Drucksache der Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin

VII-0047

Beschlussempfehlung
Ausschuss für Wirtschaft, Gleichstellung und Städtepartnerschaften
Beratungsfolge:

Ursprungsdrucksachenart: Antrag, Ursprungsinitiator: Fraktion der SPD

14.12.2011 BVV WiGlSt/003/VII

BVV/003/VII überwiesen 18.01.2012 mit Änderungen im Ausschuss beschlossen 15.02.2012

WiGlSt BVV BVV/004/VII

Betreff: Schnelles Breitbandinternet auch in Blankenfelde Der Ausschuss für Wirtschaft, Gleichstellung und Städtepartnerschaften hat die Drucksache in seiner Sitzung am 18.01.2012 beraten. Abstimmungsergebnis Ausschuss für Wirtschaft, Gleichstellung und Städtepartnerschaften: JA 11 / NEIN 0 / ENTHALTUNGEN 0 Die BVV möge beschließen: Das Bezirksamt wird ersucht, sich gegenüber den Netzbetreibern dafür einzusetzen, dass die Breitbandlücke in Blankenfelde zügig geschlossen wird. Hierzu wird dem Bezirksamt insbesondere die Ergreifung der folgenden Maßnahmen empfohlen: 1. Das Bezirksamt nimmt Kontakt zu den Netzbetreibern sowie dem Senat von Berlin auf, weist sie auf die Kapazitätsengpässe und Versorgungslücken in Blankenfelde hin und fordert sie zur Abhilfe auf. Insbesondere erscheinen aus Sicht der Bezirksverordnetenversammlung die folgenden mobilen Maßnahmen als geeignet, die Menschen in Blankenfelde sowie die hier ansässigen Gewerbe und tägigen Freiberufler sowie die sich hier engagierenden Vereine kurzfristig besser mit Breitband zu versorgen: Erweiterung der UMTS- bzw. HSPA-Kapazitäten vor Ort durch entsprechende Maßnahmen bzw. durch weitere technische Installationen und Investitionen von Seiten der Netzbetreiber Prüfung durch die Netzbetreiber, ob Blankenfelde sich als LTE-Standort anbietet (LTE = Long Term Evolution, auch „4G“ genannt = neuer Mobilfunkstandard = Nachfolger von UMTS)

2.

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Prüfung, ob im Zuge des Ausbaus der „Digitalen Dividende“, der derzeit im Land Brandenburg erfolgt, von den Netzbetreibern an der Landesgrenze zu Berlin ein leistungsfähiger LTE-Versorgungspunkt eingerichtet wird, über den Blankenfelde mitversorgt kann („Digitale Dividende“ = im Zuge der Digitalisierung des Rundfunks frei werdende Rundfunkfrequenzen, die in den Flächenstaaten zur Breitbandversorgung eingesetzt werden)

3.

Neben den kurzfristig möglichen mobilfunkgestützten Lösungen soll mittelfristig Blankenfelde auch an das drahtgebundene Breitbandinternet angeschlossen werden. Im Rahmen seiner Möglichkeiten und Zuständigkeiten soll das Bezirksamt etwaig notwendig werdende Genehmigungsverfahren unbürokratisch durchführen. Erforderlichenfalls führt das Bezirksamt eine Bürgerversammlung zur Thematik „Versorgungsengpässe mit schnellem Internet in Blankenfelde“ vor Ort durch. Zu dieser Bürgerversammlung lädt das Bezirksamt die Netzbetreiber, insbesondere Telefónica, E-Plus, Vodafone sowie die Deutsche Telekom und ggf. weitere Anbieter, sowie Vertreterinnen und Vertreter der zuständigen Senatsverwaltungen ein. Darüber hinaus wird das Bezirksamt ersucht, dass von den Netzbetreibern auch über Blankenfelde hinaus die sonst noch im Bezirk ggf. bestehenden „weißen Flecken“ in der Breitbandversorgung geschlossen werden. Das Bezirksamt wird ersucht, sich mit der Pankower Bürgerinitiative „DSL nach Pankow“ (http://www.dslnachpankow.de/) in Verbindung zu setzen, mit dieser die einzelnen Schritte und das konkrete Vorgehen abzusprechen bzw. ihren Sachverstand zu nutzen und die BVV regelmäßig über den Stand der Abarbeitung dieses Antrags Bericht zu erstatten.

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Berlin, den 24.01.2012 Einreicher: Ausschuss für Wirtschaft, Gleichstellung und Städtepartnerschaften Christiane Heydenreich, Ausschussvorsitzende
Begründung siehe Rückseite

Ergebnis: beschlossen beschlossen mit Änderung abgelehnt zurückgezogen

Abstimmungsverhalten: EINSTIMMIG MEHRHEITLICH JA NEIN ENTHALTUNGEN federführend

überwiesen in den Ausschuss für zusätzlich in den Ausschuss für und in den Ausschuss für

Drs. VII-0047

Begründung Ausschuss für Wirtschaft, Gleichstellung und Städtepartnerschaften: Das Anliegen der Antragsteller ist legitim und fachlich sehr gut vorbereitet. Der Ausschuss unterstützt es einstimmig und empfiehlt der BVV, dem zu folgen. Text Ursprungsantrag Fraktion der SPD: Das Bezirksamt wird ersucht, sich gegenüber den Netzbetreibern dafür einzusetzen, dass die Breitbandlücke in Blankenfelde zügig geschlossen wird. Hierzu wird dem Bezirksamt insbesondere die Ergreifung der folgenden Maßnahmen empfohlen: 1. Das Bezirksamt nimmt Kontakt zu den Netzbetreibern sowie dem Senat von Berlin auf, weist sie auf die Kapazitätsengpässe und Versorgungslücken in Blankenfelde hin und fordert sie zur Abhilfe auf. Insbesondere erscheinen aus Sicht der Bezirksverordnetenversammlung die folgenden Maßnahmen als geeignet, die Menschen in Blankenfelde sowie die hier ansässigen Gewerbe und tägigen Freiberufler sowie die sich hier engagierenden Vereine kurzfristig besser mit Breitband zu versorgen: ? Erweiterung der UMTS- bzw. HSPA-Kapazitäten vor Ort durch entsprechende Maßnahmen bzw. durch weitere technische Installationen und Investitionen von Seiten der Netzbetreiber Prüfung durch die Netzbetreiber, ob Blankenfelde sich als LTE-Standort anbietet (LTE = Long Term Evolution, auch „4G“ genannt = neuer Mobilfunkstandard = Nachfolger von UMTS) Prüfung, ob im Zuge des Ausbaus der „Digitalen Dividende“, der derzeit im Land Brandenburg erfolgt, von den Netzbetreibern an der Landesgrenze zu Berlin ein leistungsfähiger LTE-Versorgungspunkt eingerichtet wird, über den Blankenfelde mitversorgt kann („Digitale Dividende“ = im Zuge der Digitalisierung des Rundfunks frei werdende Rundfunkfrequenzen, die in den Flächenstaaten zur Breitbandversorgung eingesetzt werden)

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3.

Neben den kurzfristig möglichen mobilfunkgestützten Lösungen soll mittelbis langfristig Blankenfelde auch an das drahtgebundene Breitbandinternet angeschlossen werden. Im Rahmen seiner Möglichkeiten und Zuständigkeiten soll das Bezirksamt etwaig notwendig werdende Genehmigungsverfahren unbürokratisch durchführen.

4.

5.

Erforderlichenfalls führt das Bezirksamt eine Bürgerversammlung zur Thematik „Versorgungsengpässe mit schnellem Internet in Blankenfelde“ vor Ort durch. Zu dieser Bürgerversammlung lädt das Bezirksamt die Netzbetreiber, insbesondere Telefónica, E-Plus, Vodafone sowie die Deutsche Telekom und ggf. weitere Anbieter, sowie Vertreterinnen und Vertreter der zuständigen Senatsverwaltungen ein. Darüber hinaus wird das Bezirksamt ersucht, dass von den Netzbetreibern auch über Blankenfelde hinaus die sonst noch im Bezirk ggf. bestehenden „weißen Flecken“ in der Breitbandversorgung geschlossen werden. Das Bezirksamt wird ersucht, sich mit der Pankower Bürgerinitiative „DSL nach Pankow“ (http://www.dslnachpankow.de/) in Verbindung zu setzen, mit dieser die einzelnen Schritte und das konkrete Vorgehen abzusprechen bzw. ihren Sachverstand zu nutzen und die BVV regelmäßig über den Stand der Abarbeitung dieses Antrags Bericht zu erstatten.

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Begründung Ursprungsantrag: Die Möglichkeit, Zugang zum schnellen Internet zu haben, ist Teil der Daseinsvorsorge. Das Internet ist fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens und bietet dem Einzelnen Möglichkeiten der Information, Kommunikation, Unterhaltung sowie Beteiligung an der demokratischen Willensbildung. Aus wirtschaftlicher Sicht stellt die Verfügbarkeit von schnellem Breitbandinternet einen wesentlichen Standortfaktor dar. Es rührt an das Selbstverständnis von Berlin als deutscher Hauptstadt, dass einzelne Haushalte vom Zugang zum schnellen Internet abgeschnitten sind. Immer häufiger erreichen uns von den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern in Blankenfelde Beschwerden wegen der unzulänglichen Nutzbarkeit der Mobilfunknetze. Denn in Blankenfelde gibt es kein DSL bzw. TV-Kabel-gebundenes Breitbandinternet. Zwar weiß sich die Blankenfelder Bevölkerung inzwischen mit UMTS-Lösungen zu behelfen. Doch da UMTS inzwischen von nahezu allen Blankenfelder Haushalten genutzt wird, sind die Bandbreiten inzwischen erheblich – zum Teil auf frühere Modemgeschwindigkeit – herabgesetzt. Dadurch ist ein funktionierender Zugang zum Internet nicht mehr gewährleistet, teilweise ist nicht einmal mehr das Herstellen einer Sprachverbindung möglich. Verstärkt wird die Überlastung des Mobilfunknetzes durch die unzureichende VDSL-Versorgung in Blankenfelde Stadtrandsiedlung, weshalb auch hier auf die UMTS-Zugänge zurückgegriffen wird. Die Breitbandzugänge via UMTS nutzen nicht nur Privathaushalte, sondern auch Gewerbe und Vereine. Aus diesem Grund müssen kurzfristig die Netzkapazitäten des UMTS/HSPA-Angebotes ausweitet werden. Angesichts der zu erwartenden weiteren Breitbandnachfrage in Blankenfelde erscheint uns sogar ein frühzeitiger LTE-Ausbau an diesem Standort zweckmäßig. Schließlich soll geprüft werden, ob nicht für den Ausbau der „Digitalen Dividende“ im Land Brandenburg ein berlinnaher Standort in der Gemeinde Mühlenbecker Land, der zum Ausbau im Rahmen der Prioritäten unterversorgter Gemeinden und Teilgemeinden ansteht, gewählt wird. Die entsprechende Antennenausrichtung könnte womöglich ebenfalls zu einer deutlichen Verbesserung der Versorgungslage in Blankenfelde Dorf beitragen.

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