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2006 14:14 Uhr Seite 1

Aktualisierte Ausgabe Nr. 16 | Februar 2006

e-f@cts
Innovationspolitik, Informationsgesellschaft, Telekommunikation
Informationen
zum E-Business

Schwerpunkt
Es gibt einige Besonderheiten bei
E-Business-Gründungen, die
– natürlich – mit den Eigenheiten
elektronischer Unternehmungen
zusammenhängen.
3 ab Seite 1

Fakten & Zahlen


E-Business + Existenzgründung
Alle Besonderheiten bei E-Business-Gründungen dern vor allem Gründungen, die technische In-
betreffen in erster Linie das Unternehmenskon- novationen (z. B. eine neue Buchführungs-Soft-
zept, das Gründerinnen und Gründer in einem ware) verkaufen wollen. Gerade diese Innova-
Businessplan zusammenfassen sollten. Daher tionen sind oft schwer erklärbar. Das führt dazu,
3 ab Seite 2 sind die im Folgenden aufgeführten Hinweise dass potenziellen Kunden der Angebots-Nutzen
nach den Themen eines Businessplans sortiert. verborgen bleibt (dem Kreditgeber leider meist
E-Business-ABC ebenso). Wichtig ist: Internet-Gründer müssen
Gründerperson die Sprache ihrer Kunden sprechen.
Affiliate Programme, Customer Während bei den meisten Gründungen von
Relationship Management, Gründerinnen und Gründern vor allem Einsatz- Verzögerung einplanen
E-Business-Anwendungen bereitschaft, Berufserfahrung oder kaufmänni- Den Angebots-Nutzen erkennen und akzeptie-
3 ab Seite 4 sches Wissen gefragt ist, kommt es beim Auf- ren Kunden oft erst nach einem gewissen Ge-
bau eines E-Business zunehmend auf Branchen- wöhnungseffekt. Eventuelle Verzögerungen
erfahrung und das Wissen um die Zusammen- muss man - für Entwicklung und Markteinfüh-
hänge in der Internet-Wirtschaft an. Wo diese rung - einplanen. Dabei ist es wichtig, immer
Kenntnisse fehlen, sollte man sich frühzeitig an wieder Feedback von Kunden und Anwendern
Praxis & Technik erfahrene Berater oder Manager wenden. zu erhalten und für die weitere (vielleicht ver-
änderte) Planung zu berücksichtigen.
E-Business-Finanzierung Produkt So manchen Nutzen werden die Kunden
3 Seite 6 Das Hauptproblem vieler E-Business-Gründun- dabei nie erkennen. Das bedeutet: Anbieter müs-
gen ist: Ihre Angebote sind virtuell. Das betrifft sen auf dem Boden des Marktes bleiben und
weniger diejenigen, die reale Produkte (z. B. dürfen dessen Anpassungsfähigkeit (an die toll-
Gebrauchtwagen) per Internet anbieten, son- sten Hype-Entwicklungen) nicht überschätzen.
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2 Schwerpunkt

E-Business +
Existenz-
gründung

Inhalt Investitionen berücksichtigen Darum sollte man schon in einer frühen Phase
In diesem Zusammenhang müssen Internet- der Planung und des Unternehmensaufbaus ein
Schwerpunkt Gründer wissen, dass die Technik sehr schnell umfassendes und wirkungsvolles Qualitätsma-
Es gibt einige Besonderheiten fortschreitet und die „Verfallszeit“ von Neu- nagement aufbauen. Damit kann man schon
bei E-Business-Gründungen, erungen viel kürzer ist als in anderen Branchen. bei den ersten Kundenkontakten dokumentie-
die – natürlich – mit den Eigen- Angebote veralten schnell, Trends vergehen. ren, dass man ein verlässlicher Partner ist. We-
heiten elektronischer Unterneh- Den Bedarf an damit verbundenen Neu-Inves- sentlicher Teil eines solchen Konzepts ist eine
mungen zusammenhängen. titionen für technische Entwicklung muss jede Strategie, wie Kundenprobleme behandelt und
3 ab Seite 1 E-Business-Gründung in ihrem Businessplan innerhalb definierter Zeiten gelöst werden.
und auch später im laufenden Betrieb berück- Dazu kommt, dass man bei der eigenen An-
Fakten & Zahlen sichtigen. gebots-Planung immer berücksichtigen muss,
dass und wie leicht die Konkurrenz ein Angebot
Konkurrenz kopieren könnte (z. B. Auktions-Plattformen).
Gerade Internet-Gründer müssen bei ihrer Busi-
ness-Planung den Markt sehr ausführlich be- Lieferanten
leuchten und über eine Abgrenzung von Wett- Pferdefuß in Businessplänen kann die Frage
bewerbern nachdenken. Das gilt sowohl für die sein, ob das Unternehmen, das als Zulieferer
Online- als auch für die Offline-Konkurrenz. ausgewählt wurde, längerfristig existieren wird.
3 ab Seite 2 Ein junges Unternehmen kann sich dabei Hier besteht insbesondere für junge E-Business-
vor allem durch die Qualität seiner Produkte Unternehmen das Risiko, dass ein (vielleicht
E-Business-ABC aus dem Kreis seiner Mitbewerber hervorheben. hoch spezialisiertes) Lieferanten-Unternehmen
Affiliate Programme, Customer
Relationship Management,
E-Business-Anwendungen
Dafür wird das Internet genutzt
3 ab Seite 4
in % der Internetnutzer (ab 14 Jahre) 2004
Praxis & Technik E-Mails
E-Business-Finanzierung 76
3 Seite 6 zielgerichtete Suche nach Angeboten
51
Surfen
45
Homebanking
37
Download von Dateien
19
Online-Auktionen
18
Gesprächsforen/Chats
16
Audiodateien anhören
11
Online-Spiele
11
Online-Shopping
10
Online-Videos
7
Internetradio hören
6
Quelle: ARD-/ZDF-Online-Studie, Monitoring Informationswirtschaft 2005
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e-f@cts ⁄Informationen zum E-Business


Aktualisierte Ausgabe
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kurz- oder mittelfristig wieder vom Markt ver- Hoher Kapitalbedarf E-Business-Gründerinnen
schwindet. Dadurch würde das Fundament, auf Gleichzeitig benötigen Unternehmensgrün- bzw. -Gründer müssen eine
dem man unternehmerische Entscheidungen dungen im Bereich des E-Business zuweilen ver- plausible und realistische
von hoher Bedeutung aufbaut, einstürzen. gleichsweise viel Startkapital, um Produktent- Entwicklungsplanung mit
wicklung und den Aufbau von Marketing- und Meilensteinen vorlegen.
Vertrieb Vertriebsaktivitäten zu finanzieren. Auch der
Gerade die technischen Innovationen leiden individuelle Aufbau von Kontakten zu poten-
(natürlicherweise) darunter, dass sie potenziel- ziellen Kunden und die Beteiligung an Fachmes-
len Kunden nicht bekannt sind. Vorteilhaft ist sen usw. erfordern eine stabile finanzielle Basis.
darum der Aufbau von Vertriebs-Partnerschaf-
ten. Eigene Vertriebsaktivitäten kosten viel Zeit, Entwicklungsplanung mit Meilensteinen
Ressourcen und Geld. Ein Teil dieser Kosten Gründer und (junge) Unternehmer müssen
lässt sich einsparen, wenn man die eigenen Pro- daher die Finanzierung ihres Unternehmens
dukte mit (möglichst renommierten) Partnern sicherstellen. Eine Finanzierungsstrategie bein-
vertreibt (durch wechselseitige Verlinkung = haltet hier mehr als die reine Geldbeschaffung.
Affiliate Programme). Um eine ausreichende Akzeptanz der Geldge-
Partner sollten und können am Markt eta- ber für ein Produkt zu gewinnen, das noch in
blierte Unternehmen sein, deren Angebote der Entwicklung steht, müssen E-Business-
komplementär zum eigenen Produkt oder der Gründerinnen bzw. -Gründer daher eine plausi-
eigenen Dienstleistung sind. Ein junges Unter- ble und realistische Entwicklungsplanung mit
nehmen mit einem innovativen Produkt sollte Meilensteinen vorlegen, die dann auch in der
versuchen, ein bekanntes Unternehmen, das
selbst mit seinen Produkten und Dienstleistun-
gen für Qualität und Markterfolg steht, für den
Einsatz seines Produktes zu gewinnen und so
Online gekaufte Waren und Dienstleistungen
zufrieden zu stellen, dass der Name dieses Un- in Mio. 2004
ternehmens als (erste) Referenz angegeben Bücher
werden darf. 9,5
Bahn-/Flugtickets
Finanzierung 8,3
Die Finanzierung- und Liquiditätsplanung ist Reisen
7,7
eine typische Schwachstelle vieler E-Business-
Hotelreservierung
Gründungen. Grund dafür ist oft mangelnder 6,7
Realismus. So manche E-Business-Gründung Theater-/Konzertkarten
wurde und wird mit großem Einsatz, viel Begeis- 6,1
terung und euphorischen Umsatzprognosen CDs
gestartet. Zudem werden die Investitionskosten 6,1
oft unterschätzt. Hier ist eine sorgfältige und Computerhardware
4,5
realistische Planung unerlässlich, allein schon
Kleider, Mode, Schuhe
dafür, Geldgeber zu Krediten oder Beteiligun- 4,4
gen zu motivieren. Videos, DVDs
Die Dotcom-Krise hat leider dazu geführt, 4,1
dass Geldgeber eher vorsichtig bei der Finanzie- Telekommunikationsprodukte
rung von E-Business-Unternehmungen gewor- 2,9
den sind. Außerdem sind gerade IT-Produkte Spiele
2,6
sehr schwer erklärbar. Niemand wird Geld für
Musik-Downloads
ein Projekt bereitstellen, das er nicht versteht. 2,1
Quelle: Institut für Demoskopie Allensbach 2004
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4 Schwerpunkt

E-Business +
Existenz-
gründung

E-Business-ABC Umsetzungsphase möglichst exakt eingehalten Existenzgründungen


Affiliate Programme wird. Um das Interesse der Geldgeber zu gewin-
(auch Partnerprogramme, Asso- nen, sollten sie dabei eine längerfristige Ent- im E-Business
ciate Programs, Affiliate Net- wicklungsplanung in petto haben, die bereits
works) sind virtuelle Vertriebs- möglichst realistische Nutzungsoptionen für Deutschland hat sich zum größten E-Commerce-
netzwerke und schaffen die die Zukunft enthält. Drei Punkte sollten sie Markt in Europa entwickelt. Das Internet als be-
Basis für eine neuartige koopera- ganz besonders beachten: deutender Wirtschaftsfaktor hat dafür wesent-
tive Werbeform im Internet. 3 Innovation wird von Geldgebern als Rendi- liche Grundlagen geschaffen. Die Aussichten
techance gesehen. Forschung, Entwicklung dafür, dass dieser Markt weiter wächst, und für
Customer Relationship und Produktionsaufbau sind unvermeidbare die Entwicklung von innovativen E-Commerce-
Management (CRM) Risiken auf dem Weg zum Markt. Die mit dem Lösungen sind gut. Grund: die zunehmende
CRM dient dazu, dem gesamten Geschäftsplan vorgelegte Finanzierungspla- Akzeptanz von E-Business und E-Commerce bei
Unternehmen zu mehr Kunden- nung sollte daher ein überschaubares Risiko bei kleinen und mittleren Unternehmen.
orientierung zu verhelfen. Das Forschung, Entwicklung und Produktionsauf- Immer mehr Unternehmen unterstützen
bedeutet, Informationen aus bau erkennen lassen. unternehmerische Aufgaben und Abläufe
sämtlichen Abteilungen eines 3 Die Zielsetzungen für einen Markteintritt durch E-Business-Lösungen. Ziel der Bundesre-
Unternehmens mit Kundenkon- mit innovativen Produkten sollten klar und gierung ist, dass bis 2008 mehr als 40 Prozent
takt zusammenzuführen: aus nachvollziehbar sein. aller Unternehmen E-Business-Lösungen für die
Vertrieb, Marketing, Call Center, 3 Bereits im Businessplan muss man (bei gesamte Wertschöpfungskette anwenden: von
Kundenservice usw. Zu diesem geplanten Beteiligungen) sowohl den Finanzie- der Planung eines Produkts über den Einkauf
Zweck werden am Markt speziel- rungsbedarf als auch die Renditeerwartungen und seine Herstellung bis zum Vertrieb. Dies
le Software-Programme ange- der Beteiligungsgeber berücksichtigen. wird auch durch geeignete Maßnahmen unter-
boten. (s. Praxis & Technik, S. 6) stützt:
3 PROZEUS dient der Förderung der E-Busi-
ness-Kompetenz speziell von kleinen und mitt-
leren Unternehmen (KMU) zur Teilnahme an
DSL-Verbreitung in Europa globalen Beschaffungs- und Absatzmärkten
durch integrierte Prozesse und Standards
Anschlüsse je 1.000 Einwohner 2004
(www.prozeus.de).
Dänemark 3 Im Netzwerk Elektronischer Geschäftsver-
104 kehr berät eine Reihe dafür aufgebauter Kom-
Schweden petenzzentren KMU beim Aufbau eigener
85
Lösungen im elektronischen Geschäftsverkehr
Norwegen
(www.ec-net.de).
83
Deutschland
3 Mit WissensMedia wurden in ausgewählten
81 Projekten Referenzmodelle erarbeitet, um die
Schweiz in KMU vorhandenen Potenziale durch Einsatz
78 von Wissensmanagement effizienter zu nutzen
Frankreich (www.wissensmedia.de).
73 3 Der Internetpreis zeichnet jährlich heraus-
Finnland ragende Internet-Entwicklungen von kleinen
72 und mittleren Unternehmen aus
Italien (www.internetpreisdeutschland.de).
69
Spanien
3 Die Deutsche Breitbandinitiative unter-
stützt den Auf- und Ausbau einer leistungsfähi-
62
gen technischen Basis für den elektronischen
Großbritannien
55
Geschäftsverkehr
(www.breitbandinitiative.de).
Quelle: EITO/Infratest 2005
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e-f@cts Informationen zum E-Business


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Geschäftsidee können, auch um günstige Zulieferer zu finden.


E-Business-ABC
Die rasante Entwicklung der Internetnutzung Um die gebotenen Möglichkeiten auch nutzen E-Business-Anwendungen
bietet zunehmend gute Chancen für Unterneh- zu können, braucht man allerdings Werkzeuge, Hier sind alle Arten von Geschäfts-
mensgründungen mit einem Schwerpunkt im mit denen Beschaffungen unkompliziert abge- prozessen gemeint, die auf elek-
E-Business. Dazu trägt auch bei, dass in Deutsch- wickelt werden können. Das Feld der benötig- tronischem Wege abgewickelt
land im internationalen Vergleich ein deutlich ten Lösungen ist sehr breit: werden können. Dies betrifft
höherer Anteil der Unternehmen und Internet- 3 elektronische Kataloge, aus denen der Kun- z. B. die Kommunikation mit Kun-
nutzer über sehr leistungsfähige Zugangsmög- de sich alle benötigten Informationen heraus- den per E-Mail, den Verkauf
lichkeiten wie ISDN und DSL verfügt. ziehen kann (Online-Kalkulationstools, indivi- mittels Internet-Shop, das On-
Chancen für eine Unternehmensgründung duelle Angebote, Mix aus Materialien und Ferti- line-Banking usw.
im Bereich des E-Business gibt es dabei viele. gungsaufwand)
Dies können Geschäftsmodelle sein, die das In- 3 Austauschformate (XML), um die Grenzen Electronic Payment oder
ternet über Kommunikationskanäle im Fest- der jeweils installierten Softwarelösungen Electronic Cash
netz, in immer stärkerem Maße aber auch über überwinden zu können Die allgemeine Bezeichnung für
mobile Verbindungen wie WLAN oder in nächs- 3 Logistikmanagement unter Einbindung elektronische Zahlungssysteme
ter Zeit UMTS nutzen, um Waren und Dienstlei- der benötigten Partner für Lagerhaltung, Trans- im Internet und in Online-Diens-
stungen anzubieten. Viel versprechend sind port, Verpackung ten.
aber auch Ansätze, mobile Anwendungen über 3 Abrechnungs- und Bezahlsysteme
kurze Distanzen zu realisieren (z. B. durch Blue-
tooth). Erwartet wird auch P2P- (Peer-to-Peer)- Kooperationen
Kommunikation über Mobilfunknetze. Damit Ein entwicklungsfähiges Arbeitsfeld ist die
lassen sich „Location Based Services (LBS)“ auf- Unterstützung von Kooperationen zwischen
bauen, die den Nutzer mit den ganz persön- Unternehmen. Kooperationen werden immer
lichen Kunden-Informationen versorgen. Für Fortsetzung auf Seite 7
Marketing und Vertrieb lassen sich so ganz
neue, teilweise bisher nicht vorstellbare Strate-
gien entwickeln. Top-10-Branchen
in % aller Gründungen
Unternehmensprozesse verbessern
Aber auch Konzepte, die das Ziel verfolgen, Un- Dienstleistungen für Unternehmen
ternehmensprozesse zu verbessern und neue 17
Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Unter- Einzelhandel, Kfz-Reparatur
13
nehmen, zwischen Unternehmen und zwischen
Forschung, EDV, Internet
dem Anbieter und seinen (End-)Kunden anzu-
9
bieten, profitieren von der Vielfalt der bereits
Verarbeitendes Gewerbe
verfügbaren und zukünftig nutzbaren Kommu- 7
nikationskanäle. Der Renner sind (nach einer Gesundheits- und Sozialwesen
Studie des Essener Wirtschaftsprofessors Tobias 7
Kollmann) derzeit Geschäftsideen rund um das Persönliche Dienstleistungen
Thema „Kostensenkung“. 7
Baugewerbe
Lieferanten 7
Lange Zeit war es das Ziel mittelständischer Un- Kultur, Sport, Unterhaltung
6
ternehmen, mit möglichst wenigen ausgewähl-
Großhandel
ten Lieferanten geschäftliche Kontakte zu pfle-
5
gen. Die weltweite Kommunikation mit Hilfe
Gastgewerbe
des Internets führt dazu, dass Unternehmen mit 4
nur geringem Aufwand einen ungleich größe-
Quelle: KfW-Gründungsmonitor 2004
ren Teil der (globalen) Märkte überschauen
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6 Praxis & Technik

Übersicht:
E-Business-Finanzierung
Finanziert werden E-Business-Gründungen zunehmend durch einen Mix aus
Eigenkapital und Beteiligungskapital.

E-Business-ABC
Electronic Procurement Eigenkapitalquellen (KfW Mittelstandsbank) können sein:
(E-Procurement)
Elektronische Beschaffung oder 3 Unternehmerkapital - ERP-Kapital für Gründungen
Austausch von Gütern zwischen 3 Unternehmerkapital - ERP-Kapital für Wachstum
Unternehmen über Intranet, 3 Unternehmerkapital - Kapital für Arbeit und Investitionen
Extranet oder Internet. Weitere Informationen: BMWi-Förderdatenbank unter www.bmwi.de

Efficient Consumer Response Mögliche Beteiligungskapitalgeber sind:


(ECR)
Wörtlich übersetzt: Effiziente 3 Banken und Industrieunternehmen, aber auch private Finanziers
Antwort auf die Konsumentenbe- Sie übernehmen Beteiligungen ab ca. 250.000 Euro, allerdings auch nur dann, wenn hohe
dürfnisse. Im Fokus des klassi- Renditen (von mehr als 25 Prozent) in Aussicht stehen.
schen ECR-Modells steht die
Effizienzsteigerung des Waren- 3 private Beteiligungskapitalgesellschaften (Venture Capital-Gesellschaften)
flusses über die gesamte Wert- Sie beteiligen sich meist mit höheren Beträgen an Unternehmen, ohne Einfluss auf die
schöpfungskette von den Vorstu- Geschäfte zu nehmen. Ihr Ziel: mit entsprechend hoher Rendite aus dem Engagement wieder
fen über Hersteller bis zum Händ- auszusteigen.
ler, immer unter Berücksichti- Weitere Informationen: www.bvk-ev.de
gung der Kundenwünsche. Eine
entscheidende Rolle spielt dabei 3 mittelständische Beteiligungsgesellschaften
der lückenlose Informationsfluss Sie sind Selbsthilfeeinrichtungen der Wirtschaft, werden öffentlich gefördert und sind nicht
von den Filialen der beteiligten in erster Linie Rendite-orientiert. Sie bieten Beteiligungsmöglichkeiten auch mit geringeren
Händler zurück in die zentralen Beträgen an, die speziell auf kleine und mittlere Unternehmen sowie Existenzgründer
Systeme des Handels und von zugeschnittenen sind.
dort in die der Hersteller. Ziel von Weitere Informationen: www.bvk-ev.de
ECR ist es, flexibler, schneller und
gezielter auf Änderungen der 3 die KfW Mittelstandsbank sowie die KfW Bankengruppe
Kundennachfrage reagieren zu Sie beteiligen sich an kleinen und mittleren Unternehmen, außerdem an Kapitalbeteiligungs-
können. gesellschaften, die kleinen und mittleren Unternehmen Beteiligungskapital zur Verfügung
stellen.
Enterprise Resource Planning Weitere Informationen: www.kfw.de
(ERP)
Vollständig integrierte Software- 3 die High-Tech Gründerfonds Management GmbH
Lösungen. Sie unterstützen alle Der High-Tech Gründerfonds der High-Tech Gründerfonds Management GmbH investiert
Bereiche eines Unternehmens Beteiligungskapital in junge Technologieunternehmen. Mit Hilfe einer „Seed-Finanzierung“
(Fertigung, Finanzen, Logistik, sollen die Gründungen und das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben bis zur Bereitstellung
Personal, Projekt, Vertrieb usw.) eines Prototypen bzw. eines „proof of concepts“ oder zur Markteinführung führen.
und bestehen aus einer Reihe Weitere Informationen: www.high-tech-gruenderfonds.de
modularer und möglichst einfach
einzuführender Komponenten. 3 Business Angels Network Deutschland (BAND)
Business Angels sind Privatpersonen oder Unternehmer, die nicht nur Beteiligungskapital zur
Verfügung stellen, sondern Gründern auch mit ihren Erfahrungen zur Seite stehen.
Weitere Informationen: www.band.de

3 (bereits etablierte) Marktpartner


Sie können Kunden, Abnehmer oder auch Partner sein. Über Rahmenverträge lässt sich hier
auch ein gesicherter Absatz vereinbaren.
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Fortsetzung von Seite 5


wichtiger: Zunehmend werden Produkte nur Marketing: Vertrieb
E-Business-ABC
noch direkt auf Nachfrage des Kunden gefer- Waren und Dienstleistungen über das Internet Supply Chain Management
tigt, um Lagerhaltung zu vermeiden, möglichst bekannt zu machen und zu verkaufen, bietet (SCM)
individuell auf Kundenwünsche eingehen zu nicht nur für Gründerinnen und Gründer, son- Sorgt für den Fluss von Informa-
können, aber auch um das gebundene Kapital dern auch für Unternehmen, die bisher schon tion, Gütern und Finanzen inner-
gering zu halten. Um dies für komplexe Wert- über traditionelle Vertriebskanäle an ihre Kun- halb der gesamten Wertschöp-
schöpfungsketten in die Tat umzusetzen, müs- den heran treten, gute Chancen. Nutzer sparen fungskette zwischen Lieferanten,
sen z. B. die Produktionsplanungs- und Steue- Zeit und Kosten, da ein Vertrieb per Internet in Herstellern, Großhändlern, Ein-
rungssysteme mehrerer Unternehmen gekop- der Regel kostengünstig zu realisieren ist. Be- zelhändlern und Kunden. Das Ziel
pelt werden können. Dafür werden entspre- sonders personal- und aufwandsintensive Auf- einer SCM Software ist ein Infor-
chende Werkzeuge benötigt, die unterneh- gaben wie z. B. Lagerhaltung und Versand kön- mationsfluss ohne Medienbrüche
mensübergreifende Planungsprozesse möglich nen an spezialisierte Dienstleister übertragen zwischen allen Partnern einer
machen. Derartige Werkzeuge könnten (und werden. Die nötige Vernetzung erfolgt eben- gemeinsamen Prozesskette: von
sollten) junge E-Business-Unternehmen ent- falls über das Internet. der Rohstoffbeschaffung bis hin
wickeln. Die Qualität des E-Business-Vertriebs steht zur Auslieferung an den Endkun-
und fällt folglich mit der Hard- und Software, den. Oberstes Ziel ist dabei, in
Virtuelle Unternehmen die zur Verfügung steht, um die jeweiligen Part- der Wertschöpfungskette sowohl
Eine Chance für mittelständische Unternehmen ner, also meist Lieferanten und Kunden, effektiv die Kosten zu reduzieren als
besteht darin, große und umfassende Kompe- und zuverlässig miteinander zu verbinden. Tech- auch die Effektivität zu steigern.
tenzen erfordernde Aufträge gemeinsam zu ak- nische Entwicklungen, die Beiträge zur Lösung
quirieren und zu bearbeiten. Solche „virtuellen hier noch bestehender Defizite leisten können, Mobile Business
Unternehmen“ benötigen für effiziente Kom- bieten eine gute Grundlage für eine Unterneh- Geschäftsabwicklung beispiels-
munikations- und Entscheidungsprozesse sowie mensgründung: beispielsweise im Bereich des weise per Handy.
den Aufbau von Prozessketten ebenfalls (noch Customer Relation Management (CRM), des Enter-
mehr) technische Unterstützung. prise Resource Planning (ERP), des Supply Chain Wertschöpfungskette
Management (SCM) oder des Mobile Business. Ganzheitliche Prozesskette: von
der Planung eines Produkts und
seinen Vorstufen über den Einkauf
und seine Herstellung bis zum
BMWi-Gründerportal
Vertrieb.
Das BMWi-Gründerportal bietet ein Vielzahl von Informationen und Hilfen rund um das
Thema „Existenzgründung“: Workflow-Management-
System
Software, die Projekte im Unter-
www.existenzgruender.de nehmen koordiniert und unter-
nehmensübergreifende Ge-
schäftsprozesse automatisiert.

Gründungs-Know-how/Management-Know-how • Downloads (BMWi-Printpublikationen


zur Existenzgründung) • Software (BMWi-Softwarepaket) • Informationen für Unterneh-
mensnachfolger (www.nexxt.org) • Expertenforum • Tools und Hilfen • Checklisten und
Übersichten • Förderdatenbank • Börsen • Adressdatenbank • Veranstaltungskalender •
Gründer Lexikon • Wettbewerbe, Initiativen, StartUp • Linksammlung • Hotlines • Info-
dienste • Audio-Service • Gründergeschichten • Experteninterviews • Informationen für
Migranten • Informationen für Gründerinnen • Informationen für Kommunen • Informa-
tionen für Berater und Dozenten • Gründerquiz • Corporate Citizenship
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8 Schwerpunkt

E-Business +
Existenz-
gründung

Impressum Marketing: Kommunikation Dienste entstehen, die an jedem Ort genutzt


Herausgeber: Nutzer erreichen zusätzliche Kunden und bie- werden können: z. B. im Tourismus (Informatio-
Bundesministerium für Wirtschaft ten diesen durch ausführliche Produkt-, Nut- nen zu Hotels, Sehenswürdigkeiten, Einkaufs-
und Technologie (BMWi)
zungs- und Hintergrundinformationen einen möglichkeiten oder Freizeitangeboten) oder
Öffentlichkeitsarbeit
hohen Kundennutzen. Über den lokalen Bereich aber auch im betrieblichen Umfeld (Fertigung,
11019 Berlin
info@bmwi.bund.de hinaus können Kunden auf überregionaler Lager, Transport usw.).
www.bmwi.de Ebene mit dem aufgebauten Angebot bekannt Ansätze für Unternehmensgründungen
gemacht werden: wichtig vor allem bei Produk- gibt es hier entlang der gesamten Wertschöp-
Redaktion: ten in lukrativen Nischenmärkten, bei denen fungskette, vom Aufbau und der Bereitstellung
Bernd Geisen, Regine Hebestreit im lokalen Umfeld nicht genügend Kunden vor- der lokalen Kommunikationskanäle bis hin zur
PID Arbeiten für Wissenschaft und
handen sind. Außerdem nimmt die Zahl der Kun- Entwicklung von spezifischem Content. Aller-
Öffentlichkeit GbR
den, die es zu schätzen wissen, auch außerhalb dings lassen sich die vom PC bekannten klassi-
Menzenberg 9, 53604 Bad Honnef
Tel.: 02224 90034-0, Fax: 02224 90034-1 der festgelegten Ladenschlusszeiten Informa- schen Hilfsmittel wie Bildschirm, Tastatur und
info@pid-net.de tionen einzuholen oder einzukaufen, weiter zu. Maus nur schwer auf den mobilen Einsatz über-
tragen. Darum bieten die zur Verfügung ste-
Mitarbeiter dieser Ausgabe: Kommunikation und Sicherheit henden Endgeräte heute nur einen einge-
Gisela Kiratli , Aachener Competence Die Kommunikation zwischen Anbieter und schränkten Benutzerkomfort. Hierin steckt
Center - Electronic Commerce
Kunde, aber auch zwischen Unternehmen muss folglich ein hohes Ideenpotenzial, möglicher-
Prof. Tobias Kollmann, Lehrstuhl für
sicher sein. Die Übertragung von Daten muss weise unter Einsatz von Sprachtechnologien.
E-Business und E-Entrepreneurship,
Universität Duisburg-Essen fehlerfrei und ohne Unterbrechungen erfolgen.
Ben Schlüßler, Kompetenzentrum Außerdem muss die Kommunikation vertrau- Mitarbeiter
Electronic Commerce, lich sein und vor dem Zugriff Dritter und vor Vor allem Industrie und Handel können es sich
Schleswig-Hostein, Kiel Manipulation geschützt werden. Besonders nicht mehr ohne weiteres leisten, Mitarbei-
Wolfram Groß , VDI/VDE-IT, Teltow hohe Bedeutung hat das Thema Sicherheit im terinnen oder Mitarbeiter für externe Schulun-
Holger Schneider, Electronic
E-Business überall dort, wo Zahlungen über das gen freizustellen. Gefordert werden daher
Commerce, Kompetenzzentrum Ruhr
Internet abgewickelt werden sollen. Hier haben zunehmend tätigkeitsbegleitende Lernange-
Gestaltung und Produktion: innovative, zuverlässige und sichere Lösungen bote, die die Mitarbeiter „on demand“ nutzen
PRpetuum GmbH, München eine Chance. Dies betrifft auch Verfahren, mit können. Dem Aufbau und der Bereitstellung
denen Kommunikationspartner zweifelsfrei von E-Learning-Angeboten kommt daher wach-
Bildnachweis: identifiziert werden können. sende Bedeutung zu.
MEV, Photodisc
Kommunikation und Mobile Business
Druck:
Der Ausbau der Breitbandtechnik und die damit
Druckpunkt Offset GmbH, Bergheim
verbundene wirtschaftliche Nutzung werden Hilfe durch Netzwerk
die geschäftlichen Kommunikationsfelder in
Auflage: 10.000
den kommenden Jahren erheblich beeinflussen.
Elektronischer
Schwerpunkt der nächsten Ausgabe: Diesen „Breitbändigen Applikationen“ werden Geschäftsverkehr
„EB-Kommunikation und Spam“ große Potenziale vorhergesagt. Dazu zählen
Wenn Sie dazu Fragen oder Anregun-
zum einen stationäre Anwendungen wie DSL Die Fördermaßnahme Netzwerk Elektro-
gen haben oder Fragen zu anderen und CATV, insbesondere aber eine Reihe von nischer Geschäftsverkehr des Bundesminis-
Themen der e-f@cts, wenden Sie sich drahtlosen und mobilen Anwendungen. teriums für Wirtschaft und Technologie
bitte an: Angebot und Nachfrage für all die Dienste, (BMWi) soll kleine und mittlere Unter-
Bernd Geisen, Regine Hebestreit die man unter dem Begriff „Mobile Business“ nehmen sowie Handwerksbetriebe beim
PID Arbeiten für Wissenschaft und zusammenfassen kann, entwickeln sich rasant. Einstieg in die Nutzung des E-Business
Öffentlichkeit GbR
Die auch dem „normalen“ Nutzer zur Verfügung unterstützen.
stehenden Kommunikationsgeräte wie GSM- Kontakt: www.ec-net.de
Mobiltelefon, Handcomputer (PDA), drahtlose
Schnittstellen wie Bluetooth oder WLAN führen
dazu, dass zahlreiche neuartige Services und