You are on page 1of 1

ANTIFA-MERAN.

org
antifa-meran@hotmail.com  RECHTSEXTREMISMUS
Was ist Rechtsextremismus? | Rechtsextremes Denken ist nicht durch eine einheitliche
Weltanschauung oder ein kohärentes politisches Konzept gekennzeichnet. Es manifestiert sich in
verschiedenen Einstellungen und Anschauungen einzelner Personen, in der Programmatik von Or-
ganisationen und in Inhalten von Publikationen. Somit dient der Rechtsextremismus als Sammel-
begriff und deckt ein vielfältiges politisches Spektrum ab.

Ein globales Phänomen | In fast allen Staaten Europas lassen sich schon seit Mitte der
50er Jahre mehr oder weniger starke rechtsextreme Aktivitäten und Gruppierungen beobachten,
was den Rechtsextremismus zu einem europäischen und darüber hinaus auch zu einem globalen
Phänomen macht. Der Gewaltbereitschaft rechtsextremer Gruppen und Einzelpersonen gibt euro-
paweit ebenso Anlass zur Besorgnis. Der Rechtsextremismus gedeiht in einem Klima von gesell-
schaftlicher Intoleranz, wirtschaftlichen Abstiegsängsten und hoher Arbeitslosigkeit weiter. So ge-
nannte rechtspopulitische Parteien wie die „Front Nationale“, der „Vlaams Belang“, die „Lega Nord“
oder die FPÖ bieten für diese komplexen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ent-
wicklungen scheinbar einfache Lösungen an. Diese problematische Strategie ist die Basis der Erfol-
ge dieser Parteien. Sie bieten den von den angesprochenen Umbruchsprozessen verunsicherten
Wählern trotz der Inhomogenität und Widersprüche in ihren Programmen und Aussagen eine
scheinbare Sicherheit.

Die Kernelemente | Trotz der kontroversen Diskussionen ist es möglich, einige Kernelemente
zu bestimmen, die für eine als rechtsextreme Ideologie zentral sind.
• Das erste dieser Kernelemente ist ein aggressiver Nationalismus, der durch die Errichtung
von Auschließungskriterien streng zwischen aeiner Wir- und einer Fremdgruppe unterscheidet.
Diese negativen Bewertungen beispielsweise der Migranten sowie ihre Rolle als „Sündenböcke“
für Missstände aller Art verdichten sich letztlich zur Fremdenfeindlichkeit.
• Unmittelbar damit in Zusammenhang steht ein zweites Kernelement rechtsextremer Ideologie,
nämlich der Rassismus, der Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe oder generell ihres Aussehens
gewisse Charaktereigenschaften zuschreibt (z.B. Afrikaner sind faul). Ein eng mit dem Rassis-
mus verbundenes Merkmal des Rechtsextremismus bildet der Antisemitismus, also die Juden-
feindschaft mit allen ihren verschiedenen Aspekten.
• Ein vor allem für den Rechtsextremismus deutscher und österreichischer Prägung wichtiges
Element ist die Verherrlichung oder Verharmlosung des Nationalsozialismus und seiner Ver-
brechen. Seit den 70er Jahren versuchen rechtsextreme Gruppen, die Verbrechen des National-
sozialismus zu leugnen.
• Weitere wichtige rechtsextreme Ideologieelemente sind der Militarismus, also die Verherrli-
chung des Krieges und der militärischen Disziplin, sowie die Forderung nach einem autoritären
Staats- und Gesellschaftsaufbau unter Führung eines „starken Mannes“.
• Daneben kann man die Intoleranz gegenüber Minderheiten aller Art, die politische Kompro-
missunfähigkeit und ein streng elitäres Denken als Merkmale rechtsextremer Ideologien definie-
ren. Aus diesen letztgenannten Faktoren resultiert auch eine verbale oder körperliche Gewaltbe-
reitschaft zur Durchsetzung der angestrebten Ziele sowie die Legitimation dieser Gewalt als
Mittel der politischen Auseinandersetzung.

Die fünf Ebenen | Rechtsextremismus ist ein Phänomen, dass sich in den meisten
europäischen Staaten und Regionen auf mindestens fünf Ebenen bewegt:
1. Organisierte, explizit rechtsextreme Gruppen und Verbände mit zum Teil
pseudomilitärischer Organisation (Freie Kameradschaften, Wehrsportgruppen etc.). Sie sind
oftmals für rechtsextreme Gewalttaten verantwortlich und sind üblicherweise straff organisiert.
2. Parteien: Neben ausgesprochen rechtsextremen Parteien wie der NPD in Deutschland gibt es
auch ein sehr breites Spektrum von so genannten rechtspopulistischen Parteien. Diese Parteien
(FPÖ, Alleanza Nazionale etc.) übernehmen – oft in abgeschwächter Form – rechtsextreme
Ideologien, verpacken diese aber in moderater Form.
3. Rechtsextreme Einzelpersonen (Verleger, Publizisten etc.), die entweder ideologische
Propaganda fördern oder aber auch als Einzeltäter bei rechtsextremen Gewalttaten auftreten.
4. Rechtsextreme Jugendgruppen wie beispielsweise Naziskins oder zum Teil Hooligan- und
Ultragruppen aus dem Sportumfeld.
5. Der Rechtsextremismus im Alltag, der bewusst oder unbewusst rechtsextreme Einstellungen
wie Fremdenfeindlichkeit, Rassismus oder Antisemitismus in sich birgt. Dieser so genannte
„weiche“ Rechtsextremismus ist darum besonders gefährlich, weil er die Basis für den „harten
Rechtsextremismus“ bildet.