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Themen dieser Zeitung: Für eine offene Stadt ++ Privatisierung

++ Wahlrecht für alle MigrantInnen ++ Erfahrungen aus Wiwili ++


Pro soziale Bau- und Grundstückspolitik ++ Soziale Verelendung
++ Eigenständige Frauenpolitik ++ Gespräch mit Jürgen Höfflin ++
Bildung darf keine Ware werden ++ Freiburger Sozialforum
++ Demokratische Stadtentwicklung ++ Verkehrspolitik ++
Ladenöffnung ++ bestenfalls erste Schritte
++ Soziale und ökologische Wirtschaftsförderung ++
++ Amanda Miller ++ Kunst - Menschen träumen

Extrablatt zur Kommunalwahl am 13. Juni 2004


linke liste ● solidarische stadt ● wilhelmstr. 15 (spechtpassage) ● 79098 freiburg ● www.lisst.de ● kontakt: info @ lisst.de

Wider die Enteignung Eine andere Stadt


öffentlichen Eigentums ist möglich
So wie Vergesellschaftungen eine Enteignung pri- Wir haben die Vision einer Stadt, in der die Men-
vaten Eigentums darstellen, so beinhalten Privati- schen Alternativen zur herrschenden Politik ent-
sierungen eine Enteigung öffentlichen Eigentums. wickeln und die Politiker lernen, dies zu akzep-
tieren. Eine Stadt, in der Demokratie praktiziert
Privatisierung wird seit Jahren vielfältig betrie- wird. Der erste Schritt auf diesem langen Weg
ben: städtische Ämter wurden zu Eigenbetrieben wäre die Bereitschaft von Stadtverwaltung und
umgewandelt oder in GmbHs; Wohnversorgung Gemeinderat, Macht an die Menschen dieser
(Stadtbau), städtische Märkte (FWT) und öffent- Stadt abzugeben. Die Nagelprobe darauf ist die
licher Verkehr (VAG) wurden schon vor Jahren pri- Erstellung und Verabschiedung des städtischen
vatisiert. Der Abwasser/Abfallbereich arbeitet auf Haushaltes. Hier werden die Weichen gestellt. Wir
privatrechtlicher Basis, der Einfluß der e.on-Toch- wollen erreichen, dass die Stadtteile eigene Bud-
ter Thüga wurde durch die badenova-Fusion maß- gets bekommen, über deren Verwendung im
geblich gestärkt. Im Gespräch sind aktuell die Um- Stadtteil diskutiert und beschlossen wird. Und
wandlung der Städtischen Bühnen in einen Ei- dass in gesamtstädtischen Fragen stadtteil- und
genbetrieb, des Abenteuerspielplatzes und städ- themenbezogen Prioritätenlisten erstellt werden,
tischer Bäder in privat betriebene Unternehmen. die der Gemeinderat bei seiner Entscheidung res-
pektiert. Ein Weg demokratischer Willensbildung,
Enteignung kommunalen Eigentums kommt der in der 1,3 Mio. Stadt Porto Alegre begann und
aber auch in anderer Gestalt daher: inzwischen von vielen Gemeinden weltweit in ver-
schiedenen Formen beschritten wird.
Die Stadtbau GmbH besitzt ca. 8.500 Wohnungen
(für über 20.000 Menschen). Seit 1999 hat sie über Wir wollen erreichen, dass auf diesem Weg die Vor-
1000 Wohnungen verkauft, weitere 500 sollen die- herrschaft von Parteipolitik und Wirtschaftsinter-
ses Jahr folgen, mit dramatischen Auswirkungen: essen gebrochen wird. Diese führt immer wieder zu
Investoren steigern die Miete (nach Renovierung) gravierenden Fehlentscheidungen, wie zuletzt dem
von 3 bis 4,5 auf 5 bis 7 €/qm und machen sie ten- Vom 22.-25. April 2004 fand in Freiburg das erste grenzüberschreitende Sozialforum statt. 30 Mio. teuren Ausbau der Neuen Messe, mit jähr-
denziell für die MieterInnen unerschwinglich (wäh- Foto: Winfried Cordi lichen Folgekosten von rund 1,8 Mio. €.
rend die städtischen Ausgaben für Wohngeld stei-

Politik für Alternativen


gen!). Auf preisgünstige Wohnungen angewiesene Wir wollen, dass Städte und Gemeinden so be-
Menschen werden verdrängt. Die Freiburger Stadt- handelt werden, dass sie zu den entscheidenden
bau kommt ihrem ureigenen sozialen Auftrag im- Orten der Politik werden, denn sie sind Orte des
mer weniger nach. Die Möglichkeit, Leute aus der unmittelbaren, konkreten Lebens. Dass Alte, Be-
Notfallkartei mit Wohnungen zu versorgen, sinkt. hinderte und Arme nicht ausgegrenzt werden,
Die Kasernen auf Vauban wurden abgerissen, ge- Freiburg ist eine Stadt mit vielen Vorzügen und im tritt, Vereinen werden die Mittel zusammengestri- dass unterschiedliche Kulturen miteinander le-
nauso wie die Häuser in der Spittelackerstraße. Ranking der beliebtesten Orte immer auf vorderen chen und Familien-, Senioren- und Arbeitslosenpass ben, dass Arbeitslose ihre soziale Würde behal-
Dort entstehen Eigentumswohnungen. Plätzen. Ein wesentliches Merkmal der Menschen wird einkassiert. Auf der anderen Seite nimmt der ten, Frauen Beruf und Familie verbinden können,
dieser Stadt war und ist die hohe Bereitschaft, sich Staat, insbesondere den zuvor schon Benachteiligten Menschen ihren Bildungsstand verbessern: all das
Fast einer Vernichtung öffentlichen Eigentums selbst um die wichtigen kommunalen Angelegen- erhebliche Teile ihrer Einkünfte, werden Renten und wird in Städten und Gemeinden geschehen oder
kommt der von der Stadtbau beim Verkauf von heiten zu kümmern, angeblich unverrückbaren Vor- Arbeitslosenhilfe gekürzt und immer mehr Beschäf- es wird nicht geschehen. Demokratische Zugehö-
Wohnungen erzielte Schleuderpreis gleich (knapp gaben von oben stets kritisch gegenüber zu treten tigte in prekäre Arbeitsverhältnisse abgedrängt. Das rigkeit werden die Menschen in den Kommunen
550 €/qm), zumal die entsprechenden Mietein- und auch über den eigenen Tellerrand hinaus zu Bedrückende und gleichermaßen ärgerliche in dieser erleben oder die Verabschiedung aus dem Ge-
nahmen nun ja fehlen. schauen. Situation ist die Erfahrung, dass nahezu alle politisch meinwesen wird weitergehen.
Aktionen wie die Verhinderung des AKW Wyhl zu- Verantwortlichen, ohne Unterschied, der großen
Für eine Vergesellschaftung der politischen Debatte sammen mit den Kaiserstühler Bauern bis hin zum Hoffnungslosigkeit das Wort reden: "Alternativlos" Um das zu erreichen, müssen wir zusammen für
Die Diskussionen um badenova-Fusion und Spit- "Aufstehen für eine offene Stadt", als die NPD durch nennen Grüne und SPD genau so wie CDU, FDP und die Durchsetzung unserer elementaren Interessen
telackerstr. wurden von unserer Fraktion wesent- Freiburg marschieren wollte, sprechen genau so da- sogar "junges Freiburg" ihre Politik der einseitigen streiten. Es darf nicht sein, dass Straßenbahnen
lich mitgeprägt. Auf die Entscheidungen hatten für wie die große Unterstützung der Städtefreund- Belastung Vieler, des massiven Sozialabbaus, der so- und Busse für viele Menschen in der Stadt zu teu-
wir letztlich keinen wesentlichen Einfluss. Um schaft mit Wiwili in Nicaragua und die vielen Grup- zialen und kulturellen Ausgrenzung und der Entsoli- er sind, dass diejenigen, die kein Geld für eine Rei-
wirklich der Privatisierung öffentlichen Eigentums pen und Initiativen, die sich der Solidarität mit den darisierung der Gesellschaft. se in die Südsee haben, im Sommer vor ver-
erfolgreich entgegenzutreten, wäre eine mächti- Menschen der "Einen Welt" verschrieben haben. schlossenen Bädern in Freiburg-West oder Has-
ge öffentliche Debatte in der Stadt nötig gewe- Und eine überdurchschnittliche Sensibilität für Fra- Die Menschen haben begonnen, an dieser behaup- lach stehen; wir können eine solche Politik nicht
sen. Dies ist uns nur in Ansätzen gelungen. Die gen der Umwelt ist über die Region hinaus Teil des teten Alternativlosigkeit zu zweifeln. Sie beginnen, akzeptieren. Es geht nicht an, in einer der reich-
linken und alternativen Kräfte politisch zu stär- Freiburger Images - ob zu Recht oder nicht ... im Gegensatz zu den Parteien, über Alternativen sten Gesellschaften der Welt eine Politik zu be-
ken, um künftig derartige politische Kampagnen nachzudenken. Sie wollen Gegenmodelle diskutie- treiben, bei der die öffentliche Hand und be-
erfolgreich zu initiieren, ist hierfür genauso Vor- Auch die BürgerInnen dieser Stadt sehen sich kon- ren und von unten durchzusetzen beginnen. sonders die Kommunen verarmen im Interesse der
aussetzung wie die Überwindung der Trennung von frontiert mit einer Krise, deren Auswirkungen sie tag- wirtschaftliche Mächten und gegen die Interes-
außerparlamentarischer Bewegung und parlamen- täglich zu spüren bekommen: Schwimmbäder wer- Deshalb kandidieren wir für den Gemeinderat. sen der Bürger.
tarischer Opposition. Hendrijk Guzzoni den geschlossen, Büchereien und Museen kosten Ein- Martin Klauss Michael Moos
2 Anzeige der Fraktionsgemeinschaft Linke Liste / Unabhängige Frauen

Für eine offene Stadt Wahlrecht


Aufgrund meiner persönlichen (ich lebe seit Ich halte es für wesentlich, dass der neue für alle
etwa 20 Jahren in Freiburg und bin seit vier
Jahren Mitglied des Ausländerbeirats) und
meiner beruflichen Erfahrung (ich arbeite seit
Gemeinderat eine Politik verfolgt, die
der kulturellen Verschiedenheit der Bür-
ger der Stadt mehr Rechnung trägt. Ich
MigrantInnen
circa 15 Jahren im Sozialbereich und im Mi- sehe die Notwendigkeit struktureller Die Forderung nach politischer Gleichstel-
grationsdienst) möchte ich hier klarstellen, Veränderungen innerhalb der Verwal- lung der MigrantInnen ist fester Bestand-
dass wir Ausländer hier in Freiburg zwar nicht tung mit dem Ziel, eine "integrierte" teil der politischen Arbeit der Linke Liste-
so häufig tätlichen Aggressionen ausgesetzt Stadt zu schaffen, eine gerechte und so- Solidarische Stadt. Das Kommunale Wahl-
sind wie anderswo, was ja an sich schon be- lidarische Stadt, in der jeder seinen Platz recht für alle Menschen, die ihren Lebens-
grüßenswert ist, aber dass sich Freiburg hin- finden und sich vertreten fühlen kann. mittelpunkt in Freiburg haben, gehört zu
sichtlich der Integration der Ausländer bzw. Eine solche Regierungskultur kann aber den elementaren Bestandteilen des demo-
eher ihrer Nicht-Integration keineswegs von nur dann entstehen, wenn auch die Mi- kratischen Staatswesens.
anderen Städten in Deutschland unterschei- granten in die Entscheidungsprozesse Erfahrungen mit dem kommunalen Wahl-
det. Es genügt ein Gang durch die Stadt, um einbezogen werden. Es kann nicht ange- recht für EU-BürgerInnen zeigen, wie wich-
festzustellen, dass auf den Schildern der frei- hen, dass Gremien wie der Ausländerbei- tig die Frage der politischen Partizipation
beruflich Tätigen, wie z.B. der Ärzte, Anwäl- rat, welcher keinerlei Entscheidungsbe- via Wahlrecht für den Integrationsprozess
te, Steuerberater etc. kaum ein ausländischer fugnis besitzt, das Organ zur Vertretung ist. Dies ist zumindest die Einschätzung de-
Namen zu finden ist; dasselbe Bild ergibt sich der Interessen der Ausländer ist. rer, die nun einige Jahre Erfahrung als kom-
in der Verwaltung, bei den Lehrern in der Deshalb brauchen wir neue Formen der munale Mandatsträger ausländischer Her- Nicht nachvollziehbare Verschwendung: Der teure Abriss eines sehr gut erhaltenen Gebäudes in
Schule und auch bei den Parteien. Dies ist um Demokratie von unten, die mit den nö- kunft aufweisen können. Freiburg durch die Stadt (nach Räumung der Instandbesetzung) in Zeiten der Wohnungsnot
so befremdlicher als Deutschland ja ein Ein- tigen finanziellen und technischen Mit- Selbstverständlich unterstützen wir die Ein-
wanderungsland ist und Freiburg sich gerne
das Image einer offenen Stadt gibt.
Es ist deshalb wichtig, dass im neuen Ge-
teln und den entsprechenden Befugnis-
sen ausgestattet werden, um eine - an-
gesichts der multikulturellen Situation in
führung der Doppelten Staatsbürgerschaft.
Dies ist für uns jedoch nach wie vor nur eine
"Krücke". Die Notwendigkeit, allen Men-
Pro soziale Bau- und Grund-
meinderat Entscheidungen getroffen wer-
den, die dazu beitragen, dieses Defizit hin-
unserer Stadt- konstruktive und initiati-
ve Rolle spielen zu können.
schen politische Mitbestimmungsrechte
einzuräumen, darf nicht von der "richtigen"
stückspolitik
sichtlich der Ausländer auszugleichen. Gianfranco Rizzuti Staatsangehörigkeit abhängig gemacht Die lisst setzt sich mit voller Kraft für hinaus gesunde Bausubstanz in großem
werden. bezahlbaren, gesunden und selbstbe- Stil für Unsummen an Steuer-Geldern
stimmten Wohnraum ein; insbesondere abreißen. Alles mit der Zustimmung ei-
Demokratische Stadtentwicklung Muttersprachlicher Unterricht
Die lisst fordert die Umsetzung und auch die
für: Einkommensschwächere, allein Er-
ziehende, Familien, Behinderte, allein-
ner noch breiten Mehrheit im Gemein-
derat. Dies wollen wir mit Ihrer/Eurer Hil-
Freiburg braucht einen politischen Inhalt Für eine intelligente Innenentwicklung sind Ausweitung von schulischen Fördermaß- stehende Wohnungslose und Studieren- fe ändern!
für den neuen Flächennutzungs- und Ver- in offenen Wettbewerben Regeln zu ent- nahmen für nicht deutsche SchülerInnen, die de - unabhängig von Alter und Natio- Die lisst kämpft kompetent und ent-
kehrsentwicklungsplan. Die Verwaltung wickeln. Dabei darf der Bestand der Grün- Einführung muttersprachlichen Unterrichts nalität. schlossen für eine grundsätzlich andere
darf nicht mehr mit autoritären Raffinessen und Gewässer-Flächen nicht verringert in bisher nicht angebotenen Herkunftsspra- Die Wohnungsnot in Freiburg hat sich Bau- und Grundstückspolitik.
den Gemeinderat benutzen; eine demo- werden. Die Identität der Stadtteile soll chen, den Ausbau bilingualer Schulzüge un- weiter zuspitzt - die "bürgerlichen" Par- Trotz der von der Landesregierung ver-
kratische, mündige Bürgerschaft bestimmt ausgebaut, ihre Innenbereiche in Fußgän- ter besonderer Berücksichtigung der Haupt- teien nehmen dies "bedauernd", doch antwortungslos fast gänzlich gekürzten
über die Entwicklung ihrer Stadtteile, Plät- gerzonen verwandelt und durch ein Netz herkunftsländer, die Anerkennung in der EU völlig untätig zur Kenntnis. Über 1200 Mittel für den "sozialen Mietwohnungs-
ze und Straßen. Die BürgerInnen wissen von öffentlichem Nahverkehr (ÖPNV) zum erworbener LehrerInnen- Diplome, die Fort- soziale Mietwohnungen sind Anfang bau" hat die Stadt Freiburg selbst reale
besser als die Verwaltung in den Amtsstu- Nulltarif verbunden werden. Sie sind mit führung der Hausaufgabenhilfe sowie 2004 aus der Sozialbindung gefallen. Möglichkeiten, sofort und direkt durch
ben, wo es Probleme gibt. Deren Spezialis- Dienststellen der Verwaltung, Bürgerhäu- Deutschunterricht zur Berufsvorbereitung. Gleichzeitig verkauft die Stadt weiter wirksame Kommunalpolitik die Woh-
ten können der Bürgerschaft mit ihrem sern, Einrichtungen für Kultur und Bildung, M. Pilar Buesa y Blanco große Teile aus dem städtischen Be- nungsnot zu bekämpfen - zum Teil, ohne
Fachwissen dienen. Soziales, Sport und Freizeit etc. auszustat- (Ausländerbeiratvorsitzende) stand an Baulöwen und lässt darüber den städtischen Haushalt durch zusätz-
Vision und Ziel ist intelligente Stadtent- ten. Die Erschließung für den motorisierten liche Ausgaben zu belasten.
wicklung im Innen- ohne weiteren Flä- Individualverkehr erfolgt von einem in sich Durch die Vergabe von Grundstücken
chenverbrauch im Außenbereich. Der Bo-
den der Stadt und ihres Umlandes ist nicht
geschlossen regionalen Straßensystem fä-
cherartig, der öffentliche. Straßenraum
Kunst - Menschen träumen und Immobilien auf der Basis verbillig-
ter sozial gebundener Erbbaurechte
vermehrbar; er ist für kommende Genera- wird vom ruhendem Verkehr befreit. Um zu fliegen brauchten die Menschen Identität stiftet und dabei Vielfalt zulässt. (Erbbauzinsen 1-2%) sowie erschwing-
tionen frei zu halten. Immo Kirsch nicht zuallererst Flugzeuge. Zuallererst Maria Moraes, Kulturbürgermeisterin von lichem und sozial gebundenem Verkauf
brauchten sie den Traum vom Fliegen Porto Alegre formulierte die "Grundrechte stadteigener Liegenschaften an genos-
(Ernst Köhler). der Kultur": senschaftlich oder in MieterInnenverei-
Beim 3. Weltsozialforum im Januar 2003 in Das Recht der Menschen auf Identität, auf in- nen organisierte Träger (statt diese an
Porto Alegre nahm die Diskussion um eine dividuelle, wie auf gesellschaftliche Identität; gewinnorientierte Spekulanten zu ver-
"andere" Kulturpolitik einen breiten Raum das Recht auf (Aus-)Wahl und freie Entschei- scherbeln!).
ein. Dabei standen zwei Überlegungen im dung, das Recht auf Anerkennung als Weitere Ziele und Maßnahmen der
Mittelpunkt. Zum einen eine Kulturpolitik "Selbst", das Recht auf freien Zugang zu Bil- lisst:
zu entwickeln, zu fordern und zu fördern, dung, das Recht auf freien Zugang zum kul- Förderung kollektiver Wohnformen für
die die Menschen mit einbezieht. In Porto turellen Leben, das Recht auf Muße, auf Zu- Alt und Jung, wider die Vereinzelung!
Alegre z.B. gibt es regelmäßig Straßenkino sehen und Genießen. Qualität statt Schlafsilos und Wohnklos.
für Jugendliche, bei denen ein fließender Da nur eine Person, die in der Lage ist, die- Unterstützung alternativer Wohnfor-
Übergang zum Laientheater vorhanden ist, se Rechte in Anspruch zu nehmen, und die men und neuer Selbsthilfe-Projekte (wie
in dem die Jugendlichen ihre Lebenssitua- eine eigene individuelle wie gesellschaftli- z.B. SUSI, Grether-Fabrik, Wohnen auf
tion, aber eben auch ihre Wünsche und che Identität hat, auch in der Lage ist, sich Rädern u.ä.).
Träume als Theater spielen, oftmals in dem politisch zu engagieren, wurde in Porto Ale- "Die Häuser denen, die drin wohnen!"
sie Kinostücke "weiterspielen". Faszinie- gre postuliert - auch durch die Kultur - eine Bobby Glatz
rend ist dabei, dass der Graben zwischen "Identität zu erfinden, die die Diversität
Kunst-ProduzentInnen und Kunst-Konsu- nicht ausschließt". Hier wird der Zu-
mentInnen weitgehend aufgehoben wird
und damit in gewisser Weise eine An-
sammenhang zwischen Kultur und Politik
deutlich, gerade in Porto Alegre, der Stadt
Verkehrspolitik
knüpfung an Joseph Beuys, der die künst- des Beteiligungshaushaltes; der Zu- Jahrelang hielt Freiburg sein Ringsystem,
Die nach der Ermordung von Tonio Pflaum lebendig gewordene Freundschaft zu den Menschen in lerische Auffassung vertrat, "jeder Mensch sammenhang zwischen einer Politik, die durchaus zu Recht, für eine gelungene
Wiwili führte zur Unterstützung des Baus einer Trinkwasserleitung. Während dieser Arbeit wurde ist ein Künstler", vollzogen wird. auf Beteiligung aller Menschen setzt und Verkehrsmaßnahme, konnte doch damit
auch Bernd Koberstein von der Contra brutal ermordet. Im März besuchte erstmals eine offizielle Die zweite Überlegung auf dem Weltsozi- einer Kultur, die Identität und Diversität die Innenstadt zur Fußgängerzone um-
Delegation der Stadt Freiburg Wiwili in Nicaragua. Foto: Marlu Wuermell-Klauss alforum war, eine Kultur zu fördern, die gleichermaßen und im Wechselspiel for- gebaut werden. Mittlerweile hat der
dert und fördert - also das Selbst-Sein und Durchgangsverkehr in allen Richtungen
Sich-Selbst-Verstehen verknüpft mit der beträchtlich zugenommen. Weder der
Welche Erfahrungen nehmen wir mit aus Wiwili? Anerkennung und Akzeptanz des Anderen.
Diese Kultur befähigt letztlich erst die Men-
Ausbau der B31, noch ein in ferner Zu-
kunft liegender Stadttunnel, werden die
Eine andere, eine solidarische Welt muss lernten Landarbeiter von Bananenplan- Wir fordern alle Freiburgerinnen und schen zu einer Realisierung eines radikal Belastungen durch zahllose Lkw und Per-
möglich gemacht werden. An diesem tagen kennen, die wochenlang einen Freiburger auf, sich für diese Arbeit demokratischen Politikansatzes, wie des sonenwagen entscheidend ändern. Eine
Projekt arbeiten wir gemeinsam mit un- Sitzstreik vor dem Parlament machten, weiter einzusetzen, denn es gibt kei- Prinzips des Beteiligungshaushaltes. Wende in der Verkehrspolitik ist unab-
seren FreundInnen aus dem Süden. In Ni- unter Plastikplanen lebten, um für sich ne Alternative zu einer solidarischen Die Menschheit hat schon längst den dingbar geworden. Die Zukunft erfordert
caragua und in Wiwili haben wir diese und ihre Leidensgenossen elementare Welt. Traum von etwas, zu dem sie nur das Be- neue urbane Lebensräume: Stätten für
FreundInnen kennen lernen dürfen: Rechte zu erhalten. Marlu Wuermell - Klauss wußtsein haben müßte, um ihn zu ver- soziale und kreative Kommunikation und
Menschen, die sich für den Erhalt der Wir lernten, dass Entwicklungshilfe nicht Spenden: wirklichen (Karl Marx). Orte der Begegnung. Dies kann nur mit
Umwelt einsetzen, die für diese Idee nur ein Geben und Nehmen bedeutet, Wiwiliverein Eine andere Welt ist nicht nur möglich, sie verkehrsberuhigenden Maßnahmen er-
Mehrarbeit auf sich nehmen, obwohl sie dass es nur sinnvoll ist, Projekte aus- Kto. 229871-756 bei Postbank Karlsruhe ist unterwegs. An einem ruhigen Tag kann folgen. Eine Unterbrechung des Rott-
selbst am Existenzminimum leben. schließlich unter Mitwirkung aller durch- (BLZ 66010075) ich schon ihr Atmen hören (Arundhati Roy). eck/Werderringes für den Durchgangs-
Aufforstung, Erosionsschutzmassnah- zuführen. Wir lernten, dass auch kleine Hendrijk Guzzoni verkehr hat für uns Priorität.
men, Diversität von Produkten, biologi- Bausteine ein großes Gebäude schaffen Grundsätzlich gehen unsere Vorstellun-
scher Pflanzenschutz sind nur einige Bei- können, ein Solidaritätsgebäude, das Wussten Sie schon ... gen über die vorrangige Behandlung von
spiele. Wir lernten Frauen kennen, die im viel Arbeit, aber auch Utopien und Vi- Bus und Bahn gegenüber dem Autover-
Frauenhaus (Casa Materna) Frauen hel- sionen beinhaltet. ... dass wir - erfolglos - im Gemeinde- ... dass wir seit 1½ Jahren darauf kehr seit langem über die anderer Frak-
fen, die wegen bevorstehender Geburt Wir konnten stolz sein auf die Arbeit der rat beantragt hatten, die Gebühren für warten, dass die Stadt die von uns vorge- tionen hinaus. Ziel bleibt, aus ökologi-
dringend Hilfe bedürfen, und dies, ob- Freiburger Wiwili-Gruppe und vor Ort Sondernutzung der Gehwege und Plätze legten Zahlen zur Auswirkung einer von uns schen und sozialen Gründen, einen mög-
wohl sie selber sehr bedürftig sind. Wir von ADEM, auf die vielen erfolgreich in der Innenstadt durch die Kaufhäuser beantragten Gewerbesteuererhöhung als lichst kostengünstigen, irgendwann kos-
lernten Gastfreundschaft kennen, die durchgeführten Projekte, die vielen u.a. zu erhöhen, um die Flut von Dreiecks- richtig bestätigt. Aus den Zahlen ergibt sich, tenlosen Nahverkehr, wie er heute schon
uns, die wir aus dem reichen Deutsch- Menschen ein Dach über dem Kopf, tafeln und Warenangeboten einzudäm- dass nur die mit sehr hohen Gewinnen ar- bei Sportclub-Spielen und Messen Wirk-
land kommen, fast beschämte. fruchtbaren Boden und sauberes Wasser, men und der StadtMehreinnahmen zu ver- beitenden Betriebe überhaupt betroffen wä- lichkeit ist. Alle sinnvollen Schritte in die-
Wir lernten, dass die Revolution in Nica- den Kindern Schulunterricht, den Kran- schaffen, jetzt aber immerhin eine Über- ren. OB Salomon hatte in öffentlicher Sitzung se Richtung finden unsere Unterstüt-
ragua noch lange nicht am Ende ist. Wir ken Hilfe gebracht haben. prüfung durch die Verwaltung erfolgt. die Richtigkeit dieser Zahlen bezweifelt. zung. Bernd Kirchhoff
linke iste ● solidarische stadt zur Kommunalwahl am 13.06.2004 3
Erste Schritte zu einer Brauchen wir heute noch eine eigenständige
neuen Linken Frauenpolitik - wir haben doch Gender?
Als vor gut zwei Jahren "die alternative" mit erwarte, daß beide wieder eine - hoffentlich Gender Mainstreaming (= Geschlechter- Trotz rechtlicher Gleichstellung und be- ● Chancengleichheit von Frauen und
Michael Moos einen eigenen Kandidaten in verstärkte - gemeinsame Fraktion im Gemein- demokratie,Geschlechtergerechtigkeit),dasneue achtlicher Fortschritte in Politik, Wirtschaft Männern im Erwerbsleben
den OB-Wahlkampf schickte, da war das ein derat bilden. Denn die Geschlechterfrage ist Zauberwort, viel benutzt und viel zu oft miss- und Gesellschaft der westlichen Industrie- ● Partnerschaftliche Teilung von Erwerbs-
Zeichen für einen Aufbruch innerhalb der eines der Probleme, an denen sich zeigt, daß braucht. Bei mir hinterlässt es häufig so eine Ah- staaten im Vergleich zu vielen Ländern der und Familienarbeit
links-alternativen Kräfte der Stadt. Gegen die linke Politik und Gesellschaftstheorie neue nung, dass die Nutzer und -innen nur selten wis- Welt, gilt es auch bei uns, die Augen vor be- ● Verbesserte Rahmenbedingungen für
hergebrachten Rathausparteien gerichtet, Wege gehen müssen, um den Herausforde- sen,wassichgenauhinterdiesemBegriffverbirgt. nachteiligenden Lebensbedingungen von die Vereinbarkeit von Beruf und Familie
trat "die alternative" ein für unmittelbare Bür- rungendurchdieneueGestaltdesKapitalismus Dieses Nichtwissen hindert Verwaltungen und Frauen nicht zu verschließen. ● Eigenständige soziale Sicherung von Frauen
gerinnen- und Bürgerrechte, für eine Politik zu begegnen. Bei diesen neuen Wegen kommt Unternehmungen aber nicht daran, bisherige Es gibt keine zukunftsorientierte Al- ● Gesellschaftliche Ächtung von Gewalt
von unten nach oben, für soziale Gerechtig- der Arbeit in den Kommunen besondere Be- Frauenstrukturen einzusparen, weil ja jetzt eine ternative zu gegen Frauen
keit und für die Gleichberechtigung der Ge- deutung zu; bisher aber haben wir, zumal in scheinbar bessere Strategie "von oben" wir- ● Paritätischer Machtbeteiligung von
schlechter und Kulturen. Über die traditionel- Freiburg, praktisch und theoretisch bestenfalls kungsvoller die Rechte von Frauen und Männern Frauen und Männern in allen Ent- Wir werden in der lisst vor allem auf der
le Linke hinausgehend, suchte "die alternati- erste Schritte dahin unternommen. durchsetzen hilft, als die mühsam "von unten" er- scheidungs-prozessen von Wirtschaft, kommunalen Ebene für diese Verbesse-
ve", wie die sozialen Bewegungen von attac Prof. Dr. Hans Peter Herrmann kämpften Fortschritte, Chancen und Rechte. Gesellschaft und Politik rungen intensiv kämpfen! Inge Tritz
und des internationalen Sozialforums, nach
neuen Antworten auf die globale Ausweitung
des Kapitalismus, das Verschwinden des In-
dustrieproletariats, das Ende des Staatssozi- lisst tritt ein für sozial und ökologisch Amanda Miller
alismus und das Scheitern des marxistischen
Parteienkonzepts. So, als Sammlung der so-
zial engagierten, herrschafts- und machtkriti-
ausgerichtete Wirtschaftsförderung Leiterin vom Ballett Freiburg und der
Pretty Ugly Company, hält sich zur Zeit
schen Kräfte in Freiburg kam sie zu ihrem Er- Freiburgs Titel "Öko-Hauptstadt" begründet Dazu gehört u.a., dass Energie/Klimaschutz- auch nicht die versprochene Zahl an Ar- im Auftrag des Goethe-Instituts in Neu-
folg, - ein Erfolg, auf den OB, Grüne und SPD sich weniger auf städtischer Wirtschaftsför- politik ein politischer Schwerpunkt der Stadt- beitsplätzen geschaffen, und die wenigen seeland auf. Zur Saison 2004/05 wird sie
inzwischen im Gemeinderat mit den hilflosen derung, als auf bundesweit beachteten Initia- entwicklung wird. Die Stadt selber muss ihre sind meist solche auf unterem Qualifika- Freiburg leider verlassen. Nachfolgend
Diffamierungen "populistisch" und "reali- tiven von Umweltschutzgruppen u.ä. unserer Einrichtungen entsprechend umbauen und tionsniveau mit unsozialen Arbeitsbedin- Auszüge aus einem Brief, den sie auf unse-
tätsfern" reagieren. Stadt. Freiburg ist auch eine Stadt der Wis- den Umbau heimischer Betriebe gezielt ein- gungen. Neue Betriebe in Freiburg müssen re Anfrage hin zu ihren Eindrücken vom Kul-
So habe auch ich mich seinerzeit in der "al- senschaft mit Uni, Max-Planck- und Fraunho- fordern. vertraglich auf die Einhaltung der geltenden turleben in Freiburg geschrieben hat:
ternative" engagiert und durch aktive Mitar- fer-Gesellschaft etc.; hier ist ein breiter Fächer Dieses Konzept stellen wir der "Wirtschafts- Tarifverträge für Löhne und Arbeitszeit ver- "… Ich schätze, wenn Freiburg versu-
beit versucht, eine Neubestimmung linksal- an Expertise und Erfahrung vorhanden, der förderung um jeden Preis" entgegen. Die hat pflichtet werden. So werden nicht nur qua- chen würde, die Künste mehr in das all-
ternativer Positionen in dieser Stadt zu för- bislang nur unzulänglich für die Anziehung in der Vergangenheit mit der Bevorzugung lifizierte Arbeitsplätze geschaffen, sondern tägliche Leben einzubeziehen, gäbe es
dern. Deshalb unterstütze ich nun auch die moderner High-Tech-Betriebe, insbesondere von Prestigeobjekten nicht nur einen unan- auch die Folgen der Arbeitslosigkeit für schlicht durch Erziehung viel bessere
"Liste solidarische Stadt" mit ihren Mitglie- im Bereich Umwelt / Energie, genutzt wurde. gemessen hohen Preis mit jährlichen Fol- Menschen und Kommune gesenkt. Chancen für die Kunst sich zu entwickeln.
dern aus der "alternative" und ihrem Spit- Mehr städtische Initiative auf diesen Gebieten gelasten in Millionenhöhe gekostet, sie hat Bernd Wagner Dadurch würde ein wirklicher Respekt
zenkandidaten Michael Moos. Ich werde am fördert Arbeitsplätze, die für "Kunst" bestehen wodurch die Kul-
13. Juni meine Stimmen der lisst und den auch Handwerk und Han- tur besser erhalten werden könnte …
"Unabhängigen Frauen Freiburg" geben und del stimulieren werden. … Ich denke Freiburg hat eine Menge posi-
tives Potential, eine Menge unbekannter
Künstler, die ihren Weg finden wollen, eine
"Soziale Verelendung" Menge Künstler, die ihren Weg schon ge-
funden haben; und es gibt ein sehr gutes und
bedeutet, dass immer mehr Menschen die Steuer; zur Kasse neugieriges Publikum, das nicht unterbe-
in ihrer Stellung als gleichberechtigte gebeten werden wir. wertet werden sollte …"
Mitglieder der Gesellschaft an Aner- Die Stadt streicht und

Privatisierung
kennung und Teilhabe verlieren, aus- "spart" nicht in allen
gegrenzt werden, ihre Existenz bedroht Bereichen; für den
sehen und in finanzieller Hinsicht ver- Ausbau der Neuen
armen. Ausgrenzung findet auch im Messe ist anscheinend Ob Schwimmbäder, kulturelle- oder Sozialein-
"liebenswerten und sauberen" -wie es Geld genug da. Es ist richtungen, überall scheint Privatisierung der
auf dem Transparent vor dem Rathaus eine Frage der Priori- Ausweg aus der Finanzkrise der Stadt zu sein.
heißt- Freiburg statt. Zu einem men- tätensetzung, was Dabei wird suggeriert, unter privater Regie lau-
schenwürdigen Leben gehört z.B. das wichtiger ist; der kos- fe alles viel besser. Doch tatsächlich sind die
Recht auf Wohnraum, eine finanzielle tenlose Zugang zur vielfältigen Erfahrungen in und mit privati-
Grundversorgung, die Teilhabe an Bil- Stadtbibliothek oder sierten Betrieben wie Post, Telekom, Bahn
dung und kulturellen Veranstaltungen die Gedenkplakette weitgehend negativ.
und die Möglichkeit zu sozialen Kon- für einen OB sind klei- Ein dramatischer Abbau von Arbeits- und Aus-
takten. Hier leben Menschen auf der ne Beispiele für eine bildungsplätzen wird dort von Einschränkun-
Straße, andere zahlen für ein 10 m²- Verteilungspolitik in gen der Leistungen beim Bürger begleitet. Bei
Zimmer im Hochhausblock 300 € Mie- Freiburg. der Post wurde jeder dritte Briefkasten im
te. Flüchtlingen wird oft weniger Raum Mariageorgia Bootz Am 3.April demonstrierten in Stuttgart 150.000 gegen Sozialabbau. Aus Freiburg kamen 1500 TeilnehmerInnen Stadtgebiet entfernt, Filialen geschlossen und
zugestanden als einem Auto. Trotzdem die Zustellbezirke viel zu stark vergrößert. Der

Ladenöffnung nachts und sonntags? NEIN!


werden bewohnbare, städtische Ge- Vernichtungswettbewerb der privaten Reini-
bäude sogar abgerissen. Wer zu einem gungsdienste untereinander lässt die Arbeits-
miesen Lohn für den Lebensunterhalt bedingungen für die Beschäftigten (vorwie-
arbeitet, wird es sich nicht zweimal Auch in Freiburg hängen die Handelskonzer- öffnungszeiten auf 20 Uhr schließen in der ment nun "Bürokratieabbau" durch faktische gend Frauen) bei abnehmender Reinigungs-
überlegen, ob er/sie den Abend vor dem ne über ihre Geschäftseingänge diverse exo- Innenstadt die großen Kaufhäuser und einige Abschaffung der verbliebenen Schutzrechte qualität auf der Strecke bleiben.
Fernseher oder im Theater verbringt. tische Namen, aber die klingenden Münzen Filialisten nun erst um 20 Uhr; die mittelstän- im Ladenschlussgesetz: Ladenöffnung rund Wir werden - im Stadtrat wie auch außerpar-
Wenn bereits an Grundschulen Kinder fließen auf nur wenige Bankkonten: Real Haid, dischen Geschäfte und kleinen Fachhändler je um die Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen lamentarisch - eine Privatisierungswelle als Teil
nicht nach ihren Fähigkeiten für den Media-Markt Haslach, Saturn Schwarzwald- nach Entfernung von den teuren Toplagen um heißt die gemeinsame Parole. einer neoliberalen Umverteilungspolitik und
weiterführenden Zweig eingestuft wer- City, Kaufhof Kajo: alles METRO; Penny-, HL-, 18 oder 16 Uhr. Die versprochenen Arbeits- Die Gewerkschaft ver.di hat erbitterten Wider- die Verschleuderung von öffentlichem Eigen-
den, sondern nach dem "Status" ihrer Pro-Markt-Filialen: alles REWE, diverse Mode-, plätze und Umsätze hat`s nicht gebracht. Den stand angekündigt. tum bekämpfen. Optimistisch stimmt uns,
Eltern, dann ist es nicht verwunderlich, Schuh- und Schmuckgeschäfte der Innen- meisten Menschen fehlt immer mehr schlicht Was bedeutet das für uns? Bis zum Herbst sind dass es noch bei keiner Bürgerentscheidung
dass sich an der Uni kaum Studis aus stadt: alles Karstadt Quelle, Parfumerien Dou- das Geld, nicht die Zeit zum Einkaufen. In Frei- durch die "Freiburger Lösung" zwischen ver.di, zu einer Mehrheit für Privatisierung gekom-
sog. ArbeiterInnenfamilien finden. Auf glas, Juwelier Christ, Buchhandlung Herder: burger Stadtteilen wie Weingarten, Brühl - Einzelhandelsverband und Gemeinderat men ist. Zuletzt hatten in Hamburg 74% der
diese Weise werden gesellschaftliche alles Douglas Holding. Bei vielen kleineren Ein- Industriegebiet, Haslach - Gartenstadt wird Sonntagsöffnungen ausgeschlossen. So oder WählerInnen eine Krankenhaus-Privatisie-
Positionen "vererbt". - Der Begriff "so- zelhändlern Neueröffnung, Insolvenz, Ausver- die gerade für Familien und ältere Bewohner so wird von Bedeutung sein, wie sich die neu- rung abgelehnt.
ziale Verelendung" lässt sich auch an- kauf: Der Konsummarkt wird immer enger, die wichtige kleine Infrastruktur gefährdet. en GemeinderätInnen im Rathaus wie auch in Manche sagen, staatliche bzw. öffentliche Be-
ders betrachten: Ein gesellschaftliches Grundstückspreise bewirken das ihre. Im Sinne der Kaufhofklage auf Sonntagsöff- ihren Parteien zum Thema Ladenschluss ver- triebe wären nicht effizient genug. Dem ent-
Armutszeugnis geben diejenigen aus Nach der letzten Ausdehnung der Samstags- nung in Berlin will Wirtschaftsminister Cle- halten. Ulrike Schubert gegnen wir: Jawohl, Veränderungen sind drin-
Politik und Wirtschaft ab, die diese Si- gend notwendig. Aber nicht durch weitere Ein-

Bildung darf keine Ware werden!


tuation dulden oder gar fördern. Wer schränkung der Mitbestimmung der Beschäf-
erzählt: "Wir müssen alle sparen" und tigten und völligen Abbau des Einflusses der
mit dieser Begründung Gelder für sozi- BürgerInnen, sondern durch deren Auswei-
ale und kulturelle Einrichtungen Noch Ende der 60er Jahre wurde das Bil- von Elite-Unis. Dies führt zu einer sozialen aus der Industrie und zahlungskräftige Stu- tung. Nicht die Maximierung von Gewinn soll
streicht, sorgt dafür dass es den Men- dungssystem unter dem Druck der Studen- Auslese. Der Anteil der Studenten aus den denten in profitorientierte Unternehmen zu das wichtigste Ziel sein, sondern eine soziale
schen in unserer Gesellschaft, die nicht tenbewegung massiv ausgebaut. Dies er- reichsten Elternhäusern stieg von 1982 bis verwandeln. und solidarische Stadtentwicklung. Dafür tre-
im Luxus leben, noch schlechter geht möglichte zunehmend auch Kindern aus un- 2000 von 17 auf 33%, aus den ärmsten Fa- Verlierer dabei sind Angestellte im Lehrbe- ten wir ein. Werner Siebler
und nimmt ihnen die Möglichkeit, sich teren sozialen Schichten ein Studium. Mit den milien sank er von 23 auf 13%. Studienge- trieb, Schüler und Studierende. Diese sollen
weiterzuentwickeln und sich zu enga- zunehmenden Krisen der Wirtschaft begann bühren führen zur weiteren Verschärfung Bildung aus eigener Tasche finanzieren. Und: Impressum
gieren. Er/Sie treibt diejenigen, die sich der Angriff auf die Errungenschaften der diese Entwicklung; deshalb streikten im Win- studentische Interessenvertretung hat in pri- Herausgegeben von
um ihre Grundversorgung (und die ih- 68er. Während die Ausgaben für Hochschu- ter bundesweit zehntausende Studierende, vaten Bildungsunternehmen keinen Platz. Linke Liste - Solidarische Stadt,
rer Familie) kümmern müssen, in die ge- len sanken, verdoppelte sich die Zahl der Stu- vor allem gegen deren Einführung. Wir brauchen - statt Elite-Unis, Studienge- Wilhelmstr. 15, 79098 Freiburg,
sellschaftliche Isolation. Bestenfalls dierenden. Schulen und Hochschulen sollen noch mehr bühren und längeren Arbeitszeiten für Leh- www.lisst.de, mail: info@lisst.de
lässt sich dabei nur die Frage stellen, Ein Problem des Bildungswesens ist ständi- als bisher "Zulieferbetriebe" für die Wirtschaft rerInnen - die Streichung teurer Rüstungspro- Auflage: 10.000
ob dies beabsichtigt ist oder aus Un- ger Geldmangel. Nicht zuletzt als Folge der werden. Beim European Roundtable of In- jekte und die Einführung der Vermögenssteu- Wir danken Ulrike Höllwarth (Grafik), Jürgen
kenntnis geschieht. Ehrlich ist es auf je- Steuerreform 2000 gingen die staatlichen dustrials (ERT) heißt es, daß "Kinder ab dem er, um angemessene Bildung sicherzustellen. Baumeister(Satz)undderDruckereiAprilund
den Fall nicht: Wir leben in keinem ar- Einnahmen massiv zurück, im wesentlichen ersten Schuljahr mit dem Konkurrenzkampf Bildung, die den Menschen in den Mittelpunkt Tochter für die gute und geduldige Zu-
men Land und keiner armen Stadt. Es zugunsten von Firmen wie Deutsche Tele- konfrontiert und dadurch geschult werden, stellt, und ein System, welches auf Profit und sammenarbeit.
ist eine politische Entscheidung, wofür kom, RWE, Bayer und Vodafone. um den Wettbewerb um soziale Privilegien Konkurrenz aufgebaut ist, stehen sich unver- Die Redaktion:
Geld ausgegeben wird und wofür nicht. Die Reaktion der Politik sind größere Schul- kennenzulernen." Ziel ist es, Unis durch Wett- einbar gegenüber. Martin Klauss, Maria Michelangeli,
Michael Moos, Gianfranco Rizzuti
Der Staat schenkt großen Konzernen klassen, Studiengebühren und die Einführung bewerb um staatliche Förderung, Drittmittel Julia Brouwer und Dirk Spoeri
4 linke iste ● solidarische stadt zur Kommunalwahl am 13.06.2004

Das Sozialforum - für Frieden


und eine gerechte Welt
Wahlbündnis Linke Liste- Solidarische Stadt Die Zeiten sind vorbei, als die Shell-Ju- schaft. Themen zur Entschuldung der
gendstudien noch mitteilen konnten, die Dritte-Welt-Länder, Minimal-Löhne, Re-
Jugend sei unpolitisch - das Gegenteil ist gio-Geld und Umsonstläden gehören
heute der Fall: hochmotiviert zieht eine ebenso zum Sozialforum wie Kinderar-
neue sozialpolitische Bewegung weltweit mut und Straßenschulen für obdachlose
in die Gegenwartsgeschichte ein. Das Jugendliche in Freiburg oder Informatio-
Interessante an dieser Bewegung ist, dass nen darüber, in welchem Maße ‚Daim-
sie gleichermaßen junge wie auch alte lerChrysler' in Waffengeschäfte weltweit
Menschen zusammenführt. Vernetzung und Minen- und Atomwaffentechnolo-
und Protest gegen die neoliberale Globa- gie verwickelt ist. Der BUND hat den Auf-
lisierung ist eines ihrer Anliegen. Weltso- takt zur Demo gegen das AKW Fessen-
zialforum (in Porto Alegre) und europäi- heim im Rahmen des Sozialforums in
sches Sozialforum heißen ihre "Gipfeltref- Freiburg gestartet. Die Agenda 21 hat für
fen" - und nun gibt es auch das Sozialfo- die Gründung des "Eine-Welt-Forums
rum in Freiburg. Freiburg" das Sozialforum gewählt. Und
‚Komm mach mit - nützt doch nichts'... der DGB hat gezielt seine Deutschland-
Die Theater-Gruppe von Attac-Freiburg Tournee unter dem Namen "Circus Sozi-
karikiert zur Eröffnungsfeier des viertä- ale" zeitgleich in Freiburg gestartet.
gigen Forums mit einer Menschen-Polit- Dies alles ist nur ein Anfang. Doch was mo-
Maschine die derzeitige Lokalpolitik. Ein tiviert und bewegt Jung und Alt weltweit
wechselndes Bürger-Podium diskutiert zu solchen Aktionen? Wie die Themen zum
anschließend die Wichtigkeit der Bür- Ausdruck bringen, handelt es sich um eine
gerbeteiligung. Und der SUSI-Chor ver- Protestbewegung gegen die Übermacht

Die KandidatInnen
breitet mit Antiapartheitsliedern aus der Finanz- und Wirtschaftsmärkte über
KandidatInnen und MitarbeiterInnen Südafrika, "Macaroni statt Kanoni" aus die Politik. Unsere Demokratie ist hoch-
der Linke Liste - Solidarische Stadt (lisst) Italien und einem Roma-Lied eine teils gradig bedroht. Soziale Ungerechtigkeit
spritzige, teils feierlich berührende Stim- nimmt überhand mit der Folge, dass we-
01 Michael Moos Rechtsanwalt Stadtrat Linke Liste, Vorsitzender der Haslach mung. Gestaltet von ca. 50 Gruppen ver- nige Reiche immer reicher und die Menge
bad.-württ. Strafverteidigervereinigung
Wir danken spricht das Programm mit fast 100 Ver- der Ärmeren immer ärmer wird. Diese Ent-
02 Hendrijk Guzzoni Lieferfahrer, Stadtrat Linke Liste, DKP, Frbg. Sozialforum Rieselfeld anstaltungen, Aktionen, Infotischen, wicklung trifft zusehends mehr Länder
Altenbetreuung den Spenderinnen und Spendern, Filmvorführungen, Musik, Theater und und Menschen und wird sich fortsetzen,
03 Ulrike Schubert Buchhändlerin Betriebsratsvorsitzende, ver.di Vauban die die Herausgabe dieser Zeitung zum Abschluss eine interreligiöse Feier, wenn kein Widerstand geleistet wird. Die
04 Mariageorgia Bootz Geschäftsführerin, Linke Liste, Geschäftsführerin LL/UF, Stühlinger möglich gemacht haben! einen reizvollen Kongress. Protestierenden der Sozialforen vernetzen
Studium, Altenpflege GEW, VVN-BdA Die TeilnehmerInnen des Forums werden sich und suchen gemeinsam neue Wege.
05 Gianfranco Rizzuti Sozialreferent Ausländerbeirat, Frbg. Sozialforum Wiehre Wir bitten intensiv und umfassend informiert: z.B. Wichtig ist, dass sie größtenteils aus der
von ExpertInnen zu Ungerechtigkeiten Friedensbewegung kommen und dement-
06 Bobby Jürgen Glatz Architekt Quartiersbeirat u. Stadtteilzentrum Vauban, Vauban um weitere Spenden auf unser bestehender Steuerpolitik, über an- sprechend die Lösungen auf friedlichen
Haus 37, SUSI, DIVA
Konto bei der Sparkasse Freiburg schauliche Berichte zu den Folgen fort- Wegen suchen.
07 Julia Brouwer Studentin SEATTLE, u-asta Lehen schreitender Privatisierungspolitik, spe- Die lisst steht mit ihren KandidatInnen
BLZ 680 501 01, Kto. Nr. 121 183 99
08 Aniela Schneider Kauffrau (arbeitslos) Frauen in Schwarz, Queerer Runder Tisch Stühlinger ziell auch für Frauen, Gefährdung der De- hinter den grundsätzlichen Einstellungen
09 M. Pilar Buesa y Blanco Dozentin Vorsitzende des Ausländerbeirats Wiehre Spendenbescheinigungen werden mokratie durch neoliberale Globalisie- dieser neuen sozialen Bewegung. - Eine
10 Dirk Spöri Student Linksruck, attac Landwasser auf Wunsch zugesandt. rung und GATS bis hin zu den Gefahren andere Welt ist möglich. Fassen wir es an.
der Genmanipulation in der Landwirt- Annette Michaelis (attac)
11 Annette Michaelis Dozentin attac, Freiburger Sozialforum Zähringen
12 Achim Stober Arzt MediNetz, die alternative St. Georgen
13 Werner Siebler Betriebsrat ver.di, Linke Liste
14 Martina Mosthaf Ausländerpädagogin Mitgl. im Verkehrsausschuss, VCD
Wiehre Gespräch mit dem DGB-Kreisvorsitzenden
Jürgen Höfflin
Littenweiler
15 Gregory Mohlberg Student PDS, ['solid], GEW, JEF, IDAV, DGVN Betzenhausen
16 Erwin Czarzynski Dipl. Pädagoge Personalrat Uniklinik, Frbg. Sozialforum, Wiehre
Beirat Forum Vauban, ver.di, FARBE lisst: Kannst Du aktuelle Beispiele von allein um die 3000 Arbeitslosenhilfe- sein, was könnte dazu führen, dass die
17 Heidrun Maitreau Lehrerin Frbg. Sozialforum, Stadtteilarb. Forum Vaub. Vauban Arbeitsplatzvernichtung in unserer Re- empfänger, die im Schnitt derzeit € 570.- Menschen wieder die Momente der So-
18 Uta Spoeri CTA attac, Linksruck, BI geg. Sozialabbau, ver.di Landwasser gion berichten? pro Monat erhalten. Mit der neuen Re- lidarität, des gemeinsamen Kämpfens,
Jürgen Höfflin Der größte Stellenab- gelung werden sie nach einer Über- als für sich selber notwen-dig erkennen?
19 Alexander Grede Schüler, PSJ Jugendrat, Linksruck Haslach bau in Südbaden erleben wir im Augen- gangszeit nur noch € 346.- pro Monat er- Jürgen Höfflin Wir erleben in einzelnen
20 Fausta Carli Angestelte Ausländerbeirat Herdern blick bei einer Chemie-firma in Grenzach, halten. Das hat aber nicht nur für die Per- Betrieben, dass dort eine solche Ent-
21 Günter Max Heinke Sozialarbeiter VVN-BdA, Friedensforum Opfingen die grenzüberschreitend 1000 Arbeits- sonen im Einzelnen ein verheerendes wicklung stattfindet. Paradebeispiel ist
22 Marlu Würmell-Klauss Lehrerin Vorsitzende des Wiwilli-Vereins Rieselfeld plätze im hochqualifizierten Bereich ab- Schicksal zur Folge, sondern auch der die Uni-Klinik hier in Freiburg. Das Land
baut. Das ist die Fa. DSM (ehem. Roche), Wirtschaft wird Kaufkraft entzogen, und Baden-Württemberg will die Tarifverträ-
23 Martin Klauss Lehrer Linke Liste, SUSI, CfS Rieselfeld die in der Vitaminbranche massiv Stellen das untergräbt den wirtschaftlichen ge auflösen, seit Jahren wird dort ver-
24 Karl-Heinz Klingberg Großhandelskaufm. ver.di Betzenhausen abbaut. Ein aktuelles Beispiel aus Frei- Kreislauf und vernichtet weitere Arbeits- sucht, die Arbeitsstandards zu senken.
25 Jutta Guhl Sozialarbeiterin Gemeinwesenarbeit Haslach burg ist die Firma Fortschritt. Aber auch plätze. Gerade in der Uni-Klinik haben wir mas-
26 Dr. Bernd Wagner Wiss. Angestellter IG BCE, DKP, VVN-BdA Herdern
im nicht so hoch qualifizierten Bereich, lisst: Was sind die Auswirkungen für siven Mitgliederzugewinn und ich den-
wie bei der Firma Ganter in Waldkirch diejenigen, die noch in Arbeit bleiben? ke, auch die Massen-demonstrationen
27 Nikita Karavaev Schüler Jugendrat, SDAJ, DKP Beurbarung (Schuhproduktion), erleben wir diesen Jürgen Höfflin Der Druck auf unsere Ar- am 03. April gegen Sozialabbau haben
28 Thomas Vitallowitz EDV-Experte ver.di Stühlinger negativen Trend. Kurz gesagt, keine beitsstandards nimmt immer mehr zu. gezeigt, dass die Menschen realisiert ha-
29 Birgit Frauenhammer Hausfrau Mütterzentrum Littenweiler Branche bleibt gegenwärtig vom Stel- Die Angriffe auf die Tarifautonomie, auf ben, dass die herrschende Politik gegen
lenabbau verschont. die Tarifverträge werden verstärkt. Ziel sie läuft und dass sie nicht mehr bereit
30 Semistan Mustafa Koc Sozialarbeiter Migration, Türkei-Kurdistan-Komitee Stühlinger
lisst: Was ist nach der "Agenda 2010" der Arbeitgeber ist es ganz eindeutig, sind, das hinzunehmen. Ich hoffe, dass
31 Marina Noussan Dozentin Vorsitzende „In Piazza" Wiehre das Schicksal von Arbeitern/Angestell- sämtliche erkämpften Standards zu ih- dies auch bei Wahlen seinen Ausdruck
32 Jorge Lizama Kfz-Mechaniker Wiwili-Verein Haslach ten, die ihren Arbeitsplatz verlieren? ren Gunsten zu verändern. findet.
33 Clemens Hauser Dipl. Pädagoge Ausländerbeirat, AK Medien Wiehre Jürgen Höfflin Wir haben in Freiburg lisst: Was könnte eine Gegenstrategie Ich danke Dir für das Gespräch.
Das Gespräch mit Jürgen Höfflin
34 Alraune Babsi Bank Köchin AK Frauen Weingarten Weingarten

"Seltsame Sprachlosigkeit"
führte Michael Moos.
35 Betty Lauck-Ndayi Fremdsprachensekr. AK Frauen Weingarten Weingarten
36 Clemens Back Dipl. Pädagoge Stadtteilarbeit Rieselfeld Vauban
37 Andrea Forsthuber Dipl. Chemikerin DKP, NIF, Queerer Runder Tisch, Linke Liste Haslach
Leserbrief zur Ansiedlung eines Discounters im Rieselfeld
abgedruckt in der BZ am 8.4.04
38 Rolf Hambrecht Gastwirt Queerer Runder Tisch Weingarten
39 Maria Flender Krankenschwester Linke Liste Oberau Wie weit müssen sich die Freiburger Grü- Vielleicht liegt in dieser Spannung zwischen suchten Bürgeranhörung: trotz direkter
40 Bernd Kirchhoff Verkäufer Linke Liste, FARBE, VCD Haslach nen inzwischen von ihren ökologischen früheren Ansprüchen und heutiger Realität Aufforderung waren diese nicht bereit, rei-
41 Dr. Immo Kirsch Architekt Agenda 21, Stadtentwicklung Stühlinger Wurzeln entfernt haben, wenn sie gegen eine Ursache dafür, im Gemeinderat Herrn nen Wein darüber einzuschenken, dass sie
den Willen der meisten Anwohner und Moos (Linke Liste) in eigenartiger Weise hef- sich von der deutlichen Mehrheit der an-
42 Holger Kapp Sozialarbeiter Jugendkultur Stühlinger eines großen Teils der RieselfelderInnen tig zu beschimpfen, der nichts anderes ver- wesenden Menschen nicht werden beein-
43 Heinz Auweder Buchhändler Buchladen Jos Fritz Herdern mithelfen, eine als öffentlicher Platz aus- suchte, als im Rahmen der Diskussion die Ar- drucken lassen und stattdessen nach ei-
44 Birgit Reichinger Germanistin und VVN-BdA Stühlinger gewiesene Fläche für Auto-Parkplätze zu gumente der besorgten BürgerInnen vorzu- genem Gutdünken für die Lidl-Ansiedlung
Historikerin, Sachbearbeiterin opfern; wenn sie gegen alle Proteste ei- tragen. Nach dem bekannten Prinzip: "Wem einschließlich der 60 Parkplätze stimmen
45 Inge Tritz Dipl. Sozialarbeiterin Altstadträtin Linke Liste Hochdorf nem Discounter den Zuschlag geben, der die Argumente ausgehen, der beginnt, (in die- werden. Wie schön wäre es doch für uns
46 Dr. Werner Schätzle Meteorologe Altstadtrat Linke Liste Wiehre
in vielfältiger Weise deutlich macht, dass sem Fall verbal) um sich zu schlagen". alle, wenn das Reden vieler politisch Ver-
es Verkaufsstrategie ist, zusätzlichen Eigenartig auch die seltsame Sprachlosigkeit antwortlicher von Bürgerbeteiligung sich
47 Michael Berger Historiker Spechtpassage, Ökobankbewegung Lehen Auto-Einkaufsverkehr ins Stadtviertel - des Herrn Friebis (Grüne) wie auch anderer nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit
48 Winfried Cordi Programmierer Linke Liste Stühlinger sprich: mitten ins Wohngebiet - lenken Gemeinderäte bei der letztjährigen, mit mehr als leere Hülse entlarven würde.
zu wollen! als 300 RieselfelderInnen äußerst gut be- Martin Klauss, Rieselfeld