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RECHTSEXTREME PARTEIEN, DIE IN SÜDTIROL AKTIV SIND [1/2]

FORZA NUOVA
Die rechtsextreme „Forza Nuova“ (FN) wurde 1997 von Roberto Fiore und
Massimo Morsello, zwei ehemaligen Mitgliedern der italienischen Terroror-
ganisation „Terza Posizione“, in London gegründet. Beide hatten Italien ver-
lassen, nachdem sie infolge eines Bombenanschlags von den italienischen
Strafverfolgungsbehörden mit Haftbefehl gesucht wurden. Erst im März 1999
konnten sie nach Italien zurückkehren. In ihrem Exil bauten sie gemeinsam
durch die Eröffnung von Sprachschulen und Pensionen ein finanzkräftiges Un-
ternehmen auf, dessen Gewinne für die politische Arbeit genutzt werden.
Hinter ihrer demokratischen Fassade verbirgt sich eine neofaschistische Ideologie, die von ka-
tholischer Tradition und Nationalismus geprägt ist. In den Bereichen Familie und Ehe kann
Forza Nuova als papsttreu bezeichnet werden. Daneben findet sich aber eine rassistisch-
hassende Haltung zu Ausländern und allem Linken, martialisches Auftreten, Gewalttätigkeit und
starker Nationalismus.
Forza Nuova gehörte zudem der ITS (Identität, Tradition, Souveränität) an,
einem Zusammenschluss der Ultrarechten Europas im Europäischen Parla-
ment. Dort sitzen sie neben dem bekennenden Faschisten Jean-Marie Le Pen
(Frankreich), der Duce-Enkelin Alessandra Mussolini und Vertretern der FPÖ
und NPD. Die ITS bestand nur von Januar bis November 2007.
FN hat sich inzwischen als Rechtsaußen-Partei etabliert und erfreut sich schon
seit geraumer Zeit regen Zuwachses. Neue Parteifilialen schießen fast monat-
lich in ganz Italien wie Pilze aus dem Boden. Möglich wird dies durch die enormen finanziellen
Mittel von Fiore und Morsello, die in ihrem Exil gemeinsam durch die Eröffnung von Sprachschu-
len und Pensionen ein finanzkräftiges Unternehmen aufbauten, dessen Gewinne für die politische
Arbeit genutzt werden. Auch in Meran und Bozen hat die FN Parteibüros, von denen vor allem
die Meraner Sektion aktiv ist. Bei den Parlamentswahlen 2008 erhielt die Partei rund 0,3 Prozent
der Stimmen und ist somit nicht im Parlament vertreten. Ihre Studentenorganisation ist die
„Lotta Studentesca“.

FIAMMA TRICOLORE
Die Fiamma Tricolore ist eine italienische neofaschistische Partei, die 1995
von Pino Rauti gegründet wurde. Pino Rauti war der Führer des
rechtsradikalen Flügels der neofaschistischen Partei Movimento Sociale
Italiano. Im Jahre 1995 wollte er den „Umschwung von Fiuggi“, als Gianfranco
Fini aus der MSI heraus die gemäßigtere Alleanza Nazionale gründete, nicht
mittragen. Er bezeichnete dies als „Verleugnung der eigenen Geschichte“ und
gründete die Partei Fiamma Tricolore, die an die neofaschistische Tradition der MSI anknüpft.
Deren Vorsitz hatte er von Januar 1995 bis Februar 2002 inne.
Mittlerweile hat Pino Rauti die Fiamma Tricolore verlassen und ist Vorsitzender der im Mai 2004
gegründeten Partei Movimento Idea Sociale, die sich von der Fiamma abgespalten hat. Vorsit-
zender der Fiamma Tricolore ist seit Februar 2002 Luca Romagnoli. Auch er hatte sich von
seinem früheren Weggefährten Gianfranco Fini abgesetzt, als der Vorsitzende der Alleanza Na-
zionale sich vom Faschismus distanzierte. „Man kann nicht wie Fini einfach behaupten, der Fa-
schismus sei das absolute Übel gewesen“, so Romagnoli. Auf eine Frage nach der Existenz der
Gaskammern in Auschwitz hatte er geantwortet: „Ich habe nicht die Mittel, um das zu bestätigen
oder zu negieren.“
Der Blocco Studentesco ist ein Studentenverband der der Partei nahe
steht. Außerdem war sie ebenfalls in der ITS-Fraktion vertreten.
Bei den Parlamentswahlen in Italien 2008 trat die Partei zusammen mit der
im Juli 2007 gegründeten Partei La Destra auf einer Liste an, verfehlte aber
den Einzug ins Parlament.
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UNITALIA
Die Unitalia - Movimento Iniziativa Sociale (zu deutsch: Ein Italien - Be-
wegung Soziale Iniziative) ist eine neofaschistische Partei Italiens mit dem
Ursprung in der Provinz Bozen. Sie ging 1996 aus einer Abspaltung auf
lokaler Ebene von der rechtskonservativen Alleanza Nazionale (AN) her-
vor. Dabei hatte sich unter der Führung von Donato Seppi eine Gruppe
von Gemeinderäten aus Bozen aus Protest gegen die so genannte Svolta
di Fiuggi (die Neuausrichtung des postfaschistischen Movimento Sociale
Italiano hin zur gemäßigteren AN) zu einer Splitterpartei zusammengeschlossen. Unitalia tritt seit
ihrer Gründung für einen Schutz des „Italienertums“ in der Provinz sowie für die Einheit
Italiens ein und ist damit strikt gegen jedes Autonomiebestreben Südtirols eingestellt. In ihrem
Einfluss ist die Partei jedoch auf die Region Südtirol beschränkt. Im Landtag ist sie mit Donato
Seppi vertreten. Bei den Parlamentswahlen in Italien 2008 trat die Partei zusammen mit der im
Juli 2007 gegründeten Partei La Destra auf einer Liste an.

POPOLO DELLE LIBERTÁ


Das „Volk der Freiheiten“, die Partei von Berlusconi, deklariert sich zwar als Mitte-Rechts-Kraft,
hat aber etliche faschistische PolitikerInnen in ihren Reihen: Gianni Alemanno, seit 2008 Roms
Bürgermeister für die PDL, war in der Fronte della Gioventú und wurde 1982 zu acht Monaten
Gefängnis verurteilt, weil er einen Molotow-Cocktail auf den Botschafter der UdSSR warf. 2008
kandidierte Alessandra Mussolini, die sich in der Tradition ihres Großvaters Benito Mussolini
sieht, für die PDL und wurde ins Parlament gewählt. Ebenfalls auf der Liste Pierantoniomirco
Tremaglia, der schon in der Repubblica di Saló vertreten war. Und nicht zuletzt der
Unternehmer Giuseppe Ciarrapico, der revisionistische Bücher drucken ließ und erklärte, sich
nie vom Faschismus losgesagt zu haben.

Italienische rechtsextreme
PNF/PFR Parteien und ihre Ursprünge
PNF: Mussolinis Partei bis1943
Part. Naz. Fascista/ PRF: Mussolinis Partei in der Repubblica di Saló
Part. Fasc. Repubb. MSI: sagt sich 1991 vom Faschismus los, wird zur AN
FN: entsteht im Umfeld der Fiamma Tricolore
La destra: spaltet sich 2006 von der AN ab

MSI Unitalia
Mov. Soc. Italiano

FT
Fiamma Tricolore

AN
Alleanza Nazionale
Movimento Idea Sociale

FN
La destra Forza Nuova