Schulforum „Neue Lernkulturen entwickeln und vernetzen“

Oberstufen-Kolleg Bielefeld

Ergebnis-Protokoll des Workshops „Selbständiges Lernen gestalten in Projekten“
18. November 2011, 15.00 Uhr – 16.30 Uhr

Referent(en): Lisa Rosa, Felix Rengstorf Moderator: Julia Behrens

Material
PowerPoint-Präsentation Bücher und Broschüren zur Ansicht Internetseiten

Input
Einführung über einen Vortrag mit Powerpoint-Präsentation. Die TeilnehmerInnen wurden durch Blitzlichter zu Beginn in den Vortrag mit einbezogen: was sind Projekte, welche Erfahrungen bestehen damit? Erfahrungen wurden eher positiv geschildert Hauptthesen: - Projektlernen erfordert für Lehrende und Lernenden besondere Kompetenzen - Lehrende finden sich mit rolle oft nur schwer zurecht Nach der ersten Diskussion präsentierten die Referenten verschiedene Internetseiten, die aus einer Projektarbeit von SchülerInnen hervorgegangen waren oder für die Unterstützung der Projektarbeit hilfreich sind. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Nutzung von Blogs in der Projektarbeit.

Inhaltlicher Fokus, Diskussionspunkte und Ergebnisse
Auf Input folgte lebhafte Diskussion um folgende Fragen und Anmerkungen: Was macht ein Projekt eigentlich aus? Lehrende sollten sich in der Projektarbeit nicht einmischen und darauf vertrauen, dass die SchülerInnen sich selbst organisieren Zeitaufwand, organisatorische Rahmenbedingungen und Budgetzwänge werden als problematisch erlebt, wenn es darum geht Projekte in den Schulalltag zu integrieren

Intensiv wurde auch die Frage der Bewertung von Projektarbeit diskutiert: - Nach welchen Kriterien wir bewertet? - Was wird überhaupt bewertet? - Wer bewertet? Kann man die Bewertung an die SchülerInnen abgeben? Aus dem Plenum wurde vorgeschlagen, die Bewertungsmaßstäbe mit den SchülerInnen vorher zu besprechen. Es wurde von den Referenten außerdem ein Wiki vorgestellt, in dem Bewertungskategorien für Projektarbeit zur Verfügung stehen. Es wurde auch die Möglichkeit diskutiert, den SchülerInnen selbst die Wahl zu überlassen, ob sie bewertet werden wollen oder nicht. Die Referenten stellten hier auch die Möglichkeit der Selbstbewertung durch die SchülerInnen vor. In dem Gruppen sich selbst oder andere Gruppen, bzw. Gruppenmitglieder bewerten, einigen sie sich selbst auf ein eigenes Referenzsystem und bekommen keine Bewertung von außen aufoktroyiert. So werden auch alle Gruppenmitglieder dazu animiert sich für die Arbeit zu engagieren – oder

andernfalls eine schlechte Bewertung durch die eigene Gruppe zurück gemeldet zu bekommen. Insbesondere nach der Präsentation der Webseiten und Online-tools zur Unterstützung von Projektarbeit drehte sich die Diskussion noch einmal um das Problem des Abschreibens und Kopierens, insbesondere von Inhalten, die online stehen. Die Referenten merkten hier aber an, dass die Erfahrung gezeigt hat, das SchülerInnen sich sehr viel Mühe geben, sobald sie mit ihren Arbeiten in die Öffentlichkeit treten und auch Gefahr laufen müssen durch Kommentare „entlarvt“ zu werden, wenn sie kopieren. Je persönlicher die Arbeitsaufträge sind, etwa eigene Erfahrungsberichte etc., desto geringer auch die Gefahr, dass kopiert würde, so die Referenten. Ein weiteres Thema der Diskussion war der Umgang mit Fehlern. Wenn SchülerInnen online Projektarbeiten erstellen und darin Fehler sind, stehen diese Fehler so im Netz, schlicht als falsche Information. Die Referenten entgegneten hier, dass die SchülerInnen sich dadurch mehr Mühe geben keine Fehler zu machen und sollten sie doch passieren und als Fehler kommentiert werden, sich große Mühe geben, die Fehler zu korrigieren. Insgesamt müsse der Umgang mit Fehlern neu überdacht werden.

Fazit
Der Workshop war in erster Linie als Austauschmöglichkeit konzipiert. Die Referenten wollten eigene Erfahrungen vorstellen und mit den TeilnehmerInnen über ihre Erfahrungen diskutieren. Ein Handlungsbedarf als solcher wurde daher nicht definiert. Vielmehr wurden verschiedene Wege und Probleme der Projektarbeit aufgezeigt. Die Diskussion drehte sich vor allem um die Themen Bewertung, Abschreiben in Projekten und Umgang mit Fehlern, wobei unterschwellig die Frage, inwiefern Online-Projekte eine Alternative zu anderen Projekten sein können, immer mit schwang. Ziel des Workshops war es daher eher, gemeinsam neue Wege in der Projektarbeit zu denken, was gelungen ist.