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Herbst 2008

Fahrplan 08/09
Zwischenstand des Projekts ePUSH
der Fakultät für Erziehungswissenschaft,
Psychologie und Bewegungswissenschaft

Im Rahmen der 4. Förderwelle »E-Learning und Multimedia in der Hochschule«


E-Learning Consortium Hamburg (ELCH), Hamburg 2007–2011
Impressum

Impressum

Projekt ePUSH
Fakultät für Erziehungswissenschaft,
Psychologie und Bewegungswissenschaft
Universität Hamburg
Von-Melle-Park 8, 20146 Hamburg
Projekleitung: Prof. Dr. Torsten Meyer
http://mms.uni-hamburg.de/blogs/epush/

Kontakt:
Projektbüro ePUSH, Birte Frische
eMail: birte.frische@uni-hamburg.de
Telefon: 040-42838-2130
http://mms.uni-hamburg.de/epush/

Zwischenbericht des Projekts ePUSH

Zusammengestellt von: Projektteam ePUSH


Gestaltung und Satz:
Antonia Haas, tone@hometone.de
Titelbild: Frank Hohlbein, Berlin
über www.photocase.de

Auflage: 250
ePUSH
Resümee zur Halbzeit

technologie basierende Lehr- und Lernsze-


narien werden erarbeitet und können von
Lehrenden und Studierenden genutzt wer-
den.

An der Fakultät EPB wurde daher im No-


vember 2007 das Projekt ePUSH gestartet.
In fünf Teilprojekten wird daran gearbeitet,
bereits vorhandene soziale und technische
Strukturen zu erweitern und neue Infra-
strukturen und Services aufzubauen, damit
digitale Medien in der Lehre und im Univer-
sitätsalltag sinnvoll genutzt werden kön-
nen. Die bereits aus ePUSH entstandenen
neuen Angebote wie z. B. das Webmagazin
„life“ als Informations- und Kommunika­
tionsplattform für Lehrende und Studieren-
de und die Ausbildung von eTutorinnen und
eTutoren zur Unterstützung der Lehrenden
Vernetzte digitale Medien beeinflussen den werden von den Mitgliedern der Fakultät
Alltag in einer Weise, die vor zehn oder gar positiv aufgenommen und bilden eine sinn-
zwanzig Jahren kaum jemand für möglich ge- volle Ergänzung zu den „traditionellen“ An-
halten hat. Neue Formen der Kommunikation geboten.
(z. B. E-Mail, SMS, Blogs) sind entstanden
und der Umgang mit Wissen und Informa- Das Projekt ePUSH ist gut gestartet und
tionen hat sich nachhaltig verändert. Diese hat die Fakultät auf den Weg gebracht, di-
Veränderungen gehen auch an Bildungsein- gitale Medien noch intensiver als bisher zu
richtungen nicht spurlos vorbei. Wenn die nutzen. Wir wünschen den Projektakteuren
verfügbare Menge an Wissen und Informati- eine gute zweite Halbzeit!
on exponentiell zunimmt und sich neue Mo-
delle der Zusammenarbeit, der Vernetzung Prof. Dr. K. D. Schuck
und des Wissensaustausches entwickeln, Dekan der Fakultät für
wandelt sich auch die Lehr- und Lernkultur Erziehungswissenschaft,
an Universitäten. Neue, auf aktueller Medien- Psychologie und Bewegungswissenschaft

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Überblick

Haltestellen

2 Impressum

3 Grußwort des Dekans

4 Inhaltsverzeichnis

5 Team

6 Das Projekt

8 eCommunityBuilding

12 eInfrastruktur

16 eSupport Schlüsselkompetenzen

20 eQualifizierung

24 eModul Prüfung

28 eLearning Büro (eLB)

30 Workshops

32 ePortfolio

34 eTutoren

36 Notebookcenter

38 eValuation

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Team

Ralf Appelt Prof. Dr. Christina Ferner Birte Frische Dr. Andreas
wiss. MA *mms Norbert Breier wiss. MA wiss. MA Hebbel-Seeger
Strateg. Beratung Sprecher des eCommunity­building ePUSH-Koordination wissenschaftl. MA
Medienzentrums eModul Prüfung

Ole Koch Dr. Marianne Merkt Prof. Dr. Maya Moehlmann Hannes Müller
stud. MA ZHW Torsten Meyer stud. MA stud. MA
ePUSH-Koordination eQualifizierung Erziehungswissenschaft ePUSH-Koordination eInfrastruktur
Projektleitung

Sebastian Plönges Prof. Dr. Markus Reuter Dr. Jens Rogmann Selma Schumacher
stud. MA Alexander Redlich stud. MA wiss. MA stud. MA
ePUSH-Koordination Psychologie ePUSH-Koordination eSupport- eSupport-
eSupport- Schlüsselkompetenzen Schlüsselkompetenzen
Schlüsselkompetenzen

Inga Schünemann Alexander Tscheulin Jonas Wegener Wey Han-Tan Ivo van den Berk
stud. MA wiss. MA stud. MA wiss. MA eLB wissenschaftl. MA
eModul Prüfung eInfrastruktur eCommunitybuilding Strateg. Beratung eQualifizierung

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Das Projekt

Das Projekt
auf dem Weg zu einer neuen in Altona nach vollzogenem Assessment in
Lehr- und Lernkultur die BA-Phase eines der Studiengänge (Lehr-
„Die Einsatzmöglichkeiten aktueller Infor- amt Sonderschulen, Grund- und Mittelstu-
mations- und Kommunikationstechno­logien fe, Oberstufe allgemeinbildende Schulen/
in Studium und Lehre an der Fakultät durch Berufsbildende Schulen) an der Fakultät
Bündelung und Kommunikation ins Be- EPB. Am Dammtor geht er/sie dann in die
wusstsein der Lehrenden und Lernenden MA-Phase über und schließt schließlich am
zu rufen und dadurch einen selbstverständ- Hauptbahnhof das Studium ab (Alumni ab
lichen Umgang mit diesen Technologien zu Berliner Tor). Über das Zentrum für Lehrer­
befördern“ – so lautet, knapp formuliert, das bildung (ZLH) und das Landesinstitut für Leh-
Ziel des Hochschulentwicklungsprojekts rerbildung und Schulentwicklung (LI) kommt
ePUSH. Mit dem Projekt will die Fakultät, er/sie dann wieder in die Schule, nun aber
gefördert durch das E-Learning Consortium als LehrerIn. Wenn Lehramtsstudierende
Hamburg (ELCH) im Zeitraum von Oktober während ihres Studiums an der Univer­sität
2007 bis September 2009 die ICT-Entwick- Hamburg mit einer auf aktueller Medien-
lungen für den Bildungsbereich aktiv mit­ technologie basierenden neuen Lehr- und
gestalten und kritisch begleiten. Lernkultur infiziert werden, tragen sie diese
In diesem Sinne soll mit den fünf Ein- so auch in die Schule hinein.
zelmaßnahmen – eCommunityBuilding, Die quer zu den Studiengängen laufenden
eInfra­struktur, eModul-Prüfung, eSupport Linien deuten an, dass Lehramtsstudieren-
Schlüssel­kompetenzen und eQualifizierung de in der Regel an zwei weiteren Fakultäten
– gewissermaßen ein Gleisbett ­gelegt und oder Hamburger Hochschulen ihre Unter-
ein Zug auf die Schienen gesetzt werden, richtsfächer studieren und so auch auf die­
den ePUSH für zwei Jahre kräftig anschiebt. se Einfluss haben. Und sei es nur, indem
Die hier vorliegende Dokumentation mar- sie eine gewisse Erwartungshaltung bzgl.
kiert eine Haltestelle auf einem längeren Einsatz aktueller Medien in Bildungszusam-
Hochschulentwicklungsweg. menhängen erzeugen.

Student Life Cycle Community Building


Im Zentrum der gesamten Initiative stehen Eines der Hauptziele des Projekts ist der
die Studierenden. Das macht der „Student Ausbau technischer, kommunikativer und
Life Cycle“ einer/s Hamburger Lehramts­ sozialer Infrastrukturen, um die Lehr- und
studierenden – dargestellt als U-/S-Bahn- Studienorganisation mit digitalen Medien zu
Plan – deutlich. Die links in der Schule (in unterstützen und neue Möglichkeiten aufzu-
Wedel) beginnende Linie S1 repräsentiert zeigen. Deshalb bildet das Webportal life,
den Bildungsgang einer/s zukünftigen Leh- das im Rahmen der Maßnahme eCommunity
rerIn: er/sie beginnt als Schüler, kommt dann Building im vergangenen Sommersemester

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unter der URL http://life.epb.uni-hamburg. gehende Behinderung des Betriebs mehr
de eingerichtet wurde, so etwas wie die anzeigen, sondern die neue Grundverfas-
sichtbare Zentrale des Projekts. Das Infor- sung.“ (Werner Sesink)
mationsangebot der Fakultät EPB ist damit Vieles, was die neuen Informations- und
um ein interaktives, partizipatives Webpor- Kommunikationstechnologien für den Bil-
tal erweitert, das es Studierenden und Leh- dungsbereich bewirken und bedeuten wer-
renden gleichermaßen erlaubt, an aktuellen den, können wir im Moment bestenfalls
Diskussionen rund um das Studium und das ahnen. Dabei geht es nicht nur um Tech-
Leben an der Fakultät teilzuhaben. nik, sondern insbesondere um kulturelle
Veränderungen im Zusammenhang mit der
Under construction: Prinzip Baustelle Entwicklung der Informations- und Kom-
„e-Learning - oder allgemeiner der Einsatz munikationstechnologien. Zum Mithören:
Neuer Medien in der Bildung – ist nicht nur Im Weblog zum Projekt werden diese Ahn­
die Fortsetzung der gewohnten Bildung mit ungen reflexiv und produktiv diskutiert.
neuen Mitteln, sondern wird zu Umstruktu-
rierungen führen, die heute noch schlecht Birte Frische & Torsten Meyer
absehbar sind. Die Bildungseinrichtungen
werden sich darauf einstellen müssen, dass
sie zu permanenten Baustellen werden.
­`Under Construction´ wird keine vorüber-

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eCommunity

eCommunity Building

Zielsetzung der Maßnahme eCommunity- tigen; Informationen, die Studierende zur Or-
Building ist der Aufbau von informations- ganisation und Durchführung ihres Studiums
und kommunikationstechnologischen (In- benötigen, sind nicht zentral zugänglich. Die
fra-)Strukturen für die Fakultät EPB. Dabei Suche nach Informationen verschlingt einen
geht es zum einen um eine verbesserte großen Teil der Zeit, Ansprechpartner und
Orientierung innerhalb der sehr komplexen Hilfestellungen sind schwierig zu finden.
Strukturen der Fakultät. Außerdem sollen In einem ersten Schritt wurde daher in Zu-
Möglichkeiten zur Vernetzung Studierender sammenarbeit mit der Fakultätsleitung und
und Lehrender geschaffen werden, um die dem *mms die Internetpräsenz der Fakul-
Studien- und Lehrorganisation mit digitalen tät neu strukturiert und gestaltet. Die neue
Werkzeugen zu unterstützen. Webseite der Fakultät ist eng mit dem
noch jungen Webmagazin life verknüpft,
Organisieren von Informationen in das ebenfalls im Rahmen des eCommuni-
einer heterogenen Institution tyBuilding aufgebaut wurde. Während die
Gespräche mit Studierenden haben eines der Fakultätswebseite eher strukturelle und or-
Grundprobleme in der heutigen Zeit gezeigt: ganisatorische Informationen enthält, wird
die Informationsflut ist kaum noch zu bewäl- auf life das aktuelle universitäre Geschehen

8
– weil Mitteilung mehr mit teilen zu tun haben sollte

widergespiegelt. Berichte, aktuelle Informa­ auf Produktion und Bereitstellung von Inhal-
tionen, Blogbeiträge, Veranstaltungshinwei- ten zumeist rezeptiv, jedoch wird das Web
se etc. aus der gesamten Fakultät werden 2.0 von vielen zunehmend als Kommunika-
zusammengetragen und zentral zugänglich tionsmedium genutzt; die Bedeutung von
gemacht. Die beiden integrierten Webange- Social Networking Plattformen zur zeit- und
bote sollen dazu beitragen, dass die Fakul- ortsunabhängigen Kommunikation ist in den
tät nach außen als eine zwar heterogene, je- letzten Jahren stetig gewachsen. Eine Stu-
doch zusammengehörige Einheit dargestellt dierendenbefragung im Rahmen von ePUSH
und wahrgenommen wird. lässt auf ähnliche Verhaltensmuster auch bei
Parallel zur Entwicklung von life wurde eine den Studierenden der Fakultät EPB schlie-
Blogfarm für die Fakultät EPB eingerichtet. ßen.
So können alle Mitarbeiter der Fakultät per- Im Rahmen des eCommunityBuilding wurde
sönliche oder projektorientierte Weblogs daher das Webmagazin life um ein Social
ohne großen Aufwand einrichten. Die Inhalte Network für Studierende ergänzt. Neben
der Blogs werden auf life angezeigt. der Reaktion auf sich verändernde Kommu-
Um nun diese vielen unterschiedlichen In- nikationsformen soll damit auch die Medien-
formationen individuell zu filtern und zu sor- kompetenz Studierender gefördert werden.
tieren, gibt es die Möglichkeit, sich auf life Durch die Integration von Web 2.0-Techno-
zu registrieren, und eine persönliche Start- logien in die Lehre und die Studienorganisa-
seite einzurichten, die nur diejenigen Infor- tion wird die reflektierte und reflektierende
mationen anzeigt, die man selbst für wichtig Nutzung aktuell emergierender Kulturtech-
erachtet, also z. B. nur Blogbeiträge eines niken unterstützt.
einzelnen Professors und nur die neuesten
Nachrichten aus dem Fachbereich Bewe- Was bietet life konkret?
gungswissenschaft. »» Eigene Userprofile und Weblogs für alle
Studierenden
Vernetzung, Kommunikation »» Nutzung von life als Tool für ePortfolios
und Kollaboration »» Organisation und Vernetzung studen-
Als weiterer Trend ist derzeit zu beobachten, tischer Gruppen
dass die jetzt in die Universität eintretenden »» Gemeinsames Schreiben und Diskutie-
Studierendengenerationen vermehrt die so ren von Texten
genannten Web 2.0-Technologien verwen- »» Erstellung von Umfragen und öffent-
den. Sie vernetzen und organisieren sich lichen Diskussionen
über Social Networking Plattformen, nut- »» Veröffentlichen eigener wissenschaft-
zen Wikis und Weblogs, insbesondere die licher Arbeiten und Magazin-Artikel
Online-Enzyklopädie Wikipedia. Laut der
JIM Studie 2007 ist die Nutzung in Bezug

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eCommunity

eCommunity Building
Projektentwicklung: Milestone 1:
Konzept, Umsetzung, Launch des Webmagazins life beta
Im Mai 2008 ging eine erste Betaversion des
Ausblick Webmagazins life online. In dieser ersten
Phase konnte das Webmagazin gezielt in
Zielgruppe Studierende der Fakultät als neues Öffentlichkeitsorgan
bekannt gemacht werden und wurde bereits
von mehreren Arbeitsbereichen als solches
auch genutzt, um Beiträge einzustellen.
Auch konnte der neue Pressebeauftragte
der Fakultät als Redakteur für life gewonnen
werden, um das Webmagazin langfristig in
die Strukturen der Fakultät einzubinden.
Aus der neuen Blogfarm der Fakultät (http://
blogs.epb.uni-hamburg.de), die auch im
Rahmen des Community Buildings in Koo-
peration mit dem eLearning Büro und dem
*mms entstanden ist, wurden mehrere Mit-
arbeiterblogs in life eingebunden. Das Web-
Wichtigste Prämisse bei der Konzipierung magazin konnte also von Anfang an relativ
und Umsetzung des partizipativen Webma- automatisiert wechselnde Inhalte bereitstel-
gazins life ist die Orientierung an den tat- len.
sächlichen Bedürfnissen der Studierenden Außerdem konnten in dieser ersten Phase
als unserer hauptsächlichen Zielgruppe. insgesamt 40 Lehrende und Studierende der
Daher haben wir in allen Phasen der Ent- Fakultät als Betatester gewonnen werden.
wicklung Rücksprache mit Studierenden ge- Die Fehlermeldungen und Verbesserungs-
halten. In der Phase der Konzeptentwicklung vorschläge wurden in der weiteren Realisie-
geschah dies über Gespräche mit einzelnen rung berücksichtigt.
Studierenden sowie über eine Umfrage am
Anfang des Semesters zu den Nutzungsge-
wohnheiten Studierender. Die Ergebnisse
dieser Umfrage sind auf life zu finden. Im
Laufe des Projektes wird die Evaluation des
Mediennutzungsverhaltens an der Fakultät
EPB weiter geführt werden. Die Ergebnisse
werden regelmäßig auf life veröffentlicht.

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– weil Mitteilung mehr mit teilen zu tun haben sollte

Milestone 2: Relaunch life beta – Nutzungsstatistik


integriertes Social Network Das Webmagazin wurde in der ersten Phase
Im September 2008 wurde eine erweiterte vor allem fakultätsintern sehr gezielt bekannt
Betaversion von life veröffentlicht. Das Web- gemacht. Als Erfolg kann daher gewertet
magazin wurde um Vernetzungs- und Kom- werden, dass von Beginn an täglich zwi-
schen 200 und 300 Nutzern regelmäßig on-
line waren – mit einem Rückgang der Nutz-
erzahlen während der vorlesungsfreien Zeit.
Der Relaunch von life fiel zeitlich zusammen
mit der Veröffentlichung eines Artikels bei
e-­teaching.org – dies führte zu einem plötz-
lichen Anstieg der Nutzerzahlen. Ab Seme-
sterbeginn wird life intensiv unter den Stu-
dierenden bekannt gemacht. Ein deutlicher
Anstieg der Nutzerzahlen wird hier erwartet.

Ausblick
Der nächste Schritt ist die Verknüpfung von
life mit dem neuen Bibliothekskatalog Belu-
ga. Literaturlisten aus Beluga sollen in life
munikationsfunktionen ergänzt. Außerdem angezeigt und verwaltet werden.
wurden Struktur und Design entsprechend
der Kommentare der Betatester etwas ver- Christina Ferner
ändert. Aktuell befindet sich life in einer öf-
fentlichen Testphase.

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eInfrastruktur

eInfrastruktur
Die Maßnahme eInfrastruktur schlägt die sammenarbeit Lösungen entwickelt wer-
Brücke zwischen realem und digitalem den müssen.
Raum. Der Übergang zwischen diesen bei- Als erste zwei von vier Arbeitspaketen wur-
den Welten soll im Studienalltag so reibungs- den die Installation von interaktiven Tafeln
los wie möglich verlaufen. Das Erstellen, in Seminarräumen und die Rückbindung di-
­Bereitstellen, Abrufen und erneute Sichern gitaler Inhalte in die Gebäude der Fakultät
von Inhalten in digitalen Ablagesystemen durch Informationsbildschirme und -termi-
muss ohne unverhältnismäßigen Aufwand nals vorangetrieben.
gewährleistet werden, der vom inhaltlichen
Arbeiten ablenken könnte. Wenn die Uni- Interaktive Tafeln
versität Präsenzlehre sowie Onlinekommu- Interaktive Tafeln vereinen die Möglichkeiten
nikation auf verschiedenste Art und Weise einer klassischen grünen Kreidetafel oder
ermöglicht, können flexible Lehr-Lernsze­ eines Whiteboards mit der gesamten Lei-
narien zur kollaborativen Wissensprodukti- stung eines Computers. Tafelbilder können
on genutzt werden, bei der die Form des Me- sofort gesichert, versendet oder online ge-
diums letztendlich keine Rolle mehr spielt.
Es wird die Grundlage für vielfältige Lehre
und ein modernes Studium geschaffen, in-
dem für die hierzu notwendige technische
Ausstattung und die damit verbundenen
Nutzungskonzepte gesorgt wird. Das heißt,
es wird Hardware implementiert, es werden
mit entsprechender Software die Verbin-
dungen und Schnittstellen zu bestehenden
Systemen an der Fakultät geschaffen und
nicht zuletzt Lehrende und Studierende an
die Nutzung herangeführt und geschult.

Viel Austausch und erste Erfolge


Für die Arbeit der Maßnahme ist die Ver-
netzung mit Verantwortlichen der Fakul-
tät, Mitarbeitern des Rechenzentrums und
Vertretern verschiedener IT-Produzenten
und -Dienstleister besonders wichtig.
Fast jeder Schritt bedeutet einen Eingriff
in bestehende Architektur und erfordert
besondere Anschaffungen, für die in Zu- eTutoren beim Workshop zu interaktiven Tafeln

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speichert werden und alle Materialien, zum Angebote wurden positiv aufgenommen und
Beispiel aus Lern- und Kommunikations- lassen auf eine weitere Verbreitung nach der
plattformen wie dem CommSy oder dem Installation schließen.
neuen Webmagazin life, stehen unmittelbar
zur Verfügung. Die Interaktion mit Präsen- Informationsbildschirme
tationen oder den Arbeitsergebnissen bei Zur Darstellung digitaler Informationen im
Gruppenarbeiten kann direkter erfolgen, als universitären Raum, zum Beispiel aus dem
bei der alleinigen Verwendung eines Com- Webmagazin Life oder der ebenfalls neuen
puters mit einem Beamer. Fakultätshomepage, werden bis zum Früh-
Für die Anschaffung von einigen interak- jahr 2009 Informationsbildschirme ange-
tiven Tafeln, mobile wie auch fest installierte bracht.
Systeme, stehen inzwischen Mittel zur Ver- In der ersten Phase werden diese auf den
fügung, die innerhalb der Maßnahme bean- Etagen und im Foyer des Von-Melle-Park 8
tragt wurden. Zur Auswahl der passenden angebracht, die weiteren Gebäude der Fa-
Geräte besteht ein intensiver Kontakt mit
den führenden Herstellern auf dem Markt,
der zudem eine Entwicklung von sinnvollen
Einsatzszenarien an der Hochschule un-
ter den bestehenden Rahmenbedingungen
ermöglicht. Besonders spannend ist die
Beschäftigung mit den Tafeln für Lehramts-
studierende vor dem Hintergrund des Son-
derinvestitionsprogrammes 2010 der Stadt
Hamburg, durch das viele Schulen mit einer
innovativen Medienausstattung versorgt
werden. Die Bereitstellung der Tafeln wird
bis zum Ende des Wintersemesters vollzo- Verbindung der Seminarsituation mit der Kommunikati-
gen sein. Herausforderung hierbei ist es, be- onsplattform CommSy durch interaktive Tafeln
stehende Ausstattung wie grüne Tafeln und
Lärmschutzwände in dem Installationskon-
zept zu berücksichtigen. kultät werden folgen. Die Installation der
Um Interesse zu wecken und die Nutzung Hardware wird durch das Rechenzentrum
in den Lehralltag zu integrieren, wurden der Universität (RRZ) erfolgen. Inhalte wie
bereits mehrere Workshops angeboten, Rauminformationen, Veranstaltungsankün-
in denen Studierende und Lehrende mit digungen oder Neuigkeiten aus der Fakultät
Hard- und Software vertraut gemacht und werden durch ein nahezu vollautomatisches
angemessener Einsatz diskutiert wurde. Die System zusammengetragen und auf die

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eInfrastruktur

eInfrastruktur
nur sichtbar werden, sondern auch zu didak-
tisch begründetem Einsatz führen.
Die Bespielung der Informationsbildschirme
soll in einer zweiten Phase um Interaktivität
durch Benutzereingaben erweitert werden.
Es muss noch geprüft werden, ob die Aus-
stattung der eingesetzten Bildschirme hier-
für erweitert werden kann. Ebenso muss
eine Ausweitung der Installationen auf die
anderen Gebäude der Fakultät folgen.
Die beiden noch ausstehenden Arbeitspa-
kete Notebookstudy und Notebookarbeits-
Informationsbildschirme in den Fluren des Fakultätsge-
plätze ermöglichen und forcieren den selbst-
bäudes im Von-Melle-Park 8
verständlichen Einsatz von Notebooks von
Studierenden in Aufenthaltsbereichen und
Bildschirme ausgespielt. Zusätzlich zur rei- Seminarräumen der Universität. Mit dem Pa-
nen Präsentation von Inhalten wird es für ket Notebookstudy werden Studierenden in
Studierende und Besucher an einer Surf- Kooperation mit Hardwareproduzenten ver-
station die Möglichkeit geben, individuelle günstigte Notebooks in verschiedenen Kon-
Informationen abzurufen. figurationen angeboten, die zusätzlich mit
Die Installation einer größeren Präsenta­ einer Auswahl studienrelevanter Software
tionsfläche im Foyer fällt mit einer von der ausgeliefert werden. Bereitschaft verschie-
Fakultät geplanten Umgestaltung des Foyers dener Hersteller zur Zusammenarbeit wur-
zusammen. Hierzu wurde im Rahmen des de bereits signalisiert, konkrete Modalitäten
Arbeitspakets Notebookstudy die vielfältige müssen im nächsten Jahr ausgehandelt
Nutzung unter anderem für studentische ­werden. Der Trend der Netbooks, kleinen und
Arbeitsgruppen konzipiert, die zusätzliche günstigen Laptops, die das ideale Werkzeug
Steckdosen, Vernetzung, Raumteiler und für Studierende sein könnten, wird verfolgt
Sitzgelegenheiten vorsieht. und in Szenarien der verstärkten Integration
digitaler Technologien mitgedacht.
Nächste Schritte: Bei einem gewünschten selbstverständ-
Noch mehr mobiles Arbeiten lichen Umgang mit aktuellen Medientech-
Nach der Installation der Tafeln im Winter- nologien müssen auch entsprechende Orte
semester 2008 bleibt es weiter besonders außerhalb von Seminarräumen geschaffen
wichtig, die Nutzung durch Schulungen an- werden. Diese Orte für Einzelne und Grup-
zuregen und Einsatzszenarien zu verbreiten. pen, die vor allem auf die Arbeit mit Note-
Die Einführung der Technologien soll nicht books ausgerichtet sind, müssen in den

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Gebäuden der Fakultät bestimmt und entwi-
ckelt werden. Neben Stromanschlüssen und
Vernetzung sind auch Präsentationsflächen
und drahtlos nutzbare Drucker denkbar.

Alexander Tscheulin

Entwurf des Foyers im Von-Melle-Park 8 mit mobilen Trennwänden und mobilen Netz- und Stromanschlüssen

Entwurf des Foyers im Von-Melle-Park 8 mit zwei dynamisch bespielten Präsentationsflächen

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eSupport

eSupport Schlüsselkompetenzen
Die Maßnahme eSupport Schlüsselkom- Um die qualitativen Ansprüche zu erreichen,
petenzen soll eine tiefgreifende und breite arbeiten wir auch mit kleineren Gruppen-
Verankerung von eLearning in dem mit den größen (z. B. von Tutoren durchgeführte
Bachelor-Studiengängen neu eingeführten Trainings). Neben der laufenden Bedarf-
Studienbereich für Allgemeine Berufsquali- serhebung („Was brauchen und wünschen
fizierende Kompetenzen (ABK) einleiten. Der die Studierenden?“) wird ein Selbstassess-
Aufbau des ABK-Bereiches an der Fakultät mentverfahren entwickelt, dass ihnen eine
ist quantitativ wie qualitativ eine erhebliche reflektierte und gezielte Wahl von zum indivi-
Herausforderung. duellen Bedarf passenden Veranstaltungen
ermöglicht.
Eine quantitative Herausforderung...
Jede(r) der bald insgesamt ca. 1000 Ba- Blended Learning als unterstützende
chelor-Studierenden unserer Fakultät hat Maßnahme
Anspruch darauf, während seines 3jährigen Der quantitative Bedarf und die qualitativen
Studiums insgesamt 12 Leistungspunkte im Ansprüche im ABK-Studienbereich sollen
Bereich der Schlüsselkompetenzen und der auch durch gezielte Kopplungen von Prä-
Techniken wissenschaftlichen Arbeitens er- senzlehre mit eLearning-Anteilen erreicht
werben zu können; dazu kommen noch Ver- werden. Folgende Idee ist dabei zentral:
anstaltungen zur Berufsorientierung. Dies Die Präsenzphasen sind zu “kostbar”, um
bedeutet, dass im ABK-Bereich langfristig Strategien und Modelle zur Entwicklung von
jedes Jahr im Durchschnitt weit über 45 Schlüsselkompetenzen zu vermitteln. Un-
(!) Lehrveranstaltungen für ca. 30 Teilneh- tersuchungen wie auch die Rückmeldungen
mende angeboten werden müssen. von Studierenden zeigen: Theoretisches
Wissen und praktische Modelle können
… und eine qualitative durch individuelles und gemeinsames
Mehr als in den anderen Modulen der Bache- Selbststudium vermittelt werden, am be-
lor-Studiengänge stehen im ABK-Studien- sten durch eine Kombination von vorberei-
bereich gleichberechtigt mit der Vermittlung tender Literatur und veranschaulichender
von Wissen („Know What“) die gezielte Ent- eLearning-Module, wie sie z. B. in Level-Q,
wicklung der praktischen Umsetzung dieses MOSAIK und ABK-Online für kommunikative
Wissens, des „Könnens“ (”Know-How”), so- und methodische Kompetenzen entwickelt
wie der Reflexionsfähigkeit (“Know-Why”) wurden. Die Präsenzphasen in den Seminar-
im Fokus. Zugleich werden Lehrenden und gruppen werden so optimal für das veran-
Studierenden der Fakultät praxisnahe, über- schaulichende Training und für das direkte
fachliche Lerninhalte angeboten. Daher su- Umsetzen genutzt. Dieser Blended Learning
chen wir aktiv Anknüpfungspunkte und Koo- Ansatz schafft Raum und Zeit für gezielte
perationsmöglichkeiten mit den Beteiligten. Einübung praktischer Kompetenzen.

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Zielbereiche von eSupport Schlüssel- eSupport Schlüsselkompetenzen leistet in
kompetenzen folgenden vier Zielbereichen seinen Bei-
In diesem Sinne ist computergestützte Leh- trag:
re im Studienbereich ABK sinnvoll und als 1. eTutoren: Durch Schulung und Bereit-
zusätzliche, qualitätssichernde Maßnahme stellung von „buchbaren“ studentischen
hilfreich, wenn z. B. viele Lehrende und Tu- Tutorinnen können Hochschullehrkräf-
toren gleichzeitig als “Lernhelfer” eingesetzt ten dabei unterstützt werden, eLear-
werden. Hinzu kommt eine übergreifende ning-Methoden und fachübergreifende
Aufgabe: Damit der Studienbereich ABK Inhalte für ihre Lehrveranstaltungen
sich immer wieder an den Bedarfen von (ggfs. auch: besser und entlastend) ein-
Studierenden und späteren Absolvent(in)en zusetzen.
ausrichten kann, muss er flexibel bleiben. 2. Webbasiertes Wissensmanagementsy-
Hier gilt es, Abläufe und Verfahren transpa- stem: Der Aufbau eines webbasierten
rent und das Wissen über Ablaufprozesse Wissensmanagementsystems fördert
schnell verfügbar zu machen. die Vernetzung des Studienbereichs
ABK mit anderen ABK-Studienbe-
reichen innerhalb der Universität Ham-

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eSupport

eSupport Schlüsselkompetenzen
burg, hochschulübergreifend und mit Teamsteuerungssystem für die eigentlichen
der Berufspraxis. Mitarbeiterinnen des Studienbereichs einen
3. Contentimplementation: Bereits vorhan- Bereich für Lehrende und eEntwickler anzu-
dene computergestützte ABK-Inhalte legen, in dem Informationen über Übungs-
und Vorlagen (Templates) (wie z. B. [Le- vorlagen und ABK-Inhalte hinterlegt sind.
vel-Q], ABK-Online, ProKonflikt, HEAP, Diese werden ständig weiter entwickelt, so
MOSAIK) werden identifiziert und durch dass sich hier ein die inhaltliche Lehrplanung
verschiedene Maßnahmen in die vom unterstützendes und lenkendes System
Studienbereich angebotene Lehre im- über Good-Practice-Methoden und -Inhalte
plementiert. entwickelt. Es steht hier noch aus, neben
4. Schlüsselkompetenzkompass: Ein com- Inhalten aus den Schlüsselkompetenzver-
putergestütztes System zum Selbst- anstaltungen auch solche der verwandten
assessment von Kompetenzen, Res- Techniken wissenschaftlichen Arbeitens zu
sourcen und Entwicklungsbedarfen im implementieren.
Studienbereich ABK wird entwickelt und
eingesetzt. (zu 3) Das Projekt leistet einen Beitrag
Im Folgenden werden Detailinformationen zu dazu, das sich in dem im Aufbau begrif-
den vier genannten Zielbereichen berichtet. fenen Studienbereich didaktisch sinnvolle
eLearning-Szenarien strategisch durchset-
Aktueller Stand und Ausblick zen. Während der Laufzeit der Maßnahme
(zu 1) Im ersten Projektjahr wurde eine eSupport Schlüsselkompetenzen hat sich
Konzeption zur ePUSH-maßnahmenüber- der Anteil von Präsenzveranstaltungen (d.h.
greifenden Weiterbildung von eTutoren sowie Vorlesungen, Seminaren, Tutorien), die nicht
ein Einsatzszenario für diese entwickelt. Die auf computergestützte oder webbasierte
Nachfrage an eTutoren hat dabei sogar die Inhalte zurückgreifen, weiter verringert (vgl.
Einsatzmöglichkeiten übertroffen. Näheres Grafik). Das Projekt hat in der Weise Einfluss
dazu finden Sie auf Seite 34. genommen, dass bei der Auswahl externer
Lehrkräfte deren eLearning-Orientierung
(zu 2) Das webbasierte Wissensmanage- ein explizites Auswahlkriterium geworden
mentsystem ist ebenfalls bereits realisiert, ist. Zudem wurden bei der Schulung von
im Rahmen eines vom Studienbereich ABK Tutorinnen diese in die Lage versetzt, die
längerfristig selbst administrierbaren Wiki- vorhandenen digitalen Materialien in ihr An-
System, in dem Prozesse und Abläufe do- gebot einzubinden.
kumentiert und Beschreibungen kollaborativ Um die bereits vor Projektbeginn bestehen-
veränderbar sind. Weitestgehend steuerbare den Inhalte weitestgehend für die Lehre be-
Zugriffsrechte haben es möglich gemacht, reitzustellen und „Granulate“ auch über den
neben dem (internen) Informations- und ABK-Bereich hinaus nutzbar zu machen,

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wurde im Wissensmanagementsystem eine noch auf der webgestützen Information
für Lehrende, eTutoren und Interessierte über die Hintergründe der Veranstaltungen
durchsuchbare Datenbank hinterlegt, in im Schlüsselkompetenz- und Beratungs-
der im ersten Schritt die vom Projekt „ABK- bereich. Hilfsweise wurde in Kooperation
Online“ als für Lehrende frei nutzbare Vor- mit der CNT Gesellschaft für Personal- und
lagen zur Verfügung gestellten digitalen Organisationsentwicklung mbH Hamburg
Materialien („Gesprächsführung“, „Verhand- ein bereits in der Managementdiagnostik
lungsführung“ und „Lehrertraining“) in vier genutzter Selbsttest eingestellt, um dessen
relationalen Ebenen dokumentiert wurden. Anwendbarkeit im hochschulischen Sektor
So ist jedes eLearning-„Granulat“ (z. B. eine zu erproben. Zudem wurden während der
Videosequenz) transkribiert und mit Schlüs- vergangenen Monate der Schlüsselkompe-
selwörtern versehen verknüpft mit der zuge- tenzkompass systematisch um Selbstas-
hörigen Dokumentation der Übung, in das es sessmentanteile ergänzt um dabei auch die
eingebunden ist. Jede Übung ist wiederum Umsetzung im Rahmen der vorhandenen
Teil eines Lernpfads („Kapitel“) und jedes ABK-Flash-Übungstemplates zu testen.
Kapitel Teil eines Kurses (z. B. Verhandlungs- Trotz einer guten vorhandenen Dokumenta-
führung, Lehrertraining, Gesprächsführung). tion hat sich gezeigt, dass die Erstellung von
Dieses System ermöglicht dem Lehrenden, Übungen durch weniger geübte Personen
sich auf allen Ebenen für die Nutzung spe- teilweise erhebliche Schwierigkeiten mit sich
zieller Materialien zu entscheiden und diese bringen kann. Hier wäre ein zusätzliches Au-
eigenständig in das gewünschte didaktische torensystem hilfreich, um z. B. wenig erfah-
Konzept und den Themenkontext einzu- renen Lehrkräften eine einfache Produktion
betten. Es ist geplant, weitere Inhalte in das von Übungen zu ermöglichen. Vor Beginn
Dokumentationssystem aufzunehmen. Mit des Wintersemesters, in dem eine neue Ba-
den Konsortialführerinnen des Bundespro- chelorkohorte ihr Studium aufnimmt, haben
jektes [Level-Q: Trainings zur Studien- und über 190 Personen mit dem Schlüsselkom-
Karrieregestaltung ] (2001-2003) wird derzeit petenzkompass gearbeitet. Die inhaltliche
eine Vereinbarung vorbereitet, die die wei- Entwicklungsarbeit am Schlüsselkompe-
tergehende Nutzung der in diesem Projekt tenzkompass wird im Herbst 2008 abge-
entwickelten Materialien ermöglichen soll. schlossen sein.

(zu 4) Mit Beginn des Sommersemesters Jens Rogmann


2008 wurde den Bachelorstudierenden
ein Online-Informationssystem angeboten,
um sich bei der Wahl der Schlüsselkom-
petenzveranstaltungen zu orientieren. Der
Schwerpunkt lag bis zu diesem Zeitpunkt

19
eQualifizierung

eQualifizierung
Zielsetzung der Maßnahme eQualifizierung Mit den Neuen Medien stehen den Leh-
ist die Entwicklung innovativer (e)Szenarien, renden und Lernenden neue Gestaltungs-
ihre Erprobung, Implementation und Evalua- möglichkeiten zur Verfügung. Dadurch hat
tion. Dabei geht es auch um die nachhaltige sich die Lehr-Lernkultur an Universitäten
Bereitstellung von best practice-Beispielen schon stark verändert, so ist es inzwischen
und Instrumenten, mit denen Lehrende ihre fast schon selbstverständlich, dass Stu-
Veranstaltungen gestalten und analysieren dierende auf einen virtuellen Handapparat
können. Als Surrogat aus den Beratungs- zurückgreifen, (in virtuellen Sitzungen) mit-
gesprächen und Workshops erwarten wir einander kommunizieren, speziell für sie ent-
ferner Hinweise für die Entwicklung einer wickelte Übungen online lösen (inkl. Feed-
konsistenten Beschreibungssprache von back), sich eine Vorlesungsaufzeichnung
eSzenarien. ansehen, Selbstkontrolltests durchführen,
in den bzw. für die Veranstaltungen Produ-
Problemaufriss ziertes austauschen usw. In der Literatur
Das Bologna-Setting wird an den Universi- und auf Tagungen (z. B. GMW08) wird aber
täten Wirklichkeit. Dabei zeigt sich, dass be- immer wieder darauf hingewiesen, dass der
stimmte traditionelle Konzepte der Beschrei- konkrete Einsatz der Neuen Medien hinter
bung und Durchführung von Lehre dazu den Möglichkeiten zurückbleibe, u. a. die
nicht kompatibel sind. Beispielsweise bildet Partizipation der Studierenden (u. a. „Web
das Semesterwochenstunden-Modell nur 2.0“) ein Desiderat bleibe.
sehr bedingt die erhöhte Prüfungsbelastung Des Weiteren gibt die traditionelle Beschrei-
der Lehrenden ab. Auch das European Cre- bung von Veranstaltungen (Vorlesung, Se-
dit Transfer System (ECTS) muss sich in der minar, …) eine Integration dieser virtuellen
Praxis erst noch bewähren, gerade im Hin- Lernmomente nur unzureichend wieder:
blick auf den Zusammenhang zwischen zu- (Online Seminar, blended learning, … mit
gestandener und individuell benötigter Zeit. eLearning-Anteil). Ferner wird in didak-
Diese durch Bologna veränderten Studien- tischen Modellen – wie unserer Analyse erg-
bedingungen, aber auch das universitäts- ab - der Prüfungsaspekt nicht systematisch
bzw. fakultätsweite Change-Management mitgedacht, wie auch Begrifflichkeiten zur
(z. B. Timeslotmodell: Überschneidungsfrei- Beschreibung der studentischen Perspekti-
heit; Einführung von STiNE; Kernpraktikum), ve schlicht fehlen und die neuen Entschei-
die Ressourcenausstattungen und Besol- dungsebenen und – prozesse (Bologna) in
dungsmodelle bilden den (neuen) Rahmen, gängigen Begriffssystemen nicht abbildbar
in dem lern- und bildungstheoretische An- sind.
sprüche (u. a. Humboldt’sches Universitäts­ Die Entwicklung entsprechender Lösungen
ideal) umzusetzen sind. erfordert eine hochschuldidaktische Positi-
onierung.

20
Unser Ziel ist es, »» diese Beschreibungssprache den Leh-
»» sowohl die diskursiv geteilten Bildungs- renden in Form eines virtuellen Tools an
vorstellungen als auch die Alltagszwän- die Hand zu geben, mit dem sie innova-
ge der Lehrenden zu berücksichtigen, tive Lehr-/Lernszenarien mit eLearning
»» einen Fokus auf die Förderung der Lern- planen und analysieren können.
prozesse der Studierenden zu legen, »» Teilnahme am wissenschaftlichen Dis-
»» die Lern- und Studienmotivation der kurs
Studierenden zu stärken, »» Öffentlichkeitsarbeit + Netzwerk
»» eine Mitgestaltung ihrer Bildungsver-
läufe vorzusehen und Projektentwicklung Teilprojekt eQua-
»» die Partizipation der Studierenden an lifizierung: Konzepte, Umsetzung und
Forschungsfragen und –prozessen an- Ausblick
zubahnen. Die ersten beiden Phasen des Projekts Kon-
zeptionierung und Erprobung sind so gut
Arbeitspakete wie abgeschlossen. In der ersten Phase
Vor diesem Hintergrund haben wir die fol- (01.12.07-31.03.08) stand eine Bedarfsana-
genden Arbeitspakte geschnürt: lyse und die Entwicklung von hochschuldi-
»» gemeinsam mit Lehrenden, Studieren- daktischen Weiterbildungsangeboten sowie
den, Tutorinnen und Tutoren und aus- die Vernetzung des Teilprojekts und die
gehend von ihren Bedarfen und Erfah- Identifikation der unterschiedlichen Akteure
rungen eSzenarien für die didaktische im eLearning im Vordergrund. Die zweite
Bühne, also (neue) Modelle zur Ge- Phase (01.04.08–31.10.08) bestand aus der
staltung von Modulen, Lehrveranstal- Durchführung hochschuldidaktischer Work-
tungen, Sitzungen, Prüfungsmomenten, shops, der Weiterentwicklung beispielhafter
… mit den Schwerpunkten „eLearning“ eSzenarien, der Teilnahme am wissen-
und „Neue Medien“ entdecken, entwi- schaftlichen Diskurs (Modellbildung eines
ckeln, erproben und evaluieren, interaktiven Planungsmoduls.) Unseren Ziel-
»» die Lehrenden hochschuldidaktisch setzungen entsprechend, haben die ersten
beraten und bei der Umsetzung dieser beiden Phasen zusammenfassend folgende
eSzenarien zusammen mit den anderen Ergebnisse erbracht:
ePUSH-Maßnahmen und dem RRZ un-
terstützen, Beratungen
»» Recherche, Analyse, Aufbereitung und Zurzeit beraten wir eine Reihe von Teams der
Bereitstellung von (e)Szenarien Fakultät EPB.
»» eine neue Beschreibungssprache ent- »» ABK-Schlüsselqualifikationen: eTuto-
wickeln, mit der die oben angeführten rinnen und eTutoren (Ausbildungs- und
Aspekte in den Blick kommen, Einsatzkonzept in Kooperation mit

21
eQualifizierung

eQualifizierung
dem MultiMedia-Studio, ePortfolio- Lehrenden, studentischen Mitarbeitern
Gesprächskreis), Bachelor-Modul all- und Studierenden (potentiellen eTutoren)
gemeine berufsqualifizierende Kompe- standen immer wieder die studentischen
tenzen (studiengangsübergreifendes Handlungsmomente, der Workload der Leh-
Angebot). Workshops mit tutorieller Un- renden und Studierenden, die zum Beispiel
terstützung und multimedial gestützten durch Modulprüfungen veränderten Stu-
Selbstlernphasen (1 Wiss. Mitarbeiter, dienbedingungen sowie die Möglichkeiten
1 studentische Hilfskraft, 14 potentielle der Neuen Medien im Zentrum. Wir haben
eTutor/innen) gemeinsam mit den Teilnehmenden eSzena-
»» Biopsychologie: eSzenario für Vorlesung rien für ihre Handlungsfelder (als Lehrerbild-
mit Begleit- und Vertiefungsseminaren ner, als eTutor/in, als Lehrende) auf der Basis
Bachelor-Modul, Einführung in Grund- von best practice-Beispielen entwickelt und
lagenwissen mit 350 Studierenden. Vor- diskutiert. Auch wenn die Lehrenden den
lesung, begleitende Übungsgruppen, Austausch im Workshop als fruchtbar be-
abschließende Klausur (1 Professorin, schreiben, erscheint uns die Form der Ein-
10 Wiss. Mitarbeiter/innen bzw. Lehrbe- zelberatung vor Ort für diese Klientel besser
auftragte) geeignet.
»» IBW: ePortfoliokonzept Bachelor-Modul
Praktikum in der LehrerInnenausildung, eSzenarien: entwickeln/beschreiben
Auftaktveranstaltung, Schulpraktikum, /planen/bekannt machen/nutzen
Vertiefungsseminar (zwei Juniorprofe eSzenarien sind der Dreh- und Angelpunkt
ssoren, eine Wiss. Mitarbeiterin) des Teilprojekts eQualifizierung. Wir haben
»» Aus dieser kleinen Aufzählung wird er- in Beratungen und Workshops best practi-
sichtlich, dass Beratungen in Zukunft ce-Beispiele zur Verfügung gestellt und ei-
aufgrund der Bologna-Strukturen ver- gene Beispiele (weiter-)entwickeln lassen.
stärkt auf Modulebene angefragt und Um die unserer Meinung nach wichtige Par-
durchgeführt werden– sinnvollerweise tizipation von Studierenden in den Blick zu
mit allen Lehrenden des Moduls sowie rücken, haben wir ein Konzept der studen-
Studierendenvertreterinnen und –ver- tischen Handlungsmomente als Bestandteil
tretern. Die Einzelberatung von Leh- einer neuen Beschreibungssprache für (e)
renden wird abnehmen und/oder ande- Szenarien entwickelt. Mit Hilfe dieser Mo-
re Aspekte fokussieren (z. B. Leitung, mente wird die studentische Perspektive auf
Lehrpersönlichkeit, einzelne eLearning- der „Didaktischen Bühne“ erst systematisch
Elemente in traditionellen Szenarien). erfassbar und eine studentische Mitgestal-
tung konzeptionell integriert.
Workshops Um die durch methodisch-didaktische Ge-
Bei der Durchführung von Workshops mit staltung vorgegebenen Handlungsmomente

22
der Studierenden im Rahmen organisierter dem individuellen Anfertigen einer Hausar-
Hochschullehre in den Blick nehmen zu beit. Dass es auch anders geht, zeigt die
können, haben wir folgende empirisch ge- exemplarische Anwendung der Handlungs-
leitete Begriffe entwickelt: Formingmoment, momente auf eine ABK-Veranstaltung. (s.u.)
Präsentationsmoment, Prüfungs-/Assess-
ment-moment, PEP-Moment (Persönlicher Die nächsten Schritte
Entwicklungsplan/Reflektion), Simulati- Geplant ist u. a. der Ausbau bzw. die Ver-
onsmoment, Feedbackmoment, Übungs- stetigung der Workshops und Beratungen,
moment, Metakommunikatives Moment, ein Pilot zur Umsetzung des eSzenarios der
Moderationsmoment, Rezeptions-/Teilnah- Biopsychologen mit OLAT in Kooperation
memoment, Administrations-/Distributions- mit dem RRZ, die Mitarbeit in der Projekt-
moment, Produktionsmoment, Informelles gruppe Gesprächskreis ePortfolio, die Wei-
Moment (vgl. Merkt & van den Berk 2008). terentwicklung der Beschreibungssprache
Kombiniert mit der Workload der Studieren- und des Planungstools sowie die Entwick-
den ergibt sich für ein klassisches Referate- lung, Beschreibung und Bereitstellung von
seminar mit abschließender Hausarbeit ein gelungenen eSzenarien.
recht ernüchterndes Bild. Die 3 ECTS wer-
den größtenteils rezeptiv erworben. Zudem
besteht ca. 95 % des Produktionsanteils aus Marianne Merkt & Ivo van den Berk

Handlungsmomente einer ABK-Veranstaltung

23
Assessment

eModul Prüfung

Gegenstand der Maßnahme „eModul Prü- staltung in Bezug auf den Inhalt bzw. das
fung“ ist der Einsatz digitaler Medien zu Lernziel einer Lehrveranstaltung. In diesem
Prüfungszwecken. Dabei geht es nicht da- Sinne lassen sich durch die Integration ver-
rum, eAssessment „nur“ als Maßnahme zur schiedener Medienformate wie Film oder
Ressourcenschonung zu entwickeln, auch Audioaufzeichnungen beispielsweise Aufga-
wenn im Zusammenhang mit dem Bologna- benstellungen zur Analyse von Unterrichts-
Prozess die Prüfungslast erheblich zuge- situationen, spezifischer Interaktionsgesche-
nommen hat. hen oder komplexer Bewegungshandlungen
deutlich dichter am Gegenstand festmachen,
Assessment als Beitrag zur Quali- als dies mit traditionellen Methoden möglich
tätsverbesserung ist.
Analog zur Nutzung digitaler Medien zu Lehr- Zum anderen erhoffen wir uns eine verbes-
und Lernzwecken suchen wir nach Möglich- serte Studienleistung, wenn es gelingt, As-
keiten, mittels eines eAssessments auch sessments auch als Mittel der Selbstkontrolle
einen Beitrag zur Qualitätsverbesserung lei- zu erschließen, mit dem individuelle Rück-
sten zu können. Das bezieht sich zum einem schlüsse auf den eigenen Lernprozess sowie
auf die Angemessenheit einer Prüfungsge- den eigenen Lernstand möglich werden.

24
Unterschiedliche Formen digitaler Die Bestandsaufnahme
Prüfungen Auch andere Hochschulen beschäftigen
Die Etablierung von digitalen Prüfungs- sich aus verschiedenen Gründen mit eAs-
formen gehen wir in mehrfacher Hinsicht an: sessment. Wie haben uns Zielsetzungen,
Auf der Basis vorhandener eInfrastrukturen, Szenarien und Technologien angeschaut, ob
wie der Lernplattform „Blackboard“, setzen und was sich im Sinne eines „best Practice“
wir Prüfungen für konkrete Lehrveranstal- für unser Vorhaben ableiten lässt.
tungen und Module um.
Gleichzeitig entwickeln wir innovative Prü- Andere Universitäten haben im Gegensatz
fungsszenarien, indem wir beispielsweise zur Universität Hamburg andere Lernplatt-
die Nutzung virtueller Welten für Assess- formen, sogennante „open source“ Platt-
mentzwecke erkunden; insbesondere mit formen, die je nach Programmiererkennt-
der Absicht, Lern- und Prüfungssituation nissen beliebig mit eigenen oder schon
einander zunehmend anzunähern. bestehenden Programmen erweiterbar sind.
Wir sind im Zusammenhang mit der Beschaf- Bei den nicht kostenpflichtigen Plattformen,
fung eines Notebook-Pools, der unter anderem wie ILIAS oder moodle, kann das Institut
für Prüfungszwecke nutzbar sein soll, mit ma- nach eigenem Ermessen andere Werkzeuge
terialen Bedingungen eines eAssessments, erzeugen, um das Angebot der Lernplatt-
in projektinterner Abstimmung, ausgestattet. form zu erweitern.

25
Assessment

eModul Prüfungen
Anwender von eAssessment nutzen es im ePUSH in SecondLife
Rahmen einer Selbstkontrolle, d.h. für die Das ePUSH Projekt ist auch in der virtuellen
Studierenden als Möglichkeit ihren aktuellen Welt SecondLife vertreten. So befindet sich
Wissensstand zu erfassen, für Abschluss- im Hauptgebäude der Universität Hamburg,
prüfungen von Lehrveranstaltung, wobei hier in SecondLife, ein virtuelles ePUSH Büro. Zu-
aufgrund der begrenzten Computerarbeits- dem ist ein Holo-Deck entstanden, welches
plätze mehrere Termine angesetzt werden, verschiedene Möglichkeiten für eLearning
um alle Studierenden rechtmäßig prüfen zu bietet.
können.
Durch die Integration einer Lernplattform Die virtuelle Welt von SecondLife hat mitt-
waren die Studierenden mit der Anwendung lerweile über 10 Millionen registrierte Nut-
der technischen Gegebenheiten vertraut, so zer, von denen sich rund um die Uhr etwa
dass eine Prüfung ohne technische Über- 60.000 in dieser bewegen. Sie bietet so-
raschungen für die Studierenden ablaufen mit ein großes Publikum, dem sich ePUSH
konnte. Die häufigste im Rahmen der Be- durch seine Präsenz vorstellen kann. Durch
standsaufnahme erfasste Frageart war Mul- das neue ePUSH Büro im Erdgeschoss des
tipleChoice. Es mussten Bilder zugeordnet Hauptgebäudes der Universität soll den Stu-
werden, oder entschieden werden, welche dierenden, die sich in SecondLife bewegen,
Antworten richtig oder falsch waren. das Projekt präsentiert werden.
Die Universität Hamburg nutzt die Lern-
plattform Blackboard. Diese hat bereits Das ePUSH Büro
eine Akzeptanz unter den Lehrenden und Im ePUSH Büro ist es bisher möglich, sich
Studierenden. Blackboard besitzt eine Prü- eine Sitzgruppe von Stühlen nach eigenen
fungsplattform. Durch die mittelfristige An- Vorstellungen zu gestalten. Außerdem gibt
dockung (nach Aussage des Regionalen es eine Tafel, an der man Fotos und/oder
Rechenzentrum) von Blackboard an STiNE Abbildungen posten kann und die einen
könnten demnach Prüfungsdaten übertragen Austausch zwischen den Besuchern mög-
werden, weshalb das Erkunden der Nutzung lich machen soll. Weiter kann man sich mit
der Prüfungsplattform Sinn machen würde. einem Klick auf ein neben der Tür stehendes
Blackboard bietet nicht nur die Möglichkeit Inventar direkt zum Holo-Deck teleportieren
für Lehrende und Studierende Material zu lassen.
sammeln, sondern auch durch ein eigenes
Testtool die Möglichkeit Tests in Form von SecondLife als eLearning Plattform
MultipleChoice Fragen, True/False-Fragen, Auf diesem Holo-Deck ist es möglich Lehr-
Lückentexten, Freitextaufgaben etc. zu er- veranstaltungen in verschiedener Form zu
stellen. realisieren. So lässt es dem Lehrenden meh-
rere Auswahlmöglichkeiten die Räumlich-

26
Ausblick
keiten zu gestalten. Vom einfachen Hörsaal Ziel ist es, zunächst Lehrende dafür zu ge-
zu einem Seminarraum mit Gruppentischen winnen, ihre Lehrveranstaltungen in Se-
zu wechseln ist durch wenige Mausklicks condLife abzuhalten. Im Zuge dieser Lehr-
möglich. Auch sind verschiedene Präsen- veranstaltungen muss dann geprüft und
tationsformen denkbar, denn es lassen sich evaluiert werden, inwiefern sich in Second-
problemlos Power-Point Folien, kleine Filme Life bestimmte Prüfungsformen realisieren
etc. in SecondLife einfügen. Als weitere lassen, die auf anderen Lehrplattformen wie
Komponente des eLearnings in SecondLife, Blackboard nicht möglich sind. Hierbei wird
sollte die Chance der Integration von Gast- entscheidend sein, wie die Studierenden die
dozenten in eine Lehrveranstaltung betont Handhabung von SecondLife bewerten und
werden. welche Form von Prüfung rechtlichen Rah-
menbedingungen entsprechen kann.

Andreas Hebbel Seeger

27
eLB

Das eLearning-Büro stellt sich vor


Christina Ferner Wey-Han Tan
ePush / eLearning Büro eLearning Büro

Studium der Medien­ Dipl. Päd., Studium


tech­nik an der HAW der Erziehungswissen-
Ham­burg und des in- schaft, Informatik, Sozi-
ternationalen Master­ ologie und Psychologie.
programms ePeda­gogy Seit 1998 Mit­arbeit im
Design – Visual Know- Multime­dia­studio des
ledge Building an der Fachbereichs. Tätig­keit
Universität Hamburg als Programmierer (Ma-
und der University of Art and Design Helsin- cromedia Director). Von 2000-2002 Lehrauf-
ki. Im Projekt ePUSH kümmert sie sich um trag an der Universität Lüneburg im Bereich
das Thema eCommunity Building. Die zwei- IUK. Seit 2003 Studium des Masterstudien-
te Hälfte ihrer Arbeitszeit investiert sie in die gangs ePedagogy Design. Im elb zuständig
Co-Leitung des eLearning Büros. für Text­digitalisierung und Projektsupport.

Studentische MitarbeiterInnen

Antje Breitkopf Dany Dewitz Anja Fröhnel Christian Glöckner Jan Luchterhand
Lecture Recording Lecture Recording Lecture Recording & Digitalisierung & Digitalisierung &
& Wiki EduCommsy Lecture Recording Lecture Recording

Malte Merz Ivonne Patzer Markus Schwarzer Julian Vester


Digitalisierung & EduCommsy- Digitalisierung & Web-Support &
Lecture Recording Support Lecture Recording Technik

28
Entwicklung des eLearning Büros
Obwohl die Nachfrage in den Bereichen in den Bereich des Lecture Recording ge-
Lecture Recording und Textdigitalisierung flossen.
im Vergleich zum letzten Semester stark ge- Im Bereich Support treten hauptsächlich die
stiegen ist, konnte durch bessere Infrastruk- Unterstützung des EduCommSy, dessen
tur (Technik, Orgnaisation, Qualifizierung der Betreuung das eLearning Büro ab diesem
Mitarbeiter) der Workload gesenkt werden. ­Se­mester übernommen hat, und die des
Insbesondere die Videoaufzeichnung von neu gegründeten Fakultäts-Webmagazins
Veranstaltungen wurden dieses Semester life hervor.
stark nachgefragt – über ein Drittel der ge-
samten ­Arbeitskraft des eLearning Büro ist Wey-Han Tan

20 % Organisation &
Kommunikation 35 % Lecture Recording

29 % Support

16 % Text Digitalisierung

29
Workshops

Workshops
Bereits seit mehreren Jahren ist das Medien­ Fortgeschrittene. Die Workshops sind da-
zentrum und mms* der Fakultät EPB in der rauf ausgerichtet, studienbegleitend grund-
erfreulichen Lage den Studierenden und legendes und weiterführendes KnowHow im
Dozenten eine große Bandbreite an Work- Bereich MultiMedia- und Video-Produktion
shops anbieten zu können, damit sie die an Studierende und Lehrende der Fakultät
Möglichkeit zum Aufbau oder Ausbau ihrer zu vermitteln. Die Workshops beinhalten in-
Medienkompetenz haben. Die Workshops tensive Anleitung im Wechsel mit Freiarbeit
finden im Laufe des gesamten Semesters an den Geräten unter Betreuung durch die
statt und decken ein breites Spektrum von Workshop-LeiterInnen. Sie verstehen sich
Angeboten ab. Von grundlegenden Kursen als Einführungen – umfassende Schulungen
wie zum Beispiel die Einführung in PC oder sind aufgrund der personellen Ausstattung
Mac, über anwendungsorienterte Produkti- des Medienzentrums nicht möglich. Wer
onen wie Podcast-Erstellung bis hin zu kom- sich einen Überblick über ein Themengebiet
plexen Anwendungen, wie etwa digitaler verschaffen möchte, wird aber ausreichend
Video-Schnitt oder Kamera-Führung für bedient. Wer tiefer einsteigen, Projekte vom

30
Kopf deshalb gerne eigene
in die Wirklichkeit mit in die undBitte
Projekte möchte,
übertragen beachten
Dozenten Sie: Fakultät kostenlos zu
unserer
gewinntWorkshops und nutzen Sie
Grundkenntnisse, diediese
auchalsbei
Rahmen Die Workshop-Veranstaltungen des
der Verfügung.
relativfürkomplexen
die Vertiefung
MaterieIhrer Fertigkeiten.ein
„MultiMedia“ Die Medienzentrums sind keine Lehrveranstal-
Workshops
„learning solltenermöglichen.
by doing“ als Appetithäppchen
Es kön- tungen. Es können daher auch keine studi-
ver- Workshopwoche
nen eigene Projekte mit in die Workshops Anhand enrelevanten Leistungsnachweise
zahlreicher Rückmeldungenerwor-
von
des MultiMedia-Studios, an den ständig ben werden. Seit
gebracht werden. um diese als Rahmen für Teilnehmerinnen an unseren Workshopsdem Sommersemester
zugänglichen Arbeitsplätzen des Compu- 2007 kann jedoch jedem regelmäßig teil-
die Vertiefung der Fertigkeiten zu nutzen. Die wurde deutlich, dass großer Bedarf nach
ter-Studios und nach Vereinbarung an den nehmenden Studenten ein Teilnahme-Zer-
Workshops sollten als Appetithäppchen ver- Angeboten auch in der vorlesungsfreien
Videoschnittplätzen des AV-Studio kann -
standen werden. In der „Offenen Werkstatt“ Zeit besteht. Gerne haben wir dieses Feed-
das erworbene KnowHow vertieft und an nen Workshops stehen allen Studierenden
des MultiMedia-Studios, an den ständig back entgegengenommen und unser Pro-
konkreten Projekten verfestigt werden. Wir und Dozenten unserer Fakultät kostenlos
zugänglichen Arbeitsplätzen des Compu- gramm dementsprechend angepasst: Vor
freuen uns, im Wintersemester 2008/09 wie- zu Verfügung.
ter-Studios und nach Vereinbarung an den Beginn der Vorlesungen im Wintersemester
der ein umfassendes Workshopprogramm
Videoschnittplätzen des AV-Studio kann 2008/9 haben wir in diesem Jahr erstmals
anbieten zu können!
das erworbene KnowHow vertieft und an eine Workshop-Woche im Medienzentrum
konkreten Projekten verfestigt werden. Wir mit ausgewählten Kursen angeboten. Dass

Podcasting Film Gestaltung


Web 2.0 Kreativität
Druck Blogs Photographie
Text HTML Statistik Literaturverwaltung
Design CSS Druck Internet
Präsentation kollaboratives Arbeiten
Wikis Video Tafel Filmschnitt
freuen uns, im Wintersemester 2008/09 wie- diese Idee auf fruchtbaren Boden gefallen
der ein umfassendes Workshopprogramm ist und tatsächlich eine hohe Nachfrage be-
anbieten zu können! steht, lässt sich an den Teilnehmerzahlen
feststellen.
Workshopwoche
Bitte beachten Sie: Die Workshop-Veran-
Anhand zahlreicher
staltungen Rückmeldungen
des Medienzentrums sind von Teil- Wir möchten unser Angebot stetig weiter
keine
nehmerInnen an unseren Workshops wurde
Lehrveranstaltungen. Es können daher auch entwickeln können und
wir daran erkennen,
verbessern, unddass bereits
sind dazujetzt
deutlich, dass großer Bedarf nach Angeboten einige dieser Workshops
keine studienrelevanten Leistungsnachweise auf Feedback angewiesen. Gibt es Anre- ausgebucht sind. Das
auch in der vorlesungsfreien Zeit besteht. Gerne freut uns natürlich sehr!
erworben werden. Seit dem Sommerseme- gungen, Wünsche oder konstruktive Kritik?
haben wir dieses Feedback entgegengenom- Dennoch möchten wir unser Angebot ste-
ster 2007 kann jedoch jedem regelmäßig ­Diese nehmen wir gerne entgegen unter:
men und unser Programm dementsprechend tig weiter entwickeln und verbessern, und sind
teilnehmenden Studierenden ein Teilnahme- mms@uni-hamburg.de
angepasst: Vor Beginn der Vorlesungen im Win- dazu auf Ihr Feedback angewiesen. Gibt es An-
Zertifikat ausgestellt werden. Die angebote-
tersemester 2008/9 bieten wir in diesem Jahr regungen, Wünsche oder konstruktive Kritik?
nen Workshops stehen allen Studierenden Ralf Appelt
erstmals eine Workshop-Woche im Medienzen- Diese nehmen wir gerne entgegen unter:
trum mit ausgewählten Angeboten an. Dass mms@uni-hamburg.de
diese Idee auf fruchtbaren Boden gefallen ist 31
und tatsächlich eine hohe Nachfrage besteht,
ePortfolio

Arbeitsgruppe ePortfolio
Arbeitsgruppe ePortfolio
Das Projekt ePUSH weist keinen eigenstän- ihre Aufgabe darin, gelungene Fallbeispiele
digen Arbeitsbereich ePortfolio aus. Da aber aus der Praxis zu identifizieren und zu doku-
das Thema „ePortfolio“ aktuell von zentraler mentieren, um den Lehrenden anhand dieser
Bedeutung ist und mehr oder minder alle den Einstieg in die Arbeit mit ePortfolios zu
Maßnahmen von ePUSH berührt, hat sich erleichtern. Entsprechend zielt eine weitere
eine „Arbeitsgruppe ePortfolio“ gebildet, Aufgabe darauf ab, die Arbeit mit dem ePort-
die diesem Umstand auch institutionell Aus- folio in der Breite zu etablieren und die struk-
druck verleiht und sich regelmäßig trifft. Sie turelle Verankerung von ePortfolios an der
umfasst neben den Projektmitarbeiterinnen Fakultät im Rahmen der regulären Lehre zu
weitere interessierte Mitglieder der Fakultät fördern – sowohl im Rahmen von Lehr- und
und Kollegen von der TU Harburg, die im Lern- wie auch Prüfungsprozessen.
Rahmen des Projektes „studIPort 2.0“ ih-
rerseits an der hochschulweiten Einführung
eines ePortfolios arbeiten. DAS (e)Portfolio gibt es nicht
In der aktuellen (pädagogischen) Diskus-
sion und Praxis spielen Lernprozesse be-
gleitende (e)Portfolios – von der KiTa bis zur
Hochschule – eine immer bedeutsamere
Rolle. (e)Portfolios sind so vielfältig wie die
Kontexte, in denen sie eingesetzt werden.
(e)Portfolios sollen der Planung, Reflexion
und Regulierung eines selbstorganisierten
Lernprozesses dienen. Sie haben in erster
­Linie die Funktion einer (reflexiven) Samm-
lung eigener Leistungs- bzw. Lernhand-
lungsnachweise sowie Arbeitsprodukte.
(e)Portfolios stellen zudem ein alternatives
Ziele und Aufgaben Instrument zu Beurteilung von Lernergeb-
Ziel der Arbeitsgruppe ist es, eine Verstän- nissen und -prozessen dar. Eine einheitliche
digung über Möglichkeiten und Grenzen des Definition gibt es ebenso wenig wie einen
ePortfolios innerhalb der Fakultät aus päda- technischen Standard. Vielmehr ist das
gogischer und hochschuldidaktischer Per- (e)Portfolio als eine didaktische Methode, gar
spektive anzustoßen, zu praktischen Erpro- als eine pädagogische Haltung beschreib-
bungen anzuregen und diese zu begleiten bar, die die Perspektive des Subjekts auf
und zur Vernetzung bestehender Aktivitäten seinen Lernprozess im Rahmen von Lehren
beizutragen. Konkret sieht die Arbeitsgruppe und Prüfen in das Zentrum rückt.

32
ePortfolio in der EPB: Hintergrund –
Technik – Praxis
An der Fakultät EPB liegt eine spezielle Situ-
ation vor: Das ePortfolio stellt hier im Bereich
der Lehrerbildung sowohl einen Lerngegen-
stand als auch einen Beitrag zur aktuellen
schulpädagogischen Entwicklungen dar.
Idealerweise begleitet ein ePortfolio die an-
gehenden Lehrerinnen über alle Phasen ihrer
Ausbildung – bis einschließlich ihrer späteren
Schulpraxis. In diesem Kontext wird ein ePo-
rtfolio in erster Linie als ein den Lernprozess
begleitendes Arbeitsportfolio betrachtet.
Für die technische Realisierung eines sol-
chen Arbeitsportfolios eignet sich neben Mit dieser Erprobung erfolgt ein erster Ver-
weblogs und wikis auch die im Rahmen des such zur curricularen Re-Strukturierung mit
abgeschlossenen ELCH-Projektes „study. Hilfe von digitalen Medien.
log“ entwickelte, gleichnamige Software.
Auf Initiative der Arbeitsgruppe hin startet Nächste Schritte …
ab dem Wintersemester 08/09 ein Erpro- Die Arbeitsgruppe hat sich als eine Aufgabe
bungsversuch. Über zwei Semester wer- gesetzt, Lehrende mit Hilfe von Fallbeispie-
den sämtliche Lehrveranstaltungen des len von den Potenzialen von ePortfolios zu
Einführungsmoduls in die Erziehungswis- überzeugen. In diesem Sinne ist ein öffent-
senschaft mit einem Arbeitsportfolio unter licher Expertenworkshop in der Planung, an
Verwendung von „study.log“ begeleitet. Die dem die eigenen Erfahrungen an der Fa-
ePortfolios stellen u. a. die Grundlage für kultät mit ausgewiesenen Expertinnen und
die mündliche Modulabschlussprüfung dar. Experten ausgetauscht werden können, um
Anregungen für die nächste Projektphase zu
erhalten.

Kerstin Mayrberger &


Stephan Münte-Goussar

33
eTutoren

Arbeitsgruppe eTutoren

Die fachlichen Lehrkräfte eines Studien- tungen eLearning-Bausteine und ABK/SK-


gangs sind mehrheitlich weder speziell für Granulate zu optimieren.
die in die fachbezogene Lehre integrierte
Vermittlung von Schlüsselqualifikationen Zusätzlich wurde der Bedarf erhoben. Insge-
(wie z. B. Medien- oder Moderations- oder samt wurden 18 verschiedene Bedarfsszena-
Kommunikationskompetenzen) noch für den rien durch Lehrkräfte der Fakultät gemeldet,
Einsatz neuer Medien ausgebildet. aus drei Projekten und für insgesamt ca. 50
Um Lehrkräften ein niedrigschwelliges An- Lehrveranstaltungen. Dieser gemeldete Be-
gebot zur Personalentwicklung zu machen, darf hat die Einsatzmöglichkeiten übertroffen.
wurde in Zusammenarbeit der ePUSH-Maß- Es wurde vereinbart, zunächst solche ca.
nahmen eSupport Schlüsselkompetenzen 30 Veranstaltungen der Fakultät durch
und eQualifizierung im ersten Projektjahr eTutorinnen zu unterstützen, bei denen ein
ein tutorielles Weiterbildungssystem kon- deutlicher und nachhaltiger Qualifizierungs-
zipiert, in dessen Rahmen fest angestellte sprung bei den Lehrkräften und didaktisch
Hochschullehrkräfte speziell ausgebildete sinnvolle Entwicklungen zu erwarten sind.
eTutoren buchen können, um ihre Veranstal- Dazu wurden im Rahmen einer gemeinsam

34
vom Multimediastudio der Fakultät mit den reich reicht voraussichtlich von der Unter-
ePUSH-Maßnahmen eSupport Schlüssel- stützung bei der Einrichtung und Beratung
kompetenzen und eSupport Qualifizierung zur sinnvollen Einbindung von Projekt-/Kurs-
durchgeführten, dreitägigen Ausbildung räumen im eLearning-Portal CommSy über
13 eTutoren weitergebildet. die Anleitung in der Nutzung von Weblogs
Das Ausbildungsprogramm zielte darauf ab, als Portfolio-Lerndokumenationen und bis
die eTutoren mit gängigen Szenarien und di- hin zu der Förderung und eModeration von
daktischen Rahmenbedingungen des Blen- fachbezogenen virtuellen Diskussionen au-
ded Learning vertraut zu machen, sie auf ßerhalb der Präsenzveranstaltungen und der
die Rolle als eModeratoren vorzubereiten Schulung im Einsatz interaktiven Beamer-
und sie (nicht zuletzt handwerklich) in die Tafeln.
Lage zu versetzen, die dafür nötigen Platt- Der Einsatz der eTutoren im kommenden
formen, Werkzeuge und Übungsvorlagen Wintersemester wird begleitend evaluiert,
einzusetzen und Lehrkräfte damit vertraut um Hinweise für den zukünftig zu erwar-
zu machen. tenden Bedarf zu erhalten sowie ein darauf
Die eTutoren stehen im laufenden Winter- abgestimmtes verbessertes Schulungskon-
semester den hauptamtlichen Lehrkräften zept und Vorschläge zum Übergang in ein
der Fakultät zur Verfügung und werden für Regelangebot der Fakultät zu entwickeln.
eLearning-Aktivitäten bei den genannten
Veranstaltungen eingesetzt. Ihr Einsatzbe- Jens Rogmann

35
Notebookcenter

Notebookcenter

Mehr Mobilität
Lernen mit und am Computer fand bisher an Die Entwicklung geht hin zu Mobilität, Ver-
der Universität, neben der Nutzung persön- netzung und verstärktem Austausch zwi-
licher Notebooks, meist in Computerpools schen Studierenden und Dozenten. Diese
statt, wie sie zum Beispiel das Rechenzen- Charakteristika lassen sich bisher nicht im-
trum bietet. Die Beschränkung des Einsatz mer in der Lehre finden. Der Rechnereinsatz
von Computern auf bestimmte Räume mit in Lehrveranstaltungen hat sich bisher meist
der üblichen lehrerzentrierten Anordnung auf Präsentationen der Dozierenden oder
entspricht längst nicht mehr aktuellen Vor- Studierenden mit Laptop und Beamer be-
stellungen ihrer Nutzung zur Förderung von schränkt. Somit wurden die Studierenden,
Gruppenprozessen und kollaborativer Wis- mit Ausnahme der Vortragenden, wenig zu
sensgenerierung. Computer, idealerweise eigenem Engagement und der Aneignung
mobile Notebooks, sind ein Arbeitsmittel der behandelten Inhalte aktiviert. Oft wird so
neben vielen anderen, die in vielen Bildungs- in Veranstaltungen nur in geringem Maße auf
situationen gewinnbringend eingesetzt wer- das Wissen und Können der Studierenden
den können. zurückgegriffen und/oder dieses konzeptio-
nell in die Veranstaltung integriert.

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Hardware und Software
Für alternative Arbeitsweisen gab es bisher Windows XP ausgestattet, um ein möglichst
an unserer Fakultät nicht die technische Aus- breites Spektrum an Software nutzen zu
stattung, die ein Lehren und Lernen gemäß können und vielen Benutzern eine einfache
den oben genannten Charakteristika unter- Verwendung zu ermöglichen. Bei jedem
stützt hätte. Um dies zu ändern und neue Neustart werden die Benutzerprofile der
didaktische Wege zu ermöglichen, wurden beiden Systeme zurückgesetzt, so dass bei
zum Wintersemester 2008/09 an der Fakul- jedem Einsatz die gleichen unveränderten
tät EPB für Lehrveranstaltungen zwei Roll- Ausgangsbedingungen bestehen. Auf bei-
wagen mit Notebooks angeschafft. den Betriebssystemen ist diverse Anwen-
Diese Notebooks erlauben individuelles und dungssoftware installiert, deren Zusammen-
kollaboratives Arbeiten mit Computern in stellung im Weiteren erprobt und angepasst
Präsenzveranstaltungen sowie die Durch- wird (siehe Kasten).
führung von multimedialen Klausuren vor Im Turnus von ca. drei Monaten werden die
Ort. Geräte mit aktuellen Versionen und eventu-
ell zusätzlich benötigter Software bespielt.
Die insgesamt 35 Apple MacBooks wurden Durch die Aufbewahrung und Ladung in zwei
mit den Betriebssystemen Mac OS  X und Rollcontainern mit einmal 15 und einmal 20
Geräten können diese bequem in Seminar-
»» Software für verschiedene Anwendungs- räume mitgenommen und batteriebetrieben
bereiche verwendet werden.
»» Video- und Audioschnitt
»» Bildverarbeitung Soziale und technische Vernetzung
»» Literaturverwaltung Über das drahtlose Netzwerk der Universi-
»» Alternative Webbrowser tät Hamburg können Studierende mit ihrer
»» FTP-Software zur Datenübertragung Rechenzentrumskennung die üblichen Inter-
»» OpenOffice netdienste nutzen und damit auch auf das an
»» Foto- und Videobetrachtung der Fakultät übliche CommSy zugreifen. Ne-
»» GoogleEarth ben projektbezogenen Multimediaproduk-
»» Chatprogramme wie Skype etc. tionen und Klausuren können so jederzeit
»» RSS-Reader frühere Arbeitsergebnisse in das Seminar-
»» SecondLife geschehen integriert und neue individuelle
»» VPN-Client für den Zugang zum Universi- und Gruppenerzeugnisse dokumentiert und
tätsnetz gesichert werden. Eine lernerzentrierte Leh-
re könnte damit unterstützt werden.
»» Citrix-Client zum Zugriff auf CD-Daten-
banken der StaBi
Alexander Tscheulin

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eValuation

Sichtbarkeit & Evaluation


Studierenden der Fakultät EPB erzeugt. Eine
interaktive Visualisierung der Ergebnisse ist
auf der neuen Webplattform life zu finden.
Diese Analyse soll regelmäßig semester-
weise wiederholt werden, um hier Entwick-
lungsprozesse deutlich zu machen.
Die Frage, wie der Projektverlauf und (hof-
fentlich) Projekterfolg sichtbar und auch
messbar gemacht werden können, ist dabei
nicht ganz trivial. Was sind die Indikatoren
und Parameter? Anzahl der bloggenden Pro-
fessoren? Word-Counts in den Lehr-Wikis?
Onlinestunden studentischer Arbeitsplatz-
rechner? Qualität der auf ePortfolio-Arbeit
basierenden Prüfungen? Und wie können
die erhobenen Daten möglichst attraktiv
dargestellt werden, um dadurch evtl. auch
weitere Aufmerksamkeit auf das Projekt und
die angestoßenen Entwicklungsprozesse
zu lenken? Wie können die Ergebnisse der
Seit dem Sommersemester 2006 zeigt das Datenauswertungen in den weiteren Pro-
eLearning-Barometer der Universität Ham- jektverlauf integriert werden? Wie können
burg jedes Semester und im Vergleich über angelehnt z. B. an die Bedürfnisse der Stu-
die Fakultäten den Anteil der Lehrveranstal- dierenden gegebenenfalls Modifikationen in
tungen ab, die eine der beiden vom Regio- den Projektverlauf eingebracht werden? An
nalen Rechenzentrum betreuten eLearning- diesen Fragen arbeitet die AG Sichtbarkeit,
Plattformen aktiv in die Lehre integrieren die wegen der substantiellen Bedeutung der
(http://www.uni-hamburg.de/eLearning/barome- Sichtbarkeit in unmittelbarer Nähe der Projekt-
ter.html). Sehr einfach und zugleich sehr deut- Koordination und -Leitung angesiedelt ist und
lich wird dort der Prozess der Implemen- zugleich eng mit der Maßnahme eCommunity-
tierung aktueller Medientechnologie in die Buildung und dort insbesondere mit dem Teil-
Hochschullehre sichtbar. projekt life kooperiert.
Anfang des Sommersemesters 2008 begann Im Rahmen des Webmagazins life werden
die AG Sichtbarkeit im Rahmen des Projekts Studierende regelmäßig nach ihrer Meinung
ePUSH ihre Arbeit nach diesem Vorbild. Zu- zu aktuellen medien- und eLearningpezi-
nächst wurde als Analyse der Ausgangslage fischen Themen befragt. Es wird zu Beginn
ein Bild des Mediennutzungsverhaltens der des Wintersemesters 2008/09 eine mit die-

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sen Befragungen verkoppelte Plakataktion (s.o.) teilzunehmen.
in den Gebäuden der Fakultät geben, die Die Ergebnisse der Evaluationen werden
mittels prägnanter Slogans die Probleme nicht nur laufend online sichtbar, sondern
und Herausforderungen der Hochschulent- sollen auch im real life des Gebäudes des
wicklung ins Bewusstsein der Fakultätsmit- Von-Melle-Park 8 wahrnehmbar werden.
glieder heben soll. Statt den üblichen Standard-Excel-Balken-
diagrammen (siehe eLearning-Barometer)
ist dabei eine Realisierung (im doppelten
Sinn) z. B. mit Bauklötzen als genial simple
Form von Physical Information Sculptures
im Foyer des Hauptgebäudes gedacht.
Selbstverständlich ist das Projekt auch on-
line sichtbar. Aktuell wird das ePUSH-Blog
(http://mms.uni-hamburg.de/blogs/ePUSH/)
optimiert. Auch hier sind Verknüpfungen der
online-Präsenz und der real-life-Präsenz auf
dem Campus in Planung … lassen Sie sich
überraschen!

Birte Frische & Torsten Meyer


Zu Semesterbeginn wird das Projekt mit ei-
ner weiteren Aktion im realen Raum direkt an
die Studierenden herangetragen. In Zusam- Bildquelle: http://www.joshuacallaghan.com/Graphs.htm
menarbeit mit dem *mms wird im Foyer des
Hauptgebäudes ein Infostand eingerichtet,
an dem kurze, aktivierende Video-Interviews
mit Studierenden durchgeführt wurden, die
schlaglichtartig Informationen über das Me-
diennutzungsverhalten und die diesbezüg-
lichen Erwartungen an die Universität liefern
und zugleich über die Projekt-Ziele informie-
ren. Mittels eines Buzzer-Terminals, an dem
die Studierenden live über verschiedene
Fragen abstimmen können, gibt es dort
auch die Möglichkeit, sich an bereitgestell-
ten Notebooks auf der life-Plattform anzu-
melden und an der halbjährlichen Evaluation

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