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Aufstellung der Kandidatinnen und Kandidaten für die Bundestagswahl  

Aufstellung der Kandidatinnen und Kandidaten für die Bundestagswahl 

Wichtige Hinweise

. Übersicht der wichtigsten Fristen Eine reguläre Neuwahl des Bundestages findet frühestens sechsundvierzig und spätestens achtundvierzig Monate nach dem Beginn der laufenden Wahlperiode statt.

Die Wahlperiode des . Deutschen Bundestages hat am . Oktober  begonnen. Demnach muss der Termin für die Bundestagswahl  zwischen dem . August und dem . Oktober  liegen. Da grundsätzlich die Termine für Bundestagswahlen nicht mit Hauptferienzeiten kollidieren sollen, dürfte der Wahltag nicht vor Sonntag, dem . September  liegen (dies aber noch ohne Gewähr).

Unabhängig vom Wahltermin dürfen die Wahlen für die Vertreterversammlungen frühestens  Monate nach dem Beginn der Wahlperiode des Bundestages stattfinden, für die kommende Bundestagswahl also ab dem . März . Die Wahlen für die Bewerber selbst können frühestens  Monate nach Beginn der Wahlperiode durchgeführt werden, also ab dem . Juni  (§  Abs.  Satz  Bundeswahlgesetz).

Etwa ein dreiviertel Jahr vor der Wahl legt der Bundespräsident in Abstimmung mit der Bundesregierung den Tag der Bundestagswahl fest. Der Wahltag muss ein Sonntag oder gesetzlicher Feiertag sein (§  Bundeswahlgesetz).

Gem. §  BWG sind beim Kreis bzw. Landeswahlleiter bis zum . Tag vor der Wahl ( Uhr) die Wahlvorschläge schriftlich einzureichen.

Hieraus ergibt sich nachfolgender beispielhafter Verfahrensablauf für die Ortsvereine:

Die Ortsvereine wählen a) Delegierte zu Wahlkreiskonferenzen und b)Delegierte zu Unterbezirksdelegiertenkonferenzen zur Wahl von Vertreterinnen bzw. Vertretern zur Landesvertreterversammlung (wg. Reserveliste/Landesliste).

. Bestimmung der Termine für Konferenzen Die Termine der Wahlkreiskonferenzen werden von den Unterbezirken bestimmt. Sind mehrere Unterbezirke betroffen, so einigen sich die Unterbezirksvorstände über das Ver- fahren. Die SPD Landesvorstände beschließen über Ort und Termin der Landesvertreterkonferenz zur Aufstellung der Landesreserveliste. Die Unterbezirke müssen ihre Terminplanung in Abhängigkeit von den Terminen der Landesvertreterversammlungen mit den Landesver- bänden abstimmen. Die Ortsvereine müssen ihre Terminplanung in Abhängigkeit von den Terminen der Unterbezirksdelegiertenkonferenzen mit den Unterbezirken abstimmen.

Bei der Terminierung ist darauf zu achten, dass alle Nominierungen (auch Landeslisten) nicht erst vor Ende der Einreichungsfrist abgeschlossen sein sollten, da es regelmäßig noch Nachbesserungsbedarf (zB fehlende Zustimmungserklärungen und Wählbarkeitsbescheinigungen) gibt.

. Wahlankündigungsfristen nach SPD-Satzungsrecht

Nach §  Wahlordnung der SPD (WahlO) können Wahlen nur stattfinden, wenn sie in der vorläufigen Tagesordnung angekündigt worden sind. Diese Tagesordnung ist den Mit- gliedern bzw. Delegierten mindestens eine Woche vorher schriftlich zuzusenden.

Hat sich die betreffende Gliederung für Versammlungen nach dem Bundeswahlgesetz strengere, d.h. längere, Fristen in ihrer Satzung gesetzt, so gelten diese strengeren Fristen. Soweit die Wahrung von Ladungsfristen jedoch dazu führen würde, dass eine fristge- rechte Einreichung der Wahlvorschläge bei den staatlichen Wahlorganen unmöglich oder wesentlich erschwert wird, können die Fristen soweit abgekürzt werden, wie es zur Gewährleistung einer fristgerechten Kandidatenaufstellung erforderlich ist.

. Die Aufstellung der Wahlkreiskandidatinnen und –kandidaten

Der Unterbezirk organisiert die Wahlkreiskonferenz(en) seines Zuständigkeitsbereichs. Nach §  Abs.  BWG kann als Bewerberin oder Bewerber einer Partei in einem Kreiswahl-

vorschlag nur benannt werden, wer in einer Mitgliederversammlung zur Wahl eines Wahlkreisbewerbers oder in einer Vertreterversammlung hierzu gewählt worden ist. Zur Auswahl stehen das Delegierten- und das Vollversammlungsprinzip. Die Unterbezirke müssen sich zunächst Klarheit darüber verschaffen, welches Aufstellungsverfahren sie bei der Kandidatenaufstellung anwenden wollen bzw. nach ihrer Unterbezirkssatzung anwenden können.

. Die Regel: Wahlkreisdelegiertenkonferenzen

Die Regel sind Wahlkreiskonferenzen nach dem Delegiertenprinzip. Wichtig ist, dass die Delegierten dieser Wahlkreisdelegiertenkonferenzen in örtlichen Mitgliederversammlun- gen gewählt werden, bei denen nur die im Zeitpunkt ihres Zusammentritts im Wahlkreis zum Deutschen Bundestag wahlberechtigten Mitglieder der Partei stimmberechtigt sind.

Es bedarf also besonderer Mitgliederversammlungen zur Wahl von Delegierten zu Wahl- kreiskonferenzen, soweit der Wahlkreiskandidat / die Wahlkreiskandidatin nicht nach dem Vollversammlungsprinzip nominiert wird.

Auf Delegierte, die für die Nominierungen  gewählt wurden, kann nicht zu- rückgegriffen werden, da das Aufstellungsverfahren nach den Regelungen des BWG vor jeder Wahl neu durchgeführt werden muss. Dies ist schon deshalb erforderlich, weil die Delegierten im jeweiligen Wahlkreis bzw. im jeweiligen Land wahlberechtigt sein müssen und sich hier regelmäßig Veränderungen auch dann ergeben, wenn keine neue Wahl- kreiseinteilung erfolgt. Da aber die Wahlkreise neu zugeschnitten wurden, hat sich auch deshalb die Zusammensetzung der Wahlberechtigten jeweils verändert (vgl. Punkt .). Zudem schreibt das Bundeswahlgesetz in §  Abs.  vor, dass mit der Delegiertenwahl frühestens  Monaten nach Beginn der Wahlperiode begonnen werden darf, hier also ab dem . März .

. Die Ausnahme: Wahlkreisvollversammlungen

Soweit Wahlgesetze und Satzungen nicht entgegenstehen, können die zuständigen Vorstände beschließen, dass eine Kandidatenaufstellung durch eine Vollversammlung vorgenommen wird (§  Abs.  OrgSt). Dies schließt die Möglichkeit ein, die Vollversammlung bereits in der Satzung verbindlich festzuschreiben.

Mitgliederversammlung zur Wahl eines Wahlkreisbewerbers ist eine Versammlung der im Zeitpunkt ihres Zusammentritts im Wahlkreis zum Deutschen Bundestag wahlberechtig- ten Mitglieder der Partei.

Häufig sind an der Aufstellung eines Wahlkreiskandidaten oder einer Wahlkreiskandida- tin mehrere Unterbezirke beteiligt, die sich auf ein einheitliches Wahlverfahren verstän- digen müssen. Eine Vollversammlung kommt in diesem Fall nur in Betracht, wenn beide Unterbezirke in ihren Satzungen das Vollversammlungsprinzip nicht ausgeschlossen haben.

Denkbar ist auch, dass das Vollversammlungsprinzip in der Bezirkssatzung für die dem Bezirk angehörenden Unterbezirke geregelt ist. Eine solche Regelung wäre für die nach- geordneten Unterbezirke verbindlich (§  Organisationsstatut), so dass den nachgeordne- ten Unterbezirken die Möglichkeit genommen ist, sich für das Delegiertenprinzip zu entscheiden.

Sehen Satzungen vor, dass Wahlkreiskonferenzen nach dem Vollversammlungsprinzip abgehalten werden können oder müssen, so kann – wenn die Satzung nicht entgegen steht – auch die Vertreterwahl mit Blick auf die Landesliste nach dem Vollversammlungsprinzip erfolgen.

Sehen Satzungen vor, dass Kreisparteitage als Kreisvollversammlungen tagen und fehlen satzungsmäßige Regelungen zur Zusammensetzung der Wahlkreiskonferenz, so ist im Zweifel davon auszugehen, dass auch die Aufstellung des Wahlkreiskandidaten bzw. der Wahlkreiskandidatin nach dem Vollversammlungsprinzip erfolgen kann. Für die Wahl von Vertretern zur Landesdelegiertenkonferenz zur Aufstellung der Landesliste gilt dies entsprechend.

. Vollversammlungen sind keine Urwahlen

Entscheidet sich ein Unterbezirk für die Durchführung von Vollversammlungen, so darf es in einem Punkt keine Verwechslung geben: Die Aufstellung von Wahlbewerbern nach dem Bundeswahlgesetz ist in rechtlicher Hinsicht streng zu trennen von parteiinternen Nominierungen von Kandidaten nach §  f. Organisationsstatut. Während uns bei ge-

setzlich nicht näher geregelten Nominierungsverfahren ein großer Spielraum verbleibt, ist der Spielraum bei der Aufstellung von Kandidaten nach dem Bundeswahlgesetz sehr gering. Maßgeblich sind hier das Bundeswahlgesetz und die Bundeswahlordnung. Fragen beantworten die Kreiswahlleiter bei den örtlichen Kreisverwaltungen, Landratsämtern, Oberbürgermeistern (Zuständigkeiten sind regional verschieden). Erhebliche Formfehler können zu Wahlanfechtungen und zur Nicht-Annahme des Wahlvorschlages führen.

Will der Unterbezirk die Mitgliedervollversammlung praktizieren, so kann die Mitglieder- versammlung nur als gemeinsame (einzige) Mitgliederversammlung der Mitglieder der Partei im Wahlkreis durchgeführt werden. Eine Briefwahl ist unzulässig. Unzulässig ist auch die Stimmabgabe in verschiedenen, räumlich getrennten Wahllokalen, etwa auf Ortsvereinsebene. Es kann also nicht wie bei der Urwahl von Spitzenkandidaten mit örtli- chen OV-Versammlungen operiert werden. Auch eine bloße zentrale Stimmabgabe reicht nicht aus. Daher muss ein Abstimmungslokal zur Verfügung stehen, das auch bei hoher Mobilisierung alle abstimmungswilligen Mitglieder aufnehmen kann, so dass ein geord- neter Ablauf der Versammlung gewährleistet werden kann.

. Wahlkreise mit mehreren Unterbezirken

Gehen in dem Gebiet eines Wahlkreises die Gebiete mehrerer Unterbezirke teilweise auf, so hat (wenn nicht ganz ausnahmsweise die Voraussetzungen für eine Vollversammlung bestehen) eine Delegiertenkonferenz der im Wahlkreis wahlberechtigten Delegierten stattzufinden, die in den dem Wahlkreis angehörenden Ortsverein der beteiligten Unter- bezirke gewählt werden. Für die Einberufung gilt §  Abs.  und  des OrgSt: Zuständig für die Einberufung der Delegiertenkonferenz sind die Vorstände der beteiligten Unterbezirke im Benehmen mit dem Bezirksvorstand. Die Unterbezirksvorstände haben u.a. den Delegiertenschlüssel festzulegen, die Tagesordnung aufzustellen und Ort und Termin der Konferenz zu bestimmen. Können sich die Unterbezirksvorstände auf diese Punkte nicht einigen, so entscheidet nach §  Absatz  OrgSt der Bezirksvorstand im Rahmen der Wahlgesetze und des Satzungsrechts.

. Mehrere Wahlkreise in einer Stadt oder einem Landkreis

§  Abs.  Bundeswahlgesetz sieht vor, dass in Kreisen und kreisfreien Städten, die meh- rere Wahlkreise umfassen, die Bewerber für diejenigen Wahlkreise, deren Gebiet die

Grenze des Kreises oder der kreisfreien Stadt nicht durchschneidet, in einer gemeinsamen Mitglieder oder Vertreterversammlung gewählt werden können. Wird diese gemeinsame Versammlungsform gewählt, dürfen an der Versammlung nur die in den betreffenden Wahlkreisen wahlberechtigten Parteimitglieder (bei einer Vollversammlung) bzw. die wahlberechtigten Delegierten, die in den betreffenden Ortsvereinen gewählt worden sind, teilnehmen. Diese können dann auch an der Wahl derjenigen Wahlkreisbewerber teilnehmen, für die sie an sich - mangels Hauptwohnsitz in diesem Wahlkreis - nicht wahlberechtigt wären. Dies gilt freilich nicht für Parteimitglieder, die ihren Hauptwohnsitz außerhalb der betreffenden gemeinsam aufstellenden Wahlkreise haben.

. Einzelheiten des Wahlverfahrens bei der Nominierung von Wahlkreiskandidaten

Für die Nominierung gilt die Wahlordnung der SPD, soweit staatliches Wahlrecht nicht entgegensteht. Die Wahl ist geheim und erfolgt mittels einheitlicher Stimmzettel. Wahlkabinen oder die Verwendung von Umschlägen sind nicht erforderlich. Es handelt sich um eine Einzelwahl nach §  WahlO. Im ersten Wahlgang ist gewählt, wer die Mehrheit der gültigen Stimmen erhalten hat. Zu den gültigen Stimmen zählen auch Enthaltungen. Erhält kein Kandidat oder keine Kandidatin die Mehrheit der gültigen Stimmen, so findet ein weiterer Wahlgang statt, in dem die einfache Mehrheit entscheidet. Bei Stimmengleichheit findet eine Stichwahl statt. Bei erneuter Stimmengleichheit entscheidet das Los. Bei Einzelwahlen mit nur einem Bewerber oder einer Bewerberin sind Nein-Stimmen statthaft. Endgültig nicht gewählt ist, wer auch schon im ersten Wahlgang mehr Nein- als Ja-Stimmen auf sich vereinigt. Bei Einzelwahlen mit mehreren Bewerbern bzw. Bewerberinnen sind Nein-Stimmen unstatthaft.

. Verfahren der Landeslistenaufstellung . Besondere Legitimationskette

Der SPD Landesvorstand beschließt über Ort und Termin der Landesvertreterkonferenz zur Aufstellung der Landesreserveliste. In manchen Landesverbänden sind die Größe der Lan- desvertreterversammlung und deren Zusammensetzung in der Satzung geregelt. In allen anderen Fällen entscheidet der Landesvorstand über den Delegiertenschlüssel, wobei Analogien zum Landesparteitag die Regel sind. Selbstverständlich gibt es bei Landesver-

treterkonferenzen aber keine „geborenen Mitglieder“ mit Stimmrecht, da dadurch die zwingend erforderliche Legitimationskette nicht gewahrt wäre.

Die Delegierten der Landesvertreterkonferenzen zur Aufstellung der Landesreserveliste werden in den Unterbezirken auf Unterbezirksdelegiertenkonferenzen gewählt. Die Or- ganisation und Einberufung der Unterbezirksdelegiertenkonferenzen erfolgt durch die Unterbezirksvorstände.

Diese Unterbezirksdelegiertenkonferenzen setzen sich aus Delegierten der Ortsvereine zusammen. Es bedarf besonderer Mitgliederversammlungen in den Ortsvereinen zur Wahl dieser Delegierten. Wie bei der Wahl der Delegierten zur Wahlkreiskonferenz zur Aufstellung des Direktkandidaten oder der Direktkandidatin sind wiederum nur die Par- teimitglieder aktiv und passiv wahlberechtigt, die im Zeitpunkt der Versammlung zum Bundestag wahlberechtigt sind.

In einigen (zumeist mitgliederschwächeren) Unterbezirken werden die Delegierten zur Landesvertreterversammlung durch Vollversammlungen auf UB-Ebene bestimmt. Voll- versammlungen auf UB-Ebene zur Wahl der Delegierten zur Landesvertreterversammlung sind zulässig, wenn die Satzung dies nicht ausschließt. Auf diesen Vollversammlungen sind nur die Parteimitglieder aktiv und passiv wahlberechtigt, die im Zeitpunkt der Versammlung dort zum Bundestag wahlberechtigt sind.

Bitte Beachte: §§  Abs. ,  Abs. ,  BWG weist darauf hin, dass Delegierte aus der Mitte einer (Vertreter-) Versammlung zu wählen sind. Dies bedeutet, dass zB nur stimmberechtigter Delegierter für die Landeskonferenz werden kann, wer auch ein Delegiertenmandat auf Unterbezirksebene innehat oder, soweit eine Vollversammlung auf UB-Ebene die Delegierten bestimmt, diese dort stimmberechtigtes Mitglied sein müssen.

Auf Delegierte, die für die Nominierungen  gewählt wurden, kann auch im Rahmen der Legitimationskette der Landesvertreterversammlung zur Aufstellung der Landesliste nicht zurückgegriffen werden, da das Aufstellungsverfahren vor jeder Wahl neu durchgeführt werden muss.

. Wahlverfahren bei der Aufstellung von Landeslisten

Die Wahlen zur Aufstellung der Landeslisten zur Bundestagswahl erfolgen geheim, mit- tels verdeckter Stimmzettel, beginnend mit dem Spitzenkandidaten oder der Spitzenkan- didatin. Für jeden Listenplatz erfolgt eine Einzelwahl nach §  Abs.  Wahlordnung. Die Einzelwahlen können auf einem Stimmzettel oder in einem Urnengang verbunden werden, soweit Kampfkandidaturen nicht vorliegen (sog. verbundene Einzelwahl). Der Einsatz von elektronischen Stimmzählgeräten ist nicht möglich, siehe Punkt .. Hinsichtlich der Einzelheiten bzgl. des Wahlverfahrens gilt Punkt . entsprechend.

. Quotierung

Gem. §  Abs.  der SPD-Wahlordnung wird für die Wahl zum Deutschen Bundestag die angemessene Vertretung von Frauen und Männern durch die Aufstellung der Landeslisten gesichert. Die Aufstellung der Landeslisten erfolgt durchgängig alternierend; eine Frau, ein Mann, beginnend mit dem Spitzenkandidaten oder der Spitzenkandidatin.

. Formale Anforderungen an die Landeslisten

Landeslisten müssen den Namen der einreichenden Partei und, sofern sie eine Kurzbe- zeichnung verwendet, auch diese enthalten.

Die Namen der Bewerber/innen müssen in erkennbarer Reihenfolge aufgeführt sein. Dazu gibt es bei den Landeswahlleitern amtliche Formulare.

Ein Bewerber kann nur in einem Land und hier nur in einer Landesliste vorgeschlagen werden. Für weitere Einzelheiten beachte insbesondere §  BWG.

. Grundsätzliche Anforderungen an die Kandidatenaufstellung . Grundsätze der Wahlberechtigung

Bei der Aufstellung der Kreiswahlvorschläge bzw. der Landeslisten müssen die an der Mit- gliederversammlung teilnehmenden Parteimitglieder bzw. die gewählten Vertreter der Vertreterversammlung im jeweiligen Wahlkreis bzw. im jeweiligen Bundesland zum Zeit- punkt der Versammlung wahlberechtigt sein.

Wahlberechtigt bei Bundestagswahlen sind nach §  Abs.  des Bundeswahlgesetzes alle Deutschen im Sinne des Artikels  Abs.  des Grundgesetzes, soweit sie die übrigen wahlrechtlichen Voraussetzungen, z. B. das Mindestalter, erfüllen. An der Kandidatenaufstellung zur Bundestagswahl dürfen nur Personen teilnehmen, die in diesem Wahlgebiet wahlberechtigt sind. Dies gilt für alle Ebenen entlang der Legitima- tionskette (sog. ununterbrochene Legitimationskette). Bei der Wahl der Delegierten bzw. bei der Einladung der Mitglieder zur Vollversammlung ist darauf zu achten, dass nur volljährige deutsche Staatsbürger/ -innen mit Hauptwohnsitz im Wahlgebiet angesprochen werden. Nur diese dürfen zu Delegierten gewählt werden. Nur diese sind zu Vollversammlungen zu laden. Um einen rechtlich unangreifbaren Einladungsverteiler für die Vollversammlung zu erstellen, müsst Ihr folgende MAVIS-Merkmalgruppen kombinieren:

Hauptwohnsitz im Wahlkreis

Volljährigkeit

Deutsche Staatsangehörigkeit

. Verfahren der Mandatsprüfung

Am Einlass von Mitgliederversammlungen und Delegiertenkonferenzen im Zusammen- hang mit der Kandidatenaufstellung ist grundsätzlich die Berechtigung des Mitglieds bzw. des Delegierten zu prüfen. Es soll überprüft werden:

Hat der/die Betreffende seinen/ihren Hauptwohnsitz im Wahlgebiet?

Ist er/sie Deutscher bzw. Deutsche?

Ist er/sie volljährig?

Ist er/sie Parteimitglied?

Bei Delegiertenversammlungen zusätzlich:

Handelt es sich um gemeldete oder nachgemeldete ordentliche Delegierte oder

Ersatzdelegierte in deren Vertretung? Die Überprüfung erfolgt anhand des Auszugs aus den Mitgliederdaten. Auf Verlangen sind geeignete Urkunden vorzulegen: Parteibuch, amtlicher Lichtbildausweis (Personal- ausweis, Reisepass, Führerschein o.ä.); ggf. Meldebestätigung der Einwohnermeldeämter usw. Die Mitglieder und Delegierten sollen mit der Einladung deutlich darauf hingewiesen werden, dass die Berechtigung nachgewiesen werden muss. Es soll auch darauf hingewie-

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sen werden, dass Parteimitglieder zurückgewiesen werden können, wenn diese Nach- weise (Parteibuch und Personalausweis) nicht vorgelegt werden können. Im Zweifelsfall entscheidet die Konferenz auf Vorschlag der Mandatsprüfungs- und Zählkommission.

Ergeben sich Bedenken hinsichtlich der ordnungsgemäßen Wahl der Delegierten so gilt:

Delegierte sind nicht abstimmungsberechtigt, wenn

ihre Wahl nichtig (§  Wahlordnung) ist oder

erfolgreich angefochten wurde (§  Wahlordnung) oder

gegen staatliches Wahlrecht verstößt.

Ein Verstoß gegen staatliches Wahlrecht liegt insbesondere vor, wenn die Delegierten nicht unmittelbar aus der Mitte einer Mitgliederversammlung oder aus der Mitte von Vertreterversammlungen gewählt worden sind, die ihrerseits entweder aus der Mitte einer Mitgliederversammlung oder aus der Mitte einer oder mehrerer dazwischen geschalteter Vertreterversammlungen hervorgegangen sind. Unter einer Mitgliederversammlung wird dabei – wie bekannt – eine Versammlung der Partei- mitglieder verstanden, die im Zeitpunkt des Zusammentritts der Versammlung zum Deutschen Bundestag wahlberechtigt sind.

. Das Prinzip der Wahlberechtigung im Wahlgebiet

Bei einigen Gruppen ist insoweit eine besonders genaue Prüfung geboten:

Genossinnen und Genossen, die zwar parteimäßig im Wahlgebiet bei dem betreffenden Unterbezirk gemeldet sind, ihren Hauptwohnsitz jedoch in einem anderen Wahlkreis au- ßerhalb des Unterbezirks haben, dürfen nur im Wahlkreis ihres Hauptwohnsitzes, also nicht in „ihrem“ Unterbezirk mitwirken. Achtung: Umgekehrt darf diese Gruppe nicht von den Unterbezirken „vergessen“ werden, in denen zwar der Hauptwohnsitz, aber keine Gliederungszugehörigkeit besteht.

Der Parteivorstand möchte dabei unterstützend sicherzustellen, dass auch die Genossinnen und Genossen mit der Einladung erreicht werden, die im Wahlkreis wohnen, aber nicht parteimäßig dort gemeldet sind. Er möchte auch helfen, die Mitglieder bei der Ladung zur Mitgliedervollversammlung auszusortieren, die keinen Hauptwohnsitz im Wahlgebiet haben, obwohl sie dort parteimäßig gemeldet sind. Die MAVIS ist deshalb so angepasst worden, dass die Einladungsanschriften nach der Wahlkreiszugehörigkeit des

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Hauptwohnsitzes versendet werden können. Dennoch ist Vorsicht in solchen Wahlkreisen geboten, die vom Neuzuschnitt der Wahlkreisgrenzen zur Bundestagswahl  betroffen sind. Hier sollte sicherheitshalber mit Daniela Otto beim SPD-Parteivorstand Kontakt aufgenommen werden, um nochmals zu überprüfen, dass die jeweils aktuelle Wahlkreis- geometrie auch tatsächlich in der MAVIS zutreffend erfasst worden ist (Daniela.Otto@spd.de).

. Ausländische und eingebürgerte Parteimitglieder

Bei der Abfrage der deutschen Staatsangehörigkeit könnte ein ähnliches Problem entstehen. Viele Genossinnen und Genossen ausländischer Herkunft treten zunächst der Partei bei (und geben beim Eintritt ihre Nationalität an) und werden später eingebürgert, ohne dass das Staatsangehörigkeitsmerkmal in der MAVIS verändert wird. Diese Gruppe droht bei der Einladung vergessen zu werden. Es wird deshalb angeregt, im Rahmen des organisatorisch Möglichen bei volljährigen ausländischen Genossinnen und Genossen der Frage nachzugehen, ob die zwischenzeitliche Einbürgerung vorliegt.

Noch ein komplizierter Sonderfall, der v.a. deutsch-türkische Parteimitglieder betrifft:

Im Inland lebende Deutsche, die seit dem . Januar  eine ausländische Staatsangehö- rigkeit erworben oder eine frühere ausländische Staatsangehörigkeit zurück erworben haben, ohne eine Beibehaltungsgenehmigung für die deutsche Staatsangehörigkeit zu besitzen, haben nach §  Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) die deutsche Staatsangehö- rigkeit verloren. Der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit ist kraft Gesetzes unab- hängig davon eingetreten, ob er von dem Betroffenen beabsichtigt war oder ihm bewusst ist oder deutschen Behörden bekannt wird. Zu diesem Personenkreis zählen u.a.

Eingebürgerte türkischer Herkunft, die seit dem . Januar  die türkische Staatsangehörigkeit zurück erworben haben,

hier lebende und geborene Deutsche, welche die Staatsangehörigkeit eines anderen Staates angenommen haben, weil sie beispielsweise einen zeitweiligen Altersruhesitz im Ausland gewählt haben, und

in Deutschland aufgenommene Aussiedler, die nun erstmals die

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Staatsangehörigkeit eines Nachfolgestaates der ehemaligen Sowjetunion ange- nommen haben.

Parteimitglieder, die Weise nach §  StAG die deutsche Staatsangehörigkeit verloren haben, sind in einer Aufstellungsversammlung nicht wahlberechtigt und nicht wählbar. Der Bundeswahlleiter empfiehlt, in den Einladungen zu den Aufstellungsversammlungen und in den Aufstellungsversammlungen diese Rechtslage darzustellen und darauf hinzuweisen, dass nur Deutsche im Sinne des Artikels  des Grundgesetzes wahlberechtigt und wählbar sind.

. Wählbarkeit (passives Wahlrecht)

Die Wählbarkeit zum Deutschen Bundestag ist abschließend in §  Bundeswahlgesetz ge- regelt. Die Bewerber in den Wahlvorschlägen (Kreiswahlvorschläge bzw. Landeslisten) müssen insbesondere volljährige Deutsche im Sinne des Artikels  Abs.  des Grundge- setzes sein, um die Wählbarkeitsvoraussetzungen zu erfüllen. Deutscher im Sinne des Ar- tikels  Abs.  des Grundgesetzes ist, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder die sonstigen Voraussetzungen („Statusdeutscher“) erfüllt.

Wahlkreisbewerber müssen nicht im betreffenden Wahlkreis wohnhaft sein, Landeslistenbewerber müssen nicht im betreffenden Land wohnhaft sein. Die für das ak- tive Wahlrecht relevante Frage der Haupt- bzw. Nebenwohnung spielt im Rahmen der Wählbarkeit keine Rolle. Ebenso reicht es für den Bewerber bzw. die Bewerberin im Grundsatz aus, wenn die o.g. positiven Wählbarkeitsvoraussetzungen erst am Wahltag zum Bundestag vorliegen.

Erfolgreich nominierte Kandidatinnen und Kandidaten müssen Bestätigungen der zu- ständigen Gemeindebehörde beibringen, dass sie als Bewerber wählbar sind. Dafür halten

die Wahlbehörden Vordrucke bereit.

Als Bewerber kann in einem Kreiswahlvorschlag nur vorgeschlagen werden, wer seine Zu- stimmung dazu schriftlich erteilt hat. Auch in einer Landesliste kann nur benannt werden, wer seine Zustimmung dazu schriftlich erklärt hat. In beiden Fällen ist die Zustimmung unwiderruflich.



Die erfolgreich gewählten Bewerber müssen daher Zustimmungserklärungen (auf For- mularvordrucken) unterzeichnen, vgl. für Einzelheiten §§ ,  BWG und §§  und  Bundeswahlordnung (BWO).

. Verfahren der Delegiertenwahl

Die Vertreter für die Vertreterversammlungen werden in geheimer Abstimmung gewählt. Jeder stimmberechtigte Teilnehmer der Versammlung ist hierbei vorschlagsberechtigt nach §  Absatz  BWG. Die Delegiertenwahl findet als Listenwahl gem. §  Wahlordnung statt, wobei Delegierte und Ersatzdelegierte auf einer einheitlichen Liste zu wählen sind. Es ist die Geschlechter- quote von % zu beachten. Das Quotierungserfordernis bezieht sich auf die ordentliche Delegation. Fällt ein/e ordentlicher Delegierte/r aus, so rückt der oder die Ersatzdelegierte mit der höchsten Stimmzahl unter Einhaltung der Quotenvorgabe nach §  Absatz  WahlO nach.

Auf der Ortsvereinsebene müssen in der Regel doppelt Delegierte gewählt werden:

Eine Delegation zur Wahlkreiskonferenz zur Aufstellung des örtlichen Wahlkreiskandidaten bzw. der Wahlkreiskandidatin

Eine Delegation zur Unterbezirksdelegiertenkonferenz zur Wahl der Delegierten zur Landesvertreterkonferenz zur Aufstellung der Landesliste.

Eine Zusammenfassung beider Wahlgänge ist nur möglich, wenn die gleichzeitige Wahl beider Delegationen von der Mitgliederversammlung gewünscht wird und identische Delegiertenschlüssel gelten. Bei unterschiedlichen Delegiertenschlüsseln kommt es zu Schwierigkeiten bei der Anwendung der Quotierungsregeln des §  WO.

. Personalvorschlagsrecht in den Nominierungsversammlungen

Jeder stimmberechtigte Teilnehmer und jede stimmberechtigte Teilnehmerin hat das Recht Kandidatenvorschläge auf der Versammlung einzubringen. Das gilt für die Mitglie- derversammlungen ebenso wie für die Wahlkreiskonferenzen, Unterbezirksdelegierten- konferenzen und Landesvertreterversammlungen (vgl. §§  Abs. ,  BWG). Das Personalvorschlagsrecht kann hier also nicht auf antragsberechtigte Gliederungen oder qualifizierte Quoren von Delegierten beschränkt werden.



Neben den stimmberechtigten Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Versammlung steht das Personalvorschlagsrecht auch den betreffenden Parteigliederungen zu. Die Ausübung des Personalvorschlagsrechts kann nach Maßgabe der Geschäftsordnung oder der Beschlussfassung über die Tagesordnung an die Einhaltung einer Frist nach Eröffnung der entsprechenden Versammlung gebunden werden. Das ist häufig sinnvoll, um die organisatorischen Abläufe (u.a. Produktion von Stimmzetteln) genau festlegen zu können.

. Recht der Kandidaten auf Vorstellung

Es muss eine einheitliche und ausführliche Personalvorstellung möglich sein. Jeder Kandi- dat muss die Gelegenheit haben, der Versammlung ein Bild von seiner Person und seinem politischen Programm zu vermitteln. Eine Vorstellungszeit von zehn Minuten wird als un- terste Grenze anzusehen sein. Ob der Bewerber oder die Bewerberin tatsächlich von der Möglichkeit der Vorstellung Gebrauch macht, ist rechtlich unerheblich. Den Delegierten bzw. Versammlungsteilnehmern soll ausreichend Gelegenheit zur Perso- naldebatte gegeben werden.

. Verbot elektronischer Televotingsysteme

Einige Landesverbände haben bereits Erfahrungen mit der Verwendung von elektroni- schen Abstimmungssystemen gemacht. Grundsätzlich ist deren Einsatz in der SPD bei parteiinternen Wahlen zulässig, sofern die Sicherheit besteht, dass die Mindestanforderungen an eine demokratische Wahl gewährleistet sind.

Für die Kandidatenaufstellung zur Bundestagswahl rät der Bundeswahlleiter wie schon in der Vergangenheit jedoch dringend vom Einsatz elektronischer Televotingsysteme ab.

Hinweis: Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom . März  (Az.  BvC /,  BvC /) ist die Bundeswahlgeräteverordnung mit Art.  in Verbindung mit Art.  Abs.  und Abs.  des Grundgesetzes unvereinbar, da sie keine dem verfassungsrechtlichen Grundsatz der Öffentlichkeit der Wahl entsprechende Kontrolle sicherstellt. Sie enthält keine Regelungen, die sicherstellen, dass nur solche Wahlgeräte zugelassen und verwendet werden, die den verfassungsrechtlichen Voraussetzungen des Grundsatzes der Öffentlichkeit genügen.



Das Bundesministerium des Innern hat bereits für die Bundestagswahl  darauf hingewiesen, dass der Einsatz von Wahlgeräten nicht zulässig ist. Es ist davon auszugehen, dass dies auch für die Bundestagswahl  gelten wird.

Beachte daher: Es droht die Zurückweisung von Wahlvorschlägen, wenn sie mit unzulässigen Wahlgeräten zustande gekommen sind.

. Einreichung für Wahlvorschläge / Formulare

Über die Wahlkreiskonferenzen und Landesvertreterkonferenzen ist jeweils eine Nieder- schrift zu fertigen. Sie hat Angaben über Ort und Zeit der Versammlung, Form der Einla- dung, Zahl der erschienenen Parteimitglieder bzw. Delegierten und das genaue Ergebnis der Abstimmung zu enthalten. Beachtet und benutzt unbedingt die amtlichen Vordrucke. Des Weiteren bedarf es einer Versicherung an Eides statt vom Leiter bzw. der Leiterin der Versammlung (Sitzungspräsident) und von zwei von dieser bestimmter Versammlungsteilnehmer/-innen auf der Niederschrift, dass die Kandidatenaufstellung u.a. in geheimer Abstimmung erfolgt ist. Im Rahmen der Konstituierung sind also zwei weitere Teilnehmer/-innen zu wählen, die gegenüber dem jeweiligen Wahlleiter an Eides statt versichern, dass die Anforderungen beachtet worden sind. Die Wahlen im Rahmen der Konstituierung können offen durchge- führt werden.

Bei der Einreichung der Landeslisten erstrecken sich die Versicherungen an Eides statt auch darauf, dass die Festlegung der Reihenfolge der Bewerber in der Landesliste in ge- heimer Abstimmung erfolgt ist.

Kreiswahlvorschläge von Parteien müssen von mindestens drei Mitgliedern des Landes- verbandes, darunter dem/der Vorsitzenden oder seinem Stellvertreter persönlich und handschriftlich unterzeichnet sein. Alternativ kann ein Nachweis beigefügt werden, dass dem Landeswahlleiter eine entsprechende Vollmacht vorliegt, vgl. Einzelheiten §  BWO.

Die im Wahlverfahren vorgegebenen Fristen sind nur gewahrt, wenn die einzureichenden Unterlagen (z.B. Kreiswahlvorschläge, Landeslisten, Zustimmungserklärungen, Wählbar- keitsbescheinigungen, Niederschrift über die Wahl des Bewerbers, Versicherung an Eides Statt) rechtzeitig in Schriftform vorgelegt werden. Die Schriftform ist nur gegeben, wenn

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die schriftlich einzureichenden Unterlagen persönlich und handschriftlich unterzeichnet sind und beim zuständigen Wahlorgan im Original vorliegen. Die Schriftform gilt durch Telegramm, Fernschreiben, Telefax, E-Mail oder durch sonstige dokumentierbare Übermittlung in elektronischer Form lediglich in den gesetzlich bestimmten Ausnahmefällen als gewahrt, d.h. wenn und soweit dies im Bundeswahlgesetz oder in der Bundeswahlordnung ausdrücklich zugelassen wird (siehe §§  Abs. ,  Abs. ,  Abs.  BWO). In der Regel werden Originale verlangt.

Nähere Auskünfte über die beim Kreiswahlleiter (zuständig für Kreiswahlvorschläge) und beim Landeswahlleiter (zuständig für Landeslisten) einzureichenden Unterlagen (Nieder- schrift der Wahlkreiskonferenz, Versicherung an Eides statt für Wahlkreiskonferenz, Nie- derschrift der Landesvertreterkonferenz, Versicherung an Eides statt für Landesvertreter- versammlungen, Wählbarkeitsbescheinigung, Zustimmungserklärung) und Fristen ertei- len die Wahlleiter selbst. Dort erhaltet Ihr auch die notwendigen Formulare.

. Änderung des BWG seit der letzten Bundestagswahl . Wahlkreiseinteilung

Die Wahlkreiseinteilung für die Wahl zum . Deutschen Bundestag wurde am . April  verkündet. Das Bundesgebiet ist derzeit in  Wahlkreise eingeteilt. Die Notwendigkeit der Umverteilung von Wahlkreisen zwischen den Ländern sowie der Neuabgrenzung einzelner Wahlkreise resultiert unter anderem aus der gesetzlichen Regelung des §  Absatz  Satz  Nr. ,  und  BWG. Danach muss die Zahl der Wahlkreise in den einzelnen Ländern deren Bevölkerungsanteil soweit wie möglich entsprechen. Die Bevölkerungszahl eines Wahlkreises soll nicht mehr als  vom Hundert nach oben oder unten von der durchschnittlichen Bevölkerungszahl der Wahlkreise abweichen; beträgt die Abweichung mehr als  vom Hundert, ist eine Neuabgrenzung vorzunehmen. Maßgeblich hierfür ist nach den derzeit geltenden rechtlichen Bestimmungen die Zahl der deutschen Bevölkerung. Für die Einteilung sollen die Grenzen der Gemeinden, Kreise und kreisfreien Städte nach Möglichkeit eingehalten werden.

Für die Bundestagswahl  hat der Gesetzgeber gegenüber der bisherigen Wahlkreiseinteilung insgesamt  Wahlkreise neu abgegrenzt. Folgende Änderungen haben sich dabei ergeben:



Die Zahl der Wahlkreise in Hessen und Mecklenburg-Vorpommern entsprach nicht mehr deren Bevölkerungsanteil. Hessen verzeichnet einen stetigen Bevölkerungszuwachs, Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet einen stetigen Bevölkerungsrückgang. Da die Zahl der Wahlkreise in den Ländern deren Bevölkerungsteil so weit wie möglich entsprechen muss (s.o.), ist für die Wahl des . Deutschen Bundestages die Umverteilung eines Wahlkreises von Mecklenburg-Vorpommern nach Hessen erforderlich geworden. Insofern umfasst Hessen nunmehr  Wahlkreise, Mecklenburg-Vorpommern verliert einen Wahlkreis und umfasst danach nur sechs Wahlkreise. In Hessen hat daraufhin eine Neuabgrenzung von vier Wahlkreise stattgefunden; in Mecklenburg-Vorpommern wurden die verbliebenen sechs Wahlkreise neu eingeteilt. Des Weiteren wurden Anpassungen von Wahlkreisen vorgenommen, soweit in den Ländern Gebiets- und Verwaltungsreformen stattgefunden hatten, die Einfluss auf die Abgrenzung und die Beschreibung der Wahlkreise hatten. Daneben wurden Anpassungen bestimmter Wahlkreisnamen an die in das Wahlkreisgebiet fallenden Gebietsteile sowie Änderungen bestimmter Wahlkreisbeschreibungen beschlossen. Eine detaillierte Übersicht über die Wahlkreiseinteilung zur Bundestagswahl  ist auf der Seite www.bundeswahlleiter.de eingestellt.

. Neues Verfahren zur Sitzverteilung im Deutschen Bundestag

Mit Wirkung vom .. wurde das bisherige Verfahren zur Verteilung der Sitze im Deutschen Bundestag in Umsetzung des Regelungsauftrags des Bundesverfas- sungsgerichts zum negativen Stimmgewicht geändert. Das Bundesverfassungsgericht hatte mit Urteil vom .. (BVerfGE , ) ent- schieden, dass §  Abs.  S.  in Verbindung mit §  Abs.  und  des Bundeswahlgesetzes (BWG) die Grundsätze der Gleichheit und Unmittelbarkeit der Wahl nach Art.  Abs.  S.  des Grundgesetzes verletzt, soweit hierdurch ermöglicht wird, dass ein Zuwachs an Zweitstimmen zu einem Verlust an Sitzen der Landeslisten oder ein Verlust an Zweitstimmen zu einem Zuwachs an Sitzen der Landeslisten führen kann. Es hat den Gesetzgeber verpflichtet, spätestens bis zum .. eine verfassungsgemäße Regelung zu treffen. Die Neuregelung im . Gesetz zur Änderung des BWG vom .. gründet auf den Verzicht der bislang nach §  BWG vorgesehenen Listenverbindung. Die Abschaffung der Möglichkeit der Listenverbindung wird ergänzt um eine Sitzverteilung auf der Grundlage von Sitzkontingenten der Länder, die sich nach der Anzahl der Wähler in den Ländern



bestimmen. Das Verfahren für die Verteilung der nach Landeslisten zu besetzenden Sitze bleibt damit zweistufig ausgestaltet. In einem ersten Schritt wird die Zahl der Sitze ermittelt, die von der Gesamtzahl der Sitze im Deutschen Bundestag auf jedes Land entfällt; in einem zweiten Schritt werden die auf ein Land entfallenden Sitze auf die dort zu berücksichtigenden Landeslisten verteilt. Wenn sogenannte Reststimmen für eine Partei bundesweit die Schwelle für die Vergabe eines Mandats überschreiten, werden weitere Sitze verteilt. Hinsichtlich der Problematik der „Berliner Zweitstimmen“ sieht das Gesetz die Beseitigung der Regelungslücke in §  Absatz  BWG vor.

Die SPD-Bundestagsfraktion hat gegen das Gesetz zur Wahlrechtsreform von CDU/CSU und FDP vor dem Bundesverfassungsgericht eine Normenkontrollklage eingereicht. Denn die SPD-Fraktion ist sich sicher – auch durch ein Gutachten –, dass dieses Gesetz gegen die Verfassung verstößt. Es beseitigt das Problem des negativen Stimmengewichts nicht und neutralisiert auch nicht die Überhangmandate. Denn wenn in einem Bundesland eine Partei Überhangmandate erhält, kann der Fall eintreten, dass sie in einem anderen Land einen Sitz verliert, obwohl ihr Zweitstimmenanteil insgesamt gestiegen ist.



. Fristenprognose ohne genauen Wahltermin

..

Beginn der Wahlperiode . Deutscher Bundestag

..

Theoretisch frühester Termin zur Wahl von Delegierten für Kandidatenaufstellungen

 Abs.  Satz  BWG  Monate nach Beginn der Wahlperiode

§

..

Theoretisch frühester Termin zur Kandidatenaufstellung

 Abs.  Satz  BWG  Monate nach Beginn der Wahlperiode

§

 Tage vor der Wahl,

Fristende für Kleinparteien zur Anzeige der Teilnahme an der BTW

§

 Absatz  BWG

 Tage vor der Wahl,

Anerkennung von Parteien durch den Wahlausschuss wg. Listenprivileg

§

 Absatz IV BWG

 Tage vor der Wahl, §  BWG,  Uhr

Ende der Einreichungsfrist für Kreiswahlvorschläge und Landeslisten,  Tage vor der Wahl, §  BWG,  Uhr

 Tage vor der Wahl,

Wahlausschüsse entscheiden über die Zulassung von Bewerbern und Listen

§

 Absatz  BWG

 Tage vor der Wahl,

Entscheidung über Beschwerden gegen Zurückweisungen von Wahlvorschlägen (spätestens)

§

 Absatz  BWG

 Tage vor der Wahl,

Bekanntmachung der Wahllisten & -Bewerber durch Wahlleiter (spätestens)

§

 Absatz  BWG

.. Artikel  GG,  Monate nach Beginn der Wahlperiode

Erster möglicher Wahltag . Deutscher Bundestag

..

Letzter bisher bekannter Sommerferientag 

..

Erster bisher bekannter Herbstferientag 

.. Artikel  GG,  Monate nach Beginn der Wahlperiode

Letzter möglicher Wahltag . Deutscher Bundestag

Artikel  GG, spätestens  Tage nach der Wahl zum . BT

Zusammentritt des neu gewählten Bundestages







Anlagen

Meldung der Ortsvereinsdelegierte für Wahlkreiskonferenzen zur Aufstellung des Wahlkreiskandidaten bzw. der Wahlkreiskandidatin

Meldung der Ortsvereinsdelegierten für Unterbezirksdelegiertenkonferenzen zur Wahl von Delegierten zur Landesvertreterversammlung

Meldung der Unterbezirksdelegierten zur Landesvertreterversammlung



Meldung der Delegierten

für die Wahlkreiskonferenz zur Aufstellung des Wahlkreiskandidaten bzw. der Wahlkreiskandidatin im Bundestagswahlkreis

Der Ortsverein

des Wahlkreiskandidaten bzw. der Wahlkreiskandidatin im Bundestagswahlkreis folgende

meldet für die Wahlkreiskonferenz zur Aufstellung

am

A.

Delegierte

 
 

Name

Stimmen

Geschlecht

.

     

.

     

.

     

.

     

.

     

B.

Ersatzdelegierte

 
 

Name

Stimmen

Geschlecht

.

     

.

     

.

     

.

     

.

     

Ich bestätige, dass die Delegierten in Übereinstimmung mit dem Bundeswahlgesetz und der Wahlordnung der SPD gewählt wurden. Die Wahl erfolgte auf einer Mitgliederversammlung, bei der nur im betreffenden Wahlkreis im Zeitpunkt der Versammlung zum Deutschen Bundestag wahlberechtigte Parteimitglieder abstimmungsberechtigt waren.

……………………………

(Ortvereinsvorsitzende/-r)



Meldung der Delegierten

für die Unterbezirksdelegiertenkonferenz zur Wahl der Delegierten für die Landesvertreterkonferenz zur Aufstellung der Landesliste

Der Ortsverein

zur Wahl der Delegierten für die Landesvertreterkonferenz zur Aufstellung der Landesliste zur folgende

meldet für die Unterbezirksdelegiertenkonferenz

A.

Delegierte

 
 

Name

Stimmen

Geschlecht

.

     

.

     

.

     

.

     

.

     

B.

Ersatzdelegierte

 
 

Name

Stimmen

Geschlecht

.

     

.

     

.

     

.

     

.

     

Ich bestätige, dass die Delegierten in Übereinstimmung mit dem Bundeswahlgesetz und der Wahlordnung der SPD gewählt wurden. Die Wahl erfolgte auf einer Mitgliederversammlung, bei der nur im betreffenden Wahlkreis im Zeitpunkt der Versammlung zum Deutschen Bundestag wahlberechtigte Parteimitglieder abstimmungsberechtigt waren.

……………………………

(Ortvereinsvorsitzende/-r)



Meldung der Delegierten

für die Landesvertreterkonferenz zur Aufstellung der Landesliste

Der Unterbezirk Aufstellung der Landesliste zur folgende

meldet für die Landesvertreterkonferenz zur

A.

Delegierte

 
 

Name

Stimmen

Geschlecht

.

     

.

     

.

     

.

     

.

     

B.

Ersatzdelegierte

 
 

Name

Stimmen

Geschlecht

.

     

.

     

.

     

.

     

.

     

Ich bestätige, dass die Delegierten durch eine Unterbezirksdelegiertenkonferenz in Übereinstimmung mit dem Bundeswahlgesetz und der Wahlordnung der SPD gewählt wurden. An der Wahl der Delegierten haben auf allen Ebenen nur im betreffenden Wahlgebiet im Zeitpunkt der Versammlung zum Deutschen Bundestag wahlberechtigte Parteimitglieder abstimmungsberechtigt mitgewirkt.

Eine Verschlüsselung in der MAVIS ist bereits erfolgt.

……………………………

(Unterbezirksgeschäftsführer/-in)

