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Preprint – Original erschienen in: Ebner, M. (2012) Mobile Learning – Wozu? , kmu life, 02/2012, S. 26

(2012) Mobile Learning – Wozu? , kmu life, 02/2012, S. 26 Mobile Learning – Wozu ?

Mobile Learning – Wozu ?

Martin Ebner Vernetztes Lernen / Zentraler Informatikdienst TU Graz martin.ebner@tugraz.at

Mobile Learning ein Begriff der in der letzten Zeit immer mehr genannt wird und viele Assoziationen auslöst. Nun wird mir die Möglichkeit gegeben, Ihnen hier ein paar Gedanken mitzugeben, die vielleicht die Perspektive auf das Thema verändern:

Durch eine rasante Entwicklung am Smartphone- Sektor und des Tablet- Marktes ziehen mobile Endgeräte immer mehr in unseren Alltag ein. Kombiniert mit einer ubiquitären Verfügbarkeit von mobilen Datendiensten ist das Internet heute da s, was uns um die Jahrtausendwende bereits versprochen worden ist: An jedem Ort, zu jeder Zeit und für jeden zugänglich.

Diese Entwicklung hat selbstverständlich auch Auswirkungen auf das Lehr- und Lernverhalten. Nur wie kann man sich M obile Learning vorst ellen? Zückt man heutzutage sein Mobiltelefon und löst man damit Aufgaben? Lernt man damit indem man sich Bücher oder Skripten durchliest oder verwendet man Apps mit interaktiven Aufgaben? Ich behaupte nein, das ist nicht der Schwerpunkt den es zu verfolgen gilt, denn man muss sich lösen von den uns bekannten traditionellen Lehr - und Lernszenarien.

Mobile Learning verlangt eine gänzlich neue Denk - und Herangehensweise die ich kurz skizzieren will :

Mit Einzug mobiler Endgeräte in Kombination mit dem größten Informationsspeicher der Welt haben wir eine Möglichkeit bekommen mit Informationen gänzlich neu umzugehen. Man kann es so bildlich darstellen , dass man das heute das Faktenwissen quasi in der Hosentasche mit sich trägt, also ganze Bibliotheken ständig z ur Verfügung hat. Es gilt nun die richtigen Informationen zu finden, sie im Kontext entsprechen d anzuwenden und daraus neue Informationen zu generieren. Eine Anforderung an Lehrende und Lernende die wir in diesem Ausmaß noch nie hatten.

Aber nicht nur der Umgang mit dieser Informationsfülle ist beachtenswert, nein auch die Möglichkeit der neuen Kommunikationskanäle. Die mobile Verfügbarkeit sozialer Netzwerke erlaubt es uns heute zu jeder Zeit und an jedem Ort mit seiner persönlichen mobilen Community zu kommunizieren. Denkt man nun in mobilen Lerngruppen so scheint leicht vorstellbar, dass der Klassenraum zu einem physischen Treffpunkt einer solchen Gruppe degeneriert wird. Fragen zu stellen, genau dann wann sie auftreten und darauf in Echtzeit auch Antworten zu bekommen, ist eine Errungenschaft mobiler Technologien .

Zu guter Letzt bringen diese Endgeräte auch gänzliche neue didaktische Möglichkeiten mit sich, die bisher nicht umsetzbar waren. Beispiele hierfür sind Lehr- und Lernsituationen wo der Ort, die Lokalisation, eine Rolle spielt z.B. die Standorte von Pflanzen oder Gebäuden in der Architektur oder auch die Möglichkeit Videos von Experimenten in die Lehrsituation miteinzubeziehen .

Und zum Abschluss möchte ich noch provokativ fragen? Haben Sie Ihr Mobiltelefon nicht auch schon dazu verwendet Bilder von Vortragsfolien oder Flipcharts zu machen

Preprint – Original erschienen in: Ebner, M. (2012) Mobile Learning – Wozu? , kmu life, 02/2012, S. 26

(2012) Mobile Learning – Wozu? , kmu life, 02/2012, S. 26 für den eigenen persönlichen Bedarf?

für den eigenen persönlichen Bedarf? Ja? Dann denk ich, dass auch Sie bereits einen Schritt in eine Welt gemacht haben, wo sie ein mobiles Gerät zu Lernzwecken verwendet haben. Und genau d as möchte ich Ihnen auf den Weg geben. Mobile Learning zielt nicht darauf ab, dass Sie mit Ihrem Mobiltelefon lernen, sondern dass Sie dieses Gerät unterstützend einsetzen zu Ihrer persön lichen Informationsaufbereitung.

Zur wei teren Vertiefung in das Thema empfehle ich Ihnen „ Mobiles und ubiquitäres Lernen - Technologien und didaktische Aspekte“ des frei zugänglichen Lehrbuches L3T (Lehrbuch für Lehren und Lernen mit Technologien): http://l3t.eu