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Das Freie Magazin

Die Themen im Juni 2006: Einleitung


Liebe Leser,
Impressum S. 9
Kleine Link-Sammlung S.19 alles neu macht der Mai? Naja, nicht ganz, wir ha-
Ausblick auf die nächste Ausgabe S. 20 ben schon Juni. Und mit dem Juni kommt ein neuer Name:
Der Newsletter ist jetzt das Freie Magazin“. Wir haben
Interviewserie ”
uns für die Namensänderung entschieden, weil in den letz-
Jane Silber S. 2
ten Wochen mehrere Newsletter ins Leben gerufen wurden,
mit denen unser Newsletter“ nicht viel gemeinsam hat.
Ubuntu und ich ”
Warum ich Ubuntu-Fan geworden bin
In dieser Ausgabe startet unsere neue Interviewserie:
– Teil 3 S. 8
in jeder Ausgabe wird ein Interview mit einer Persönlich-
Software und Anleitungen keit aus dem Umfeld von Ubuntu zu finden sein. Die
Upgraden auf Dapper S. 6 Interviews werden in einer Kooperation von ubuntu-de
Swiftfox – der frisierte“ und ubuntu-fr durchgeführt. Daneben haben wir wieder
” Nachrichten aus der Welt von Open Source, Linux im
Firefox S. 15
Automatix – so wird Ubuntu einfach S. 16 Allgemeinen und Ubuntu im Besonderen, sowie viele
amaroK 1.4 veröffentlicht S. 17 weitere hoffentlich interessante und nützliche Beiträge
Intelligente Befehlshistory-Suche S. 18 zusammengetragen.
Podcasts S. 18

Linux allgemein
GNOME 2.15.2 erschienen S. 5
Beschleunigung von Updates S. 5
Suns Java jetzt in Multiverse S. 7

Open Source
OpenDocument auf dem Weg zum
ISO-Standard S. 9

Ubuntu Nachrichten
Erste Ubuntu-Zertifikate auf
der LinuxWorld S. 7
Ship-It für Dapper gestartet S. 15
Die Menschen hinter Ubuntu – sieht nicht so aus, als
Ubuntu Report gingen uns in nächster Zeit die Interviewpartner aus...
Dapper – von Flight 1 bis zum Release S. 10
Pläne für Dapper+1 S. 13 Für Anregungen und Kritik sind wir Euch auf jeden Fall
dankbar, mailt einfach an redaktion@ubuntuusers.de.
Ubuntu (Er)leben
Die Ubuntu-Kaffeetasse S. 7 Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch
Ubuntu Radio S. 14
Das Tor zu Linux S. 20 Eva und Marcus

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Interview mit Jane Silber
übersetzt von Andreas Brunner

Jane Silber, verantwortlich für das Marketing von Welche Tätigkeit haben Sie vor Ihrer jetzigen
Canonical, der Gründungsfirma von Ubuntu, hat sich bei Canonical ausgeübt?
bereit erklärt unsere Fragen zu beantworten. Ich hab schon immer mit Software und Software-
verwaltung zu tun gehabt. Vor Canonical war ich
Vizepräsidentin einer Softwareentwicklungs- und In-
tegrationsgruppe bei General Dynamics C4 Systems
(Arlington, Virginia, USA). Ich bin dort für die tech-
nischen und geschäftlichen Abläufe einer Gruppe von
über 100 Ingenieuren verantwortlich gewesen. Vor
dieser Tätigkeit hatte ich einen abwechslungsreichen
Werdegang, auf dem ich AI- (künstliche Intelligenz)
Forschung, Softwareentwicklung, Projektsteuerung
und Geschäftsentwicklung betrieben habe.
Jane Silber von Canonical
Welche tägliche Aktivitäten beinhaltet ih-
re Tätigkeit als leitende Geschäftsführerin
Was bedeutet Ubuntu für Sie? (C.O.O), und welche Dinge darunter führen
Ich habe natürlich schon eine Menge Definitionen Sie persönlich besonders gerne durch? Welche
über Ubuntu gesehen und habe über Ubuntu in ver- Aktivitäten sind bei dem Job als C.O.O bei
schiedenen Zusammenhängen gelesen. Der Teil des Canonical anders?
Konzeptes, der mich innerlich beschäftigt, sind Men- Einer der besten Dinge an meinem Job ist die in-
schen und ihre Bedeutung (und ihr manchmal über- newohnende Vielfalt. Meine täglichen Aktivitäten
raschender Einfluss). beinhalten den Aufbau geschäftlicher Beziehungen,
betriebswirtschaftliche Strategien, interne Prozes-
Dieser Gedanke spiegelt sich im Ubuntu-Projekt auf se/Richtlinien und allgemein gesagt, dabei zu helfen,
verschiedene Weisen wider: Canonical auf dem richtigen Weg zu halten. Ich be-
teilige mich auch direkt an Ubuntu, indem ich bei
• offensichtlich in den Menschen, die Ubuntu nut- verschiedenen Teilen in der Ubuntu-Gemeinschaft
zen, helfe und das Ship-It-Programm (unter anderem)
leite.
• aber auch in den Menschen der Community,
welche ihren Beitrag für Ubuntu leisten, Eine der Sachen, die mir am meisten gefallen, ist
die Herausforderung, welche darin liegt, das rich-
• in den Menschen und Organisationen, denen tige Gleichgewicht zwischen den kooperativen und
durch Ubuntu, und die Freiheit die es bietet, konkurrierenden Anforderungen der Community, des
geholfen wird, Unternehmens, der Mitarbeiter, usw. zu finden. Das
Unternehmen und das umgebende Ökosystem sind
• in den Menschen, denen ihr Auskommen auf
wie ein lebendiges Tier (mit unserer Geschäfts-
die eine oder andere Art aufgrund von Ubuntu
entwicklung, Administration, Softwareentwicklung,
ermöglicht wird
Community, technischem Support usw. als eine Art
• in den sozialen Strukturen der Ubuntu- körpereigene Betreuung der Systeme). Damit das Sy-
Gemeinschaft stem insgesamt gedeiht, müssen wir alle Bestandteile
des Systems gesund halten, und ich mag es, dass
• in den Menschen, die aufgrund von auf Ubuntu meine Tätigkeit die meisten dieser Systeme berührt.
basierenden Geschäftsbeziehungen zusammen-
gebracht wurden Die andere Sache, die ich sehr mag, ist, dass ich
in der Lage bin die Anmerkungen der Leute zu lesen,
• usw.

2
wenn diese CDs über Ship-It anfordern. Ich habe Unterschied zwischen den bei Canonical angestellten
keine Zeit, alle Anmerkungen zu lesen, aber wenn und den Mitgliedern der Gemeinschaft gibt .
ich eine Pause vom IRC, E-Mail und den ganzen
Besprechungen brauche, dann lese ich eine zufällige Ist Canonical ein attraktiver Arbeitgeber für
Auswahl dieser Bemerkungen. Es ist so inspirierend neue Mitarbeiter? Wieviele Anfragen erhal-
darüber lesen, was Menschen mit den Ubuntu-CDs, ten Sie auf Ihre Stellenagebote (z.B. auf die
die wir ausliefern, vorhaben. Diese Bemerkungen sind Ende Januar publizierte Stellenanzeige)?
eine starke Erinnerung daran, welchen Einfluss wir Wie bei jedem Unternehmen ist es ein großartiger
durch unsere Aktionen auf das Leben der Menschen Ort für einige Menschen und ein weniger großarti-
ausüben. Das gibt mir erneute Motivation, das fort- ger für andere. Ich mag diesen Ort und die meisten
zuführen was wir leisten und dies auch weise zu tun. unserer Angestellten mögen diesen Ort auch. Es ist
nicht für jedermann etwas. Wir bieten die Möglich-
Wie war die Struktur des Unternehmens be- keit mit erstaunlichen Menschen zu arbeiten und eine
vor Ubuntu ins Leben gerufen wurde und was anspruchsvolle und lohnende Arbeit zu leisten und
hat sich danach fundamental geändert? Wie ein Teil von etwas zu sein was die Linux-Landschaft
funktioniert Canonical? definitiv verändert. Allerdings arbeiten wir in einer
Die Unternehmensstruktur hat sich nicht wirklich sich sehr rasant entwickelnden Umgebung, wo der
signifikant verändert. Die Zahl der Mitarbeiter hat Wechsel die Konstante“ ist und die Arbeit sich oft

sich verändert und die Verantwortungsbereiche ver- unerbittlich anfühlt. Manche Menschen blühen auf
schiedener Individuen haben sich vergrößert, aber in dieser Umgebung und andere, ebenso tüchtige und
insgesamt ist die Struktur gleich geblieben. Wir sind talentierte Menschen, hingegen nicht.
nun in einem Prozess der Stärkung einiger Teams und
man wird sehen, dass wir in den nächsten Monaten Sie haben vor kurzem eine Stelle als Ubuntu-
Mitarbeiter mit spezifischen Qualifikationen suchen Qualitätsingenieur ausgeschrieben. Warum?
werden. Bedeutet das, dass die Community nicht aus-
reichend ist?
Wieviel Arbeit wird bei Canonical von Fer- Die Arbeit der Gemeinschaft an der Qualitätssiche-
narbeitsplätzen aus gemacht? Bedeutet diese rung drückt sich in Begriffen wie Sichtung von Fehler
Entfernung auch eine Schranke bei der Kom- und deren Behebung aus, welche sehr entscheidend
munikation zwischen den Mitarbeitern? für uns sind. Wir sind zur Zeit darauf angewiesen
Die meisten Canonical Mitarbeiter arbeiten von zu und werden es auch zukünftig sein. Aber in diesem
Hause aus. Wir haben etwa 45 Angestellte in 15 Fall haben wir Bedarf an zusätzlicher Unterstützung
verschiedenen Ländern. Glücklicherweise haben die verspürt und wir entschieden uns, in einen dafür auf
meisten Menschen jahrelange Erfahrung in der Open Vollzeitbasis bestimmten Qualitätsingenieur zu inve-
Source Welt. Sie sind es gewohnt mit Menschen zu ar- stieren.
beiten, die sich selten sehen und wir haben die besten
verfügbaren Methoden aus der Erfahrung mit dezen- Wie arbeiten Canonical und die Gemeinschaft
tralisierten Umgebungen angenommen. Und obwohl zusammen? Wo kann Canonical der Commu-
die dezentralisierte Natur von Canonical natürlich nity helfen und wo kann die Community Ca-
hin und wieder Probleme bereitet, denke ich trotz- nonical helfen?
dem, dass es Ubuntu hilft und zwar aus dem Grund, Die Community ist groß und stark und hat auf man-
weil es ein Garant dafür ist, dass wir unsere Entwick- chen Gebieten einen größeren Einfluss als es Cano-
lungsprozesse und Kommunikation so offen wie nur nical hat. Um diesen Multiplikatoreffekt wirksam
möglich halten. Wenn jeder am gleichen Firmensitz einzusetzen, versuchen wir die Beziehung zwischen
ansässig ist, dann ist es nur natürlich, dass jeder aus Canonical und der Community so transparent und so
der unmittelbaren Nähe an der ungezwungenen Kom- synergistisch wie nur möglich zu halten. Zum Beispiel
munikation teilnimmt und der Rest, welcher nicht vor können wir einfach nicht auf allen Linux- und Open-
Ort ist, außen vor bleibt. Die Tatsache, dass wir de- Source-Konferenzen/-Tagungen/-Messen rund um
zentral sind, bedeutet, dass es im Hinblick darauf, zu die Welt aktiv sein. Nur mithilfe der Community und
wissen was in der Ubuntuwelt passiert, kaum einen der LoCo-Teams (lokale Community-Teams) kann

3
Ubuntu auf diesen Konferenzen/Tagungen/Messen Mark Shuttleworths Standpunkt zu der Bezie-
präsent sein. hung zwischen Ubuntu und Debian ist ziem-
lich klar, aber was ist mit den Beziehungen
Seinerseits versucht Canonical dies zu unterstützen, zu anderen Distributionen (Red Hat, SUSE,
indem es Hilfsmittel für die lokalen Teams wie Web- Mandriva, Linspire, etc.)?
hosting, freie CDs und Material für Messen zur Im Allgemeinen pflegen wir gute Beziehungen und
Verfügung stellt. haben Kontakt zu den anderen Distributoren. Wie
in anderen Geschäftsbereichen auch, kooperieren wir
Zusätzliche Wege, wie man sich an der Gemeinschaft auf manchen Gebieten und konkurrieren auf anderen.
beteiligen kann, sind unter Ich hoffe, dass Sie die aktuelle Ankündigung von ME-
http://www.ubuntu.com/community/participate PIS, welches Ubuntu als Grundlage nutzen möchte,
aufgelistet. mitbekommen haben. Das ist ein gutes Beispiel dafür,
wo wir miteinander kooperieren und konkurrieren.
Warum sollten Unternehmen zu Ubuntu
wechseln? Zu MEPIS siehe auch:
Ich glaube, dass Unternehmen (und Regierungsbe- http://www.ubuntuusers.de/ikhaya/118/ und
hörden, Schulen und andere Organisationen) Ubuntu http://www.ubuntuusers.de/ikhaya/126/
aus einer Vielzahl von Gründen nutzen werden. Wir
glauben, dass wir die richtige technische Lösung (die Was denken Sie über die Ähnlichkeiten zum
Fülle und Breite von Debian, kombiniert mit fest- Ubuntu-Logo, welche in verschiedene Pro-
stehenden Releasezyklen und freier Sicherheitsun- duktlogos zu finden sind (z.B. die MSN-
terstützung), die richtige Lösung für die Community Plattform)? Hat Canonical irgendwelche
(immer frei, Zahlung von Supportleistungen bei Be- Schritte im Bezug auf Markenverletzungskla-
darf wenn Sie es wollen) und die richtige Lösung gen unternommen?
für Partner (Zertifizierung für große unabhängi- Wir beobachten die Nutzung des Ubuntu-Logos auf-
ge Software- und Hardware-Anbieter, ein gesunder merksam und sind in Fällen einer klaren Markenver-
Marktplatz). Jede Organisation wird diese Bereiche letzung dagegen vorgegangen und werden zukünftig
anders priorisieren, aber ich glaube, dass wir uns zu ebenso verfahren.
den besten zählen dürfen - und zwar unabhängig da-
von, wie diese Faktoren geordnet werden. Die meisten Menschen assoziieren Canoni-
cal mit Ubuntu, aber es werden auch andere
Mitbewerber wie Novell und Red Hat sind Projekte wie Bazaar, die Go Open Sour-

wirtschaftlich gesehen bereits gut positioniert. ce“-Kampagne oder die OpenCD unterstützt.
Was bringt der Dienstleistungskatalog und Was sind Ihre persönlichen Ansichten zu die-
worauf zielt Canonical wirtschaftlich gesehen sen Projekten?
ab? Vergessen Sie nicht den Software-Freiheitstag (in die-
Der Dienstleistungskatolog beinhaltet einen hoch- sem Jahr für den 16. September geplant). Wir un-
klassigen technischen Support, wir bieten auch das terstützen Projekte, welche wir als wichtig für die
Maßschneidern“ von Ubuntu an. Unser Supportmo- freie und quelloffene Welt erachten, welche einen

dell unterscheidet sich von dem einiger Mitbewerber bezeichnenden globalen Einfluss im Hinblick auf
darin, dass wir auch das ganze Ökosystem rund um Einführung von quelloffener Software haben können
Ubuntu zur Kenntnis nehmen. Wir ermuntern an- und welche sich irgendwie auf Ubuntu beziehen. Es
dere Unternehmen Support für Ubuntu für deren gibt eine Menge guter Projekte da draußen, aber
lokale Umgebungen anzubieten, und wir können ihre unglücklicherweise können wir einfach nicht alle un-
Angeboten bestärken, indem wir ausgeweiteten Sup- terstützen.
port anbieten. Auf diese Weise profitieren Endan-
wender und Kunden von den lokalen Dienstleistern Dieses Interview wurde in einer Zusammenarbeit des
und können auch das für Ubuntu verantwortliche französischen und des deutschen Teams durchgeführt
Kernteam erreichen, wenn sie mit schwierige Fragen und ist auch auf englisch, französisch und chinesisch
konfrontiert sind. unter http://www.behindubuntu.org verfügbar.

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GNOME 2.15.2 Beschleunigung von Updates
erschienen
In Wiesbaden wurden von Besuchern vielfach Fragen zur möglichen
Der zweite Schnappschuss Einführung eines Delta-Updates für Ubuntu gestellt. Der Delta-

des Entwicklungsstandes von Update“ genannte Mechanismus beschleunigt den Update-Vorgang,
GNOME 2.16 erschien Mitte indem statt eines gesamten Pakets nur die Änderungen heruntergeladen
Mai. Die finale Version ist für werden. Wir haben bei Debian- und Ubuntu-Entwickler Michael Vogt
den September geplant. Die genauer nachgefragt.
zahlreichen neuen Funktionen
und Änderungen werden in Für die apt-get update“-Operation denken wir (Debian und

Edgy zu bewundern sein. Ubuntu) schon lange darüber nach, wie sie beschleunigt werden
kann. Apt lädt die Datei http://archive.ubuntu.com/ubuntu/dists
Bisher sind nur wenige /dapper/main/binary-i386/Packages.bz2 bei einem Update jedes Mal
Änderungen für normale Be- neu herunter. Man hat auf der Festplatte aber sowieso eine Version
nutzer sichtbar (abgesehen dieser Datei, da sie von apt benötigt wird.
davon sollte GNOME 2.15.2
von normalen Anwendern Daher die Idee, nur die Änderungen herunterzuladen (anstelle
nicht eingesetzt werden). der kompletten Datei). Eine Methode, die derzeit in Debian verwendet
Die Entwickler arbeiten wird, sind die ed-style diffs“. Damit werden diese Änderungen sehr

vor allem an der Integra- kompakt beschrieben. Bei Debian funktioniert das gut, da die Packa-
tion neuer Versionen der ge.gz -Datei nur einmal pro Tag neu generiert wird und damit auch nur
grundlegenden Bibliotheken. eine patch-Datei“ pro Tag.

Totem, GStreamer und der
Nautilus-CD-Burner weisen
umfangreiche Änderungen und
Korrekturen auf.

Die nächste Entwickler-


version ist für den 14. Juni Bei Ubuntu dagegen werden pro Tag 24- bis 48-mal die
vorgesehen, eine weitere für Packages.gz -Dateien neu generiert. Damit ist diese Me-
den 12. Juli. Betaversionen thode für uns nicht praktikabel (Näheres dazu ist unter
sind für den 26. Juli und den https://lists.ubuntu.com/archives/ubuntu-devel/2006-May/01
9. August sowie ein Release- 8232.html zu finden).
Candidate für den 23. August
geplant. Sofern alles nach Plan Ein anderes Problem ist, dass das diese Methode nicht für .deb-
verläuft, wird GNOME 2.16 Pakete geeignet ist. Es wäre aber schön, wenn auch hier versucht
am 6. September freigegeben. werden würde nur patches“ einzuspielen, anstatt komplette Pakete zu

laden.
Aber auch die stabile
GNOME-Version 2.14 wird Wir versuchen diesen Sommer beides mit einer neuen Technik zu
weiter gepflegt, aktualisierte lösen: https://wiki.ubuntu.com/Succinct. Die Idee besteht grob
und fehlerbereinigte Versionen gesagt darin, die Datei in Stücke aufzuteilen und nur die neu benötigten
erscheinen etwa alle zwei Teile per http-range requests herunterzuladen.
Monate.
Das Problem ist, dass das sehr neu ist und es auch noch nicht
Quelle: völlig klar ist, ob das Ganze überhaupt funktioniert. Aber wenn, dann
http://www.pro-linux.de/ wäre es eine Riesensache und würde vor allem für Leute mit geringer
news/2006/9718.html Bandbreite große Vorteile bringen.

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Upgraden auf Dapper
von Eva Drud

Nun ist er endlich da, der Erpel. Seit dem 1. Juni und in einem Dialogfenster angezeigt. Noch kann das
ist ein Upgrade auf die erste Ubuntu-Version mit Upgrade abgebrochen werden!
Langzeit-Support möglich. Manch einer nutzt die
Gelegenheit, sein System komplett neu aufzusetzen.
Wer dazu keine Lust hat, für den ist das Upgrade
(zumindest von Breezy aus) so einfach wie nie. Aber
trotzdem bitte nie die Datensicherung vergessen!
Zwei Backup-Tools haben wir in der Mai-Ausgabe
vorgestellt.

Danach kann es losgehen: Im Menü System – System-


verwaltung – Aktualisierungsverwaltung auswählen,
das Passwort eingeben und schon wird man mit dem
Satz: New distribution release 6.06 LTS‘ is available

begrüßt.
Dialogfenster zum endgültigen Start des Upgrades

Nach dem Klick auf Start Upgrade ist ein Abbruch


nicht mehr möglich. Das System wird aktualisiert.
Schließlich wird die Aktualisierung mit einem Neu-
start beendet. Geschafft!

Fast ist der Erpel geschlüpft...

Bei Problemen mit dem Upgrade kann die


UbuntuUsers-Wiki-Seite http://wiki.ubuntuusers
.de/Upgrade weiterhelfen.

Selbstverständlich ist aber auch noch das Upgra-


de per apt-get dist-upgrade nach dem vorherigen
Aktualisierungsverwaltung
Anpassen der /etc/apt/sources.list möglich.

Nach einem Klick auf Aktualisieren erscheinen No- Zum Upgrade von Warty oder Hoary auf Dapper
tizen zur Veröffentlichung mit Links zu weiteren muss Schritt für Schritt vorgegangen werden. Von
Informationen zur neuen Version. Jetzt auf Upgra- Warty aus muss zunächst auf Hoary und anschließend
de klicken. Die Aktualisierung wird vorbereitet, nun auf Breezy aktualisiert werden; auch ein direktes Up-
werden Information über die zu entfernenden, neu zu grade von Hoary auf Dapper ist ohne eine vorherige
installierenden und zu aktualisierenden Pakete (unter Aktualisierung auf Breezy nicht möglich. Hier helfen
Details werden die Pakete genannt) sowie über die http://wiki.ubuntuusers.de/Upgrade auf Hoary
Größe der herunterzuladenden Dateien gesammelt bzw. ∼/Upgrade auf Breezy weiter.

6
Die Ubuntu-Kaffeetasse Suns Java jetzt in Multiverse
Zwei User aus dem Der neue Vorstandsvorsitzende von Sun, Jonathan Schwarz, hat
UbuntuUsers-Forum beab- auf der diesjährigen JavaOne-Konferenz eine neue Distributoren-Lizenz
sichtigen, eine Kaffeetasse mit für Java (DLJ) angekündigt. Die neue Lizenz ermöglicht Distributoren,
dem Ubuntu-Logo erstellen vor allem Debian und Ubuntu, Java als einen Teil der Distribution
zu lassen. Die Genehmigung anzubieten. Damit nicht genug: Java ist bereits gepackt und liegt im
von Canonical für die Logo- Multiverse-Repository von Dapper.
Nutzung liegt vor. Der Preis
wird voraussichtlich bei 7,95 Bei Debian allerdings ist noch nicht entschieden, ob die Aufnah-
Euro/Stück liegen. me in die non-free-Sektion erfolgen wird. Hauptkritikpunkt schient zu
sein, dass die DLJ Sun unter bestimmten Umständen von rechtlichen
Um die Versandkosten so Risiken freistellt, was vor allem dem Präsidenten von Software in the
gering wie möglich zu halten, Public Interest (SPI), Debians Dachorganisation, nicht gefällt.
soll das Ganze so organisiert
werden, dass möglichst viele Debians Projektleiter Anthony Towns hingegen ist der Ansicht,
Tassen an Verteilerstellen dass freie Software zwar wichtig sei, unfreie Software aber nicht
(die noch regional festgelegt ignoriert werden dürfe.
werden) verschickt werden.
Hier können dann die Tassen Viele Open-Source-Aktivisten haben in der Vergangenheit immer
von den umliegenden Usern wieder die Offenlegung des Quellcodes von Java gefordert um neue
abgeholt werden. Gruppen von Software-Entwicklern für Java zu gewinnen. Dies war je-
doch bisher immer wieder von den Verantwortlichen bei Sun abgelehnt
Für die Planung wird eine worden.
Abschätzung darüber, wie
viele Tassen in etwa bestellt Quellen:
werden, benötigt. Hierzu http://www.ubuntu.com/testing/dapperrc
geht bitte auf den entspre- http://www.pro-linux.de/news/2006/9799.html
chenden Beitrag im Forum http://www.desktoplinux.com/news/NS6957752431.html
(http://forum.ubuntuusers
.de/topic/31368/) und gebt
eine Anzahl an.
Erste Ubuntu-Zertifikate
von Armin Ronacher
Ab Anfang Juli werden
dann die organisatorischen
Sechs Südafrikaner wurden am 18. Mai die weltweit ersten Kan-
Schritte in die Wege geleitet,
didaten für die brandneue Ubuntu Professional Certification“. Sie
anschließend werden, nach Be- ”
schrieben ihre Prüfungen für die neue Ubuntu-Zertifizierung, die eine
kanntgabe der Verfahrensweise
Erweiterung zu den normalen LPI Level 1 Exams“ darstellt und von
und des endgültigen Preises, ”
der Linux Professional Association LPI“ durchgeführt wurde.
die verbindlichen Bestellungen ”
aufgenommen.
Jeder Kandidat muss die LPI 101-, LPI 102- und LPI 199- (Ubuntu-)
Prüfungen bestehen um qualifiziert zu sein.
Da dies in Eigenregie oh-
ne Ertrag und nebenher
Der südafrikanische Verantwortliche für Impi Linux (ein Ubuntu-
durchgeführt wird, dauert
Derivat), Adi Attar, ist der Meinung, dass das Ubuntu-Zertifikat im
die Organisation etwas. Im
Gegensatz zu anderen distributionsspezifischen Zertifikaten auch si-
genannten Thread werdet Ihr
cherstellt, dass der Inhaber des Zerifikats allgemeine Linux-Kenntnisse,
auf dem Laufenden gehalten.
zusätzlich zu den ubuntuspezifischen Kenntnissen, aufweist.

7
Warum ich Ubuntu-Fan geworden bin - Teil 3
von Thomas Schaaff

Ich habe noch nicht erzählt, wie es genau gekommen Das nächste Kapitel begann mit: Linux in heteroge-
ist, dass ich zu Ubuntu gewechselt bin. Es hat sich ner Netzwerkumgebung – Samba. Und wo verdammt
noch nicht ergeben. Aber hier passt es jetzt ganz gut nochmal steht, was ich machen muss, damit Rechner
hin. Es hat übrigens nichts mit der Shuttleworth- A auf ein paar Ordner von Rechner B zugreifen kann
Foundation oder dem Begriff Ubuntu zu tun, wie und umgekehrt. Wo bitte steht das?
man vielleicht bei einem Theologen denken möchte.
Sende doch mal ein Ping“, riet mir jemand aus

Es ist eigentlich eine Folge von 3 Ereignissen, die einem Forum. Das war dann wieder so ein Rat aus
zeitlich ziemlich weit auseinander liegen und auch den unendlichen Räumen des Universums, mit dem
in keinem direkten Kausalzusammenhang stehen. Ad ich gar nichts anfangen konnte. Ich wusste doch nur,
primum (Latein!) – mein alter Lateinlehrer wäre stolz dass Sean Connery in dem Film Roter Oktober den
auf mich – das Netzwerk. O.k. o.k., bleiben wir mal Befehl gab: Senden Sie ein einziges Ping an das ame-

auf dem Teppich: es geht schlicht und ergreifend um rikanische U-Boot“. Und dass alle Netzwerker wissen,
zwei Rechner, die miteinander verbunden sind und wie dieses elende Ping zu senden ist. Nur ich nicht.
die sich ein paar Verzeichnisse teilen wollen. Au- Zu fragen schämte ich mich, bei dem rüden Ton im
ßerdem sind da noch ein Farbdrucker am Rechner Forum. Keine Angst, es war nicht UbuntuUsers.
meiner Frau Hildegard und ein Laserdrucker bei mir,
die wir beide nutzen. Das ist schon alles. Irgendwann einmal stieß ich auf fish. O.k., war nicht
das Gelbe vom Ei, aber es ging. Und weil ich in di-
Solange Hildegards PC mit Windows 98 zufrieden versen Foren einfach keine Ruhe gab, förderte man
war, war das alles kein Problem. Mindestens 100 Sei- schließlich NFS zu Tage – Server und Client – und
ten oder mehr findet man in den SUSE-Handbüchern Heureka, das war es! Aber muss das denn wirklich so
über Samba. Nur die Drucker konnten wir uns nicht lange dauern?
teilen. Sie wurden zwar gefunden, aber wollten nicht
drucken. Nicht so schlimm. Es kam eine voice Ich weiß nicht. Meine Drucker hatte ich inzwischen

over air“-Vernetzung zum Einsatz. Und die ging so: nach der trial-and-error-Methode auch zum Laufen
Schatz, kannst Du mal Datei sowieso im Ordner da- gekriegt. Einfach alle Möglichkeiten für Netzwerk-

zumal für mich ausdrucken?“. Klappte prima. Dann drucker in Yast ausprobiert – ohne sie wirklich zu
aber kam meine Frau und wollte auch Linux haben. verstehen – bis es ging. Ad secundum (wieder La-
Was war ich stolz! tein) – mein Lateinlehrer würde sich wundern – seit
ich auf GNOME umgestiegen bin, spinnt mein Su-
Genau da fingen meine Probleme an. Wie ver- SE. Yast weigert sich, rpms zu installieren und will
netzt man zwei Linux-Rechner? Sämtliche schlau- nur noch die Original-Installations-DVD akzeptieren.
en Bücher, die ich mein Eigen nannte, schwiegen Arroganter Kerl. Ist Yast eigentlich ein Kerl?
sich darüber aus. Sie legten mir haarklein auseinan-
der, wie ich eine Netzwerkkarte einrichten kann. Das Der SUSE-Watcher (garantiert ein Kerl) bringt mein
konnte ich schon und meine war dank Yast so gut Panel durcheinander, lässt sich aber nicht abschalten.
eingerichtet, dass ich mich schon schämte, dauernd Erst als ich alle SUSE-Linux-Erweiterungen entfer-
nach ihr zu gucken. ne, gibt er Ruhe. Jetzt habe ich aber auch keine
Handbücher mehr, die mir erklären, wie das eine
Auch über den Aufbau und die Vergabe von IP- oder andere Patiencespiel geht. Und als ich dann
Adressen kann ich inzwischen abendfüllende Vorträge noch versuche, von der SUSE-Homepage aus GNO-
halten. Das war aber auch nicht meine Frage. Dann ME zu aktualisieren, gibt mein System endgültig
konnte ich noch lesen, dass Linux viel besser für ein seinen Geist auf und startet grafisch gar nicht mehr.
Netzwerk geeignet ist als Windows, schließlich sei es
dafür erfunden worden. Na fein. Aber damit ende- Zwei Stunden Reparaturarbeit um den alten Zustand
ten meine Informationsquellen dann. Und zwar alle! wieder herzustellen. Aber immerhin, es gelingt. Hat-

8
ten wohl diejenigen doch Recht, die da behaupten, die Genialität von Debian mit der Benutzerfreund-
ein echtes Update könnte man echt vergessen. Was lichkeit von Weiß-ich-nicht. Ubuntu, was is’n das?
ist denn nun mit der großen Freiheit? Nur theore- Damit fing es an. Und ich, ins Gelingen verliebt,
tisch vorhanden oder nur für Privilegierte, die nicht aber trotz alledem ein ewig neugieriges Spielkind,
so ein beschränktes Wissen haben wie ich? Freiheit habe nun Ubuntu.
heißt doch auch, dass das, was möglich ist, auch
möglichst Vielen möglich sein sollte. Oder? Ad ter- Mein Netzwerk geht und ich weiß, wie NFS funk-
tium – gut, dass es nur drei Ereignisse gab, denn tioniert und warum. Meine Drucker ließen sich pro-
was zum Teufel heißt viertens auf Latein? – ich geb blemlos einbinden, nicht über ein grafisches Tool mit
ja keine Ruhe. Ich will OpenOffice 2.0.1 haben. Das Buttons und Klicks, sondern einfach über die Adres-
gibt es auf der OOo-Homepage. Zig rpms! Da Yast se. Und wer einmal apt-get oder Synaptic probiert
sich immer noch weigert, kommt weiß-der-Geier-was- hat, wird verstehen, warum alle davor warnen – alle
für-ein-Paketmanager zum Einsatz. Das Ende vom die nämlich, die es nicht haben! Und vorgestern ha-
Lied? Nix Update. Jetzt habe ich zwei Officeversio- be ich auf OOo 2.0.1 aktualisiert. Erfolgreich! Jetzt
nen auf meinem Rechner und kann nun jedesmal diskutiere ich über die Merkwürdigkeiten (Bugs) der
wählen, ob ich eine Datei mit OpenOffice-Writer“ neuen Version mit netten Leuten im Forum und mer-

oder OpenOffice-2.0-Writer“ öffnen will. ke, man kann auch so miteinander reden, dass alle

es verstehen und eine freundliche Rede ist wie ein
Mir langt’s allmählich. Hatte ich da nicht etwas von Magnet, hat mal jemand gesagt. Fragen ist eben
apt gelesen? Naja, das sei ein echtes Teufelswerkzeug, menschlich.
war zu hören. Lass lieber die Finger davon, wenn Du
Dich nicht wirklich seeeeeehr gut damit auskennst. Und damit fängt die Geschichte wieder da an, wo
Aber das soll doch so genial sein. Für den, dem es ge- sie begonnen hat, bei warum ich Ubuntu-Fan ge-

lungen ist, ein Debiansystem zu installieren, ist alles worden bin – Teil 1“. Müsste man glatt noch mal
genial. Aber Debian ist halt state of the art“. Für lesen (Anm.: zu finden in unserer April-Ausgabe).

Genies schon, aber nicht für Kleine Leute. Ich bin ubuntu thomas story fertig sein“ – das ist die Lang-

einer. Muss ich deshalb auf geniale Tools verzichten? form von habe fertig“.

Hey, warum nimmst du nicht Ubuntu? Das verbindet

OpenDocument auf dem Weg zum ISO-Standard


Am 3. Mai wurde der Normen- bedeutet allerdings nicht, dass Veröffentlichung als Standard er-
entwurf mit der ISO-Nummer das OpenDocument-Format be- folgen.
ISO/IEC 26300 zur Einführung reits ein ISO-Standard ist, da die
des OpenDocument-Formats als Veröffentlichung eines endgültigen Quelle:
ISO-Standard von der Interna- Normenentwurfs mit anschließen- http://www.odfalliance.org/
tional Organization for Stan- der Abstimmung noch folgt. Erst press/AllianceRelease3May06
dardization (ISO) gebilligt. Dies nach der Abstimmung kann die .pdf

Impressum

Erscheinungsweise: als .pdf in der zweiten Woche eines Monats


ViSdP: Eva Drud, Marcus Fischer
Kontaktadresse: redaktion@ubuntuusers.de
Redaktion: Eva Drud, Marcus Fischer

9
Dapper – von Flight 1 bis zum Release
von Eva Drud

Am 1. Juni wurde, mit sechswöchiger Verspätung, die


neue Ubuntu-Version 6.06 LTS“ veröffentlicht. Die

mittlerweile vierte Version trägt den Namen Dapper

Drake“, was übersetzt soviel wie Eleganter Erpel“

heißt.

Der Namenszusatz LTS steht für long-term


(Langzeit-) support, da für diese Version Sicherheits-
updates drei Jahre statt 18 Monate lang bereitgestellt
werden.

Mit Ubuntu 6.06 steht nun auch erstmals eine Server-


Version von Ubuntu zur Verfügung, die – statt wie Gnomemeeting wurde
die normale Desktop-Version drei Jahre – fünf Jahre durch Ekiga abgelöst
lang Unterstützung für Sicherheitsupdates bekom-
men wird. Neu hinzugekommen ist Ekiga, eine Software für
Internettelefonie (Voice over IP) und Videokonferen-
Anstelle der Live- und Install-CD gibt es nun die zen. Damit wird das bisherige Gnomemeeting ab-
sogenannte Desktop-CD. Diese ist eigentlich eine gelöst.
Live-CD, die aber den früher Espresso genannten gra-
phischen Installer enthält, sodass vom Live-System Kubuntu mit KDE
Ubuntu auf die Festplatte installiert werden kann. Bei Kubuntu wurde der Paketmanager Adept stark
Das Tolle daran: Es kann ohne größere Störungen verbessert. Dieser kann nun Pakete nach bestimmen
weiter gearbeitet werden – die Installationszeit ist Eigenschaften (z.B. installiert, zu entfernen) oder
keine Wartezeit mehr! Tags (z.B. Sound oder Web) sortieren und die Paket-
quellen bearbeiten.
Die wichtigsten Änderungen in Ubuntu, Kubuntu
und Xubuntu seit Breezy sind in den folgenden Ab- Außerdem gibt es nun den Adept Notifier, der im
schnitten zusammengefasst. Systemtray über verfügbare Updates informiert.

Ubuntu mit GNOME


Zusammen mit dem Dapper-Release kommt die neue-
ste stabile Version der Desktopumgebung GNOME
(2.14.1).

Im Gegensatz zu den Vorgängerversionen ist GNO-


Benachrichtigungsfenster
ME deutlich schneller geworden, was man auch schon
bei den Testversionen von Dapper spüren konnte.
Auch bei der Geschwindigkeit einzelner Programme Für Komfort sorgt auch die Möglichkeit, X-Server-
hat sich viel getan. Einstellungen über eine graphische Oberfläche vor-
zunehmen. Gerade Benutzer, die noch nicht sehr ver-
Neben diesen Optimierungen wurde auch an wich- traut mit den Besonderheiten von Linux sind, werden
tigen Programmen wie Evolution oder Totem ge- dankbar sein, nicht als erstes Konfigurationsdateien
bastelt. Totem setzt, zumindest bei Ubuntu, stan- editieren zu müssen.
dardmäßig auf das neueste Multimedia-Framework
Gstreamer 0.10.4 auf und ist auch weiterhin der Xubuntu mit XFCE
Standard-Videoplayer unter Ubuntu. Xubuntu läuft jetzt mit XFCE 4.4 Beta 1, was
für einige Verwunderung gesorgt hat – eine Beta-

10
Version der Desktopumgebung im Release ist in der
Tat sehr ungewöhnlich. XFCE hat im Vergleich zur
Vorgängerversion einige Veränderungen erfahren. Zu
den wichtigsten gehört sicherlich, dass XFCE jetzt
das Anlegen von Icons auf dem Desktop ermöglicht.

Eine ungewöhnliche Funktion ist, dass sich auch mi-


nimierte Fenster auf dem Desktop als Icon anzeigen
lassen. Auch das Panel wurde komplett neu geschrie-
ben und um viele Funktionen erweitert. So werden
jetzt auch externe Plugins unterstützt.

Eine Neuerung, die ins Auge fällt: Der


Installer-Splashscreen

Des Weiteren wurde an der Beschleunigung des Boot-


vorgangs und des GNOME-Starts gearbeitet. In
Rhythmbox wurde eine Podcast-Unterstützung in-
tegriert. Weitere neue Softwareversionen sind Firefox
1.5, OpenOffice 2.0.1 RC2 sowie ein aktualisiertes
Multimedia-Framework (gstreamer 0.10).

Flight 3 (16. Januar 2006)


In Flight 3 gab es viele Änderungen am Ausse-
hen von GNOME: es gab einen neuen Log-Out-
Dialog, die Menüs wurden neu sortiert, und die
Icons auf dem XFCE-Desktop Benachrichtigungs-Popups für Aktualisierungen und
Neustart erforderlich wurden überarbeitet.

Die Meilensteine im Überblick


Nun noch ein kurzer Rückblick auf die wichtigsten
Änderungen, die Dapper in der Entwicklung von
Flight 1 bis zum Release erfahren hat. Natürlich
können nicht alle Änderungen Erwähnung finden,
und die Auswahl ist außerdem subjektiv.

Flight 1 (19. November 2005)


Hier gab es nur wenige Änderungen gegenüber Bree-
zy, zum Großteil waren es Änderungen, die aus De-
bian unstable übernommen wurden. Darunter befan-
den sich Änderungen wie die, dass FAT-Filesysteme
nicht mehr in Orte eingebunden werden können, an
denen sie das System zum Zusammenbruch bringen.
Das Hauptfenster von XChat-GNOME
Flight 2 (14. Dezember 2005)
Die wohl auffälligste Neuerung ist der Splashscreen, An neuer Software kam XChat-GNOME hinzu. Dies
der einen nach dem Einlegen der Installations-CD ist ein IRC-Client, der auf xchat basiert, aber benut-
begrüßt. zerfreundlicher sein soll.

11
Flight 4 (19. Februar 2006) Als nützliches Tool wurde gdebi eingeführt, mit dem
Der sogenannte Upstream Version Freeze“ bezeich- .deb-Pakete (und dessen Abhängigkeiten) einfach per

net den Punkt im Entwicklungszyklus, ab dem keine Mausklick installiert werden können.
neuen Softwareversionen mehr aufgenommen werden.
Es wird jetzt nur noch an der Stabilisierung gearbei- Flight 6 (31. März 2006)
tet, ohne dass neue Bugs hereingetragen werden. Der Großteil der Änderungen betraf das Äußere (das
Theme ist jetzt eher karamellfarben und an den
Ansonsten wurde der GDM-Anmeldebildschirm da- Benachrichtigungs-Popups wurde wieder gebastelt)
durch vereinfacht, dass sich alle Optionen hinter ei- oder wurde durch die neue GNOME-Version 2.14
nem einzigen Optionen-Menü verbergen. mitgebracht. Als neues Tool bringt diese die soge-
nannte Deskbar mit – als kleines Eingabefeld dem
Eine wirklich wichtige Neuerung betrifft die Live- Panel hinzugefügt, erlaubt diese das Duchsuchen von
CD: mit Espresso ist es möglich, das laufende Live- Dateien, Mails, dem Internet und Anderem zur sel-
System direkt auf die Festplatte zu installieren! Das ben Zeit.
bedeutet: alle Einstellungen nur einmal vornehmen,
keine Wartezeit während der Installation – es kann Beta 1 (20. April 2006)
währenddessen weitergearbeitet werden. Die erste Beta-Version von Dapper erschien am ur-
sprünglich vorgesehenen Release-Termin. Abgese-
hen von einer Menge Feinarbeiten wurde ein neu-
er Update-Manager eingeführt. Dieser wird auf S. 6
ausführlich vorgestellt und macht das Upgrade auf
eine neue Version komfortabel.

Beta 2 (28. April 2006)


Die Beta 2 scheint mehr oder weniger unfreiwillig
veröffentlicht worden zu sein – als wesentliche Ände-
Die Installation mit Espresso - so rung wird die Beseitigung mehrerer ernster Mängel
schick kann Linux sein der Beta 1 angegeben.

Flight 7 (5. Mai 2006)


Flight 5 (10. März 2006)
Für einige Verwirrung hat das Erscheinen einer wei-
Langsam tritt die Entwicklung von Dapper in die
teren Alpha-Version nach der Veröffentlichung der
Endphase. Nun, da die Verbesserungen der unteren
” beiden Betas gesorgt. Wie auch immer, es wurden
Ebene abgeschlossen sind, ist es Zeit die Motorhaube
vorrangig Bugs beseitigt. Bei Kubuntu wurden der
zu schließen und eine Lage Wachs aufzutragen“ – so
CD wlassistant und knetworkmanager für ein besse-
äußerten sich die Entwickler zu Flight 5. Es gab ein
res Wireless-Lan-Erlebnis hinzugefügt.
neues Theme namens Ubuntulooks, mit neuen Far-
ben (weg vom braun) und neuen Icons. Ein weiterer
Release-Candidate (25. Mai 2006)
Blickfang ist der neue Shutdown-Splashscreen.
Die CDs bekamen neue Namen. Die Live-CD heißt
wie oben bereits gesagt nun Desktop-CD“, die In-

stallation mit dem graphischen Installer ist nun die
bevorzugte Installationsmethode. Die Alternate-

CD“ genannte Installations-CD soll nur bei Proble-
men zum Einsatz kommen.

Erwähnenswert ist auf jeden Fall, dass Suns Java


mit dem Release-Candidate in Multiverse aufgenom-
men wurde (näheres findet sich auf S. 7).

Quelle:
.deb-Pakete ohne Konsole installieren http://www.ubuntu.com/testing/

12
Pläne für Dapper+1
übersetzt von Thorsten Panknin

Für die Leute unter uns, die gern Wir können uns mit Dapper+1 ei- ren werden. Es kann also in Edgy
ein bisschen träumen, erkundet nige Risiken erlauben, weil sich etwas wackelig, wenn nicht sogar
diese Mail von Mark Shuttleworth Dapper so gut entwickelt hat. holperig werden. Wir werden neu-
das Territorium, das sich nach Wir haben für Leute, die super- en Nutzern vermutlich zum ersten
Dapper auftut. solide und super-vorhersehbare Mal sagen müssen: Edgy wird

Ergebnisse suchen, eine großar- 18 Monate lang Sicherheits- und
Doch zunächst: der Codename von tige Lösung parat: Dapper ist andere Updates erhalten, wählt
Dapper+1“ wird The Edgy Eft“ dann noch neu, wird für einige aber lieber Dapper, wenn Ihr eine
” ”
( der nervöse Jungmolch“) lauten. Zeit noch auf moderner Hardware ausgereifte Plattform sucht“. Ich

arbeiten und sein Support-Zyklus glaube, dass das ein guter Kom-
Der Grund dafür ist, dass es bei wird noch lang sein. promiss ist, weil ich der Meinung
Edgy hauptsächlich um neuen, bin, dass eine reinigende“ Version

vielleicht sogar brandneuen, Code Was das Management dieser wie Edgy eine gute Möglichkeit
und Infrastruktur gehen wird. Es Ubuntu-Version angeht, wird es für uns darstellt, dem Team und
wird der richtige Zeitpunkt sein innerhalb des Kernteams von Ca- der Distribution neue Energien zu
um sehr interessante, aber sicher- nonical einigen Spaß geben: ich verschaffen. Dapper+1 ist für uns
lich auch ausgefallene, Technolo- verspreche hiermit, (so gut wie ;-)) der richtige Zeitpunkt, ein paar
gien ins Spiel zu bringen, die die keine Vorgaben für Edgy zu ma- Risiken einzugehen.
Grundlagen für die nächste Welle chen, diese Version soll komplett
der Ubuntu-Entwicklung legen. vom Entwicklungsteam ersonnen All dies wird mit dem Launchpad-
und verwirklicht werden. Natürlich Spezifikations-Tracker, der neue
Ein Eft“ ist ein junger Molch, der werden Vorschläge für Funktionen Name ist Blueprint, verwal-

sich auf seiner ersten Entdeckungs- durch einen Prozess der Begut- tet werden. Ihr könnt die
reise in die steinige Umgebung achtung und Zustimmung gehen aktuellen möglichen Spezifi-
gleich außerhalb seines Gewässers müssen und wir werden sicherstel- kationen für Ubuntu unter
befindet. Und genau das wird das len, dass jeder während des Zyklus’ https://launchpad.net/distros
Ubuntu-Entwicklerteam während genug zu tun haben wird. So gut /ubuntu/+specs finden. Beginnt
des Edgy-Zyklus’“ hoffentlich wie alles, was letztendlich in Edgy ruhig damit, rohe Notizen von Spe-

tun – unerkundetes, unbekann- auftauchen wird, wird aber vom zifikationen toller Ideen für Edgy
tes Gelände erforschen, das sich Entwicklungsteam kommen, das ins Wiki zu schreiben. Haltet Euch
möglicherweise abseits des Main- während des Entwicklungsprozes- nicht mit zu vielen Details dieser
stream befindet. ses mit allen möglichen Techno- Spezifikationen auf, da wir uns
logien wird spielen können. Das bis zum 1. Juni auf die Arbeit
Träumt also ein bisschen von sollte uns in Sachen Infrastruk- an Dapper konzentrieren sollten.
Xen in Sachen Virtualisierung, tur und Dingen an der Oberfläche In der Woche nach der Dapper-
Xgl/AIGLX und anderen wunder- einen großen Schub geben. Veröffentlichung werden wir das
voll wackelnden Fenstergeschich- Edgy-Archiv zugänglich machen
ten, den tollen Funktionen des Ich würde Mitglieder der Com- und dann die Edgy-Spezifikationen
Netzwerk-Managers, einem er- munity gern dazu ermutigen, ihre begutachten und priorisieren. Zwei
sten Flirt mit Multi-Architektur- Ideen für neue Funktionen in Edgy Wochen nach der Veröffentlichung
Support für wirklich gemischtes einzubringen und ihre Pläne, die werden dann auf dem nächsten
32-Bit- und 64-Bit-Computern auf Funktionen einzubauen, zu ver- Ubuntu-Entwicklertreffen die Spe-
dem AMD64, den interessanten wirklichen. zifikationen des Kernteams fertig-
Möglichkeiten des Paketmanagers gestellt und angenommen werden.
SMART... und anderen Infrastruk- Ein Problem wird dabei natürlich
turdingen, die verlockend am Ho- sein, dass einige dieser neuen Ideen Dieser Meta-Zyklus“, in dem sich

rizont aufgetaucht sind. nicht sofort fehlerfrei funktionie- nach einer Reihe von Versionen

13
schließlich aggressive neue Funk- komplett unternehmensreife, lang Erfolg wird. Wenn das geschafft
tionen zu einem soliden Unterbau unterstützte Version wie Dapper ist, wird es ein Spaß werden un-
inklusive Design zusammenfanden, herauszubringen. Es gibt für das sere Ärmel hochzukrempeln, mit
hat in den letzten zwei Jahren sehr nächste Dapper keine konkreten neuen Ideen herumzuspielen und
gut für uns funktioniert. Wir ha- Pläne, nur, dass wir ein oder zweinatürlich neue Grundlagen zu le-
ben das nicht im Voraus geplant, Versionen im voraus wissen wer- gen. Wir könnten auf Gold stoßen,
ich vermute aber, dass sich die den, wenn die Zeit dafür reif seinwerden vermutlich einigen Mist
nächsten zwei bis drei Jahre ähn- wird. finden, aber es wird spaßig und
lich gestalten werden. abgefahren sein. Lasst uns eine
Die letzten zwei Jahre waren eine Weile am Limit leben.
Wir beginnen mit einer Version große Ehre und ein Vergnügen für
voller neuer Technologie (erinnert uns. Dapper ist der volle Ausdruck (Quelle: https://lists.ubuntu
Ihr Euch an Warty?) und polieren dessen, was wir in dieser ersten .com/archives/ubuntu-announce
sie auf, bis wir den Zeitpunkt für Phase gelernt haben und ich bin /2006-April/000064.html )
gekommen halten, eine wirklich mir sicher, dass Dapper ein großer

Radioaktivitäten im Juni 2006


von Matthias Lehr

Ubuntu Radio versteht sich ja bekanntlich als Sprach- Jörg Kress von GNOME und zum anderen wieder
rohr der Community und um diesem Anspruch noch mit unserem SABDFL Mark Shuttleworth.
besser gerecht zu werden, haben wir unter der Ruf-
nummer 0621 4908997 ein Hörertelefon für Euch
eingerichtet. Über diese neue Plattform könnt Ihr
künftig nicht nur Leute grüßen oder Musikwünsche
äußern, sondern beispielsweise auch konstruktive Kri-
tik sowie Themenvorschläge und Anregungen loswer-
den. Prinzipiell kann eigentlich jedes ubuntuspezifi-
sche Anliegen via UR-Hörertelefon öffentlich vorge-
tragen werden.

... und Christian vom Ubuntu Radio

Wer nun selbst gerne radioaktiv“ werden möchte,



kann sich jederzeit dem Redaktionsteam anschließen,
hierzu einfach nur eine kurze E-Mail an radioredak-
tion@ubuntuusers.de schicken oder im IRC-Channel
#ubuntu-radio auf irc.freenode.de vorbeischauen.

Ja, wir suchen auch noch rasende Partyreporter, die


z.B. auf den Dapper-Release-Partys präsent sind und
Matthias... ihre Eindrücke schildern.

Diesen Monat werden wir voraussichtlich erneut zwei Wünsche uns allen einen strahlenden Radiosommer!
Interviews zu Gehör bringen können, zum einen mit ;-)

14
Ship-It gestartet Anleitung: Swiftfox – der frisierte“ Firefox
von Daniel Zahn

Seit dem 18. Mai können
kostenlose Dapper-CDs unter Beim Swiftfox handelte es sich ursprünglich um einen optimier-
https://shipit.ubuntu.com/ ten Firefox für AMD-Prozessoren. Seit einiger Zeit sind jedoch auch
bestellt werden. Versionen für Intel-Prozessoren verfügbar. Wer schon vergeblich
nach einem schnelleren Firefox gesucht hat, findet in Swiftfox die
Zunächst muss man sich unter Lösung. Eine Liste der unterstützten Prozessor-Typen ist unter
https://launchpad.net/ http://getswiftfox.com/ zu finden.
einen Account erstellen,
sofern man noch keinen be- Wenn man nicht genau weiß, welchen Prozessor-Typ man ver-
sitzt. Bisher können noch wendet, öffnet man ein Terminal (Anwendungen – Zubehör – Terminal
keine beliebigen Stückzah- unter GNOME bzw. System – Konsole (Terminal-Programm) unter
len bestellt werden, sondern KDE) und gibt den Befehl
nur Pakete mit vorgege- cat /proc/cpuinfo
benen Stückzahlen. Unter ein. Danach geht man auf die offizielle Seite von Swiftfox und lädt die
info@shipit.ubuntu.com kann passende Version für den eigenen Prozessor herunter.
man aber, mit Begründung,
auch größere Stückzahlen der Vor einer Änderung empfiehlt es sich, das Benutzerprofil unter
CDs bestellen. /.mozilla zu sichern und zum Beispiel nach /.mozilla.ubuntu zu
kopieren. Alternativ kann man auch nur seine Lesezeichen aus dem
Das Versenden der CDs Firefox exportieren.
beginnt Anfang Juni, von da
an kann es allerdings noch Nun kann die eigentliche Installation beginnen. Man öffnet ein
sechs Wochen dauern, bis man Terminal und gibt folgende Befehle ein, um Swiftfox nach /opt zu
die CDs erhält. installieren:
cd /pfad/zum/downloadverzeichnisvomswiftfox
Ob und wann es ein Dop- sudo -s
pelpack aus Kubuntu- und tar -xjvf swiftfox-1.5.0.3-prozessortyp.tar.bz2 -C /opt
Ubuntu-Desktop-CD geben mv /opt/swiftfox/plugins /opt/swiftfox/plugins-backup
wird, ist nicht klar. Aber es ln -s /usr/lib/mozilla-firefox/plugins/ /opt/swiftfox
gibt Ship-It jetzt auch für cd /opt/swiftfox/plugins
Kubuntu und Edubuntu (ein- rm libtotem mozilla.*
fach in obigem Link ubuntu
durch kubuntu bzw. edubuntu Der erste Befehl entpackt dabei das Tar-Archiv nach /opt, mit
ersetzen). dem zweiten Befehl wird das original Plugin-Verzeichnis gesichert, und
mit dem dritten ein symbolischer Link zum alten Plugin-Verzeichnis
Eine Überraschung wird von Firefox angelegt. Dadurch können die bereits vorhandenen
es wohl noch geben: Canonical Plugins weiter genutzt werden. Mit Befehl vier wechselt man in
denkt über die Möglichkeit, das Plugin-Verzeichnis und entfernt dort die alten Totem-Plugins
DVDs über Ship-It kaufen zu (sofern vorhanden), da diese in Firefox/Swiftfox ab Version 1.5 nicht
können, nach. Auf der DVD funktionieren. Mit den beiden letzten Befehlen wird nun die neue
sollen die Desktop-CD, die Firefox-Version als Standard eingetragen:
Alternate-CD, sowie alle von dpkg-divert --divert /usr/bin/firefox.ubuntu --rename
Ubuntu und Kubuntu un- /usr/bin/firefox
terstützten Pakete drauf sein. ln -s /opt/swiftfox/firefox /usr/bin/firefox
Die Ship-It-Seite wird dann
entsprechend aktualisiert. Unter http://wiki.ubuntuusers.de/Firefox/Swiftfox ist eine
ständig aktualisierte Version dieser Anleitung zu finden.

15
Automatix – so wird Ubuntu einfach
von Benjamin Wiegand und Stefan Uhr

Automatix, ein Programm, welches unerfahrenen Be- Nutzern die Arbeit am System erleichtern.Wenig
nutzern hilft, bestimmte Programme oder Codecs zu später stieß pippovic (Stefan) auf Automatix und be-
installieren, ist in der Version 2.0 erschienen. Die Ent- schloss, eine deutsche Version zu erstellen. Da das
wickler von Automatix und automatiKs, der KDE- Programm nur für GNOME geschrieben war, ent-
Version von Automatix, haben sich dafür zusam- wickelte Beewee (Benjamin Wiegand) ein KDE-Äqui-
mengeschlossen. Somit ist das Programm nun vom valent dazu, automatiKs. In der neuen Version, Auto-
Desktop unabhängig verwendbar. Eine Projektvor- matix 2.0, haben sich die Entwickler von Automatix
stellung. und automatiKs nun zusammengeschlossen um die
Nutzung des Programms noch leichter zu machen.
Linux ist zu schwer für mich“ – wer, der sich schon

mal bemüht hat, andere für Linux zu begeistern hat
diesen Satz noch nicht von einem User gehört? Da-
bei muss das nicht so sein. Ubuntu selbst hat sich
der Benutzerfreundlichkeit, Menschlichkeit und Bar-
rierefreiheit verschrieben und die Ausführung davon
ist den Ubuntu-Entwicklern auch sehr gut gelungen.
Allerdings gibt es trotzdem noch viele Sachen, die
für einen Anfänger nicht verständlich sind. Wie in-
stalliert man zum Beispiel einen Grafikkartentreiber?
Oder was muss man machen, damit Ubuntu multi-
mediatauglich wird?
Das Auswahlmenü (GNOME)
Genau diesen Problemen möchte sich Automatix stel-
len und die nötigen Installationsschritte so einfach
wie möglich machen. Es ist ein Skript mit graphi- Das Innenleben von Automatix
scher Oberfläche, welches verschiedenste Programme Die eigentliche Arbeit“ verrichtet ein Bash-Skript,

einfach installieren und notwendige Einstellungen das eine Reihe von Befehlen nacheinander abarbeitet.
automatisch vornehmen kann. Natürlich kann man Für die graphische Oberfläche kommt eine Kombina-
diese Installationen und Anpassungen auch selbst tion aus Python und wxwidgets zum Einsatz, womit
vornehmen, was aber in der Regel wesentlich länger das Programm sowohl unter GNOME als auch un-
dauert. ter KDE lauffähig ist. Abhängig von der verwendeten
Oberfläche werden bei manchen Aktionen verschiede-
ne Pakete installiert, wie z.B. bei den Sprachpaketen
oder dem Brennprogramm.

Neu in Version 2.0


Wie bereits gesagt, ist Automatix nun ein Skript für
alle Desktopumgebungen. Die Oberfläche zeichnet
wxwidgets, im Hintergrund arbeiten Bash und Py-
thon. Im Rahmen der wxwidgets-Anbindung wurde
das Design überarbeitet, außerdem ergänzt ein neues
Der neue Startbildschirm von Automatix (unter Logo die graphische Überarbeitung. Eine weitere und
GNOME) wichtige Neuerung ist, dass Automatix nun – dank
Markus Czesslinsky (aka Czessi) – als .deb-Paket zur
Verfügung steht. Dadurch gestaltet sich die Installa-
Geboren“ wurde Automatix im englischsprachigen tion noch einfacher und bei einer Einbindung in die

Forum von ubuntuforums.org. Arnieboy wollte da- Paketquellen stehen Programm-Updates selbständig
mit neuen Benutzern helfen und auch erfahrenen zur Verfügung.

16
Ausblick
Zur Zeit stehen wir, die Entwickler von Automa-
tix 2.0, in Kontakt mit den Entwicklern der eng-
lischen Automatix-Version. Originalautor Arnieboy
möchte sich aus dem Projekt zurückziehen. Die wei-
tere Entwicklung haben mehrere andere Ubuntu-
Nutzer übernommen. Das erste Ziel ist es nun, die
englische und die deutsche Version zusammenzufügen
und daraus eine Version mit Unterstützung für meh-
rere Sprachen zu machen. Später soll es Automatix
auch für weitere Architekturen wie AMD64 und PPC
geben.

Eine weitere Planung ist die Automatix-CD. Die-


se CD soll alle Pakete enthalten, die von Automatix
Die gewählten Aktionen werden ausgeführt (so sieht installiert werden, sodass beispielsweise User mit ei-
es mit KDE aus) ner langsamen Internetverbindung diese Pakete nicht
herunterladen müssen.
Um Automatix zu installieren, kann man sich auf
http://www.czessi.net/ eine Paketquelle generie- Aktuelle Anleitungen und Links zum Herunterla-
ren lassen, die man sich – wie dort beschrieben – in den der aktuellsten Versionen und Release-Candiates
seine sources.list eintragen kann, wodurch Automatix sind stets unter http://wiki.ubuntuusers.de/
per Paketmanagement installierbar ist. Automatix verfügbar.

amaroK 1.4 veröffentlicht


von Benjamin Wiegand

In amaroK 1.4 wurde die Un- gängigen Formate (OGG, MP3, wodurch man nicht mehr an die
terstützung verschiedener Audio- MP4, AAC, FLAC, RealMedia, Verfügbarkeit einer einzigen Web-
Formate und mobiler MP3-Player WMA), was bisher nur in einge- site gebunden ist.
verbessert; außerdem ist nun die schränktem Maße möglich war.
lang erwartete lückenfreie Wieder- Neu ist auch, dass Podcast-
gabe mit xine möglich. Der Media Device Browser, mit Episoden nun in einer Datenbank
dem man MP3-Player einbinden gespeichert werden und dadurch
Nach drei Beta-Versionen ha- kann, wurde verbessert und un- weitere Informationen, z.B. welche
ben die amaroK-Entwickler nun terstützt nun weitere Player wie Episoden noch verfügbar sind, an-
die stabile Version 1.4 ihres den iRiver iFP und andere generi- gezeigt werden können. Außerdem
Multimediaplayers für Linux- sche USB-Geräte. ist nun das Rippen von CDs per
und Unix-Systeme freigegeben Drag & Drop und Gapless play-
(http://amarok.kde.org/amarok Die mit amaroK 1.3 hinzuge- back mit der Xine-Engine möglich.
wiki/index.php/Annouce 1.4); kommene Integration der Online-
sie erhielt den Namen Fast For- Bibliothek Wikipedia kann man Eine vollständige Liste der
ward, was für das schnelle Voran- nun konfigurieren, sodass man neuen Funktionen gibt es
kommen der Entwickler steht. Einträge auch aus anderssprachi- im Amarok-Wiki unter
gen Wikipedia-Versionen anzeigen http://amarok.kde.org/amarok
amaroK 1.4 unterstützt nun das kann und die Suche nach Liedtex- wiki/index.php/What’s New in
Bearbeiten der Metadaten aller ten wurde in Skripte ausgelagert, 1.4.

17
Intelligente Podcasts
Befehlshistory-Suche von Bernhard Hanakam

Wer häufig die Konsole nutzt, Podcasts werden immer beliebter. Doch was ist das eigentlich?
verwendet wahrscheinlich auch Podcasting“ bezeichnet das Produzieren und Anbieten von Audio-

häufig die Befehlshistory, um oder Videodateien über das Internet. Der Begriff setzt sich aus den
einen kürzlich verwendeten beiden Wörtern iPod und broadcasting (ausstrahlen) zusammen. Ein
Befehl erneut aufzurufen. einzelner Podcast ist somit eine Serie von Audio- oder Video-Beiträgen
Muss man allerdings sehr viele bzw. -Episoden. Diese Mediendateien werden über RSS-Feeds bereitge-
Befehle durchblättern bis man stellt. Wie man es von RSS-Feeds gewohnt ist (es gibt auch welche bei
den gesuchten findet, hat man UbuntuUsers.de), kann man diese abonnieren. Abonnieren bedeutet in
damit keine Zeit gespart. diesem Fall natürlich nicht, dass man mit dem Podcaster einen Vertrag
abschließt, sondern, dass man ein Programm hat, das den RSS-Feed
Da wünscht man sich doch eine regelmäßig auf neue Dateien überprüft. Diese einzelnen Dateien werden
intelligente Befehlshistory- normalerweise Episoden“ genannt, der Einfachheit halber aber häufig
” ”
Suche“, die einen nur Befehle auch Podcasts“.

mit einem bestimmten Anfang
durchblättern lässt. Nichts Wie man Podcasts empfangen kann
leichter als das: Dazu erstellt Dafür braucht man einen Podcast-Client, auch manchmal Podcatcher
man in /home/user eine Datei genannt. Ein solcher Client bietet dem Hörer die Möglichkeit, Listen
namens .inputrc. In diese fügt von RSS-Feeds von Podcasts zusammenzustellen. Viele können die
man Folgendes ein: abonnierten Feeds auch automatisch aktualisieren und neue Episoden
herunterzuladen.
# intelligente Befehlshistory-
Suche aktivieren Die besten Möglichkeiten bieten dabei die Standard-Programme
00 \e[A00 : von GNOME und KDE: Rhythmbox und das nicht nur bei KDE-
history-search-backward Usern sehr beliebte amaroK. Links zu Podcasts findet man z.B. auf
00 \ e[B00 : http://www.podcast.de/. Viele kann schon im Browser abspielen,
history-search-forward aber wenn man Links zu den einzelnen Sendern folgt, so kommt man
auch schnell zu den RSS-Feeds, die man dann in seinen Podcast-Client
00 \ e[C00 : einfügen kann. Wie man im Screenshot sehen kann, schafft das auch
forward-char ein User, der Podcasts vorher noch nie benutzt hat.
00 \ e[D00 :

backward-char

Das Ganze abspeichern.

Und so funktioniert es:


Ein Terminal öffnen und
beispielsweise sudo aptitude
update eingeben, dann ls
-a und anschließend cd
/usr/local/bin. Jetzt will
man wieder den ersten Befehl
ausführen – dazu sudo a
eingeben, dann auf die Pfeil-
nach-oben-Taste drücken, und
schon kann man durch alle Rhythmbox mit Podcasts
Befehle, die mit sudo a“
” Quelle:
begonnen haben, blättern.
http://de.wikipedia.org/wiki/Podcasting

18
Kleine Link-Sammlung (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

URL Beschreibung
http://www.ubuntuusers.de/radio Ubuntu Radio
http://linuxtv.org/wiki/ Wiki für Video, TV und DVB unter Linux
http://dict.leo.org/ Online-Wörterbuch en-de und fr-de
http://www.galileocomputing.de/openbook/ubuntu/ Ubuntu Linux – das open book
http://ubuntuguide.org/wiki/Dapper Inoffizieller Starter-Guide für Dapper
http://ubuntuguide.org/wiki/Ubuntu Inoffizieller Starter-Guide für Breezy
http://www.uni-giessen.de/hrz/tex/ LaTeX-Anleitung

http://www.shuttleworthfoundation.org/ Unterstützt Bildungsprojekte in Afrika

http://art.ubuntu.com/ Ubuntu-Artwork
http://art.gnome.org/ Themes und Hintergründe für GNOME
http://www.kde-look.org/ Themes und Hintergründe für KDE
http://www.xfce-look.org/ Themes und Hintergründe für XFCE

http://www.kubuntu.de/forum
http://forum.ubuntuusers.de
http://www.ubuntu-forum.de Foren zu Ubuntu Linux
http://www.ubunux.de/forum.php
http://www.ubuntuforums.org (englisch)

http://www.firefox-browser.de/forum/ Firefox-Supportforum

http://fridge.ubuntu.com/ Newsblog zu Ubuntu


http://planet.ubuntu.com/ Blog von Ubuntu-Entwicklern

Übersicht über die im Text genannten URLs:

http://www.ubuntu.com/community/participate Wege, wie man sich an der Gemeinschaft


beteiligen kann
http://www.ubuntuusers.de/ikhaya/118/ Bericht zu MEPIS Linux
http://www.ubuntuusers.de/ikhaya/126/ Längerer Artikel zu MEPIS
http://www.behindubuntu.org Seite mit Interviews in mehreren Sprachen
https://wiki.ubuntu.com/Succinct Beschleunigungsmöglichkeit für Updates
http://wiki.ubuntuusers.de/Upgrade auf Hoary Warty auf Hoary aktualisieren
http://wiki.ubuntuusers.de/Upgrade auf Breezy Hoary auf Breezy aktualisieren
http://forum.ubuntuusers.de/topic/31368/ Planungsthread für Ubuntu-Kaffeetassen
https://launchpad.net/distros/ubuntu/+specs Aktuelle mögliche Spezifikationen für Ubuntu
https://shipit.ubuntu.com/ Ubuntu-CDs kostenlos bestellen
http://getswiftfox.com/ Homepage von Swiftfox
http://wiki.ubuntuusers.de/Firefox/Swiftfox Wikiseite zur Swiftfox-Installation
http://www.czessi.net/ Inoffizielle Kubuntu-Paketquellen
http://wiki.ubuntuusers.de/Automatix Wikiseite zu Automatix 2.0
http://amarok.kde.org/amarokwiki/index.php/ Homepage von amaroK
http://www.podcast.de/ Viele Links zu verschiedenen Podcasts

19
Ein Wunder in Deiner Stadt: Das Tor zu Linux“, Du selbst
von Andreas Brunner

Aufgrund der vielen Informationskanäle wird man prägt sich ein und bleibt. Ein Ohrwurm.
heutzutage mit unzähligen Begriffe überschüttet.
Ubuntu, dieses Wort ist so exotisch, dass es in un- Wunder geschehen durch Menschlichkeit, durch ge-
serem Sprachgebrauch mit keinem Sinn vorbelegt ist. genseitige Hilfe und durch die Dinge, die wir von
einander lernen. Folglich gerade durch die Einsicht-
Ubuntu könnte sonstwas sein: Ein Waschmittel wie nahme in die Vorgänge der sogenannten Wunder“

Ariel, eine Automarke wie Porsche, eine Großstadt selbst. Wunder kosten selten Geld. Kein Wunder,
wie Toronto oder Madrid, ein TV-Sender wie RTL, dass Linux so einen großen Zulauf hat.
eine Kampfsportart, ein Glückszustand aus der Hin-
dureligion, eine Pille gegen Fettleibigkeit (es führt Kann man das Wunder namens Linux alleine durch
ja zu einem schlanken System), der Grund für das eine günstige Lizenzpolitik für Unternehmen, kompri-
ausgebliebene Upgrade nach Windows Vista, oder mierte Produktschulungen und einen regelmässigen
eine magische Beschwörungsformel wie Sesam öffne Patchday noch abwenden?

dich“ aus Tausendundeine Nacht. Ja, in dem einen
Sinne ist es auch so eine Beschwörungsformel – es Wunder sind manchmal nur einen Schritt entfernt
öffnet Welten wo vorher Mauern waren. und wir selbst sind die Schwelle zu einem Wunder.
Wunder bedürfen oft nur eines günstigen Augen-
Und was bedeutet Ubuntu für mich? blicks und diesen können wir selbst begünstigen.
Ubuntu ist der Beginn eines Weges, der im Rahmen Solche Wunder geschehen oft bei einer Installparty,
der menschlichen Möglichkeiten und sich daraus er- einer Messe, in einem kurzen Gespräch in der Mit-
gebenden technischen Mitteln einen sozialen Aspekt tagspause oder auf der täglichen Bus- und Bahnfahrt.
(Bildung, in der Form eines stabilen Systems) anzu-
gehen versucht. Es bedeutet die Leistung von denen Der Gedanke hinter Ubuntu erreicht sein eigentliches
die etwas schaffen wollen, die stets von dem Gedan- Ziel, wenn das Technische ins Menschliche zurück-
ken der Menschlichkeit gegenüber Anderen erfüllt fließt und viele Bereiche des täglichen Lebens beein-
ist, zu würdigen. Ubuntu ist größer als wir selbst, flusst.
weil es auf unserem gemeinsamen Verständnis von
Menschlichkeit beruht. Unter Dapper gibt es ein Paket namens example-
content. Unter /usr/share/example-content gibt es
Ubuntu – nur drei Vokale und drei Konsonanten, eine Datei namens Experience ubuntu.ogg“, wo Nel-

doch insgesamt Wohlklang in meinem Ohr. Wenn son Mandela ein paar Gedanken zu Ubuntu äußert.
man es einmal ausspricht, kann man sich nicht mehr
vorstellen, es jemals wieder anders auszusprechen. Es Und was bedeutet Ubuntu für Dich?

Ausblick auf die nächste Ausgabe


Die Juli-Ausgabe erscheint in der zweiten Juliwoche. Unter anderem mit folgenden Themen:

• Interview: Jonathan Riddell

• Anleitung: Paketmedien für Rechner ohne Flatrate oder Breitband-Internetzugang erstellen

• Überblick über wichtige Konsolenbefehle

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