Sie sind auf Seite 1von 94

Analysis I

Inhaltsverzeichnis

1 Der Aufbau des Zahlensystems

 

5

1.1 Die naturlichen¨

Zahlen

 

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

5

1.2 Die ganzen Zahlen

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

7

1.3 Die rationalen Zahlen

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

10

1.4 Die reellen Zahlen

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

13

1.5 Die komplexen Zahlen

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

13

2 Folgen

15

2.1 Grundbegriffe, Folgen in Q

 

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

15

2.2 Die reellen Zahlen und ihre Vollst¨andigkeit

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

18

3 Reihen

23

3.1 Grundbegriffe

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

23

3.2 Spezielle Konvergenzkriterien

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

26

3.3 Unendliche Dezimalbruche¨

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

28

4 Funktionen, Stetigkeit

 

31

4.1 Einige Grundbegriffe

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

31

4.2 Stetige Funktionen

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

33

4.3 Die Zwischenwerts¨atze

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

35

4.4 Gleichm¨aßige Stetigkeit

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

37

4.5 Der Raum der beschr¨ankten Funktionen

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

38

4.6 Gleichm¨aßige Konvergenz

 

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

39

4.7 Der Weierstraß’sche Approximationssatz

 

41

5 Differenzierbarkeit

47

5.1 Ableitungen

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

47

5.2 Differentiationsregeln

 

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

49

5.3 Die Mittelwerts¨atze .

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

51

5.4 Der Taylor’sche Satz

 

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

53

5.5 Monotone und konvexe Funktionen

 

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

56

5.6 Funktionenfolgen

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

59

 

3

4

INHALTSVERZEICHNIS

6 Potenzreihen und elementare Funktionen

 

61

6.1 Potenzreihen

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

61

6.2 Die Exponentialfunktion und der Logarithmus

 

64

6.3 Die Kreisfunktionen

 

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

70

7 Das Integral

75

7.1 Treppenfunktionen und Regelfunktionen

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

75

7.2 Das Integral von Regelfunktionen .

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

79

7.3 Integration und Differentation .

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

83

7.4 Partielle Integration

 

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

85

7.5 Substitution .

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

87

7.6 Uneigentliche Integrale

 

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

89

7.7 Das Lebegue-Integral

 

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

91

7.8 Numerische Integration

 

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

94

Kapitel 1

Der Aufbau des Zahlensystems

1.1 Die naturlichen¨

Bezeichnung: N = {1, 2, 3, 4,

}

Zahlen

Peano’sche Axiome (G. Peano, 1891)

1. 1 ist eine naturliche¨

Zahl

2. Jede naturliche¨

Zahl besitzt einen Nachfolger n = n + 1

3. Es gibt keine naturliche¨

Zahl mit dem Nachfolger 1

4. Aus n = m folgt n = m

5. N selbst ist die einzige Teilmenge von N, die die Zahl 1 und mit jeder Zahl n auch n enth¨alt.

Bemerkung: Axiom 5 ist das Induktionsaxiom. Es bildet die Grundlage des Beweises durch vollst¨andige Induktion und der Definition durch Rekursion.

Definition 1.1 (Addition)

n + 1 := n ,

n + m = (n + m)

Definition 1.2 (Multiplikation)

n · 1 = n

n · m = n · m + n

5

6

KAPITEL 1. DER AUFBAU DES ZAHLENSYSTEMS

Diese beiden Definition sind Beispiele fur¨ die Definition durch Rekursion. Aus ihnen lassen sich die folgenden Rechenregeln ableiten:

Addition: (n + m) + k

=

n + (m + k)

(Assoziativit¨at)

n + m

=

m + n

(Kommutativit¨at)

Multiplikation:

(n · m) · k

=

n · (k · k)

(Assoziativit¨at)

n · m

=

m · n

(Kommutativit¨at)

(n + m) · k

=

n · k + m · k

(Distributivgesetz )

Beweis: (fur¨ Assoziativgesetz der Addition)

Induktion uber¨

Ind.- Anfang: k = 1

k:

(n + m) + 1

=

(n + m)

(nach Def. der Addition)

=

n + m

(2. Teil der Definition)

=

n + (m + 1)

(

)

Schritt: k k + 1

(n + m) + k

=

((n + k) + k)

(nach Def. der Addition)

=

(n + (m + k))

(nach Ind.-Voraussetzung)

=

n + (m + k)

(nach

Def. der Addition)

=

n + (m + k )

(

)

der Addition) = n + ( m + k ) ( “ ) Damit enth¨alt die

Damit enth¨alt die Menge aller k N, fur¨ die bei gegebenem n und m (n+m)+k = n+(m+k) ist, die Zahl k = 1 und mit jedem k auch den Nachfolger k . Nach dem Induktionsaxiom ist

damit fur¨ alle k

Andere Gesetze gelten ¨ahnlich. (S. E. Landau, Grundlagen der Analysis“)

N (n + m) + k = n + (m + k).

Definition 1.3 (Anordnung auf N) n ist genau dann gr¨oßer als m, wenn es ein k N mit m + k = n gibt. Man schreibt dann

n > m

Weiter ist

n

n

n

m

< m

m

:

:

:

n > m oder m > n n < m oder

n = m

n = m

Einige Eigenschaften:

1. Fur¨ alle n ist n n. (Reflexivit¨at)

2. Ist n m und m k, so ist n k. (Transitivit¨at)

3. Ist n m und m n, so ist n = m.

4. Fur¨

alle n, m ist n m oder n m.

Bemerkung: 1), 2) und 3) besagen, daß “” eine Ordnungsrelation auf N ist. Wegen 4) ist “” eine Totalordnung auf N.

Vertr¨aglichkeit der Ordnungsrelation mit +, ·: S. Abschnitt uber¨

rationale Zahlen.

1.2.

DIE GANZEN ZAHLEN

7

1.2 Die ganzen Zahlen

Bezeichnung: Z =

, 2, 1, 0, 1, 2,

}

Eigenschaften der Addition auf Z:

1. (n + m) + k = n + (m + k)

(Assoziativit¨at)

2. n + m = m + n

(Kommutativit¨at)

3. n + 0 = n

(neutrales Element 0)

4. n + (n) = 0

(inverses Element)

Mit anderen Worten: Z bildet bezuglich¨

G r u p p e.

der Addition (im Gegensatz zu N) eine k o m m u t a t i v e

Definition 1.4 (Gruppe) Eine Menge G, auf der eine Verknupfung¨

: G × G G : (a, b)

a b

definiert ist, heißt eine G r u p p e, wenn die folgenden Bedingungen erfullt¨

(G1) Assiziativgesetz: (a b) c = a (b c)

(G2) Existenz eines linksneutralen Elements: e a = a

a G

(G3) Existenz linksinverser Elemente a 1 a = e

a G

sind:

Definition 1.5 Die Gruppe heißt

zu den Gesetzen (G1)-(G3) das Kommutativgesetz gilt:

k o m m u t a t i v

oder

a b = b a

a, b G

Keine Gruppen sind:

N bezuglich¨

der Addition

Z bezuglich¨

der Multiplikation

a b e l s c h, wenn zus¨atzlich

8

KAPITEL 1. DER AUFBAU DES ZAHLENSYSTEMS

Konstruktion von Z (aus N)

Ganze Zahlen sind Differenzen“ mn naturlicher¨ Zahlen. Dabei muß man zwei Differenzen

m 1 n 1 und m 2 n 2 als gleich ansehen, wenn m 1 + n 2 = m 2 + n 1 ist. Dies fuhrt¨

auf den

Begriff der A q u i v a l e n z k l a s s e n b i l d u n g.

¨

Definition 1.6 Eine Relation R zwischen den Elementen einer Menge A heißt

r e f l e x i v, wenn fur¨

alle x A gilt: xRx

s y m m e t r i s c h, wenn aus xRy stets yRx folgt

t r a n s i t i v, wenn aus xRy, yRz stets xRz folgt

Definition 1.7 Eine reflexive, symmetrische und transitive Relation auf einer Menge A

¨

heißt A q u i v a l e n z r e l a t i o n.

¨

Beispiel 1.8 Durch (m 1 , n 1 ) (m 2 , n 2 ) m 1 + n 2 = m 2 + n 1 ist eine Aquivalenzrelation

auf der Menge der Paare naturlicher¨ Zahlen gegeben.

¨

Dagegen ist auf N keine Aquivalenzrelation, da sie nicht symmetrisch ist.

¨

Definition 1.9 Ist eine Aquivalenzrelation auf der Menge A, so heißt fur¨ gegebenes x A

die Teilmenge:

[x] = {y|y x} ⊆ A

die A q u i v a l e n z k l a s s e

¨

oder

R e s t k l a s s e

von x.

Satz 1.10 Es ist genau dann [x] = [y], wenn x y ist.

Beweis: 1.) Sei zun¨achst x y (””). Zu zeigen ist, daß aus z

umgekehrt. Dann ist

[x] [y] und [y] [x] [x] = [y].

[x] z

[y] und

Sei also z [x]. Nach Definition von x ist dann z x. Wegen x y folgt mit der Transitivit¨at z y. Nach Definition von [y] folgt z [y], also [x] [y]. Wegen Symmetrie ist y x, daher gilt entsprechend [y] [x] [x] = [y].

2.) Sei nun umgekehrt [x] = [y]. (””) Wegen der Reflexibilit¨at von gilt x x. Nach

Definition von [x] folgt damit x [x] = [y]. Nach Definition von [y] folgt x y.

[ x ] = [ y ]. Nach Definition von [y] folgt x ∼ y .

Folgerung: Zwei Restklassen sind entweder gleich oder d i s j u n k t, d.h. elementfremd.

Beweis: Sei z [x] [y]. Dann ist z y, z y. Mit obigem Satz folgt [x] = [z] = [y].

¨

z ∼ y . Mit obigem Satz folgt [ x ] = [ z ] =

Folgerung: Eine Aquivalenzrelation auf einer Menge A induziert eine Zerlegung von A in

¨

disjunkte Teilmengen, die Aquivalenzklassen. Umgekehrt entspricht jeder Zerlegung einer

¨

Menge in disjunkte Teilmengen eine Aquivalenzrelation auf A.

1.2.

DIE GANZEN ZAHLEN

9

Konstruktion der ganzen Zahlen aus den naturlichen¨

Zahlen

1. Fuhre¨

¨

durch (m 1 , n 1 ) (m 2 , n 2 ) m 1 + n 2 = m 2 + n 1 eine Aquivalenzrelation auf

der Menge der Paare (m, n) naturlicher¨

Zahlen ein.

2. Sehe die Menge Z der ganzen Zahlen als Menge

Z = {[(m, n)] | m, n N}

¨

der entsprechenden Aquivalenzklassen an. (Interpretation [(m, n)] = m n“)

3. Definiere durch

[(m 1 , n 1 )] + [(m 2 , n 2 )] = [(m 1 + m 2 , n 1 + n 2 )]

[(m 1 , n 1 )] · [(m 2 , n 2 )] = [(m 1 m 2 + n 1 n 2 , m 1 n 2 + m 2 n 1 )]

die Addition und Multiplikation auf Z

4. Fuhre¨

durch

[(m 1 , n 1 )] [(m 2 , n 2 )] m 1 + n 2 m 2 + n 2

eine Totalordnung auf Z ein.

Zu zeigen ist noch, daß die Addition und Multiplikation sowie die Ordnungsrelation wohl-

¨

definiert“ sind, d.h. sie nicht von der Wahl der Repr¨asentanten aus der Aquivalenzklasse

abh¨angen. Als Beispiel soll dies fur¨ die Addition gezeigt werden:

Aus [(m 1 , n 1 )] = [(m 1 , n 1 )], [(m 2 , n 2 )] = [(m 2 , n 2 )], d.h. folgt wegen

m 1 +n 1 = m 1 +n 1 , m 2 +n 2 = m 2 +n 2

(m 1 + m 2 , n 1 + n 2 )

(m 1 + m 2 ) + (n 1 + n 2 ) =

(m 1 + n 1 ) + (m 2 + n 2 ) = (m 1 + n 1 ) + (m 2 + n 2 )

(m 1 + m 2 ) + (n 1 + n 2 )

(m 1 + m 2 , n 1 + n 2 )

die Behauptung

[(m 1 + m 2 , n 1 + n 2 )] = [(m 1 +

m 2 , n 1 + n 2 )]

)] = [( m 1 + m 2 , n 1 + n 2 )] Einbettung

Einbettung von N in Z: n [(n + 1), 1]

Zu zeigen:

1. Aus [(n + 1, 1)] = [(n + 1, 1)] folgt n

= n

2. Die Addition und Multiplikation auf Z sind mit der Addition und Multiplikation auf N vertr¨aglich:

n + m [(n + m + 1, 1)] = [(n + 1, 1)] + [(m + 1, 1)],

.

.

.

10

KAPITEL 1. DER AUFBAU DES ZAHLENSYSTEMS

1.3 Die rationalen Zahlen

Bezeichnung: Q, die Menge aller Bruche¨ m , m, n Z, n

Problem: Wie die naturlichen¨

bezuglich¨ der Multiplikation noch keine Gruppe. Deshalb: Bruche¨ m einfuhren.¨ Zwei Bruche¨

der Addition bilden die ganzen Zahlen ohne 0

n

= 0

Zahlen bezuglich¨

n

sind dabei als ¨aquivalent anzusehen, wenn sie durch Kurzen¨ auseinander hervorgehen.

¨

Aquivalenzrelation auf Z × Z\0:

(m 1 , n 1 ) (m 2 , n 2 ) m 1 n 2 = m 2 n 1

m n = [(m, n)], m, n Z, n

= 0

Rationale Zahlen: Q = m

n

| m, n Z, n

= 0

Einbetten von Z in Q: Z m , | m Z = m

Addition und Multiplikation auf Q:

1

m

n

1

1

+ m 2

n

2

=

m

n

1

1

· m 2

n

2

m 1 n 2 +m 2 n 1 n 1 n 2

=

m 1 m 2 n 1 n 2

(1.1)

(1.2)

(1.3)

sind wohldefiniert und mit der Einbettung von Z vertr¨aglich (ohne Beweis).

Additions- und Multiplikationsgesetze:

x

+ y

=

y + x

Kommutativit¨at

(x + y) + z

=

x + (y + z)

Assoziativit¨at

x

+ 0

=

x

neutrales Element

x + (x)

=

0

inverses Element

Distributivgesetz:

x(y + z) = xy + xz

Mit anderen Worten: Q ist ein K¨orper.

x

(x · y)z

· 1

· y

x

x

1

· x

=

=

=

=

y · x x(y · z) x

1

Definition 1.11 Eine Menge K zusammen mit 2 Verknupfungen¨ kation) auf K heißt K¨orper, wenn

+, · (Addition, Multipli-

1. K bezuglich¨

2. K\ {0} bezuglich¨

der Addition kommutative Gruppe ist (mit neutralem Element 0)

der Multiplikation kommutative Gruppe ist (mit neutralem Element

1).

3. das Distributivgesetz gilt.

Anordnung auf Q:

Sind n 1 , n 2 > 0, so ist m 1

Grundeigenschaften:

n

1

m 2 definitionsgem¨aß genau dann, wenn m 1 n 2 m 2 n 1 ist.

n

2

1. Fur¨

alle x ist x x

2. Ist

x y,

y z, so folgt

x z.

3. Ist

x y,

y x, so folgt

x = y.

4. Fur¨

alle x, y ist x y oder y x.

1.3.

DIE RATIONALEN ZAHLEN

11

6.

Aus 0 x, 0 y folgt 0 xy.

Definition 1.12 Ein K¨orper, auf dem eine Totalordnung (Eigenschaften 1-4) gegeben ist,

die den Vertr¨aglichkeitsbedingungen 5 und 6 genugt,¨

nennt man

a n g e o r d n e t e n

K ¨o r p e r.

Mit anderen Worten: Q ist ein angeordneter K¨orper.

 

Bezeichnungen:

 

x

< y

:

x y

=

und x

y

(1.4)

x

y

:

y x

(1.5)

x

> y

:

x y

=

und x

y

(1.6)

Satz 1.13

a) x > 0

(x < 0) ist gleichbedeutend mit x < 0 (x > 0).

b) Aus

x < y, y < z

folgt x < z.

c) x

Aus

<

y folgt x + z <

y + z.

d) x < y folgt

Aus

x < y,

x + x < y + y .

e) Aus

x < y,

a > 0

folgt ax < ay.

f ) Aus

x < y,

a < 0

folgt ax > ay.

g) Aus x

h) x > 0

= y

Aus

folgt x 2 > 0.

1

folgt x > 0.

i) 0 < x < y folgt 0 <

Aus

1

y

1

<