Sie sind auf Seite 1von 66

Funktionen im Detail SAP ERP

Ein umfassender Ansatz zum Qualitätsmanagement, der Informationen und Prozesse abteilungs- und unternehmensübergreifend zusammenfasst, ermöglicht Ihren Mitarbeitern und Partnern der Logistikkette, Qualitätslagen beizubehalten und zu verbessern. Die Anwendung SAP® ERP bietet eine leistungsfähige Lösung aus einer Hand, mit der Sie einen umfassenden und breit angelegten Ansatz für ein „Total Quality Management“ realisieren können. Sie beinhaltet ein breites Spektrum an integ- rierten Qualitätsmanage- ment-Funktionen und unterstützt unternehmens- übergreifende Geschäftspro- zesse zur kostengünstigen Qualitätssicherung Ihrer Produkte und Prozesse und zur Schaffung von Wett- bewerbsvorteilen durch das Qualitätsmanagement.

QUALITÄTSMANAGEMENT MIT SAP® ERP
QUALITÄTSMANAGEMENT
MIT SAP® ERP

INhALT

4

Vorwort

38

Effizientes Problemmanagement

59

Auditmanagement

5

Modernes Qualitätsmanagement

38

Bessere Qualität durch gezielte Problembeseitigung

59

Beurteilungen: Methoden für Auditkriterien

 

38

Qualitätsmeldungen im Einsatz

59

Auditabwicklung: Risiken

5

Die Komplettlösung für das

39

Meldungsabwicklung

auswerten und Informationen

Qualitätsmanagement

39

Qualitätsmeldungen

rückmelden

6

Interne und externe Integration

40

Elemente der Qualitätsmeldung

 

40

Optimierte Benutzerführung

61

SAP­Lösungen für Ihre

8

Qualitätsmanagement mit

41

Analyse der Positionen und Fehler

Six­Sigma­Initiativen

SAP ERP

42

Unterstützende Funktionen

8

Ein lückenloser Ansatz zum Qualitätsmanagement

43

Nachhaltige Planung der Quali­

63

Service­Oriented Architecture (SOA) für servicebasierte

9

Die Planungsphase

tätslenkung, Auswertungen und

Unternehmenslösungen

11

Die Implementierungsphase

Direkte Eingriffsmöglichkeiten

16

Die Nutzungsphase

43

Dynamisierung des Prüfumfangs

64

Anhang

 

44

Mit der statistischen Prozess-

64

Weitere Informationen

18

Prüfplanung

lenkung auf der richtigen Spur

64

Schlüsselbegriffe

18

Durchgängige Prüfplanung:

47

Lieferantenbeurteilung:

Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse und

permanente und objektive Leistungsüberwachung

68

Auf einen Blick

Produktionslenkungsplan

47

Auswertungen: immer auf dem

20

Integrierte Prüfplanung

neuesten Stand

21

Grunddaten zur Prüfplanung

50

Qualitätskosten bestens im Griff

23

Planungswerkzeuge

 

51

Prüfmittelverwaltung

25

Qualitätsprüfungen

51

Kalibrierprüfungen und SAP ERP

25

Prüflosabwicklung

51

Stammdaten in der

27

Prüfergebnisse

Kalibrierprüfung

32

Probenverwaltung

53

Kalibrierprüfung

 

54

Auswertungen zum Prüfmittel

34

Qualitätszeugnisse

34

Zeugnisabwicklung im Vertrieb

55

Unternehmensweites

35

Zeugniserstellung – je nach Wunsch

Laborinformations­ und Managementsystem mit

36

Zeugnisabwicklung im

SAP ERP

Wareneingang

55

Der Enterprise-LIMS-Ansatz

37

Collaborative Business:

56

Stabilitätsstudie – Unterstützung

Zeugnisdaten für das gesamte Unternehmen

der Produktentwicklung und -optimierung

 

57

Konformität und Qualitätslenkung

VoRwoRT

Investitionen in Unternehmenssoftware sind in der heutigen Wirtschaft uner- lässlich für die Zukunft Ihres Unterneh- mens. Schaffen Sie daher eine verläss- liche Basis für Spitzenleistung und Innovation und stellen Sie Ihrem Unter- nehmen Enterprise-Resource-Planning- Funktionen (ERP) zur Verfügung. Diese bieten Ihnen strategische Informatio- nen, Wettbewerbsvorteile, gesteigerte Produktivität und Unternehmens- flexibilität.

Mit der SAP®-ERP-Anwendung hat SAP die Vision der Effizienzsteigerung in die Tat umgesetzt: Die Software für Enter- prise Resource Planning (ERP) ermög- licht Unternehmen, durchgängige Geschäftsprozesse zu automatisieren und diese auf das gesamte Geschäfts- feld samt Kunden, Partner und Liefe- ranten auszuweiten. Dank SAP ERP sind Sie in der Lage, die Produktivität Ihrer Mitarbeiter zu steigern und ihnen die Informationen zu liefern, die sie als Grundlage für wichtige Entscheidungen benötigen – Entscheidungen, die einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil für Ihr Unternehmen bedeuten.

Qualität ist eine maßgebliche Kernkom- petenz für Hersteller in unterschiedlichen Industrien. Bei den heutigen komplexen und oftmals globalen Produktionszyklen sollte dieses Thema daher bereits im Vorfeld bedacht werden. Qualität muss in das Produkt- und Prozessdesign ein- geplant, während der Beschaffung, Produktion und Lieferung verfolgt und fortwährend verbessert werden, um

den ständig wachsenden Kundener- wartungen und dem steigenden Wett- bewerbsdruck gerecht zu werden. Kurzum: Sie benötigen einen umfassen- den Ansatz zum Qualitätsmanagement, der Informationen und Prozesse abtei- lungs- und unternehmensübergreifend zusammenfasst und Ihren Mitarbeitern und Partnern der Logistikkette ermög- licht, Qualitätslagen beizubehalten und zu verbessern.

Mit SAP ERP verfügen Sie über den umfassenden und effizienten Ansatz, den Sie für die Umsetzung des Qualitäts- managements in einen Wettbewerbs- vorteil benötigen. SAP ERP beinhaltet ein breites Spektrum an integrierten Qualitätsmanagement-Funktionen und unterstützt unternehmensübergreifende Geschäftsprozesse zur kostengünsti- gen Qualitätssicherung Ihrer Produkte und Prozesse. Ihre Mitarbeiter arbeiten über den gesamten Produktlebens- zyklus hinweg entlang der Logistikkette, daher stellt SAP ERP sicher, dass Qua- lität effizient in Ihre Prozesse, Systeme und Produkte integriert wird – vom Fertigungsbereich bis in die obersten Managementebene.

Diese Broschüre ist für all diejenigen gedacht, die eine Implementierung des Qualitätsmanagements (QM) mit SAP ERP für ihr Unternehmen in Betracht ziehen oder die Implementierung bereits vollzogen haben und über aktuelle Funktionen und neue Entwicklungen informiert werden möchten.

und neue Entwicklungen informiert werden möchten. Sie wendet sich an Projektplaner, Ent- scheidungsträger und

Sie wendet sich an Projektplaner, Ent-

scheidungsträger und alle, die sich für die Implementierung von QM mit SAP ERP interessieren und erklärt, wie das QM mit SAP ERP in die Produktfamilie der SAP Business Suite für Geschäfts- anwendungen und in die über SAP Net- Weaver zur Verfügung gestellte Enter- prise Service-Oriented Architecture

(Enterprise SOA) integriert wird

Broschüre bietet zudem einen Einblick in den aktuellen Funktionsumfang von QM mit SAP ERP. Außerdem erfahren Sie, wie Qualitätsmanagement-Funktio- nen in SAP ERP integriert sind und wie sie die Geschäftsprozesse der Logis- tikkette unterstützen.

Die

Ausführliche Informationen zu SAP ERP finden Sie im Internet unter www.sap. com/erp oder auf dem SAP Service Marketplace unter www.service.sap. com/erp (Anmeldung erforderlich).

ModERNES QUALITÄTSMANAGEMENT

EIN INTEGRIERTER MANAGEMENTANSATZ

Die Komplettlösung für das Qualitätsmanagement

Die Anwendung SAP® ERP bietet eine leistungsfähige Lösung aus einer Hand, mit der Sie einen umfassenden und breit angelegten Ansatz für ein „Total Quality Management“ realisieren können. SAP ERP ist weit mehr als ein herkömmliches, isoliertes und computergestütztes Qualitätssicherungssystem oder Labor- informations- und Managementsystem:

Es unterstützt die Qualitätssicherungs- prozesse in allen Branchen.

Für kontinuierliche Verbesserung sorgen Sie können Probleme schnell erkennen und analysieren und deren Grundursa- chen umgehend beseitigen. Mit den Qualitätsmeldungsfunktionen beispiels- weise können Sie sicherstellen, dass alle Probleme und unerwarteten Ereig- nisse direkt beim Auftreten erfasst, korrekt zugeordnet und gelöst und alle Maßnahmen mit größtmöglicher Effek- tivität überwacht werden. Ein service- orientierter Ansatz für Geschäftsanwen- dungen ermöglicht Mitarbeitern sowie Geschäftspartnern, Anfragen oder Meldungen anzulegen und gemeinsam online zusammenzuarbeiten, um Infor- mationen zu erfassen und aufzubereiten und den Bearbeitungsstatus zu verfol- gen. Dafür stehen ihnen die gesamten Funktionen zur Ausführung von Korrek- tur- und Vorbeugungsmaßnahmen zur Verfügung. Zusätzlich lassen sich dank der Auswertefunktionen von SAP ERP und der SAP NetWeaver®- Business-Intelligence-Komponente (SAP NetWeaver BI) die Qualitätser- füllung überwachen sowie Qualitäts-

strategien mit Blick auf die Problem- beseitigung anpassen. Anhand des in SAP ERP enthaltenen flexiblen QM- Cockpits für Auswertungen können Sie beispielsweise sowohl Online- als auch Archiv-Qualitätsmanagementdaten analysieren und damit die Six-Sigma- Projekte Ihres Unternehmens unterstützen.

Auditprozesse verwalten Dank der Auditmanagement-Funktionen in SAP ERP sind Sie in der Lage, Audits unternehmensweit zu planen, durch- zuführen und auszuwerten. Interne oder externe Audits von Systemen, Pro- zessen, Produkten und Umweltbedin- gungen sind damit leicht durchzuführen, ebenso wie eine Reihe von Beurteilun- gen und Reviews sowie die Überwa- chung der Wirkung und Nachhaltigkeit aller mit Qualitätsmeldungen verbunde- nen Korrektur- und Vorbeugungsmaß- nahmen. Damit verfügen Sie über einen sicheren Stand bei der Einhaltung recht- licher Anforderungen, bei Benchmarking- Bemühungen sowie bei der Entdeckung von Optimierungsmöglichkeiten. Audit- management-Funktionen unterstützen ein breites Spektrum an Industriestan- dards, wie ISO 9000:2000, QS 9000, Good Manufacturing Practice (GMP), ISO 14011 und ISO 19011.

Qualitätsbezogene Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitstellen Die internetgestützte Unternehmens- portal-Technologie und vordefinierte SAP-Inhalte bieten Ihren Mitarbeiten und Partnern einen Zugang zu allen Informationen, Anwendungen, Werk-

zeugen und Services, die sie für die Zusammenarbeit bei Qualitätsinitiativen benötigen. Das anwenderfreundliche, kontextgesteuerte Portal steigert die Reichweite Ihrer Qualitätsmanagement- bemühungen, so dass sowohl tägliche als auch gelegentliche Benutzer in den Qualitätssicherungsprozess einbezogen werden. So können zum Beispiel Quali- tätsprüfer eine effizientere Arbeits- leistung erzielen, wenn sie das Portal als Zugang zu Ihrem spezifischen Arbeitsvorrat nutzen, den sie für den Abschluss eines jeden Prüfloses benötigen.

Hervorragende Qualitätssicherung Die Qualitätsprüfungsfunktionen von SAP ERP unterstützen Sie bei der stra- tegischen Planung, kontinuierlichen Überwachung und raschen Problemlö- sung. Anhand der Anwendung können Sie Qualitätsinformationen gemeinsam nutzen und Qualitätssicherungspro- zesse über die gesamte Logistikkette hinweg steuern. Sie haben die Möglich- keit, Qualitätsprüfungen zu planen, durchzuführen, zu verwalten und sie während des gesamten Produktlebens- zyklus in Prozesse einzubinden. Des Weiteren können Sie Ergebnisse und Fehlerdaten sorgfältig verfolgen, Prüf- kosten erfassen und in Rechnung stel- len, Labordaten bezüglich Stichproben, Tests und Stabilitätsstudien verwalten und pflegen, Qualitätszeugnisse für Kunden automatisch erstellen und diese Informationen mit Geschäftspart- nern austauschen, sowie Prüfmittel anschließen, überwachen und verwalten und so eine höhere Datengenauigkeit erreichen.

Sammeln und analysieren Sie außerdem alle erforderlichen qualitätsbezogenen Daten für die Ausführung von Six-Sigma- Projekten. Durch die in die Anwendung integrierten Workflow-Funktionen kann eine Vielzahl Ihrer Geschäftsprozesse automatisiert und beschleunigt werden. Inzwischen können Sie mit der Anwen- dung SAP Manufacturing Integration and Intelligence (SAP MII) SAP ERP auf einfache Weise mit anderen Produkten verbinden. Die Mitarbeiter der Ferti- gungslinie sind damit in der Lage, Prüf- ergebnisse direkt in der Fertigung zu erfassen. Durch den wirksamen Einsatz einer Enterprise Service-Oriented Architecture (Enterprise SOA) bietet Ihnen SAP ERP eine Reihe von Enter- prise Services für das Qualitätsma- nagement. In einer vernetzten Welt wird die Möglichkeit zum anwendungs- übergreifenden Datenaustausch, auch mit mehreren Partnern, zusehends genauso wichtig wie die statistische Prozesslenkung und Schnittstellen zu Prüfmitteln. SAP ERP ermöglicht in den Bereichen Supply Chain Management, Customer Relationship Management, Supplier Relationship Management und Enterprise Resource Planning eine ein- fache Integration mit anderen SAP- und Fremdanbieteranwendungen. Dies gewährleistet einen nahtlosen Aus- tausch von Informationen sowie durch- gängige Geschäftsprozesse.

Interne und externe Integration

Die offene SAP-NetWeaver-Technologie- plattform und die nahtlose Integration von QM in eine komplette Unterneh- menslösung mit SAP ERP unterstützen das gesamte Qualitätsmanagement und erfüllen die für ISO 9000 bzw. GMP geltenden Kriterien.

In SAP Business Suite, der integrierten Komplettlösung aus Geschäftsanwen- dungen, sind SAP-ERP-Funktionen in andere Anwendungen, wie beispiels- weise SAP Supply Chain Management (SCM) oder SAP Customer Relationship Management (SAP CRM), integriert. Für alle wichtigen Prozesse steht Ihnen Software-Unterstützung zur Verfügung.

Zur effizienten Verwaltung Ihrer Geschäftsprozesse ist das Qualitäts- management in SAP ERP direkt mit verschiedenen Funktionen verbunden. Beispiele für diese Funktionen sind:

SAP­Business­Workflow­Tool für gezielte Prozesslenkung Mit SAP Business Workflow können Sie ein genau definiertes Informations- und Bearbeitungsnetz für die rasche und effiziente Abwicklung von Prüf- losen und Qualitätsmeldungen aufbauen.

SAP ArchiveLink®­Software zur Ablage von Dokumenten SAP Archive Link hinterlegt Unterla- gen, die mit Anwendungsfunktionen in einem optischen Archiv verknüpft sind, darunter Qualitätsaufzeichnungen, Zeugnisse, Kundenreklamationen und weitere interne oder externe Original- dokumente.

Sie können zusätzlich zu SAP ERP auch andere SAP-Lösungen wie SAP NetWeaver BI in die SAP-NetWeaver- Portal-Komponente integrieren. Selbst die Integration von Fremdanbieter-Pro- dukten ist möglich. Einer Anpassung und Erweiterung Ihres Arbeitsumfelds entsprechend Ihren Anforderungen steht daher nichts im Wege.

Anhand eindeutig definierter Rollen haben Mitarbeiter im SAP NetWeaver Portal außerdem Zugriff auf ihre eigenen Arbeitsbereiche. Eine Rolle beschreibt ein bestimmtes Aktivitätsprofil und gruppiert die entsprechenden Funktio- nen des Profils. Mitarbeiter können hiermit ihre Beteiligung an Geschäfts- prozessen planen. Das flexible SAP NetWeaver Portal gestattet Ihnen eine bedarfsorientierte Anpassung der Rollen.

Service Oriented Architecture (SOA) Knowledge SAP® SCM Management Vertrieb SAP Externe URL NetWeaver® BI
Service Oriented
Architecture (SOA)
Knowledge
SAP® SCM
Management
Vertrieb
SAP
Externe URL
NetWeaver® BI
Kundenservice
Produktionsplanung
Produktionsplanung/
Instandhaltung
Prozessindustrie
Qualitätsmanagement
(SAP ERP)
Controlling
Materialwirtschaft
Klassifizierung
Qualitätsplanung
Qualitätsprüfung
Qualitätskontrolle
Qualitätszeugnisse
Qualitätsverbesserung
Prüfmittelverwaltung
Audit Management
Business Workflow
Prüfmittel-
Qualitätsmanager
Dokumenten-
verwalter
Office
verwaltungssystem
Meldungs-
Änderungsdienst
Archive Link
Qualitätsplaner
bearbeiter
Prüfplaner
Qualitätsprüfer

Abb. 1: Interne und externe Qualitätsmanagement­Integration mit SAP® ERP

QUALITÄTSMANAGEMENT MIT SAP ERP

Das Qualitätsmanagement mit SAP ERP verstärkt die Kontrolle und reduziert Kosten. Unter den aktuellen Marktbe- dingungen verfolgen viele Unternehmen eine Doppelstrategie: Streben nach kontinuierlichem Wachstum und Innova- tion durch Abgrenzung von Mitbewer- bern und Effizienzsteigerung, um dem enormen Druck zur Kostenreduzierung Stand zu halten. Letztlich müssen sie aber sowohl die Erwartungen verschie- denster Interessengruppen erfüllen als auch finanziell erfolgreich sein. Sie stehen vor der Aufgabe, wo immer mög- lich Kosten einzusparen und zugleich Risiken zu vermeiden, die zu unerwar- teten und nicht einkalkulierten Ausgaben führen könnten.

Das Qualitätsmanagement mit SAP ERP liefert Unternehmen eine hocheffiziente Art der Qualitätssicherung sowie eine Möglichkeit zur Abgrenzung gegenüber der Konkurrenz und zur Schaffung eines hervorragenden Ansehens. Umgekehrt schadet eine schlechte Handhabung und Nichtbeachtung von Qualitätsfragen dem Ansehen der Marke und der Pro- dukte und beeinträchtigt die Kosten- kontrolle. Dem können Sie mit einem umfassenden Ansatz zum gesamten Qualitätsmanagement entlang der Logistikkette entgegenwirken. Dazu gehören unternehmensweites Auditma- nagement, Qualitätsplanung, Qualitäts- sicherung und –lenkung sowie kontinu- ierliche Qualitätsverbesserung. Der Einsatz von QM mit SAP ERP erleichtert die Erfüllung von Industriestandards und gesetzlichen Anforderungen und führt zur Verbesserung der Kundenzu- friedenheit und Konkurrenzfähigkeit.

Ein lückenloser Ansatz zum Qualitätsmanagement

Qualitätsmanagement beinhaltet weit mehr als die gelegentliche Ausführung von Qualitätsprüfungen. Unternehmen richten ihren Blick auch auf die Vermei- dung von Mängeln, die stetige Prozess- optimierung durch Zusammenarbeit und die nachhaltige Qualitätslenkung. Ungeplante qualitätsbezogene Ereig- nisse erfordern eine umgehende Reak- tion, alle betroffenen Parteien müssen darin einbezogen und Folgeaktionen zur Problemlösung oder -steuerung sollten eingeleitet werden.

Mit SAP ERP erzielen und sichern Sie eine durchgehend hohe Qualität entlang der gesamten Logistikkette. Auch die kontinuierliche Einhaltung von gesetzli- chen Anforderungen und Industriestan- dards stellt keine Schwierigkeit mehr dar. Dadurch steigt nicht nur die Kundenzu- friedenheit, sondern auch die gesamte Produktqualität und der Kundenservice.

Die SAP-ERP-Lösung enthält sowohl Projektmanagement- als auch Qualitäts- management-Funktionen. Sie können daher mit Six-Sigma-Projekten weiter die Qualität erhöhen, Prozesse optimie- ren und Kosten innerhalb Ihres Unter- nehmens senken.

Das Qualitätsmanagement mit SAP ERP fördert zentrale Geschäftsvorgänge mit Blick auf die Vermeidung von Fehlern, die stetige Prozessoptimierung durch Zusammenarbeit sowie die nachhaltige Qualitätslenkung. Die umfassenden Qualitätsmanagement-Funktionen

unterstützen die folgenden Bereiche:

Qualitätsplanung (Quality Engineering)

Qualitätssicherung und -lenkung

Qualitätsverbesserung

Auditmanagement

Durch den Einsatz von QM mit SAP ERP erfahren Sie sowohl interne als auch externe Unterstützung. Von der Produkt- und Prozessplanung in For- schung und Entwicklung (Planungs- phase), über Beschaffung, Produktion und Vertrieb (Implementierungsphase) bis hin zu Service und Anwendung (Nutzungsphase) steht Ihnen eine Reihe von Hilfsmitteln zur Verfügung, wie in Abbildung 2 illustriert.

Vorteile:

• Höhere Kundenzufrie- denheit durch bessere Produktqualität und Erweiterung des

Reklamationsmanage-

ments und der Rück- verfolgung (Korrektur- und Vorbeugungs-

maßnahmen)

• Umsatzsteigerung durch Kundenbindung und Steigerung der Kundentreue

• Höhere Effizienz durch verbesserte Anlagennutzung

Entsorgung Marktforschung Instandhaltung Design Test Nutzung Planung Versand Produktions- planung Realisierung
Entsorgung
Marktforschung
Instandhaltung
Design
Test
Nutzung
Planung
Versand
Produktions-
planung
Realisierung
Lagerung
Beschaffung
Endprüfung
Produktion

Abb. 2: Qualitätskreis gemäß ISO 9004

Die Planungsphase

Qualitätsmanagement mit SAP ERP unter- stützt den Qualitätsmanagementprozess bereits in der Planungsphase. Die folgen- den Funktionen sind darin enthalten:

Lückenlose Prüfplanung Eine lückenlose Prüfplanung sieht eine integrierte Prüfplanung für Warenein- gangsprüfungen und fertigungsbeglei- tende Prüfungen vor. Sobald ein neues Produkt entwickelt wird, setzt die Prüf- planung ein. Der internationale Standard ISO/TS 16949 setzt einen Prozess im Rahmen der Advanced Product Quality Planning (APQP – Produktqualitätsvor- ausplanung) voraus – ein Muss für jeden Automobilzulieferer und andere Fertigungsbranchen.

SAP ERP bietet Ihnen zwei Werkzeuge für die Unterstützung dieses Prozesses:

die Fehlermöglichkeits- und Einfluss- analyse (FMEA) und den Produktions- lenkungsplan.

Anhand der FMEA können Sie eine Risikoanalyse für ein bestimmtes Objekt (Produkt oder Prozess) durchführen, um mögliche Fehler eines Prozesses oder eines Produkts zu ermitteln. Sie ermöglicht Ihnen zudem die Erkennung möglicher Risiken, die Sie mithilfe der frühzeitigen Festlegung von Vorbeu- gungsmaßnahmen beseitigen können.

Nutzen Sie den Produktionslenkungs- plan zur Planung und Visualisierung aller relevanten Prüfungen eines End- produkts und seiner Komponenten.

Der Produktionslenkungsplan verknüpft alle Informationen der entsprechenden Objekte und dient als Basis für die aus- führliche Prüfplanung jedes einzelnen Schrittes (fertigungsbegleitende Prü- fungen, Wareneingangsprüfungen usw.).

Dokumentenverwaltung Die Dokumentenverwaltung zählt zu den wichtigsten Werkzeugen von SAP ERP. Damit können Sie Verbindungen herstellen zwischen Prüfvorschriften, Konstruktionszeichnungen, technischen Lieferbedingungen, Spezifikationen, Produktspezifikationen, Prüfmethoden und anderen qualitätsrelevanten Doku- mentationen und den entsprechenden Stammdaten. Die Datenverwaltung kann gemäß Gültigkeit, Version und Status vorgenommen werden.

Stammdatenverwaltung Während der Implementierungsphase Ihres Projekts können Sie materialbezo- gene Einstellungen, die für die Lenkung qualitätsbezogener Prozesse erforder- lich sind, in der QM-Sicht des Material- stammsatzes vornehmen. Zur Verwal- tung von Qualitätsinformationen zu Materialien, Lieferanten und Kunden, sowie zur Steuerung lieferanten- und kundenbezogener Abläufe dienen ent- sprechende Qualitätsinfosätze (z.B. Zuordnung von Qualitätsvereinbarun- gen und Erstmusterabwicklung).

In materialbezogenen Prüfplänen werden wahlweise kunden- oder lieferanten- spezifische Prüfvorgaben und mehrere multiple Spezifikationen hinterlegt. Bei einer fertigungsbegleitenden Prüfung werden diese Elemente direkt in Arbeits- pläne bzw. Rezepturen integriert.

Die Stammdaten können zentral geän- dert und von einem Quellsystem an ein oder mehrere Zielsysteme übertragen werden. Zudem gibt es Werkzeuge zur Recherche und Analyse hierarchisch verknüpfter Stammdaten, wie beispiels- weise Verwendungsnachweise und der Produktstruktur-Browser.

Änderungsdienst Der zentrale Änderungsdienst koordi- niert die an den Stammdaten vorgenom- menen Änderungen. Entsprechende Änderungen können ein Genehmigungs- verfahren (z.B. gemäß GMP-Anforde- rungen) durchlaufen. Damit können Sie verschiedene Versionen erstellen und diese per Workflow verteilen. Zudem ist bei einer Änderung die Vergabe eines Revisionsstands mit Bezug zu einem bestimmten Gültig-ab-Datum möglich.

Klassifizierung Mithilfe der integrierten Klassifizierungs- funktion können Sie die in SAP ERP verfügbaren Daten (z.B. Materialien, Dokumente und Prüfpläne) spezifizie- ren und anordnen, um diese später anhand bestimmter Suchkriterien (z.B. Chargenmerkmale) wiederzufinden.

Stabilitätsstudie Stabilitätsstudien bzw. Haltbarkeitsstu- dien werden durchgeführt, um zu ver- folgen und zu untersuchen, wie sich unterschiedliche Umwelteinflüsse, beispielsweise Temperatur, Licht und Feuchtigkeit, im Laufe eines bestimmten Zeitraums auf ein Präparat, ein Material oder eine Charge auswirken. Anhand von Funktionen in SAP ERP können physische Proben des Materials oder der Charge angelegt und unter kontrol- lierten Bedingungen über die gesamte Studiendauer hinweg aufbewahrt

werden. Während der Studie werden diese physischen Proben oder Teile davon nach bestimmten, festgelegten Intervallen aus den unterschiedlichen Lagerbedingungen entnommen und ent- sprechend der vorgegebenen Prüfpläne getestet. Die sich über die Studien- dauer angesammelten Ergebnisse die- ser Tests können nun für die Prüfung und Bestätigung der Lebensdauer des Produkts herangezogen werden. Die Lebensdauer muss dazu den vorgege- benen Empfehlungen zur Aufbewahrung entsprechen.

Die Stabilitätsstudie ist als Geschäfts- prozess vollständig in SAP ERP integ- riert und verwendet dafür Funktionen aus den folgenden Bereichen:

Qualitätsmanagement: Qualitäts- meldungen, Qualitätsplanung und Prüflosabwicklung

Technisches Anlagenmanagement:

Wartungsplanung und -terminierung

Materialwirtschaft: Materialstamm, Chargenverwaltung und Stücklisten

Berechtigungsverwaltung Eine zentrale Verwaltungsfunktion sorgt für Datensicherheit und Datenschutz. Für die Bearbeitung von Stamm- und Bewegungsdaten können Sie individu- elle Berechtigungen vergeben, so dass beispielsweise Mitarbeiter bei der Aus- führung bestimmter Vorgänge eine digitale Signatur leisten müssen.

Business Workflow Mithilfe des Business Workflow können Sie bestimmte komplexe Prozesse und die damit verbundenen Nachrichten steuern. So können zum Beispiel Kor- rekturmaßnahmen einer Problemmeldung automatisch an die zuständige Organi- sationseinheit übermittelt werden.

Qualitätskosten Fehlervermeidungs-, Prüf- und Fehler- kosten können im Controlling über Aufträge erfasst, gesammelt und auf unterschiedliche Kontierungsobjekte abgerechnet werden.

Kennzahlanalyse SAP NetWeaver BI bietet mit ihren Qualitätskennzahlen eine große Palette von Möglichkeiten, um Ihre Qualitäts- prozesse zu überwachen und zu steuern.

Auditmanagement Mit integrierten Auditmanagement- Werkzeugen verfügen Sie über die nötigen Mittel, um Audits zu planen und abzuwickeln, Auditgegenstände einzu- stufen, ergebnisbasierte Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen zu überwa- chen und Auditdaten zu dokumentieren und zu analysieren. Als Teil von SAP NetWeaver und damit auch als Teil von SAP ERP unterstützt das Auditmanage- ment alle Bewertungen auf Basis vorge- gebener Kriterien (Audits, Kontrollen, Prüfungen, Reviews und Untersuchun- gen) und kann anschließend für die Gegenstandsbewertung eingesetzt werden.

Die Funktionen des Auditmanagements

sind sehr vielseitig und daher für unter- schiedliche Anwendungsgebiete geeig- net. Beispiele für Auditeinsätze:

Qualitätsmanagement (Systemaudit, Verfahrensaudit oder Produktaudit) und GMP

Umwelt- und Hygienemanagement

Sicherheitsmanagement (Werksschutz, Brandschutz oder Datenschutz)

Six Sigma Mit der Verfügbarkeit von SAP ERP als Teil der SAP Business Suite in Ihrem Unternehmen sind die Grundlagen für die Umsetzung Ihrer Six-Sigma-Initiative gegeben. SAP ERP unterstützt einen Großteil der für Six Sigma maßgebli- chen Elemente. Darunter fallen unter anderem die Definition einer struktu- rierten Roadmap zur Problemlösung wie DMAIC (definieren, messen, analy- sieren, verbessern und steuern; engl. define, measure, analyse, improve and control), die klare Anordnung von Auf- gaben und Verantwortlichen mittels der cProjects-Anwendung, die Risiko- und Kostenberechnung, die Verknüpfung aller entsprechenden Dokumente, Meldungen, Prüfungen und Audits, die Festlegung von Leistungskennzahlen (z. B. aus der statistischen Prozess- lenkung von Qualitätsregelkarten und des Cpk-Index) sowie eine Analyse der Fehlerart und -folgen.

Prozessdaten können aus der Quelle entnommen und zu allgemeinen Analyse- zwecken an SAP NetWeaver BI oder ein anderes führendes Informations- system übermittelt werden. Sowohl SAP NetWeaver BI als auch das Infor- mationssystem beinhalten alle Funktio- nen, die für die Berechnung der Key Performance Indicator (KPIs), die Ein- gabe der Balanced Scorecards oder andere Beurteilungsverfahren nötig sind.

Collaborative Scenario:

Qualitätsmeldungen Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Kunden oder Partnern bei der Pro- duktentwicklung bietet das QM mit SAP ERP die Möglichkeit, über Quali- tätsmeldungen Produktideen oder -änderungen zu initiieren. So dienen

Kundenreklamationen, die auch über das Internet erfasst werden können, als Hilfsmittel zur Ermittlung der Produkt- qualität. Lieferanten können indes einen Antrag auf Abweicherlaubnis stellen, wenn sie die Kundenspezifikationen nicht voll und ganz einhalten können.

Für dieses Szenario stehen zudem Enterprise Services zur Erstellung und Pflege von Qualitätsmeldungen in SAP ERP zur Verfügung.

Collaborative Scenario:

Qualitätszeugnisse In Zeugnisvorlagen planen Sie in Zusammenarbeit mit Ihren Kunden oder Lieferanten, welche Merkmale in das Zeugnis aufgenommen werden. Diese Zeugnisdaten können auf elektroni- schem Weg mittels Qualitätsdatenaus- tausch (QDI) oder im Internet, z. B. als PDF-Dokument, zum Abruf bereitge- stellt werden.

Collaborative Scenario:

Ergebniserfassung Prüfergebnisse können im Internet oder auch im Intranet erfasst werden. Sowohl externe Dienstleister (z. B. Auftrags- analytiker) als auch interne Prüfer (z. B. bei einer Abnahmeprüfung) können an ihren Arbeitsplätzen entsprechende Ergebnisse erfassen.

Für dieses Szenario stehen zudem Enterprise Services zum Anlegen von Prüflosen und Erfassung von Prüfer- gebnissen in SAP ERP zur Verfügung.

Die Implementierungsphase

Das Qualitätsmanagement mit SAP ERP sichert die Qualität in der gesamten Logistikkette und über Unternehmens-

grenzen hinweg und unterstützt Ihre Qualitätsmanagementabteilung bei folgenden Aktivitäten:

Beschaffung. Verwaltet lieferanten- bezogene Stammdaten, steuert den Beschaffungsprozess nach bestimm- ten qualitätsrelevanten Kriterien und wickelt Prüfzeugnisse und Warenein- gangsprüfungen ab.

Produktion. Integriert Prüfvorgaben in Arbeitspläne und Rezepturen, ermöglicht fertigungsbegleitende Prü- fungen und Wareneingangsprüfungen zum Produktionsauftrag, überwacht den Produktionsprozess mit Quali- tätsregelkarten und meldet Qualität, Menge und Kosten zurück.

Vertrieb. Verwaltet kundenbezogene Stammdaten, steuert den Vertriebs- prozess nach bestimmten qualitäts- relevanten Kriterien und wickelt Prüfzeugnisse und Warenausgangs- prüfungen ab.

Beschaffung Lieferantenbeurteilung Die Materialwirtschaft stellt dem Ein- käufer Informationen über Liefertreue, Preisverhalten und Service der Liefe- ranten zur Verfügung. Vom Qualitäts- management mit SAP ERP erhält der Einkäufer zusätzlich Auskünfte über das Qualitätsmanagement des Lieferanten und die Qualität der gelieferten Waren. Das System fasst hierfür Qualitäts- kennzahlen aus Lieferantenaudits, Wareneingangsprüfungen und Mängel- rügen zusammen.

Lieferantenfreigabe In einigen Branchen müssen Lieferan- ten ein Qualitätsmanagementsystem, beispielsweise gemäß des Standards ISO 9000, nachweisen. Diese Systeme müssen darüber hinaus durch eine

akkreditierte Stelle zertifiziert werden. Ihre SAP-ERP-Anwendung prüft, ob das QM-System des Lieferanten den Anfor- derungen für bestimmte Materialien ent- spricht und gibt daraufhin entsprechend die Lieferbeziehung frei oder sperrt sie.

Diese Freigabe kann sich auf eine fest- gelegte Laufzeit und eine maximale Liefermenge beschränken. Treten beim Lieferanten schwerwiegende Qualitäts- probleme auf, können Sie Anfragen, Bestellungen oder Wareneingänge für bestimmte Materialien des Lieferanten sperren.

Die Anwendung überwacht außerdem die schrittweise erfolgende Freigabe eines Materials. Lieferungen müssen anhand zugeordneter Prüfpläne nach einander eine Reihe von Status durch- laufen, die vom Kunden festgelegt werden, darunter Erstmuster, Vorserie und Produktionsserie.

In vielen Branchen handelt es sich bei Lieferanten um Zwischenhändler (Distributoren), so dass die Qualität der hergestellten Waren vorrangig vom Hersteller und weniger vom Liefe- ranten abhängt. Die folgenden Funktio- nen gelten folglich auch für Hersteller:

Lieferantenfreigabe, Prüfplanung, Dynamisierung des Prüfumfangs und Mängelrügen.

Qualitätssicherungsvereinbarung, technische Lieferbedingungen und Zeugnispflicht Sobald der Einkäufer eine Angebotsan- frage und eine Bestellung tätigt, erhalten freigegebene Lieferanten automatisch Informationen über die technischen Lie- ferbedingungen und die aktuell gültige

Qualitätssicherungsvereinbarung. Gegebenenfalls werden Lieferanten auch aufgefordert, ihrer Lieferung ein Qualitätszeugnis beizufügen.

Abnahmeprüfung Gelegentlich ersetzen Abnahmeprüfun- gen beim Lieferanten eine Warenein- gangsprüfung. In solchen Fällen erzeugt das System unter Berücksichtigung des geplanten Liefertermins und recht- zeitig zur Abnahmeprüfung ein Prüflos. Da der Zugang zu SAP ERP auch über das SAP NetWeaver Portal möglich ist, können Sie nun eine Abnahmeprüfung vor Ort beim Lieferanten durchführen, ohne dass dort SAP ERP vorhanden sein muss.

Wareneingangszeugnis Wenn ein Material als zeugnispflichtig gekennzeichnet ist, muss der Empfang des Zeugnisses bestätigt werden. Bei fehlendem Zeugnis führt SAP ERP die

erforderlichen Maßnahmen durch (z. B. die Buchung der Waren in den gesperr- ten Bestand). Des Weiteren unterstützt die Anwendung die Verwaltung des Zeugniseingangs und versendet falls nötig Mahnungen (siehe Abbildung 3). Das Zeugnis kann manuell erstellt und im optischen Archiv (SAP ArchiveLink) abgelegt oder in elektronischer Form ver- sandt werden. Über den elektronischen Qualitätsdatenaustausch (QDI) können Zeugnisdaten direkt an das Warenein- gangsprüflos übermittelt werden.

Dynamisierung Bietet eine Lieferbeziehung eine durch- weg hohe Qualität, können Sie den Verzicht auf Wareneingangprüfungen in Betracht ziehen, insbesondere wenn der Lieferant über ein zertifiziertes QM- System verfügt. Bei Teillosen führt das System auf Wunsch nur eine einzige Wareneingangsprüfung je Bestellung, Wareneingang oder Charge durch.

Wareneingang

Zeugnispflicht

Nein

Mahnung

Mit Prüflos:

Bestätigung bei oder nach Verwendungsentscheid

Ohne Prüflos:

Ware in gesperrten Bestand

Verwendungsentscheid Ohne Prüflos: Ware in gesperrten Bestand Zeugnis vorhanden? Ja Aktualisierung Zeugnissatz

Zeugnis

vorhanden?

Ja
Ja

Aktualisierung

Zeugnissatz

Abb. 3: Zeugnisabwicklung im Wareneingang

1212 SAP Funktionen im Detail – Qualitätsmanagement mit SAP ERP

Wenn Sie jedoch nicht vollständig auf Wareneingangsprüfungen verzichten möchten, können Sie auch lediglich den Prüfumfang soweit reduzieren, wie es die Qualitätslage zulässt. Die Verringe- rung des Prüfumfangs führt unter Um- ständen zum Prüfverzicht (Skip Lot). Sind für ein Material ein Prüfverzicht und ein automatischer Verwendungs- bescheid zulässig, wickelt die Software geskippte Lose eigenständig ab. Sie bucht dann die Prüflosmenge sofort in den frei verwendbaren Bestand (Ship to Stock).

Wareneingangsprüfung Wenn die Voraussetzungen zum Ship to Stock nicht gegeben sind, löst SAP ERP beim Wareneingang automatisch die Prüflosabwicklung aus. Die Anwendung erzeugt zusätzlich zum Wareneingangs- beleg einen Prüflossatz, wählt einen geeigneten Prüfplan aus und ermittelt anhand der Qualitätslage den Stich- probenumfang.

Probenahme Werden Waren in Behältern geliefert, können Sie gemäß eines Probenahme- verfahrens Proben entnehmen. Die benötigten Unterlagen (z. B. Anweisun- gen zur Probenahme, Probenetiketten und Prüfanweisungen) stehen sofort zum Druck bereit, damit Sie umgehend mit der Prüfung beginnen können.

Prüfergebnis­ und Fehlererfassung Sie haben die Möglichkeit, Ergebnisse der Wareneingangsprüfung als Prüf- merkmalswerte und Fehlerdatensätze oder Texte zu erfassen. Treten bei einer

Wareneingangsprüfung schwerwiegende Probleme auf, kann automatisch eine Qualitätsmeldung erzeugt werden. Die Prüfergebniserfassung kann auch auto- matisch mit elektronischen Messgeräten erfolgen.

Prüfkosten Jede Prüfung und jeder Fehler verursa- chen Kosten. Prüfkosten werden u.a. anhand von Leistungen ermittelt, die die Beteiligten einer Prüfung rückmelden. Die aus den Rückmeldungen zu einem oder mehreren Prüflosen ermittelten Kosten werden in QM-Aufträgen gesam- melt und anschließend an die Kostenträ- ger weitergegeben. Fehlerkosten werden über Qualitätsmeldungen abgerechnet.

Prüfabschluss Die Prüflosabwicklung im Qualitäts- management mit SAP ERP endet nach Abschluss der Prüfung und dem Ver- wendungsentscheid (siehe Abbildung 4). Die angenommene Prüflosmenge wird

entweder manuell oder automatisch in den frei verwendbaren Bestand gebucht. Für rückgewiesene Mengen gibt es besondere Bestandsbuchungen, wie die Buchung in den gesperrten Bestand, die Umbuchung an ein anderes Material, die Rücklieferung an den Lieferanten oder die Ausschussbuchung. Wird das Material in Chargen geführt, schlägt Ihnen die Software einen Chargen- zustand vor, der zum Verwendungs- entscheid passt.

Sobald der Verwendungsentscheid fest- steht, aktualisiert SAP ERP die Quali- tätslage sowie das QM-Informations- system und stellt die Qualitätskennzahl des Prüfloses für die Lieferantenbeur- teilung bereit. Das System aktualisiert auch die Material- und Lieferanteninfor- mationen im Qualitätsinfosatz. So kann beispielsweise nach der Prüflosabwick- lung der Status der Lieferbeziehung von Musterlieferung auf Serienlieferung geändert werden.

Bestellung
Bestellung

Wareneingang

Bestellung Wareneingang Nein Ja Prüfung Bestand in Qualitätsprüfung Qualitätsmeldung Freie Verwendung: Bestand

Nein

Bestellung Wareneingang Nein Ja Prüfung Bestand in Qualitätsprüfung Qualitätsmeldung Freie Verwendung: Bestand
Bestellung Wareneingang Nein Ja Prüfung Bestand in Qualitätsprüfung Qualitätsmeldung Freie Verwendung: Bestand

Ja

Prüfung

Bestellung Wareneingang Nein Ja Prüfung Bestand in Qualitätsprüfung Qualitätsmeldung Freie Verwendung: Bestand

Bestand in

Qualitätsprüfung

Qualitätsmeldung

Freie Verwendung:

Bestand

Abb. 4: Prüflosabwicklung im Wareneingang

In Abhängigkeit vom Verwendungs- entscheid kann SAP ERP eine Kette von benutzerdefinierten Folgeaktionen anstoßen, zum Beispiel das Drucken bestimmter Prüfberichte.

Rechnungsprüfung Geht eine Rechnung zur Warenliefe- rung ein, bevor der Verwendungsent- scheid über das Wareneingangsprüflos getroffen wurde, können Sie bei der Rechnungsprüfung eine automatische Zahlung verhindern.

Mängelrügen Fehler, die der Lieferant oder Hersteller verschuldet hat, können in einer Quali- tätsmeldung dokumentiert und über SAP Business Workflow an den zustän- digen Bearbeiter weitergeleitet werden. Dieser kann dann verschiedene Maß- nahmen einleiten (z. B. die Buchung zum gesperrten Bestand oder den Ver- sand einer Mängelrüge). Reklamationen können auch auf der Website des Lie- feranten erfasst werden.

Produktion Disposition Bei der Prüfung von Rohstoffen oder Halbfabrikaten wird die geplante Dauer der Eingangsprüfung in der Disposition berücksichtigt.

Fertigungsbegleitende Prüfung Das Qualitätsmanagement mit SAP ERP integriert Qualitätsprüfungen in den Fertigungsprozess (siehe Abbil- dung 5). Die Anwendung unterstützt verschiedene Produktionsarten – von der auftrags- und losbezogenen Pro- duktion und der Montageabwicklung im Maschinenbau über die Serienfertigung in der Automobilbranche bis hin zur chargenbasierten Prozessfertigung in der Chemie-, Pharma-, Nahrungs- und Genussmittelindustrie.

Prüfungen können durch unterschied- liche Warenbewegungen initiiert werden. Es ist daher möglich, Prüflose automatisch bei der Entnahme einer Materialkomponente oder beim Waren-

Prüflos 4711

Prüflos 4711
Prüflos 4711 Prüfpunkt 1 Merkmal Sollwert Messwert Länge 50,0 mm 49,8 mm Breite 30,0 mm

Prüfpunkt 1

Merkmal

Sollwert

Messwert

Länge

50,0 mm

49,8 mm

Breite

30,0 mm

31,2 mm

Prüfpunkt 1 Merkmal Sollwert Messwert Länge 50,0 mm 49,8 mm Breite 30,0 mm 31,2 mm
Automatische Fehlererfassung Qualitätsmeldung
Automatische
Fehlererfassung
Qualitätsmeldung

Maßnahmen

Länge 50,0 mm 49,8 mm Breite 30,0 mm 31,2 mm Automatische Fehlererfassung Qualitätsmeldung Maßnahmen

Abb. 5: Fertigungsbegleitende Prüfung

eingang eines Produktes für die Pro- duktion oder einen Prozessauftrag zu erzeugen.

Zur Erzeugung von Prüflosen für ferti- gungsbegleitende Prüfungen stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:

als fertigungsbegleitendes Prüflos bei der Freigabe eines Produktions- auftrags. Hierbei besteht keine Bestandsrelevanz.

als vorgezogenes Prüflos beim Waren- eingang. Hierbei besteht jedoch eine Bestandsrelevanz, d. h. der Qualitäts- prüfbestand wird über den Verwen- dungsentscheid des Prüfloses verwaltet.

beim Eingang von Lohnbearbeiter- waren aus Fremdbearbeitungsvorgän- gen. Je nach Softwareeinstellungen besteht hierbei eine Bestandsrelevanz.

Probenahme Nach Auswahl eines gültigen Arbeits- plans bzw. Planungsrezepts wird der Stichprobenumfang berechnet und die Arbeitspapiere (z. B. Stichprobenzeich- nung, Prüfanweisung und Probeetiket- ten) werden an zuvor festgelegten Arbeitsplätzen gedruckt.

Digitale Signatur Um sicherzustellen, dass ein Mitarbeiter, der Probenahmen freigibt, Ergebnisse erfasst und Verwendungsentscheide trifft, die entsprechende Berechtigung dazu hat, können Sie anhand bestimm- ter Softwareeinstellungen jeweils eine digitale Signatur (elektronische Unter- schrift) des Mitarbeiters verlangen.

Prüfergebnis­ und Fehlererfassung Prüfergebnisse können für folgende Objekte erfasst werden:

Prüfmerkmale Die Ergebnisse können summarisch, klassifiziert oder als Einzelwerte erfasst werden.

Prüfpunkte Für jedes Prüfmerkmal werden mehrere Prüfungen durchgeführt. Prüfpunkte können benutzerdefiniert sein und falls nötig bereits im Voraus geplant werden. Auch ein Bezug zu Produktionsmengen oder Produktions- zeiten ist möglich (z. B. Prüfung an einer Gitterbox/einem Silo, einmal pro Schicht/alle zwei Stunden).

Physische Proben Diese werden entweder im Voraus mithilfe eines Probenahmeverfahrens geplant oder bei Bedarf entnommen.

Teillose Produktionsmengen gleicher Qualität können zusammengefasst werden.

Chargen Prüfergebnisse dienen auch zur spä- teren Chargenfindung, beispielsweise bei der Auswahl von Produkten bei der Lieferung oder von Teilkomponenten für die Produktion.

Serialnummern Dieses Objekt wird gewählt, wenn die Prüfergebnisse einem Einzelstück zugeordnet werden sollen. Die Serial- nummern können dafür aus dem Pro- duktionsauftrag übernommen werden.

Fehler können zum Prüfmerkmal, Prüfvorgang oder Prüflos erfasst werden.

Statistische Prozesslenkung Die Prüfergebnisse stellen die Grund- lage für die statistische Prozesslenkung mittels Qualitätsregelkarten dar. Die Gültigkeit einer Qualitätsregelkarte kann sich über mehrere Prüflose und Produktionsaufträge erstrecken; ihre Warn- und Eingriffsgrenzen werden aus den aktuellen Prüfergebnissen oder aus den Ergebnissen eines Vorlaufs berechnet. Wird eine Eingriffsgrenze überschritten, können Nachrichten und Qualitätsmeldungen erstellt werden.

Prüfkosten und Rückmeldungen von Produktionsmengen Beim Erfassen von Prüfergebnissen können Sie auch Produktionsmengen

und -kosten an den Produktionsauftrag rückmelden (siehe Abbildung 6). Solche Rückmeldungen steuern den weiteren Produktionsprozess (z. B. die Freigabe von Prüfvorgängen oder anschließende, bislang unerledigte Arbeit).

Prüfabschluss Mit dem Verwendungsentscheid wird die Prüfung abgeschlossen. Mitarbeiter mit entsprechenden Berechtigungen können nun Bestandsmengen buchen, Chargen nach ihrer Qualität klassifizie- ren und Folgeaktionen ausführen. Das Qualitätsmanagement mit SAP ERP stellt für den Verwendungsentscheid eine digitale Signatur zur Verfügung.

Verwendungsentscheid eine digitale Signatur zur Verfügung. Abb. 6: Mengenrückmeldung und Prüfpunktbewertung SAP

Abb. 6: Mengenrückmeldung und Prüfpunktbewertung

Vertrieb Qualitätssicherungsvereinbarung und technische Lieferbedingungen Sie können kundenbezogene Qualitäts- unterlagen im Qualitätsinfosatz des Vertriebs hinterlegen. Zusätzlich können Sie darin den Zeitpunkt und die Art der Qualitätsprüfung steuern.

Variantenkonfiguration im Kundenauftrag Schon bei der Kundenauftragserstellung können Kunden Qualitätsmerkmale für die gewünschte Variante angeben. Diese Information fließt dann als Prüf- vorgabe in alle fertigungsbegleitenden Prüfungen ein.

Chargenfindung Wird der Bestand eines Materials in Chargen verwaltet, dann haben Sie über das Qualitätsmanagement mit SAP ERP die Möglichkeit, bei der Lieferung anhand von Chargenmerkmalen die geeigneten Chargen auszuwählen. Die Chargenmerkmale können mit Prüfer- gebnissen bewertet werden, auch basie- rend auf multiplen Spezifikationen.

Prüfung zur Lieferung oder zum Warenausgang Prüflose können zum Zeitpunkt der Kommissionierung oder beim Waren- ausgang erzeugt werden. Nach Auswahl eines geeigneten Prüfplans werden der Stichprobenumfang berechnet und die Arbeitspapiere (Probenahmeanweis- ungen, Prüfanweisungen und Proben-

etiketten) gedruckt. Nach Erfassung der Prüfergebnisse wird die Prüfung durch den Verwendungsentscheid abgeschlossen.

Warenausgangszeugnis Beim Warenausgang kann die Überein- stimmung der Prüfergebnisse mit den Kundenvorgaben in einem Qualitäts- zeugnis dokumentiert werden. Im Zeug- nis können Sie dazu als Prüfvorgaben Prüfmerkmale erfassen, die aus dem Prüfplan stammen oder in der Chargen- findung festgelegt wurden. Form, Inhalt und Versandmedium sind kundenspezi- fisch und werden aus den Vorgaben des Zeugnisempfängers bei der Kommis- sionierung bzw. beim Warenausgan g abgeleitet.

Qualitätsdatenaustausch Auf Wunsch werden formatierte Daten eines Qualitätszeugnisses elektronisch versandt und automatisch in ein Prüflos beim Kunden übernommen oder im Internet zum Abruf bereitgestellt.

Reklamations­ und Retourenabwicklung Kundenreklamationen können im Internet als Qualitätsmeldung erfasst werden. Neben der Dokumentation der Fehler und Maßnahmen können Sie über die Aktivitätenleiste eine Reihe von Folge- aktivitäten durchführen, z. B. Retouren- oder Reparaturaufträge abwickeln, Kosten erfassen, Bestandsbuchungen ausführen oder Prüfungen auslösen.

Die Nutzungsphase

Im Verlauf eines Produktlebenszyklus können Dienstleister das QM mit SAP ERP für die Abwicklung von Prüfungen (Outsourcing) nutzen. Mittels SAP ERP sind Dienstleister in der Lage, Positionen zu identifizieren, Serviceleistungen zu planen und zu bestätigen und Rech- nungen für erbrachte Leistungen zu erstellen.

Service Variantenkonfiguration im Kundenauftrag Prüflabore, die Prüfungen als Dienst- leistung anbieten (Auftragsanalytik), können schon bei der Erstellung eines Kundenauftrags die vom Kunden gewünschten Prüfungen aus Prüfplänen auswählen und in einen Serviceauftrag übernehmen.

Prüfung zum Serviceauftrag Eine Auswahl der Prüfungen ist sowohl über die Variantenkonfiguration im Kundenauftrag als auch über die Wahl von Prüfvorgängen im Serviceauftrag möglich. Im Anschluss an diese Aus- wahl können mit Freigabe des Service- auftrags Prüflose erzeugt werden. Darauf folgt die Prüfung, für die nun auch Prüfanweisungen und Probean- weisungen gedruckt werden können.

Aufwandsbezogene Faktura Nach Rückmeldung der Prüfergebnisse kann der Aufwand für die Prüfungen an den Kunden fakturiert werden.

Bestandsführung Bestandskategorien Die Materialwirtschaft teilt Bestände in die folgenden Bestandsarten ein: frei verwendbar, gesperrt und in Qualitäts- prüfung. Üblicherweise wird die fest- gelegte Menge eines eingegangenen Materials für die Dauer der Warenein- gangsprüfung in den Prüfbestand gebucht. Dieser Bestand kann nur im Rahmen der Prüflosabwicklung umge- bucht werden, nach dem Verwendungs- entscheid beispielsweise in den frei ver- wendbaren Bestand. Im Prüflos sind alle Buchungsbelege sichtbar, die mit dem Losbestand in Zusammenhang stehen.

Lagerverwaltung Wenn Sie die Warehouse-Management- Anwendung einsetzen, verwaltet SAP ERP auch die Stichproben des Prüfloses und die Einheiten, die aufgrund des Verwendungsentscheids oder bei der Lagerplatzfindung entstanden sind. Das Prüflos identifiziert jede Einheit und jeden Transportbedarf. Anhand der Einlagerungsstrategie löst die Software den Transport von Stichproben und Teil- mengen aus und bucht die Bestände.

Handling Unit Management Handling Units können auch als Trans- porteinheiten verwendet werden. Eine Handling Unit ist eine physische Einheit aus Packmitteln und den darin oder darauf gelagerten Waren. Mit der Soft- ware können nicht nur die Materialien,

sondern auch die kompletten Handling Units bewegt werden. Qualitätsprüfun- gen sind daher auch für Handling Units möglich.

Chargenverwaltung Die Materialwirtschaft kann Bestände für Chargen führen und frei verwend- bare Chargen von Chargen mit gesperrtem Bestand unterscheiden.

Das Qualitätsmanagement mit SAP ERP bietet zudem die Überwachung von Chargenhaltbarkeiten und der Termine für wiederkehrende Prüfungen, zusätzlich können Sie den Chargenzu- stand ändern und Bestandsbuchungen automatisch durchführen lassen (z. B. Buchung in den gesperrten Bestand, wenn die Haltbarkeit überschritten ist).

Chargenverfolgung Zweck des Chargenverwendungsnach- weises ist es zu ermitteln, aus welchen Rohstoffchargen oder Halbfabrikaten sich die Charge eines Enderzeugnisses zusammensetzt (Top-Down-Analyse) bzw. welche Chargen aus Halbfabrikaten oder Enderzeugnissen aus einer bestimmten Rohstoffcharge bestehen (Bottom-Up-Analyse). Zudem dient der Verwendungsnachweis auch als Grund- lage für die Angabe von Prüfergebnis- sen aus vorgelagerten Produktions- stufen (z. B. Halbfabrikate) auf dem Qualitätszeugnis des Endprodukts.

B. Halbfabrikate) auf dem Qualitätszeugnis des Endprodukts. SAP Funktionen im Detail – Qualitätsmanagement mit SAP

PRüfPLANUNG

QUALITÄTSSTRATEGIEN UMSETZEN

Als Prüfplaner oder Qualitätsplaner setzen Sie vorgegebene Planungsstra-

tegien in Ihrem Unternehmen um. Dies beinhaltet:

eine lückenlose Prüfplanung mittels FMEA und Produktionslenkungsplan

die Definition des Anlasses, der Art und des Umfangs von Qualitäts- prüfungen

die Erstellung und Verwaltung von Plänen als Grundlage für Qualitäts- prüfungen

die Verwaltung und Verarbeitung der in den Plänen verwendeten Grunddaten

die Bestimmung des Verfahrens zur statistischen Prozesslenkung

Für diese Aufgaben stehen Ihnen die wiederverwendbaren Grunddaten als Bausteine sowie ein vielseitiges Pla- nungswerkzeug zur Verfügung.

Durchgängige Prüfplanung:

Fehlermöglichkeits­ und Einflussanalyse und Produktionslenkungsplan

Eine durchgängige Prüfplanung sieht eine integrierte Prüfplanung für die Wareneingangsprüfung und für die fertigungsbegleitende Prüfung vor. Sobald ein neues Produkt entwickelt wird, setzt die Prüfplanung ein.

Der Prozess zur durchgängigen Prüf- planung setzt sich aus den folgenden Schritten zusammen:

Im ersten Schritt wird in Zusammenar- beit mit Experten aus unterschiedlichen Abteilungen eine FMEA erstellt. Dabei werden die Produkt- und Prozessmerk-

male mit einem hohen Sicherheitsrisiko hervorgehoben. Im zweiten Schritt erfolgt die Übernahme dieser Merk- male in einen Produktionslenkungsplan. Dieser dient der Übersicht über die Prüfungen eines Endprodukts einschließ- lich aller Bestandteile sowie als Grund- lage für den dritten Schritt, das Führen der operativen Prüf- und Arbeitspläne.

Sobald ein Produkt fertiggestellt ist, muss der Lieferant einen lückenlosen Prozess einschliesslich eines kontinu- ierlichen Verbesserungsprozesses umsetzen. Jede interne oder externe Reklamation muss mit den Vorbeugungs- maßnahmen verglichen werden, die während Schritt 1 der lückenlosen Prüf- planung in der FMEA festgelegt wurden. Ein mögliches Ergebnis der Reklamation könnte die Änderung der FMEA und des Produktionslenkungsplans sowie der operativen Pläne sein.

Die FMEA ist eine analytische Methode zur frühzeitigen Erkennung und Beseiti- gung von möglichen Fehlern und Risiken bei Produkten oder in Prozessen. Im Rahmen des Qualitätsmanagements wird diese Methode für eine vorbeu- gende Fehlervermeidung angewandt. SAP ERP bietet die nötigen Werkzeuge für die Überwachung sowie ein Cockpit für den Aufbau einer Produkt- oder Prozess-Struktur für die FMEA. Zu den Einsatzgebieten der FMEA zählen die Ursachenanalyse in Six-Sigma-Projekten, die entwicklungsbegleitende Risikobe- wertung und die betriebliche Qualitäts- lenkung und -planung. Die FMEA unter- stützt zudem die Einhaltung der Norm ISO/TS 16949 (Automobilindustrie).

Das FMEA-Cockpit bietet die Möglich- keit, durch eine hierarchische Anzeige des Objekts, der Produkte oder Pro- zesse, auf mögliche Fehler zu prüfen

FMEA (Produkt/Prozess)* Verfügbar mit SAP ERP 6.0 EhP3* Fehler Merkmal Beschwerde (8D-Methode) Qualitätsmeldung
FMEA (Produkt/Prozess)*
Verfügbar mit
SAP ERP 6.0 EhP3*
Fehler
Merkmal
Beschwerde
(8D-Methode)
Qualitätsmeldung
Fehler
Merkmal
Control Plan
Verfügbar mit
SAP ERP 6.0 EhP3*
Fehler
Merkmal
SPC
Null-Fehler-Produktion
Fehler
Merkmal
Prüf­/Arbeitsplan
Fehler
Merkmal
* Erfordert die Installation des Adobe Document
Servers (ADS)

Abb. 7: Durchgängige Prüfplanung gemäß ISO/TS 16949

(siehe Abbildung 8). Mithilfe einer hier- archischen oder verknüpften Struktur kann die gesamte Kette an Fehlerarten, -ursachen und -folgen angezeigt und untersucht werden.

Anhand der Risikoprioritätszahl kann die Ursache eines Fehlers bewertet und eingeschätzt werden. Die notwen- digen Maßnahmen zur Minderung oder Vermeidung eines Fehlers können ebenfalls mit dem FMEA-Werkzeug verwaltet werden. Außerdem besteht eine Verbindung zwischen der FMEA eines Elements und der unter- und übergeordneten Elemente. Diese Listen beinhalten nicht nur die adressierten Elemente, sondern auch die adressier- ten Funktionen und Fehler.

Dadurch wird sichergestellt, dass das Objekt aus folgenden Gründen hin- sichtlich möglicher Risiken untersucht wird:

Eine Funktion kann von der Funktion eines untergeordneten Elements abhängen. Der Ausfall einer Funktion kann zum Ausfall einer Funktion eines unterge- ordneten Elements führen.

Die Integration des FMEA-Werkzeugs in SAP ERP ermöglicht die Verbindung der FMEA mit zugehörigen Funktionen und Objekten (z. B. mit Katalogen der Fehler- oder Prüfmerkmale) sowie direkt mit einem Produktionslenkungsplan. FMEAs, die nicht mehr in Gebrauch sind, können archiviert werden.

Neben der FMEA gibt es auch Funk- tionen zur Verwaltung eines Produk- tionslenkungsplans, durch die eine als

internationaler Standard geforderte lückenlose Prüfplanung gemäß ISO/TS 16949 sichergestellt werden kann.

Ein Produktionslenkungsplan beschreibt das gesamte technische und funktionale System, das im Hinblick auf mögliche Risiken und Fehler überwacht oder über- prüft wird. Im Wesentlichen beschreibt er dabei die für jede Phase des Pro- jekts durchzuführenden Maßnahmen, darunter auch die Prüfung des Waren- eingangs, der Warenbewegungen und der geplanten Prüfungen sowie Quali- tätslenkungsvorgänge, die für die Prü- fung und Dokumentation aller Prozess- ergebnisse sorgen (siehe Abbildung 9).

Innerhalb der durchgängigen Prüfpla- nung wird eine FMEA üblicherweise für die Bewertung produkt- und prozess-

bezogener Merkmale mit hohem Fehler- risiko initiiert. Diese Merkmale werden dann in den Produktionslenkungsplan übernommen, der eine Übersicht über die für bestimmte Produkte und all ihre Bestandteile relevanten Prüfungen enthält. Dies bildet die Grundlage für die Entwicklung von Prüfplänen und Prüfvorgängen im nachfolgenden Produktionsprozess.

Auch wenn ein Produkt bereits in einer Serien- oder Massenproduktion ver- wendet wird, so müssen die zuvor defi- nierten Risiken und der Produktionslen- kungsplan überprüft werden. Im Laufe des kontinuierlichen Verbesserungs- prozesses kann eine Anpassung der FMEA oder des Produktionslenkungs- plans erforderlich sein.

FMEA oder des Produktionslenkungs- plans erforderlich sein. Abb. 8: Beispiel einer FMEA mit Struktur SAP Funktionen

Abb. 8: Beispiel einer FMEA mit Struktur

Abb. 9: Beispiel eines Produktionslenkungsplans Plangruppe Prüfplan 1 Prüfplan 2 Prüfplan 3 Prüfplan 4
Abb. 9: Beispiel eines Produktionslenkungsplans Plangruppe Prüfplan 1 Prüfplan 2 Prüfplan 3 Prüfplan 4

Abb. 9: Beispiel eines Produktionslenkungsplans

Plangruppe

Prüfplan 1

Plangruppe Prüfplan 1 Prüfplan 2 Prüfplan 3 Prüfplan 4 Prüfplan 5 Prüfplan 6 Prüfplan 7

Prüfplan 2

Plangruppe Prüfplan 1 Prüfplan 2 Prüfplan 3 Prüfplan 4 Prüfplan 5 Prüfplan 6 Prüfplan 7

Prüfplan 3

Plangruppe Prüfplan 1 Prüfplan 2 Prüfplan 3 Prüfplan 4 Prüfplan 5 Prüfplan 6 Prüfplan 7

Prüfplan 4

Plangruppe Prüfplan 1 Prüfplan 2 Prüfplan 3 Prüfplan 4 Prüfplan 5 Prüfplan 6 Prüfplan 7

Prüfplan 5

Plangruppe Prüfplan 1 Prüfplan 2 Prüfplan 3 Prüfplan 4 Prüfplan 5 Prüfplan 6 Prüfplan 7

Prüfplan 6

Plangruppe Prüfplan 1 Prüfplan 2 Prüfplan 3 Prüfplan 4 Prüfplan 5 Prüfplan 6 Prüfplan 7

Prüfplan 7

Prüfplan 1 Material 1 Material 2 Plankopf Lieferant 1 Lieferant 2 Vorgang 1 Kunde 1
Prüfplan 1
Material 1
Material 2
Plankopf
Lieferant 1
Lieferant 2
Vorgang 1
Kunde 1
Vorgang 2
Kunde 2
Vorgang 3
Merkmal 1
Merkmal 2
Methode 1
Vorgang 4

Abb. 10: Planstruktur

Integrierte Prüfplanung

Um Qualitätsprüfungen gezielt auf die jeweiligen betriebswirtschaftlichen Abläufe auszurichten, bietet Ihnen die

integrierte Prüfplanung die Möglichkeit, unterschiedliche Plantypen zu erstellen und zu bearbeiten:

Prüfplan für Prüfungen bei Warenbewegungen

Arbeitsplan für fertigungsbegleitende Prüfungen in der diskreten Fertigung

Linienplan für fertigungsbegleitende Prüfungen (Serienfertigung)

Planungsrezept für Prüfungen in der Prozessindustrie

Materialspezifikation für die verein- fachte Prüfplanung

Pläne, die sich inhaltlich nur leicht unterscheiden, können zu Plangruppen zusammengefasst werden. Unterschei- dungsmerkmale innerhalb einer Plan- gruppe sind beispielsweise die Planver- wendung, die Lieferantenzuordnung oder die Gültigkeit bestimmter Los- größenintervalle.

Planstruktur Ein Plan gliedert sich in die Elemente Plankopf, Vorgang, Merkmal und Prüf- mittel, wie in Abbildung 10 illustriert.

Plankopf Im Plankopf definieren Sie folgende Informationen:

Material­Planzuordnungen Zuordnung eines Plans zu Materia- lien, z. B. Zuordnung mehrerer Mate- rialien zu einem Plan, oder mehrerer Pläne zu einem Material. Sie können Prüfpläne zusätzlich zum Material auch einem Lieferanten oder Kunden zuordnen.

Verwaltungsdaten Dazu gehören unter anderem Gültig- keitsdatum, Änderungsstand, verant- wortliche Planergruppe, Planverwen- dung und Bearbeitungsstatus.

Steuerungsdaten Diese beinhalten beispielsweise die Dynamisierungsregel für die Anpas- sung des Prüfumfangs.

Vorgang Zu jedem Prüfvorgang können Sie folgende Informationen ablegen:

Vorgangsbeschreibung und Steue- rungsparameter für den Vorgang

Verweis auf einen Arbeitsplatz

Vorgaben zur Terminierung und Kalkulation der Prüfkosten

Liste der wichtigen Prüfmittel, Unter- lagen und Fertigungshilfsmittel

Merkmal Im Prüfmerkmal können Sie folgende Aktivitäten vornehmen:

eine Merkmalsbeschreibung und die Steuerungsparameter für die Ergebniserfassung angeben

auf eine Prüfmethode, ein Stichproben- verfahren oder eine Dynamisierungs- regel verweisen

je nach Merkmalstyp qualitative oder quantitative Vorgaben für die Prüfung und Ergebniserfassung festlegen

für jede Planzuordnung zu einem Material, Lieferanten oder Kunden gesonderte Vorgaben festlegen. Sie müssen daher keine redundanten Prüfpläne erstellen, um kunden- oder materialabhängige Sollwerte und Toleranzen zu ändern.

mehrere Vorgaben für zusätzliche Objekte (z. B. Land) definieren, wenn Sie die Eignung eines Produkts oder einer Charge festlegen möchten (z. B. für bestimmte Länder geeignet oder ungeeignet)

die Prüfmittel zur Messung der Merkmalswerte festlegen

Grunddaten zur Prüfplanung

Grunddaten sind wiederverwendbare Bausteine für die Prüfplanung (siehe Abbildung 11). Als Prüfplaner können Sie sich die Arbeit erleichtern, indem Sie diese Daten planen und in Ihre Pläne übernehmen.

Prüfmerkmal Ein Prüfmerkmal beschreibt, was geprüft werden soll. Sie können ein Prüfmerk- mal direkt in einem Plan anlegen oder es als Prüfmerkmalsstammsatz (Stamm- prüfmerkmal) vordefinieren. Stammprüf- merkmale können in mehreren Plänen oder Material- spezifikationen referenziert werden mit Klassenmerkmalen verknüpft werden, um beispielsweise die Prüf- ergebnisse einer Charge an die Char- genklassifizierung zu übergeben

Prüfmethode Eine Prüfmethode beschreibt, wie ein Merkmal geprüft werden soll. Doku- mente, die in einem Dokumentenver- waltungssystem abgelegt sind (z. B. Zeichnungen und Beschreibungen), können zu einer Prüfmethode zugeord- net werden. Prüfmethoden werden wie- derum zu Stammprüfmerkmalen oder Prüfmerkmalen in Plänen zugeordnet. Einem Stammprüfmerkmal können Sie mehrere Prüfmethoden zuordnen.

• Dynamisierungsregel Plankopf • Probenahmeverfahren Material • Standardplan • Arbeitsplatz Prüfvorgang
• Dynamisierungsregel
Plankopf
• Probenahmeverfahren
Material
• Standardplan
• Arbeitsplatz
Prüfvorgang
• Material
• Equipment
Prüfmittel
• Andere Hilfs- und Produktionsmittel
• Dokument
Prüfmerkmal
Stammprüfmerkmal
Prüfmethode
• Stichprobenverfahren
• Dynamisierungsregel
• Katalog

Abb. 11: Prüfplanstruktur und die Verwendung von Stammdaten in Prüfplänen

Katalog Ein Katalog ist eine Zusammenfassung von Codes für inhaltlich zusammenge- hörige Begriffe. Kataloge erleichtern die einheitliche Beschreibung qualitativer Daten (z. B. Ausprägungen qualitativer Merkmale, Fehlerarten oder Verwen- dungsentscheide). Zu jedem Katalog können Sie folgende Aktivitäten vornehmen:

Codegruppen mit Codes definieren und mehrsprachige Beschreibungen eingeben Codes aus einer oder mehrerer Codegruppen auswählen und diese zu einer Auswahlmenge zusammen- fassen, um so eine Werteliste für eine bestimmte Situation anzulegen

Stichprobenverfahren und Stichprobenplan Das Stichprobenverfahren legt fest, wie der Stichprobenumfang berechnet und das Prüfmerkmal bewertet wird (attribu- tiv, variabel oder manuell). Stichproben- verfahren ordnen Sie im Materialstamm oder im Plan auf Merkmalsebene zu.

Das Qualitätsmanagement mit SAP ERP unterstützt die gebräuchlichen Stichprobenarten, wie beispielsweise 100%-Prüfung, prozentuale Stichprobe, feste Stichprobe und Stichprobe nach einem Stichprobenplan. Falls die in der Standardsoftware enthaltenen Stichpro- benarten und Bewertungsregeln nicht ausreichen, können Sie diese durch eigene selbstdefinierte Funktions- bausteine ergänzen.

Sie können unabhängige und abhängige Mehrfachstichproben planen und die Prüfergebnisse aus mehreren Stichpro-

ben zu einem Prüfmerkmal erfassen. Jede dieser Stichproben kann mehrere Werte enthalten und wird einzeln bewer- tet. SAP ERP ermittelt auf Grundlage der einzelnen Stichprobenergebnisse automatisch das Merkmalsergebnis (z. B. nach der Worst-Case-Regel).

Einsatzfertige Stichprobenpläne nach ISO 2859-1 für zählende Prüfungen und ISO 3951 für messende Prüfungen sind im Lieferumfang von SAP ERP und allen Upgrades enthalten. Sie können auch eigene Stichprobenpläne gemäß dem Prinzip der annehmbaren Qualitäts- grenzlage (AQL – Acceptable Quality Level) erstellen und Regeln für auto- matische Stufenwechsel bis hin zum Prüfverzicht definieren. Auch branchen- bezogene Verfahren sind umsetzbar.

Dynamisierungsregel In Dynamisierungsregeln definieren Sie nach den entsprechenden Standards wie ISO 2859-3 oder nach eigenem Ermessen die Anzahl der Prüfungen und Prüfverzicht-Stufen sowie die Regeln zur Steuerung dieser Stufenwechsel. Der Stichprobenumfang kann dabei zwischen einer 100%-Prüfung und einem Prüfverzicht variieren. Bei Ver- wendung eines Stichprobenplans wech- selt die Software je nach Qualitätslage zwischen normaler, reduzierter und verschärfter Prüfung.

Die Prüfstufe wird dann in Abhängigkeit der Prüfergebnisse für Prüflose oder -merkmale gewechselt. Sie können die Dynamisierung der Prüfstufen wahl- weise durch Annahme oder Rückwei- sung des Prüfloses oder der Prüfmerk- male steuern. Zudem haben Sie die

Möglichkeit, eine Dynamisierungsregel der Prüfart im Materialstamm (Prüfart- ebene) oder auf Kopf- oder Merkmal- sebene im Plan zuzuordnen.

Prüfmittel Prüfmittel sind Einrichtungen, Gegen- stände, Unterlagen oder Stoffe, die bei einer Qualitätsprüfung benötigt werden. Sie können entweder feste Bestand- teile eines Arbeitsplatzes sein oder aus beweglichen Geräten bestehen. Im Prüfplan können Sie Prüfmittel durch unterschiedliche Stammsätze darstel- len, wie Fertigungshilfsmittel (FHM), Material, Equipment oder Dokumente.

Der FHM-Stammsatz enthält Verwal- tungsdaten und Informationen zu Status, Standort und einer möglichen FHM-Gruppenzuordnung. Bei Verwen- dung der Klassifizierungsfunktion können Sie zusätzliche Eigenschaften definie- ren. Sie können vom FHM-Stammsatz auf Dokumentenstammsätze verweisen oder diese als Prüfmittel in den Plänen verwenden. Über die Schnittstellen der Dokumentenverwaltung zu CAD- Systemen oder zum SAP Archive Link können Sie auf Zeichnungen und sonstige Dokumente zugreifen.

Arbeitsplatz Der Arbeitsplatz gibt vor, wo und von wem ein Vorgang ausgeführt werden soll. Auch die verfügbare Kapazität an Personal und Maschinen wird vom Arbeitsplatz aus verwaltet. Indem Sie in Plänen die Arbeitsplätze festlegen, an welchen die Vorgänge ausgeführt werden sollen, schaffen Sie die Voraus- setzungen für die Kapazitätsplanung und die Terminierung der Vorgänge.

Jeder Arbeitsplatz ist einer Kostenstelle zugeordnet. Die Leistungen an einem Arbeitsplatz werden mit Tarifen bewer- tet, die durch die Kostenstellen und Leistungsarten (z. B. Arbeitszeit oder -menge) bestimmt werden. In einem einzigen Schritt können Sie sowohl Prüf- ergebnisse als auch erbrachte Leistun- gen erfassen. Für die Ergebniserfassung oder das Treffen des Verwendungsent- scheids können Sie zudem auch arbeits- platzbezogene Arbeitsvorräte generieren.

Standardplan In einem Standardplan definieren Sie oft benötigte Prüfvorgänge und zuge- hörige Prüfmerkmale. Ein Standardplan wird auch als Bestandteil von Prüf- oder Arbeitsplänen oder als Vorlage verwendet.

Planungswerkzeuge

In den folgenden Abschnitten werden die verschiedenen Planungswerkzeuge des Qualitätsmanagements mit SAP ERP erörtert. Dazu gehören die Engineering Workbench, der Produktstruktur-Browser und die Verwendungsnachweise.

Engineering Workbench Die Engineering Workbench, wie in Ab- bildung 12 dargestellt, ist ein leistungs- fähiges Werkzeug zur gleichzeitigen Bearbeitung mehrerer Pläne (Arbeits- pläne, Standardpläne und Prüfpläne).

Die gewünschten Daten werden aus unterschiedlichen Plänen ausgelesen und neu zusammengestellt. Mit der Engineering Workbench können Sie unter anderem:

Arbeitsvorräte für die Bearbeitung von Daten innerhalb von Plänen erzeugen (z. B. durch die Auswahl von Plänen, in denen eine bestimmte Dynamisierungsregel oder ein bestimmtes Stichprobenverfahren angewandt wird)

in einem Arbeitsschritt einzelne Vorgänge aus verschiedenen Plänen bearbeiten

komplexe Pläne durch selektives Sperren von Objekten (auf Plankopf- oder Vorgangsebene) gleichzeitig bearbeiten

Verwendungsnachweise erstellen (z. B. für FHM, Dynamisierungsregeln, Stichprobenverfahren, Probenahme- verfahren und Auswahlmengen)

im Dokumentenverwaltungssystem definierte Dokumente in Ihrem eige- nen Arbeitsbereich anzeigen (z. B. technische Zeichnungen)

Produktstruktur-Browser Mit dem Produktstruktur-Browser kön- nen Sie zusammenhängende Objekte in einer Produktstruktur hierarchisch anzei- gen. So stellen Sie beispielsweise im Rahmen der Prüfplanung einfach fest, ob zu einem bestimmten Material Pläne oder Materialspezifikationen existieren. Wenn Sie die Produktstruktur weiter öffnen, werden zusätzliche Detailinfor- mationen angezeigt (z. B. Prüfmerk- male und Dokumente).

Vorgangs- Arbeitsbereich Gültigkeitsbereich Kontext Block übersicht • Änderungsnummer • Stichtag •
Vorgangs-
Arbeitsbereich
Gültigkeitsbereich
Kontext Block
übersicht
• Änderungsnummer
• Stichtag
• Stichtag
• Zeitraum
Struktur-
Detailsichten
darstellung
Integration mit
Dokumentenverwaltung

Abb. 12: Prüfplanung mit der Engineering Workbench

Verwendungsnachweise Ein Verwendungsnachweis zeigt Ihnen die Pläne an, in denen Stammprüfmerk- male, Prüfmethoden und Stichproben- verfahren eingesetzt werden.

Massendatenänderungen Mithilfe der Funktion für Massendaten- änderungen ist es möglich, Objekte des Verwendungsnachweises (Stammprüf- merkmale, Prüfmethoden oder Stich- probenverfahren) an neue Gegebenhei- ten anzupassen. Ebenso können Sie mit dieser Funktion im Materialstamm Prüfeinstellungen anlegen und ändern.

Änderungsdienst Das QM mit SAP ERP führt für jedes Strukturelement eines Plans eigene Änderungsstände. Bei Änderung mit Änderungsnummer können Sie ermitteln, was zu einem bestimmten Stichtag im Plan enthalten war und zu welchem Stichtag eine Änderung in Kraft tritt.

Systemübergreifende Übertragung von Stammdaten Die proprietäre SAP-Technologie für ein Application Link Enabling ermöglicht es Ihnen, bestimmte Grunddaten (z. B. Prüf- einstellungen, Prüfmethoden, Prüfmerk- male und Katalog- oder Codegruppen) von einem Quellsystem an ein oder meh- rere Zielsysteme zu übertragen. Dadurch können Grunddaten, die bereits in einem Werk verwendet werden, schnell und einfach an ein anderes Werk übertragen werden.

Stabilitätsstudien SAP ERP bietet ein umfassendes Pla- nungswerkzeug für Stabilitätsstudien und Haltbarkeitstests.

Die spezielle Qualitätsmeldungsart „Stabilitätsstudie“ ist das zentrale Business-Objekt, das in der Anwen-

dung eine Stabilitätsstudie bildet. Die folgenden Objekte, die im Laufe einer Studie angelegt wurden, werden der Qualitätsmeldung zugeordnet:

Eingangsmuster

Stabilitätsstückliste

Verschiedene Belege

Prüflose für Eingangstests

Physische Proben (Stabilitätsprobe für Lagerbedingungen)

Terminplan für Lagerbedingungen mit entsprechenden Prüfplänen

Prüflose für Stabilitätsprüfungen

Sie können auch andere Objekte, die in SAP-Anwendungen als Business- Objekte definiert sind, zur Stabilitäts- studie zuordnen. Mit der Belegfluss- Funktion für Qualitätsmeldungen lassen sich alle einer Studie zugeordneten Objekte und deren Beziehungen zuein- ander graphisch darstellen.

Im Rahmen einer Studie können Sie

verschiedene Arbeitsschritte anstoßen, die im Laufe einer Stabilitätsstudie aus- geführt werden müssen, darunter:

Eingangsmuster anlegen und rückmelden

die Stabilitätsstückliste zuordnen und bearbeiten

Lagerbedingungen festlegen

Terminpläne erstellen und verwalten

Eingangsprüfung starten

In einer Stabilitätsstudie ist die Ausfüh- rung von Arbeitsschritten mit den Fol- geaktivitäten in der Aktivitätenleiste der Qualitätsmeldung möglich. Einzelne Fol- geaktivitäten sind einfach zu erweitern und zu ändern – ohne jegliche Soft- wareänderungen. Derzeit sind für die Arbeitsschritte in einer Stabilitätsstudie ungefähr 20 Folgeaktivitäten verfügbar.

Vorteile:

• Integrierte Prüfplanung

• Weniger Arbeitslast als Folge der modula- ren, wiederverwend- baren Grunddaten

• Leistungsfähige Ver- waltung von Prüfda- ten mittels Massen-

bearbeitungswerk-

zeugen

• Parallele Planbearbei- tung anhand der Engi- neering Workbench

• Zeit- und Kostener- sparnis mit system- übergreifender Über- tragung von Daten anhand von Applica- tion Link Enabling

QUALITÄTSPRüfUNGEN

VERLÄSSLICHE ERGEBNISSE ERZIELEN

In der Rolle des Qualitätsprüfers ist es Ihre Aufgabe nachzuweisen, ob ein Material vorgegebenen Qualitätsanfor- derungen entspricht. Mit dem QM mit SAP ERP können Sie diesen Nachweis liefern. Prüfungen können zu fertigungs- begleitenden Prüfpunkten, physischen Proben in der Prozessindustrie oder auch automatisch für Warenbewegun- gen ausgelöst werden.

In der Anwendung geplante Prüfungen dienen auch zur Qualitätsdokumentation mittels quantitativer und qualitativer Prüfergebnisse. Zusätzlich können Sie auch einen Datensatz für ungeplante Ereignisse in Form von Fehlerdaten oder Qualitätsmeldungen anlegen.

Für alle Aufgaben rund um die Quali- tätsprüfung stellen Ihnen SAP ERP und SAP NetWeaver die für die Rolle des Qualitätsprüfers erforderlichen Werk- zeuge zur Verfügung, samt benutzerde- finierten Einstellungsmöglichkeiten:

Das SAP NetWeaver Portal ist ein rollenbasiertes Portal mit Arbeitsplät- zen, die perfekt auf die Bedürfnisse des Qualitätsprüfers zugeschnitten sind. Dazu zählen die Ergebnis- und Fehlererfassung, Meldungserstellung und -bearbeitung, Rückmeldungen für Produktionsaufträge und Erstellung von Qualitätsberichten. Die QM-Funktionen in SAP ERP bieten Ihnen zum einen Unterstützung für die Schritte, die für die Erfassung und Dokumentation qualitätsbezogener Daten erforderlich sind, und zum ande- ren Werkzeuge für die integrierte Datenbearbeitung und -auswertung.

Im Rahmen der unternehmensüber- greifenden Geschäftsabwicklung können Ihre internen und externen Geschäftspartner Prüfergebnisse im Intranet oder Internet erfassen.

Prüflosabwicklung

Qualitätsprüfungen stützen sich auf die Vorgaben der Qualitätsplanung und liefern wichtige Daten für die Qualitäts- lenkung (siehe Abbildung 13). Das zen- trale Element der Qualitätsprüfung im QM mit SAP ERP ist das Prüflos. Es beinhaltet alle mit der Qualitätsprüfung zusammenhängenden Informationen, wie Prüfvorgaben, Prüfergebnisse und Verwendungsentscheide.

Es gibt unterschiedliche Varianten der Prüflosabwicklung. Diese werden im QM mit SAP ERP als Prüfarten defi- niert (z. B. Wareneingangsprüfung oder fertigungsbegleitende Prüfung). Diese Varianten beinhalten:

die Prüfung mit oder ohne Plan oder mit Materialspezifikation

die Erfassung von Prüfmerkmalser- gebnissen und Fehlerdaten

die manuelle oder automatische Vor- gabenzuordnung, Stichprobenermitt- lung und Verwendungsentscheide

die Steuerung von Qualitätsprüfbestandsbuchungen

Prüfloserzeugung

Prüfloserzeugung
Prüfloserzeugung Prüfung Prüfabschluss Anlegen Prüflos Zuordnung der Prüfvorgaben Probenberechnung Ausdruck von

Prüfung

Prüfung
Prüfloserzeugung Prüfung Prüfabschluss Anlegen Prüflos Zuordnung der Prüfvorgaben Probenberechnung Ausdruck von

Prüfabschluss

Anlegen Prüflos

Zuordnung der Prüfvorgaben

Probenberechnung

Ausdruck von Arbeitspapieren

Rückmeldung

Prüfabschluss

Erfassung von Fehlerdaten

Erfassung von Merkmalsergebnissen

Ausführung von Folgeaktionen

Aktualisierung QM-Informationssystem

Aktualisierung Qualitätslage

Ermittlung der Qualitätskennzahl

Treffen des Verwendungsentscheids

Abb. 13: Stufen der Prüflosabwicklung

Prüflos- Ermittlung der Proben- Druck der erzeugung Prüfvorgaben berechnung Arbeitspapiere Abb. 14:
Prüflos- Ermittlung der Proben- Druck der erzeugung Prüfvorgaben berechnung Arbeitspapiere Abb. 14:
Prüflos-
Ermittlung der
Proben-
Druck der
erzeugung
Prüfvorgaben
berechnung
Arbeitspapiere
Abb. 14: Prüfloseröffnung

Prüfloseröffnung Das Qualitätsmanagement mit SAP ERP erzeugt Prüflose in der Regel automa-

tisch (siehe Abbildung 14), Sie können dies aber auch manuell vornehmen. Prüflose werden beispielsweise bei folgenden Anlässen eröffnet:

Warenbewegungen (z. B. Warenein- gang, Warenausgang, Umlagerung und Rücklieferung vom Kunden)

Terminüberwachung von Chargen (wiederkehrende Prüfung)

Freigabe von Produktions-, Prozess-, Instandhaltungs- und Serviceaufträgen, Fertigungsversionen

Lieferungserstellung im Versand

Bei der Prüfung nach Plan wählt SAP ERP die entsprechenden Prüfvorgaben aus (z. B. Prüfplan oder Materialspezifi- kation). Hat ein Kunde individuelle Anfor- derungen an ein Produkt, so können diese aus der Variantenkonfiguration oder der Chargenfindung in die Prüfung übernommen werden. Die Prüfvorgaben sind die Grundlage für den Druck der Arbeitspapiere und die Erfassung der Prüfergebnisse.

Beispiele für Arbeitspapiere und deren Inhalt:

Probeziehanweisungen enthalten die Informationen, die für die Probenahme und für die Verteilung der Proben auf Arbeitsplätze oder Labore erforder- lich sind.

Probenetiketten werden für die Beschriftung von physischen Proben verwendet.

Prüfanweisungen beinhalten Informa- tionen über Prüfmittel und Prüfmerk- male für jeden Prüfvorgang und legen die Prüfmethoden, -vorgaben und den Stichprobenumfang für jedes Prüf- merkmal fest. Qualitätsprüfer können zu den Prüfanweisungen Prüfergeb- nisse erfassen.

Prüfung

Im Rahmen einer Prüfung können Sie folgende Aktivitäten vornehmen:

Prüfergebnisse zu Merkmalen erfassen, bewerten und abschließen

Fehlerdaten und Qualitätsmeldungen erfassen

Leistungen rückmelden

Wenn Sie elektronische Prüfmittel an SAP ERP anbinden, können die Prüfer- gebnisse direkt übernommen werden. Prüfergebnisse können auch zu Serial- nummern und Chargen erfasst werden, zudem haben Sie die Möglichkeit, die in SAP ERP erfassten Prüfergebnisse an die Chargenklassifizierung zu übermitteln.

Flexible Spezifikationen Mit flexiblen Spezifikationen lassen sich Spezifikationsdaten bei der Eröff- nung eines Prüfloses oder während der Ergebniserfassung beeinflussen. Durch flexible Prüfvorgaben können Sie die

beeinflussen. Durch flexible Prüfvorgaben können Sie die relevanten Prüfmerkmale aus einer Liste möglicher

relevanten Prüfmerkmale aus einer Liste möglicher Prüfungen auswählen und die vorliegenden Vorgaben nach Bedarf anpassen. In der SAP-ERP- Anwendung ist dieser Prozess als Standardeinstellung für Prüflose mit

Bezug zu Stabilitätsstudien festgelegt. Jedoch ist er durchaus auch für andere Szenarios denkbar, in denen Prüfungen nicht vollständig im Voraus geplant werden können, beispielsweise bei:

Prüfungen im Rahmen von Dienstleistungen

Prüfungen von Reklamationen

Prüfungen für Stabilitätsstudien

Ein Prüfplan oder Arbeitsplan mit Prüf- merkmalen ist dabei in allen Fällen die Grundlage für einen Maximalprüfplan; die passenden Merkmale werden dann während der flexiblen Spezifikation ausgewählt.

Die Aktivierung für weitere Prozesse – zusätzlich zur Stabilitätsstudie – erfolgt durch die Implementierung entsprechen- der Business Add-ins oder Kunden- erweiterungen.

Prüflosabschluss Nach Abschluss der Ergebniserfassung oder Abbruch der Prüfung treffen Sie den Verwendungsentscheid für das Prüflos (siehe Abbildung 15). Wenn keine Prüfmerkmale rückgewiesen und keine Fehler erfasst wurden, ist auch ein automatischer Verwendungsent-

Treffen des Ermittlung Aktualisierung Folgeaktionen Verwendungs- der Qualitäts- Qualitätslage entscheids
Treffen des Ermittlung Aktualisierung Folgeaktionen Verwendungs- der Qualitäts- Qualitätslage entscheids
Treffen des
Ermittlung
Aktualisierung
Folgeaktionen
Verwendungs-
der Qualitäts-
Qualitätslage
entscheids
kennzahlen
Abb. 15: Prüflosabschluss

scheid möglich. Ist ein Material als dokumentationspflichtig gekennzeich- net, muss der Verwendungsentscheid kommentiert werden, falls die Prüfung abgebrochen wurde oder der Verwen- dungsentscheid von der Bewertung der Prüfergebnisse abweicht.

Bestandsbuchung Bei Materialien, die über ein Prüflos in den Qualitätsprüfbestand gebucht wurden, ist eine Buchung aus diesem Bestand nur über den Verwendungs- entscheid möglich (z. B. Buchung in den frei verwendbaren Bestand oder Rücklieferung an Lieferanten).

Qualitätskennzahl Wenn der Verwendungsentscheid getroffen wurde, ermittelt SAP ERP anhand eines in den Prüfeinstellungen des Materialstammsatzes vorgegebe- nen Verfahrens die Qualitätskennzahl für das Prüflos und aktualisiert die Lieferantenbeurteilung.

Qualitätslage Die Qualitätslage wird fortgeschrieben und je nach Lage werden auch die Prüf- stufen für die nächste Prüfung festgelegt.

Folgeaktionen Der Verwendungsentscheid kann eine Kette von automatischen Folgeaktionen auslösen, wie das Versenden einer Meldung an den Einkauf bei Rückwei-

sung des Prüfloses. Außerdem erfolgt im QM-Informationssystem die Aktuali- sierung der statistischen Daten zum Prüflos. SAP ERP protokolliert alle Benutzeraktionen mit Name, Datum und Uhrzeit und macht dadurch alle Handlungen eindeutig nachvollziehbar. Zudem können Sie bei chargengeführ- ten Materialien ein elektronisches Chargenprotokoll erstellen.

Berechtigung für den Verwendungsentscheid Der Verwendungsentscheid hat weit- reichende Folgen. Durch materialspe- zifische Berechtigungen und digitale Signaturen können Sie sicherstellen, dass nur berechtigte Benutzer Ver- wendungsentscheide treffen.

Quality Inspection Engine Anhand der Quality Inspection Engine haben Sie die Möglichkeit, Qualitäts- prüfungen in verschiedene SAP- Anwendungen der SAP Business Suite sowie in Anwendungen von Fremd- anbietern zu integrieren. Die Quality Inspection Engine ergänzt die umfas- sende Qualitätsmanagement-Software von SAP ERP und ist für den Einsatz in einer heterogenen Systemlandschaft gedacht. Sie ist serviceorientiert und unterstützt dadurch neue Prozesse, wie die Durchführung von Prüfungen bei Einsatz einer dezentralen Lagerverwal- tung mit SAP SCM.

Die Quality Inspection Engine wird in der Regel für die Ausführung von Prüfungen durch QM-fremde Anwendungen einge- setzt. So sind beispielsweise in der Anwendung SAP Extended Warehouse Management Qualitätsprüfungen mittels der Funktionen der Quality Inspection Engine möglich. Prüfdaten können dann an eine Anwendung weitergeleitet werden, die erweiterte Funktionen für Qualitätsprüfungen bein haltet, wie zum Beispiel SAP ERP, eine SAP-fremde QM-Anwendung oder ein auf einem internen oder auch externen System betriebenes Laborinformations- und Managementsystem.

Prüfergebnisse

Das Qualitätsmanagement mit SAP ERP kennt zwei Formen von Prüfergeb- nissen (siehe Abbildung 16):

Ergebnisse der geplanten Prüfung von Prüfmerkmalen (Merkmalsprüfergebnisse) bei der Prüfung festgestellte Fehler (Fehlerdaten)

In der Regel werden Merkmalsprüfer- gebnisse für jeden Vorgang erfasst. Dazu müssen Prüfvorgaben dem Prüf- los zugeordnet und die Stichproben- berechnung abgeschlossen sein. Zu einem Prüflos mit Plan können Sie sowohl Merkmalsprüfergebnisse als auch Fehlerdaten erfassen.

Bei einer Rückweisung von Merkmalen ist eine automatische Erstellung von Fehlerdatensätzen möglich. Zusätzlich können in einer Prüfung ohne Prüfvor- gaben ebenfalls Fehler erfasst werden.

Merkmalsergebnisse Die Erfassung und Bewertung von Merkmalsergebnissen richtet sich nach den Prüfvorgaben.

Merkmalstypen

Sie können Prüfergebnisse zu folgen- den Merkmalstypen erfassen:

qualitative Merkmale Nicht-numerische Merkmalswerte oder aus diesen Werten abgeleitete Variablen

quantitative Merkmale Messwerte oder aus diesen Werten abgeleitete Variablen

Erfassungsformen

Je nach Detailwunsch gibt es zu einem Merkmal folgende Erfassungsformen:

summarische Werte – zum Beispiel der Mittelwert und die Standardab- weichung mehrerer Messwerte oder eines einzelnen Messwerts

klassierte Werte – Anzahl der Ergeb- nisse innerhalb von Werteklassen

Einzelwerte – zum Beispiel mehrere Messwerte (zusätzlich zu den Einzel- werten können Sie auch die Serial- nummern der zu prüfenden Positionen vermerken).

Zusatzfunktionen Im Rahmen der Ergebniserfassung können Sie außerdem:

ungeplante Merkmale definieren

bedingte Merkmale bearbeiten. Hierbei handelt es sich um geplante Merkmale, die nur dann geprüft wer-

Erfassung von Prüfergebnissen

ungeplant Fehlerdaten Defect Data • Defect Type • Defect Location • Cause Aktivierung einer Qualitätsmeldung
ungeplant
Fehlerdaten
Defect Data
• Defect Type
• Defect Location
• Cause
Aktivierung einer
Qualitätsmeldung
Location • Cause Aktivierung einer Qualitätsmeldung geplant Merkmalsergebnisse Qualitatives Merkmal

geplant

• Cause Aktivierung einer Qualitätsmeldung geplant Merkmalsergebnisse Qualitatives Merkmal Quantitatives

Merkmalsergebnisse

Qualitatives Merkmal
Qualitatives
Merkmal
Quantitatives Merkmal
Quantitatives
Merkmal
einer Qualitätsmeldung geplant Merkmalsergebnisse Qualitatives Merkmal Quantitatives Merkmal Qualitätskontrolle

Qualitätskontrolle

Abb. 16: Formen von Prüfergebnissen

den müssen, wenn ein zugehöriges Leitmerkmal entweder angenommen oder rückgewiesen wurde. Prüfergebnisse zu Merkmalen erfas- sen, die sich im Prüfverzicht befinden Ergebnisse anhand von Formelmerk- malen berechnen. Bei Formelmerk- malen werden die Ergebnisse mittels der Ergebnisse anderer Merkmale berechnet.

Stichproben Wenn das Stichprobenverfahren unab- hängige Mehrfachstichproben vorsieht, können Sie zu jedem Prüfmerkmal Ergebnisse zu mehreren Stichproben erfassen. Die Anzahl der Stichproben kann dabei die im Stichprobenverfahren angegebene Anzahl überschreiten.

Bei einer Attributprüfung können Sie auch abhängige Doppel- und Mehrfach- stichproben planen. Liegt das Ergebnis der aktuellen Stichprobe zwischen der Annahme- und Rückweisezahl, wird der Stichprobenumfang entsprechend dem Stichprobenplan erhöht. Nachdem Sie die Ergebnisse zu dieser neuen Stich- probe erfasst haben, wird diese anhand der aktualisierten Bewertungsparame- ter erneut bewertet.

Bewertung Sie können Merkmalsprüfergebnisse verschiedener Prüfvorgänge rückmel- den. Während der Ergebniserfassung durchläuft ein Prüfmerkmal eine Reihe von Statusänderungen. Die Funktion zur Berechtigungsverwaltung steuert die Berechtigung hinsichtlich Ergebnis- erfassung, -bewertung und -abschluss.

Um speziellen Sicherheitsanforderun- gen nachzukommen (z. B. GMP – Good Manufacturing Practices), kann eine digitale Signatur erforderlich sein.

Zur Annahme oder Rückweisung eines oder mehrerer Prüfergebnisse stehen folgende Bewertungsmodi zur Verfügung:

manuelle Bewertung

Attributprüfung basierend auf der Anzahl fehlerhafter Einheiten oder der Fehleranzahl

Entscheid anhand der Ausprägungs- codes qualitativer Merkmale

Entscheid anhand des Toleranzbe- reichs qualitativer Merkmale

Variablenprüfung mit einseitig oder beidseitig begrenztem Toleranzbereich

Bewertung basierend auf den Ein- griffsgrenzen einer Qualitätsregelkarte

Merkmale mit unabhängigen Mehrfach- stichproben werden auf Stichprobene- bene bewertet, zum Beispiel nach den Prinzipien Worst Case, Last Case oder Best Case. Prüfpunkte können eben- falls bewertet werden.

Prüfpunkte Mithilfe von Prüfpunkten ist es möglich, ein Merkmal mehrfach zu prüfen. In SAP ERP können Sie mehrere Prüf- punkte festlegen, beispielsweise:

zeitabhängig (z. B. eine Prüfung jede Stunde)

mengenbezogen (z. B. eine Prüfung nach 100 produzierten Einheiten)

frei definiert (z. B. eine Prüfung pro Schicht)

Verteilungsfunktionen Im Anschluss an die Ergebniserfassung ermittelt die Software zu allen Prüf- merkmalen den Anteil fehlerhafter Ein- heiten und schätzt anhand dieser Infor- mationen den Anteil fehlerhafter Einheiten im Prüflos. Die gebräuchlichs- ten mathematischen Verteilungsmetho- den (Normal-, Binominal- und Poisson- Verteilung) werden dazu bereitgestellt.

Statistik Innerhalb der Ergebniserfassung sind folgende grafische Darstellungen integriert:

Ein Histogramm stellt die Häufigkeits- verteilung der Stichprobenergebnisse als Balkendiagramm dar. In dieser Grafik können Sie typische und ext- reme Werte einer Stichprobe erken- nen, ebenso wie die Lage, Streu- breite und Form der Verteilung.

Der Run-Chart zeigt den Verlauf der Messwerte eines Merkmals innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens in einem Liniendiagramm. Sie können darin die Streuung sowie systemati- sche Lageveränderungen erkennen und Trends aufzeigen.

Die Qualitätsregelkarte zeigt den zeit- lichen Verlauf von Merkmalswerten im Produktionsprozess zusammen mit Warn- und Eingriffsgrenzen.

Prozessoptimierte Ergebniserfassung Arbeitsvorräte Personalisierte Arbeitsvorräte unter-

stützen die flexible Selektion von Prüf- losen. Beispiele für entsprechende Arbeitsvorräte:

Ergebniserfassung zu Proben während Laborprüfungen

Ergebniserfassung zu Equipments oder technischen Plätzen während Kalibrierprüfungen

Tabellarische Ergebniserfassung Prüfergebnisse können wie folgt in tabellarischer Form erfasst werden:

Merkmalsbearbeitung zu mehreren Prüflosen Sie erfassen Ergebnisse zu Prüfmerk- malen, die in mehreren Prüflosen ent- halten sind. In der Erfassungstabelle werden die im Arbeitsvorrat ausge- wählten Prüflose in Spalten, die Merkmale in Zeilen angezeigt. Bearbeitung mehrerer Prüfpunkte eines Vorgangs Sie erfassen Ergebnisse für mehrere Prüfpunkte eines Vorgangs. In der Erfassungstabelle werden die Prüf- merkmale in Spalten, die zugehörigen Prüfpunkte in Zeilen angezeigt.

Bearbeitung von Stammprüfmerk­ malen zu allen Prüflosen Sie erfassen die Ergebnisse eines bestimmten Stammprüfmerkmals zu allen Prüflosen. In der Erfassungs- tabelle werden die Prüflose für das gewählte Stammprüfmerkmal in Zeilen angezeigt.

Ergebniskopie Die Funktion „Prüfergebnisse kopieren“

zeichnet sich durch folgende Punkte aus:

Sie übernimmt Prüfergebnisse aus einem Quellprüflos in ein Zielprüflos.

Sie ist äußerst flexibel und kann bedarfsgerecht angepasst werden.

Sie unterstützt verschiedene Geschäftsprozesse.

Sie wird den Anforderungen mehre- rer Branchen gerecht.

Diese Funktion dient zur Übernahme von Ergebnissen aus Vorgängerversionen entlang der Produktionskette (Eltern- Kind-Beziehungen) und zur Ausführung jeglicher Art von wiederkehrenden Prü- fungen, darunter:

regelmäßige Chargen­Nachtests Nicht alle Merkmale müssen erneut geprüft werden, jedoch sollten alle Werte der Anfangsprüfung in jedem Prüflos ersichtlich sein.

Kalibrierprüfungen Während der Prüfung von Equipments oder technischen Plätzen sollten einige Werte des .vorherigen Prüfloses als neuer Ausgangspunkt herangezogen werden

Stabilitätsstudien Einige Ergebnisse der Anfangsunter- suchung sollten bei der Durchführung planmäßiger Prüfungen immer verfüg- bar sein.

fertigungsbegleitende Prüfungen Ergebnisse früherer Prüfpunkte soll- ten ausgewählt und in den nächsten Prüfpunkt übernommen werden.

Die Funktion zur Übernahme von Prüfergebnissen bietet Ihnen bei der Umsetzung des Prüfprozesses wie folgt Unterstützung:

spart Zeit bei der Prüfabwicklung

ist für ein breites Spektrum an Prozessen anwendbar

erhöht die Transparenz und Genauigkeit der Prüfdaten

verhindert manuelle Fehler durch automatische Datenübernahme

stellt die Rückverfolgung über- nommener Daten sicher (Anwendungsprotokoll)

Eingabeverarbeitung Während der Ergebniserfassung kann mittels eines Business Add-ins eine Funktion zur Umrechnung von Werte- eingaben anhand eines vorgegebenen Verfahrens aktiviert werden.

Der Eingabewert kann unter anderem wie folgt bearbeitet werden:

Ausgabe eines durch Formelum- rechnung aus der Originaleingabe berechneten Werts

Ausgabe wie Eingabe

Ausgabe des signifikant gerundeten Werts statt Originaleingabe

Ausgabe der Nachweis- und Bestim- mungsgrenze statt Originaleingabe

Der ursprünglich eingegebene Wert (inklusive der eingegebenen Dezimal- stellen) wird zusätzlich gespeichert (Originalwert).

Vorgangsabschluss Sie können die Vorgänge in einem Prüf- los individuell oder gemäß den Anforde- rungen abschließen. Dadurch wird der exakte Prüfablauf zu einem Prüflos dokumentiert. Nach der Aktualisierung eines Vorgangs können Folgeaktionen in Abhängigkeit Ihrer Anwendungsein- stellungen automatisch ausgelöst wer- den. Sie können diese Funktion im Customizing aktivieren.

Vier-Augen-Prinzip Das Vier-Augen-Prinzip beruht auf dem Konzept, dass die Bearbeitung der Prüflose von mehr als einer Person vorgenommen werden soll bzw. muss.

So ist beispielsweise ein Mitarbeiter für die Eingabe der Ergebnisse zu den Merkmalen verantwortlich, während ein weiterer Mitarbeiter diese Merkmale validiert und abschließt. Die Ergebnisse müssen daher von mindestens zwei Personen geprüft werden. Das Vier- Augen-Prinzip kann das Fehler- oder Missbrauchsrisiko mindern und unter- stützt Sie bei der Einhaltung von Vorschriften.

Die Aktivierung dieser Funktion erfolgt über die Implementierung eines zuge- hörigen Business Add-ins, welches die folgenden Funktionen bereitstellt:

Eingabe und Analyse von Prüfmerk- malsergebnissen durch zwei ver- schiedene Benutzer Möglichkeit zum zwangsweisen Abschluss eines Merkmals

SAP bietet eine Beispielimplementie- rung dieser Funktion, so dass Sie sie wie im Lieferumfang enthalten umge- hend verwenden können. Wahlweise können Sie sie auch wunschgemäß anpassen.

Internetgestützte Qualitätsprüfung Das Internet bietet Ihnen mehrere Möglichkeiten zur Ergebniserfassung, so zum Beispiel für Abnahmeprüfun- gen. Sie ermöglichen Ihrem Lieferanten den Zugriff auf eine bestimmte Internet- bzw. Intranetseite, die spezielle Berech- tigungen erfordert. Der Lieferant erfasst die Prüfergebnisse direkt im Internet und sichert die Eingaben. Ihre SAP- ERP-Anwendung kann diese QM-Daten somit weiter verarbeiten.

Des Weiteren stellt SAP ein rollenbasier- tes Portal mit Arbeitsplätzen zur Verfü- gung, die speziell auf die Bedürfnisse des Qualitätsprüfers zugeschnitten sind (siehe Abbildung 17). Es unterstützt die wichtigsten Aufgaben eines Qualitäts- prüfers:

Ergebniserfassung

Fehlererfassung

Meldungserfassung und -abwicklung

Rückmeldung von Fertigungs- aufträgen mit Fehlererfassung

Qualitätsberichte

Personalisierte Arbeitsvorräte dienen als Auslöser für den effizienten Abschluss von Aufgaben. Die Rolle sieht einen schnellen Zugang zu allen relevanten Qualitätsdaten sowie eine vereinfachte Benutzungsoberfläche vor. Zudem ermöglicht sie unmittelbar nach Fest-

stellung von Problemen oder Ausnah- men das Auslösen von Benachrichti- gungen. Darüber hinaus unterstützt die Rolle den Qualitätsprüfer bei der Überwachung und Messung der wichtigsten Qualitätskennzahlen unter Zuhilfenahme grafischer Werkzeuge.

Anbindung von Messgeräten oder externen Systemen Das Qualitätsmanagement mit SAP ERP hält Schnittstellen bereit, durch die ex- terne Systeme innerhalb der Qualitäts- prüfung angebunden werden können.

Tastaturschnittstelle Tastaturschnittstellen konvertieren die Messwerte in Tastatureingaben. Prüf- mittel wie elektronische Messschieber, Barcode-Lesegeräte oder Laborwaagen können Sie über eine Tastaturweiche

oder Laborwaagen können Sie über eine Tastaturweiche Abb. 17: Beispiel des Portal­gestützten Arbeitsplatzes

Abb. 17: Beispiel des Portal­gestützten Arbeitsplatzes für Qualitätsprüfer

anschließen. Auf dem Markt sind verschiedene Schnittstellenboxen ver- fügbar, die sich in Anzahl und Art der anschließbaren Prüfmittel unterscheiden.

PC­Schnittstelle Über die Dateiübertragung können Sie Prüfergebnisse von einem Messgerät in die entsprechenden Ergebnisfelder in SAP ERP übertragen. Treiberprogramme ermöglichen Ihnen das Auslösen der Ergebnisübernahme sowohl durch ex- terne Systeme als auch aus der Ergeb- niserfassungsfunktion in SAP ERP. SAP stellt Beispiele für die Treiberpro- gramme zur Verfügung.

Inspection Data Interface Die Schnittstelle QM Inspection Data Interface (QM-IDI) gewährleistet den Datenaustausch mit externen Qualitäts- sytemen wie beispielsweise computer- gestützten Qualitätssicherungssyste- men (CAQ – Computer-aided Quality Assurance) und Laborinformations- und Managementsystemen (LIMS). Sie wird für die Prüfabwicklung in externen Sys- temen verwendet.

Bei der Prüfplanung entscheiden Sie, in welchem System ein Prüfvorgang abge- wickelt werden soll. Die Prüfvorgaben werden während der Prüfloserzeugung in SAP ERP an das externe System übertragen. Nach der Ergebniserfassung im externen System werden die Prüfer- gebnisse oder Verwendungsentscheide in SAP ERP rückgemeldet. Eine Zertifi- zierung des externen Systems für die Schnittstelle schützt Ihre IT-Investitionen.

Statistical Data Interface Die Schnittstelle QM Statistical Data Interface (QM-STI) verbindet die QM- Funktionen aus SAP ERP mit externen Auswertungssystemen. Dadurch kön- nen Sie Auswertungen vornehmen, die nicht von den Statistikfunktionen in SAP ERP für die Ergebniserfassung unter- stützt werden (Qualitätsregelkarten, Histogramme und Prozessfähigkeits- indizes). Anhand eines von SAP definier- ten Formats können erfasste Prüfer- gebnisse aus der QM-Funktion in SAP ERP an das externe Auswertungssys- tem übertragen werden.

QM-STI ermöglicht sowohl die manu- elle statistische Analyse von Prüfergeb- nissen aus SAP ERP als auch die Fest- legung eines automatischen Starts für vordefinierte statistische Analysen.

SAP Manufacturing Integration and Intelligence (SAP MII) Die Anwendung SAP Manufacturing Integration and Intelligence integriert Fertigungssysteme mit SAP ERP. Sie können damit direkt mit Web-basierter Benutzeroberfläche auf QM-Daten in SAP ERP zugreifen. Weitere Details dazu finden Sie im Abschnitt „SAP Manufacturing Integration and Intelli- gence für Qualitätsanalysen”.

Fehlerdaten Die Fehlererfassung liefert Informatio- nen zur Qualitätslenkung und Prozess- optimierung. Sie ermöglicht Pareto- Analysen der Fehlerarten und -ursachen gemäß deren Gewichtung oder Häufig- keit und liefert Erfahrungswerte für Risikokennzeichen in der FMEA.

Fehlerdaten werden mit Bezug zu einem Prüflos, Prüfvorgang oder Prüfmerkmal erfasst. Dafür sind keine Prüfvorgaben nötig. Liegt ein Prüfplan vor, können die Fehlerdatensätze einem im Plan enthal- tenen Prüfmerkmal zugeordnet werden. Das QM mit SAP ERP schlägt dann eine auf das Material, den Arbeitsplatz oder den Benutzer zugeschnittene Feh- lererfassung vor.

Qualitative Fehlerdaten können Sie mit- hilfe katalogisierter Terminologie (z. B. Fehlerart, Fehlerort oder Fehlerursache) und zusätzlichem Text beschreiben.

Ein Fehlerdatensatz kann in eine Quali- tätsmeldung umgewandelt werden. Somit steht Ihnen das komplette Funk- tionsspektrum des Meldungswesens zur Verfügung (z. B. die Anbindung an den Workflow).

Probenverwaltung

Um Proben verwalten zu können, muss im Qualitätsmanagement mit SAP ERP die Funktion Probenverwaltung aktiv sein.

Hierfür wird für jede physische Probe ein Probendatensatz angelegt. Dieser ent- hält folgende Informationen zur Probe:

Probennummer

Probenart, z. B. Probe aus dem Wareneingang, der Produktion oder zu einer Kundenreklamation

Probentyp, z. B. Entnahmeprobe, Mischprobe oder Rückstellprobe

Informationen zur Probenahme mit Daten zur Probenherkunft, z. B. Material, Charge, Materialbeleg und Auftrag

Detailangaben zur physischen Probe, z. B. Prüflos oder Aufbewahrung

Bearbeitungsstatus der physischen Probe

Wenn der Prüfplaner ein Probenahme-

verfahren festlegt und es dem Prüfplan, Arbeitsplan oder Planungsrezept zuord- net, werden zum Prüflos automatisch Probendatensätze angelegt. Im Probe- nahmeverfahren definieren Sie folgende Informationen:

Art und Anzahl der Proben

– Entnahmeproben (einstufige Probenahme)

– Entnahme- und Mischproben (zweistufige Probenahme)

– Rückstellproben (zur Aufbewahrung für spätere Prüfungen)

ob die Anwendung physische Proben auf Grundlage der Losgebindeeinheit und Losmenge berechnen soll

ob die Probenahme gesondert zu quittieren ist

Bearbeitung physischer Proben Abbildung 18 stellt die Planungs- und Bearbeitungsarten für physische Proben dar.

Probeziehanweisung Für eine geplante Probenahme kann man bei der Prüfloseröffnung eine Pro- beziehanweisung drucken. Die Anwei- sung enthält Informationen des Prüf- plans und des Probenahmeverfahrens hinsichtlich der Entnahme, Bearbeitung und Verteilung von Proben an Arbeits- plätzen oder in Laboren.

Probenahme Legt die Anwendung Probendatensätze zum Prüflos an, so ordnet sie eine ein- deutige Probenahmenummer zu. Anhand dieser Nummer können Sie feststellen, welche physischen Proben aus dem Prüflos entnommen und wie viele Misch- und Rückstellproben gebildet wurden. Sie können die Probenahme mit folgen- den Funktionen bearbeiten:

Quittierung der Probenahme und Freigabe der Proben Sie können bestimmen, ob eine Pro- benahme quittiert werden muss. Mit einer Quittierung werden alle zu die- ser Probenahme gehörenden Proben freigegeben. Dafür ist unter Umstän- den eine digitale Signatur erforder- lich, die gewährleistet, dass nur ent- sprechend berechtigte Personen eine Probenahme quittieren können. Etikettendruck Sie können den Etikettendruck für physische Proben auslösen, ein Bar- codedruck der Etiketten ist dabei möglich.

Prüfung von Proben Die physischen Proben erscheinen automatisch im Arbeitsvorrat für die Ergebniserfassung. Sofern es deren Status erlaubt, können Sie die Proben umgehend bearbeiten.

Bewertung Nachdem alle Prüfvorgänge durchge- führt und alle Prüfergebnisse erfasst wurden, müssen die physischen Pro- ben je nach Vorgang (Annahme oder Rückweisung) bewertet werden. Sind alle physischen Proben des Prüfloses bewertet, treffen Sie den Verwendungs- entscheid für das Prüflos.

Ungeplante Proben Mit dem Qualitätsmanagement in SAP ERP können auch ungeplante Proben verwaltet werden. Dazu können Sie folgende Aufgaben ausführen:

die physischen Proben manuell ohne Bezug zu einer existierenden Probenahme oder einem Prüflos erzeugen

Anlage Geplante physische Proben Ungeplante physische Proben Manuelle Prüflose
Anlage
Geplante physische Proben
Ungeplante physische Proben
Manuelle Prüflose

• Automatische ANlge von physischen Proben bei Loserzeugung

• Manuelle Anlage von physischen Proben

• Manuelle Probenahme mit Bezug zu einem bestehenden Prüflos

• Manuelle Anlage von Prüflosen zu bestehenden physischen Proben

Abb. 18: Planungs­ und Bearbeitungsarten für physische Proben

Vorteile:

• Integration in die Pro- zesse des Produkt- lebenszyklus und der Logistikkette

• Echtzeitdaten, die für Mitarbeiter nachvoll- ziehbar sind und recht- lichen Anforderungen entsprechen

eine existierende Probenahme durch die Erzeugung zusätzlicher physischer Proben erweitern

manuell eine neue Probenahme anle- gen, mit Bezug zu einem existierenden Prüflos, Produktionsauftrag, Prozess- auftrag oder zu einer Fertigungsversion

Um Prüfergebnisse für ungeplante phy- sischen Proben erfassen zu können, müssen Sie manuell Prüflose anlegen. Mit dieser Funktion können Sie fol- gende Aufgaben ausführen:

die Stabilität von Rückstellproben untersuchen

Proben von Mitbewerbern prüfen

Proben aus einer Kundenreklamation prüfen

QUALITÄTSzEUGNISSE

VERLÄSSLICHKEIT SCHWARZ AUF WEISS – AUF PAPIER ODER DIREKT IM INTERNET

Zeugnisabwicklung im Vertrieb

Ihr Unternehmen stellt hochwertige Produkte her. Als Qualitätsmanager liegt es an Ihnen, Ihren Kunden die Qualität Ihrer Waren zu bescheinigen. Das Qualitätszeugnis erfüllt dabei all Ihre Anforderungen – ob Analysezerti- fikate in der Chemie- oder Pharma- industrie, Konformitätszertifikate, Prüf- zeugnisse, Werksprüfzeugnisse oder Prüfzeugnisse für Materialprüflabore in der Stahlindustrie.

Zusätzlich zur herkömmlichen Ausgabe- form für Zeugnisse (Drucker oder Fax) können Sie Ihren Kunden Zeugnisse im Internet zugänglich machen oder Ihnen die Zeugnisdaten zur Weiterbearbeitung elektronisch übertragen.

Flexible Zeugnisplanung In der Zeugnisplanung legen Sie das Layout und den Inhalt eines Zeugnisses fest. Das Formular bestimmt dabei das Layout des Dokuments, d. h. Aussehen und Logo. Den Inhalt können Sie in der Zeugnisvorlage definieren. Durch das

flexible Zusammenspiel von Zeugnis- vorlage und Formular gelingt es Ihnen bereits mit wenigen Formularen, den vielfachen Anforderungen gerecht zu werden.

In der Zeugnisvorlage legen Sie für jedes Merkmal die Datenherkunft fest. Sie können im Zeugnis zu jedem Merk- mal Texte (z. B. Prüfmethoden) und Werte (Vorgabewerte und Prüfergeb- nisse) hinzufügen.

SAP ERP wählt die Daten aus Prüflosen, Chargenspezifikationen oder Merk- malsstammsätzen aus. Merkmalstexte können auch direkt aus der Zeugnis- vorlage entnommen werden. Für die Datenaufbereitung werden nur Prüflose berücksichtigt, die bestimmte, in der Zeugnisvorlage festgelegte Selektions- kriterien erfüllen.

Dies ermöglicht die Auswahl von Prüf- losen, die beispielsweise eine vordefi- nierte Qualitätskennzahl erreicht haben. Liegen zu einem Merkmal aufgrund eines Prüfverzichts keine Prüfergeb-

nisse vor, sucht SAP ERP mittels vor- gegebener Strategien nach anderen Datenquellen. Sie können die in SAP ERP enthaltenen Datenbeschaffungs- funktionen und Ersatzstrategien durch die Programmierung von Funktionsbau- steinen erweitern.

Anhand des Formularstammsatzes können Sie Zeugnisse firmenspezifisch und dem Verwendungszweck entspre- chend gestalten. Vereinfacht wird die- ser Prozess durch Beispiele, die von SAP ERP auf Basis von SAPscript- Formularen und Adobe-Formularen (PDF-basiertes Druckformular) bereit- gestellt werden.

Neben dem Druck von Merkmalen, die direkt mit dem Produkt verknüpft sind, für das das Zeugnis ausgestellt werden soll, können Sie auch definieren, welche Merkmalsdaten (aus Rohstoffen und Halbfabrikaten im Endprodukt) auf dem Zeugnis erscheinen sollen (siehe Abbildung 19).

Produkt:

RAW01

Charge:

R1-1

Ch:

R10

Ch:

R11

Produkt:

RAW02

Charge:

R2-2

Ch:

R10

Ch:

R11

Produkt:

SEMI01

S1-1

Produkt:

SEMI02

R2-1

Ch:

S20

Charge: S1-1 Produkt: SEMI02 R2-1 Ch: S20 Produkt: SEMI3-1 Charge: S3-1 Ch: S31

Produkt:

SEMI3-1

Charge:

S3-1

Ch:

S31

Ch:

S32

 
   
 

Charge:    

Charge:
Charge:
Produkt: RAW03 Produkt: FIN01 Charge: R3-1 Charge: F1-1 Ch: R30 Ch: F10 Ch: R11 Produkt:
Produkt:
RAW03
Produkt:
FIN01
Charge:
R3-1
Charge:
F1-1
Ch:
R30
Ch:
F10
Ch:
R11
Produkt:
SEMI04
Produkt: R10
Charge:
S4-1
Charge:
S20
Ch:
S41
Ch:
S41
Ch:
S42
Ch:
F10

Abb. 19: Beispiel eines Qualitätszeugnisses für ein Endprodukt mit Merkmalswerten aus verwendeten Rohstoffen und Halbfabrikaten

Hierbei können Sie sich auf Prüfungen oder Chargenklassifizierungen beziehen. SAP ERP wählt für die Datenaufberei- tung Chargen aus, die über Produk- tionsaufträge, Prozessaufträge oder Produktversionen miteinander verbun- den sind. Die Merkmalswerte für die Materialien der Produktionskette können auch aus anderen Werken stammen.

Abgesehen von den in der Zeugnisvor- lage definierten Merkmalsdaten kann das Zeugnis auch alle anderen Informa- tionen beinhalten, die zum Zeitpunkt der Zeugniserstellung verfügbar sind. Hierzu gehören beispielsweise Daten aus dem Kundenauftrag.

Zeugniserstellung – je nach Wunsch

Beim Versand werden Zeugnisse gemeinsam mit Lieferscheinen automa- tisch zu den einzelnen Lieferpositionen ausgestellt. Diese Zeugnisse werden dann den Warenlieferungen beigelegt. Sofern die erforderlichen Daten verfüg- bar sind, können Sie während der Ver- sandabwicklung jederzeit Zeugnisse erstellen, beispielsweise beim Abschluss der Kommissionierung oder beim Waren- ausgang. Wenn Sie Ihren Kunden

Zeugnisse bereits vor der Warenliefe- rung zukommen lassen möchten, so können Sie sie über das Internet zum Abruf bereitstellen oder elektronisch versenden.

Mithilfe der flexiblen Konditionstechnik findet SAP ERP die richtigen Zeugnis- vorlagen, Empfänger und Versandbe- dingungen. Das System sucht unter anderem anhand des Auftraggebers, des Warenempfängers, der Lieferart oder Versandstelle nach der Adresse des Zeugnisempfängers und entschei- det dann, ob das Zeugnis in gedruckter Form, als Fax oder elektronisch zuge- stellt werden soll. Daraufhin sucht es eine passende Vorlage zu Warengruppe, Material, Kunde oder zu einer Kombina- tion daraus. Alle hierfür benötigten Informationen sind in den Daten zur Lieferung enthalten.

Abschließend ermittelt SAP ERP die laut Zeugnisvorlage benötigten Zeug- nisinhalte, wie zum Beispiel Merkmals- werte in kommissionierten Chargen. Die Informationen werden gemäß des festgelegten Formulars angeordnet, das daraus entstandene Zeugnis wird dann an das Ausgabemedium und falls erforderlich an ein optisches Archiv übermittelt.

und falls erforderlich an ein optisches Archiv übermittelt. Sie können Zeugnisse zu Lieferungen, Prüflosen oder

Sie können Zeugnisse zu Lieferungen, Prüflosen oder Chargen auch manuell abrufen und dabei deren Ausgabe steu- ern. Die Druckvorschau ermöglicht die Überprüfung des Zeugnisinhalts vor der endgültigen Ausstellung. Zusätzlich wird der Bearbeitungsstatus einer Lie- ferposition regelmäßig gepflegt, so dass Sie jederzeit erkennen, ob ein Zeugnis ordnungsgemäß erstellt wurde.

Vorteile:

• Einfache Erstellung von Zeugnissen

• Automatische Warnung, wenn im Wareneingang ein Zeugnis fehlt

• Weniger Fehler durch den elektronischen Datentransfer im Wareneingang

• Zeit- und Kostener- sparnis durch indivi- duell angepasste und vollautomatische Zeugniserstellung für Lieferungen

• Systemunabhängiger Zugriff auf Zeugnisse über Inter- oder Intranet

• Mehrere Ausgabefor- mate: XML, PDF, Fax oder Druck

• Elektronischer Transfer von Qualitätsdaten an Ihre Geschäftspartner

Transfer von Qualitätsdaten an Ihre Geschäftspartner Abb. 20: Qualitätszeugnis Zeugnisabwicklung im Wareneingang

Abb. 20: Qualitätszeugnis

Zeugnisabwicklung im Wareneingang

In Ihrer Funktion als Qualitätsmanager sind Sie im Beschaffungsprozess für die Überwachung der Zeugniseingänge zuständig. Wenn Sie ein Material als zeugnispflichtig gekennzeichnet haben, müssen Sie bestätigen, dass ein Quali- tätszeugnis für Bestellungen oder Wareneingänge eingegangen ist.

Generell erfolgt dies beim Warenein- gang, Sie können jedoch mit der Ein- gangsbestätigung für ein Zeugnis warten,

bis der Verwendungsentscheid für ein Wareneingangsprüflos getroffen wurde. Fehlt das Zeugnis, kann SAP ERP den Bestand in den gesperrten Bestand buchen.

SAP ArchiveLink dient zur Aufbewah- rung eingegangener Zeugnisse. Außer- dem besteht die Möglichkeit, Erinne- rungen bezüglich fehlender Zeugnisse zu versenden und die Erinnerungsstatus zu überwachen. Die Bearbeitung der Zeugniseingänge kann überdies auch vor dem eigentlichen Wareneingang erfolgen, vor allem wenn Zeugnisse auf

elektronischem Wege versandt werden. Bei Eingang eines elektronischen Zeug- nisses mit Bezug zu einer Lieferung können Sie für die weitere Abwicklung einfach die Qualitätsdaten aus dem Zeugnis übernehmen.

Collaborative Business:

Zeugnisdaten für das gesamte Unternehmen

Über das Internet können Sie Ihren Mitarbeitern und Geschäftspartnern Zeugnisse zur Verfügung stellen.

Zusätzlich können Sie Zeugnisse wie beispielsweise in Abbildung 20 über den elektronischen Datenaustausch (EDI – Electronic Data Interchange) versenden.

Zeugnisabruf im Internet Als Lieferant können Sie Ihren Kunden über das Internet den Zugriff auf SAP ERP und dadurch den Zeugnisabruf zu ihren Wareneinkäufen gestatten. Je nach Bedarf können Kunden Zeugnisse abrufen, die entweder zum Abrufszeit- punkt aktuell erstellt werden oder

Lieferant SAP® ERP Zeugnis­ erstellung IDOC* Bezugsdaten Qualitätsdaten Zeugnis (PDF) EDI** XML Anderes Kunde

SAP® ERP

SAP® ERP Zeugnis­ erstellung

Zeugnis­

erstellung

Lieferant SAP® ERP Zeugnis­ erstellung IDOC* Bezugsdaten Qualitätsdaten Zeugnis (PDF) EDI** XML

IDOC*

Bezugsdaten

Qualitätsdaten

Zeugnis (PDF)

EDI** XML Anderes
EDI**
XML
Anderes
Kunde IDOC Bezugsdaten Bezugsdaten Qualitätsdaten Zeugnissatz Zeugnis (PDF) Zeugnis (PDF) Optisches Archiv
Kunde
IDOC
Bezugsdaten
Bezugsdaten
Qualitätsdaten
Zeugnissatz
Zeugnis (PDF)
Zeugnis (PDF)
Optisches Archiv

Abb. 21: Qualitätsdatenaustausch

bereits zur Lieferposition erstellt und über SAP ArchiveLink abgelegt wurden.

Qualitätsdatenaustausch Wenn Sie möchten, dass ein Empfänger die in einem Zeugnis enthaltenen Quali- tätsdaten weiter nutzen kann, senden Sie das Zeugnis in elektronischer Form (über EDI) an das Zielsystem.

Wenn sich das Qualitätszeugnis auf eine Lieferung an einen Kunden bezieht, können die auf dem Zeugnis abgedruckten Prüfergebnisse in ein Wareneingangsprüflos (siehe Abb. 21) oder manuell in ein beliebiges anderes Prüflos übernommen werden, zum Beispiel in ein Abnahmeprüflos.

Zeugnisdaten können mit Blick auf die weitere Abwicklung auch ohne Ver- knüpfung mit einer bestimmten Liefe- rung an ein Empfängersystem übertra- gen werden. In diesen Fällen beziehen sich die Zeugnisdaten auf das Prüflos oder die Charge. Selbst Geschäftspart- ner, die keine SAP-Software verwenden, können die von Ihnen übertragenen Daten empfangen.

EffIzIENTES PRobLEMMANAGEMENT

Bessere Qualität durch gezielte Problembeseitigung

Die Optimierung von Geschäftsprozes- sen in Ihrem Unternehmen setzt eine schnelle und effiziente Reaktion auf Anfragen und Probleme voraus. Als Meldungsbearbeiter koordinieren Sie die Abwicklung eingehender Anfragen oder Problemmeldungen und schlagen geeignete Maßnahmen vor. Damit stel- len Sie sicher, dass alle Probleme rich- tig zugeordnet und gelöst werden. Sie sind an der Analyse, Ursachenermittlung und Problembehebung beteiligt und zugleich verantwortlich für die Über- prüfung der eingeleiteten Maßnahmen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit.

Meldungen in der SAP-Umgebung Das integrierte Meldungswesen unter- stützt Sie bei der Erfassung und Abwick- lung unterschiedlicher Sachverhalte und Probleme. Ein besonderer Vorzug

des Qualitätsmanagements mit SAP ERP besteht darin, dass Sie mit der Qualitätsmeldung Qualitätsprobleme erfassen, Fehler und Ursachen doku- mentieren und Korrekturmaßnahmen zur Qualitätsverbesserung einleiten können.

Neben der Qualitätsmeldung stehen Ihnen folgende Meldungen zur Verfügung:

allgemeine Meldung für generelle Anfragen oder Sachverhalte (ohne Geschäftszuordnung)

Instandhaltungsmeldung zur Erfassung und Abwicklung von Störmeldungen zu technischen Objekten

Servicemeldung zur Abwicklung von Serviceaufgaben

Feedbackmeldung für Anfragen oder Probleme hinsichtlich SAP ERP

Claim zur Dokumentation der Abwei- chungen von einem Projektplan (z. B. Termin- oder Kostenabweichung)

Qualitätsmeldungen im Einsatz

Meldungen sind ein leistungsfähiges Werkzeug zur Abwicklung von Aus- nahmesituationen. Anhand von Quali- tätsmeldungen können Sie wie in Abbildung 22 veranschaulicht sowohl einfache Probleme als auch Probleme bezüglich komplexer Prozesse der logistischen Lieferkette (z. B. Reklama- tionsabwicklung zu Lieferungen oder Retourenabwicklung) bearbeiten.

Meldungsarten Die in Qualitätsmeldungen festgehalte- nen Sachverhalte beziehen sich in der Regel auf Ausnahmesituationen in all- täglichen Geschäftsprozessen. Wenn Sie eine Meldung erstellen, definieren Sie über die Meldungsart den Sach- verhalt nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten. Die Meldungsart bestimmt den weiteren Ablauf.

Meldungsbearbeitung

Fehler/ Maßnahmen/ Ereignis Analyse Kostenerfassung Lösung Zuordnung Aktivitäten Auswertungen Internet/
Fehler/
Maßnahmen/
Ereignis
Analyse
Kostenerfassung
Lösung
Zuordnung
Aktivitäten
Auswertungen
Internet/
Lösungs­
Intranet
datenbank
Workflow
Status­
Aktivitätenleiste
verwaltung

Abb. 22: Meldungswesen zur kontinuierlichen Prozessverbesserung

Kunden Unternehmen Lieferanten Kunden- Mängelrüge reklamation an einen Lieferanten Interne Probleme
Kunden
Unternehmen
Lieferanten
Kunden-
Mängelrüge
reklamation
an einen
Lieferanten
Interne Probleme

Abb. 23: Qualitätsmeldungsarten

SAP ERP beinhaltet die folgenden Qualitätsmeldungsarten (siehe Abbildung 23):

Kundenreklamation

Mängelrüge an Lieferant

interne Problemmeldung

Mit einer allgemeinen Meldung erfasst man Anfragen oder Probleme, die betriebswirtschaftlich zunächst nicht genau zugeordnet werden können. Als zuständiger Meldungsbearbeiter ordnen Sie einer allgemeinen Meldung je nach Sachverhalt nachträglich eine geeignete Meldungsart zu. Die weitere Abwick- lung hängt von der Meldungsart ab.

Qualitätsmeldungen können manuell oder automatisch erfasst werden:

Bei der manuellen Erfassung legen Sie eine Meldung über das Internet, Intranet oder direkt in SAP ERP an.

Bei der Fehlererfassung im Rahmen einer Prüfabwicklung kann eine Quali- tätsmeldung automatisch erzeugt werden.

Meldungsabwicklung

Wenn Sie allgemeine Meldungen manu- ell erfassen oder bearbeiten, stehen Ihnen dafür eine einfache und eine

erweiterte Bearbeitungssicht zur Aus- wahl. Die einfache Sicht ist in erster Linie für Mitarbeiter gedacht, die nicht den vollen Funktionsumfang des Mel- dungswesens benötigen. Sie ist insbe- sondere für die schnelle Problemerfas- sung geeignet. Die erweiterte Sicht hält dagegen alle Meldungsfunktionen bereit und ist vor allem dann von Vor- teil, wenn die Zuständigkeit des Mitar- beiters über die Meldungserstellung hinausgeht.

Wenn Sie für die Meldungserstellung zuständig sind, beginnen Sie zunächst mit der Beschreibung des Sachverhalts in Textform. Nennen Sie daraufhin wenn möglich ein Bezugsobjekt (z. B. Kundenauftrag oder Lieferung) und tei- len Sie dem Problem eine entspre- chende Priorität zu. Das QM mit SAP ERP übernimmt die verknüpften Infor- mationen in die Meldung.

Fällt die Erfassung der Meldung in Ihren Aufgabenbereich, so erkennen Sie umgehend, ob beispielsweise bereits Meldungen zum gleichen Material oder Kunden vorliegen. Sie können umgehend zu einer dieser Meldungen wechseln und Informationen darüber abrufen, wie das Problem gelöst wurde.

Als zuständiger Meldungsbearbeiter werden Sie über Arbeitsvorräte oder Workflow über die Meldungen informiert. Sie können dann Maßnahmen einleiten und Kosten erfassen. Als weiterer Schritt kann eine Fehleranalyse der ein- zelnen Probleme durchgeführt werden. Sie legen die erforderlichen Korrektur- maßnahmen fest und weisen diese den entsprechenden Mitarbeitern zu.

Der Abschluss der Problemmeldung erfolgt, sobald alle Maßnahmen erfolg- reich abgeschlossen und die damit ver- bundenen Kosten berechnet sind. Die ausgeführten Schritte spiegeln den Status der einzelnen Maßnahmen und der gesamten Qualitätsmeldung wider. Die wesentlichen Bearbeitungsschritte einer Meldung können Sie auch dem Action-Log entnehmen.

Qualitätsmeldungen

Sie können die Struktur und Information einer Qualitätsmeldung an Ihre Anfor- derungen anpassen. Zusätzlich zu den von SAP bereitgestellten Meldungsarten können Sie eigene Meldungs arten defi- nieren. Zu jeder Meldungsart können

Sie folgende Konfigurationen vornehmen:

eine einfache oder erweiterte Bear- beitungssicht wählen

Bildschirmbereiche und deren Inhalte festlegen

Meldungsdaten durch Registerkarten strukturieren

eigene Funktionen in einer Aktivitäten- leiste ergänzen

Arbeitspapiere für den Druck konfigurieren

die digitale Signatur für bestimmte Geschäftsvorgänge auf Kopf- oder Aufgabenebene aktivieren

Elemente der Qualitätsmeldung

Abbildung 24 veranschaulicht das Datenlayout einer Qualitätsmeldung.

Meldungskopf Der Kopfdatensatz enthält eine Beschreibung des Sachverhalts und ordnet je nach Meldungsart betroffene Objekte zu (z. B. Bestellung, Material, Lieferant und Prüflos oder Kundenauf- trag, Material und Kunde). Im Meldungs- kopf werden auch Priorität und Bearbei- tungsstatus dokumentiert. Andere mit der Meldung verknüpfte Objekte, wie beispielsweise Dokumente oder QM- Aufträge zur Kostenerfassung, sind ebenfalls im Meldungskopf abrufbar.

Partner Die an der Meldungserstellung oder -abwicklung beteiligten Partner (z. B. Lieferanten oder Kunden) sind in der Meldung aufgelistet. Auch die im eige- nen Unternehmen involvierten Abteilun- gen und Personen können als Partner eingebunden werden.

Meldungsposition Einzelne aufgetretene Probleme oder Fehler werden als Meldungspositionen dokumentiert. Sie beinhalten Informa- tionen bezüglich der Fehleranalyse, wie beispielsweise Fehlerart und Fehlerort. Einer Meldungsposition können mehrere Ursachen zugeordnet werden. Zur Beschreibung von Fehlerart, -ort und -ursache können Sie auf benutzerdefi- nierte Kataloge zurückgreifen.

Maßnahmen und Aktionen Die Maßnahmen und Aktionen zur Feh- lerkorrektur sind der Meldungsposition untergeordnet. Sie können dem Mel-

Quality Notification

Quality Notification Partner Defect Item Activities Activities Tasks Causes Tasks
Quality Notification Partner Defect Item Activities Activities Tasks Causes Tasks
Partner Defect Item Activities Activities Tasks Causes
Partner
Defect Item
Activities
Activities
Tasks
Causes

Tasks

Abb. 24: Struktur einer Qualitätsmeldung

dungskopf zugeordnet werden, so dass bereits vor der Analyse mit der Prob- lembehebung begonnen werden kann.

Optimierte Benutzerführung

SAP ERP verfügt über mehrere nützli- che Funktionen, die den Einsatz von Qualitätsmeldungen optimieren. Einige Werkzeuge rationalisieren zudem auch die Meldungsabwicklung.

Aktivitätenleiste Mithilfe der Aktivitätenleiste können Sie den Funktionsumfang der Meldung individuell und flexibel erweitern, die Bedienung vereinfachen und die Prob- lemabwicklung prozessbezogen steu- ern. Die Aktivitätenleiste umfasst die für die Meldungsabwicklung typischen Maßnahmen und Aktionen, welche als Aktivitäten bezeichnet und einfach per Mausklick ausgeführt werden. Folgende Aktivitäten stehen zur Verfügung:

Reklamationsschreiben oder 8D-Reports bei Mängelrügen an Lieferanten erstellen

Abweicherlaubnis hinsichtlich der Spezifikationen beantragen

neue Qualitätsmeldung aus einer bestehenden Meldung erstellen

Bescheide als E-Mail, Fax oder Druckansicht versenden (z. B. Ein- gangsbestätigung, Zwischenbescheid oder Endbescheid)

Lösungsdatenbank aufrufen

Telefonanrufe zur Meldung dokumentieren

Die Bearbeitungsstatus von Aktionen und Folgeaktionen sind farblich gekenn- zeichnet, um den Folgeprozess zu ver- einfachen. Sie erkennen dadurch auf einen Blick, welche Aktivitäten bereits durchgeführt wurden und welche noch ausstehen.

Lösungsdatenbank Reklamationen müssen schnell und effizient bearbeitet werden. Die integ- rierte Lösungsdatenbank ermöglicht eine rasche Lösungssuche bei der Abwicklung von Meldungen. Sie rufen dafür über die Aktivitätenleiste die Lösungsdatenbank auf und initiieren anhand der eingegebenen Problembe- schreibung eine Freitextsuche in der Datenbank. So stellen Sie schnell fest, ob in der Vergangenheit bereits ähnli- che Probleme aufgetreten sind und wel- che Maßnahmen zur Lösung eingeleitet wurden.

Flexible Arbeitsvorräte

Für die Bearbeitung von Qualitätsmel- dungen, Fehlerpositionen, Maßnahmen und Aktionen stehen Ihnen Arbeits- vorräte zur Verfügung. Speziell bei Meldungen oder Maßnahmen können Sie folgende Objekte auswählen und bearbeiten:

Objekte, die von Ihnen angelegt wurden

Objekte, die von Ihnen zuletzt bearbeitet wurden

Objekte, für deren Bearbeitung Sie zuständig sind oder die in Ihren Verantwortungsbereich fallen

Objekte, für deren Bearbeitung Sie im Rahmen einer bestimmten Partnerrolle zuständig sind

Workflow Über SAP Business Workflow werden alle an der Meldungsabwicklung Betei- ligten über ihre Aufgaben informiert. Workitems werden abhängig vom Sta- tus der Meldungen oder Maßnahmen in den Eingang des Business Workplace der dafür zuständigen Personen gestellt.

Die notwendigen Bearbeitungsfunktio- nen können direkt aus einem Workitem aufgerufen werden. Wenn der zustän- dige Bearbeiter die Aufgabe nicht ter- mingerecht erledigen kann, leitet der Workflow den Vorgang an eine Abtei- lung oder an Mitarbeiter weiter, die für dringende, noch ausstehende Maßnah- men zuständig sind. Dies wird auch als Eskalation bezeichnet.

Reaktionsschema Mit einem Reaktionsschema legen Sie je nach Priorität der Meldung eine Folge von Standardmaßnahmen fest, die dann auf Wunsch in der Meldung

vorgeschlagen werden und innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums erledigt werden müssen.

Belegfluss Sie können alle mit der Meldung ver- knüpften Belege als Liste oder Grafik anzeigen.

Digitale Signatur Indem Sie die digitale Signatur für Mel- dungen aktivieren, können Sie während der Bearbeitung einer Meldung für bestimmte Prozess-Schritte eine digi- tale Signatur anfordern, beispielsweise für eine Statusvergabe wie „freigege- ben“. Die Aktivierung kann für jeden Geschäftsvorgang oder jede Meldungs- art auf Kopf- oder Aufgabenebene vor- genommen werden. Die Anwendung von Signaturstrategien ist ebenfalls möglich.

Analyse der Positionen und Fehler

Qualitätsmeldungen sind für die Analyse von Fehlern ausgelegt. Jedem gemel- deten Fehler entspricht eine Meldungs- position (Fehlerdatensatz). In diesem Datensatz können Sie Fehlerart und Fehlerort beschreiben und Probleme mit firmeneigenen Codes dokumentie- ren. Diese Codes lassen sich später auswerten. Pro Meldungsposition stehen zusätzliche Eingabefelder zur Verfügung, unter anderem für fehler- hafte Mengen und für eine quantitative Fehlerbewertung.

Die Klassifizierungsfunktion dient zur Klassifizierung von Fehlern, Definition zusätzlicher Fehlermerkmale, Spezifi- zierung von Wertebereichen für diese Merkmale und Erfassung von Merk- malswerten. Darüber hinaus können

Sie die Fehleranalyse durch die Doku- mentation der Fehlerursachen und die Definition von Korrekturmaßnahmen erweitern.

Maßnahmen Eine Maßnahme ist ein Bearbeitungs- schritt, der im Rahmen der Meldungs- abwicklung durchgeführt wird. Über eine eigens festgelegte Statusabfolge können Sie den Bearbeitungsstatus der Maßnahme verfolgen. Zu jeder Maß- nahme können Sie die Erledigungsfrist und die zuständige Person bestimmen. SAP ERP verwaltet den Status jeder Maßnahme und erlaubt den Abschluss einer Qualitätsmeldung erst, wenn alle Maßnahmen erledigt wurden. Bei der Struktur der Qualitätsmeldung wird zwi- schen Sofortmaßnahmen und Korrek- turmaßnahmen unterschieden.

Sofortmaßnahme Ziel einer Sofortmaßnahme ist es, auf das Problem, das die Qualitätsmeldung

ausgelöst hat, unverzüglich zu reagie- ren und weiteren Schaden zu vermei- den. Derartige Maßnahmen sind dem Qualitätsmeldungskopf zugeordnet und können ohne Angabe eines Fehlers oder einer Fehlerursache umgesetzt werden. Beispiele für Sofortmaßnah- men sind:

Sperrung des Lagerbestands

Auslösung einer zusätzlichen Prüfung

Versand eines Bestätigungs- schreibens

Korrekturmaßnahme Ziel einer Korrekturmaßnahme ist es, sowohl den Fehler als auch dessen Ursache zu beseitigen und ein erneutes Auftreten zu verhindern. Korrekturmaß- nahmen werden einer einzigen Mel- dungsposition (Fehler) zugeordnet.

Beispiele für Korrekturmaßnahmen sind:

Änderung einer Arbeitsanweisung

Durchführung von Schulungen

Änderung eines Arbeitsplans

Folgeaktionen Sie können Maßnahmen mit automati- schen Folgeaktionen verknüpfen. So lösen Sie beispielsweise Prüfungen aus, sperren Lieferbeziehungen oder legen Bestellungen für Rücklieferungen an.

Aktionen Um die Ausführung einer Aktion zu dokumentieren, können Sie entspre- chende Aktionen festlegen.

Unterstützende Funktionen

Zur Unterstützung der Qualitätsmel- dungen sind zusätzliche Funktionen verfügbar. Sie können Geschäftspart- nern im Internet eine Meldungserfas- sung anbieten. Mit SAP ArchiveLink ist außerdem die Ablage von Qualitäts- meldungen möglich.

Kommunikation Meldungen im Internet und Intranet Durch die Internetanbindung der Quali- tätsmeldungen verringern Sie die für die Erfassung einer Reklamation benö- tigten Mittel und den Zeitaufwand und verbessern dadurch die Meldungsab- wicklung. Ein Kunde meldet das auf- getretene Problem über das Internet. Daraufhin startet das QM mit SAP ERP mithilfe des Workflows die internen Vor- gänge. Der Kunde kann dann jederzeit den Bearbeitungsstatus der Meldung im Internet abfragen.

Die Internet-Serviceanfrage ist hinsicht- lich Meldungen für allgemeine Anfragen oder für Probleme im Arbeitsumfeld eines Mitarbeiters das Medium zur schnellen Lösungsfindung und zur Durchführung der folgenden Aktionen:

Erfassung unterschiedlicher Sachverhalte

Lösungssuche anhand der integrier- ten Lösungsdatenbank

Auslösung mehrerer interner Servicevorgänge

Weiterleitung der Meldung an die für die Bearbeitung zuständige Person mittels SAP Business Workflow

Fax­ und E­Mail­Versand Bei der Bearbeitung einer Meldung können Sie Informationen per Fax oder E-Mail an interne oder externe Adressen versenden.

Ablage und Dokumentation Arbeitspapiere Obwohl SAP ERP die papierlose Abwicklung von Qualitätsmeldungen unterstützt, ist es manchmal äußerst

nützlich, Arbeitspapiere zu drucken und die Informationen als Fax weiterzugeben oder in einer Akte abzulegen. Das QM mit SAP ERP stellt die folgenden Arbeitspapiere bereit:

Meldungsüberblick

Meldungspositionen

Reklamationsbericht

Eingangsbestätigung

Zwischenbescheid

Abschlussbericht

8D-Report

Falls erforderlich können Sie auch eigene Arbeitspapiere anlegen und diese mithilfe der SAPscript-Textverar- beitung oder Adobe PDF gestalten. Die Beispiele in SAP ERP können dabei als Vorlage für eigene Entwürfe herange- zogen werden.

Zuordnung von Dokumenten Die Dokumentenverwaltung ermöglicht die Zuordnung von Dokumenten, wie beispielsweise CAD-Zeichnungen oder Word- und HTML-Dokumenten, zu einer Meldung. Diese Dokumente stehen Ihnen dann während der Meldungsab- wicklung zur Verfügung.

Ablage mit SAP ArchiveLink Der in der Qualitätsmeldung zugängli- che SAP ArchiveLink dient zur Archivie- rung und Verwaltung gedruckter oder elektronisch übertragener Dokumente. Ausgehende Dokumente, die entweder gedruckt oder per Fax übertragen wur- den, werden in einem optischen Archiv abgelegt. Eingehende Dokumente kön- nen mit SAP ArchiveLink erfasst und einer neuen oder bestehenden Quali- tätsmeldung zugeordnet werden. Soll die Bearbeitung möglichst unverzüglich beginnen, kann bereits bei der Erfassung eines eingehenden Dokuments ein Workflow ausgelöst werden, der die Maßnahmen mithilfe des Business Workplace an den Partner weiterleitet, der für die Bearbeitung von Workitems zuständig ist.

NAchhALTIGE PLANUNG dER QUALITÄTSLENkUNG, AUSwERTUNGEN UNd dIREkTE EINGRIffSMöGLIchkEITEN

Qualitätslenkung bedeutet strategische Planung, kontinuierliche Überwachung und schneller Eingriff bei Ausnahme-

situationen. Dazu bietet Ihnen SAP eine breite Palette an Instrumenten.

In der Rolle des Qualitätsmanagers im SAP NetWeaver Portal sind Sie mit den Grundlagen zur Erfüllung Ihre Qualitätslenkungsaufgaben ausge- stattet – von der strategischen Pla- nung bis hin zur Überwachung und Auswertung von Prüfungen und Qualitätsmeldungen.

Mit iViews (Portlets) haben Sie die wichtigsten Kennzahlen und Auswer- tungen im QM mit SAP ERP immer vor Augen. So können Sie Ihre Quali- tätsstrategie fortwährend auswerten und sie im Problemfall rasch ändern.

Ein in SAP NetWeaver BI enthaltenes und einfach zu bedienendes Data Warehouse erstellt aus Einzelinforma- tionen genau die verlässlichen Unter- nehmenskennzahlen, die Sie benötigen.

Über das QM-Cockpit für Auswer- tungen werden Ihnen flexible Hilfs- mittel zur Verfügung gestellt, um alle Arten von QM-Daten zu analysieren.

Dynamisierung des Prüfumfangs

Sinn der Dynamisierung ist es, bei einer Folge von Prüflosen den Prüfumfang (basierend auf Prüfmerkmal und Stich- probenumfang) so zu steuern, dass ein vorgegebenes Qualitätsziel erreicht wird. Allgemeine technische Regeln, wie bei- spielsweise die Stichprobensysteme nach ISO 2859-1 und ISO 3951, folgen ebenfalls diesem Prinzip. Das QM mit SAP ERP verfügt über einen vollstän- digen Satz von Stichprobentabellen zu diesen Normen.

Um das Qualitätsziel zu erreichen, ermittelt SAP ERP nach jedem Verwen- dungsentscheid die Prüfstufen für das nächste Prüflos anhand der im Plan vorgegebenen Dynamisierungsregel und schreibt diese Stufen anschließend in einen Datensatz zur Qualitätslage.

Das Qualitätsmanagement mit SAP ERP berücksichtigt die Qualitätslage bei der Ermittlung des Prüfumfangs und bei der Festlegung der Prüfvorgaben in der Prüfanweisung. In der Qualitätslage werden Prüflose nach bestimmten Kri- terien zusammengefasst. Bei Prüflosen in der Produktion erfolgt dies beispiels- weise nach Material, Werk und Plan, während bei Prüflosen in Warenein- gangsprüfungen die Kriterien Material, Lieferant, Hersteller, Werk und Plan ausschlaggebend sind.

Abbildung 25 zeigt das Zusammenspiel von Stammdaten und Bewegungsdaten bei der Dynamisierung des Prüfumfangs. Dieses Zusammenspiel zeichnet sich durch folgende Haupteigenschaften aus:

Dynamisierungsregeln gelten entwe- der einheitlich für alle Prüfmerkmale eines Plans, individuell für bestimmte Prüfmerkmale oder allgemein für die Prüfart, die für das Material aktiv ist. Die Verschärfung oder Reduzierung des Prüfumfangs auf Basis der Ergeb- nisse einer vorangegangenen Prüfung wird entweder durch die Bewertung des Prüfloses (Dynamisierung durch Los) oder durch die Bewertungen der einzelnen Prüfmerkmale (Dynamisie- rung durch Merkmal) gesteuert.

Bewegungsdaten

Prüflosebene Qualitätslage Markmalsebene Prüfloserzeugung Stichprobenermittlung Merkmalsergebnisse Planauswahl
Prüflosebene
Qualitätslage
Markmalsebene
Prüfloserzeugung
Stichprobenermittlung
Merkmalsergebnisse
Planauswahl
Prüfanweisung
Verwebdungsentscheid
Prüfumfang
Qualitätsprüfung

Prüflosbearbeitung

Stammdaten

Prüfplan

• Kopf

• Merkmale

Stammdaten Prüfplan • Kopf • Merkmale

Stichprobenverfahren

Stichprobenplan

• Merkmale Stichprobenverfahren • Stichprobenplan Dynamisierungsregel • Stufenwechsel AQL Stichprobenplan

Dynamisierungsregel

• Stufenwechsel

AQL

Stichprobenplan Stichprobenpläne auf Basis der Losgröße

Prüfstufen

Zuordnung

Zuordnung

Zuordnung

Abb. 25: Dynamisierung des Prüfumfangs

Wenn mehrere Lose desselben Materi- als gleichzeitig zur Prüfung anstehen,

kann die Software die Dynamisierung des Prüfumfangs an zwei Stellen vornehmen:

Der Prüfumfang wird unter Voraus- setzung, dass alle offenen Merkmale angenommen werden, bereits im Vor- aus angepasst. Wird ein Los aufgrund eines Prüfergebnisses unerwartet rückgewiesen, wird der Prüfumfang nach dem Verwendungsentscheid erneut fortgeschrieben.

Der Prüfumfang wird nach dem Ver- wendungsentscheid zum aktuellen Prüflos angepasst.

Mit der statistischen Prozess­ lenkung auf der richtigen Spur

Die statistische Prozesslenkung dient der Überwachung, Regelung und Ver- besserung von Qualitätsprozessen.

Qualitätsregelkarte Das wichtigste Werkzeug zur statisti- schen Prozesslenkung ist die Qualitäts- regelkarte, ein grafisches Hilfsmittel zur Dokumentation, Analyse und Lenkung von Prozessen (siehe Abbildung 26), das sowohl in der fertigungsbegleitenden Prüfung als auch im Beschaffungs- und Versandprozess eingesetzt werden kann.

Sie wählen eine oder mehrere Regel- größen für das betreffende Merkmal, ermitteln regelmäßig ihre Werte durch Stichprobenentnahmen während des Prozesses und erfassen diese in zeitli- cher Reihenfolge in der Karte.

Arten von Qualitätsregelkarten Das QM mit SAP ERP bietet folgende Arten von Qualitätsregelkarten:

Mittelwert mit Berücksichtigung der Toleranz (Annahmekarte)

Mittelwert ohne Berücksichtigung der Toleranz (Shewhart-Karte)

Standardabweichung (Shewhart-Karte)

Spannweite (Shewhart-Karte)

gleitender Mittelwert

exponentiell gewichteter gleitender Mittelwert

individuelle gleitende Spannweite für Stichprobenumfang n=1

Karten für qualitative Merkmale (np-, p-, u- und c-Karte)

Bei quantitativen Merkmalen wird eine Normalverteilung, bei qualitativen Merkmalen eine Poisson-Verteilung angewandt. Der Mittelwert und die Standardabweichung eines Merkmals lassen sich auf einer Qualitätsregel- karte mit zwei Spuren darstellen.

Zusätzlich zur Regelgröße enthält jede Spur auch Regelgrenzen, bei deren Überschreitung Sie in den Prozess ein-

greifen können. Für einige Kartenarten können Sie Warngrenzen oder eine Mittellinie festlegen. Die Grenzen wer- den mit statistischen Methoden aus den laufenden Prozessdaten oder aus den Ergebnissen eines Vorlaufs bestimmt. Sie können diese jedoch auch auf Basis vorhandener Daten manuell ein- geben und verschiedene Algorithmen für die Berechnung einsetzen.

Annahmekarten orientieren sich an der vorgegebenen Toleranz und bestimmen den Ausschussanteil des Prozesses. Die Grenzen dieser Karten können aus- gedehnt werden, wenn die Prozessab- weichung langfristig verringert wird.

Bei den Shewhart-Karten werden die Grenzen aufgrund der langfristigen Ver- ringerung der Prozessabweichung enger. Diese Karten berücksichtigen nur interne Prozessparameter und keine externen

nur interne Prozessparameter und keine externen Abb. 26: Darstellung einer xQuer­s­Qualitätsregelkarte 44

Abb. 26: Darstellung einer xQuer­s­Qualitätsregelkarte

Toleranzvorgaben. In einem ständig wiederkehrenden statistischen Test wird geprüft, ob der gesteuerte Prozess- Status unverändert geblieben ist.

Als Prüfplaner legen Sie fest, ob zu einem Prüfmerkmal eine Qualitätsregel- karte geführt wird. Die Karten dürfen sich über mehrere Prüflose oder Pro- duktionsaufträge erstrecken. SAP ERP legt die Qualitätsregelkarte bei der Vor- bereitung der Qualitätsprüfung an und schreibt sie bei der Ergebniserfassung fort. Als Qualitätsprüfer können Sie sich die Karten während der Ergebnis- erfassung anzeigen lassen und sie bei entsprechender Berechtigung zur Berechnung von Eingriffs- und Warn- grenzen heranziehen. Bei Bedarf kön- nen Sie die Algorithmen ändern.

Eine Bewertung der Prüfergebnisse ist anhand der Qualitätsregelkarte eben- falls möglich. Die im QM mit SAP ERP enthaltene Bewertungsregel weist eine Stichprobe bei der Überschreitung jeg- licher Grenzen umgehend zurück. Dabei benachrichtigt der Workflow automa- tisch die entsprechende Abteilung (sofern die Fehlerklasse im Fehlercode des Planmerkmals richtig gesetzt wurde).

Anhand eines Arbeitsvorrats erhalten Sie eine Übersicht der Qualitätsregel- karten, die in Ihre Zuständigkeit fallen.

Western Electric Rules Neben der Überschreitung von Regel- grenzen weisen Qualitätsregelkarten darauf hin, dass ein Prozess eventuell aufgrund ungewöhnlicher Muster (z. B. Runs oder Trends) außer Kontrolle geraten ist. Die Kriterien zum Aufspüren solcher Muster werden als Western Electric Rules bezeichnet. Im Arbeits-

vorrat für Qualitätsregelkarten können

Sie die Stabilität von Prozessen gemäß folgender Kriterien überprüfen:

1 Punkt außerhalb der Regelgrenzen

2 oder 3 aufeinanderfolgende Punkte außerhalb der Regelgrenzen

4 oder 5 aufeinanderfolgende Punkte außerhalb 1/3 der Regelgrenzen

8 aufeinanderfolgende Punkte ober- oder unterhalb der Mittellinie (Run)

15 aufeinanderfolgende Punkte inner- halb 1/3 der Regelgrenzen

6 aufeinanderfolgende Punkte in auf- oder absteigender Folge (Trend)

In diesem Fall werden alle Qualitäts- regelkarten, die mit den Selektions- kriterien übereinstimmen, überprüft. Sie möchten eine Liste der Qualitäts- regelkarten anzeigen, aus der Sie einzelne Qualitätsregelkarten für eine Überprüfung auswählen.

Verletzungen der Western Electric Rules werden mit Angabe der Kartennummer, Spur und Stichprobennummer in einer Liste angezeigt. Von hier aus können Sie in die Prüfergebnisse wechseln, um die Details der einzelnen Prüfungen und die Qualitätsregelkarte anzeigen zu lassen.

Auf dem Selektionsbild der entsprechen- den Arbeitsvorrat-Transaktion können Sie folgende Entscheidungen treffen:

In der Mittelwertkarte werden die Prozessfähigkeitsindizes Cp und Cpk

Sie möchten direkt eine Prüfung gemäß auf Wunsch in einem zweiten Fenster

der Western Electric Rules ausführen.

dargestellt (siehe Abbildung 27).

Electric Rules ausführen. dargestellt (siehe Abbildung 27). Abb. 27: Prozessfähigkeitsindex cpk SAP Funktionen im

Abb. 27: Prozessfähigkeitsindex cpk

Mit einer Histogrammauswertung können Sie die Häufigkeitsverteilung von Messwerten als Balkendiagramm anzeigen lassen. Sie erkennen dadurch typische und extreme Werte einer Stich- probe und können Lage, Streuung und Verteilungsform beurteilen. Sie können das Histogramm ausblenden und falls erforderlich durch eine Normalverteilung ersetzen.

Das Histogramm enthält folgende Daten:

alle gültigen Ergebnisse der Stichprobe

obere und untere Grenzwerte

Sollwert

Verteilungsfunktion und statistische Werte

Liegen die Prüfergebnisse bereits in klassierter Form vor, übernimmt SAP ERP diese Klassen zur Anzeige des Histogramms. Andernfalls teilt es die bestehenden Werte in geeignete Klas- sen ein. Mit der Zoomfunktion können Sie die Anzahl der Klassen erhöhen oder verringern.

SAP Manufacturing Integration and Intelligence für Qualitätsanalysen Mit SAP Manufacturing Integration and Intelligence steht Ihnen eine Anwen- dung zur Integration von Systemen, Datenbanken oder anderen externen Anwendungen (insbesondere im Ferti- gungsbereich) und zur Durchführung umfassender Analysen von Qualitäts- daten zur Verfügung. Vorlagen („temp- lates“) in der Anwendung SAP MII liefern inhaltliche Beispiele, wie mittels transaktionaler SAP-MII-Techniken die Geschäftsprozesse in SAP ERP mit Prozessen in der Fertigung integriert

Beschaffung

Lieferanten­

bewertung

 

Gewichtung

Teilkriterium

 

Preisebene

%

Preis 30%

Preisverhalten

%

 

Andere

%

   

%

 

1

Wareneingangsprüfung

 

Qualität 40%

Mängelrüge

%

 

Audit

%

 

Andere

%

 

Termintreue

%

 
   

Liefertreue 20%

Mengentreue

%

Einheitliche Lieferpapiere

%

 

Andere

%

Service 10%

Technologie

%

 

Andere

%

 

2

   
A
A

Automatische Ermittlung

Abb. 28: Lieferantenbeurteilung in SAP® ERP

werden können. Es gibt eine Beispiel- anwendung für eine leicht zu bedie- nende, webbasierte Ergebniserfassung auf der Basis von SAP MII. Mitarbeiter des Fertigungsbereichs könnten sie für die In-Prozess-Kontrolle verwenden.

SAP MII ermöglicht zudem die standard- mäßige operative Einbindung in Echtzeit zwischen dem Fertigungsbereich und Unternehmensanwendungen (SAP ERP) wie folgt:

universale Anbindung an Daten, Funktionen und Prozesse der vorhan- denen Fertigungssysteme durch die Geschäftslogik zur Erstellung von automatisierten Ereignissen, Key Performance Indicator (KPIs) und Alerts

Workflow für die Synchronisierung der Geschäftsprozesse auf Produk- tions- und Unternehmensebene Manufacturing Intelligence mit einer zeitnahen Analyse-Engine, die eine einheitliche Visualisierung von Ereig- nissen, Alerts, KPIs sowie die Ent- scheidungsunterstützung für Produk- tionsmitarbeiter sammelt und zur Verfügung stellt.

Darüber hinaus bietet SAP MII einen Connector Framework zur Einrichtung und Entwicklung einer Anbindung an verschiedene Produktions- und Prüfge- räte. SAP baut derzeit ein Partnernetz rund um SAP MII auf. Weitere Informa- tionen zu SAP MII finden Sie im Internet unter www.sap.com/solutions/xapps /xmii.

Qualitätskennzahlen Qualitätskennzahlen für Prüflose sind

ein bewährtes Hilfsmittel für die Quali- tätslenkung. Das QM mit SAP ERP stellt Ihnen mehrere Verfahren zur Ermittlung der Qualitätskennzahl bereit und verwendet dazu Informationen aus folgenden Quellen:

Verwendungsentscheid

Anteil fehlerhafter Einheiten im Los

Anteil fehlerhafter Einheiten für Merkmale

– maximaler Fehleranteil

– gewichteter durchschnittlicher Fehleranteil

Qualitätskennzahl der Merkmalsfehlerklassen

– minimale (schlechteste) Qualitätskennzahl

– gewichtete durchschnittliche Qualitätskennzahl

Lieferantenbeurteilung:

permanente und objektive Leistungsüberwachung

Im Rahmen der Materialbeschaffung ist die Lieferantenbeurteilung das ideale Werkzeug zur Auswahl geeigneter Lie- feranten. Diese Funktion liefert Ihnen im Einkauf eine summarische Kennzahl, die für einen Lieferanten auf Grundlage von Haupt- und Teilkriterien berechnet wurde (siehe Abbildung 28).

Die Teilkriterien für das Hauptkriterium Qualität stammen aus folgenden Quellen:

Wareneingangsprüfung: Durchschnitt der Qualitätskennzahlen aller Waren- eingangslose des Lieferanten wäh- rend eines vorgegebenen Zeitraums

Reklamationen: Anzahl der eingegan- genen Reklamationen beispielsweise im Verhältnis zu Gesamtabsatz oder Gesamtumsatz

QM-Audit: entweder die durchschnitt- liche Qualitätskennzahl aller durch- geführter Audits während eines vorgegebenen Zeitraums oder die Qualitätskennzahl des jüngsten Audits

Sie legen die Kriterien und deren relative Gewichtung unternehmens- spezifisch fest.

Auswertungen: immer auf dem neuesten Stand

Folgende Auswertungstools sind Teil des Qualitätsmanagements mit SAP ERP:

Ergebnishistorie von Mittel- und Einzelwerten mit integrierter Trendanalyse

QM-Cockpit für Auswertungen mit SAP ERP für online bereitgestellte und archivierte QM-Daten

SAP NetWeaver BI mit integriertem Business Content

QM-Informationssystem

SAP MII für integrierte Qualitätsanaly- sen auf Grundlage unterschiedlicher Systeme

Berichtslisten, die mit der Program- miersprache ABAP™ programmiert werden

– vordefinierte SAP-Reports

– logische Datenbanken als Basis für kundenspezifische Berichte

Diese Tools ergänzen sich gegenseitig. Berichtslisten werten vorzugsweise operative Daten aus, während SAP

NetWeaver BI und das QM-Informations- system hingegen verdichtete Daten analysieren, die über lange Zeiträume aufbewahrt werden können.

Ergebnishistorie Innerhalb der Ergebniserfassung und nach dem Verwendungsentscheid können Sie mithilfe der Ergebnishistorie die zu einem Merkmal erfassten Einzel- werte analysieren. Den Zeitraum für die Analyse legen Sie dabei fest. Sie kön- nen die Daten in Listenform aufbereiten und den zeitlichen Verlauf der Werte in einem Run-Chart grafisch darstellen. Mit einer Trendanalyse können Sie außerdem den prognostizierten Verlauf der Werte abbilden. Ein Datenexport, zum Beispiel nach Microsoft Excel, bringt zusätzliche Optionen zur Daten- bearbeitung.

QM-Cockpit für Auswertungen Mit dem QM-Cockpit für Auswertungen haben Sie die Möglichkeit, qualitätsbe- zogene Daten auf der Grundlage von Prüflosen, Fehlern und Qualitätsmel- dungen zu analysieren (siehe Abbildung 29). Chargenverwendungsnachweise legen qualitätsbezogene Daten von Komponenten oder Vorprodukten vor. Während der Analyse dienen Tabellen oder informative Grafiken zur Visuali- sierung der Ergebnisse. Diese Grafiken können bedarfsgerecht angepasst wer- den. Um Vergleiche zu vereinfachen ist es möglich, mehrere Grafiken gleich- zeitig darzustellen, beispielsweise mit Bezug zu einem Prüflos. Sie können Kennzahlen, die Sie gemäß Ihren Anfor- derungen festlegen können, berechnen.

Mit QM-STI können Sie Daten für zusätz- liche statistische Auswertungen expor- tieren, deren Ergebnisse dann direkt im QM-Cockpit für Auswertungen integriert veranschaulicht werden können.

Je nach Auswahl des Objekttyps, wie z. B. Prüflos, Meldung oder Komponente, werden unterschiedliche Selektionen und Gruppierungslayouts angeboten. Anhand des Gruppierungslayouts kön- nen Sie mühelos entscheiden, welche Information für Sie von Bedeutung sind und welche Verdichtungsebene erfor- derlich ist. Sie können sowohl aktuelle als auch archivierte Daten auswerten und die Prüfergebnisse mehrerer Merk- male vergleichen.

Zum Anlegen unterschiedlicher Arten von Qualitätsregelkarten im Cockpit ist keinerlei Vorbereitung in den entspre- chenden Prüfmerkmalen nötig. Fehler können gemeinsam mit Prüflosen oder als Meldungen analysiert werden. Für die Visualisierung von Fehlerhäufigkei- ten ist eine neue Grafikart verfügbar, ebenso wie zusätzliche Kennzahlen für Fehlerrisiken. Die Analyse von Meldun- gen und Fehlerursachen kann gemein- sam erfolgen. Hinsichtlich der Kompo- nenten können Prüflose, Meldungen oder Fehler des Produktionszyklus ana- lysiert und veranschaulicht werden.

Qualitätsmanagement-

Informationssystem Prüfergebnisse und Qualitätsmeldungen werden auf Zeit-, Werks- oder Arbeits- platzebene verdichtet und im QM- Informationssystem fortgeschrieben. Sie können dabei entscheiden, nach welchen Kriterien die Fortschreibung erfolgen soll – zu Material, Material und Lieferant oder zu Material und Kunde.

Material, Material und Lieferant oder zu Material und Kunde. Abb. 29: Auswertung von Komponenten mit dem

Abb. 29: Auswertung von Komponenten mit dem QM­Cockpit

Da das QM-Informationssystem Teil des Logistikinformationssystems ist, können Sie Auswertungen mit Informationen aus anderen Logistikbereichen, wie Produktion oder Einkauf, kombinieren. Die Ausgabedaten werden in Listenform oder als Grafik dargestellt und können als E-Mail-Anhang versandt werden. Weitere Funktionen des Systems sind die Prozesskostenrechnung und Port- folioanalysen. Mit den Standard-Query- Tools können Sie Ihre Auswertungen und Reports frei definieren.

Standardanalysen Das QM-Informationssystem enthält eine Reihe von Standardauswertungen zu Ihren Materialien, Lieferanten und Kunden, darunter auch Kennzahlen wie Prozessfähigkeitsindizes, Fehlerhäufig- keiten oder Prüfverzichtquoten. Sowohl die Darstellung als auch der Inhalt des QM-Informationssystems können wunschgemäß angepasst werden.

Flexible Analysen Auf Basis von Standardinformations- strukturen oder eigens festgelegten Strukturen ist es möglich, eigene Reports zu gestalten. Anhand von Formeln kön- nen Sie zudem Ihre Kennzahlen mit

Unternehmenskennzahlen verknüpfen. Mit den flexiblen Analysen erstellen Sie auch ohne Programmierkenntnisse schnell und einfach Ihre Reports.

Frühwarnsystem Das Frühwarnsystem hilft Ihnen bei der frühzeitigen Erkennung von Problemen, indem es Sie bei Auftreten einer Aus- nahmesituation rechtzeitig warnt. Die Ausnahmesituationen sind frei definier- bar. Sobald eine Ausnahmesituation auf- tritt, werden Sie umgehend per E-Mail oder Workflow darüber informiert – beispielsweise wenn die Qualitätskenn- zahl eines Lieferanten unter 90 Punkte fällt. Exception-Analysen definieren Sie entweder mit Standardinformationsstruk- turen oder mit eigens definierten Struk- turen. Sie können sich auch mathemati- scher Algorithmen bedienen oder die Software zur Erkennung von Schwellen- werten oder Trends einstellen.

Berichtslisten mit ABAP Query Mithilfe des ABAP-Query-Tools oder vor- definierter logischer Datenbanken können Sie per Mausklick Auswertungen erstel- len, die nicht als Standard verfügbar sind. Die Anbindung an Druck- und Prä- sentationsfunktionen erfolgt automatisch.

SAP NetWeaver Business Intelligence SAP NetWeaver BI bietet ein Data Warehouse, das sich nahtlos in die IT- Landschaft von SAP ERP und anderen Softwareanwendungen einfügt. Für Ihre Rolle des Qualitätsmanagers oder Qualitätsplaners enthält sie vorkonfigu- rierten Business Content, darunter Datenextraktion, Metadaten, Informa- tionsmodelle und fertige Vorlagen für Tabellen und Grafiken in Microsoft Excel oder HTML.

Prüfergebnisse Die Vorgaben und Ergebnisse Ihrer Qualitätsprüfungen sind bis auf die Stichprobenebene eines einzelnen Merkmals auswertbar. Das Spektrum der Kennzahlen reicht von der Anzahl der geprüften oder rückgewiesenen Stichproben bis hin zu Kennzeichen zur Prozessfähigkeit, wie Cp und Cpk. Sie können Qualität anhand von Kriterien wie Material, Lieferant oder Arbeits- platz interaktiv analysieren.

Prüflose Prüflose können nach dem Verwen- dungsentscheid an SAP NetWeaver BI übermittelt werden. Ihnen stehen Infor- mationen – ob als Grafik oder Tabelle – hinsichtlich der Häufigkeit einzelner Verwendungsentscheide, der Anzahl geprüfter und geskippter Lose, der tat- sächlich geprüften Menge, des Anteils fehlerhafter Einheiten oder der Qualitäts- kennzahl zur Verfügung. Unter anderem ist es möglich, Informationen zu ver- dichten und diese nach Lieferant oder Einkaufsorganisation zu sortieren.

Qualitätsmeldungen Qualitätsmeldungen spiegeln nicht geplante Ereignisse während des Quali-

tätsprozesses wider. Zu jeder Meldung erhält SAP NetWeaver BI eine Auswahl an Attributen und Kennzahlen. Damit erhalten Sie zusammengefasste oder detaillierte Informationen bezüglich des Meldungsprozesses. Das Hauptaugen- merk liegt dabei auf Bezugsobjekten wie Kunde, Lieferant, Material oder Baugruppe. Auf organisatorischer Seite liegt der Schwerpunkt auf den Einkaufs- und Vertriebssparten, Materialgruppen oder dem Herkunftsland des Kunden.

Innerhalb der Kennzahlen stehen Ihnen die Anzahl der Meldungen, die kumu- lierte oder durchschnittliche Bearbei- tungszeit, fehlerhafte und rückgelieferte Mengen, sowie der Anteil termingerecht erledigter Meldungen zur Verfügung. Darüber hinaus können Sie sich über neue, ausstehende und erfolgreich abge- schlossene Maßnahmen informieren.

Fehler, Fehlerorte, Ursachen, Aktionen und Maßnahmen Fehler werden im QM mit SAP ERP im Prüflos oder als Meldungsposition dokumentiert. SAP NetWeaver BI zeigt Ihnen, welche Fehlerarten wo und wes- halb aufgetreten sind. Aktionen und Maß- nahmen zur Meldung werden ebenfalls extrahiert. In Form von Navigationsattri- buten stehen Ihnen dieselben Bezugs- objekte wie in den Qualitätsmeldungen zur Verfügung. Außerdem haben Sie Zugriff auf alle Kodierungen. So können Sie beispielsweise ermitteln, welche Fehler regelmäßig an bestimmten Orten auftreten.

Viele der vom Qualitätsmanager genutzten Kennzahlen basieren auf Infor- mationen sowohl aus internen Syste- men mit Software von Fremdanbietern

als auch aus externen Systemen. Bei- spiele dafür sind die Lieferantenbeurtei- lung im Einkauf, Rückliefermengen in der Bestandsführung, Ausschuss- und Nacharbeitsmengen in der Produktion oder Rücksendungen im Vertrieb. Diese Informationen sind im Business Content integriert und können mit Kennzahlen aus SAP ERP verknüpft werden. So erhalten Sie ein umfassendes Bild der Qualität in Ihrem Unternehmen.

QM-STI für externe Auswertungen QM-STI ist eine offene Schnittstelle zur Auswertung von Prüfergebnissen in externen Systemen. Sie konfigurieren diese Schnittstelle im Customizing und rufen die externe Anwendung einfach per Drucktaste in einer der folgenden QM-Funktionen mit SAP ERP auf:

Ergebniserfassung

Verwendungsentscheid

Qualitätsregelkarte

Ergebnishistorie

Suche nach Qualitätsdaten Die Anwendung SAP NetWeaver Enter- prise Search stellt SAP-Anwendungen zahlreiche Services für die Suche, die Klassifizierung und das Text-Mining in umfangreichen Dokumentensammlungen (unstrukturierte Daten) sowie für die Suche innerhalb von Business-Objekten und für deren Verdichtung (strukturierte Daten) zur Verfügung.

Im QM mit SAP ERP ist die Suchfunk-

tion für qualitätsbezogene Daten ver- fügbar, wie beispielsweise:

Stammprüfmerkmal

Prüfmethode

Lieferanteninfosatz

Qualitätsmeldung

Die Suche ist während der Datenein- gabe innerhalb von Änderungs- und Anzeigetransaktionen für ein bestimmtes Objekt möglich – sowohl als einfache als auch als erweiterte Suche.

Mithilfe der Fuzzy-Suche kann die Suche trotz ungenauer Eingaben oder Tippfeh- lern erfolgreich sein. Je nachdem, wie die Suchkriterien im Customizing einge- stellt sind, können Sie nach bestimmten Meldungsarten suchen, zum Beispiel nur nach Qualitätsmeldungen.

Qualitätskosten bestens im Griff

Das Controlling in SAP ERP plant, sammelt und wertet alle dem Unterneh- men entstandenen Kosten aus. Dazu zählen auch qualitätsbezogene Kosten. Im QM mit SAP ERP erfassen Sie Prüf- kosten aus Qualitätsprüfungen oder Fehlerkosten aus Qualitätsmeldungen. Qualitätskosten aus anderen Anwen- dungen (z. B. Personalwirtschaft) kön- nen in die Kostenberechnung einfließen.

Zur Verwaltung von Qualitätskosten

verwendet die Controlling-Komponente QM-Aufträge. In SAP ERP sind die folgenden Arten von QM-Aufträgen vorgesehen:

Prüfkostenauftrag

– für Einzelabrechnungen

– für Sammelabrechnungen

Fehlerkostenauftrag

Sie haben darüber hinaus die Möglich- keit, eigene Auftragsarten zu definieren. Bei der Erstellung eines Prüfloses oder einer Qualitätsmeldung können Sie

einen entsprechenden QM-Auftrag anlegen oder zuordnen.

Prüfkosten Prüfkostenaufträge werden im Material- stamm hinterlegt und durch SAP ERP den einzelnen Prüflosen als Kosten- sammler zugewiesen. Ist jedoch für eine Prüfung eine bestimmte Abrech- nung erforderlich, so gilt diese vorrangig. Das ist beispielsweise der Fall, wenn das Los zu einem Produktionsauftrag gehört oder wenn es aus dem Waren- eingang zu einer Bestellung stammt, die auf eine Kostenstelle kontiert ist.

SAP ERP ermittelt Prüfkosten anhand von Leistungen, die Sie als Prüfer zum Beispiel auf Basis der geleisteten Stunden rückmelden. Das Rechnungs- wesen legt die Leistungsarten, wie Rüst- und Prüfzeit, sowie die gültigen Tarife für die Kostenstelle, die die Leis- tung erbracht hat, fest. Die zu Prüflosen erbrachten Leistungen werden bei der Ergebniserfassung oder beim Verwen- dungsentscheid aufgezeichnet. Die Rückmeldungen von Leistungen zu fertigungsbegleitenden Prüfungen erfol- gen gemeinsam mit den Rückmeldungen zu Produktionsaufträgen. Sonstige Prüf- kosten wie Materialverbrauch werden zu dem Auftrag abgerechnet, zu dem Sie die Prüfleistung rückmelden.

Fehlerkosten Um zu einer Qualitätsmeldung Fehler- kosten abzurechnen, legen Sie bei der Meldungsbearbeitung einen QM-Auftrag an. Ordnen Sie den Auftrag dem Mel- dungskopf zu und verwenden Sie ihn als

den Auftrag dem Mel- dungskopf zu und verwenden Sie ihn als Vorteile: • Reduzierung der Prüfkosten

Vorteile:

• Reduzierung der Prüfkosten durch Dynamisierung

• Kontinuierliche Pro- zessüberwachung durch Qualitätsregel- karten

• Unmittelbarer Zugriff auf wichtige Unter- nehmenskennzahlen und Auswertungen

Kostensammler zum Beispiel für Kosten zur Gewährleistung, Verschrottung oder Abrechnung erbrachter Leistungen. Auch Nacharbeitsaufträge können auf diesen Kostensammler kontiert werden. Dadurch lassen sich die Kosten für eine Qualitätsmeldung an die entsprechende Person oder Abteilung weiterbelasten und analysieren.

PRüfMITTELVERwALTUNG

Als Prüfmittelverwalter sind Sie für die Verwaltung, Überwachung, Kalibrierung

und Instandhaltung der Prüfmittel zustän- dig. Zur Prüfmittelverwaltung gehören folgende Aufgaben:

Planung und Durchführung von Kalibrierprüfungen

Freigabe oder Sperrung von Prüfmitteln

Dokumentation der Eichhistorie

Erstellung von Trendanalysen

Ermittlung von Kalibrierkosten

Rückverfolgung von Prüfmitteln anhand von Einsatzlisten

Kalibrierprüfungen und SAP ERP

Wie in Abbildung 30 ersichtlich vereint die Prüfmittelverwaltung in SAP ERP wichtige Planungs- und Bearbeitungs- funktionen aus dem Qualitätsmanage- ment mit SAP ERP, die Sie für die Stammdatenverwaltung und für die Planung und Durchführung von Kalib- rierprüfungen benötigen.

Freigabe von Prüfmitteln Sie können anhand der Prüfergebnisse entscheiden, ob ein Prüfmittel für die weitere Verwendung freigegeben wird. Die Ergebnishistorie ermöglicht Ihnen den Nachweis der Stabilität jedes Prüf- mittels und der Genauigkeit der damit durchgeführten Prüfungen.

Rückverfolgung von Prüfmitteln Mit SAP ERP verfügen Sie über Funk- tionen zur Rückverfolgung von Prüfmit- teln. Wenn Sie bei einer Kalibrierprüfung feststellen, dass ein Prüfmittel nicht mehr einsatzfähig ist, können Sie in der Prüfmittelhistorie rückverfolgen, welche Prüflose und -merkmale mit diesem Prüfmittel geprüft wurden. Daraufhin können Sie die entsprechenden Maß- nahmen einleiten.

Überwachung technischer Anlagen Zusätzlich zu Kalibrierprüfungen können Sie Prüflose zu Instandhaltungsaufträ- gen auch für eine erweiterte Messwert-

erfassung in der Instandhaltung verwen- den (z. B. zur Überwachung technischer Anlagen, für die kritische Werte regel- mäßig erfasst werden müssen). Folglich können Prüfergebnisse sowohl zu technischen Plätzen als auch zu Prüfmitteln erfasst werden.

Stammdaten in der Kalibrierprüfung

Im Rahmen der Kalibrierprüfung kommen mehrere Stammdatensätze zum Einsatz:

Equipmentstammdaten, Wartungsplan und Instandhaltungsarbeitsplan.

Equipment Prüfmitteldaten werden in SAP ERP in Equipmentstammsätzen hinterlegt. Dieser Stammsatz enthält alle Daten zum Prüfmittel (z. B. Anschaffungswert und -datum, Hersteller, Arbeitsplatz, Kostenstelle und Standort).

Hersteller, Arbeitsplatz, Kostenstelle und Standort). Auftrags­ verwaltung Prüfentscheid Ergebnishistorie
Auftrags­ verwaltung Prüfentscheid Ergebnishistorie Verwendungs­ Stammdaten Arbeitsvorräte liste
Auftrags­
verwaltung
Prüfentscheid
Ergebnishistorie
Verwendungs­
Stammdaten
Arbeitsvorräte
liste
Kalibrierplanung
Kalibrier­
Kalibrierprüfung
Meldungen
aufträge
Kalibrier­
Trendanalysis
Verbindung
intervalle
Prüfmerkmal/
Messpunkt
Abb. 30: Funktionen zur Prüfmittelverwaltung

Um Prüfmittel zu ordnen und leichter auffindbar zu machen, können Sie:

ähnliche Prüfmittel in Gruppen zusammenfassen

Prüfmittel anhand ihrer technischen Eigenschaften über die Klassifizie- rungsfunktion einordnen

Prüfmittel einem Bautyp (Material) zuordnen

Wartungsplan Der Wartungsplan ist das zentrale Pla- nungsobjekt, in dem Sie die Liste des zu prüfenden Equipments, den Instand- haltungsarbeitsplan und den Kalibrier- zyklus zuteilen.

Er regelt somit Art und Häufigkeit der periodisch wiederkehrenden Tätigkei- ten. Im Wartungsplan können Sie zudem zeit- und leistungsabhängige Intervalle für die Durchführung dieser Tätigkeiten angeben. Bei Fälligkeit von Wartungsterminen legt SAP ERP auto- matisch Instandhaltungsaufträge an.

Instandhaltungsarbeitsplan Im Arbeitsplan werden die wiederkeh- renden Arbeitsabläufe in standardisier- ter Form geplant. Um eine Kalibrierprü- fung durchzuführen, binden Sie Prüfmerkmale in den Arbeitsplan ein. Im Gegenzug können Sie einen Instandhaltungsarbeitsplan in einen Wartungsplan einbinden. Der Arbeits- plan regelt die Tätigkeiten, die zu den einzelnen Wartungsterminen durchge- führt werden müssen.

Planung der Kalibrierprüfung Durch die automatische oder manuelle Terminierung eines Wartungsplans wer- den regelmäßig auszuführende Kalib-

Wartungsplan Wartungsstrategie Zyklus Messmittel Wartungsposition (Equipmentstammsatz)
Wartungsplan
Wartungsstrategie Zyklus
Messmittel
Wartungsposition
(Equipmentstammsatz)
Zyklus Messmittel Wartungsposition (Equipmentstammsatz) Wartungsauftrag Instandhaltungsarbeitsplan Prüfmerkmale

Wartungsauftrag

Zyklus Messmittel Wartungsposition (Equipmentstammsatz) Wartungsauftrag Instandhaltungsarbeitsplan Prüfmerkmale
Instandhaltungsarbeitsplan Prüfmerkmale

Instandhaltungsarbeitsplan

Prüfmerkmale

Abb. 31: Objekte der Kalibrierprüfung

rierprüfungen ausgelöst. Bei der Termi- nierung eines Wartungsplans legt SAP ERP einen Instandhaltungsauftrag an und bei dessen Freigabe ein Prüflos. Das Prüflos enthält alle für die Kalibrier- prüfung erforderlichen Daten, wie bei- spielsweise eine Liste des zu prüfen- den Equipments und die Prüfvorgaben (siehe Abbildung 31).

Zur Planung einer Kalibrierprüfung gehören folgende Schritte:

Stammdaten anlegen Dafür benötigen Sie Stammdaten wie Equipmentstammsätze, War- tungsplan, Stammprüfmerkmale und Instandhaltungsarbeitsplan. Im Instandhaltungsarbeitsplan legen Sie die Vorgänge und die damit ver- knüpften Merkmale fest.

Prüfvorgaben definieren Die quantitativen und qualitativen Prüfmerkmale enthalten die Prüfvor- gaben (z. B. Sollwerte, Toleranzen und Codes für attributive Bewertun- gen) und legen die Art der Ergebnis- erfassung fest.

Prüfintervalle festlegen Die Festlegung von Prüfintervallen erfolgt über eine zentrale Wartungs- strategie, die für mehrere Wartungs- pläne gelten kann. Mit Wartungsstra- tegien können Sie beispielsweise innerhalb eines Instandhaltungsar- beitsplans für jeden Vorgang unter- schiedliche Intervalle festlegen. Sie haben außerdem die Möglichkeit, auf Wartungsplanebene einen Wartungs- zyklus (Einzelzyklusplan) zu definieren, der für alle Vorgänge des Arbeits- plans gültig ist.

Prüfintervalle können entweder zeit- oder leistungsabhängig sein. Ein zeitab- hängiges Prüfintervall könnte beispiels- weise aus einer jährlichen Kalibrierung an einem Stichtag bestehen, während ein leistungsabhängiges Prüfintervall eine Kalibrierung nach 1.000 Einsätzen eines Equipments beinhalten kann. Zeit- und leistungsabhängige Kalibrie- rungen können in einem Mehrfachzäh- lerplan kombiniert werden (z. B. Prüfung nach 6 Monaten, jedoch spätestens nach 1.000 Einsätzen des Equipments).

Kalibrierprüfung

Eine Kalibrierprüfung umfasst die folgenden Schritte:

Terminierung des Wartungsplans, Anlegen des Instandhaltungsauf­ trags und Erzeugung des Prüfloses Der Wartungsplan wird in der Regel automatisch durch ein regelmäßig ausgeführtes Programm terminiert. Dabei erzeugt SAP ERP Abrufe und wandelt diese bei Fälligkeit in Auf- träge um. Anhand einer Einstellung können Sie festlegen, dass Aufträge direkt freigegeben und dadurch Prüf- lose erzeugt werden. Prüfung und Kalibrierung der Prüfmittel Sie können einen Arbeitsvorrat der anstehenden Kalibrierprüfungen für einen bestimmten Zeitraum nach ver- schiedenen Kriterien erstellen (z.B. alle in der Folgewoche zu kalibrieren- den Prüfmittel, oder nach Kosten- stelle oder Arbeitsplatz sortierte Prüf- mittel). Mit dieser Information können Sie die Prüfmittel für Prüfungen iden- tifizieren und bereitstellen. Bei der Freigabe eines Instandhaltungsauf- trags erzeugt SAP ERP automatisch ein Prüflos. Alle freigegebenen Auf- träge und alle zu bearbeitenden Prüf- lose erscheinen im Arbeitsvorrat für die Ergebniserfassung und können in beliebiger Reihenfolge abgearbeitet werden. Falls ein Prüfmittel während des Einsatzes unerwartet ausfällt, können Sie eine Instandhaltungsmel- dung (Störmeldung) erfassen und aus dieser Meldung einen Instandhal- tungsauftrag manuell erzeugen, um eine Kalibrierprüfung zu terminieren.

Verwendungsentscheid

Prüflos

Messmittel Nr. 12345

Aktualisierung des

Messmittelstatus

Freigabe oder Sperre des Geräts Reduziere/Erhöhe Prüfintervall Dokumentation der Messergebnisse

Freigabe oder Sperre

des Geräts

Reduziere/Erhöhe

Prüfintervall

Dokumentation der

Messergebnisse

Prüfintervall Dokumentation der Messergebnisse Anpassung des Prüfintervalls Aktualisierung der Messbelege

Anpassung des

Prüfintervalls

Prüfintervall Dokumentation der Messergebnisse Anpassung des Prüfintervalls Aktualisierung der Messbelege

Aktualisierung der

Messbelege

Abb. 32: Folgeaktionen beim Verwendungsentscheid

Erfassung der Ergebnisse Die Ergebniserfassung findet im Arbeitsvorrat für das Equipment statt. Dafür stehen Ihnen die Merkmalstypen und Erfassungsfunktionen des Quali- tätsmanagements mit SAP ERP zur Verfügung.

Während der Kalibrierprüfung können Sie Rückmeldungen zum Instandhaltungs- auftrag vornehmen, z. B. um Kosten für erbrachte Leistungen oder für Kalibrier- prüfungen benötigte Materialien zu erfassen. Darüber hinaus stehen weitere Auftragsabwicklungsfunktionen zur Verfügung, darunter die Kapazitätspla- nung oder die Fremdvergabe. Wenn Merkmale rückgewiesen werden, können Sie Instandhaltungsmeldungen erzeugen, Korrekturmaßnahmen einleiten und deren Erfolg dokumentieren.

Nachdem Sie je Vorgang und Equipment alle Ergebnisse erfasst haben, treffen Sie den Prüfentscheid für das Prüfmittel (Annahme oder Rückweisung). Wenn alle Prüfmittel eines Prüfloses bewertet

wurden, treffen Sie den Verwendungs- entscheid für das Prüflos. Im Rahmen des Verwendungsentscheids kann SAP ERP folgende Folgeaktionen ausführen (siehe Abbildung 32):

Equipmentstatus aktualisieren SAP ERP verwaltet im Equipment- stammsatz für jedes Prüfmittel einen Status, der angibt, ob ein Prüfmittel für den Einsatz freigegeben oder gesperrt ist. Anhand des Prüfent- scheids schlägt SAP ERP den zukünftigen Status vor, der dann im Equipmentstammsatz aktualisiert werden kann. Ist ein Prüfmittel gesperrt, werden Sie bei der Freigabe des nächsten Auftrags davon in Kenntnis gesetzt.

Prüfintervall ändern Wenn eine Prüfung ergibt, dass ein Prüfmittel zwar noch einsatzfähig ist, jedoch noch vor dem nächsten Prüftermin eine Wartung fällig ist, können Sie beim Treffen des Prüf- entscheids den Streckungsfaktor ändern. Dadurch wird das nächste Prüfintervall verkürzt.

Messbelege anlegen Wenn Sie für Ihre Prüfmittel Mess- punkte definiert haben, kann SAP ERP automatisch Messbelege zu jedem Messpunkt anlegen. Nach Ausführung dieser Folgeaktion werden die Ergebnisse der Kalibrierprüfung automatisch in neue Messbelege ein- getragen. Diese Belege können Sie über die Equipmenthistorie aufrufen.

Instandhaltungsauftrag abschließen Anhand von Softwareeinstellungen können Sie festlegen, dass der Kalibrierauftrag nach Abschluss der Kalibierprüfung automatisch abgeschlossen wird.

Zusätzlich zu den beschriebenen Folgeaktionen können Sie auch eigene Folgeaktionen definieren, so zum Beispiel das Drucken selbstklebender Prüfetiketten mit Angabe des nächsten Termins zur Kalibrierprüfung.

Auswertungen zum Prüfmittel

Ergebnishistorie Die Ergebnishistorie zeigt die Ergeb- nisse bisheriger Prüfungen zu bestimm- ten Merkmalen eines Prüfmittels an.

Trendanalyse mittels Run­Chart Wenn Sie in der Ergebnishistorie Prüf- ergebnisse eines Prüfmerkmals als Run-Chart über die Zeitachse dar- stellen, kann SAP ERP eine Tendenz (Regressionsgerade) des Wertever- laufs einzeichnen. Somit erhalten Sie einen Hinweis, wann die Toleranz- grenze überschritten wird.

Einsatzlisten Über die Einsatzliste eines Prüfmittels können sie die Kostenstelle des Prüf- mittels, dessen aktuellen oder vorigen Standort oder den Arbeitsplatz, an dem es verwendet wurde, ermitteln.

Prüfmittelhistorie Anhand der Prüfmittelhistorie können Sie feststellen, welche Prüflose und -merkmale mit einem bestimmten Prüf- mittel geprüft wurden. Dies ist unter anderem dann wichtig, wenn Sie bei- spielsweise während einer Kalibrierprü- fung erkennen, dass ein Prüfmittel nicht mehr eingesetzt werden darf (Prüfmittelrückverfolgung).

mehr eingesetzt werden darf (Prüfmittelrückverfolgung). Vorteile: • Garantierte Qualität und Zuverlässigkeit

Vorteile:

• Garantierte Qualität und Zuverlässigkeit Ihrer Prüfmittel

• Sicherer Produktions- prozess dank frühzei- tiger Prognose mögli- cher Schwachstellen bei technischen Anlagen

• Rückverfolgbarkeit Ihrer Prüfmittel

UNTERNEhMENSwEITES LAboRINfoRMATIoNS- UNd MANAGEMENTSySTEM MIT SAP ERP

Der Enterprise­LIMS­Ansatz

Im Laufe der Jahre wurden Laborinfor- mationsmanagementsysteme (LIMS), die ursprünglich eigenentwickelte interne Systeme zur Datenverwaltung in Laboren waren, zu proprietären kom- merziellen Produkten weiterentwickelt. Der neueste Trend in diesem Bereich sind auf Standards basierende Sys- teme. Dementsprechend betrachten Unternehmen ein LIMS heute als unter- nehmensweites System („Enterprise LIMS“), das nicht nur alle Laborfunk- tionen unterstützt sondern übergreifend in die Abläufe des gesamten Unterneh- mens eingebunden ist.

Die SAP-ERP-Anwendung unterstützt alle wesentlichen Funktionen eines LIMS. Beispiele dafür sind in Abbildung 33 aufgelistet.

Die Herausforderungen, denen sich Labore im Rahmen des Qualitätsmanage- ments stellen, betreffen die Durchlauf- zeit der Laboruntersuchungen, den Zugriff auf Ergebnisdaten, die Genauig- keit der Analysen, die Ressourcen- auslastung, den Datenaustausch, die Aufzeichnung sowie die Produktivität. Mit einer vollen Bandbreite an Qualitäts- managementfunktionen stellt sich SAP ERP diesen Herausforderungen in gewerblichen und industriellen Laboren.

Mit SAP ERP verfügen Unternehmen zusätzlich über ein integriertes Labor- informationsmanagementsystem, das Teil einer größeren, umfassenderen Lösung für das Qualitätsmanagement ist.

So können die Implementierung und Integration vereinfacht und Abläufe zur Qualitätssicherung gestrafft werden. SAP ERP ist mehr als nur ein Laborinfor- mationsmanagementsystem. Im Gegen- satz zu einem traditionellen LIMS ermöglicht es die nahtlose Integration in die Logistikkette und andere wichtige

Unternehmensbereiche. SAP ERP bietet ein in das Gesamtunternehmen einge- bettetes Laborinformationsmanagement- system mit folgenden Vorteilen:

Stellt eine Standardgrundlage für die Integration von Qualitätsmanagement- prozessen im gesamten Unternehmen zur Verfügung

Ermöglicht den unternehmensweiten Zugriff auf Qualitätsdaten

Verbessert die Kommunikation zwi- schen Gruppen, die für die Qualitäts- sicherung zuständig sind, sowie anderen Abteilungen

• Analysezertifikate

• Änderungsdienst (Protokoll)

• Änderungsverwaltung (Protokoll)

• Arbeitsvorräte und Workflow

• Auditmanagement

• Auftragsverwaltung

• Strichkodierung Barcoding und Etikettierung

• Berechnungen und Formeln

• Bestandskontrolle

• Chargenverwaltung (Chargenrückverfolgung und elektronisches Chargenprotokoll)

• Datenbeschaffung und –archivierung