Christoph Honeder (0622673

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Christoph Honeder (0622673) Partizipativer Journalismus im Internet: Im Internet lassen sich drei Formen der Vermittlung von Öffentlichkeit unterscheiden. Professionellredaktionelle, partizipative und technische Vermittlung . Dabei liegen vor allem in den partizipativen formen Potenziale um den Strukturwandel der Öffentlichkeit im Internet voran zu treiben und Gegenöffentlichkeiten zu konstituieren. Partizipative Formen der Vermittlung werden unter anderem auch als „Peer-to-Peer-Journalismus“, „Laienjournalismus“ oder „Bürgerjournalismus“ bezeichnet Diesen vielen Definitionsversuche begegnet Engesser mit einer Begriffsanalyse. „Partizipativer Journalismus beteiligt die Nutzer maßgeblich am Prozess der Inhaltsproduktion, wird außerhalb der Berufstätigkeit ausgeübt und ermöglicht die aktive Teilhabe an der Medienöffentlichkeit.“ Formen des partizipativen Journalismus im Internet lassen sich nach Engesser in vier Kategorien unterteilen: 1. 2. 3. 4. Weblogs Kollektivformate Professionell-Partizipative Nachrichten Lesereporter-Rubriken

Gegenöffentlichkeit(en) und partizipativer Journalismus im Internet
Sven Engesser, Jeffrey Wimmer

Was bedeudet Gegenöffentlichkeit? Seit 1960 werden damit öffentlichkeitswirksame Aktionen der sogenannten „Neuen Sozialen Bewegung „ (NSB) sowie die Strukturen und Zielsetzungen alternaiver Medien beschrieben. Die Zunahme an kritischen Teilöffentlichkeiten kann vorwiegend an drei Ursachen festgemacht werden, welche miteinander verbunden sind: 1. Politökonomischer Wandel 2. Gesellschaflticher Wandel 3. Medientechnischer Wandel Der partizipative Journalismus im Internet bietet in der Zukunft die wohl größte und beste Plattform für freie Meinungsäußerung und Gegenöffentlichkeiten. Die Funktionen des partizipativen Journalismus sind vor allem das Artikulieren von Meinungen und Interessen sowie die Information und Ansprache eines breiten Publikums). Gegenöffentlichkeiten im Internet „Gegenöffentlichkeit meint eine gegen eine hegemoniale Öffentlichkeit gerichtete Teilöffentlichkeit, die um einen spezifischen gesellschaftlichen Diskurs oder Standpunkt herum strukturiert ist.“ Gegenöffentlichkeiten können positive Funktionen für unsere Demokratie erfüllen und sind untrennbar mit der Medienöffentlichkeit verbunden. Dennoch kann sie nicht auf bestimmte Medien reduziert werden und ist als multidimensionaler Begriff aufzufassen. Folglich bezieht sich der Begriff „Gegenöffentlichkeit“ auf drei Komplexitätsebenen von Öffentlichkeit: 1. Kritische bzw. alternative Öffentlichkeiten a. Unterscheidung in Thematisierungskraft und Reichweite des Mediums 2. Mesoebene: Organisationale Öffentlichkeit a. Kollektive und dabei vor allem politische Lern- und Erfahrungsprozesse innerhalb alternativer Organisationzusammenhänge 3. Mikroebene: Vielfältige formen von häufig individuellem Medienaktivismus neuer Medien Vor allem für kritische Teilöffentlichkeiten sind dezentrale Kommunikationsnetzwerke, welche von Akteuren der Zivilgesellschaft getragen und als Medium der Selbstorganisation verstanden werden, eine technische Voraussetzung. Diese neuen Internetanwendungen bzw. Netzwerke unterscheiden sich von den klassischen Massen- und Organisationsmedien. Die Hauptunterscheidungsmerkmale sind: • • • • • Hypertextualität Multimedialität Interaktivität Cyberspace Konnektivität

Analyse von Gegenöffentlichkeit(en) und partizipativem Journalismus Das Vorhandensein und das Ausmaß alternativer Öffentlichkeiten lässt sich in drei methodischoperationale Indikatorenbündel überführen. Den Inhaltsindikatoren, den Funktionsindikatoren und den Wirkungsindikatoren. Diese Indikatoren dienen im Folgenden als Instrument für eine qualitative Untersuchung des Themengebietes. • • • Gegenöffentlichkeit auf der Ebene der Beitragselemente Gegenöffentlichkeit auf der Ebene der Beiträge Gegenöffentlichkeit auf der Ebene der Medienformate

Fragen: Fallen euch spontan weitere Beispiel für die genannten Foren der Gegenöffentlichkeit ein? Verwendet oder kennt Ihr die im Text vorgestellten Beispiele? Und wenn ja in welcher Art und Weise? Wie hoch schätzt Ihr das Potenzial von politischen Weblogs und anderen Foren der Gegenöffentlichkeit ein? Seht ihr Gefahren, das s solche Weblogs nur als getarnte Marketingmaßnahmen von Unternehmen auftreten? In welcher Verbindung steht das Web 2.0 und speziell Social Media Anwendungen wie zum Beispiel Facebook zu partizipativem Journalismus? Unterstützt und verstärkt es die Ziele solcher Foren der Gegenöffentlichkeit oder kann es zu einer Gefahr oder Hemmschwelle werden? 1 2