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September 2006

Inhalt

Aus der Ubuntuwelt


Termine für Ubuntu-Zertifizierungen S. 3
Interviewserie: Interview mit Jani Monoses S. 4
Der Wiki-Moderator S. 7

Aktuelles zu Edgy
Edgy Knot 2 ist da S. 8
Upstart soll Init ablösen S. 9
2.16 – die neue Version des GNOME-Desktops S. 10

Software-Vorstellungen
Lynx – der Konsolenbrowser S. 12
VMware-Server S. 13

Anleitungen, Tipps & Tricks


Lieblings-Erweiterungen für den Firefox S. 15
Sichere Passwörter für Webseiten S. 16

Linux allgemein
Torvalds und Tanenbaum – der ewige Streit S. 18
Wie wird man ein „Linux Certified Professional“? S. 19
Wichtige Befehle – Teil 3 S. 22

Interna
Editorial S. 2
Leserbriefe S. 2
Vorschau S. 23
Impressum S. 23

1
Editorial Leserbriefe

Liebe Leser, Für Leserbriefe steht unsere E-Mailadresse


redaktion@freies-magazin.de zur Verfügung – wir
herzlich willkommen zur nunmehr freuen uns über Feedback zum Magazin.
siebten freiesMagazin-Ausgabe.
Mehr Anleitungen
Diesen Monat hat Edgy, die vor- Schönes Magazin mal wieder. Danke an die Redak-
aussichtlich am 19. Oktober erschei- teure Marcus und Eva und an die „Schreiberlinge“
nende neue Ubuntu-Version, viel Platz der Artikel. Ich persönlich würde mir ein paar mehr
eingenommen: Neben drei Artikeln Software- oder Anwendungstricks wünschen. Macht
zu den Neuerungen haben wir eine weiter so .... lese ich nach wie vor gerne ;-)
Anleitung für VMware (für die, die SHAKAL (als Kommentar im Ikhaya [1])
kein Testsystem nur für Edgy haben),
um Edgy gefahrlos testen zu können. Immer besser
Außerdem stellen wir lynx vor – ich habe zwar noch nicht alles gelesen aber der Inhalt
der Konsolenbrowser hilft bei der und auch das Layout wird immer besser. Vielleicht
Hilfesuche im Internet, wenn auf dem schaffe ich es auch mal einen Bericht zu schreiben.
Edgy-Testsystem (oder aufgrund eines Toll finde ich auch, dass es jetzt den Bereich Leser-
fehlerhaften Updates) der XServer briefe gibt. :-)
nicht so will wie er soll. Macht weiter so.
Markus (als Kommentar im Ikhaya [1])
Eine Neuerung gibt es noch für
alle, die uns Lob, Kritik oder Anregun- freiesMagazin: Vielen Dank für das Lob – wir
gen zusenden wollen: Wir haben eine werden in Zukunft hoffentlich noch mehr Anleitungen
neue E-Mailadresse für die Redaktion und Tricks bringen können.
(redaktion@freies-magazin.de) sowie
E-Mailadressen für unsere festen Thunderbird-Mail-Info funktioniert nicht
Autoren (diese sind im Impressum auf Keine Ahnung warum, bekomme immer ’ne Feh-
Seite 23 zu finden). Leserbriefe kön- lermeldung von der Erweiterung. Und wie das
nen nun also entweder wie bisher an Infofenster bei Updates, etc. sieht es auch nicht aus.
die Redaktion (das sind wir zwei) oder Schade – aber da kann das Freie Magazin ja nichts
direkt an unsere Autoren geschickt für. Weiter so!
werden. Wir freuen uns über Post von Dirk Sohler (als Kommentar im Ikhaya [1])
Euch!
freiesMagazin: Hi Dirk,
Wir bedanken uns ganz herzlich bei doch, ein bisschen können wir da was für: Es hat sich
Randall Munroe von http://xkcd.com, leider ein Fehler eingeschlichen. Statt
der uns freundlicherweise erlaubt hat, notify-send -i [...]
seine Comics für freiesMagazin zu muss es
verwenden – sie sind auf den Seiten 3, /usr/bin/notify-send -i [...]
21 und 23 zu finden. heißen. Entschuldigung dafür!

Viel Spaß beim Lesen wünschen [1]: http://www.ubuntuusers.de/ikhaya/253

Eva Drud und Marcus Fischer Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe gegebenen-
falls zu kürzen.

2
Termine für Ubuntu-Zertifizierungen von Dirk Deimeke

Auf der LinuxWorld Conference & Expo in Ut- Alle LPI-Kandidaten müssen sich vor Ablegen der
recht [1] (12. und 13. Oktober 2006) und auf Prüfung für eine LPI-ID unter [5] anmelden. Zur
der LinuxWorld Conference & Expo in Köln [2] Prüfung müssen ein Lichtbildausweis und diese ID
(14. bis 16. November 2006) bietet das LPI [3] mitgebracht werden. MySQL-Kandidaten benöti-
zum ersten Mal in Europa die neue Ubuntu- gen eine MySQL-Zertifizierungs-ID von [6] und
Prüfung (LPI 199) als papierbasierten Test an. müssen diese ebenfalls zur Prüfung mitbringen.
Über die Ubuntu-Prüfung hat Marcus Alleze
bereits in der letzten Ausgabe des freien Maga- Für Rückfragen kann man sich an den LPI e.V.
zins berichtet. unter der E-Mail-Adresse lpievent@lpi-german.de
wenden.
Zusätzlich werden die Prüfungen für LPIC 1
(Nummer 101 und 102), für LPIC 2 (Nummer
201 und 202) und die Prüfungen zu MySQL 5.0 Näheres über das LPI und die verschiedenen Prü-
für Administratoren und Entwickler bei beiden fungen ist in unserem Artikel und dem Interview
Veranstaltungen angeboten. Da es nur eine limi- mit Klaus Behrla, Presseprecher des LPI German
tierte Anzahl an Plätzen gibt, wird um Vorregis- e.V., ab Seite 19 zu erfahren.
trierung unter [4] gebeten.
Links:
Besucher der Messe bezahlen 85 Euro für die [1]: http://www.linux-world.nl
Ubuntu- und MySQL-Prüfung. Die anderen LPI- [2]: http://www.linuxworldexpo.de
Prüfungen werden für 60 Euro angeboten. So wie [3]: http://www.lpi.org
bei LPI-Prüfungen üblich, zahlen die Prüflinge ih- [4]: http://lpievent.lpi-german.de
re Gebühren im Prüfungsraum in bar. [5]: https://www.lpi.org/de/register.html
[6]: http://www.mysql.com/certification/signup

© by Randall Munroe, http://xkcd.com

3
Interview mit Jani Monoses übersetzt von Thorsten Panknin

Dieses Interview wurde im Juni 2006 vom Kommunikation fand, bis auf ein paar Ausnah-
Behindubuntu-Team geführt. men (private Mails), über die Xfce-Entwickler-
Mailingliste statt. Wie in allen Communities, gab
es gleichermaßen freundliche wie halbwegs feind-
Kurzdaten liche Antworten. Ich versuche allerdings Schimpf-
IRC Nickname: janimo tiraden (nicht immer leicht) und negative Kom-
Wohnort: Cluj-Napoca, mentare zu ignorieren, besonders, da sie meist
Rumänien keinerlei technischen Bezug haben, weil sie durch
Alter: 28 Kommunikationsprobleme und Missverständnisse
Beruf: Informatik-Ingenieur entstehen. Das Hauptproblem bei Xfce ist, dass
das Projekt keinen Zeitplan verfolgt und dass, so-
weit ich weiß, die etwa fünf Hauptentwickler in
ihrer Freizeit am Projekt arbeiten. Während die
Ubuntu Ausrichtung Xubuntus an der Entwicklungsver-
Wie beteiligst Du Dich an Ubuntu? sion zu mehr Tests geführt hat und dadurch die
Ich arbeite hauptsächlich am Xubuntu-Ableger Codebasis verbessert worden sein dürfte, hatten
von Ubuntu, und leiste noch weitere, nicht die Entwickler dadurch wohl auch etwas mehr
Xubuntu-spezifische Beiträge wie Tests auf Lap- Stress als sonst. Alles in allem war es eine nette
tops und Fehlersuche. Erfahrung für mich.

Wieviel Zeit arbeitest Du täglich an Ubuntu?


Da Xubuntu noch recht jung ist, in welchem
Während der Dapper-Entwicklung habe ich mehr
Maße wächst die Community drum herum und
oder weniger Vollzeit an Ubuntu gearbeitet; ab-
siehst Du die Notwendigkeit einer formellen
hängig von verschiedenen Faktoren etwa sieben
Struktur, wie beim Kubuntu Community-Rat?
bis zwölf Stunden am Tag.
Ich sehe noch keinen Grund für solch formelle
Strukturen. Ich kann das nicht gut abschätzen,
Wirst Du für die Arbeit an Ubuntu bezahlt?
aber ich bin mir sicher, dass die Xubuntu Nutzer-
Nein.
gruppe immer noch sehr viel kleiner als die von
Ubuntu und Kubuntu ist.
Xubuntu sieht im Vergleich zur Standard-Xfce-
Version schon sehr anders aus – was waren die
Gründe dafür? Was ist die Zielgruppe für Xubuntu? Ist Xu-
Die in Ubuntu verwendete GNOME-Benutzer- buntu hauptsächlich für Leute mit älteren oder
schnittstelle schien intuitiv zu sein und die Ent- langsameren Computern und welche Funktio-
wickler hatten lange über sie nachgedacht, bis nen könnten deiner Meinung nach aktuellen
sie das jetzige Aussehen erreicht hatten. Es er- GNOME- und KDE-Nutzern gefallen?
schien mir sinnig, das soweit möglich nachzu- Ursprünglich war es als einfache und leicht
bilden. Wir versuchen, Xubuntu standardmäßig zu pflegende Distro für Computer mit wenig
für Computer-Neulinge so einfach wie möglich Arbeitsspeicher gedacht. Allerdings stellte es
zu machen. Erfahrene Xfce-Nutzer können eigene sich auch als sehr passend für die Thin Client-
Anpassungen vornehmen, was sie eh tun. Entwicklung heraus. Erfahrene GNOME- und
KDE-Nutzer mögen die relativ hohe Geschwin-
Es gab in letzter Zeit Verbesserungen in Xfce digkeit und Einfachheit ansprechend finden, das
wie zum Beispiel den Thunar Dateimanager; ist allerdings hauptsächlich eine Geschmacksfra-
wie fandest Du die Zusammenarbeit mit dem ge. Das Hauptziel sind immer noch die Computer,
Xfce-Entwicklerteam? auf denen KDE und GNOME nicht akzeptabel lau-
Das war eine gemischte Erfahrung. Die gesamte fen.

4
Woran hast Du für Dapper gearbeitet? blemen ist ihre Entwicklung auf Organisationen
Ich habe die Quellcode-Versionen und den neues- beschränkt, wo die Lizenzkosten-Einsparungen
ten CVS-Entwicklungsstand paketiert um mit dem die Kosten für neue Hardware überwiegen, ist
jeweils neuesten (XFCE-) Code konform zu blei- auf Orte beschränkt, wo OOo durch die Regie-
ben, weil Xfce 4.4 noch nicht freigegeben wurde. rung vorgeschrieben wird, oder ist beschränkt auf
Ich habe Feedback, Fehlerberichte und entspre- FLOSS-Fans (Free and Libre Open-Source Soft-
chende Patches zum XFCE-Quellcode gesendet als ware, Anm. d. Übs.). Nur sehr wenige Nutzer (ich
ich auf Probleme im Prozess gestossen bin. Habe kenne nur einen) wählen es, weil es sehr viel bes-
Änderungen an einigen Ubuntu-Paketen vorge- ser als das Paket von Microsoft ist.
nommen, damit diese ohne GNOME-Bibliotheken
laufen, weil eine Vorgabe an Xubuntu die aussch- Beteiligst Du Dich noch auf andere Weise an
liessliche Nutzung von GTK-Anwendungen gewe- FLOSS?
sen ist. Bin in engem Kontakt mit einigen Men- Vor etwa 5 Jahren begann ich zu FLOSS et-
schen geblieben und habe meine Tätigkeit mit was beizutragen, indem ich ein paar kleine
verschiedenen Menschen, welche bei Xubuntu Dokumentations-Verbesserungen an lkml schickte
mitgeholfen haben; darunter Entwickler aus der und ein paar Beiträge zu asmutils. Seitdem habe
Gemeinschaft und der Community, Künstler (die ich ab und zu für verschiedene Projekte, mit de-
sich um die Verschönerung des Desktops geküm- nen ich in Berührung kam, Code-Verbesserungen
mert haben, Anm. d. Übs.), Ersteller der Doku- erstellt; das wichtigste Projekt davon ist das eCos-
mentation und Anwender, welche von Anfang an Projekt (ein sehr nettes, kostenloses, leichtge-
dabei gewesen sind. wichtiges RTOS (Real Time Operating System,
Anm. d. Übs.)), welches ich bei meinem letzten
Woran arbeitest Du gerade für Edgy? Arbeitgeber benutzte. Ich schrieb, unterhalte es
Daran, die wichtigen Probleme für Nutzer un- aber nicht mehr, den Trident Framebuffer-Treiber
ter Dapper zu beheben. Die Einrichtung eines im Linux-Kernel. In Sachen Bildung bin ich ein
Druckers ist ein solches Problem, wenn nicht gar wenig in einer Freien Software-Gruppe involviert,
das größte. Wir werden hoffentlich vieles von die kürzlich von zwei Studenten in zwei Univer-
dem, was Ubuntu in dieser Richtung macht, über- sitäten in Cluj ins Leben gerufen wurde und das
nehmen können. Ein anderes Ziel ist die Wie- Ziel hat, andere Studenten und letztendlich auch
derverwendung von so vielen Ubuntu Desktop- Lehrer besser mit Freier Software bekannt zu ma-
Programmen wie möglich, ohne Geschwindig- chen. Höhere Schulen und Universitäten sind im-
keitseinbußen zu erleiden. Dann das Ziel, Xubun- mer noch sehr Windows-zentriert und als Kon-
tu für Menschen mit Behinderungen zugänglich sequenz ist die FLOSS-Bewegung in Rumänien
zu machen, so wie es GNOME und KDE schon weniger entwickelt als in anderen zentral- oder
in einigen Teilen sind. Andere Verbesserungen osteuropäischen Ländern.
hängen davon ab, wie sich der Quellcode Xf-
ce/Thunar in dieser Entwicklungsphase verän- Welchen Fenstermanager, welche Desktop-Um-
dern wird. All diese Ziele werden im Launchpad gebung nutzt Du und was magst Du daran?
verfolgt. Ich fing vor fast zwei Jahren an, Xfce zu benutzen.
Es gibt nichts Besonderes, was ich daran mag, au-
ßer, dass es leichtgewichtig und benutzerfreund-
Welche Funktion würdest Du in Ubuntu gern
lich ist. Seit ich Ubuntu benutze, habe ich ab und
(verbessert) sehen?
an auch GNOME gestartet und es ist viel besser
Soweit ich das sehen kann, bietet Ubuntu so ziem-
als noch vor 3-4 Jahren.
lich alles, was der aktuelle Zustand der freien
Software zulässt. Also würde ich gern allgemei-
nere Verbesserungen sehen, von denen nicht nur Welche Programme nutzt Du täglich?
Ubuntu profitiert. Mein Hauptwunsch ist, für We- Das Xfce4-terminal, vim, Firefox, Thunderbird.
nige überraschend, ein vernünftiges OOo (Ope-
noffice.org, Anm. d. Übs.) oder eine Alternative. Was für Computer hast Du und wie heißen sie?
Auf Grund von Leistungs- und Kompatibilitätspro- Einen 64MB-Laptop mit Namen „Piglet“den ich

5
außer um Xubuntu zu testen nicht mehr weiter den Land sehen oder erleben möchte. :-) Es gibt
benutze, und einen Test-Laptop von Canonical hier tolle Berge und das Donau-Delta ist auch nett.
namens „Cavia“, den ich für meine gesamte Ar-
beit benutze. Dein Lieblingsurlaubsziel?
Mir geht’s eher um Lieblings-Leute als Lieblings-
Wie sieht Dein Desktop aus? Orte. Während meiner Universitätszeit habe ich
Standard Xubuntu 6.06-Desktop, die meiste Zeit das Skifahren im Winter und das Wandern im
komplett vom Terminal oder Firefox verdeckt. Kei- Sommer mit meinen engen Freunden immer ge-
ne schicken Wallpapers oder angepasstes Ausse- nossen, aber da die meisten nun in anderen Län-
hen. dern wohnen, machen wir das seltener als früher.

Wie sieht Dein Computer-Arbeitsplatz aus? Wofür kannst Du Dich begeistern?


Stell’ Dir eine grüne Wand vor und nahe anbei Ich war früher sehr von Computern begeistert,
einen Schreibtisch, der zu klein ist, als dass dar- aber seit ich vor sieben Jahren mit freier Software
auf Unordnung entstehen könnte, weil nicht viel in Berührung kam, verwandelte sich die Begeiste-
mehr als der Laptop darauf passt. rung schrittweise in Richtung Freiheit.

Was trinkst Du während der Computerarbeit? Was bedeutet Erfolg für Dich?
Wasser, sofern ich mich daran erinnere, dass ich Mit dem zufrieden zu sein, was ich gemacht habe,
was trinken sollte, da ich mich nicht oft durstig was bedeutet, dass Erfolg noch nicht in Sicht ist.
fühle. ;-)

Persönliche Dinge Wen bewunderst Du am meisten?


Wo wurdest Du geboren/bist Du aufgewach-
Niemand besonderen, aber am meisten Leute, die
sen?
verrückt, clever, mutig, gutherzig, weise oder aus-
In einer kleinen Stadt namens Gherla (Sza-
geglichen sind. Wenn möglich, all das gleichzeitig.
mosújvár auf Ungarisch, was meine Mutterspra-
che ist), 45km von da entfernt, wo ich nun lebe.
Lieblingszitat?
„Sei die Veränderung, die Du in der Welt sehen
Welche Erinnerungen hast Du an Deine Kind-
möchtest“ oder so ähnlich, wird Ghandi zuge-
heit?
schrieben.
Nichts persönliches, was es wert wäre erwähnt zu
werden oder das in ein paar Zeilen erzählt werden
könnte ohne den Bezug zu verlieren. Im techni- Lieblingsessen?
scher Hinsicht kann ich mich daran erinnern als Ich denke, ich habe kein Liebling-Essen, aber et-
14-jähriger ein paar Zeilen von BASIC bestehend was, das ich höchstwahrscheinlich immer trinken
aus PLOT und DRAW Befehle auf einem Stück könnte, ist frisch-gepresster Karottensaft. :-)
Papier gesehen zu haben und war fasziniert, dass
diese Befehle den Computer dazu bewegen ein Was machst Du in Deiner Freizeit?
Dreieck zu zeichnen. Der letzte Film, den ich gesehen habe, war „Man-
derlay“ und das letzte Buch war „Zwölf Stühle“
Verheiratet, Partner oder zur Adoption freige- von Ilf & Petrov.
geben?
Freundin. Empfiehl bitte eine Website, die nichts mit
Ubuntu zu tun hat
Hast Du Kinder oder Haustiere? Neben dem Lesen einiger Nachrichten-Webseiten,
Keine Kinder, zwei Meerschweinchen. besuche ich regelmäßig Slashdot, osnews, ein
paar Planets (Sammlungen von Blogbeiträgen
Welche Events/Sehenswürdigkeiten empfiehlst verschiedener Autoren, Anm. d. Übs.), aber bis-
Du jemandem, der Dein Land besucht? lang keine der Web 2.0-Websites. Die wichtigste
Das hängt davon ab, was jemand in einem frem- Website ist für mich bei weitem Wikipedia.

6
Der Wiki-Moderator von Dominik Wagenführ

lassen. Hier kann man dann bereits im Voraus Ar-


Stellenbeschreibung: tikel durchlesen und aussortieren, was „gut“ und
Wiki-Moderator (m/w) „schlecht“ ist. „Schlecht“ bezeichnet dabei eine
Änderung, die von der Syntax her nicht den Wiki-
Aufgabenbereiche:
Regeln entspricht, deren Formulierung nicht ganz
Ein Wiki-Moderator ist verantwortlich für
eindeutig ist oder in der noch Schreibfehler sind.
die Konsistenz des Wikis, d.h. er überwacht
Diese sollte man, sobald man sie entdeckt hat, be-
alle Verändungen an den Artikeln und
richtigen.
bearbeitet ggf. selbst Seiten nach. Seine
Aufgabe ist es, neue Artikel aus der Baustel-
le zu verschieben, wenn diese wiki-konform Ein zweites großes Feld ist die Baustelle. Dies ist
sind und freigegeben wurden. Zusätzlich eine Besonderheit des Wikis von UbuntuUsers.
steht er als Ansprechpartner für jegliche Normalerweise darf ein Wiki-Autor neue Artikel
Wiki-Fragen zur Verfügung und hilft neuen überall erstellen. Um das Niveau des Wikis aber
Autoren sich im Wiki zurecht zu finden. hochzuhalten, haben wir uns entschlossen, neue
Artikel in der Baustelle erstellen und bearbeiten
Ausbildung: zu lassen. Auf diese Weise hat man die neuen
Keine besondere. Sachen besser im Überblick und kann sie leich-
ter kontrollieren, wenn sie fertig sind. Oft gibt es
Kenntnisse: zwar immer noch Ausreißer, aber diese lassen sich
Sehr gute Wiki-Syntax-Kenntnisse einfach in die Baustelle verschieben.
Sehr gute Sprachkenntnisse in Deutsch, so-
wohl Rechtschreibung als auch Grammatik Wenn ein Artikel fertig ist, wird dies von den Auto-
Guter Umgang mit anderen Menschen ren im Forum angekündigt. Das hat zwei Gründe:
Verantwortungsbewusstsein Zum einen können neben den Wiki-Moderatoren
auch alle anderen User den Artikel Korrektur le-
Erfahrungen: sen und Kritik zu Inhalt anbringen, zum anderen
Langzeitkenntnisse beim Bearbeiten von wird der Artikel so gleich bekannt gemacht. Es ist
Wiki-Artikeln sind von Vorteil, aber nicht meistens schade, wenn ein guter Artikel im Wiki
zwingend notwendig. Wichtig sind Erfah- verkümmert, weil niemand weiß, daß er exis-
rungen im Umgang mit anderen Menschen, tiert. Der Wiki-Moderator liest den Artikel dann
vor allem beim Anbringen von Kritik und gründlich durch und achtet auf die Einhaltung
Vorschlägen. der Wiki-Regeln. „Verstöße“ werden dem User mit
einer kleiner Erklärung näher gebracht oder ggf.
gleich selbst eingepflegt, wenn die Zeit dafür da
Was macht man als Wiki-Moderator aber nun ist. In der Regel ist kein Wiki-Artikel gleich wiki-
wirklich? Und wie geht man dabei vor? konform, was aber nicht weiter schlimm ist. Sind
sich Autor und Moderator einig, daß der Artikel
Wie die Stellenbeschreibung oben zeigt, ist der fertig ist, wird er aus der Baustelle ins offene Wiki
Job nicht nur ein „bisschen Artikel schreiben“. verschoben und an den passenden Stellen ver-
Ganz im Gegenteil sogar: Die Wiki-Moderatoren linkt.
schreiben eher selten eigene Artikel, denn viel
wichtiger und zeitaufwendiger ist die Kontrol- Neben all diesen Aufgaben rund um das Wiki
le der bestehenden Artikel. Pro Tag werden im und die Artikel darin, soll der Wiki-Moderator
Wiki ca. 100-150 Änderungen getätigt. Um hier neuen Autoren auch als Ansprechpartner zur Sei-
die Übersicht nicht zu verlieren, ist es hilfreich, te stehen. Hierzu wird entweder das Forum ge-
sich die Änderungen per RSS-Feed zukommen zu nutzt oder der Wiki-IRC-Chat #ubuntuusers-wiki

7
auf irc.freenode.net. Dort kann die Wiki-Syntax xen machen alles selbstverständlich.“ (Zitat Nadeo,
besprochen werden oder es werden allgemeine http://forum.ubuntuusers.de/topic/43100/).
Tipps zur Formatierung und Artikelgestaltung ge-
geben. Daher ist es auch wichtig, daß der Modera- Vielleicht bewegt das neue Autoren dazu, neue
tor einen guten sprachlichen Umgang hat und sich Artikel zu schreiben oder auch einfach nur beste-
mitteilen kann. Ein bißchen pädagogisches Wis- hende Artikel zu überprüfen.
sen kann dabei nie schaden.
Was nie vergessen werden darf: Der Wiki- Zum Schluss noch ein paar Statistiken:
Moderator wäre ohne Wiki, also ohne neue Arti-
kel arbeitslos. Und diese Artikel kommen von den Lese- Schreib-
„normalen“ Benutzern. Es gibt sehr viele Wiki- Datum zugriffe/Tag zugriffe/Tag
Autoren, bei einigen der sehr aktiven in den letz- 2006-08-12 42990.8 99.5
ten sechs Monaten möchte ich mich an dieser 2006-07-19 32121.3 99.7
Stelle für ihre Hilfe bedanken (Angabe des Nick- 2006-06-25 32419.0 84.4
name): desperado666, Ixel, JrgnDttr und pesobs. 2006-05-20 27671.8 225.2
Natürlich bedanke ich mich aber auch bei allen 2006-04-26 23573.7 116.1
anderen Helfern und hoffe, daß es in Zukunft 2006-03-21 24488.9 111.0
noch mehr werden. 2006-02-25 24136.5 137.8
2006-01-23 36758.2 54.7
Und wohin führt das Ganze? Unter anderem zu 2005-12-20 35532.9 42.5
solchen Foren-Beiträgen: 2005-11-17 40581.8 61.9
„Was mir aber noch besser gefällt, die Wiki die es 2005-10-14 44517.7 80.1
gibt. Selten hatte ich so viel Spaß und Interesse
daran, eine Wiki zu lesen, als hier. Hier steht alles Aktuelle Seitenanzahl im Wiki: 1313 – und täglich
drin, meist mit Bildern, und vor allem diese Infobo- werden es mehr. :-)

Edgy Knot 2 ist da von Eva Drud

Am 1. September erschien die zweite Alpha- ge Version 2.16 aktualisiert). Die Neuerungen in
Version (als „Knot“ bezeichnet) des Dapper- GNOME 2.16 werden ab Seite 10 beschrieben.
Nachfolgers „Edgy Eft“ („nervöser Molch“). KDE in Kubuntu wurde auf Version 3.5.4 aktua-
Vom Einsatz auf Systemen, mit denen gear- lisiert. Weitere Änderungen sind auf [2] und [3]
beitet wird oder auf denen sich ungesicherte nachzulesen.
Daten befinden, ist dringend abzuraten – wenn
man kein reines Testsystem besitzt, ist eine In- Edgy Knot 2 enthält noch viele Bugs, unter ande-
stallation unter VMware sicherer und wird im rem die folgenden, die nicht mehr gemeldet wer-
Artikel ab Seite 13 beschrieben. den müssen:

Die Hauptunterschiede zu Knot 1 liegen in den • Der Installer der Desktop-CD startet mög-
neu eingebundenen Funktionen [1]. Als Standard- licherweise den erweiterten Partitionierer
XServer wird weiterhin Xorg verwendet, welches nicht, wenn das Dateisystem beschädigt ist.
in allen vier Ubuntu-Varianten auf die Version 7.1 • Das edubuntu-server-Paket wird bei der
aktualisiert wurde. Standard-Installation von Edubuntu nicht
mitinstalliert.
Ubuntu läuft jetzt mit dem Release Candidate
von GNOME 2.16 (nach der Installation von Knot • Die neue usplash-Version führt teilweise da-
2 wird auf die inzwischen erschienene endgülti- zu, dass die Desktop-CD nicht bootet. Abhil-

8
fe schafft das Entfernen von „splash“ aus der Edubuntu:
Kernel-Kommandozeile. http://ftp.acc.umu.se/mirror/cdimage.ubuntu.
com/edubuntu/releases/edgy/knot-2
• Sollte das Anwendungen-Menü flackern,
oder
hilft das Löschen der Datei
http://ftp.heanet.ie/pub/ubuntu-cdimage/
/etc/xdg/menu/debian-menu.menu
edubuntu/releases/edgy/knot-2
CD-Images von Knot 2 gibt es hier:
Xubuntu:
Ubuntu:
http://ftp.acc.umu.se/mirror/cdimage.ubuntu.
http://ftp.acc.umu.se/mirror/cdimage.ubuntu.
com/xubuntu/releases/edgy/knot-2
com/releases/edgy/knot-2
oder
oder
http://ftp.heanet.ie/pub/ubuntu-cdimage/
http://ftp.heanet.ie/pub/ubuntu-cdimage/
xubuntu/releases/edgy/knot-2
releases/edgy/knot-2

Kubuntu: Links:
http://ftp.acc.umu.se/mirror/cdimage.ubuntu. [1]: https://features.launchpad.net/distros/
com/kubuntu/releases/edgy/knot-2 ubuntu/edgy/+specs
oder [2]: http://www.ubuntu.com/testing/knot2
http://ftp.heanet.ie/pub/ubuntu-cdimage/ [3]: http://wiki.kubuntu.org/EdgyEft/Knot2/
kubuntu/releases/edgy/knot-2 Kubuntu

Upstart soll Init ablösen von Dirk Deimeke

Der alte System V Init Daemon (im Folgenden sparmodus und Aufwachen aus selbigem, Verfüg-
kurz „sysvinit“) ist nicht mehr zeitgemäß, da barkeit und Wegfall einer Netzwerkverbindung,
er relativ starr ist und nicht die heutigen An- Starten oder Beenden eines Dienstes in Abhängig-
sprüche an ein modernes System erfüllt. Daher keit von anderen Diensten oder Ereignissen etc.
muss eine neue Lösung gefunden werden, die Da das Gleiche auch für zeitgesteuerte Aufträ-
sich mit Upstart abzeichnet. ge gilt, tritt Upstart an, auch die Möglichkeiten zu
übernehmen, die derzeit cron und anacron bieten.
Das alte System sorgte dafür, dass in bestimmten
Runleveln Dienste gestartet und beendet wurden. Upstart kann in Edgy Eft (siehe auch Seite 8), der
Dazu musste (und muss immer noch) vorausge- kommenden Ubuntu-Version, getestet werden. Ab
setzt werden, dass ein Gerät oder eine Netzwerk- der übernächsten Ubuntu-Version soll Upstart fes-
verbindung zur Verfügung steht, um den Dienst ter Bestandteil sein, die Version danach soll dann
zu starten. ohne sysvinit auskommen.

Im Zeitalter von vernetzten Geräten und solchen, Links:


die während des Betriebs ein- oder ausgesteckt http://www.pro-linux.de/news/2006/10149.html
werden können, ist das Konzept zu starr. Sinn- http://www.golem.de/0608/47429.html
vollerweise sollte ein neuer Dienst ereignisge- http://www.computerbase.de/news/software/
steuert sein, um dynamisch auf Änderungen der betriebssysteme/linux/2006/august/upstart_
Hardwareumgebung (beispielsweise) reagieren ubuntus_init-system_linux
zu können. Denkbare Ereignisse sind: Ein- oder http://www.netsplit.com/blog/work/canonical/
Ausschalten/Ausstecken eines Gerätes, Energie- upstart.html

9
2.16 – die neue Version des GNOME-Desktops von Jörg Kreß

„Räum’ dein Desktop auf!“ – unter diesem dass sich die Entwickler auch um die kleinen,
Motto steht die neue Version des GNOME- leicht nervenden Dinge kümmern.
Desktops. Der Autor ist Mitglied des GNO-
ME Deutschland e.V., nach eigenen Angaben Ein bisschen mehr ...
GNOME-Enthusiast und an den Neuerungen in Natürlich sind auch einige Dinge hinzugekom-
GNOME 2.16 nicht ganz unbeteiligt ... men. Wenn es um Ordnung im Dateisystem geht,
muss man wissen, wo der Platz verschwendet
Die neue Version 2.16 des GNOME-Desktops bie- wird. Deshalb wurde Baobab, ein Werkzeug zum
tet wieder einige Neuerungen und Verbesserun- Analysieren des Dateisystems, in den Werkzeug-
gen inklusive der einen oder anderen Überra- gürtel aufgenommen. Baobab zeigt nach einem
schung. Wenn man die vorläufigen Release-Notes Durchlauf durch das Dateisystem oder durch
betrachtet, kommt einem der Verdacht, dass die einen Ordner die Inhalte als Baumstruktur an und
Entwickler in einen Ordnungsrausch gefallen gleichzeitig deren Platzbedarf als kleine Balken.
sind: Was nicht gebraucht wird, kommt heraus Um allerdings noch besser zu sehen, wer denn
und was dem Benutzer hilft Ordnung zu hal- der Platzverschwender ist, kann man auf die soge-
ten, kommt rein. Und für Entwickler wurde etwas nannte Treemap-Ansicht wechseln. Treemaps zei-
Schärfe hinzugefügt ... gen die Größe eines Ordners als Rechteck an. Un-
terordner werden dort dann als kleinere Rechte-
cke eingefügt.
Wer den Desktop mit seinen Standardeinstellun-
gen benutzt, wird dankbar feststellen, dass das
Aufpolieren der einzelnen Distributionen mit neu-
en Icons und Themen nicht spurlos am GNOME-
Standard vorbeigegangen ist. Viele Symbole ha-
ben ein Facelift erhalten und erstrahlen nun in
Tango-Farben und häufig auch als skalierbare Ver-
sion. Damit passen die Icons nun auch besser zum
Standardthema „Clearlooks“, das in dieser Version
seine blauen Lack-Scrollbalken verloren hat. Das
war einigen vielleicht dann doch etwas zu Bon-
bon.

Ein bisschen weniger ...


Im Rahmen des Facelifts wurden auch einige
Die Treemap-Ansicht von Baobab
Themen und deren Thema-Engines entfernt, die
schon seit einiger Zeit keinen Entwickler mehr Zur Ordnung in der Menüleiste trägt Alacarte bei.
hatten. Ein Schritt, der durchaus zu begrüßen ist, Der Menü-Editor von Ubuntu ersetzt den alten
da an diesen Themen die Zeichen der Zeit genagt Editor und erleichtert damit das Verändern der
haben und nun im Thema-Dialog mehr Platz für Menüs auch in anderen Distributionen.
neue Themen von [1] und [2] ist.
Evolution hilft mit einigen Neuerungen an der
Noch eine Kleinigkeit wurde entfernt: Hat schon Oberfläche Ordnung in den Emails und den Ter-
mal jemand versucht ein Screenshot eines ein- minen zu halten. Die neue Drei-Spalten-Ansicht
zelnen Fensters zu machen? Japp! Der schwarze richtet sich primär an Umsteiger von Outlook, bie-
Rahmen um das Fenster ist endlich Geschichte. tet aber auch anderen Benutzern endlich die Mög-
Nicht unbedingt eine Verbesserung, die die Zu- lichkeit, den Antrag beim Chef für ein Breitbild-
kunft ändert, aber ein sehr gutes Beispiel dafür, Display schlagkräftig zu untermauern.

10
Da wir gerade beim Arbeiten sind: Wer oft mo- ten Eintippen des Speicherortes kann man nun
bil arbeitet, wird die Integration des GNOME mit einem Mausklick sichtbar machen. Die neuen
Power Managers zu schätzen wissen, der nicht nur „Drucken“-Dialoge werden nach und nach ihren
die Handhabung des Power-Managements verein- Weg in die GNOME-Programme finden.
facht, sondern auch mehr Informationen über das
System preisgibt. So sehen Anwender, die einen Eine kleine, aber wichtige Neuerung für Anwen-
Zweitakku in ihrem Laptop haben, den Status bei- der, die ständig zu wenig Platz haben, ist die
der Akkus. Aber nicht nur das: Sofern man ein Möglichkeit mit dem Brennprogramm von Nau-
USV oder drahtlose Eingabegeräte angeschlossen tilus nun auch DVDs brennen zu können, ohne
hat, so wird deren Ladezustand auch angezeigt. dass vorher eine ISO-Datei erstellt werden muss.
Geht deren Ladestand zur Neige, wird ein zu- Damit gehört der Ärger, nur noch 3,5 GB zur Ver-
sätzliches Symbol im Benachrichtigungsfeld an- fügung zu haben, der Vergangenheit an. Ähnliche
gezeigt, z.B. eine leere Batterie mit einem Maus- kleine Überarbeitungen finden sich überall in den
Symbol. Programmen, z.B. dem neuen Rechte-Dialog in
Nautilus, Tabbing innerhalb von Anwendungen
per Alt-F6 oder die diversen Feilarbeiten an den
Oberflächen.

Als Tradition kann man jetzt schon fast die


Performance-Optimierungen ansehen. Hier wird
auf die hervorragende Arbeit des letzten Releases
aufgebaut und so erfährt zum Beispiel Evoluti-
on einen Geschwindigkeitszuwachs in mehreren
Bereichen – am wichtigsten ist aber sicherlich
der schnellere Startprozess, der im geringeren
Speicherbedarf begründet liegt. Zum Terminal sa-
gen wir diesmal nichts – es gibt erst wieder Neu-
igkeiten zum Terminal, falls es mal nicht schneller
Ein Werkzeug, das schon viele Distributionen be-
wird. ;-)
reits in ihre Standardinstallationen integriert hat-
ten und das nun auch Bestandteil des GNOME-
Desktops ist, ist Tomboy. Die meisten werden die- Schließen wir den Rundblick mit ein wenig Au-
sen Notizblock auf Steroiden sicherlich schon ken- genschmaus – neudeutsch Eye-Candy. Sofern
nen. Dass er in unveränderter Form mit in den Sie zu den Glücklichen gehören, welche die
Desktop aufgenommen wurde, ist für einige si- Compositing-Sachen verwenden können, werden
cherlich eine Überraschung, da es sich ja um eine Sie sich über viele neue Effekte und kleinere Ver-
Mono-Applikation handelt. besserungen freuen. Das Terminal – nun halt doch
– benutzt dann auch echte Transparenz auf diesen
Womit wir zur Schärfe für Entwickler kommen: Rechnern.
Mit Tomboy gehen auch die Bindings für Mono
in den Standardumfang von GNOME ein. Damit Die Arbeit am Computer zu erledigen, hat mit
kann man nun auch GNOME-Komponenten in C# GNOME schon immer mehr Spass gemacht. Die
schreiben und C, C++, Java, Python und Perl be- großen und vielen kleinen Neuerungen werden
kommen Gesellschaft in ihrer Runde als „Nummer dem Benutzer noch mehr Produktivität bescheren
1“-Bindings. und damit den Spaß-Faktor, egal ob Sie mit Ihrem
PC arbeiten oder nicht, noch einmal erhöhen.
Natürlich fließen auch alle Neuerungen aus
GTK+ in die neue GNOME-Version. So hat der Links:
Dateiauswahl-Dialog eine neuerliche Überarbei- [1]: http://art.gnome.org
tung bekommen und die Adressleiste zum direk- [2]: http://gnome-looks.org

11
Lynx – der Konsolenbrowser von Marcus Alleze

Oh Schreck, oh Schreck, mein X ist weg! Ein- Frames mit ihren Namen auf, die man dann je-
mal nicht aufgepasst beim Update oder der In- weils einzeln anwählen kann.
stallation des Grafiktreibers, und schon bleibt
der Bildschirm schwarz. Wenn man jetzt doch Links sind blau gekennzeichnet, der aktuell ausge-
irgendwie im Forum fragen könnte, wie das wählte ist rot markiert. Mittels der TAB- oder Pfeil-
Problem zu lösen ist ... Nach-Unten-Taste hangelt man sich so von Link zu
Link. Um ans Ziel seiner Wünsche zu gelangen,
Da steht er also nun, der blinkende Cursor, die drückt man wahlweise Return oder die Pfeil-Nach-
grafische Oberfläche will nicht mehr, und keine Rechts-Taste, mit der Pfeil-Nach-Links-Taste springt
Ahnung warum. Der coole Linuxbenutzer ruft nun man zurück zur vorherigen Seite. Geblättert wird
„lynx“ auf, einen Textbrowser, dem es reichlich mittels der Leertaste bzw. Pfeil-Nach-Unten nach
egal ist, wie traurig der Zustand der X-Oberfläche unten, Pfeil-Nach-Oben führt wieder nach oben.
ist. Sollte er sich noch nicht auf dem System be- Und wenn es einen weiter zieht, bedarf es nur ei-
finden, verschafft man sich mittels nes Drucks auf G und man kann die neue Wunsch-
URL eintragen. Mit diesen wenigen Tasten kann
sudo apt-get install lynx man sich bereits komplett durchs WWW bewegen.

seinen neuen Freund. Ein fröhliches Anfänglich noch etwas hilflos, kann man meist
nach ein paar Minuten Eingewöhnung schon recht
lynx http://www.ubuntuusers.de flott surfen, dabei hilft auch, dass lynx Grafiken,
Flash-PopUps und was uns die werbetreibende
getippt, und schon findet man sich kurz darauf auf Industrie sonst noch Buntes feilbietet, komplett
der Startseite. Lynx stellt die Seite streng nach Co- ignoriert. Deswegen ist er auch meist mein Part-
de dar, d.h. was im Quelltext zuerst steht, wird ner Nr.1 wenn man unterwegs mit ISDN oder
zuerst dargestellt. Modem mal eben nach Mails sehen will oder ku-
cken, was es so Neuigkeiten auf der Welt gibt.
Außerdem erhöht es beim ungeschulten Beobach-
ter den Eindruck, dass da einer mit reichlich viel
Ahnung von Computern sitzt, denn Surfen auf
der Konsole im (fast) Schwarzweiß-Modus, da
schaut einem der geübte Mausschubser fasziniert
bis verängstigt über die Schulter und wünscht
sich insgeheim, er könne das mit seinem blauen
„e“ ebenfalls ...

Wer lynx näher kennen lernen will, der darf gerne


mal die Taste K drücken und noch ein paar Dut-
zend neue Kürzel in Augenschein nehmen,

Das kann anfangs verwirrend sein, vor allem eine lynx -help
Kombination aus Frames und 1-pixeligen Blind-
gifs kann schon mal zu lustigen Ratespielchen gibt weitere Optionen preis. Und nun viel Spaß
führen, aber man gewöhnt sich dran. Framesets beim neuen Surferlebnis! Ach ja, mit Q beendet
stellt lynx nicht dar, sondern listet die einzelnen man lynx wieder ...

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VMware-Server von Christoph Langner

VMware [1] ist eine virtuelle Rechnerumge- von Neuen ist nur mit zahlreichen Tricks möglich.
bung. Man kann damit ein Betriebssystem in
einer „virtuellen Maschine“ (VM) installieren, VMware-Server installieren
das heißt: Es ist möglich z.B. ein Windows- VMware-Server ist nicht in den Ubuntu-Quellen
Betriebssystem als „Gastsystem“ in einem An- enthalten. Es muss von Hand heruntergeladen
wendungsfenster auf dem Linux-Desktop lau- und installiert werden. Ebenso ist eine Serien-
fen zu lassen. nummer nötig, die man sich jedoch auf der Dow-
nloadseite von VMware kostenlos erzeugen lassen
Die virtuelle Maschine sorgt dafür, dass das Gast- kann. Diese Nummer wird direkt auf der Website
System glaubt, auf echter Hardware zu laufen, angezeigt. Es ist daher nicht nötig, dass die Email
obwohl diese emuliert wird. Virtuelle Maschinen mit der Seriennummer auch ankommt. ;-)
stellen deshalb dem Gast Pseudo-Hardware bereit
und managen die Kommunikation zwischen der Links zum Download und zur Registrierung finden
„echten“ Hardware im System und der Hardware, sich unter [2]. Wichtig ist, dass man das .tar.gz-
die dem Gastsystem vorgegaukelt wird. Archiv für Linux herunterlädt.

Allerdings muss man sagen, dass die virtuelle Ma- Als nächstes muss man sicherstellen, dass die Pa-
schine nie so performant arbeiten wird, wie wenn kete build-essential, xinetd und linux-headers-
das Betriebssystem „richtig“ installiert wäre. So ARCH installiert sind. Das „ARCH“ bitte gegen die
sind 3D-Spiele oder Multimedia-Applikationen in Architektur des eingesetzten Kernels austauschen.
einer Windows-VM sicherlich nicht wirklich nutz-
bar und auch XGL/Compiz usw. sind in einer vir- Anschließend in das Verzeichnis mit dem Down-
tuellen Linux-Maschine nicht lauffähig. Des Wei- load des VMware-Servers wechseln und dieses
teren darf das Gastsystem nicht zu schwach auf entpacken
der Brust sein. Einen Prozessor mit ca. 2 GHz und
einem Gigabyte RAM sollte das Gastsystem schon tar -xzf VMware-server-1.0.1-29996.tar.gz
besitzen, damit das Arbeiten mit einer VM auch
wirklich Spaß macht. und danach in das entpackte Verzeichnis wechseln

Diese virtuelle Maschine lässt sich für viele Dinge cd vmware-server-distrib/


gebrauchen. Die beliebtesten Einsatzzwecke sind
sicherlich das Starten einer VM mit Windows, um Jetzt muss noch VMware installiert werden. Dazu
liebgewonnene oder benötigte Programme auszu- gibt es ein eigenes Skript, das mit dem Befehl
führen. Oder ein neues Betriebssystem zu testen
ohne das Gastsystem zu formatieren oder zu be- sudo ./vmware-install.pl
schädigen.
ausgeführt wird. Alle Fragen, die im Laufe der In-
Da die nächste Ubuntu Version heranrückt, soll stallation gestellt werden, können im Normalfall
hier das Einrichten einer virtuellen Maschine mit mit einem „Return“ bestätigt werden. Im Menü
VMware-Server beschrieben werden, in die an- Anwendungen » Systemwerkzeuge » VMware
schließend Ubuntu Edgy Eft Beta installiert wird. Server Console findet man zu guter Letzt das
VMware-Server aus dem Grunde, da diese Version neue Programm.
ebenso wie der VMware-Player kostenlos verfüg-
bar ist, aber deutlich mehr Funktionen als der VM erzeugen
Player bietet. Mit dem Player ist es nur möglich Startet man VMware, so existieren jetzt natürlich
bestehende Maschinen zu nutzen, das Anlegen noch keine virtuellen Maschinen. Diese müssen

13
erstmal erstellt und eingerichtet werden, sodass • NAT: Der Host-Rechner fungiert praktisch
man anschließend das Gast-Betriebsystem instal- als Router und verbindet die VM mit dem lo-
lieren kann. Im Beispiel wird das Anlegen einer kalen Netzwerk als Router. Dadurch können
VM für Ubuntu beschrieben. Andere Betriebssys- Server-Dienste eingeschränkt werden.
tem lassen sich genauso erstellen.
• Host-Only Networking: Erzeugt ein privates
Man beginnt damit, dass man aus dem Hauptbild- Netzwerk zwischen Host und VM. D.h. die
schirm von VMware eine neue VM mittels Create VM kann mit dem Host kommunizieren aber
a new virtual machine erstellt. Diese startet einen keine anderen Rechner oder das Internet er-
Installationsassistenten, der den Benutzer durch reichen.
den Prozess steuert. Für viele Betriebsysteme sind
• Kein Netzwerk
schon Vorlagen hinterlegt, die die optimalen Kon-
figurationen für das Gastsystem beinhalten. Linux Üblicherweise wählt man Bridged Networking, da
und darin Ubuntu sind dort schon enthalten. Da- es hier zu keinen Komplikationen kommen sollte.
her wählt man Typical aus. Im nächsten Dialog Danach wird man nach der Größe der „Festplat-
präzisiert man die Auswahl und gibt Linux -> te“ in der VM gefragt. Zusätzlich stehen noch die
Ubuntu an. Optionen

• Allocate all disk space now: Aktiviert man


diese Option, so wird der komplette Fest-
plattenplatz sofort zugewiesen. Dies bringt
etwas mehr Leistung der VM, belegt aber na-
türlich gleich ein paar Gigabyte auf der Fest-
platte, die sonst frei wären.

• Split disk into 2 GB files: Teilt die virtuelle


Festplatte in maximal 2 GB große Stücke. So
kann die virtuelle Maschine auch auf Parti-
tionen abgelegt werden, die keine Dateien
größer als 2 GB verkraften könnten oder um
sie später auf DVDs auslagern zu können.
Im nächsten Schritt kann man der VM noch einen
zur Wahl. Hat man diesen Dialog beendet, ist die
passenderen Namen, also Ubuntu Edgy Eft, ge-
virtuelle Maschine komplett angelegt.
ben und den Pfad angeben, wo die Virtuelle Ma-
schine abgelegt werden soll. Achtung: Hier muss
Installation des Gastsystems
man auf genügend freien Speicherplatz achten.
Inzwischen steht die zweite Testversion Edgy Eft
Üblicherweise ist eine VM 8 GB groß. Natürlich
Knot-2 unter [3] zur Verfügung. Welches Instal-
kann man auch weniger Festplattenplatz verge-
lationsmedium (also Desktop- oder Alternate-CD)
ben. Doch je nach Betriebssystem sollten mind.
man wählt, ist egal, nur die Architektur muss stim-
4 GB freier Speicherplatz auf der gewählten Parti-
men. Die ISO-Datei muss man auch nicht auf CD
tion sein.
brennen. Man kann das ISO-Image in VMware
einbinden, sodass das Image direkt als virtuelles
Anschließend wird das Netzwerk konfiguriert.
CD-Laufwerk zur Verfügung steht.
Folgende Punkte stehen hier zur Wahl:
• Bridged Networking: Die VM erscheint als Daher öffnet man die vorhin neu erstellte virtuelle
„richtiger“ Rechner im Netzwerk. D.h. mit Maschine, klickt unter Devices mit links doppelt
eigener IP im gleichen Subnetz. Dadurch auf das virtuelle Laufwerk CD-ROM 1 und wählt
sind Server-Dienste ohne Probleme möglich. dort Use ISO Image » Ubuntu Edgy CD auswäh-
Diese Einstellung sollte üblicherweise ge- len.
wählt werden.

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Nun ist man fertig gerüstet, um die virtuelle Ma- nierung sollte man sich auch keine Gedanken ma-
schine mit Power on this virtual machine zu star- chen, sondern alles in eine große (die VM kom-
ten. plett ausfüllende Partition) schreiben.

Arbeitet man in der VM, so ist die Maus und


die Tastatur in der VM gefangen, bis man durch
drücken von Ctrl+Alt die Maus befreit. Ist das
Gastsystem komplett installiert, kann man dieses
unbequeme Verhalten durch die Installation der
VMware-Tools beheben. Danach kann man die
Maus transparent zwischen Gast und Host hin-
und herbewegen. Die Installation der VMware-
Tools ist ausführlich im Wiki von ubuntuusers.de
[4] beschrieben.

Links:
[1]: http://www.vmware.com/de
Da die Ubuntu CD schon virtuell im Laufwerk [2]: http://www.vmware.com/download/server
liegt, wird man vom Installer bzw. von der Live- [3]: http://ftp.acc.umu.se/mirror/cdimage.
CD empfangen. Die Installation läuft nun wie auf ubuntu.com/releases/edgy/knot-2
einem normalen System ab. Allerdings sollte man [4]: http://wiki.ubuntuusers.de/VMwareTools
keine SWAP-Partition anlegen. Über die Partitio- [5]: http://wiki.ubuntuusers.de/VMware

Lieblings-Erweiterungen für den Firefox von Stefan Uhr

Zum dritten Mal stellen wir Euch „Lieblings- nicht nur alte Sitzungen wiederhergestellt, son-
Erweiterungen“ für den Firefox vor. Diesmal dern auch geschlossene Tabs und Fenster wieder
ist einer der Entwickler des deutschen Auto- geöffnet werden. Außerdem kann man beliebige
matix an der Reihe. Sitzungen abspeichern. So kann man auf einfache
Weise nach dem Start von Firefox die ständig be-
suchten Seiten (in beliebig vielen Tabs) mit zwei
Da Eva und Thorsten in den freiesMagazin-
Mausklicks öffnen.
Ausgaben vom Juli und August bereits viele Er-
weiterungen genannt haben, von denen auch ei-
nige zu meinen Lieblingen zählen, möchte ich es Apropos viele geöffnete Tabs: Manchmal verliert
mir und auch allen Nachfolgern nicht zu schwer man hier schnell den Überblick, welchen Inhalt
machen und werde mich auf wenige Erweiterun- die Seiten, deren (oftmals wenig hilfreiche) Über-
gen beschränken, welche jedoch für mich sehr schriften man in den Tabs lesen kann, enthalten.
wichtig sind. Hoffentlich sind auch für alle Leser Hier hilft die Erweiterung Firefox Showcase [2]
ein paar interessante Sachen dabei. weiter. Nach einem Druck auf die Taste F12 wird
eine Übersicht angezeigt, in der alle derzeit in
Tabs geöffneten Seiten als Thumbnail-Vorschau
In Firefox 2.0 soll eine Recovery-Funktion ein-
angezeigt werden. Von dieser Übersicht aus kann
gebaut werden, die eine Surfsitzung z.B. nach
man durch Anklicken sofort eine Seite aufrufen
einem Absturz wiederherstellt. Dies ist mit Opera
oder auch schließen.
schon längst möglich und auch mit Firefox dank
der Erweiterung Session-Manager [1] kein Pro-
blem. Mit diesem nützlichen Werkzeug können Mit DownloadHelper [3] kann man einen Video-

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stream, der in eine Webseite eingebettet ist, ein- können. Der ReminderFox [5] ist ein kleines Er-
fach herunterladen. Nach der Installation zeigt innerungswerkzeug, mit dem man einmalige oder
sich rechts oben in der Navigations-Symbolleiste sich regelmäßig wiederholende Termine verwal-
von Firefox ein kleines Symbol. Wird eine Seite ten kann. Zu einem festgelegten Zeitpunkt wird
mit einer Media-Datei aufgerufen, so beginnt das ein kleines Erinnerungsfenster in Firefox einge-
Symbol sich zu drehen und man kann über den blendet. So kann man die nächste Sitzung des
kleinen Pfeil rechts neben dem Symbol die gefun- Wiki-Teams nicht mehr verschlafen. Für Fußball-
denen Dateien herunterladen. Manchmal dauert freunde empfiehlt sich FootieFox [6], der sich in
das Erkennen eine Weile. die untere Statusleiste des Firefox einbettet und
aktuelle Spielstände von nahezu allen Ligen Euro-
Wer sich oft Videostreams ansieht, der wird pas und weiteren wichtigen Ligen im außereuro-
die damit verbunden Probleme kennen. Welcher päischen Ausland, sowie die aktuellen Zwischen-
Player bzw. welches Plugin spielt welche Datei- stände der Champions-League, des UEFA-Cups
en ab? Wie kann ich eine Datei in einem exter- und des DFB-Pokals (auch mit Sound) einblenden
nen Player abspielen? Solche Fragen stellen sich kann. So kann man beruhigt seiner Arbeit nach-
mit der Erweiterung MediaPlayerConnectivity gehen und wird kein Tor mehr verpassen.
[4] nicht mehr. Hier kann man explizit einstellen,
welcher Dateityp mit welchem Player abgespielt Links:
werden soll. Außerdem kann man angeben, ob die [1]: http://www.erweiterungen.de/detail/Session
Datei innerhalb der Webseite abgespielt werden _Manager/544311fae1d9bbc67831
soll, oder ob man lieber einen externen Player be- f2a68db00acc
nutzen möchte. Eine weitere Einstellung betrifft[2]: https://addons.mozilla.org/firefox/1810
das automatische Abspielen einer Datei, welches [3]: https://addons.mozilla.org/firefox/3006
[4]: https://addons.mozilla.org/firefox/446
sich ein- und ausschalten lässt. Mit MediaPlayer-
Connectivity kann man sich auch alle Medienlinks[5]: http://www.erweiterungen.de/detail/
auf einer Webseite anzeigen lassen. Dies ist z.B. ReminderFox/56934681356b6d88a0c00
dann hilfreich, wenn man einen Stream mit dem f8121473ab2
MPlayer herunterladen möchte. [6]: http://www.erweiterungen.de/detail/
FootieFox/56934681356b6d88a0c00
Zum Schluss noch zwei kleine Erweiterungen, die f8121473ab2
eigentlich nicht so wichtig sind, aber dennoch
sehr viel Freude bereiten bzw. Ärger ersparen

Sichere Passwörter für Webseiten von Christoph Langner

Jeder kennt das Problem: Man registriert sich wort ist jedoch über eine Wörterbuchattacke [2]
bei der x-ten Internetseite mit demselben in Sekunden geknackt.
Login-Namen und demselben Passwort wie
immer. Unterschiedliche Logins zu verwenden Aber was tun? Ein sicheres Passwort enthält Son-
ist erstens unbequem und zweitens kann sich derzeichen, unterscheidet Groß- und Kleinschrei-
wirklich niemand zig unterschiedliche Pass- bung und ist garantiert in keinem Wörterbuch
wörter merken. vertreten, doch 0aJ/4%(hGs$dfY! kann sich nie-
mand merken. Eine gute Möglichkeit ist, die An-
Am Ende nutzt man für unwichtige Webseiten das fangsbuchstaben der Wörter eines längeren Sat-
tolle Passwort „1234“, wie 2,5% der Surfer einer zes zu nutzen. Also aus „Hinter den sieben Bergen
Chat-Community, deren verschlüsselte Passwort- sind die sieben Zwerge“ das Passwort „Hd7Bsd7Z“
Datenbank frei zugänglich war [1]. Solch ein Pass- zu bilden.

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Doch auch hier stellt sich wieder das Problem, F2 bzw. „@@“ für das neue Passwort nutzt. Nach
möchte man für jede Webseite ein eigenes Pass- der Änderung ist das Hash-Passwort aktiv.
wort nutzen, hat man gegen die inflationäre Ver-
größerung des eigenen Passwort-Pools zu kämp- Sitz man also an einem Rechner auf dem ein
fen. Schließlich benutzt man doch immer wieder Browser mit der PwdHash-Erweiterung instal-
das eigene „sichere“ Passwort auf unterschiedli- liert ist, muss man sich nur ein (oder natür-
chen Webseiten und setzt sich der Gefahr aus, lich auch mehrere) Passwörter merken, die als
dass ein schwarzes Schaf unter den Webseiten- Grundlage für die Hash-Codes verwendet, nicht
betreibern das übermittelte Passwort in Klartext jedoch kryptische Zeichenfolgen. Man hat also
abspeichert und somit ein für möglicherweise wei- ohne ein Quentchen Komfort zu verlieren, ein
tere Webseiten gültiges Passwort besitzt. Höchstmaß an Sicherheit: Erstens, Passwörter wie
EBLc2MnbBd2y, die nur durch extreme Gewalt
Hier setzt die Open-Source Lösung PwdHash [3], (sprich Rechenzeit) zu knacken sind und zwei-
[4] der Mitarbeiter Blake Ross, Dan Boneh und tens, für jede Webseite ein eigenes Passwort.
John Mitchell des Stanford Security Lab an. Pwd-
Hash ist eine Erweiterung [5] für Internetbrowser Was aber, wenn man am Arbeitsplatz oder an der
wie den Firefox, die das für eine Internetseite Universität in einem Rechnerpool sitzt und die Er-
eingegebene Passwort zusammen mit der zuge- weiterung nicht installieren kann? Für diesen Fall
hörigen Domain automatisch in einen Hash-Code wurde die Webseite [6] eingerichtet.
verwandelt.
Auf dieser Seite läuft ein JavaScript, in das man
Wie funktioniert das Ganze nun? Der User in- die gewünschte Webseite und das Passwort ein-
stalliert die Erweiterung in seinen Browser und geben kann und so den Hash-Code erhält. Dieses
surft auf die die gewünschte Webseite (z.B. Script läuft lokal auf dem Rechner des User, d.h.
http://www.geheim.de), dort legt er sich einen die Daten werden nicht an den Webserver über-
neuen Account an, drückt jedoch vor der Einga- mittelt.
be des Passwortes (z.B. ganzgeheim) die F2-Taste
bzw. setzt vor das eigentliche Passwort zwei „@“- Aktuell berichtet der Heise-Newsticker [7] über
Zeichen. den kommerziellen Dienst passwordsitter [8]. Von
einem kommerziellen Dienst, der eine Closed-
Dies sagt dem Plugin, dass das eingegebene Kenn- Source Lösung anbietet, kann man nur dringend
wort als Hash übermittelt werden soll, woraufhin abraten. Als Nutzer hat man keine Kontrolle was
es aus der Domain „www.geheim.de“ und dem mit den eingegebenen Daten passiert. Daher soll-
Passwort „ganzgeheim“ das für diese Kombinati- te man solche Dienste auf keinen Fall nutzen.
on absolut einmalige Passwort „EBLc2MnbBd2y“
generiert und übermittelt. Links:
[1]: http://www.heise.de/newsticker/meldung
Will man sich später wieder auf der Webseite ein- /733962
loggen muss man nicht dieses komplizierte Pass- [2]: http://de.wikipedia.org/wiki/W%F6rter
wort eingeben, sondern drückt vor der Eingabe W%F6rterbuchangriffbuchangriff
des Passwortes wieder F2 bzw gibt „@@ganz- [3]: http://crypto.stanford.edu/PwdHash
geheim“ als Passwort an, was wieder PwdHash [4]: http://www.heise.de/newsticker/result.
veranlasst den Hash zu übermitteln. xhtml?url=/newsticker/meldung/49900
[5]: https://addons.mozilla.org/firefox/1033
Möchte man existierenden Accounts mit besseren [6]: https://www.pwdhash.com
Passwörtern versehen, so loggt man sich einfach [7]: http://www.heise.de/newsticker/meldung
mit den bekannten Daten ein und ändert das Pass- /77575
wort, wobei man die schon genannten Methoden [8]: https://www2.passwordsitter.com

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Torvalds und Tanenbaum – der ewige Streit von Bernhard Hanakam

Manch einer wird schon etwas darüber gehört lich wäre das nicht, aber trotzdem übertrieben.
haben, aber viele wissen leider recht wenig Allerdings ist das nur eine Vermutung. Es ist un-
von dem Thema. Egal zu welcher Gruppe man wahrscheinlich, dass er alles schrieb, was er dach-
gehört, im Endeffekt interessiert einen doch te, ganz im Gegensatz zu Torvalds, als er antwor-
nur eines: warum streiten die zwei eigentlich? tete.
Genau genommen ist es wie ein kleiner Flame-
war, allerdings nicht wie heutzutage KDE vs. So ging das mehrmals hin und her, bis beide die
GNOME oder Windows vs. Linux vs. OS X, es Sache ruhen ließen. Es gab sowieso keinen, der
geht um pures Betriebssystemdesign. den Streit gewann, also schien es hinfällig. Trotz-
dem gab es bis heute immer wieder die eine oder
Dazu muss ich etwas ausholen. Das ganze fing andere Bemerkung von Tanenbaum, auch bereits
an, als Linus Torvalds Linux schuf. Er tat das vor in diesem Jahrhundert. Die Sticheleien werden
allem, weil er einige Features bei Minix vermisste, vermutlich weitergehen, doch das ist nicht mehr
dem Betriebssytem, das auf der Universität Hel- das Wichtige.
sinki hauptsächlich zu Lehrzwecken eingesetzt
wurde. Auf der Minix-Newsgroup fragte er die Interessanter ist das, was dahintersteckt, nämlich
User nach den Features, die sie sich wünschten der Vergleich zwischen Microkernel und monoli-
und er baute sie nach Möglichkeit ein. Er hätte thischem Kernel. In der Regel müsste man mei-
wahrscheinlich über eine Linux-Newsgroup nach- nen, dass der monolithische Kernel größer ist als
gefragt, aber so etwas gab es 1991 noch nicht. der Microkernel, da im Microkernel nur Dinge wie
Prozess- und Speicherverwaltung laufen und da-
So entwickelte sich Linux immer weiter. Und so mit die Treiber auf der Benutzerebene, während
trug es sich eines Tages zu, dass sich Andrew S. beim monolithischen Kernel alle Treiber und Pro-
Tanenbaum, der Schöpfer von Minix, sich mit fol- zesse im Kernel laufen, also privilegiert. Beides
gendem Satz in den Newsgroups meldete: „Linux hat Vor- und Nachteile: einerseits ist der mono-
is OBSOLETE“. Er prangerte dabei vor allem das lithische Kernel im Allgemeinen schneller, ande-
Design von Linux an. Nicht das optische, sondern rerseits gelten Microkernel oft als stabiler. Da die
das technische. Linux war seit jeher ein monoli- meisten Vorgänge als Benutzerprozesse ablaufen,
thischer Kernel. Das ist er bis heute, während der können sie bei einem Fehler nicht das ganze Sys-
Kern von Minix ein Microkernel ist. Also wurden tem mitreißen.
Vergleiche angestellt. Beispiele für Systeme mit
monolithischen Kernel sind MS-DOS, Windows Vor- und Nachteile halten sich dabei in etwa die
bis 98/Me (damals allerdings noch Windows 3) Waage, alleine deswegen ist der Streit schon hin-
und so manches aus den 80ern, was sich bis zu fällig. Natürlich führen die Unterschiede im Ker-
dieser Zeit gehalten hat. Als rühmliche Beispiele nel auch zu den ewigen Vergleichen zwischen Li-
für den Gebrauch von Microkerneln führte Tanen- nux und Windows, was aber nicht mehr so einfach
baum unter anderem Windows NT (zu der Zeit ist, weil Microsoft seit NT 4.0 Hybridkernel ein-
noch in Entwicklung), GNU/Hurd und natürlich setzt. Diese Art von Kernel vereint in der Theorie
sein eigenes Minix auf. die Vorteile von Microkernel und monolithischem
Kernel, wobei ein Microkernel als Vorlage genom-
Er ist bis heute der Überzeugung, dass monoli- men wird und entsprechende Module und Treiber
thische Kernel nicht mehr zeitgemäß sind und mit rein kompiliert werden. So geht nicht nur Mi-
vor allem programmiertechnisch eher „hässlich“. crosoft vor, sondern auch Apple. Bei Mac OS X
Es wid auch gemunkelt, dass Tanenbaum etwas läuft als Kernel im Prinzip GNU Mach, welcher
beleidigt war, weil Torvalds Linux über die News- wie jeder andere Hybridkernel angepasst wurde.
group „sein“ Minix ankündigte. Ganz unverständ- Man denkt also, dass der Hybridkernel dem mo-

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nolithischen überlegen ist, aber auch das kann Thema natürlich sehr viel komplexer. Das Design
man nicht so pauschal sagen. Es ist erwiesen, dass eines Betriebssystemkerns ist eine Kunst für sich
der Kernel von Windows XP wesentlich größer, und jeder Programmierer hat seine guten Gründe,
speicherlastiger und auch etwas langsamer ist als warum er seinen Kernel so baut. Wie man sieht,
ein Linux-Kernel, zumindest wenn man die Kernel erfreuen sich die Systeme aller Lager wachsen-
alleine betrachtet. Diese Ergebnisse werden natür- der Beliebtheit, also kann ja kein Design wirklich
lich je nach Ausstattung der Systeme verfälscht, schlecht sein. Wird das aber etwas an den ewi-
auf die Weise kann ein Linux-System durchaus gen Streitigkeiten und Flamewars einiger Leute
langsamer sein als Windows XP, obwohl der Un- ändern? Ich glaube nicht. Macht aber nichts, denn
terbau eigentlich schneller ist. Im Grunde ist das so wird’s garantiert nie langweilig.

Wie wird man ein „Linux Certified Professional“? von Marcus Alleze

MCSE, RHCE, NCLP, CCNA ... „Titel sind die etwas umständliches Anmeldeprozedere hinter
Möbelpolitur des Namens“ – diesen Satz präg- sich zu bringen. Schritt 1 – die LPI-ID. Man mel-
te Waltraud Pizucha und in ihm steckt sehr viel det sich mit seinen persönlichen Daten auf der
Wahres. Neben herstellerspezifischen Zertifi- Website an, und erhält seine ID. Mit selbiger geht
zierungen gibt es eine anerkannte, distributi- man in Schritt 2 entweder zur Seite von Thomson
onsunabhängige Prüfung – abgenommen vom Prometric oder Pearson VUE und registriert sich
Linux Professional Institut (LPI) [1] mit Sitz dort ebenfalls. Dann kann man zur Buchung der
in Kanada. Die Prüfungen sind weltweit ein- Prüfung schreiten (aktuell fand ich keinen Hin-
heitlich, sie werden in deutsch, englisch und weis mehr auf der Seite, aber ich musste mich
japanisch angeboten. für die erste Prüfung telefonisch anmelden – das
ging einfach auf Deutsch über eine kostenfreie
Überrascht, wenn ich sage, dass ich einen SUSE- Nummer). Man sucht sich ein Testcenter in sei-
„Administrator“ kennen lernen durfte, der nicht ner Nähe aus, wählt dann aus den angebotenen
wusste, dass man einen Daemon mittels eines freien Terminen einen aus und bestätigt im letz-
Skripts in /etc/init.d/ starten und stoppen ten Schritt die getätigten Eingaben. Dann heißt
kann? Gefangen im geistigen Käfig seiner Distri- es zum ausgewählten Termin gut vorbereitet zu
bution kennt er rc-Befehle, mehr nicht. Vielleicht sein, eine Verschiebung ist allerdings bis 24 Stun-
hält er die Endung .deb für die Bezeichnung eines den vor Prüfungsbeginn möglich.
Paketes, das debil ist? So schön und praktisch das
eine oder andere lieb gewordene Werkzeug sein Die Prüfung selbst findet am PC statt, es wer-
mag, die Vielfalt ist einer der großen Vorteile von den sowohl Mutiple-Choice-Fragen mit einer oder
Linux. Allgemeine Kenntnisse und das Verständ- mehreren richtigen Antworten gestellt als auch
nis des Systems sind wichtige Voraussetzung, um freie Antworten abgefragt – eine Frage wie „Mit
die LPI-Zertifizierung zu erreichen. Es gibt die welchen Befehl verfolgen Sie die laufenden Ein-
Prüfung aktuell in 2 Stufen: LPIC-1 – Junior Le- träge im Systemlogfile?“ sollte den Prüfling daher
vel und LPIC-2, benannt Intermediate Level, den nicht erschrecken.
krönenden Abschluss soll dereinst der „Senior Le-
vel“ bilden, der aber derzeit noch entwickelt wird.
Die Prüfungsinhalte
Die für die Prüfung relevanten Inhalte kann man
Zunächst gilt es, LPIC-1 zu erreichen. Dazu muss sich auf der Seite des LPI [2] ansehen. Kurz ge-
man die beiden Prüfungen 101 und 102 bestehen. fasst beinhaltet die LPI-101 grundlegende Din-
Die Reihenfolge ist dabei egal. ge wie Shellbefehle, das /proc-Dateisystem, die
Partitionierung, das Paketmanagement (rpm und
Bevor man zur Prüfung schreiten kann gilt es, ein deb), die X-Konfiguration und ein paar grundle-

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gende Befehle. Die Prüfung 102 zielt dann auf Klaus Behrla, Presseprecher des LPI German e.V.
Themen wie den Bootvorgang, Kernelkonfigurati- [3] im Interview bestätigt. Prinzipiell gilt: wer sich
on, Druckdienste, weitergehende Shellprogram- überschätzt hat, kann nach einer Woche einen er-
mierung, Netzwerkkonfiguration und -dienste, neuten Versuch wagen. Wer ein zweites Mal schei-
ein wenig NFS, eine Prise Apache, ein paar Tak- tert, dem gönnt das LPI eine dreimonatige Pause,
te Samba, dazu noch Grundkenntnisse in Sachen ehe mensch zum nächsten Versuch antreten darf.
Security mitsamt SSH und iptables. Sind diese Ob der Versuch von Erfolg gekrönt war, erfährt
beiden Hürden gemeistert, hat man den schicken man direkt nach der Prüfung auf dem Bildschirm,
Titel „Linux Junior Administrator“ in der Tasche. mitsamt der erreichten Punktzahl. Das hinter der
Um Level 2 zu erreichen benötigt man in Prüfung Prüfung stehende Punktesystem ist auf Anhieb für
201 und 202 tiefer gehende Kenntnisse und Ver- Nichtmathematiker nicht so einleuchtend, aber
ständnis von Zusammenhängen in den genannten insgesamt stimmig. Vereinfacht formuliert: Auf-
Bereichen. Die Bereiche Kernelbau und -patchen gaben, die zu oft richtig gelöst wurden, fliegen
sind ebenso wieder enthalten wie z.B. Sicherheits- ebenso aus dem Fragenkatalog, wie solche, die zu
themen und Backupstrategien, LDAP und PAM selten die richtige Antwort bekamen. Nach Errei-
sollten geläufig sein, man sollte wissen, dass man chen eines Levels bekommt man wenige Wochen
mit Tripwire die Folgen zwielichter Netzwerkak- nach der Prüfung eine Urkunde, ebenso eine klei-
tivitäten, die man mit nessus oder snort entdeckt ne Plastikkarte, die sich im Geldbeutel gut macht
hat, untersucht – und nicht initiiert, denn das wä- und als Türöffner, Buttermesser oder Unterleg-
re ein ähnlich klingendes Programm. scheibe für wackelnde Tische prima verwendet
werden kann.
Die Themenliste wird im Moment überarbeitet,
die Website listet aktuell Themenbereiche mit Abschließend noch der Hinweis, dass das LPI re-
dem Status „partial“ auf. Zu meiner Überraschung gelmäßig auf Linuxtagen und ähnlichen Veran-
stellte ich fest, dass der Befehl „insserv“, den ich staltungen auch Prüfungen in Papierform anbie-
aktuell Novell zugeordnet hätte, scheinbar Ein- tet. Die Fragen sind identisch, die Auswertung
gang in die LSB gefunden hat, und nun auch zu dauert ca. zwei bis sechs Wochen, die Prüfungs-
den als bekannt vorausgesetzten Befehlen gehört. gebühr beträgt oft nur 60 statt der üblichen 125
Hier scheint ein regelmäßiger Besuch der LPI- EUR.
Seite sinnvoll zu sein, vor allem wer mit einem
Buch zur Vorbereitung arbeitet, sollte sicherstel- Interview
len dass die Buchinhalte sich (noch) mit den Vor- Zum Thema sprach ich außerdem mit Klaus Behr-
gaben der aktuellen Prüfung decken bzw. den An- la, Pressesprecher des LPI German e.V.:
bieter eines Seminars danach fragen, ob bereits
die neuen Inhalte gelehrt werden.
Warum sollte sich ein Linux-affiner Adminis-
trator zertifizieren lassen?
Die Anzahl und der Umfang der Themen machen Eine Zertifizierung für Administratoren, die im
sehr schnell klar, dass die Prüfung mit Auswen- Linux-Umfeld arbeiten, ist interessant und wich-
diglernen kaum zu schaffen ist – was sie in erfreu- tig, um von unabhängiger und neutraler Stelle ei-
licher Art und Weise von der einen oder anderen ne Bestätigung und einen Nachweis über vorhan-
Prüfung abhebt, die man oft gehörten Gerüch- dene Fachkenntnisse zu erhalten. Die Steigerung
ten zufolge so schaffen kann. Man sollte sich, je der Service-Qualität von Firmen und ihrer Mitar-
nach Basis, schon darauf einstellen einige Wo- beiter im Linux-Bereich und die Verbesserung der
chen mit der Vorbereitung zu verbringen. Ob man Berufschancen von Berufseinsteigern sind weitere
die im Selbststudium mittels des online erhältli- wichtige Gründe. Die Zertifizierungen des Linux
chen Materials verbringt, einen Kurs bei einem Professional Institute (LPI) sind für Techniker und
entsprechenden Seminaranbieter bucht oder sich IT-Manager unter anderem deshalb sehr gut ge-
eines der zum Thema erhältlichen Bücher oder eignet, weil sie distributionsübergreifend ausge-
Skripten bedient, das ist Frage des eigenen Ge- legt sind und dadurch ein großes Spektrum an
schmacks, Geldbeutels sowie Zutrauens, wie auch Wissen abdecken können. Die Arbeitgeber erwar-

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ten Know-How in den unterschiedlichen Linux- Wie bekannt und anerkannt ist die LPI-
Distributionen. Zertifizierung inzwischen in der IT-Welt?
Das LPI erfreut sich einer sehr guten internatio-
Welchen Weg der Zertifizierung würden Sie nalen Anerkennung durch die IT-Industrie, was
empfehlen? man unter anderem schon an unseren Sponsoren
Hier sind unterschiedliche Wege möglich. Das erkennen kann. Darunter sind Firmen wie Novell,
kommt zum einen auf das Budget und zum an- IBM, SGI und HP. Die Anerkennung als wichti-
deren auf die Veranlagungen des Kandidaten an. ge Zertifizierung läßt sich an einem Ranking von
Ein Intensivkurs von z.B. drei bis fünf Tagen in http://certcities.com [8] verdeutlichen. Dort liegt
einem IT-Trainingscenter mit qualifiziertem Trai- die LPIC-2-Zertifizierung in den Top 10 der IT-
ner und zertifizierten Unterlagen ist sicher eine Zertifizierungen. Die IT-Welt unterstützt ganz klar
sehr gute Vorbereitungsmöglichkeit. Solche An- den distributionsübergreifenden Ansatz beim LPI
gebote unterstützen wir zum Beispiel durch un- und das Konzept in unserer Zertifizierung mit den
ser Partner-Netzwerk, dem LATP-Programm, und beiden existierenden Stufen LPIC-1 und 2. Das Le-
einem eigenen Portal [7], aber nicht jeder Kan- vel 3 wird als Prüfung für Spezialbereiche wie z.B.
didat hat dafür die Mittel. Alternativ gibt es vie- Samba zur Zeit entwickelt und ab dem kommen-
le Kursangebote über die örtlichen Arbeitsämter den Jahr angeboten. Und auch die neue, ergän-
für Berufsein- oder -umsteiger. Selbststudium ver- zende Zertifizierung für die Ubuntu-Distribution
langt immer viel Disziplin von den Kandidaten ab, gibt dem LPI weiter Auftrieb.
eher geht diese Methode noch berufsbegleitend
anhand konkreter Aufgabenstellungen im Job.
Herr Behrla, vielen Dank für das Gespräch.
Zur Fachliteratur für die LPI-Prüfungen kann auf
jeden Fall gesagt werden, daß es ein umfangrei-
ches Angebot, auch gerade an deutschsprachiger Links:
Literatur gibt. Im Web kann eine von uns geführte [1]: http://www.lpi.org
Liste hier eingesehen werden [7]. [2]: http://www1.lpi.org/de/lpic.html
[3]: http://lpi-german.de
Das Internet als Wissensquelle ist auch wichtig. [4]: Deutsches Forum zur LPI-Prüfung, leider ein
Vor allem, wenn sehr spezielle Lösungen gesucht wenig eingeschlafen:
werden. Hier wird man ganz überwiegend in spe- www.lpi-test.de
ziellen Foren Antworten finden. Auch eine spezi- [5]: Seite mit Tipps und Tricks, evtl. von den The-
elle Website zu den LPI-Themen wie z.B. [5] ist men her nicht ganz up-to-date:
interessant für das Selbststudium. www.linux-praxis.de
[6]: Prüfungssimulator (umsonst) und (kosten-
Wie viele LPI-zertifizierte Administratoren gibt pflichtige) Kurse und Kursskripte zum Kauf:
es derzeit weltweit bzw. in Deutschland? www.linupfront.de
Aktuell gibt es insgesamt zirka 36.000 LPI- [7]: http://latp.lpi-german.de
Zertifizierungen weltweit und zirka 4.000 in [8]: http://certcities.com/editorial/features/
Deutschland. story.asp?EditorialsID=95&page=3

© by Randall Munroe, http://xkcd.com

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Wichtige Befehle – Teil 3: Systeminformationen
aus „Einstieg in Linux – das Ubuntu Anwenderhandbuch“ von Marcus Fischer

Allgemeine Systeminformationen

top Zeigt Programme und CPU-Auslastung an


ps Gibt alle laufenden Prozesse zurück
kill Beendet einen Prozess nach der Prozess-ID
killall Beendet einen Prozess nach dem Prozessnamen
free Zeigt Ausnutzung des Arbeitsspeichers
uptime Gibt die Laufzeit des Computers an
less Zeigt eine Textdatei an
more Wie less, aber scrollt nicht mehr zurück
tail Gibt die letzen 10 Zeilen einer Datei zurück
head Gibt die ersten 10 Zeilen einer Datei zurück
arch Prozessorfamilie
cat /proc/filesystems Informationen zu unterstützten Dateisystemen
cat /proc/cpuinfo Informationen zum Prozessor
cat /proc/pci Informationen zu den PCI-Karten
date Datum und Zeit
dmesg Kernellogger: Zeigt Kernelaktivtäten
glxgears Kleiner Graphiktest zur Performance der VGA
glxinfo Angaben über OpenGL und Graphikkarte
lspci Infos über PCI-Komponenten
shutdown -h now Fährt den Rechner herunter
shutdown -r now Startet den Rechner neu
x -version Zeigt Version von Xfree an

Festplatteninformationen
df Gibt den Speicherplatz aller gemounteten Laufwerke aus
fdisk Festplatte partitionieren, z.B. fdisk /dev/hda
sync gepufferte Daten auf Festplatte speichern

Netzwerk
ifconfig Zeigt Netzwerk-Infos an
iwconfig Zeigt Infos zum WLAN an
ping (Rechner) Testet die Verbindung zu einem Rechner

Kernel und Module


lsmod Zeigt geladene Module an
make menuconfig Einrichten des Kernels
modprobe (Modul) Fügt ein Modul ein oder löscht es
uname -a Zeigt die Kernel-Version an

Sonstiges
ps aux Zeigt alle laufenden Prozesse und Dienste an
rc-update show Zeigt die Dienste an, die beim Start geladen werden

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Vorschau

Die Oktober-Ausgabe erscheint voraussichtlich am 08. Oktober. Unter anderem mit folgenden The-
men:
• Interview: Reinhard Tartler
• Bilder von Edgy
• Irssi – IRC-Client für die Konsole
Es kann leider vorkommen, dass wir aus internen Gründen angekündigte Artikel verschieben müssen.
Wir bitten dafür um Verständnis.

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Impressum

Erscheinungsweise: als .pdf am zweiten Sonntag eines Monats


ViSdP: Eva Drud – edrud@freies-magazin.de, Marcus Fischer – mfischer@freies-magazin.de
Redaktion: Eva Drud, Marcus Fischer; Kontakt: redaktion@freies-magazin.de
Layout und Satz: Eva Drud – edrud@freies-magazin.de

Ständige Mitarbeiter:
Marcus Alleze – malleze@freies-magazin.de (einfach_Marcus bei UbuntuUsers.de),
Bernhard Hanakam – bhanakam@freies-magazin.de (kamiccolo bei UbuntuUsers.de),
Christoph Langner – clangner@freies-magazin.de (Chrissss bei UbuntuUsers.de),
Thorsten Panknin – tpanknin@freies-magazin.de,
Dominik Wagenführ – dwagenfuehr@freies-magazin.de

Autoren und Übersetzer:


Dirk Deimeke,
Jörg Kreß,
Stefan Uhr (pippovic bei UbuntuUsers.de)

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