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11.10.2011

Methodengrundkurs I
Methodengrundkurs I

Methodengrundkurs

Wissenschaftstheorie

Methodengrundkurs I

Gliederung

Thema Wissenschaftstheorie

Warum Auseinandersetzung mit Sprache?

Was sind Begriffe?

Was sind Sätze?

Was sind Definitionen?

Was sind Hypothesen?

Was sind Gesetze?

Was ist eine Erklärung?

Was bedeutet „Erklären“ und „Verstehen“? Welche Kontroverse verbirgt sich hinter diesen Begriffen?

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Methodengrundkurs I

Werkzeuge der Sprachlichen Beschreibung

WARUM SPRACHE?

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Methodengrundkurs I

Sprache lässt uns individuelle Erfahrungen mit anderen teilen

ROSE Sinneseindrücke Sprache Eigene Darstellung nach BBB 2010: 24
ROSE
Sinneseindrücke
Sprache
Eigene Darstellung nach BBB 2010: 24
Wirklichkeit
Wirklichkeit

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Methodengrundkurs I

 

Jede Abbildung der Wirklichkeit führt zu einer Komplexitätsreduktion

 
 
Sinneseindrücke • Tatsachen • Nicht direkt / unmittelbar erfassbar • „Beobachtung“ der Wirklichkeit •
Sinneseindrücke
• Tatsachen
• Nicht direkt /
unmittelbar erfassbar
„Beobachtung“ der
Wirklichkeit
Menschliche Sinne
z.T. durch Messgeräte
vermittelt
Wirklichkeit
Sinne • z.T. durch Messgeräte vermittelt Wirklichkeit • Symbolische Repräsentation • Begriffe und Sätze
• Symbolische Repräsentation • Begriffe und Sätze • Mit anderen teilbar Sprache
• Symbolische
Repräsentation
• Begriffe und Sätze
• Mit anderen teilbar
Sprache

Eigene Darstellung nach BBB 2010: 24

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Methodengrundkurs I

 

Werkzeuge der sprachlichen Beschreibung

 

BEGRIFFE

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Methodengrundkurs I Was sind Begriffe? • Werkzeuge der Sprache zur Benennung bestimmter Elemente der Wirklichkeit
Methodengrundkurs I
Was sind Begriffe?
• Werkzeuge der Sprache zur Benennung
bestimmter Elemente der Wirklichkeit
• Wörter, mit denen man bestimmte
Vorstellungsinhalte verbindet
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Methodengrundkurs I
Begriffstypologie
Logische
Außerlogische Begriffe
Begriffe
Präskriptive
Deskriptive Begriffe
Begriffe
Mit direktem
Mit indirektem
empirischem
empirischem
Bezug
Bezug
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Methodengrundkurs I
Logische Begriffe
• Relationierungsbegriffe
• Beispiele: „und“, „oder“, „wenn“ …
• keine empirische Entsprechung in der
Wirklichkeit
• werden gebraucht, um außerlogische Begriffe
in sinnvollen, verständlichen Aussage ‐
zusammenhang zu bringen
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Methodengrundkurs I Deskriptive Begriffe Direkter Empiriebezug Indirekter Empiriebezug • Direkt beobachtbar •
Methodengrundkurs I
Deskriptive Begriffe
Direkter Empiriebezug
Indirekter Empiriebezug
• Direkt beobachtbar
• Nicht direkt beobachtbar
• Beispiel: Haus, Blume,
Partei, ein Mensch
• Beispiel: Liebe,
Fremdenfeindlichkeit,
Demokratie
• bei Begriffen für komplexe
Sachverhalten Kenntnis der
Definition bedeutsam
• Beobachtung/Messung
mittels Indikatoren (später
ausführlicher)
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Methodengrundkurs I
Werkzeuge der sprachlichen Beschreibung
SÄTZE
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Methodengrundkurs I
Was sind Sätze?
Sätze bestehen aus Begriffen
Sätze treffen
 empirische,  logische oder  präskriptive
Aussagen
(„Sätze“ und „Aussagen“ meint hier dasselbe)
formeller Satz: A oder ~A
(sprich: „A oder nicht ‐A“)
Gültigkeitskriterium: Widerspruchsfreiheit
(ein Satz darf nicht gleichzeitig A und ~A implizieren)
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Methodengrundkurs I

Empirische Sätze I

Wahrheitswert muss mit empirischen Methoden zu ermitteln sein, d.h. Objekten werden empirisch beobachtbare Merkmale zugewiesen

Eine empirische Aussage ist wahr, wenn die Behauptung mit einem empirischen Sachverhalt korrespondiert ("Korrespondenztheorie der Wahrheit")

Möglichkeiten zur Prüfung empirischer Sätze

logische Analyse: Widerspruchsfreiheit

Prüfung der empirischen Gültigkeit

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Methodengrundkurs I

Empirische Sätze II: Beispiele

Ich habe eine Rose.

Oskar Lafontaine hat keine Rose.

Die Rose ist rot.

Die Rose hat spitze Stacheln.

Die Rose steht in einer Vase und ist keine Rose.

Die Rose ist weiß.

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Methodengrundkurs I

Empirische Sätze III: Reichweite

Singuläre Sätze

Aussagen über einzelne Ereignisse

Zeitliche und räumliche Fixierung

Beispiel: Diese Rose ist rot.

Allsätze oder hypothetische Sätze

Aussagen mit raumzeitlich unbegrenztem Gültigkeitsanspruch

Zusammenhangshypothesen

Gesetze

Beispiel: Alle Rosen sind rot.

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Methodengrundkurs I

 

Empirische Sätze IV: Informationsgehalt

Der Informationsgehalt eines Satzes ist die Menge der Sätze, die von diesem Satz ausgeschlossen werden (nach Popper)

 

Je mehr Sätze ausgeschlossen werden, desto höher der Informationsgehalt

Je spezifischer ein Satz formuliert ist, desto höher sein Informationsgehalt

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Methodengrundkurs I

 
 

Logische Sätze I

Logische Sätze haben keinen empirischen Gehalt

Prüfung

 

Empirische Prüfung nicht möglich

Prüfung mittels logischer oder mathematischer Beweisverfahren

Wahrheitsgehalt

immer wahr: analytisch wahre Sätze

oder

immer falsch: Kontradiktionen (z.B. es gilt A und ~A)

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Methodengrundkurs I

 
 

Logische Sätze II: Beispiele

Die Summe der Winkel eines Dreiecks ist gleich 180° (wahr)

 

(A+B)² = A² + 2 AB + B² (wahr)

1=2 (falsch)

1 & 1 = 1 (wahr) / 1 & 0 = 1 (falsch)

1 | 1 = 1 (wahr) / 1 | 0 = 1 (wahr)

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Methodengrundkurs I Präskriptive Sätze • z.B. Gebote, Gesetzestexte, Sollsätze • empirisch nicht begründbar
Methodengrundkurs I
Präskriptive Sätze
• z.B. Gebote, Gesetzestexte, Sollsätze
• empirisch nicht begründbar
„aus einem Sein folgt kein Sollen“ (sog. naturalistischer Fehlschluss)
Beispiel: Begründung der Monogamie als Norm durch das
ausgeglichene Zahlenverhältnis von M und F
• Begründung eines präskriptiven Satz erfordert
mindestens einen weiteren präskriptiven Satz, aus dem
der zu begründende Satz logisch ableitbar sein muss
• Gütekriterien
– logische Widerspruchsfreiheit (logische Überprüfung)
– prinzipielle Erfüllbarkeit (empirische Überprüfung)
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Methodengrundkurs I
Werkzeuge der sprachlichen Beschreibung
DEFINITIONEN
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Methodengrundkurs I
Definitionen I
Definitionen sind…
– logische Sätze
– meist tautologisch
– ohne empirischen Gehalt
– Vereinbarungen über den Gebrauch von
sprachlichen Begriffen
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Methodengrundkurs I Definitionen II • Gütekriterien von Definitionen – Zweckmäßigkeit – Präzision • Güte
Methodengrundkurs I
Definitionen II
• Gütekriterien von Definitionen
– Zweckmäßigkeit
– Präzision
• Güte lässt sich nur relativ zum
Anwendungsbereich bestimmen (Ausnahme
Realdefinition)
– Frage eines Kindes: Was ist eine Rose?
– Frage in einer Botanik ‐Klausur: Was sind Rosen?
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Methodengrundkurs I
Definitionen III: Bestandteile
Definition
Definiendum
(das zu definierende)
Definiens
(das, womit definiert wird)
Merkmale:
Objekte:
intensionale Def.
extensionale Def.
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Methodengrundkurs I

Definitionen IV: Beispiele

„Rosengewächse“ = (ext. Def.) sind Apfel, Birne, Brombeere, Himbeere, Kirsche, Zwetschge, Pflaume und Mandel.

„Rosen“ = (int. Def.) sind sommergrüne, selten immergrüne Sträucher, ihre Sprossen sind aufrecht oder kletternd, Teile der Pflanze sind mit Stacheln besetzt.

„Rosen“ = (def.) sind Blumen, die man laut Werbung zu bestimmten Anlässen verschenken sollte.

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Methodengrundkurs I

Nominaldefinition

Übereinkunft über die Verwendung von Begriffen

Definiendum und Definiens sind perfekt austauschbar

Definiens muss bereits definiert worden sein

Im Prinzip tautologisch

Schimmel = def.: weißes Pferd

Fast immer intensional

Gütekriterien:

Zweckmäßigkeit und Präzision (nicht Wahrheitsgehalt, da Nominaldef. nicht wahrheitsfähig)

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Methodengrundkurs I

Operationale Definition

Aufzählung von direkt beobachtbaren (messbaren) Ereignissen, Prozessen und Zuständen, bei deren Vorliegen das Vorliegen des Definiendums gegeben ist

Im Unterschied zur nominalen Definition muss das Definiens einer operationalen Definition deskriptiven Begriffe mit direktem empirischem Bezug enthalten

Klassisches Beispiel

Intelligenz ist das, was ein Intelligenztest misst

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Methodengrundkurs I

Realdefinition

keine Sprachkonventionen sondern Versuch, etwas Wahre über die Realität auszusagen

Begriffe (Definiens) als unmittelbare Widerspiegelung der Erscheinung betrachtet

Begriff soll auf sprachlicher Ebene Wesen des Definiendums abbilden (aufheben); es sei nicht vom jeweiligen Betrachter abhängig, was dieses „Wesentliche“ eines Begriffs ist…

können richtig oder falsch sein (sind wahrheitsfähig)

Problem: Was ist „Wesentlich“?

für empirische Sozialforschung nicht nutzbar

Helmut Kromrey 2006: Empirische Sozialforschung. Seite 170ff.

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Methodengrundkurs I

Von Beobachtungen zu Gesetzen und Erklärungen

HYPOTHESEN

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Methodengrundkurs I

Hypothesen

Im Alltag: allgemeine Hypothesen

Vermutungen über alles Mögliche

Vermutungen über einzelne Gegenstände

In der Wissenschaft: nomologische Hypothesen

Vermutung über den Zusammenhang zweier Variablen

Zusammengesetzter Satz aus Vorderund Nachsatz

Wennund DannKomponente

Jeund Desto Komponente

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Methodengrundkurs I

Deterministische Hypothesen

gemeinsame „Bewegung“ zweier Variablen, tritt immer (ohne Ausnahme) auf

Für jeden Wert des 1. Merkmals wird ein exakter Wert für das 2. Merkmal prognostiziert.

Beispiele:

Wenn ich am Sonntag um 20:15 eine bestimmte Melodie in meiner WG höre, dann schauen meine Mitbewohner auf alle Fälle Tatort.

Wenn zwei Staaten demokratisch sind, dann führen sie keine Kriege gegeneinander.

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Methodengrundkurs I

Probabilistische Hypothesen

gemeinsame „Bewegung“ zweier Variablen, tritt mit angebbarer Regelmäßigkeiten (aber nicht immer) auf

Typische Form in den Sozialwissenschaften

Sätze beruhen auf Wahrscheinlichkeitsrechnung & Statistik

Beispiele:

Wenn ich am Sonntag um 20:15 eine bestimmte Melodie in meiner WG höre, dann schauen meine Mitbewohner meist Tatort

Wenn zwei Staaten demokratisch sind, dann führen sie so gut wie keine Kriege gegeneinander.

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Methodengrundkurs I

WennDann Hypothesen I

Beschreiben einen Zusammenhang zwischen zwei dichotomen Variablen (2 mögliche Ausprägungen)

Wenn es in Altona regnet…

Es regnet in Altona oder es regnet nicht in Altona

formal: A oder ~A

… dann regnet es im Grindelviertel (G.V.).

Es regnet im G.V. oder es regnet nicht im G.V.

formal: B oder ~B

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Methodengrundkurs I

WennDann Hypothesen II

Implikationsbeziehung: WennDann

Wenn A, dann B

Wenn ~A, dann B oder ~B

Äquivalenzbeziehung:

Wennundnur wenndann

Nur wenn es in Altona regnet, dann regnet es im G. V.

Wenn A, dann B

Wenn ~A, dann ~B

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Methodengrundkurs I

Deterministische WennDann Hypothesen in einer Kreuztabelle

Implikation

Äquivalenz

Wenn A

Wenn ~A

Dann B

Dann ~B

I II
I
II

Wenn A

Wenn ~A

I II
I II
I
II
III IV

III

III IV

IV

Dann B Dann

III IV
III
IV

Dann ~B ~B

Wenn ~A I II III IV Dann B III IV Dann ~B = Falsifikator der Hypothese;

= Falsifikator der Hypothese; dort darf kein einziger Fall liegen, sonst gilt die Hypothese (in ihrer deterministischen Formulierung) als falsifiziert.

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Methodengrundkurs I

Probabilistische Wenn Dann Hypothesen in einer Kreuztabelle

Implikation

Äquivalenz

 

Wenn A

Wenn ~A

Dann B

I
I
 

Dann ~B

Dann ~B III  

III

 

Wenn A

Wenn ~A

I
I
I II

II

III IV

III

III IV

IV

Dann B B

Dann ~B Dann

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Kleinen Punktwolke = hier liegen wenig(er) Fälle

Kleinen Punktwolke = hier liegen wenig(er) Fälle Große Punktwolke = hier liegen viele (mehr) Fälle

Große Punktwolke = hier liegen viele (mehr) Fälle

Hier können viele oder wenige Fälle

liegen

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Methodengrundkurs I

JeDesto Hypothesen

Beschreiben Zusammenhänge zwischen zwei Variablen mit mindestens ordinalem Skalenniveau

Beispiel aus Diekmann (S. 130): Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln Je niederer der IQ eines Agronomen, desto größer dessen Kartoffeln

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Methodengrundkurs I

Weitere Unterscheidungsmöglichkeiten für Hypothesen

Art des dargestellten Zusammenhangs

Kausalhypothesen: Ursache Wirkung

Assoziationshypothese: bloßes gemeinsames Auftreten

Entwicklungs oder Trendhypothesen: Zeitverlauf

Analyseebene der Variablen

Individualhypothese

Kollektivhypothese

Kontexthypothese

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Methodengrundkurs I

Von Beobachtungen zu Gesetzen und Erklärungen

GESETZE

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Methodengrundkurs I

Gesetze I

Gesetze sind probabilistische oder deterministische Hypothesen, die als empirisch bestätigt (nicht widerlegt) gelten

Wichtig: auch deterministische Gesetze sind nur vorläufig bewährt, können sich also jederzeit als falsch erweisen

(wir glauben ihnen einstweilen dennoch)

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Methodengrundkurs I

Von Beobachtungen zu Gesetzen und Erklärungen

WIE HÄNGEN GESETZE UND BEOBACHTUNGEN ZUSAMMEN?

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Methodengrundkurs I

 

Wie kommt man zu neuen Gesetzen?

Induktion

Abduktion

 

1. Viele einzelne empirische Beobachtungen

1. Sammeln von Beobachtungen

2. Verbinden mit vorhandenem

2. Verallgemeinerung dieser

 

Wissen

 

Beobachtungen

3.

finden plausibler (logischer

3.

Schluss von den Daten auf eine neue Hypothese

richtiger ) Sätze als neue Hypothese

Logisch nicht möglich

Logisch nicht möglich

 

Beispiel

Beispiel

1. Ich beobachte wiederholt: Bei Rückenschmerzen hilft Bewegung

1. Straße nass, Straßenreinigung kommt heute nicht, es ist Herbst

2. Ich verallgemeinere: Bewegung bekämpft Rückenschmerzen

2. es wird wohl Regen gewesen sein

Prüfung

 

Prüfung

 

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Methodengrundkurs I

 
 

Schlussweisen

 

Induktion

 
 

Eisenbahnverkehr auf

 

Deduktion

 

Lummerland

 
 

Lokomotiven sind: schwarz

Abduktion

 

Emma ist: eine Lokomotive Emma ist: schwarz

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Methodengrundkurs I

Von Beobachtungen zu Gesetzen und Erklärungen

ERKLÄRUNG

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Methodengrundkurs I

Erklärung

eine Aufgabe empirischer Sozialforschung:

Erklärung singulärer Ereignisse / Zusammenhänge

zwei Unterschiedliche Ansätze des Erklärens

Induktion (E. finden) und Deduktion (E. liefern)

wir stellen eine davon vor

Hempel Oppenheim Erklärungs Schema

(aka deduktiv nomologisches Erklärungsschema oder DN Schema)

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Methodengrundkurs I

DN ‐ Erklärung Explanandum Explanans ‐ Das, was erklärt wird Die zur Erklärung genutzten Elemente
DN ‐ Erklärung
Explanandum
Explanans
‐ Das, was erklärt wird
Die zur Erklärung
genutzten Elemente
der Erklärung
‐ Folgt logisch aus
nomoi und
antecendens
Nomoi
Antecendens
Allgemeingültige
Spezielle
Gesetze
Randbedingungen
„wenn A, dann B“
z.B. „es gilt A“

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Methodengrundkurs I

DNSchema (Hempel/Oppenheim)

Explanans

Induktion •
Induktion

Nomos

1.

• Explanans Induktion • – Nomos 1. Bewegung lindert Rückenschmerzen – Antecendens 1. ich

Bewegung lindert Rückenschmerzen

Antecendens

1. ich habe Rückenschmerzen

2. ich habe Zeit, Sport zu treiben oder einfach Spazieren zu gehen und tue es

Explanandum

Deduktion

die Rückenschmerzen nehmen ab

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Methodengrundkurs I

Wissenschaftstheorie

Wissenschaftstheorie

ERKLÄREN UND VERSTEHEN

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Methodengrundkurs I

Wissenschaftstheorie

Erklären und Verstehen

Erklären Quantitativ: Qualitativ: Ziel: numerisch Process Statistik Inferenz, Tracing, Kausalität Randomi ‐
Erklären
Quantitativ:
Qualitativ:
Ziel:
numerisch
Process
Statistik
Inferenz,
Tracing,
Kausalität
Randomi ‐
Fallstudien
sierung

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Verstehen herme‐ Symbole Ziel: neutisch, Rekonstruk ‐ Prozesse versteh‐ tion Situationen ender
Verstehen
herme‐
Symbole
Ziel:
neutisch,
Rekonstruk ‐
Prozesse
versteh‐
tion
Situationen
ender
subjektiven
Nach ‐
Intentiona ‐
Sinns
lität
vollzug

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Methodengrundkurs I

Wissenschaftstheorie

5. Auseinandersetzungen

ENTWICKLUNG VON POSITIONEN

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Methodengrundkurs I

Wissenschaftstheorie

Wissenschaftlicher Fortschritt

Falsifikationismus (Popper)

Logik der Forschung

Falsifikationismus (Popper) Logik der Forschung Wissenschaftliche Revolutionen (Kuhn) Die Struktur

Wissenschaftliche Revolutionen (Kuhn)

Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen
Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen

Methodologischer Anarchismus (Feyerabend)

Wider den Methodenzwang

Anarchismus (Feyerabend) Wider den Methodenzwang Forschungsprogramme (Lakatos) Methodologie

Forschungsprogramme (Lakatos)

Methodologie wissenschaftlicher Forschungsprogramme

den Methodenzwang Forschungsprogramme (Lakatos) Methodologie wissenschaftlicher Forschungsprogramme 11.10.2011 50 50

11.10.2011

50 50

Methodengrundkurs I

Wissenschaftstheorie

Falsifikationismus

Karl ‐Raimund Popper (1902 – 1994) Kritischer Rationalismus Induktionsproblem => deduktiv‐ nomologische
Karl ‐Raimund Popper (1902 – 1994)
Kritischer Rationalismus
Induktionsproblem => deduktiv‐
nomologische Analyse
Falsifikation von Theorien (nomoi)
Bewährung von Theorien
Theoriefortschritt als regulative Idee
(Elimination falscher Theorien)

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11.10.2011

Methodengrundkurs I

Wissenschaftstheorie

Wissenschaftliche Revolutionen

Thomas Samuel Kuhn (1922 – 1996) Phasentheorie Normalwissenschaft (Paradigma) wissenschaftliche Revolutionen
Thomas Samuel Kuhn (1922 – 1996)
Phasentheorie
Normalwissenschaft (Paradigma)
wissenschaftliche Revolutionen
‚Aussterben‘
Paradigmenwechsel: neue Theorie, neue
Hintergrundtheorien, neues Weltbild
Inkommensurabilität
irrationaler ‚Fortschritt‘ statt Annäherung an
Wahrheit

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Methodengrundkurs I

Wissenschaftstheorie

Methodologischer Anarchismus

Paul Feyerabend (1924 – 1994) Paradigma (Normalwissenschaft) => hemmt Kreativität und Produktivität Grundsatz:
Paul Feyerabend (1924 – 1994)
Paradigma (Normalwissenschaft) => hemmt Kreativität
und Produktivität
Grundsatz:
anything goes
Wider den Methodenzwang
„Antiregel“: Kontrainduktive Hypothesen
Relativismus, Subjektivismus
Gleichwertigkeit theoretischer Systeme (Weltbilder,
Traditionen, Wissenschaft u.a.m.)
Toleranz

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Methodengrundkurs I

Wissenschaftstheorie

Forschungsprogramme

Imre Lakatos (1922 – 1974) Rationaler Theorievergleich Leistungsfähigkeit alternativer Theorien Negative Heuristik
Imre Lakatos (1922 – 1974)
Rationaler Theorievergleich
Leistungsfähigkeit alternativer Theorien
Negative Heuristik
Progressive Problemverschiebung
Theorienpluralismus und –toleranz
Konkurrenz von Forschungsprogrammen
=> Fortschritt

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Methodengrundkurs I

Wissenschaftstheorie

DANKE FÜR DIE AUFMERKSAMKEIT

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