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Regionalgruppe RE

Kontakt: recklinghausen@attac.de

Informationen - Dezember 2011

Schließt das Wirtschaftskasino!

Als Attac 1998 gegründet wurde, lautete so der erste Slogan im Hinblick auf die Finanzkrise in Südostasien Mittlerweile sind wir Zeugen zahl- reicher weiterer Krisen geworden, die durch die Finanzmärkte ausgelöst wurden: Der Krisen in Russland, Brasilien, der Türkei, Argentinien und dem Platzen der New Economy Blase im Jahr

2001.

Derzeit steckt die Welt erneut mitten in einer

Krise, der schwersten seit der Großen Depression

1929.

Jetzt, wo das gesamte System der neoliberalen Globalisierung versagt und der Glaube, dass man unregulierte Märkte trotz Spekulationsaktivitäten sich selbst überlassen kann, als trügerisch erwiesen hat, stehen die Strukturen und Mechanismen des Finanzsystem auf dem Spiel.

Die Antwort auf diese Krise sollte sich also nicht darauf beschränken, den Kapitalismus moralisch zu bewerten oder die Schuldigen zu benennen. Oberflächliche Regulierungen und Kurzzeit- Management dienen lediglich der Aufrechterhal- tung des Systems und können ein erneutes Desaster nicht verhindern.

Die Antwort muss die Forderung nach einem Ausstieg aus dem Neoliberalismus beinhalten und fordern, dass dem Einfluss der Wirtschaft auf die Gesellschaft ein Ende gesetzt wird.

Attac fordert:

>Gesetze gegen die Sozialisierung der Verluste und die Privatisierung des Profits:

-Die Profiteure der Spekulationen müssen für den Crash bezahlen >Ausbau eines öffentlichen und kooperativen Bankensektors >Die Überarbeitung des Finanz-, und Währungs- systems im Rahmen einer globalen Reform der Vereinten Nationen >Einführung einer Steuer auf alle Formen des Finanztransfers, einschließlich Devisentrans-

aktionen >Die progressive Besteuerung von Kapitaleinkünften >Die Schließung von Steueroasen >Das Verbot von destabilisierenden Aktivitäten innerhalb des Finanzsystems

destabilisierenden Aktivitäten innerhalb des Finanzsystems Nicht zuständig Von Klaus Pedoth Professors Wilhelm

Nicht zuständig

Von Klaus Pedoth

Professors Wilhelm Heitmeyer von der Uni Bielefeld bildet seit 2002 in einem weltweit einmaligen Forschungsprojekt mit den Befragungen zu Vorurteilen gegenüber Menschengruppen sowohl Zeitverläufe als auch die Einflüsse aktueller politischer Entwicklungen ab. Daraus ist ein ergiebiger jährlicher Bericht über die „Deutschen Zustände“ entstanden, der auch die Grundlage für etliche Praxisprojekte und weitere Forschungen darstellt. Doch damit ist es nun vorbei.

Die VolkswagenStiftung, die in zehn Jahren 2,7 Millionen Euro gegeben hat, unterstützt das Projekt nicht mehr. Einen Vorwurf kann und sollte man ihr daraus jedoch nicht machen. Das betonte Heitmeyer bei der Vorstellung des letzten Bandes des Langzeitprojektes.

Von einer „rapiden Verschärfung der sozialen Spaltung“, die die Gesellschaft zersetze, ist in dem Bericht die Rede. Die Politik müsse dem massiv entgegenwirken, sagt Heitmeyer. Eine Politik, die das nicht begreife, beteilige sich an der Entstehung von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Es drängt sich die Frage auf, warum so ein Projekt nicht von der öffentlichen Hand gefördert wird. Der tägliche Kampf für Demokratie, soziale Gerechtigkeit und gegen Menschenverachtung, die nicht selten auf von Politikern gesetzte Normen von Rentabilität und Verwertbarkeit in allen Lebensbereichen gründet, sollte höchste Priorität besitzen.

Dann könnten sie auch weniger ignorieren, dass die deutschen Zustände Folge ihrer Politik sind.

Glauben, malochen, sparen und Maul halten

Von Klaus Pedoth

Immer und immer wieder hämmert die neoliberalhörige Politik und die mit ihr in verschworener Gemeinschaft zusammenarbeitenden Medien den Menschen ein, dass die öffentlichen Schulden keine andere Wahl lassen als zu sparen. Wobei Sparen nichts anderes heißt als dort zu streichen, wo es die abhängig Beschäftigten, und noch mehr die arbeitslosen und armutsbetroffenen Menschen trifft: an deren Geldbeutel und an gemeinwohlorientierten Leistungen.

Sparen als Mittel zur Beseitigung der Finanz- und Wirtschaftskrise? So langsam aber sicher glauben nur noch wenige dieser „Alles-dem-Wettbewerb-unterstellen“- Politik, die, wenn überhaupt, die Auswirkungen, auf keinen Fall aber die Ursachen für die Krise im Blick hat. Zum Beispiel die massiven Steuerkürzungen zugunsten von Unternehmen und Reichen, in deren Folge die Staatskassen immer weniger Geld ein- und die Verschuldungen zunahmen. Da die Unternehmen und Reichen das geschenkte Geld nicht in die Realwirtschaft –und damit in die Sicherung bestehender und die Schaffung neuer Arbeitsplätze- investierten, sondern damit an den Börsen spekulierten, folgte das, was kritische Wissenschaftler und Ökonomen vorhersagten:

die Finanz- und Wirtschaftskrise.

Doch anstatt die Steuergeschenkpolitik rückgängig zu machen und damit wieder Geld in die Staatskassen zu lenken, haben oben genannte Eliten das Märchen von der Beseitigung der Krise durch Sparen in die Welt gesetzt. Und um es glaubhaft zu machen wird behauptet, dass nicht die geringen Steuereinnahmen und die spekulierenden Akteure für die Finanz- und Wirtschaftskrise verantwortlich sind, sondern dass maßlose Ansprüche der Bürgerinnen und Bürger eine Staatsschuldenkrise verursacht und deshalb nun die Konsequenzen zu tragen haben.

Wer so die Menschen „verblödet“ und „dirigiert“, der missachtet sie als staatstragende Kraft, nimmt ihre Probleme und Wünsche nicht ernst. Er bedient nur Wirtschaftsinteressen und überlässt Demokratie und soziale Gerechtigkeit den unberechenbaren Kräften des freien Marktes und seinen Helfershelfern.

Wenn wir darüber diskutieren, dass die kapitalistische Globalisierung mit ihrem neoliberalen Motor die entscheidende Kraft für diese Entwicklung ist, so ist das nur ein Teil der Wahrheit.

Herauszustellen ist, dass die Kraft des Stärkeren einen Vorrang bekommen hat. Einen Vorrang, den –wie jüngste Taten besonders deutlich zeigen- Rechtsradikale als Chance sowie als Handlungsauftrag verstanden und umgesetzt haben. Gestärkt durch Meinungen, die bis in die Mitte der Gesellschaft hinein hergestellt werden (Sarrazin’sche Volksaufklärung) und dann der „Kraft des Stärkeren“ als Legitimation dienen.

Alles Fremde wird von dieser „Kraft des Stärkeren“ zur Gefahr erklärt und zur angstverstärkenden Bedrohung plakatiert. Die Bestimmung darüber, was fremd ist oder zu sein hat, verhilft der „Kraft des Stärkeren“ zur Macht. Einer Macht, die sich selbst idealisiert und proklamiert, als politisch gestaltendes Normativ mit der „Kraft des Stärkeren“ Ängste beseitigen zu können.

Wer an Gerechtigkeit als Ergebnis eines Wettbewerbs auf dem freien Markt glaubt und sich dem unterwirft, hat die Bodenhaftung verloren und unterstützt eine Ideologie, die Demokratie und soziale Gerechtigkeit als bedrohendes Fremdes definiert und bekämpft.

So gibt er auch der „Kraft des Stärkeren“ Nahrung. Und damit auch Zuspruch für die, die sich berufen fühlen, rechtes Gedankengut in rechtes Handeln umzusetzen.

Das erfordert Protest gegen eine Politik, die nicht dem Wohle der Menschen dient, sondern die das Wohl der Menschen auf dem freien Markt verzockt.

Wir zahlen nicht für Eure Krise!

Aktiv gegen RECHTS!