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1 Halbgruppen

Lösungen

1.1 Lösung: (a) Die Gleichheit m n k = (m n ) k = m nk ist für m, n, k N im Allgemeinen

nicht erfüllt, so gilt etwa für m = n = k = 3 : m n k = 3 27 = 3 9 = m nk . Also ist die

Verknüpfung nicht assoziativ. Die Verknüpfung ist auch nicht kommutativ, da etwa 3 2 = 2 3

gilt. Aber es gibt ein rechtsneutrales Element, nämlich 1 , denn es gilt für alle m N : m 1 = m .

Das rechtsneutrale Elemente 1 ist aber nicht linksneutral : 1 2 = 2 . Da es kein Element e in N

mit e n = n für alle n N gibt, existiert kein neutrales Element.

(b) Wegen kgV(m, kgV(n, k)) = kgV(kgV(m, n), k) und kgV(m, n)

m, n, k N ist die Verknüpfung assoziativ und kommutativ. Wegen kgV(1, n) = n für je- des n N ist 1 neutrales Element.

= kgV(n, m) für alle

(c) Analog zu (b) zeigt man, dass die Verknüpfung assoziativ und kommutativ ist. Jedoch gibt es kein neutrales Element, da ggT(e, n) = n die Relation n | e impliziert.

(d) Wir setzen m n := m + n + m n für m, n N . Damit gilt für alle m, n, k N :

m (n + k + nk) = m + (n + k + nk) + m(n + k + nk),

(m n) k = (m + n + m n) k = m + n + m n + k + (m + n + m n) k.

m (n k) =

Offenbar gilt also m (n k) = (m n) k , sodass die Verknüpfung assoziativ ist. Sie ist offenbar auch kommutativ: m n = n m für alle m, n N . Es gibt kein neutrales Element, da n e = n mit e (1 + n) = 0 gleichwertig ist und diese letzte Gleichung für n, e N nicht erfüllbar ist.

1.2 Lösung: Wir schreiben für die jeweilige Verknüpfung.

(a) Diese Verknüpfung ist assoziativ, da für beliebige x, y, z R gilt:

x (y z) = x (

y 3

3

+ z 3 ) = x 3 + y 3 + z 3 3

3

3

3 3 + z 3 ) = x 3 + y 3 + z 3 3

=

=

x 3 + y 3 + z 3

3

=

3

3 + z 3 3 3 3 = = x 3 + y 3 + z

x 3 + y 3 3 + z 3

.

3

( x 3 + y 3 ) z = (x y) z

3

Die Verknüpfung ist offenbar kommutativ. Und es ist für alle x R gilt.

(b) Die Verknüpfung ist assoziativ, da für alle x, y, z R gilt:

0 R ein neutrales Element,

x (y z) =

(x y) z = (x + y xy) z = x + y xy + z (x + y xy)z ,

x (y + z y z) = x + (y + z y z) x(y + z y z),

da 0 x = x

2

1 Halbgruppen

die

Verknüpfung auch kommutativ. Es ist 0 R neutrales Element, da 0 x = 0 + x 0 x = x für alle x R erfüllt ist.

und 0 (0 1) =

0 (0 1) = 1 gilt. Die Verknüpfung ist auch nicht

gilt. Es existiert das rechtsneutrale Element 0 , da x 0 = x 0 = x für jedes x R erfüllt ist, aber dieses Element ist nicht linksneutral, da etwa 0 1 = 1 = 1 gilt.

(c) Diese Verknüpfung ist nicht assoziativ, da etwa (0 0) 1 = (0 0) 1 = 1

kommutativ, da 0 1 = 1 = 1 = 1 0

d. h. x (y z) = (x y) z erfüllt.

Wegen x y = x + y x y = y x für alle x, y R ist

1.3 Lösung: (a) Mit dieser Verknüpfung ist Z eine Halbgruppe, da assoziativ ist: x (y

z) = x = (x y) z für alle x, y, z Z .

(b) Mit dieser Verknüpfung ist Z eine Halbgruppe, da assoziativ ist: x (y z) = 0 = (x y) z

für alle x, y, z Z .

(c) Mit dieser Verknüpfung ist Z keine Halbgruppe, da nicht assoziativ ist: Es gilt etwa

1 (1 0) = 4

= 16 = (1 1) 0 .

(d)

Mit dieser Verknüpfung ist Z keine Halbgruppe, da nicht assoziativ ist. Es gilt nämlich:

(0 0) 1 = 0 1 = 1

= 1 = 0 (1) = 0 (0 1) .

1.4

Lösung: Es gibt 3 9 verschiedene innere Verknüpfungen, da für jedes der neun Fe lder

einer Verknüpfungstafel 3 Möglichkeiten bestehen.

a n .

Die Behauptung ist klar für n = 2 . Daher sei n 3 , und die Behauptung sei richtig für

beliebige Produkte mit k < n Faktoren a 1 ,

a 1 · · · a k geschrieben werden darf. Die letzte Multiplikation bei der Bildung eines beliebigen

Produkts P (a 1 ,

a k , sodass ein solches Produkt in der Form

1.5 Lösung: Beweis mit vollständiger Induktion nach der Zahl n der Faktoren a 1 ,

,

,

a n ) hat dann die Form (1 i n 2 ):

,

P(a 1 ,

,

a n ) = (a 1 · · · a i )(a i +1 · · · a n ) = (a 1 · · · a i ) ((a i +1 · · · a n 1 )a n )

= (a 1 · · · a n 1 )a n .

, Die Behauptung ist klar für n = 2 . Daher sei n 3 , und die Behauptung sei richtig für beliebige Produkte mit weniger als n paarweise vertauschbaren Faktoren.

Es seien a 1 ,

1. Fall: k = 1, n .

a n .

1.6

Lösung: Beweis mit vollständiger Induktion nach der Zahl n der Faktoren a 1 ,

,

a n paarweise vertauschbar und σ(k) = n .

a σ (1) · · · a σ ( n ) = (a σ (1) · · · a σ ( k 1)

)(a n a σ ( k +1) · · · a σ ( n ) )

= )(a σ ( k +1)

(a σ (1) · · · a σ ( k 1)

· · · a σ ( n ) a n )

= (a σ (1) · · · a σ ( n ) )a n = a 1 · · · a n .

2. Fall:

3. Fall: k = 1 . Dann gilt

a 1 · · · a n .

k = n . Dann gilt a σ (1) · · · a σ ( n ) = (a σ (1) · · · a σ ( n 1) )a n = a 1 · · · a n .

a σ (1) · · · a σ ( n ) = a n a σ (2) · · · a σ ( n ) = a σ (2) a n a σ (3) · · · a σ ( n ) =

3

1.7 Lösung:

Für H := Z + Z i und a 1 , a 2 , b 1 , b 2 Z gilt

(a 1 + b 1 i) (a 2 + b 2 i) = (a 1 a 2 b 1 b 2 ) + (a 1 b 2 + b 1 a 2 ) i H ,

denn a 1 a 2 b 1 b 2 , a 1 b 2 + b 1 a 2 Z . Damit ist H eine Unterhalbgruppe von C , insbesondere

also eine Halbgruppe. Weil C abelsch ist, ist auch H neutrale Element von H .

Wir bestimmen nun die Menge der Einheiten: Es sei x = a + b i H eine Einheit. Dann existiert ein y H mit x y = 1 , also 1 = | x y | 2 = | x | 2 | y | 2 für den komplexen Betrag | · | . Da | x | 2 = a 2 + b 2 (und analog | y | 2 ) in N 0 liegt, folgt a 2 + b 2 = | x | 2 = 1 , sodass

abelsch. Es ist 1 = 1 + 0 i H das

(a, b) ∈ { (1, 0), (1, 0), (0, 1), (0, 1)} ,

d. h. x ∈ { 1, 1, i, i } . Wegen 1 · 1 = 1 , (1) · (1) = 1 , i · (i) = 1 folgt H × = { 1, 1, i, i } .

1.8 Lösung: Wir beginnen mit der Verknüpfungstafel. Nach einfachen Rechnungen wie

etwa f 2 f 2 (x) =

1 = x1

1

1

x

1x

= f 3 (x) erhalten wir:

◦ f 1 f 2 f 3 f 4 f 5 f 6 f 1
f
1
f 2
f 3
f 4
f 5
f 6
f 1
f
1
f 2
f 3
f 4
f 5
f 6
f 2
f 2
f 3
f 1
f 5
f 6
f 4
f 3
f 3
f 1
f 2
f 6
f 4
f 5
f 4
f 4
f 6
f 5
f 1
f 3
f 2
f 5
f 5
f 4
f 6
f 2
f 1
f 3
f 6
f 6
f 5
f 4
f 3
f 2
f 1

Insbesondere erhalten wir, dass f 1 neutrales Element ist. Die Assoziativität ist erfüllt, da d ie Menge aller Abbildungen von R \ { 0, 1 } in sich bezüglich der Komposition von Abbildun- gen assoziativ ist. Und die Menge der invertierbaren Elemente erhalten wir ebenfalls aus der Verknüpfungstafel: F × = F – da das neutrale Element f 1 in jeder Zeile erscheint und auch f j f i = f 1 im Falle f i f j = f 1 gilt. Da die Verknüpfungstafel nicht symmetrisch ist, ist d ie Verknüpfung nicht abelsch.

Es sei ϕ : Z Q ein Homomorphismus. Wegen ϕ(0) = ϕ(0 + 0) = ϕ(0)+ ϕ(0)

gilt ϕ(0) = 0 . Weiter erhalten wir ϕ(1) = ϕ(1) aus 0 = ϕ(0) = ϕ(1 1) = ϕ(1) + ϕ(1). Wegen der Homomorphie folgt nun hieraus für alle n N : ϕ(n) = n · ϕ(1) und ϕ(n) = (n) · ϕ(1), sodass also ϕ durch ϕ(1) eindeutig bestimmt ist. Andererseits ist für jede rationale Zahl r die Abbildung ϕ r : Z Q, n n · r ein Homomorphismus. Also ist { ϕ r : n n · r | r Q} die Menge aller Homomorphismen von Z nach Q. Für kein r Q ist ϕ r surjektiv, da Q = { n · r | n Z } . Insbesondere gibt es also keinen Isomorphismus von Z nach Q.

1.9 Lösung:

2 Gruppen

Lösungen

2.1 Lösung:

Um die unvollständige Gruppentafel zu vervollständigen, können folgende

Argumente genutzt werden:

(1) In der vierten Spalte und vierten Zeile steht der Eintrag „ x 2 = x “. Daraus folgt, dass x das neutrale Element der Gruppe sein muss. Damit sind bereits alle Eintragungen der vierten Spalte und der vierten Zeile eindeutig festgelegt.

(2) Die in der Gruppentafel angegebenen Gleichungen ay = c , az = b, b 2 = x , usw. so- wie die jeweils beim Ausfüllen neu dazukommenden Gleichung en, können (und müssen) verwendet werden (Beispiel siehe unten).

(3) In jeder Zeile und in jeder Spalte kann jedes Element der G ruppe nur genau einmal vorkommen. Sind also in einer Zeile oder Spalte 5 der 6 Eintra gungen bekannt, ist der sechste Eintrag bereits eindeutig bestimmt.

Eine Möglichkeit, unsere Gruppentafel auszufüllen, ist di e folgende: Wir starten mit der gege- benen Gruppentafel:

a b c x y z a c b b x z c y x
a
b
c
x
y
z
a
c
b
b
x
z
c
y
x
x
y
z
a
x

Aus dem Eintrag x 2 = x folgt, dass x das neutrale Element ist, woraus wiederum die Eintra- gungen der vierten Zeile und Spalte folgen.

a b c x y z a a c b b x z b c
a
b
c
x
y
z
a
a
c
b
b
x
z
b
c
y
c
x
a
b
c
x
y
z
y
y
z
a
z
x

Nun stehen in der zweiten Spalte vier von sechs Einträgen. Es fehlen die Einträge c und z . In der ersten Zeile der zweiten Spalte kann aber das c nicht stehen, weil das c in dieser Zeile schon aufgeführt ist. Also muss dort ein z stehen.

5

a b c x y z a z a c b b x z b
a
b
c
x
y
z
a
z
a
c
b
b
x
z
b
c
y
c
x
a
b
c
x
y
z
y
c
y
z
a
z
x

Jetzt benutzen wir die beiden Gleichungen b 2 = x und bc = z , um den Eintrag von bz zu bestimmen: bz = bbc = xc = c .

a b c x y z a z a c b b x z b
a
b
c
x
y
z
a
z
a
c
b
b
x
z
b
c
c
y
c
x
a
b
c
x
y
z
y
c
y
z
a
z
x

Durch weiteres Anwenden der oben aufgeführten Regeln erhal ten wir:

a b c x y z a x z y a c b b y
a
b
c
x
y
z
a
x
z
y
a
c
b
b
y
x
z
b
a
c
c
y
c
x
a
b
c
x
y
z
y
c
y
z
c
a
b
z
x
y

Aus dieser unvollständigen Gruppentafel erhalten wir

ca = (bz)a = b(za) = bc = z

und dann

cz = c(ab) = (ca)b = zb = a.

Durch weiteres Anwenden der oben aufgeführten Regeln erhal ten wir die komplette Gruppen- tafel

a b c x y z a x z y a c b b y
a
b
c
x
y
z
a
x
z
y
a
c
b
b
y
x
z
b
a
c
c
z
y
x
c
b
a
x
a
b
c
x
y
z
y
b
c
a
y
z
x
z
c
a
b
z
x
y

6

2 Gruppen

2.2

Lösung:

Es sei n N . Dann ist die Abbildung ϕ n : Z n Z , z

phismus, da für alle z, z Z :

n z ein Homomor-

ϕ n (z + z ) = n(z + z )

= nz + nz = ϕ n (z) + ϕ n (z ).

Weiter ist ϕ n natürlich surjektiv. Es ist ϕ n auch injektiv, da aus ϕ n (z) = ϕ n (z ) mit z, z Z

folgt n z = n z . Folglich

Somit ist ϕ n für jedes n N ein Isomorphismus, d. h. n Z = Z .

gilt z = z .

2.3

Lösung:

(a)

Für jedes a G ist der innere Automorphismus ι a ein Automorphismus von G , d. h. ι a Aut G , d. h. ι a = Id . Somit gilt für jedes x G und a G : ι a (x) = axa 1 = x , folglich a x = x a für alle a, x G . D. h. G ist abelsch.

(b)

Da die Abbildung q : a a 2 ein Homomorphismus ist, gilt für alle a, b G : (a b) (a b) = (ab) 2 = a 2 b 2 = a a bb. Nach Kürzen von a und b also b a = a b. Folglich ist G abelsch.

(c)

Da die Abbildung ι : a a 1 ein Automorphismus ist, gilt für alle a, b G : b 1 a 1 = (ab) 1 = a 1 b 1 . Nach beidseitigem Invertieren erhalten wir a b = b a, somit ist G abelsch.

2.4

Lösung: Die Automorphismengruppe von V = { e, a, b, c } ist isomorph zu S 3 : Für

jeden Automorphismus ϕ von V gilt ϕ(e) = e, und die Elemente a, b, c werden durch die bi- jektive Abbildung ϕ permutiert. Folglich kann jeder Automorphismus von V als Permutation aus S { a,b,c} aufgefasst werden. Andererseits induziert jede Permutati on π von { a, b, c } einen

b

c a c den Automor-

Automorphismus ϕ π von V : So liefert etwa die Permutation π = a

b

phismus

ϕ π (e) = e, ϕ π (a) = b, ϕ π (b) = c, ϕ π (c) = a,

da etwa

ϕ π (ab) = ϕ π (c) = a

= bc = ϕ π (a)ϕ π (b).

2.5 Lösung:

Es seien k, l Z . Dann gilt

ϕ(k + l) = ε

k

n

+l

= ε

k

n ε

l

n = ϕ(k)ϕ(l).

Somit ist ϕ ein Homomorphismus von Z in E n . Wir bestimmen den Kern von ϕ:

Also gilt Kern ϕ = n Z .

k

1 = ϕ(k) = ε n = e

2πk i

n

k nZ.

Es gilt etwa für b V : λ b (e) = b, λ b (a) = c , λ b (b) = e, λ b (c) = a. Nach

ähnlichen Rechnungen erhalten wir die Permutationen λ x S V (x V ) in der üblichen Zweizeilenform für Permutationen:

2.6 Lösung:

λ e = e e

a

a

b

b

c c , λ a = a e

a

e

b

c

b c , λ b = e b

a

c

b

e

a c , λ c = e c

a

b

b

a

c

e

.

Durch Umbenennung e 1 , a 2 , b 3 , c 4 erhalten wir die zu V isomorphe Gruppe V 4 = { Id, σ 1 , σ 2 , σ 3 } ≤ S 4 , wobei

Id = 1 1

2

2

3

3

4 4 , σ 1 = 2 1

2

1

3

4

4

3

, σ 2 =

1

3

2

4

3

1

4

2

, σ 3 =

1

4

2

3

3

2

4

1

.

7

2.7 Lösung: Wir begründen vorab, dass die Abbildung ψ : b b 1 ϕ(b) von G nach G

injektiv ist. Es seien b, b G :

b 1 ϕ(b) = b 1 ϕ(b )

b b 1 = ϕ(b )ϕ(b 1 )

b b 1 = e

b = b.

b b 1 = ϕ(b b 1 )

Somit ist ψ injektiv. Da eine injektive Abbildung einer endlichen Meng e auch surjektiv ist, folgt, dass ψ bijektiv ist. Somit existiert zu jedem a G genau ein b G mit a = b 1 ϕ(b).

2.8 Lösung:

Somit gilt ϕ(a) = ϕ(b 1 )b = b 1 ϕ(b) 1 = a 1 . Also ist G nach Aufgabe 2.3 (c) abelsch.

Nach Aufgabe 2.7 existiert zu a G ein Element b G mit a = b 1 ϕ(b).

3 Untergruppen

Lösungen

3.1 Lösung: Es sei L bzw. L i die Menge der Linksnebenklassen von U :=

in G , i = 1,

, n . Wir begründen vorab:

(1) Die Abbildung

L

aU

ist wohldefiniert und injektiv.

Denn: Für a, b G gilt:

L 1 × · · · × L n

(aU 1 ,

,

aU n )

aU = bU b 1 a U b 1 a U i , d. h. a U i =

bU i für i = 1,

Aus (1) folgt |L| ≤ |L 1 × · · · × L n | = |L 1 | · · · |L n | . Das

ist die Behauptung.

n

i =1

U i bzw. U i

, n .

3.2 Lösung: Wir verwenden die Bezeichnungen aus dem Beispiel 3.7 auf Sei te 39: U 1 :=

σ 2 = { Id, σ 2 } , U 2 := σ 4 = { Id, σ 4 } , U 3 := σ 5 = { Id, σ 5 } , V := σ 1 = { Id, σ 1 , σ 3 } .

U = S 3 : Es ist { S 3 } die Menge der Links-

U

= S 3 : Es ist { S 3 } die Menge der Links- und Rechtsnebenklassen nach U .

U = U 1 : Es ist { U 1 , σ 1 U 1

U

= U 1 : Es ist { U 1 , σ 1 U 1 , σ 3 U 1 } die Menge der Linksnebenklassen nach U 1 und

{ U 1 , U 1 σ 1 , U 1 σ 3 } die der Rechtsnebenklassen nach U 1 . Die Linksnebenklasse σ 1 U 1 =

{ σ 1 , σ 4 } ist keine Rechtsnebenklasse, da die Rechtsnebenklassen U 1 = { Id, σ 2 } , U 1 σ 1 = { σ 1 , σ 5 } , U 1 σ 3 = { σ 3 , σ 4 } sind.

U = V : Es ist { V, σ 2 V } die Menge der

U

= V : Es ist { V, σ 2 V } die Menge der Linksnebenklassen nach V und { V, V σ 2 } die der

Rechtsnebenklassen nach V . Die Linksnebenklasse σ 2 V = { σ 2 , σ 5 , σ 4 } ist auch Rechtsne-

benklasse, da V σ 2 = { σ 2 , σ 4 , σ 5 } gilt.

Die restlichen Nachweise überlassen wir dem Leser.

3.3 Lösung: Wegen A 2 = 0 1

0 1 und A 4 = E 2 hat A die Ordnung 4 .

Wegen B 2 = 1

1

1 und B 3 = E 2 hat B die Ordnung 3 .

0

Wegen A B = 1

tion) gilt o(A B) = .

1 1 , (AB) 2 =

0

1

0

2

1

,

,

(A B) 2 n =

1

0

2n

1

(vollständige Induk-

3.4 Lösung: Nein. Die Quaternionengruppe enthält genau ein Element der Ordnung 2 , die

Diedergruppe mehrere, etwa α und β 2 .

9

3.5

Lösung:

Es sei σ :=

2 1 4 5 . Es gilt | S 5 | = 5! = 120 . Wegen σ 120 = Id

2

3

3

1

4

5

erhalten wir aus 1202 = 10 · 120 + 2 somit σ 1202 = (σ 120 ) 10 σ 2 = σ 2 =

1

3

2

1

3

2

4

4

5

5 .

3.6 Lösung: Jeder Automorphismus ϕ von G erfüllt ϕ(e G ) = e G für das neutrale Element

e G von G . Die n 1 Elemente von H := G \{ e G } werden durch ϕ permutiert. Damit kann ϕ als

Element aus S H aufgefasst werden. Somit kann die Automorphismengruppe al s Untergruppe von S H betrachtet werden. Nach dem Satz von Lagrange gilt | Aut G | | | S H | = (n 1)! .

3.7 Lösung: Wegen der Teilerfremdheit von m und n existieren bekanntlich r, s Z mit

r m + s n = 1 . Es sei a G . Nach dem kleinen Satz 3.11 von Fermat gilt

a = a r m+s n = (a r ) m .

Also erfüllt b := a r die Eigenschaft b m = a.

3.8 Lösung: Besitzt G genau ein Element u der Ordnung 2 , so gilt für die Elemente

a 1 ,

keines der a i zu sich selbst invers ist. Da aber jedes a i ein Inverses a j besitzt, gilt i = j und

a i a j = e G . Wir erhalten in diesem Fall also a G a = u .

a n G \ { u, e G } (wobei e G wie immer das neutrale Element von G bezeichne), dass

,

Besitzt G nicht genau ein Element u der Ordnung 2 , so enhält G entweder kein Element der

G a = e G , oder G enthält mindestens zwei

Ordnung 2 , es gilt dann nach dem ersten Teil

verschiedene Elemente u 1 , u 2 der Ordnung 2 . Aber dann ist auch u 3 := u 1 u 2 ein Element der

Ordnung 2 und u 3 = u 1 , u 2 . Somit bildet V := { e G , u 1 , u 2 , u 3 } eine Untergruppe von U :=

{ a G | a 2 = e G } . Wir zerlegen U in disjunkte Linksnebenklassen nach V : U = a 1 V ∪· · ·∪a k V

mit k N und erhalten als Produkt über alle Elemente aus U :

a

a

U

a =

k

i

=1

(a i e)(a i u 1 )(a i u 2 )(a i u 3 ) =

k

i

=1

a 4 u 1 u 2 u 3 = e G ,

i

da a 2 = u 1 u 2 u 3 = e G für alle i = 1, die Behauptung.

i

, k . Wegen a G \ U a = e G (siehe erster Teil) folgt

3.9

Lösung:

(a)

Es seien a, b G . Aus a 2 = e G = b 2 und (a b) 2 = e G folgt

 

aabb = a 2 b 2 = (ab) 2 = abab,

 

nach Kürzen von a und b also a b = b a.

(b)

Es sei { a 1 , die Form

,

a m } ein minimales Erzeugendensystem von G . Jedes Element a G hat

a = a ν 1 · · · a

1

ν

m

=

ν

m

m

mit ν 1 ,

a = a µ 1 · · · a

Angenommen, a = a ν 1 · · · a

1

m

1

O. E. sei µ i = 0 , ν i = 1 . Dann gilt

a i = a

i =j

µ

j

µ

m

m

ν m ∈ { 0, 1 } .

,

und ν i = µ i für ein i ∈ { 1,

j ν j

im Widerspruch zur Minimalität von { a 1 ,

, a n } . Es folgt | G | = 2 m .

, m } .

10

3 Untergruppen

3.10

Lösung:

Für jedes Element a G gilt G = { a x | x G } , da λ a : G G , x

ax

eine Bijektion ist. Da G abelsch ist, gilt mit n = | G | :

a n

xG

x = (ax) =

xG

xG

x,

nach Kürzen von x also a n = e G . Damit ist der Satz von Fermat für abelsche Gruppen

bereits bewiesen.

xG

und τ :=

Wegen σ 2 = τ 2 = Id sind alle Elemente von D

Also (wir verwenden im Folgenden die Zyklenschreibweise fü r Permutationen):

Lösung: (a) Zur Abkürzung setzen wir σ :=

1

2

2

1

3

4

4

3

4 .

oder τ σ τ σ τ · · · .

1

3

2

2

3

1

4

3.11

von der Form σ τ σ τ σ · · ·

D = { Id, (1 2) (3 4) , (1 3) , (1 4 3 2) ,

σ

τ

σ τ

} .

Da σ τ ein 4 -Zykel ist, gilt (σ τ ) 4 = Id , also σ τ σ τ = τ σ τ σ und somit:

D

= { Id, σ, τ, σ τ, τ σ, σ τ σ, τ σ τ, σ τ σ τ }

=

{ Id, (1 2) (3 4),

(1 3), (1 4 3 2), (1 2 3 4), (2 4), (1 4) (2 3), (1 3) (2 4)} .

Insbesondere: | D | = 8 .

(b) Für jede Untergruppe U D gilt nach dem Satz von Lagrange: | U | ist ein Teiler von | D | = 8 . Die Gruppe D kann also höchstens Untergruppen der Ordnungen 1 , 2 , 4 oder 8 besitzen.

Die Untergruppen von Ordnung 1 bzw. 8 sind die trivialen Untergruppen: { Id } und D . 1 bzw. 8 sind die trivialen Untergruppen: { Id } und D .

Die Untergruppen von Ordnung 2 werden jeweils von genau einem Element der Ordnung 2 erzeugt. Die Untergruppen der Ordnung 2 werden jeweils von genau einem Element der Ordnung 2 erzeugt. Die Untergruppen der Ordnung 2 sind also:

W 1 := (1 3) (2 4) ,

W 2 := (1 2) (3 4) ,

W 3 := (1 4) (2 3) ,

W 4 := (1 3) ,

W 5 := (2 4) .

Wir finden folgende Untergruppen der Ordnung 4 : 4 :

U 1 := (1 2 3 4) ,

U 2 := (1 2) (3 4), (1 4) (2 3) ,

U 3 := (1 3), (2 4) .

Damit können wir schon mal einen Teil des Untergruppengraph en von D zeichnen:

11

W 2

D

❍ ❍ ❍ ❍ ❍ ❍❍

U 1

✟ ✡

✟✟

❏ ❏ ❏

W 3

U 2

❍ ❍ ❍ ❍ ❍ ❍❍ ✟✟

W 1

❅ ❅ ❅ ❅ ❅ ❅

W 4

❏ ❏ ❏

U 3

❅ ✟

❍ ❍ ❍ ❍ ❍ ❍ ❍ ❍ ❍ ❍ ❍ ❍

{ Id }

W 5

Wir begründen nun noch, dass wir bereits alle Untergruppen d er Ordnung 4 gefunden haben und obiger Graph der Untergruppenverband von D ist. Es sei V eine Untergruppe von D mit | V | = 4 und V = U 1 . Da D nur genau zwei Elemente der Ordnung 4 besitzt (die invers zueinander sind) und V = U 1 ist, enthält V kein Element der Ordnung 4 , sondern genau

drei Elemente der Ordnung 2 und somit genau drei der Untergruppen W 1 , W 2 , W 3 , W 4 , W 5 . Aus obigem Graphen entnimmt man jedoch, dass die einzigen be iden Tripel der Untergruppen

, W 5 , die nicht die ganze Gruppe D erzeugen, die beiden Tripel { W 1 ,W 2 ,W 3 } und

W 1 ,

{ W 1 ,W 4 ,W 5 } sind. Also ist V = W 1 W 2 W 3 = U 2 oder V = W 1 W 4 W 5 = U 3 . Also sind tatsächlich U 1 , U 2 , U 3 die einzigen Untergruppen der Ordnung 4 , und obiger Graph ist der Untergruppenverband von D .

3.12 Lösung: Es seien R ein Repräsentantensystem der Linksnebenklassen von V in G und

S ein solches der Linksnebenklassen von U in V , sodass

Es folgt:

G =

r

R

()

r V , V =

sS

sU , [G : V ] = | R | , [V : U] = | S | .

G =

r R r s

S sU

rsU .

( r, s) R× S

Nun gelte r s U = r s U mit r, r R und s, s S . Es folgt

r V = r (sU V ) = r (s U V ) = r V

also (r, s) = (r , s ). Das begründet mit

():

r = r

sU = s U

s = s ,

[G : U] = | R × S | = | R | · | S | = [G : V ] · [V : U].

4 Normalteiler und Faktorgruppen

Lösungen

4.1 Lösung: Wir benutzen die Bezeichnungen aus Beispiel 3.7 von Seite 39 .

Es sind { Id } , U 1 := σ 2 = { Id, σ 2 } , U 2 := σ 4 = { Id, σ 4 } , U 3 := σ 5 = { Id, σ 5 } , N := σ 1 = { Id, σ 1 , σ 3 } und S 3 alle Untergruppen der symmetrischen Gruppe S 3 .

Die trivialen Untergruppen { Id } und S 3 sind Normalteiler. Außerdem ist N ein Normalteiler:

Dies folgt aus Aufgabe 3.2 oder Lemma 4.2, da N den Index 2 in S 3 hat. Keine der drei zweielementigen Untergruppen U 1 , U 2 , U 3 ist ein Normalteiler in S 3 : Beachte Aufgabe 3.2.

Die symmetrische Gruppe S 4 der Ordnung 24 besitzt 30 verschiedene Untergruppen. Zwei unter ihnen sind Normalteiler:

V 4 = { Id , σ 1 , σ 2 , σ 3 } mit 4 = { Id, σ 1 , σ 2 , σ 3 } mit

V 4 = { Id , σ 1 , σ 2 , σ 3 } mit

σ 1 =

A 4 := { Id, σ 1 ,

1

2

,

2

1

3

4

4

3

, σ 2 =

σ 11 } mit σ 1 ,

,

σ 3

1

3

2

4

3

1

V 4 und

σ 4 = 1

1

σ 7 =

σ 10 =

1

2

1

4

2

3

2

4

2

1

3

4

3

3

3

3

4 2 ,

4

1

4

2

σ 5 = 1

1

1

3

σ 8 =

,

, σ 11 =

1