Sie sind auf Seite 1von 3

Schulforum „Neue Lernkulturen entwickeln und vernetzen“

Oberstufen Kolleg Bielefeld

Ergebnis-Protokoll des Workshops „Unterrichtsentwicklung durch Kooperation und Teamarbeit – Handwerkszeug und Erfolgskriterien der Teamentwicklung“

18. November 2011, 13.00 – 14.30 Uhr

Referent: Dr. Elmar Philipp, Diplompädagoge, freiberuflicher Trainer und Berater Moderatorin: Nathalie Small

Material

z. B.: PowerPoint-Präsentation Handout 1. „Unterrichtsentwicklung durch Kooperation und Teamarbeit – Handwerkszeug und Er- folgskriterien der Teamentwicklung“

2. „Checkliste Teamarbeit starten“

3. „Bearbeitungsraster zur Bestandsaufnahme / Aktivitätenkatalog / Aktionsplan zur Umsetzung“

4. „Team Feedback – Team Diagnose Bogen“

Input

13.00 bis 13.45 Uhr

Im ersten Teil, nach der Begrüßung der Teilnehmer, beginnen wir mit einem kleinen Wahrnehmungs- spiel als „Warm-Up“. Herr Philipp verlässt den Raum und nun müssen die Teilnehmer sich in Einzel- arbeit alles notieren, was sie von Herrn Philipp wahrgenommen haben: Kleidung, Aussehen, Auftre- ten etc. Im zweiten Schritt setzen sich die Teilnehmer zu zweit oder zu dritt zusammen und tauschen ihre Ergebnisse aus und reflektieren gemeinsam darüber. Im dritten Schritt werden die Teilnehmer in 2 große Gruppen geteilt, in der sie wieder gemeinsam reflektieren. Dann betritt Herr Philipp wieder den Raum und großes Erstaunen tritt auf, beim Vergleich der eigenen Ergebnisse mit dem realen Erscheinungsbild von Herrn Philipp. Dieses Spiel zeigt auf, wie unsere Wahrnehmung selektiert und wichtiges vom unwichtigen unterscheidet. Mehr Augen sehen mehr und im Team kommt man weiter als allein. Hiermit ist auch der Einstieg in den Workshop geschaffen, in welchem die Grundlagen und das prak- tische „how-to-do-it“ erfolgreicher Teamarbeit und Teamentwicklung erarbeitet werden sollen. Anhand

einer PowerPoint Präsentation steigt Herr Philipp in das Thema ein, in dem er mittels einiger Definiti- onen (u.a. von Kauffeld und Senge) den Unterschied zwischen Gruppe und Team erhellt. Kauffeld besagt: „Eine scharfe Trennung zwischen Gruppe und Team scheint nicht möglich. Die beiden Begrif- fe werden im Folgenden synonym verwendet“ (Kauffeld 2002). Senge besagt: „Wir verstehen unter Team jede Gruppe von Personen, die einander brauchen, um ein Ergebnis zu erzielen“ (Senge u.a. 1996). Für die Teamentwicklung gibt es vier Begründungen:

1. Menschen sind auf Kooperation angelegt („social brain“); 2. Es gab und gibt Kooperationsnotwen-

digkeiten; 3. Schule heute erfordert „professionelle Lerngemeinschaften“; 4. Teamarbeit im Kollegium hat Vorbildcharakter für Schülerinnen und Schüler. Anschließend werden die elf Erfolgskriterien für die Teamentwicklung vorgestellt, besprochen und diskutiert. Die Gruppe braucht, um erfolgreich und produktiv sein zu können, einen unterstützenden Beziehungsrahmen – eine „Streitkultur“ statt „Fried- höflichkeit“. Hier kommt auch das „Principle of supportive relationships“ zu tragen, welches besagt,

dass jede Interaktion in einem Team den eigenen Selbstwert und die eigene Wichtigkeit unterstrei- chen sollte, sowie eine offene Kommunikation und ein gutes Arbeitsklima. Um auf lange Sicht als Team effektiv sein zu können, braucht das Team klare Ziele und eine klare Aufgaben- und Rollenver- teilung, die immer wieder neu geklärt und definiert werden muss. Wichtig ist auch eine „Rahmung“, das heißt, Prozessfragen müssen geklärt werden, inhaltliche Arbeit und die Prozessauswertung. Ein erfolgreiches Team braucht Unterstützung im Sinne von Training, Lob, positives Feedback („Break- fast for champions“), klare Aktionspläne die ein hohes „committment“ schaffen (nicht: „man müsste

sichtbare Erfolge und Erfolgserlebnisse und vor allem muss ein erfolgreiches Arbeitsteam

eine Balance zwischen Aufgaben- und Beziehungsorientierung herstellen, dies alles unter dem Motto „Schatzsuche statt Defizitfahndung“ (H. Rosenbusch). Anschließend werden uns einige Hand- werkszeuge vorgestellt, die eine Teamentwicklung, Aufgaben und Zielklärung erleichtern und unter- stützen können. Herr Philipp geht auf die „Checkliste: Teamarbeit starten“ (nach: Mayrshofer/Kröger 2001, S.160) ein. Diese Checkliste ist ein Fragenkatalog der zum reflektieren und zum klären der gegebenen Aspekte anregt. Sie ist besonders gut für Gruppen geeignet, die sich noch nicht so gut kennen und sich neu zusammengefunden haben und sich somit erstmal eine klare Struktur und Leit- linie erarbeiten müssen. Ein weiteres Handwerkszeug ist das „Bearbeitungsraster zur Bestandsauf- nahme“, in welcher der „Ist-Zustand“ und der „Soll-Zustand (Ziel)“ eingetragen werden kann sowie „Mögliche Widerstände / Schwierigkeiten“ und „Erste Schritte zur Umsetzung“. Mit dem Aktivitätenkatalog kann dann anschließend ein Aktionsplan erstellt werden, in dem ganz klar festge- halten wird, wer mit wem welche Aufgabe zu welchem Zeitpunkt erledigt. Dies sorgt für das höhere „committment“ die Aufgaben zu erledigen. Der „Team-Feedback / Teamdiagnose-Bogen“ ist ein Feedbackbogen der gut zum Ende oder zum Zwischenfeedback eingesetzt werden kann. Jedoch ist es empfehlenswert, diesen Bogen bei Ar- beitsgruppen einzusetzen, die sich bereits besser kennen und die gegenseitige Akzeptanz gegeben ist, denn dieser Bogen macht auch „Sensibilitäten“ und Schwierigkeiten sichtbar.

mal

“),

Inhaltlicher Fokus, Diskussionspunkte und Ergebnisse

13.45 – 14:30

Nach diesem kleinen Input ist eine kleine Gruppenarbeit geplant, jedoch reicht die Zeit nicht mehr aus. Somit reflektieren und diskutieren wir den Input und Thema in der Gruppe unter den Leitfragen:

1. „Was sind die Vorteile dieser Methode?“ 2. „Was sind die Nachteile?“ 3. „Offene Fragen“. Die Ge- sprächsrunde entwickelt sich auf natürlicher Weise zu einem Erfahrungsaustausch mit Beispielen aus dem Alltag, da alle Teilnehmer beruflich Lehrer sind oder anderweitig beruflich mit Arbeitsgruppen und Teams (auch im Kollegium) zusammenarbeiten. Eine Reflektion über diese Leitfragen bleibt aus.

Fazit

Alle Teilnehmer im Workshop wünschen sich eine effektivere und zufriedenstellendere Teamarbeit im Kollegium und in der allgemeinen Schulorganisation. Diese Vision ist allgegenwärtig und trotz dessen zeigen die Beispiele aus dem Berufsalltag einzelner Teilnehmer, dass jeder noch als Einzelkämpfer tagtäglich ins Rennen geht und mit großen Anstrengungen nur kleine Ziele erreicht, als wenn das Arbeitsteam (hier wurde vor allem Arbeitseffizienz im Lehrerkollegium zum Thema) an einem Strang ziehen würde. Auch wenn Themen wie die Teamentwicklung und die Wichtigkeit von Feedback für Pädagogen nicht neu sind, so hat der Workshop dennoch für neue Struktur gesorgt und vor allem Inspiration und „Futter“ für zukünftige Prozesse gegeben sowie den Teilnehmern ermöglicht, sich untereinander auszutauschen, ihre Fragen gemeinsam zu reflektieren und zu erkennen, dass sie nicht die Einzigen sind, die sich tagtäglich als Einzelkämpfer durch den Schulalltag kämpfen.

Agenda: „Unterrichtsentwicklung durch Teamentwicklung“ Feedback: „Was ich super fand“ / „Verbesserung“ /

Agenda: „Unterrichtsentwicklung durch Teamentwicklung“

Feedback: „Was ich super fand“ / „Verbesserung“ / „Was nicht so toll war“

durch Teamentwicklung“ Feedback: „Was ich super fand“ / „Verbesserung“ / „Was nicht so toll war“
durch Teamentwicklung“ Feedback: „Was ich super fand“ / „Verbesserung“ / „Was nicht so toll war“
durch Teamentwicklung“ Feedback: „Was ich super fand“ / „Verbesserung“ / „Was nicht so toll war“