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Bildschirmtypografie

Schriften und Fonts sind überwiegend für den Printbereich (2500 dpi) zugerichtet und entworfen und können am Bildschirm (72 bzw 96 ppi) nicht so verwendet werden. Folgende Punkte müssen beachtet werden:

Schriften und Schriftschnitte

- im Vordergrund steht die Lesbarkeit der Schriften

- wegen der groben Auflösung am Bildschirm, können feine Details vieler Schriften nicht erkannt werden-> verlieren ihren typischen Charakter

- besonders geeignet sind Systemschriften (wie Helvetica, Times (bedingt), Verdana, Arial)

- da sie auf fast allen Rechnern zur Verfügung stehen, gibt es weniger Darstellungsprobleme

- Kursiv- Oblique- oder Light-Schnitte meiden, da schwirig zu lesen. Als Auszeichnung Bold-Schnitte, Versalien oder Farbe verwenden

Schriftgröße

- Schriften unter 10 Pixel / Point nicht verwenden

- gut geeignet sind 12 Pixel

- ab 18 Pixel / Point können auch Schriften mit feineren Details verwendet werden

Laufweite

- Laufweite geringfügig erhöhen, da die meisten Fonts für den Printbereich zugerichtet sind

- bei Fonts, die schon für den Bildschirm geschnitten sind, ist dies nicht erforderlich

Hintergrundkontrast

- Text und Hintergrund müssen immer in klarem Farb- und Heligkeitskontrast stehen

- Simultankontraste vermeiden

- bei Texten vor abgesofteten Bildern auf die Lesbarkeit achten. Gegebenenfalls mit einer hellen oder dunklen Kontur nachhelfen

Satzart und Ausrichtung

- kein Blocksatz verwenden, da Internetbrowser kein Silbentrennprogramm haben

- für größere Textmengen linksbündiger Rausatz (Variante von Flattersatz · Flattersatztechnik mit fest definierter Flatterzone)

- Flattersatz eignet sich nur für geringe Mengen Text -> in rhythmischer Gruppierung

- möglichst mehrspaltig arbeiten

- Mittelachsensatz nur verwenden, wenn die restliche Seite auch symmetrisch aufgebaut ist

Anti-Aliasing

- Verfahren, bei dem die Kanten mit Graustufenpixeln gefüllt werden und somit der Treppenef- fekt abgesoftet wird

- unter 18 Pixel/Point sollten die Schriften am Monitor ohne Anti-Aliasing dargestellt werden, da sonst zu grau wirken und unleserlich werden

- vor allem kleine Schriftgrade, negativ dargestellt, können mit Anit-Aliasing nicht mehr gelesen werden

- bei Text als Bild muss vorher in Photoshop die entsprechende Einstellung gewählt werden

Kerning

- insbesondere bei der Druckausgabe von Schriften

- Unterschneiden - der Buchstabenabstand wird manuell oder auch automatisch angepasst, somit werden optische Lücken ausgeglichen

- für jede Schrift gibt es eine Kerningtabelle, in der für alle „kritischen“ Buchstabenkombinatio- nen entsprechende Unterschneidungswerte eingetragen sind.

Fonttechnologie

Fontarten

- Dateien in einem bestimmten Format, in denen die Zeichensätze der Schriften, die nötigen Zusatzbeschreibungen und Metrics (für die Darstellung am Bildschirm und zum Drucken und Belichten) enthalten sind

- Betriebssyteme und Programme müssen auf Fonts zurückgreifen können, um Schrift sichtbar zu machen und darstellen zu können

- die Anzahl der darstellbaren Zeichen ist auf den verwendeten Code (z.B. ASCII) begrenzt -> 256 Zeichen minus der Steuerzeichen. Aber es gibt auch Fontarten mit nahezu unbegrenzter Zeichenzahl, nötig hauptsächlich für fremde Schriften

- betriebssystemabhängige oder plattformübergreifende/plattformunabhängige Fontarten

Bitmap-Fonts

- gehen auf die Matrix Technik zurück -> in einem Raster von z.B. 8 x 8 Zellen werden bestimmte Felder geschwärzt oder freigelassen.

- mit zunehmender Vergrößerung sehen diese Zeichen aber zackiger und unansehnlicher aus.

- enthalten kein Format, sondern die Abbildung der Zeichen in einer bestimmten Größe und in einer bestimmten Auflösung sowie die Metrics für die Abstände der Zeichen-> nicht skalierbar

PostScript-Fonts

- Outline-Fonts, d.h. die Umrisslinien der Zeichen sind in komplizierten mathematischen Formeln gespeichert

- lassen sich beliebig skalieren, da die Outlines erst bei der Ausgabe mit Dots gefüllt werden

- die Schriften und Zeichen werden immer in der Auflösung des Ausgabegerätes gedruckt oder belichtet

- Apple Computer benötigen zur Darstellung einen einen zugehörigen Bitmap-Font

- PCs und Windows Systeme arbeiten über den Adobe Type Manager mit PostScript Schriften und benötigen die zum Font passende PFM-Datei (= Printer Font Metrics) oder die AFM-Datei (= Adobe Font Metrics) plus eine INF-Datei

· PostScript-Type-1-Fonts:

- Hints (Zusatzinformationen) sind mitgespeichert, die dafür sorgen, dass Strichstär- ken, Buchstabenhöhen etc. auch in kleinen Schriftgrade einheitlich bleiben-> Bild- schirmoptimierung - Hinting

· PostScript-Type-3-Fonts:

- ohne Hints, sind seltener und von minderer Qualität

TrueType-Fonts

- bestehen aus Outlines und Hints wie PostScript-Fonts, werden aber mit anderen mathemati- schen Formeln beschrieben. Auch die Zusammensetzung der Fontdatei unterscheidet sich.

- können problemlos ohne Bitmaps oder Ähnliches verwendet werden

- TrueType-Fonts für Mac und TrueType-Fonts für PC können nur über ein Konvertierungsproramm kompatibel gemacht werden

OpenType-Fonts

- plattformübergreifend ohne Konvertierung

- verwendet Unicode, kann deshalb bis zu 64000 Zeichen abspeichern (notwendig für z.B. die jap. Kanji-Wortschrift mit 2000 Zeichen)

- basiert auf der Dateistruktur von TrueType und enthält l-angie@gmx.deUmrissbeschreibungen- aus (können aus PostScript- oder TrueType-Anweisungen bestehen) , Laufweitenangaben und Kerningtabellen in einer Datei