Refinig Arts Anmerkungen zu „Veredelungsökonomie I“ Marcuse Haffner "Die aktive Veredelung gehört zu den bedeutendsten Verfahren in der Weltwirtschaft

und dient der Werterzeugung durch Aufladung mit konnotierten Werten. Veredelungsökonomie bewirkt durch eine substantiell meist unerhebliche technische Veränderung, Form und (oder) Qualitätsverbesserungen, die nicht zu einer eigentlichen Stoffumwandlung führen, die aber für einen individuell verfeinerten Geschmack wirtschaftlich bedeutungsvoll sind." Mit diesem aus der Wirtschaft entlehnten Begriff, der ähnlich wie die Rezession, die Krise oder die unsichtbare Hand eine längst zu Allgemeingut gewordene Spur in der Kultur darstellt, welche die Sprache des ökonomischen Imperativs im kapitalistisch geprägten Weltmarkt spricht, arbeitet Christoph Arge Schwarz in seiner neuesten Performance. Dazu schlüpft er in die Rolle des Galeristen C Schwarz, der 8 KünstlerInnen einlud, veredelungsökonomische Prinzipien auf den Kunstmarkt zu übertragen. Live und vor laufender Kamera wurden dabei verschiedenen Optionen des Aufwertungsprozesses durchexerziert, vom bloßen Übermalen und Umgestalten bis hin zur performativen Aufladung von Kunstware. Diesen Prozess, das Dahinterliegende zu formalisieren sowie als Konstrukt durchschaubar zu machen, ist Schwarz' Anliegen, der diesen Interlink zwischen Szenerepräsentation und aus der Wirtschaft bekanntem Agieren Kunst und markttauglich aufschlüsselt. Da gerade die Kunstwelt ein Hort von Marketing, Management, utopisch kalkulierten, von kurzen Aufmerksamkeitsspannen im Wettkampf um den nächsten Hype geprägten, virtuellen Werten und konnotierten, emblematischen Zuschreibungen ist, die mittels des dadurch erzeugten symbolischen Kapitals im Sinne einer Ökonomie der Aufmerksamkeit funktioniert, wurde die Ressource Kunst an ihrem ersten Handels- und Umschlagplatz mit einer hohen Konkurrenzsituation zum dadurch gedumpten Preis erworben, um sie danach veredelt im höherpreisigen Marktsegment wieder in den Kreislauf einzugliedern. Dem zugrunde liegt ein Vorgang, den ebenso Weltmarken mit ihren in Billiglohnländern südlicher und östlicher Weltregionen erzeugten Produkten, vornehmen. Relabeling and Finishing - und diverse andere finishing services werden dann im Mutterland des Konzerns vorgenommen, mit dem Zweck Exklusivität und imaginierte Wertigkeit zu generieren. You must showcase your brand, denn der Konsument wird das Produkt nur kaufen, wenn das Preis/Leistungsverhältnis stimmt. Wird der Preis aus Kundensicht definiert, so ist vor allem die subjektive Wahrnehmung der Kunden bzw. deren daraus resultierendes Preisverständnis zu beachten. Doch gerade hier ist Vorsicht mit monocausalen Erklärungen geboten, da es hierbei bei diesem als Paraphrase zu sehenden Vorgang dieser Aktion, durch die Veredelung der Künstler zu verschiedensten Resultaten kommen

kann man ja nicht mehr von Konzeptkunst sprechen. das einzige Hauptprodukt der Insel. die sich medial in Form einer Melange aus sozial brisanten Themen und sich schnell ändernden Umständen abbildet. viel provokanter. So ist auch die Vermischung der künstlerischen Repräsentation durch Museen und Galerien erstarrt. stimmiger. dass pabwa nunmehr bedeutet. So ist es nach Byung Chul Han in bestimmten Regionen Asiens durch Jahrhunderte hinweg ebenfalls üblich. Schwarz vor laufender Kamera selbst meint: „Ab dem Moment. welcher sich nicht zuletzt durch das Logo auf dem Produkt ausdrückt. welche gegenwärtig die Wirtschaft zum mit höchsten Prioritäten ausgestatteten goldenen Kalb. ähnlich wie am Kunstsektor durch die Absegnung von Kuratoren und Kritikern die Ware Kunst entsteht. was ihr/ihm gefällt. welcher zeigte. wenn dem Besitzer die Kopie nicht auffällt. was dazu führte. welcher einst bei Feierlichkeiten den zu Feiernden mit Geschenken durch die Gäste ausstattete. verschiedene Dinge von Fest zu Fest fluktuieren. Ein treffendes Beispiel dafür ist der Inselstaat Nauru: Dort gibt es den Brauch des pabwa. da diese. Diese Herangehensweise. welcher gegebenenfalls eine alte Traditionen inkludiert. dass jahrhundertealte Traditionen sich von heute auf morgen komplett verschieben.oder doch nur Konstrukt?" * #Occupy . innerhalb der vor allem die Ästhetik einer weltweiten. oder gegebenenfalls meisterhaft zu kopieren. wenn nicht sogar zur Leitkultur per se erklärt hat. entlarvender oder nur viel heikler. Dies reflektiert nicht nur den Zustand des Kunstmarktes. Womit wir wieder beim generellen Utopismus einer Preisgestaltung bei einer so virtuellen Ware wie Kunst wären. gegenüber einer urbanen Medien. diese in die Hand des Kopisten übergehen. Oder wie der Veredelungsgalerist C. oder doch nicht? Ist alles real . echte Kunstgegenstände etwa durch Stempel zu verändern. viel teurer. welcher gerne als Avantgarde gesellschaftlicher Entwicklung gesehen wird.kann. als das Original ist. der sich in Nauru durch den Verfall des Preises für Guano (Vogelkot) zeigt. da sich Gastgeber und Gäste auf einer Insel befinden. sondern gerade auch die Gesellschaft. dass bei einer Einladung jeder Gast nimmt.“ Denn was ist. und so. sodass Schwarz Aktion dahingehend auch als soziales Experiment verstanden werden kann.keep the change. in diesem Falle jedoch Fake ist. soziosomalen Kultur hervorragt. kann in Extremfällen dazu führen. Durch den Wertewandel der Globalisierung. praktisch unmöglich. von Duesenberg: Zeno: Surcamp 2011 . wenn nicht besser. viel gefährlicher. dass sein/ihr Handwerk genauso gut. ist nun jede/r arm. wenn das Kapital diesen Markt erkennt und dann wirklich viel Geld in ein derartiges Vorhaben fliesst? wäre das nicht ehrlicher.und Technikbündelung. Konnotation und subjektiver Aufwertung ist. wo ökonomisches Interesse überhand nimmt. wo der Wert hierbei eine Mischung aus Preis. ebenso wie es in China mit Massenproduzierter Kopistenkunst oder auch Shanzai (gefälschten Markenprodukten) geschieht.

Georg. Merve 2011 ***** Das ist Nauru. fluiden und systeminherenten Gruppendynamik. Gruner + Jahr Geo 12/2011 ****** nach Haffner. der 8 ausgewählten KünstlerInnen als Bühne für Veredelungsprozesse unterschiedlichster Natur bot. also demnach einer temporären. . die am ersten Markttag mit Hilfe eines erfahrenen Großeinkäufers (verkörpert von Boris Manner) kostengünstig erworben wurde. Franck. welche globalisierte Kultur erzeugt. System und Sozisom. *** Ökonomie der Aufmerksamkeit. Markus Wolf. An den darauffolgenden 4 Markttagen unterhielt die Galerie C Schwarz im Zentrum des Künstlerhauses einen abgesperrten Arbeitstisch.000 Euro Konzept“) versprach.**Anlässlich der Ausstellung METAmART. 1998 **** Shanzai. Byung-Chul. welche die Spielart des Erfolgsformats „Artmart – Kunst zum Einheitspreis“ darstellt und die ironische Abarbeitung an unkonventionellen Marktsituationen (wie „Silent Auction“ „Post-It-Kunst“ und „100. Carl Hanser Verlag. Han. aber auch eine große Auswahl an niederpreisiger Flachware bot. Marcuse.