Schulforum „Neue Lernkulturen entwickeln und vernetzen“

Oberstufen-Kolleg Bielefeld

Ergebnis-Protokoll des Workshops „‘Vorhaben‘ – auf dem Weg zum eigenverantwortlichen Lernen und Arbeiten“
18. November 2011, 13.00 Uhr – 14.30 Uhr

Referent(en): Anette Westhoff, Andreas Völkel Moderator: Julia Behrens

Material
PowerPoint-Präsentation

Input
Die Referenten stellten zunächst die Gemeinschaftsschule Langenberg und ihre historische Entwicklung dar. Anhand einer Zeitleiste wurden die verschiedenen Entwicklungsstufen verdeutlicht. Im Anschluss wurde der Ansatz der „Vorhaben“, wie ihn die Gemeinschaftsschule praktiziert vorgestellt. Es wurden Beispiele gegeben, Fotos gezeigt und die organisatorischen Rahmenbedingungen vorgestellt.

Inhaltlicher Fokus, Diskussionspunkte und Ergebnisse
Ein Großteil des Workshops wurde als Vortrag abgehalten. Die TeilnehmerInnen hatten aber jederzeit die Möglichkeit Fragen zu stellen, die direkt beantwortet und/oder im Plenum diskutiert wurden. Etwa eine Stunde lang stellten die Referenten ihren Ansatz der „Vorhaben“ dar. Dabei ging es etwa darum, was ein Vorhaben sein kann, z.B. Kristalle züchten, eine Kräuterspirale oder eine Seifenkiste bauen. Die SchülerInnen erarbeiten sich das notwendige Wissen selbst und bekommen dabei Unterstützung durch die LehrerInnen. Ausgangspunkt für die Vorhaben war die Feststellung, dass die SchülerInnen oft träges Wissen haben und wenig motiviert sind, wenn Aufträge durch die LehrerInnen vergeben werden. Wenn sie sich selbst entscheiden, gehen sie aber gerne an die Projektarbeit heran. Die Gemeinschaftsschule möchte SchülerInnen zum selbständigen Lernen befähigen und hat zu diesem Zweck die fächerübergreifenden Vorhaben eingeführt, die über einen festgelegten Zeitraum im Schuljahr zu festgelegten Zeiten von den Schülern in Eigenregie durchgeführt werden. In den Nebenfächern der 5. Bis 7. Klasse können SchülerInnen Vorhaben durchführen, müssen das aber nicht tun. Der Unterrichtsstoff, der laut Curriculum gelernt werden muss, wir um die Vorhabenzeit herum gelegt und gelernt. Die Vorhaben selbst werden durch Workshopangebote begleitet. Die SchülerInnen können aus einem breiten Angebot von Workshops zum Thema Lernstrategien, Selbstorganisation etc. wählen und sich so auf die Vorhaben vorbereiten. Das Modell, das die Schule zu Grunde legt, baut auf den drei Pfeilern Basics, Networking und Enterprises auf. Zu den Basics zählen die Workshopangebote, damit die SchülerInnen in der Lage sind, eigenständig Projekte zu erarbeiten und durchzuführen. Networking bezieht sich auf Fähigkeit Informationen zu vernetzen und in der Gruppe gemeinsam einen Problemlöseprozess erarbeiten zu können. Hierzu verwendet die Schule ein festes System auf Piktogrammbasis, das den SchülerInnen

helfen soll, die einzelnen Prozessschritte bei der Lösung eines Problems zu erkennen und später eigenständig anwenden zu können. Enterprises schließlich meint die Vorhaben selbst. Die Diskussion, die bereits während des Vortrags begann, drehte sich vor allem um Fragen der Organisation: - Wie kann der Unterrichtsstoff, der laut Curriculum vorgesehen ist durchgezogen werden? - Wie hat die Schule es geschafft, dass alle Lehrenden an einem Strang ziehen? - Welche Probleme treten in der Stundenplangestaltung auf? - Wie wir die Leistungsmessung vorgenommen? - Gibt es bereits Erkenntnisse, ob das Konzept trägt? Die Referenten haben auf Grund der Fragen dann von ihren Erfahrungen berichtet und konnten verdeutlichen, dass so ein großes Projekt nur funktionieren kann, wenn es vom gesamten Lehrkörper getragen wird. Natürlich habe es Probleme gegeben und Fehler passieren noch immer. Die Schule versucht aber, in kleinen Schritten aber konsequent den eingeschlagenen Weg zu verfolgen und kontinuierlich das Prozedere zu verbessern.

Fazit
Trotz anfänglich starker Vortragslastigkeit hat sich der Workshop für die TeilnehmerInnen als interessant und gewinnbringend erwiesen. Die Rückmeldungen zum Ende waren sehr positiv. Die Diskussion um Fragen wie Lernstandserhebungen und Beurteilungen in so einem Konzept durchzuführen sind hat gezeigt, dass das möglich ist, wenn man sich von alten Mustern löst. Es wurden vor allem die positiven Effekte des Konzepts auf die Schülermotivation klar gestellt ohne dabei Probleme in der Ein- und Durchführung zu verschweigen. Die Referenten haben vor allem dazu angeregt, ausgetretene Pfade zu verlassen und abseits von Altbekanntem neue Wege zu denken und mutig zu gehen.