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Hochschule der Medien Stuttgart Bibliotheks- und Informationsmanagement Bachelor Wintersemester 2010 / 2011

Bibliothekarische Weblogs

Möglichkeiten, Grenzen und Angebote

Seminararbeit im Studienfach Informationskompetenz

Prof. Dr. R****** S****

Vorgelegt von: Patrick Lürwer E-Mail: *****@hdm-stuttgart.de Matrikelnummer: *****

Abgabedatum

20.01.2011

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1

2. Einführung in das Thema „Weblogs“

2

2.1 Begriffserklärung „Weblog“

2

2.2 Entstehung des Weblogs

2

2.3 Merkmale von Weblogs

3

2.4 Kategorien von Weblogs

4

3. Fachblogs in der bibliothekarischen Praxis

6

3.1 Informationsgewinnung, Weiterbildung und Austauschen zwischen Bibliothekaren

6

3.2 Grenzen bei der Benutzung von Weblogs

9

4. Angebotsspektrum bibliothekarischer Weblogs in Deutschland

10

4.1

Anzahl und thematischer Schwerpunkt bibliothekarischer Weblogs

10

4.2

Exemplarische Vorstellung bibliothekarischer Weblogs in Deutschland

11

4.2.1 netbib weblog Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

12

4.2.2 Bibliothekarinnen sind uncool

13

4.2.3 MEDINFO Informationen aus Medizin, Bibliothek und Fachpresse

14

5. Fazit

15

Literaturverzeichnis

17

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1.

Einleitung

Die heutige Zeit ist gekennzeichnet durch einen rapiden Anstieg verfügbarer Informationen und Innovationen. Damit einher geht aber auch, dass die Halbwertszeit etablierter Verfahrensweisen immer geringer wird und eine permanente Weiterbildung vonnöten ist. Techniken, die gestern noch aktuell waren, können von einem auf den anderen Tag überholt sein. Hier auf dem neusten Stand zu bleiben, stellt sich insbesondere für Bibliothekare 1 als In- formationsspeziallisten und -vermittler zunehmend als Problem dar, da man bei dem breit gefächerten Angebot an Informationen schnell den Überblick verliert. Die Vernetzung zwischen den Akteuren und der Austausch von Inhal- ten gewinnen zunehmend an Bedeutung. Um dies zu gewährleisten, bedarf es jedoch eines Mediums, das sich gleichsam einfach und schnell nutzen lässt.

Als neustes Werkzeug trat das Weblog 2 ein Neologismus aus den Begriffen „web“ und „log“ – in den bibliothekarischen Alltag. Im Folgenden soll daher das bibliothekarische Weblog insbesondere als Hilfsmittel zur Weiterbildung und beim Informationsaustausch untersucht werden. Dazu wird im ersten Teil eine allgemeine Definition des Begriffs „Weblog“ erarbeitet, seine Entstehung veranschaulicht und die prägnantesten Formen sowie Merkmale vorgestellt (Kapitel 2). Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit den Möglichkeiten, die Fachblogs 3 bei der Informationsgewinnung sowie Weiterbildung bieten und inwiefern sie der Vernetzung und dem Austausch zwischen Bibliotheka- ren dienlich sind. Dem gegenübergestellt werden die Grenzen bibliothekari- scher Weblogs (Kapitel 3). Im Anschluss wird das Angebotsspektrum in Deutschland dargestellt und mit einer exemplarischen Vorstellung einiger Fachblogs abgeschlossen (Kapitel 4). Den Schluss der Arbeit bildet das Fazit, in dem es darum geht, zu bewerten, inwieweit Fachblogs einen zusätzlichen Nutzen für Bibliothekare darstellen können (Kapitel 5).

1 Aus Gründen der verbesserten Lesbarkeit wird in dieser Arbeit die männliche Form als geschlechtsübergreifende Bezeichnung für Bibliothekarinnen und Bibliothekare, Autorinnen und Autoren, etc. verwendet.

2 Weitere Neuerungen im Zuge des Web 2.0 sind Media-Sharing-Plattformen, Podcasts, Social Bookmarks, Social News, soziale Netzwerke, RSS-Feeds und Wikis. In dieser Arbeit wird der Schwerpunkt auf das Weblog gelegt.
3

Die Begriffe „bibliothekarischer Weblog“ und „Fachblog“ werden in dieser Arbeit synonym verwendet. Auf die Definition wird in Kapitel 2 genauer eingegangenen.

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2. Einführung in das Thema „Weblogs“

2.1 Begriffserklärung „Weblog“

Das Kunstwort „Weblog“ oder kurz „Blog“ ist eine Kombination der Begriffe „Web“ und „Log(buch)“. Es bezeichnet

„[…] regelmäßig aktualisierte Webseiten, die bestimmte Inhalte (zumeist Texte beliebiger Länge, aber auch Bilder oder andere Multimediainhalte) in umgekehrt chronologischer Reihenfolge darstellen. Die Beiträge sind einzeln über URLs adressierbar und bieten in der Regel die Möglichkeit, Kommentare zu hinterlassen. Dadurch sowie durch Verweisungen auf andere Weblogs […] bilden sich Netzwerke von untereinander verbun- denen Texten und Webseiten heraus; die Gesamtheit aller Weblogs wird auch als ´Blogosphäre´ bezeichnet.4

Autoren von Blogs werden „Web-Logger“ oder kurz „Blogger“ genannt, das Verfassen „Blogging“ oder „Bloggen“. Die einzelnen Beiträge eines Blogs be- zeichnet man als „Posts“.

2.2 Entstehung des Weblogs

Die Anfänge des Weblogs gehen in die 1990er Jahre zurück, als Betreiber von Webseiten Listen von anderen Webseiten online stellten, die sie auf ihren Reisen durch das Web entdeckt und als interessant befunden hatten. 5 Diesem Vorgang entspringt auch der Begriff „Web-Log“, nämlich als ein digitales Logbuch über und für die Navigation im World Wide Web. Das Prinzip der Kommentierung und Verlinkung von Webseiten erfreute sich bald einer schnell wachsenden Gemeinschaft. Anfänglich war jedoch das Anfertigen von Weblogs nur einem begrenzten Anwenderkreis vorbehalten, da es HTML-Kenntnisse voraussetzte. 1999 führte schließlich die Einführung von zum Beispiel blogger.com, das die Erstellung von Blogs mit kostenlosen, web-basierten Tools ermöglichte, zu einer wahren Explosion der Weblogs. Mit dieser Entwicklung ging auch eine Veränderung der Inhalte einher. Beinhalteten Blogs vorher eine Mischung aus Links sowie Kommentaren und waren eher auf das Web im Ganzen ausgerichtet, verlagerte sich der Fokus

4 Schmidt, J. (2006): Weblogs, S. 13

5 Vgl. im Folgenden: Blood, R. (2000): rebecca's pocket. weblogs: a history and perspective [elektronische Quelle]

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sukzessiv auf eine Form von kurzem Journal. Die Aktualisierungsquote der Blogs nahm zu bis zu mehrmals am Tag und sie spiegelten zunehmend die Gedanken der Blogger wieder. Es wurde immer häufiger Bezug auf Einträge anderer Blogger genommen. Deren Seiten wurden verlinkt und so der Grundstein für die heute bestehende Blogosphäre gelegt.

2.3 Merkmale von Weblogs

Da Weblogs seit ihrer Entstehung einer kontinuierlichen Veränderung unter- worfen sind, ist es schwer, eine genau Definition zu geben. Es gibt jedoch verschiedene Merkmale, die einen Blog auszeichnen können und ihn von ei- ner normalen Webseite abgrenzen. 6 Für Weblogs kann gelten, dass sie

…persönlich und subjektiv sind, Die Posts spiegeln fast immer die eigene Sichtweise respektive den ei- genen Standpunkt des Verfassers wider. Dies ist vor allem bei der Beur- teilung eines Blogs zu beachten, der von einer Organisation betrieben wird.

…chronologisch strukturiert sind, Das gebräuchlichste Verfahren ist, dass der aktuellste Eintrag am An- fang der Seite steht. Erscheint ein neuer Post, rücken alle älteren Ein- träge um eine Position in der Liste nach unten. Häufig hat die Liste der angezeigten Einträge nur eine gewisse Kapazität, sodass gewöhnlich eine monatliche Archivierung stattfindet.

…datierte Einträge enthalten, Die Postings werden mit der Angabe des Datums und des Zeitpunkts der Einstellung versehen. Dies ermöglicht die Einordnung in einen zeitli- chen Kontext und veranschaulicht zusätzlich den chronologischen Cha- rakter von Blogs.

…aktuell und zeitnah sind, Die Gewichtung liegt auf aktuellen Ereignissen, die zumeist am selben Tag des Eintrags stattgefunden haben.

6 Vgl. dazu im Folgenden: Sauers, M. (2007): Blogging and RSS, S. 2 f.; Bradley, P. (2007): How to use Web 2.0 in your library, S. 37 f.

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Themen

aufgreifend und nicht Themen erzeugend sind,

Vorrangig findet in Weblogs eher eine Auseinandersetzung mit dem statt, was in den Nachrichten passiert als dass sie eigene Nachrichten erzeugen. Organisationen haben jedoch Weblogs als Medium der Nach-

richtenverbreitung für sich entdeckt.

…frei zugänglich sind, Generell sind Weblogs für jeden Interessierten abrufbar. Es besteht zwar die Möglichkeit passwortgeschützte Blogs einzurichten oder sie auf ein geschlossenes Intranet zu begrenzen, hier wird jedoch die De- batte geführt, ob es sich dann noch um Blogs im ursprünglichen Sinne handelt.

…die Möglichkeit zu partizipieren oder zu antworten bieten, Häufig wird dem Leser erlaubt, die Einträge zu kommentieren oder dem Autor eine Antwort zukommen zu lassen. Diese Beiträge werden dann an das Posting angehangen und sind für alle sichtbar.

…ihre bestehenden Einträge nicht mehr geändert werden. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Webseiten werden bestehende Einträge nicht mehr im Nachhinein verändert. Bedarf es einer Aktualisierung, wird zumeist ein neuer Post angefertigt und auf den älteren Bezug genom- men.

2.4 Kategorien von Weblogs

Auch bei der Kategorisierung verschiedener Weblogs ergeben sich gleichsam der Definition keine genauen Grenzen, die Übergänge zwischen den ver- schiedenen Typen von Weblogs sind fließend.

Eine generelle Einteilung nach Art des Inhalts findet sich bei Sauers 7 in per- sönliche, thematische und organisatorische Blogs. Persönliche werden dabei von einer Person in Form eines Journals betrieben und befassen sich mit den Lebenserfahrungen oder dem Berufsleben des Bloggers. Thematische Blogs hingegen können auch von mehreren Personen geführt werden und sind auf ein bestimmtes Thema fokussiert. Zu dieser Art zählen auch die sogenannten Fachblogs, „die auf bestimmte Themen mit wissenschaftlichen oder berufli-

7 Vgl. Sauers, M. (2007): Blogging and RSS, S. 3 f.

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chen Charakter spezialisiert sind“ 8 . Dabei sind Fachleute für den Inhalt eines bestimmten Gebietes zuständig, bereiten frei zugängliches Wissen auf, ver- linken es und stellen diese professionellen Informationen öffentlich zur Verfü- gung. Zu den gewonnenen Informationen können Neuigkeiten, Fakten, Trends und Tipps gehören. 9 Im Folgenden soll der Schwerpunkt auf Fach- blogs aus dem Bibliotheksbereich gelegt werden und ihre Möglichkeiten so- wie Grenzen aufgezeigt werden. Als Letztes sind die organisatorischen Blogs zu nennen, welche die Ansichten, Meinungen und Ereignisse von Organisati- onen wiedergeben. Hier finden sich zum Beispiel Informationen über bevor- stehende Veranstaltungen, momentane Projekte oder woran die Mitarbeiter gerade arbeiten.

Der Kategorisierung nach Inhalt kann die nach Art der Autorenschaft entge- gengestellt werden. 10 So ist zu unterscheiden, ob ein Blog von einer oder von mehreren Personen geführt wird. Letztere werden als „kollaborative Blogs“ bezeichnet und können wiederum dahingehend unterschieden werden, ob es nur einem begrenzten Autorenkreis gestattet ist, Einträge zu verfassen oder ob der Blog „offen“ für jeden ist. Weitergehend kann unterschieden werden, ob hinter dem Blog eine Privatperson oder eine Institution beziehungsweise ein Unternehmen steht. Blogs von diesen werden als „Corporate Blogs“ be- zeichnet.

Eine weiter Unterteilung von Weblogs findet sich bei Marker aufgrund der Form und Beschaffenheit der Einträge. Im klassischen Sinne gibt es rein text- basierte Einträge. Diese können aber durch das Einpflegen audiovisuelle Elementen ergänzt werden. Zu diesen gehören zum Beispiel Fotos („Foto- blogs“), Videos („Videoblogs“ oder auch „Vlogs“) oder Podcasts. 11

Die obige Auflistung von Weblog-Kategorien und -Merkmalen zeigt, wie weit und ausdifferenziert das Feld der Blogosphäre ist. Weblogs sind heute eine heterogene Welt für sich, in der man sowohl als Produzent als auch als Rezi-

8 Marker, P. (2009): Die Rezeption bibliothekarischer Fachblogs in Deutschland S. 19 [elektronische Quelle]

9 Vgl. Stieger, H. (2007): Fachblogs von und für BibliothekarInnen S. 21 [elektronische Quelle]

10 Vgl. dazu im Folgenden: Mosel, S. (2005): Praktiken selbstgesteuerten Lernens anhand der Nutzung von web-basierten Personal-Publishing-Systemen S. 30 [elektronische Quelle]; Marker, P. (2009): Die Rezeption bibliothekarischer Fachblogs in Deutschland S. 19 [elektronische Quelle]
11

Marker, P. (2009): Die Rezeption bibliothekarischer Fachblogs in Deutschland S. 18 [elektronische Quelle]

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pient seinen Fähigkeiten, Interessen und Absichten entsprechend fündig wer- den kann. Im folgenden Teil dieser Arbeit sollen darauf aufbauend Möglichkei- ten und Grenzen bibliothekarischer Weblogs in der Praxis aufgezeigt werden.

3. Fachblogs in der bibliothekarischen Praxis

Gleichsam den verschiedenen Kategorien von Weblogs im Allgemeinen kön- nen auch für die im Folgenden zu behandelnden bibliothekarischen Fach- blogs unterschiedliche Ausbildungsformen konstatiert werden. So können er- neut Unterscheidungen hinsichtlich der Art der Autorenschaft respektive der Form und Beschaffenheit vorgenommen werden. Als generelle Einteilung kann jedoch die Art des Adressaten genannt werden. Zum einen gibt es Blogs, die vorrangig als Marketinginstrument von Bibliotheken eingesetzt werden. Bei der angesprochenen Personengruppe handelt es sich folglich weniger um Bibliothekare, als um Nutzer der jeweiligen Institution. Diesen sol- len zum Beispiel Neuigkeiten zugänglich gemacht werden. Zum anderen gibt es Fachblogs von Bibliothekaren beziehungsweise Institutionen für Bibliothe- kare. Bei diesen liegt der Schwerpunkt auf der Vermittlung von Fachinforma- tionen. Dabei kann der Fokus universell auf bibliothekarischen Informationen liegen oder sich auf ein Themengebiet, beispielsweise die Medizin, konzent- rieren. Da eine Darstellung beider Ausprägungen den Umfang dieser Semi- nararbeit übersteigt, wird der Akzent bei Blogs von und für Bibliothekare ge- setzt.

3.1 Informationsgewinnung, Weiterbildung und Austausch zwischen Bibliothekaren

Wie jeder Beruf unterliegt auch der des Bibliothekars einem stetigen Wandel. Die Schlagworte „lebenslanges Lernen“, „Fortbildung“ und „Weiterbildung“ finden auch hier ihre Anwendung. Immer auf dem Laufenden zu bleiben, stellt sich aber aufgrund der großen Zahl an Quellen und verfügbaren Informationen als Herausforderung dar. Es bedarf somit eines geeigneten Kommunikationsmittels, um die Vernetzung zwischen Bibliothekaren zu gewährleisten, denn nur gemeinschaftlich ist der Aufgabe Herr zu werden. Als ein Medium hat sich in den vergangenen Jahren das Weblog etabliert. Mit

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diesem ist es möglich, dass Bibliothekare Neuigkeiten, Nachrichten, Hinweise sowie interessante Artikel und Links auf einfache, zeitnahe und bequeme Weise untereinander austauschen. Der einzelne Blogger trifft dabei eine Vorauswahl der seiner Meinung nach wichtigen und relevanten Informationen. Er filtert die Informationen nach der Maxime, dass nicht die Quantität sondern die Qualität entscheidend ist. Der Unübersichtlichkeit der Informationen wird somit entgegen gewirkt. 12 In diesem Zusammenhang ist natürlich immer zu beachten, dass die Auswahl der Quellen nach persönlichen Kriterien des Autors erfolgt und zumeist keiner redaktionellen Kontrollen unterliegen. Aber gerade dies zeichnet Blogs als authentische Informationsquellen aus, deren Intention nachvollziehbar ist, solange der Grundsatz der Transparenz gewahrt bleibt. 13

Ein weiterer Vorteil des Blogs der mit dem Vorausgegangenen einher geht liegt in seiner Aktualität. Aktuelle Entwicklungen können direkt aufgegriffen und verbreitet werden. Diese Möglichkeit ist vor allem bei der konventionellen Informationsquelle Fachzeitschrift aufgrund ihrer periodischen Erscheinungs- weise nicht gegeben. Parallel zeichnet das Blog sich auch dadurch aus, dass es Informationen verbreiten kann, die aufgrund ihres geringen Umfangs nicht für einen Artikel in Frage kommen. So kann der Verfasser zunächst Fakten zusammentragen und seine Leser können durch die Kommentarfunktion An- regungen geben. Ein lebendiger Informationsaustausch und die Zusammen- arbeit bei der Bewertung von Innovationen und Problemen werden gefördert. Stellt sich das Thema als umfangreich dar, kann später auf Grundlage des Blogs die Entscheidung zum Schreiben eines Artikels gefällt werden. 14

Die angesprochene Kommentarfunktion stellt dabei einen ausgezeichneten Mehrwert dar. Durch diese ist es den Nutzern möglich, die vorgefundenen In- formationen hinsichtlich ihrer Qualität zu bewerten und neue Informationen hinzuzufügen. Außerdem kann dadurch eine Qualitätsverbesserung des Web- logs eintreten, da der Autor ein Feedback über den Wert seiner im Web ge- fundenen Quellen erhält. 15 Diese Funktion ist dabei maßgeblich für die oben

12 Vgl. Varbanova-Dencheva, K.; Stoykova, D. (2005): Wie können Weblogs in Bibliotheken genutzt werden?, S. 354
13

Vgl. Stieger, H. (2007): Fachblogs von und für BibliothekarInnen, S. 73 [elektronische Quelle]

14 Vgl. Stabenau, E. (2007): Wie alles anfing, oder „Hinter den Kulissen von netbib“
15

Vgl. Varbanova-Dencheva, K.; Stoykova, D. (2005): Wie können Weblogs in Bibliotheken genutzt werden?, S. 355

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genannte Vernetzung zwischen den einzelnen Akteuren. Anhand der Kom- mentare lassen sich mit der Zeit Experten auf bestimmten Gebieten ausma- chen, auf die bei konkreten Fragestellungen zurückgegriffen werden kann. Im Allgemeinen ist somit die Option zu einem gegenseitigen Einfluss zwischen dem Blogger und dem Kommentierenden gegeben. Gerade beim Finden von Lösungen für neu und nicht gängige wissenschaftliche Ideen kann dies nütz- lich sein. 16

Ein weiteres herausragendes Merkmal des Weblogs bezüglich anderer Infor- mationsquellen ist die Verlinkung themenverwandter Seiten und Blogs. Dem Leser werden dadurch interessante Optionen ermöglicht. Er kann sich zu- nächst oberflächlich einem geposteten Thema annähern und bei Interesse sich anhand der Links schnell einen tiefer gehenden Einblick verschaffen. Dabei stellen Blogs einen neuen Kontext her, indem sie Links aus anderen Quellen, gegensätzliche Meinungen, Erfahrungen und Diskussionen zusam- menführen. 17 Ausschlaggebend und kennzeichnend für die Qualität eines Weblogs ist dabei natürlich die Fähigkeit seines Autors, nicht nur interessante und informative Links, sondern auch wenig bekannte und solche zu schwer ermittelbaren Informationen zu verzeichnen. 18 Dies kommt vor allem jenen Nutzern zu Gute, die nicht genügend Zeit oder nicht genug Erfahrung bei der Recherche von Informationen besitzen.

Ein weiteres interessantes Kennzeichen von Weblogs ist, dass sie als Archi- vierungssystem und Informationsspeicher dienen. Dadurch, dass Beiträge einen Permanentlink erhalten und nach einer gewissen Zeit automatisch in einem Archiv gesammelt werden, stehen sie auch zukünftig zur Verfügung. Dort sind sie chronologisch geordnet und können gegebenenfalls sogar durch eine Volltext- oder Schlagwortsuche recherchiert werden. Es ist also möglich, immer wieder auf Informationen oder Diskussionen und Lösungen zu Prob- lemen zurückzugreifen. 19

16 Vgl. Varbanova-Dencheva, K.; Stoykova, D. (2005): Wie können Weblogs in Bibliotheken genutzt werden?, S. 355
17

Vgl. Stieger, H. (2007): Fachblogs von und für BibliothekarInnen, S. 73 [elektronische Quelle]

18 Vgl. Varbanova-Dencheva, K.; Stoykova, D. (2005): Wie können Weblogs in Bibliotheken genutzt werden?, S. 355

19 Vgl. Varbanova-Dencheva, K.; Stoykova, D. (2005): Wie können Weblogs in Bibliotheken genutzt werden?, S. 355

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3.2 Grenzen bei der Benutzung von Weblogs

Wie jedes Medium unterliegt auch das Weblog bei seiner Einsetzbarkeit gewissen Grenzen und Problemen. Eine der wichtigsten zu nennenden Begrenzung ist der Autor selbst, da seine Fähigkeiten über die Qualität des Blogs entscheiden. Allein seine Kompetenz sich im Web zu bewegen und sich gefundene Ressourcen zunutze zu machen und zu vermitteln, ist ausschlaggebend. Findet der Verfasser nicht die geeigneten Informationen oder ist es ihm nicht möglich, sie in einem angemessenen System zu ordnen und zu präsentieren, ergibt sich für den Leser kein Nutzen. Im Umkehrschluss ist jedoch auch der Rezipient ein begrenzender Faktor. Verfügt dieser nicht über eine ausreichende Kenntnis und ein bestimmtes Begriffsrepertoir in seinem Themengebiet, kann er folglich nicht von noch so gut recherchierten und dargestellten Quellen und Informationen profitieren. 20

Ein weiteres Kriterium ist ebenfalls im Wesen des Weblogs begründet. Da- durch, dass der Autor aus persönlichen Motiven bloggt, der Blog folglich sub- jektiv ist und keiner übergeordneten Kontrolle unterliegt, muss die Qualität eines Blogs stets hinterfragt werden. Dabei hilft, dass eine Kontrolle von unten durch die Leser selbst und ihre Kommentare stattfindet. Allerdings setzt sie Fachwissen und Kenntnis voraus, welche gerade bei neuen Themen und In- novationen noch nicht vorhanden sind. Somit muss der Leser Vertrauen in die Kompetenz des Autors haben, welches sich nur durch das Verfolgen des Blogs über einen längeren Zeitraum herausbilden kann. Bei Fachzeitschriften hingegen kann sich der Leser gewiss sein, dass die Mitarbeiter über eine ho- he Qualifikation verfügen, die ausschlaggebend für die redaktionelle Kompe- tenz ist. Außerdem wird durch die Redaktion entschieden, ob Artikel den Qua- litätsansprüchen genügen und dem redaktionellen Konzept entsprechen. Ziel ist eine objektive und hochwertige Berichterstattung. Diese Faktoren sind bei Blogs nicht gegeben. Der Blogger ist keiner höheren Institution Rechenschaft schuldig, außer es handelt sich um einen organisatorischen Blog. Aber auch bei diesen unterliegen die einzelnen Beiträge zumeist keiner inhaltlich- qualitativen redaktionellen Kontrolle, sondern es wird nur verlangt, dass sie mit der Philosophie der Organisation konform gehen. Wird dies jedoch beim Lesen beziehungsweise kontextbezogenen Einordnen von Blogs beachtet

20 Vgl. Varbanova-Dencheva, K.; Stoykova, D. (2005): Wie können Weblogs in Bibliotheken genutzt werden?, S. 354

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und macht der Autor seinen Standpunkt und die Ziele des Blogs transparent, kann sich daraus eine Stärke, nämlich die der Authentizität, ergeben.

Auch der folgende begrenzende Faktor ist durch eine Eigenschaft des Blogs bedingt, nämlich die, dass dem Leser die Möglichkeit zur Antwort gegeben wird. Nutzten die Rezipienten diese nicht, geht Potential verloren, da die Chance auf einen Meinungsaustausch und der damit einhergehenden möglichen Weiterentwicklung von Ideen vertan wird. Erst durch das Zusammenspiel von Autor und Leser in Form der Diskussion kann das Blog seine Stärken gegenüber anderen Informationsmitteln ausspielen. Bleibt eine aktive und rege Beteiligung von Seiten der Leserschaft aus, wird der Blog wieder zu einem Medium, das Informationen nur in eine Richtung transportiert und dadurch einen Teil seines Mehrwerts verliert.

4. Angebotsspektrum bibliothekarischer Weblogs in Deutschland

4.1 Anzahl und thematischer Schwerpunkt bibliothekarischer Weblogs

Als Einstiegspunkt für die Suche nach bibliothekarischen Weblogs bietet sich die Internetseite LISWiki 21 an. Auf dieser werden in der Kategorie „Weblogs - Non-English“ zur Zeit Links zu 85 persönlich und 45 institutionell geführten Blogs verzeichnet. Zu beachten ist, dass nicht der Anspruch einer vollständi- gen Darstellung der bibliothekarischen Blogosphäre erhoben wird. Zur we i- tergehenden Suche nach Blogs bietet sich daher die „Biblioblogsuche“ des Fachblogs Infobib 22 an. Außerdem kann mit allgemeinen Blogsuchmaschinen wie icerocket, Technorati oder google blogs gesucht werden.

Thematisch decken die aufgeführten Blogs ein breites bibliothekarisches Spektrum ab. So gibt es beispielsweise einen Blog über das „Katalog 2.0- Projekt“ der Hamburger Bibliotheken (Beluga), einen gemeinsamen Blog von Studenten aus Potsdam und Berlin (BibliothekarInnen sind uncool), Bemer-

21 LISWiki (2005): Weblogs Non-English. German (Deutschsprachig). [elektronische Quelle]
22

Hauschke, C. (2006): Infobib. Biblioblogsuche. [elektronische Quelle]

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kungen zum Einsatz moderner IT in Bibliotheken (Bibmarks) oder den Weblog der Stadtbibliothek Wolfsburg (Biblioblog).

Festzustellen ist bei der thematischen Schwerpunktlegung beziehungsweise der Art des Adressaten, dass die institutionellen Blogs naturgemäß überwie- gend als Marketinginstrument, also als Informationsquelle, für Nutzer einge- setzt werden. Dem entgegen stehen die personellen Blogs, die sich fast aus- schließlich an Bibliothekare wenden.

4.2 Exemplarische Vorstellung bibliothekarischer Weblogs in Deutschland

Im Folgenden werden einige Fachblogs vorgestellt, um einen kurzen Über- blick über das differenzierte Angebotsspektrum zu verschaffen. So wird mit dem netbib weblog 23 ein allgemeines Weblog vorgestellt. Als Weiteres Biblio- thekarInnen sind uncool 24 , welches aufgrund der Autorenschaft und Absicht interessant ist. Zuletzt folgt mit MEDINFO 25 ein sehr fachspezifisches Blog. Zur Beschreibung der Blogs wird aufgeführt, wer der Autor beziehungsweise die Autoren sind, welcher thematische Schwerpunkt gesetzt wird, wer die Ad- ressaten sind, welche Funktionen der Blog bietet und wann er gegründet wurde.

23 Stabenau, E. (2010): netbib weblog. [elektronische Quelle]

24 Fachhochschule Potsdam; Humboldt Universität zu Berlin (2008): BibliothekarInnen sind uncool. [elektronische Quelle] 25 Obst, O. (2004): MEDINFO. [elektronische Quelle]

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4.2.1

netbib weblog - Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen Abbildung 1: netbib weblog Frontpage (14.01.2011) Der

Abbildung 1: netbib weblog Frontpage (14.01.2011)

Der erste Fachblog für Bibliothekare in Deutschland und einer der bekanntes- ten ist netbib, der im Februar 2001 von Edlef Stabenau, Bibliothekar im Ser- vicebereich der Universitätsbibliothek der TU Hamburg-Harburg, gegründet wurde. Zurzeit sind neben dem Gründer 15 weitere Autoren an dem Blog be- teiligt. 26 Thematisch befasst sich das Fachblog mit „aktuellen Entwicklungen aus der bibliothekarischen Praxis im In- uns Ausland“. 27 Aufgrund des allge- meinen und interdisziplinären Schwerpunktes ist das Blog eine interessante Quelle für alle Bibliothekare. Dies spiegelt sich auch in der großen Zahl an Lesern wider, die Stabenau mit „700 bis 1000 LeserInnen pro Tag“ 28 beziffert. An Funktionen bietet das Blog ein Archiv, eine kurze Übersicht über die neu- sten Kommentare, eine Liste der Autoren, die auch twitter nutzen, das Abon- nieren der Seite via RSS- oder Email-Feed und eine Übersicht der neben dem Blog von netbib geführten Projekte.

26 Vgl. Stabenau, E. (2010): netbib weblog. Impressum/Team. [elektronische Quelle]
27

Stabenau, E. (2007): Wie alles anfing, oder „Hinter den Kulissen von netbib“, S. 212
28

Ebd. S. 218

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4.2.2 BibliothekarInnen sind uncool

Weblogs 13 4.2.2 BibliothekarInnen sind uncool Abbildung 2: BibliothekarInnen sind uncool Frontpage

Abbildung 2: BibliothekarInnen sind uncool Frontpage (14.01.2011)

Dieses Blog, gegründet im Mai 2008, wird von Studierenden der Fachhoch- schule Potsdam, Fachbereich 5 Informationswissenschaften und des Insti- tuts für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt Universität zu Berlin geführt. Im Mittelpunkt steht dabei, Vorurteile der Allgemeinheit ge- genüber dem Beruf „Bibliothekar“ abzubauen. Zu diesem Zweck zeigen die Autoren „Bereiche [auf], in denen Bibliotheken sich (neben ihren Kernaufga- ben) offensichtlich nicht in Richtung Nutzerorientierung, web 2.0 Zuträglich- keit, Medienkompetenz, Integrations- und Demokratiemediation bewegen“ und stellen ihnen „die positiven Entwicklungen der Bibliothekswelt“ 29 entge- gen. Dadurch soll die Grundlage für eine „kreative Diskussion“ mit den Lesern gebildet werden. Somit spricht der Blog zum einen Bibliothekare oder Studie- rende des Bibliothekswesens an. Zum anderen werden aber auch Personen außerhalb des Berufsfeldes angesprochen, um sie über die Tätigkeiten eines „modernen Bibliothekars“ zu informieren und ihnen ein anderes Bild jenseits der bestehenden Stereotype zu zeigen. Neben den üblichen Funktionen bietet das Blog Schnittstellen zu weiteren Web 2.0-Anwendungen wie facebook, twitter und anderen. Außerdem verfügt es über eine Schlagwortwolke, mit der sich ältere Beiträge durchsuchen las- sen. Des Weiteren werden in einer Blogroll Links zu anderen bibliothekari- schen Fachblogs aufgelistet.

29 Fachhochschule Potsdam; Humboldt Universität zu Berlin (2008): BibliothekarInnen sind uncool. Über Bsu. [elektronische Quelle]

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4.2.3 MEDINFO Informationen aus Medizin, Bibliothek und

Fachpresse

– Informationen aus Medizin, Bibliothek und Fachpresse Abbildung 3: MEDINFO Frontpage (14.01.2011) Als Beispiel

Abbildung 3: MEDINFO Frontpage (14.01.2011)

Als Beispiel für einen themenspezifischen Blog soll an dieser Stelle das MEDINFO vorgestellt werden. Es richtet sich vorrangig an Bibliothekare, die in medizinischen Bibliotheken beschäftigt sind. Das Blog wurde im März 2004 von Oliver Obst als Ergänzung beziehungsweise Ersatz für die Mailingliste medibib-l gegründet 30 und verzeichnet momentan 2934 Beiträge und 1048 Kommentare. 31 Das Blog hält eine Vielzahl an Funktionen für die Leser bereit. So werden alle Beiträge Kategorien zugewiesen, deren Anzahl sich zurzeit auf 40 Stück be- läuft. Die Kategorien sind wahlweise über eine Schlagwortwolke oder eine Dropdown-Liste ansteuerbar. Das Archiv kann nach Monaten und Jahren ge- ordnet anzeigt oder vollständig mithilfe einer Suchfunktion durchsucht wer- den. Außerdem werden die neusten Beiträge in anderen medizinischen Blogs mittels Feed-Anzeige und die letzten Kommentare sowie die Top-Beiträge (nach der Anzahl ihrer Aufrufe) angezeigt. Unter dem Punkt „Blogiquette“ fin- den sich Verhaltensregeln für den Umgang in Weblogs. Die Blogroll verzeich- net Links zu anderen internationalen Fachblogs und Internetseiten. Das „Poll- Archiv“ gibt Auskunft über die Ergebnisse von Umfragen, die auf MEDINFO durchgeführt wurden.

30 Vgl. Obst, O. (2004): MEDINFO. Impressum. [elektronische Quelle]
31

Vgl. Obst, O. (2010): MEDINFO. [elektronische Quelle]

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5.

Fazit

Unter Beachtung der aufgezeigten Möglichkeiten, aber auch Grenzen biblio- thekarischer Weblogs zeigt sich, dass ihnen ein Potential inne wohnt, welches nicht zu unterschätzen ist. Sie fungieren als Kommunikationsmittels zwischen Bibliothekaren und fördern ihre Vernetzung. Die Kommentarfunktion regt zum Einbringen eigener Meinungen und Ideen an und hilft damit neue Themen von verschiedenen Standpunkten aus zu betrachten. Durch ihre Filterfunktion ist es möglich den Überblick über die zunehmende Informationsflut zu behal- ten, womit sie auch als Frühwarnsystem dienen, um aktuellste Veränderun- gen und Innovationen zu verfolgen. Darüber hinaus sind sie eine authenti- sche Informationsquelle, die den Standpunkt des Autors unmittelbar deutlich macht. Durch das Archivierungssystem ist es auch im Nachhinein möglich bei aktuellem Anlass ältere Diskussionen erneut zu lesen, wodurch ein wichtiger Informationsspeicher zur Verfügung steht. In Kombination mit anderen Web 2.0-Anwendungen, wie beispielsweise RSS-Feeds, wird das Potential von Fachblogs bei der Informationsvermittlung noch einmal gesteigert.

Begrenzt werden die Möglichkeiten des Fachblogs zum einen durch seine Au- toren selbst, deren Fähigkeiten entscheidend für die Qualität sind. Zum ande- ren durch die Rezipienten, die durch ihre Beteiligung am Meinungsaustausch innerhalb des Blogs zu einem großen Teil zu seiner Stärke beitragen.

Alle oben genannten Möglichkeiten und Grenzen sind keine Alleinstellungs- merkmale des Fachblogs. In mehr oder weniger großer Anzahl überschnei- den sie sich mit Merkmalen anderer Informationsmittel wie Fachzeitschriften, Mailinglisten oder Foren. Daher ist es sinnvoll, Fachblogs nicht als Ersatz dieser zu sehen, sondern als Ergänzung. Werden die jeweiligen Stärken von Fachblogs, Fachzeitschriften, Mailinglisten oder Foren zusammengenommen, bilden sie eine verlässliche Informationsquelle für die bibliothekarische Arbeit. Es muss jedoch auch festgestellt werden, dass das Blog durchaus das Poten- tial hat die Funktionen der Mailingliste und Foren zu übernehmen. Die Stär- ken der Fachzeitschrift, ihre redaktionelle Betreuung und ihre fundierte Objek- tivität, kann das Blog momentan aufgrund seines persönlichen Charakters allerdings (noch) nicht aufweisen. Da bibliothekarische Fachblogs im deutschsprachigen Raum noch nicht so weit verbreitet sind, wie beispielswei- se im englischsprachigen, ist die zukünftige Entwicklung freilich spekulativ.

Bibliothekarische Weblogs

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Abschließend kann festgestellt werden, dass mit dem Weblog ein mächtiges Werkzeug Einzug in den bibliothekarischen Berufsalltag gehalten hat. Seine Stärken sind offensichtlich und seine Schwächen wenn man sich ihrer be- wusst ist vernachlässigbar. Die zukünftige Entwicklung dürfte interessant verlaufen.

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Literaturverzeichnis

Blood, Rebecca (2000): rebecca´s pocet : weblogs: a history and perspective. URL: http://www.rebeccablood.net/essays/weblog_history.html

(14.01.2011).

Bradley, Phil (2007): How to use web 2.0 in your library. London, Facet Publishing

Fachhochschule Potsdam; Humboldt Universität zu Berlin (2008):

BibliothekarInnen sind uncool. URL:

http://bibliothekaresinduncool.wordpress.com/ (14.01.2011).

Fachhochschule Potsdam; Humboldt Universität zu Berlin (2008):

BibliothekarInnen sind uncool : Über Bsu. URL:

http://bibliothekaresinduncool.wordpress.com/bibliothekarinnen-sind-

uncool/ (14.01.2011).

Hauschke, Christian (2006): Infobib : Biblioblogsuche. URL:

http://infobib.de/blog/tools/biblioblogsuche/ (14.01.2011).

LISWiki (2005): Weblogs Non-English : German (Deutschsprachig). URL:

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28

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