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November 2011 Sehr geehrte Damen und Her- ren, liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde, die rechtsterroristische

November 2011

Sehr geehrte Damen und Her- ren,

liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde,

die rechtsterroristische Mord- serie hat uns die Bedrohung unserer Demokratie von rechts noch einmal vor Augen geführt. Es ist kaum zu glauben, dass eine dreiköpfige Bande über mehr als zehn Jahre aus dem Untergrund heraus agieren konnte. Die Gruppe muss ein ganzes Netz von Unterstützern gehabt haben. Jetzt ist eine schnelle Reaktion nötig. Dazu gehört ein neues Verbotsver- fahren der NPD. Aber das allein wird nicht reichen. Wir müssen auch aufarbeiten, warum die Behörden über viele Jahre hin- weg in die falsche Richtung er- mittelt haben.

Auch im November haben wir uns im Bundestag intensiv mit der Euro-Krise beschäftigen müssen. Inzwischen zeigt sich immer deutlicher, dass die Herangehensweise von Ange- la Merkel falsch war. Ihre zö- gerliche Politik der kleinen Schritte hat viel dazu beige- tragen, dass die Krise erst richtig eskaliert ist.

Es ist jetzt höchste Zeit, dass Europa ein klares Signal der Einigkeit gibt. Wir brauchen ein europäisches Modernisie- rungs– und Wachstumspaket. Damit die Wirtschaft Europas wieder auf eine solide Grund- lage gestellt wird. Zu finanzie- ren ist dieses Paket über eine Finanztransaktionssteuer. Ei- ner solchen Steuer steht nun auch die Kanzlerin positiv ge- genüber. Jetzt kommt es dar-

auf an, dass sie diese Position auch in Europa durchsetzt.

Die schwierige Lage der Mut- ter-Kind-Kliniken war im No- vember Anlass für zwei Ge- spräche im Gesundheitsminis- terium. Auch wenn die Koaliti- on langsam einsieht, dass es mit wohlmeinenden Worten an die Krankenkassen allein nicht getan ist, bleibt die Lage kri- tisch. Auch bei den Kurkliniken in Friesland und Wittmund. Deswegen wird es Zeit, über neue Wege nachzudenken, um den Kliniken zu helfen. Einer könnte darin bestehen, die Öf- fentlichkeit über das Verhalten der Kassen aufzuklären, z.B. über entsprechende Listen im Internet.

Ich wünsche Ihnen eine inte- ressante Lektüre.

November 2011 Sehr geehrte Damen und Her- ren, liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde, die rechtsterroristische

Ihre

November 2011 Sehr geehrte Damen und Her- ren, liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde, die rechtsterroristische

Inhalt

Rechten Terror schnell bekämpfen

Seite 2

Klares Handeln für Euro-Rettung

Seite 2

UN-Behindertenrechtskonvention umsetzen

Seite 3

Quoten für Aufsichtsräte und Vorstände gesetzlich regeln

Seite 4

Mutter-Kind-Kliniken unterstützen

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Bericht aus Berlin November 2011

Bericht aus Berlin

November 2011

Rechten Terror schnell be- kämpfen

Die von einer rechtsterroristi- schen Gruppe verübten Morde zählen zu den schwersten Verbrechen, die die Bundesrepu- blik erlebt hat. Deshalb fordern wir zuallererst die rückhaltlose und öffentliche Aufarbeitung der rechtsterroristischen Mordserie. Was ist geschehen? Wer war be- teiligt? Was wussten die Ämter? Was ist bei Verfassungsschutz und Polizei schief gelaufen? Vor allem die Angehörigen der Opfer haben ein Recht auf Antworten. Die Aufklärungsarbeit muss jetzt einher gehen mit einem starken Zeichen der Solidarität und des Mitgefühls für die getroffenen Familien. Dazu gehört meines Erachtens ein Trauerakt der höchsten Staatsorgane. Die Fä- higkeit zu trauern gehört zur Aufarbeitung der Verbrechen.

Die Aufhellung der Straftaten wird Folgen haben müssen. Wir müssen die Rolle der NPD be- werten, die als Schutzraum und als legale Infrastruktur dient, um verfassungsfeindliche Taten ideologisch vorzubereiten und den Tätern im Halbschatten des rechten Umfelds Unterstützung zu geben. Die NPD hat sich dem aggressiven Kampf gegen unsere Demokratie und gegen die Grundrechte unserer freiheitli- chen Ordnung verschrieben. Trotzdem erhält sie Gelder aus öffentlichen Kassen. Hier nähren sich die Feinde der Demokratie an den Ressourcen des Staates, den sie zerstören wollen. Erst ein Verbot der NPD kann diese

rechtsextremistische Strategie unterbinden. Wir werden die Rol- le von V-Leuten im Zusammen- hang mit der rechtsterroristi- schen Gruppe aufklären müssen. Wir werden entscheiden müssen, wo V-Leute nichts nutzen. Ein neues NPD-Verbotsverfahren darf nicht daran scheitern, dass einzelne Länder die V-Leute ihrer Verfassungsschutzämter nicht aus den Führungszirkeln der NPD zurückziehen. Wenn Angela Merkel das NPD-Verbot will, muss sie auch die CDU/CSU- geführten Länder auf eine ge- meinsame Handlungsweise ver- pflichten.

Klares

Handeln

für

Euro-

Rettung

In diesen Tagen beschäftigt uns erneut die Krise im Euroraum. Wieder geht es um die Ertüchti- gung des Eurorettungsschirms, der EFSF. Lange haben wir kriti- siert, dass die Garantiesumme der EFSF nicht ausreicht, um der Vertrauenskrise auf den Anleihe- märkten wirksam zu begegnen. Die Bundesregierung hat das lan- ge geleugnet. Als sie dann mit der Ausweitung kam, war es schon fast zu spät. Schon bei der Änderung des so genannten Sta- bilitäts-Mechanismus-Gesetzes, das die Ausstattung des Schirms regelt, haben wir klar gemacht:

Wir sind für eine möglichst große finanzielle Kapazität der EFSF, um der ungebremsten Eskalation der Krise im Euroraum etwas entgegenstellen zu können. Aber bitte ehrlich und transparent. Denn wieder wollte die Bundes-

regierung das erhöhte Risiko ver- schweigen, das jetzt mit dem so genannten „Hebeln“ der Garan- tiesumme verbunden ist. Erst in einem gemeinsamen Antrag konnten wir Schwarz-Gelb dazu bringen, diese Risikoverände- rung einzugestehen. Nun sind wiederum Wochen vergangen, bis uns endlich am vergangenen Sonntag um 12.30 Uhr die Richt- linien der EFSF mit den Hebel- modellen vorlagen. Am folgen- den Montag um 12.00 Uhr be- gann die Sitzung des Haus- haltsausschusses, der darüber zu entscheiden hatte. Das ist, bei der Tragweite der Entscheidun- gen, ein beispielloser Zeitdruck auf das Parlament.

Wir sind mit vielen kritischen Fragen in den Haushaltsaus- schuss gegangen. Wir wollten Aufschluss über die Funktions- weise und das Risikopotenzial der Hebel. Das ist nur einge- schränkt möglich gewesen. Zwei Modelle stehen zur Diskussion:

Zum einen eine von der EFSF an- gebotene Versicherung von Staatsanleihen aus Krisenlän- dern, die einen Teil des Ausfallri- sikos übernimmt und dadurch potenzielle Anleger beruhigen soll. Zum anderen ein so genann- ter „Ko-Investitionsfonds“, der EFSF-Mittel durch das Engage- ment weiterer Investoren ergän- zen und vergrößern soll. Gegen- über der Zweckgesellschaft, die einen solchen Fonds betreiben soll, haben wir schon im Oktober unsere Skepsis geäußert. Wer- den hier nicht wieder durch das Auflegen „strukturierter Finanz-

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Karin Evers-Meyer

Bericht aus Berlin November 2011 Rechten Terror schnell be- kämpfen Die von einer rechtsterroristi- schen Gruppe
Bericht aus Berlin November 2011

Bericht aus Berlin

November 2011

Der Mittelstand erwartet, dass die Krise bald auch in Deutschland ankommt. In einer Umfrage der DZ Bank geht nur noch ein Drittel der Befragten davon aus, dass sich ihre Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten verbes-

produkte“ Risiken verschleiert? Die Unklarheiten konnten auch im Haushaltsausschuss nicht aus- geräumt werden. Wir haben des- halb im Ausschuss der Versiche- rungslösung zugestimmt, uns bei der Investorenlösung aber ent- halten.

Längst sind doch die Zweifel in der Öffentlichkeit und auf den Märkten gewachsen, ob die EFSF überhaupt noch einen ausrei- chenden Beitrag zur Krisenbe- kämpfung leisten kann. Zu viel

Zeit wurde vertan. Zu lange hat Merkel mit ihrer bekannten Hin- haltetaktik operiert. Statt selbst zu handeln, hat sie andere han- deln lassen. In den hellen Tages- stunden kritisiert Merkel andere Europäer, die jetzt stärkere EZB- Aktivitäten fordern. Wenn es dunkel wird, hofft sie, dass die EZB ihr Aufkaufprogramm wei- ter führt. Erst 100 Milliarden, jetzt über 200 Milliarden Euro an Staatsanleihen hat die Europäi- sche Zentralbank aufgekauft.

Das mag alternativlos geworden sein. Merkel aber sollte aufhören zu behaupten, sie sei gegen eine Vergemeinschaftung von Schul- den. Sie betreibt die Vergemein- schaftung auf kaltem Wege. Die lässt die Öffentlichkeit ganz be- wusst im Unklaren.

Europa braucht eine Umkehrung dieser Logik der Spaltung. Wir brauchen ein unzweifelhaftes politisches Signal der gemeinsa- men Handlungsfähigkeit. Und wir brauchen ein europäisches Modernisierungs- und Investiti- onsprojekt, das die Weichen Richtung Realwirtschaft stellt und ein neues nachhaltiges Wachstumsmodell ermöglicht. Wir brauchen die Finanztransak- tionssteuer, um dieses Pro- gramm zu finanzieren. Dieser Neuaufbau bringt nicht nur die Hoffnung zurück, die Europa ver- loren hat, sondern wird auch die Anleger interessieren, die heute dem Euroraum den Rücken keh- ren.

UN-Behindertenrechts-

konvention umsetzen

Die UN-Behindertenrechtskon- vention ist ein Meilenstein auf dem Weg, Menschen mit Behin- derung von Anfang an gleichbe- rechtigt einzubeziehen und ihre Menschenrechte, gesellschaftli- che Teilhabe und Selbstbestim- mung zu verwirklichen. Bei der Umsetzung der Konvention muss das geltende Recht sowie seine Anwendung überprüft werden. Wir fordern die Bundesregierung dazu auf, den Nationalen Akti-

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Karin Evers-Meyer

Bericht aus Berlin November 2011 Der Mittelstand erwartet, dass die Krise bald auch in Deutschland ankommt.
Bericht aus Berlin November 2011

Bericht aus Berlin

November 2011

onsplan um konkrete Umset- zungsschritte zu erweitern.

Eine umfassende Barrierefreiheit ist ein Grundrecht und stellt ei- nen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Gleichberechtigung dar. Sie betrifft die gesamte Reise- kette des Öffentlichen Personen- verkehrs sowie den Bahn-, Luft- und Fußverkehr. Auch im Be- reich von Kommunikation und Tourismus, bei Baunormen und öffentlich zugänglichen Einrich- tungen und Diensten muss Bar- rierefreiheit verwirklicht werden. Die Eingliederungshilfe am Ar- beitsplatz ist ein zentrales Mittel um die hohe Arbeitslosigkeit Schwerbehinderter zu bekämp- fen. Eine bedarfsgerechte und flächendeckende gesundheitli- che Versorgung, Pflege und Re- habilitation sind weitere wichtige Ziele. Bei allen Maßnahmen müssen die Betroffenen und ihre Verbände nach dem Grundsatz „Nichts über uns ohne uns“ ein- gebunden werden.

Quoten

für

Aufsichtsräte

und

Vorstände

gesetzlich

regeln

Deutschland hat erhebliche Defi- zite bei der Gleichstellung von Frauen in der Privatwirtschaft. Der Anteil von Frauen in Füh- rungspositionen stagniert auf niedrigem Niveau. Die Freiwillige Vereinbarung der Bundesregie- rung mit den Spitzenverbänden der Privatwirtschaft zur Förde- rung der Chancengleichheit hat keine nennenswerten Fortschrit- te gebracht. Damit mehr Frauen

in Aufsichtsräten und Vorstän- den vertreten sind, bedarf es ge- setzlicher Regelungen. Wir schla- gen eine gesetzliche Quote von mindestens 40 Prozent für Auf- sichtsräte und Vorstände vor. Sie muss für Aktiengesellschaften und mitbestimmungspflichtige Unternehmen gelten. In Auf- sichtsräten soll sie spätestens 2015 für Arbeitnehmervertreter sowie Anteilseigner gelten. Bei Vorständen ist sie in gesetzlich geregelten Schritten einzufüh- ren. Neben dem bzw. der Vor- standsvorsitzenden soll jeweils ein Stellvertreter dem anderen Geschlecht angehören. Die Nichteinhaltung der Vorgaben muss sanktioniert werden.

Mutter-Kind-Kliniken

terstützen

un-

Im November fanden zwei Ge- spräche zum Thema Mutter-Kind -Kuren im Bundesgesundheits- ministerium statt, an dem auch Experten aus der Region teilge- nommen haben. Für mich An- lass, noch einmal die Bedeutung dieses besonderen Reha- Angebots zu unterstreichen. Zu- erst geht es um Mütter, die Un- terstützung suchen und es satt haben, wie Bittsteller behandelt zu werden. Die stetig zurückge- henden Bewilligungszahlen bei den Kuren sind aber auch ein völ- lig falsches Signal für die Zu- kunft. Fachkräftemangel, Rente mit 67, sinkende Geburtenzah- len, das heißt, dass wir mehr ma- chen müssen in Sachen Rehabili- tation und nicht weniger. Im FDP -Gesundheitsministerium scheint

das noch nicht angekommen zu sein.

Für den Fall, dass die Bundesre- gierung die Krankenkassen nicht konsequent zum Einlenken be- wegt, wird man andere Wege finden müssen, um die Kranken- kassen an ihre gesetzlichen Pflichten zu erinnern. So gibt es in letzter Konsequenz auch die Möglichkeit, eine schwarze Liste mit den Kassen zu veröffentli- chen, die Mutter-Kind-Kuren re- gelmäßig ablehnen. Dann hat jeder die Möglichkeit selbst zu entscheiden, welcher Kasse er sein Vertrauen schenkt und an wen er seine Beiträge zahlt.

Nicht zu vergessen in dieser De- batte ist auch die strukturpoliti- sche Bedeutung der Kuren. Kur- kliniken sind gerade für den länd- lichen Raum in Deutschland ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Ich gehe trotz widersprüchlicher Äu- ßerungen davon aus, dass auch die CDU in Friesland, Wittmund und Wilhelmshaven das so sieht. Wir werden diese Kliniken daher unterstützen, damit dort auch künftig gute Arbeit zu vernünfti- gen Bedingungen geleistet wer- den kann.

Bericht aus Berlin

Herausgegeben von MdB Karin Evers-Meyer Kontakt:

Sebastian Franke

Tel.: 030/227-77785

Platz der Republik 1

Fax: 030/227-76785

11011 Berlin

www.evers-meyer.de

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