programme
enthalten. Es wurden auch schon Fälle von Anzeigenlinks bekannt, die auf mit
Trojanern verseuchte Seiten führten.

3. Achten Sie als Betreuungsperson auf Jugendschutz! Wenn Kinder und


Jugendliche Suchmaschinen einsetzen, so tauchen in den Ergebnislisten oft auch
Links auf, die nur für Erwachsene geeignet sind. Die Betreiber der größten
deutschen Suchmaschinen haben sich freiwillig bereit erklärt, dem einen Riegel
vorzuschieben. Unter dem Dach des Vereins Freiwillige Selbstkontrolle
Multimedia wurde ein eigener Verhaltenscode ausgearbeitet. Zu den
Gründungsmitgliedern zählen AOL Deutschland, Google Inc. mit seinem
Angebot www.google.de, LYCOS Europe (mit den Suchen LYCOS Search,
Fireball, Hot Bot und der Newssuche Paperball), MSN Deutschland mit der MSN
Suche, t-info, T-Online und Yahoo Deutschland.

Die Geschichte der Suchmaschinen


Entstanden sind Suchmaschinen zumeist aus Forschungsprojekten an Universitäten und
Labors. Pionier war dabei die kanadische McGill Universität mit „Archie“, einem 1990
entwickelten Suchbehelf, der ab 1992 zu den am meist genutzten Internetdiensten zählte.
Um Archie nutzen zu können, musste man noch auf zurückgreifen, sich also auf einem
entfernten Rechner einloggen. Der 1991 in Minnesota entwickelte „Gopher“ war da
schon eher vergleichbar mit heutigen Suchwerkzeugen, schließlich verwendete er auch
schon Boolsche Operatoren, mit denen eine komplexere Verknüpfungssuche („and“,
„or“, „not“) möglich ist. Meilensteine in der Entwicklung war 1994 Webcrawler, der
schon ein Ranking vorsah. 1995 gingen mit Infoseek, Excite und Altavista erste
kommerzielle Produkte ans Netz, die zum Teil auch schon eine Volltextsuche anboten.
Die heute weltweit erfolgreichste Suchmaschine, Google, wurde 1998 von den
Studenten Larry Page und Sergey Brin gegründet und ein Jahr später kommerzialisiert.
Als Google 2004 an die Börse ging, war das Unternehmen mit 27 Milliarden Dollar
mehr wert als der Autoriese General Motors oder der Internethändler Amazon.com.

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