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Universität Institut für Leistungselektronik und Elektrische Antriebe Stuttgart Prof. Dr.-Ing. J. Roth-Stielow

Universität

Institut für Leistungselektronik und Elektrische Antriebe

Stuttgart

Prof. Dr.-Ing. J. Roth-Stielow

ÜBUNGEN ZU „ELEKTRISCHE ENERGIETECHNIK II“

Umdruck VI:

Synchronmaschinen

1 Aufbau, Wirkungsweise, Ersatzschaltbild, Leistungsfluss

1.1 Mechanischer Aufbau

Stator: Prinzipiell gleich aufgebaut wie der Stator einer Asynchron- maschine (aus Blechen geschichteter Hohlzylinder mit Nuten, in welche eine Drehstromwicklung eingelegt ist).

Rotor: - Entweder als (meist massiver) Vollpolläufer mit Nuten in welche eine Gleichstromwicklung eingelegt ist, ggf. zusätzlicher Dämpferkäfig (= Käfigläufer einer ASM) zur Dämpfung von Pendelungen bei Belastungsänderung

- oder als Schenkelpolläufer mit ausgeprägten Polen und Gleichstromwicklung (und ggf. Dämpferkäfig)

- oder als Permanentmagnetläufer.

Für die Speisung der Gleichstromwicklung auf dem Läufer sind (außer beim Permanentmagnetläufer) zwei Schleifringe erforderlich.

VI/1

1.2

Prinzipielle Wirkungsweise

1.2.1

Rotorfeld („Erregerfeld“)

Bei Speisung der Rotorwicklung mit Gleichstrom erzeugt diese ein magnetisches Gleichfeld („Erregerfeld“), dessen Richtung durch die Achse der erregenden Spule festgelegt wird. Diese ist gegenüber dem Rotor unveränderlich, so dass auch das von dieser Gleichstromwicklung erzeugte Magnetfeld seine Lage gegenüber dem Rotor nicht verändert.

1.2.2 Polradspannungen

Bei Rotation des Rotors (bei Antrieb von außen) mit der mechanischen Winkelgeschwindigkeit 0 läuft das Erregerfeld mit derselben Geschwindigkeit über den Stator und dessen Wicklung hinweg („Drehfeld“). In der Statorwicklung werden infolge dessen Spannungen

mit der elektrischen Kreisfrequenz  

Erregerfeld sowie der Drehgeschwindigkeit proportional sind:

0 induziert, deren Größe dem

p 

Polradspannungen:

u

p

2

 L 

h1

3

w

e

e

w

1

1

I

e

1.2.3 Statorströme und resultierendes Drehfeld

Bei stromdurchflossener Statorwicklung (z.B. bei unmittelbarer Speisung von Verbrauchern oder nach Zuschaltung an ein vorhandenes Drehstromnetz) erzeugt diese ebenfalls ein magnetisches Drehfeld. Dieses läuft gegenüber dem Stator mit der Geschwindigkeit 0 , gegenüber dem Rotor mit der Geschwindigkeit 0 um (Rotor läuft „synchron“). Stator-Wechselströme und Rotor-Gleichstrom zusammen erzeugen somit ein resultierendes Drehfeld, das allein die magnetischen Verhältnisse in der Maschine bestimmt und das Drehmoment bildet.

VI/2

1.3 Ersatzschaltbilder

1.3.1 Einphasiges Ersatzschaltbild mit idealer Synchronmaschine

1.3.2 Einphasiges ständerseitiges Ersatzschaltbild 1. Art
1.3.2
Einphasiges ständerseitiges Ersatzschaltbild 1. Art

VI/3

1.3.3 Einphasiges ständerseitiges Ersatzschaltbild 2. Art

1.3.3 Einphasiges ständerseitiges Ersatzschaltbild 2. Art                

         
         
   

 

 

 

                1.3.4 Vereinfachtes, einphasiges ständerseitiges
                1.3.4 Vereinfachtes, einphasiges ständerseitiges

1.3.4
1.3.4

Vereinfachtes, einphasiges ständerseitiges Ersatzschaltbild 2. Art

          1.3.4 Vereinfachtes, einphasiges ständerseitiges Ersatzschaltbild 2. Art VI/4
          1.3.4 Vereinfachtes, einphasiges ständerseitiges Ersatzschaltbild 2. Art VI/4

VI/4

1.3.5 Dreiphasiges Ersatzschaltbild mit idealer Synchronmaschine
1.3.5 Dreiphasiges Ersatzschaltbild mit idealer Synchronmaschine

VI/5

1.4 Leistungsfluss

mit idealer Synchronmaschine VI/5 1.4 Leistungsfluss Bei Vernachlässigung der Statorverluste gilt für U 1

Bei Vernachlässigung der Statorverluste gilt für U 1 und 0 bzw. konstant:

P

1

I

1W

P

1N

I

1WN

 PM

i

i

PM

iN

iN

Leistungsbilanz:

P

mech

P

1

)



P

(P

Cu1



Fe

P

R

Verluste (stets

0)

Hinweis:

die

Leistungsbilanz, aber in die Berechnung des Gesamt-

wirkungsgrades der Maschine ein!

Die

Erregerleistung

P

e

=U

I

ee

geht

nicht

in

VI/6

2 Betriebsverhalten der Synchronmaschine

2.1 Kreisdiagramm (Ortskurve des Statorstromes für variable Belastung, Parameter: Erregerstrom)

Darstellung in bezogener Form:

I

1

I 1WN

Vereinfachungen: R 1  0 (keine Statorverluste)   (keine Eisenverluste) R Fe
Vereinfachungen:
R 1  0
(keine Statorverluste)
 
(keine Eisenverluste)
R Fe
Voraussetzungen:
U 1 und  konstant (Betrieb am starren Netz)
Ausgangspunkt::
Vereinfachtes, einphasiges ständerseitiges
Ersatzschaltbild 2. Art
UU
U
1p
p
I
 
j
U j
1 
II 
1
I
II
jX
X
X
1
11
Wegen  konstant ist hier
 U( I
) , somit auch
I
II
(
U p
pe
II
II
e )
Definition des elektrischen Polradwinkels:

(U ,U
)
 I I
(
,
)
1
p
I
II
Ergebnis:

Die Spitze des Ständerstromzeigers I 1 liegt auf einem Kreis um den Punkt P 0 (Endpunkt des Stromzeigers I I ), dessen Radius zum

Erregerstrom proportional ist. Die Lage des Ständerstromzeigers auf diesem Kreis wird durch die Drehmomentbelastung der Maschine bestimmt.

VI/7

Definition des Leerlauferregerstromes:

Erregerstromverhältnis:

I

e0

I

e

U

p

U

p

U

1N

I

e

I

e0

U,

1N



I

II

I

I

0N

VI/8

2.2

Betriebsbereiche der Synchronmaschine

2.3 Momentenkennlinien

VI/9

der Synchronmaschine 2.3 Momentenkennlinien VI/9 Verlauf des Drehmoments über dem elektrischen Polradwinkel

Verlauf des Drehmoments über dem elektrischen Polradwinkel (nicht über der Drehzahl, diese bleibt im stationären Betrieb stets konstant!); abgeleitet aus der Stromortskurve:

 M  sin()  M  sin(p  ) M i iK iK (:
 M
 sin()  M
 sin(p  )
M i
iK
iK
(: mechanischer Polradwinkel)
Hierin:
pp
I
p
e
M
3
UU
3
UU
3
U

L
c
 I
iK
22
1
p
1
1N
2
1
h1
e
e

LL
I
L
11
e0
1
Bei Überschreitung des Kippmomentes M iK :
- bei Motorbetrieb fällt die Maschine „außer Tritt“ (kommt
u.U. zum Stillstand)

- bei Generatorbetrieb fällt die Maschine „außer Tritt“ und „geht durch“ (Drehzahlerhöhung durch Antriebsmaschine)

VI/10

3

Beeinflussungsmöglichkeiten

Bei Betrieb am starren Netz (U 1 und konstant) kann nur über den Erregerstrom eine Beeinflussung vorgenommen werden. Da die Wirkleistung durch die mechanische Belastung an der Welle festliegt, werden bei einer Veränderung des Erregerstromes nur die Blind- leistungsverhältnisse beeinflusst. Die Drehzahl bleibt in jedem Fall konstant.

3.1 Betrieb am Frequenzumrichter mit U 1 und variabel

3.1.1 Gleichzeitige, gleichsinnige Änderung der Statorspannung U 1

und der Statorkreisfrequenz (d.h.

U 1 = konst.):



Abhängigkeiten:

n

M iK

M

iKN

konst.

Das Kippdrehmoment für konstanten Erregerstrom I e bleibt erhalten. Die Drehzahl ändert sich entsprechend der elektrischen Statorkreisfrequenz.

VI/11

3.1.2 Alleinige Änderung von (> N ) bei U 1 = U 1N = konst. (Feldschwächbereich)

) bei U 1 = U 1 N = konst. (Feldschwächbereich) Abhängigkeiten:    

Abhängigkeiten:

n

M

iK

1

Die Drehzahl ändert sich entsprechend der Statorkreisfrequenz. Das Kippdrehmoment für festen Erregerstrom geht umgekehrt proportional mit der Statorkreisfrequenz zurück.

4

Schaltzeichen

(siehe DIN 40 715)

Beispiele:

Drehstromgenerator mit Vollpolläufer und Dämpferkäfig:
Drehstromgenerator mit
Vollpolläufer und
Dämpferkäfig:

Drehstromgenerator mit Schenkelpolläufer und Dämpferkäfig:

mit Vollpolläufer und Dämpferkäfig: Drehstromgenerator mit Schenkelpolläufer und Dämpferkäfig: VI/12

VI/12