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Fragen KFOR

Prüfungstermine 1&2 | WiSe 2011/12

10 Markt und Meinungsinstitute in Österreich

GfK Austria

Karmasin Marktforschung (Österreichisches Gallup-Institut)

Karmasin Motivforschung

IFES

IMAS International

Österreichische Gesellschaft fur Marketing (OGM)

Spectra

Market

SOFFI Insitut

Integral Markt- und Meinungsforschungs GmbH

Forschungsförderung in Österreich

FWF - Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung:

Zentrale Einrichtung zur Förderung der Grundlagenforschung in Österreich. Er ist allen Wissenschaften in gleicher Weise verpflichtet und orientiert sich in seiner Tätigkeit ausschließlich an den Maßstäben der internationalen Scientific Community.

Jubiläumsfonds ÖNB:

Der „Jubiläumsfonds zur Förderung der Forschungs- und Lehraufgaben der Wissenschaft“ wurde von der Österreichischen Nationalbank 1966 gegrundet. Gefördert werden hochqualitativ wissenschaftliche Arbeiten aus den Fachdisziplinen Wirtschaftswissenschaften, Medizinische Wissenschaften mit klinischem Bezug sowie Projekte aus den Sozial- und Geisteswissenschaften.

FFG - Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft:

Nationale Förderungsinstitution fur die unternehmensnahe Forschung und Entwicklung in Ö.

CDG - Christian Doppler Forschungsgesellschaft:

Ursprunglich als Konzerninstrument der Österreichischen Industrieholding AG (ÖIAG) eingerichtet. Die CDG heute fördert die Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft. Konkret geschieht dies in Christian Doppler Labors (CD-Labors), in denen Grundlagenforschung zu Anwendungsfragen aus Unternehmen betrieben wird.

Nullwirkungshypothese (Milgram) In einem von der US-amerikanischen Fernsehindustrie unterstutzten Feldversuch mit mehreren Teilexperimenten von Stanley Milgram und R. Lance Shotland (1973) sahen die Zuschauer eines New Yorker Preview-Kinos eine Folge der Fernsehserie „Medical Center“, die in mehreren Versionen vorgefuhrt wurde. Darin verubt der ehemalige Angestellte des Krankenhauses, Tom Desmond, einen Gelddiebstahl aus einem Spendenkästchen des Hospitals. Desmond ist frustriert und hegt Rachegeluste, weil er erfolglos gegen seine Kundigung intervenierte. Der Fernsehauftritt des Krankenhauschefs zum Zwecke eines Spendenaufrufs löst bei Desmond wutende Telefonanrufe mit Beschimpfungen aus. Anschließend zertrummert er eine Sammelbuchse des Hospitals und raubt, von aufregender Musik untermalt, anschließend noch weitere funf Sammelbuchsen aus. In der ersten Filmversion wird der Protagonist fur den Diebstahl festgenommen und bestraft; in der zweiten begeht er den Diebstahl und entkommt; in einer dritten entscheidet er sich gegen den Diebstahl und spendet statt dessen. Eine Kontrollgruppe sah eine andere Episode aus „Medical Center“, in der sich kein vergleichbarer antisozialer Akt ereignet. Gepruft werden sollte, unter welchen Kontextbedingungen das Fernsehmodell am ehesten nachgeahmt wird. Die zweite forschungsleitende Frage lautete: Vermindert die Bestrafung des Diebs die Nachahmungsbereitschaft der Zuschauer? Eine Woche nach der Filmvorfuhrung bekamen die Testpersonen deshalb Gelegenheit, eine ähnlich antisoziale Tat wie der Filmprotagonist zu begehen. Die Seher wurden eingeladen, ihre Prämie fur die Teilnahme, ein Radio, in einem Buro mitten in Manhattan abzuholen. Bei ihrer Ankunft fanden die

Prämienhungrigen ein unbemanntes Buro vor. Die eine Hälfte der Probanden war mit der schriftlichen Botschaft konfrontiert, die Ausgabestelle sei in ein anderes Buro im selben Gebäude verlegt. Den ubrigen wurde mitgeteilt, es gäbe keine Radios mehr und die Ausgabestelle sei geschlossen. Nicht weit entfernt war auch ein Spendenkästchen fur Krankenhäuser angebracht, das einen leicht zugänglichen Geldbetrag in Höhe von 14 $ enthielt. Diejenigen, die daruber informiert wurden, dass sie den ganzen Weg umsonst gemacht hatten, unternahmen häufiger Diebstähle und Diebstahlsversuche aus dem Spendenkästchen als diejenigen, die an eine andere Verteilstelle geschickt wurden. In keiner Versuchsgruppe ließ sich jedoch ein Einfluss der Filmversion auf das antisoziale Verhalten nachweisen. Offensichtlich war die Frustration der Probanden ausschlaggebend dafur, ob sie sich „berechtigt“ sahen, durch den „kleinen“ Diebstahl das erlittene Unrecht zu kompensieren. Die Vorfuhrung des Diebstahls im Film blieb dagegen ebenso wirkungslos wie die Vorfuhrung der Verhaftung des Bösewichts.

5 Postulate des UGA

1. Das Publikum ist aktiv und betreibt einen Ziel orientierten Mediengebrauch.

2. Das Publikum strebt nach Bedurfnisgratifikationen.

3. Medien konkurrieren mit anderen Quellen der Bedurfnisbefriedigung.

4. Ziele der Mediennutzung lässt sich aus Daten des Medienkonsums und der von den Rezipienten berichteten Zuwendungsmotivation ermitteln

5. Bewertungen uber die kulturelle Bedeutung der Massenkommunikation sollten unterbleiben, wenn es darum geht, die Zuschauerorientierungen zu erforschen.

Kritik am UGA

Inflation von Bedurfniskatalogen/ Beliebigkeit der Bedurfniskonzepte.

Nicht alle Bedurfnisse sind bewusst. Bedurfnisse können daher auch nicht alle durch Befragung ermittelt werden.

Explizite Zuwendungsmotive werden häufig von nicht impliziten Triebkräften gesteuert (z.B. das Unterhaltungsbedurfnis oder das Informationsbedurfnis).

Die Frage, woher die Bedurfnisse kommen, bleibt in der fruhen Phase des UGA unbeantwortet.

Die Wirkungsmacht der Medien wird unterschätzt

Legitimationstheorie fur „problematische“ Medienrealitäten (z.B. im Zusammenhang von Gewaltdarstellungen)

Methoden Medienwirkungsforschung

Inhaltsanalysen

Einmal-Befragungen und Interviews

Gruppendiskussionen

Korrelationsstudien zwischen Inhaltsanalysen und Einmal-Befragungen

Zwei Motive der Motivationsrelevanz von Schütz

1. »Um-zu-Motive« (=finale Relevanz) Motivationsrelevanz entsteht dann, wenn die Auslegung des Themas in der jeweiligen Situation zu einer handlungsrelevanten Entscheidung fuhrt, die mit (lebenswichtigen) Bedurfnissen und Interessen in Zusammenhang steht. Der Auslegende und dann Handelnde kann dabei Motivationen entwickeln mit dem Ziel, einen Sachverhalt zu verwirklichen; z.B. die Motivation, eine Gefahrenquelle zu beseitigen (er entfernt einen Gegenstand, um eine Gefahr zu beseitigen).

2. »Weil-Motiv« (=kausale Relevanz) Ist die Handlung bereits im Gange, dann können wir denselben Vorgang auch durch einen (unechten) Weil-Satz zum Ausdruck bringen (er entfernt den Gegenstand, weil er ihn fur gefährlich hält). Der finale Charakter der Motivation ändert sich dadurch nicht. Davon zu unterscheiden sind Motivationen, die aus einer biographischen Bedingtheit resultieren und ebenfalls in Weil-Sätzen ausgedruckt werden (er entfernt den Gegenstand, weil er aufgrund fruherer Erfahrungen besonders ängstlich ist).

Dimensionen der Geschichtsvermittlung

Vergangenheitsbezogene Prozesse (=explizites Gedächtnis):

1. Wissensvermittlung

2. Themenbezogene Inferenzschlusse/abgeleitete Botschaften

3. Veränderung von Deutungsmustern (Masterframes)

4. Bildung von Geschichtsbewusstsein

Aktive Informationssuche

Geschichtsbildabstraktion

Gegenwartsbezogene Prozesse (=implizites Gedächtnis):

1. Entwicklung des kollektiven Gefahrenbewusstsein

2. Folgen fur politische Einstellungen

3. Lebensweltliche Aneignung von Geschichte

4. Humanitätstransfer

Vorurteilsreduktion

Aggressionskontrolle

Communitasfähigkeit

Politische Humanitas

Handlungs/prozessorientierte Kommunikationsforschung befasst sich mit

mit der Herstellung, Verbreitung und Verarbeitung massenmedialer

Botschaften und ihrer Einbettung in interpersonale Kommunikation

b) mit den Prozessen der massenmedialen und interpersonalen

Kommunikation

c) mit den institutionellen, ökonomischen und politischen

Rahmenbedingungen massenmedialer und interpersonaler

Kommunikation

d) mit der Netzwerkbildung computergestutzter und interpersonaler

Kommunikation

Methodisch-theoretische Ansätze der Kommunikationswissenschaft nennen und erläutern

1. historische Rekonstruktion (diachron-historisch, retrospektiv, strukur- und prozessorientiert):

Strukturgeschichte, Ereignisgeschichte

2. Systembeschreibung (komparativ, strukturorientiert):

Institutionenanalyse, Systemregulierung, Medienpolitik, Mediensystem als Teil des politischen Systems, des Wirtschaftssystems, des Rechtssystems, Kommunikationsraumanalyse

3. Organisationsanalyse (modellkonstruktiv, strukturorientiert):

Innere Struktur von Organisationen, Umgebungsbedingungen, Marktstrukturen, Organisationsziele, Produzenteneinstellungen und Publikumserwartungen/-einstellungen

4. Handlungs-/Prozessanalyse (empirisch-nomologisch/typologisch, kausal, prozess- und strukturorientiert, handlungsleitend):

Kommunikationsabsicht-Kommunikatgestaltung-Kommunikationsprozess-

Kommunikationswirkung, individuelle und gesellschaftliche Wirkungen medienvermittelter Kommunikation, Evaluation von Kommunikationskonzepten, Effektivität von Kommunikation im Hinblick auf System- und Organisationsziele, Wechselwirkung von Medienkommunikation und Primärkommunikation, Interaktion von Kommunikationspartnern, Netzwerkbildung von Kommunikation. a) quantitativ: experimentelle Methoden, Panel-Untersuchung, Netzwerkanalyse b) qualitativ: Tiefeninterviews und Gruppendiskussionen

Inhaltsanalyse mit 4 Referenzschlüssen

1.

Deskriptiver Ansatz:

„Reine“ Deskription formaler und inhaltlicher Merkmale des Kommunikats (ohne explizite Hypothese uber die Intention des Kommunikators oder die zu erwartenden Wirkungen beim Kommunikat-Nutzer)

2.

Diagnostischer Ansatz:

Mit der Beschreibung von Kommunikatmerkmalen soll etwas uber die Absichten des Kommunikators ermittelt werden.

3.

Prognostischer Ansatz:

Mit der Beschreibung von Kommunikatmerkmalen soll etwas uber die potenziellen Wirkungen des Kommunikats ermittelt werden.

4.

Reflektorischer Ansatz:

Mit der Beschreibung von Kommunikatmerkmalen soll etwas uber den gesellschaftlichen Kontext (Zeitgeist, geistige Strömungen) des Kommunikats ermittelt werden.

Aufgaben der Inhaltsanalyse:

„Die IA ist eine empirische Methode zur systematischen, intersubjektiv nachvollziehbaren Beschreibung inhaltlicher und formaler Merkmale.“ (W. Fruh) „Die IA ist eine Methode zur Erhebung sozialer Wirklichkeit, bei der von Merkmalen eines manifesten Textes auf Merkmale eines nicht-manifesten Kontextes geschlossen wird.“ (K. Merten)

Nachrichtenselektion im Krieg Zwei Grundthesen zur Nachrichtenselektion im Rahmen der Kriegs- und Krisenberichterstattung

1. Aufgrund der Wirksamkeit von Nachrichtenfaktoren (z.B. „Negativismus“, „Dramatisierung“, „Personalisierung“) tragen Medien zur Verschärfung von Konflikten und zur Konstruktion von Feindbildern bei.

2. Medien folgen Politik-Medien-Politik-Zyklen: d.h. Die Nachrichtenjournalisten wählen gemäß dem jeweils vorherrschenden politischen Trend aus und orientieren sich mehrheitlich an der Politik der Regierung.

Unterhaltungsparadoxon In der Unterhaltung setzen sich Menschen häufig Szenarien aus, denen sie im realen Leben nicht begegnen wollen. Dies gilt z.B. fur extrem brutale Szenen in Horrorfilmen, aber auch fur Ekelsituationen, wie sie derzeit im „Dschungel-TV“ oder bei Sendungen wie „Fear-Faktor“ auftreten. Das Unterhaltungsparadox besteht darin, dass etwas unter Bedingungen der Unterhaltung fasziniert, d.h. freiwillig und motiviert aufgesucht wird, das unter normalen Bedingungen negative Reaktionen auslöst.

Inhaltsanalyse, Nutzungsforschung, Wirkungsforschung, Rezeptionsanalyse

Inhaltsanalyse erfasst und beschreibt (massen-) mediale Inhaltsangebote, die eine Vorlage fur Rezeptionen liefern.

Nutzungsforschung erfasst, beschreibt und erklärt die Zuwendung des Publikums zu (massen-)medialen Inhaltsangeboten. Sie befasst sich in diesem Sinne mit einer Voraussetzung fur Rezeption.

Wirkungsforschung erfasst, beschreibt und erklärt die Folgen der Medienrezeption fur das Individuum und/ oder fur die Gesellschaft.

Rezeptionsanalyse im engen Sinne erfasst, beschreibt und erklärt den Prozess der Aufnahme und Verarbeitung (massen-) medialer Inhaltsangebote.

Mediennutzung, -rezeption und -wirkung aufzeichnen → Siehe VO3, S.6

Rezipientenbezogene Forschung

befasst sich sowohl mit der Zuwendung zu Medieninhalten als auch mit der Verarbeitung der Medieninhalte und den Folgen der Medienrezeption.

Prozessbezogene Untersuchungen der Rezeptionsanalyse schließen daher häufig an Ergebnisse von Inhaltsanalysen, Nutzungsstudien und Wirkungsuntersuchungen an. Ebenso können Wirkungsuntersuchungen im Hinblick auf die Interpretation der Befunde von parallel durchgefuhrten Nutzungs- und Rezeptionsstudien profitieren.

Die Komplementarität der Untersuchungsperspektiven ändert aber nichts daran, dass in Bezug auf die Fragestellung und die Methoden Nutzungsforschung, Wirkungsforschung und Rezeptionsanalyse streng zu trennen sind.

Grundfragen der Wirkungsforschung

Was wirkt auf wen mit welchem Resultat?

Welche Veränderungen im Wirkungsresultat ergeben sich, wenn Kommunikate ausgetauscht bzw. gestalterisch verändert werden?

Welche kommunikativen Mittel sind erforderlich, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen?

Welche die Wirkung verändernden Einflusse außerhalb des Kommunikats mussen bei der Planung von Kommunikationsprozessen berucksichtigt werden?

Inwiefern mussen Kommunikate (hinsichtlich der Gestaltung und der Distribution des Kommunikats) zielgruppenspezifisch ausgerichtet werden, um Akzeptanz, Überredung oder Verkaufsförderung zu erreichen?

BIS-BAS-Modell nach Gray Drei Arousal-Systeme:

1. das „Behavioral ActivationSystem“ (BAS)

2. das „Behavioral Inhibition System“ (BIS) mit jeweils spezifischen Aufgaben fur die Organisierung von Verhalten sowie

3. ein unspezifisches Arousal-System, das ganz allgemein mit Wachheitsgraden des Organismus und der Intensität des Verhaltens in Verbindung steht.

Das BAS ist fur belohnungsorientierte Annäherung an Futterquellen und andere Lustobjekte zuständig und steuert außerdem unter Gefährdungsbedingungen das Angriffs und Fluchtverhalten. Je stärker das BAS aktiviert wurde, desto höher ist der Puls, der eine motorische Handlungsvorbereitung signalisiert. Hingegen ist das BIS mit der Hautleitfähigkeit (SCL) gekoppelt. Statt eine Handlung in Gang zu setzen, werden durch das BIS laufende Handlungsprogramme unterbrochen. Es wird durch Angstreize angeregt und verursacht „emotionales Schwitzen“, das sich u.a. in feuchten Handflächen äußert. Die psychophysiologischen Reaktionen bei der Filmrezeption sind mit denen unter Ernstbedingungen zwar verwandt, doch unterliegen sie viel stärker als diese der kognitiven Kontrolle bei großen Freiheitsgraden der willentlich gesteuerten Überformung von Arousal und Emotion.

S-O-S-R-Modell Medienbotschaft als Stimulus (S) → mediatisierter Organismus (O) → mediatisierte Situation (S) → Reaktion als Medienwirkung ( R )

Qualitative vs. quantitative Methoden

Qualitative Methoden beschreiben EIN komplexes Phänomen in seiner ganzen Breite und erklären dies vor dem Hintergrund seiner historischen Genese und seinem aktuellen spezifischen Kontext. Sie werden in der Regel zur Hypothesengenerierung eingesetzt.

Quantitative Verfahren beschreiben VIELE ÄHNLICHE Phänomene und erklären diese auf der Grundlage von Regelbzw. Gesetzmäßigkeiten. Sie dienen in der Regel der Hypothesenprufung.

„Mediating factors“ der Medienwirkung (Klapper) Massenkommunikation kann im Normalfall nicht als notwendige und hinreichende Ursache von Wirkungen angesehen werden, vielmehr wirke sie uber bestimmte vermittelnde Faktoren. Vermittelnden Faktoren seien so beschaffen, dass sie typischerweise zu einer Verstärkung bestehender Bedingungen fuhrten. Vermittelnde Faktoren:

Prädispositionen der Rezipienten, die zu einer selektiven Zuwendung (‚selective exposure’), zur selektiven Wahrnehmung (‚selective perception’) und zur selektiven Erinnerung (‚selective retention’) fuhren

Normierende Einflusse von Primär-, Sekundär- und Referenzgruppen

Interpersonale Verbreitung massenmedialer Aussagen

Meinungsfuhrerschaft

Neuinterpretation des S-R-Modells (Grimm)

Altes Stimulus-Response-Modell:

basiert auf einer Vorstellung von Kausalität, die an der Mechanik angelehnt ist, wobei ein medialer Stimulus gesetzmäßig und eindeutig einer ganz bestimmten Wirkung zugeordnet wird. Es unterstellt

1. linear-analoge Übertragungen vom Medium zum Rezipienten sowie eine Identität von

Medieninhalt und Wirkungsrichtung

2. einen direkten und unvermittelten Wirkungszusammenhang.

deterministische Aussagen uber stimulusbedingte Wirkungsresultate

Neues Stimulus-Response-Modell:

basiert auf einem dyadischen Konzept von Kausalität, das einem medialen Stimulus ein Spektrum von Wirkungsmöglichkeiten zuordnet in Abhängigkeit davon, welche personal-medialen Dyaden (Beziehungen zwischen Medium und Rezipienten) vorliegen. Es unterstellt

1. einen dialogischen Übertragungsweg zwischen Medium und Rezipient, der die

Alternativoptionen einer Identität oder Nicht-Identität zwischen Medieninhalt und

Wirkungsrichtung offen lässt

2. einen vermittelten und rekursiven Wirkungszusammenhang.

Aussagen uber Wirkungswahrscheinlichkeiten bei Rezipiententypen

Prozessmodelle

1. UGA:

Basisbedurfnisse → Problem → Motiv → Mediennutzung → Bedurfnisgratifikation

2. Nutzenansatz:

Definition d. Situation → Problem → Motiv → ext. Handeln → Evaluation

3. Medienzuwendung (Schenk):

soz. & psych. Ursprunge → Bedurfnisse → Erwartungen → Muster d. Medienzuwendung → Bedurfnisgratifikation bzw. andere Konsequenz

„Nur die Liebe zählt“ mit Eskapismus und Alltagsbewältigung Die Ergebnisse der „Nur die Liebe zählt“-Studie deuten darauf hin, dass die Partnerschaftsmodelle in Kontakt und Beziehungsshows nicht primär als Fluchtmittel aus der bedrängenden Alltagswirklichkeit genutzt werden, sondern diversen Instrumentalisierungen fur Zwecke der Alltagsbewältigung offen stehen. Insbesondere einsame Menschen mit unterdurchschnittlichen Sozialkontakten uberwinden bei der Rezeption von „Nur die Liebe zählt“ ihr lähmendes Einsamkeitsgefuhl und können zumindest kurzfristig ihre Kontaktfähigkeiten steigern. Als besonders wichtig fur eine sozialverträgliche Rezeption erwies sich die Bewertung von Ruhrungs- und Romantik-Gefuhlen bzw. von hierauf abzielenden Inszenierungen, die gemäß kulturell vorgefertigter Bewertungsschablonen schnell dem Kitsch-Vorwurf ausgesetzt sind. Von hier aus ist der Weg dann nicht mehr weit zu Ekelreaktionen und aggressiven Schuben.

Third-Person-Effekt (Davison) Menschen gehen im allgemeinen davon aus, dass andere durch Medien stärker beeinflusst werden als sie selbst. Dies wiederum hat Auswirkungen auf ihr Verhalten. Beispiel: Man nimmt negative Wirkungen von Gewaltdarstellungen auf andere wahr und fordert daher Verbote, ohne unbedingt das eigene Fernsehverhalten zu ändern. Third-Person-Effekte treten vor allem auf:

bei negativen Themen

bei schlecht angesehen medialen Quellen

bei hohem Involvment des Urteilers

bei höherer Bildung des Urteilers

bei großer sozialer Distanz des Urteilers zur Referenzgruppe Erklärungen des Third-Person-Effekts:

1. Verinnerlichung des Medienwirkungs-Schemas: Allmacht der Medien.

2. Illusion der Unbeeinflussbarkeit aus Grunden des Selbstschutzes und der Ich-Verteidigung.

Was ist Empirie?

Empirie ist die erfahrungsgestutzte, intersubjektiv nachvollziehbare .berprufungen theoretischer Erkenntnisse.

Theorien sind umso gehaltvoller, desto mehr Prufungen sie uberstanden haben. Theorien sind nur prufbar, wenn sie sich auf wiederholt auftretende Phänomene beziehen.

Hieraus folgt bereits, dass es ohne verallgemeinernde Theorien keine Empirie geben kann. Umgekehrt gibt es ohne Empirie keine Möglichkeit, sich gegen theoretische Irrtumer (z.B. falsche Verallgemeinerungen) zu schutzen.

Empirie ist ein Verfahren zur Irrtumsbegrenzung (insbesondere im Hinblick auf den Gultigkeitsanspruch theoretischer Aussagen). Ihre praktische Funktion ist die Absicherung von Handlungskonzepten und die Vermeidung von Praxis-Flops.

Wechselseitiges Angewiesensein von Theorie, Empirie und Praxis.

Qualitätsdimensionen im Journalismus Journalistische Qualität innerhalb von Konfliktkommunikationen, wie sie Wahlkämpfe darstellen, bemisst sich an der diskursanwaltlichen Funktion, konkret: am Maß der Bewahrung von Rationalität im Ideenstreit der Politiker sowie am Maß der Einhaltung von Diskursregeln, welche fortgesetzte optimierungsfähige Anschlusskommunikationen ermöglichen. Als Qualitätskriterium im Sinne des

"Verständigungsorientierungs-Index" (VOI) gilt die Erfullung der Aufgabe zum Diskursmanagement zwischen den Politikern einerseits und dem Medienpublikum andererseits. In den VOI fließen journalistische Leistungen ein im Hinblick auf

1. die Darstellung der Arena-Situation unter Berucksichtigung von Begrundungen, Lösungsperspektiven und Zweifeln,

2. eigenständige Positionsbekundungen der Journalisten unter eben diesen Gesichtspunkten der

Begrundung, Lösungsorientierung und kritischen Zweifeln. Eine fur die Rationalität des Diskurses zusätzlich relevante Größe ergibt sich daraus, dass der Konflikt zwischen den Positionen in der Demokratie nicht als Vernichtungswettbewerb entarten darf (Simmel 1908/1999, Dubiel 1999), sondern die prinzipielle Anschließbarkeit weiterer (Konflikt-)Kommunikationen beinhalten sollte. Dies wird dadurch gewährleistet, dass die politischen und journalistischen Positionsträger Grenzen der Abwertung gegnerischer Positionen einhalten und ein Mindestmaß an Respekt bewahren. Es ergeben sich daher vier Dimensionen des journalistischen Diskursmanagements, die bei der Konstruktion des von uns vorgeschlagenen Indexes zur Messung journalistischer Qualität in politischen

Konfliktkommunikationen berucksichtigt werden:

1. Begrundungsniveau

2. Lösungsorientierung

3. Respektmaß

4. Zweifelartikulation

Sowie 3 Tabellen zum Interpretieren (eine mit Unterhaltungsparadoxon)