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Baudynamik und Erdbebeningenieurwesen

Themen und Antworten für die Lizenzprüfung

1. Definieren Sie den Begriff: Grad des dynamischen Freiheitsgrads. Geben Sie Beispiele von Systemen mit einem einzigen Grad des dynamischen Freiheitsgrads bzw. mit mehreren Graden des dynamischen Freiheitsgrads an.

Antwort: Die Grade des dynamischen Freiheitsgrads stellen einen Set von unabhängigen Verschiebungen / Drehungen dar, die für die komplette Definierung der verschobenen Lage der Massen gegenüber ihrer Anfangslage notwendig sind.

Beispiele:

Ein vertikaler Kragarm dessen Maße an seiner Spitze konzentriert ist kann mit Hilfe eines Systems mit einem einzigen Grad des dynamischen Freiheitsgrads (SGLD) idealisiert werden die horizontale u Verschiebung der Maße.

werden – die horizontale u Verschiebung der Maße.  Ein mehrstöckiger Rahmen, dessen Maßen an den

Ein mehrstöckiger Rahmen, dessen Maßen an den Decken konzentriert sind, kann mit Hilfe eines Systems mit mehreren Graden des dynamischen Freiheitsgrads (MGLD) idealisiert werden die horizontalen Verschiebungen der Strukturmaßen. Das System in der nebenstehenden Zeichnung besitzt 4 Grade des dynamischen Freiheitsgrads die Verschiebungen u 1 u 4 .

4 u 3 u 2 u 1
4
u 3
u 2
u 1

2. Geben Sie die Bewegungsgleichung eines Systems mit einem einzigen Grad des dynamischen Freiheitsgrads an, das einer dynamischen Kraft ausgesetzt ist und erklären Sie dessen Glieder.

Antwort: Die Bewegungsgleichung eines Systems mit einem einzigen Grad des dynamischen Freiheitsgrads (SGLD), das einer externen Kraft p(t) ausgesetzt ist, lautet wie folgt:

mutcutkutpt

t   cu  t   ku  t   p  t

Das Glied mutstellt die Trägheitskraft dar, die von der Maße m, das der

Beschleunigung utausgesetzt ist, entwickelt wird.

Das Glied cutstellt die dickflüssige Dämpfung dar, die gleich mit dem Ergebnis

zwischen dem Dämpfungsbeiwert c und der Geschwindigkeit utist.

Das Glied kutstellt die Reaktion dar, die im System mit der Versteifung k von der

Verschiebung uterzeugt wird.

In der nebenstehenden Zeichnung ist ein SGLD-System mit der Maße m, dem Dämpfungsbeiwert c und der Steifheit k, das der externen Kraft p(t) ausgesetzt ist, dargestellt.

Maße m , dem Dämpfungsbeiwert c und der Steifheit k , das der externen Kraft p

3.

Erklären Sie das Berechnungsverfahren der Erdbebenantwort im Falle von mehrstöckigen Tragwerken, wobei Sie die Methode der Seitenkräfte anwenden. Welche sind die Begrenzungen in der Anwendung dieser Methode?

Antwort: Die Methode der Seitenkräfte ist eine vereinfachte Berechnungsmethode, die bei mehrstöckigen Tragwerken angewandt werden kann, bei denen die Antwort von der Schwingungsart abhängt. Gemäß P100-1/2006 kann die Methode der Seitenkräfte nur bei Tragwerken angewandt werden, die:

auf der Vertikale gleichmäßig sind,

haben die eigene Schwingungsperiode kleiner als 1,5 Sek. und

eine Höhe kleiner als 30 m besitzen.

Methode der Seitenkräfte ist eigentlich eine modale Berechnung mit Antwortspektren, bei denen nur die Schwingungsart berücksichtigt wird. Die Methode besteht aus einer statischen Analyse des Tragwerks, das Seitenkräften ausgesetzt F i ist. Diese werden auf Grund der Verteilung der Basis-Querkraft F b auf der Höhe des Tragwerks ermittelt; die Basis- Querkraft wird aus der folgenden Gleichung ermittelt:

Fb Sd T1 m

wo: Sd T1 die Ordinate des Antwortspektrums der Planung ist, die der Basis-Periode T 1 entspricht; m ist die Gesamtmasse des Bauwerks; ist ein Korrekturfaktor.

In der vereinfachten Variante, werden die Seitenkräfte F i aus folgender Gleichung ermittelt:

F

i

F

b

m z

i

i

N

i 1

m z

i

i

m i F i z i F b
m i
F i
z i
F b

wo m i die Maße des Niveaus i ist, wobei z i die Höhe des Niveaus i gegenüber der Bauwerksbasis darstellt.

4.

Besprechen Sie die Erdbebenkonformitätsmaßnahmen der Strukturen aus der Sicht der Torsionsbeanspruchungsfestigkeit und steifigkeit.

Antwort: Die Anordnung der Übernahmesysteme für die Seitenkräfte muss so symmetrisch wie möglich sein (s. die untere Zeichnung) damit ein je kleinerer Unterschied zwischen dem Steifigkeitszentrum und dem Massenzentrum eines Tragwerks gesichert ist. Falls eine Exzentrizität zwischen dem Steifigkeitszentrum und dem Massenzentrum existiert, dann wird es auch eine Rotationskomponente der Decke nebst der Translationkomponente geben. Diese Wirkung führt zum Wachstum der Verschiebungen an der flexiblen Seite in der Richtung des Krafteinsatzes. Zusätzlich werden auch Translationskomponenten in der senkrechten Richtung der Erdbebenaktivität erscheinen.

Y

2x CR=CM Fx D 1x
2x
CR=CM
Fx
D 1x

X

2x CM Fx e 0y CR D 1x
2x
CM
Fx
e 0y
CR
D 1x

D 2y

D 1y

Die bei Torsion flexiblen Tragwerke führen zu größeren Verformungen und Spannungen in den Randelementen des Bauwerks, wie auch zu einer unebenen Verteilung der Verformungen und Spannungen in den Tragwerkselementen. Die Übernahmesysteme für die Seitenkräfte müssen soweit wie möglich am Rande angelegt werden (s. die untere Zeichnung), so dass Tragwerke mit vergrößerter Torsionssteifigkeit und Torsionswiderstand entstehen.

sistem de preluare a fortelor laterale

sistem de preluare a fortelor gravitationale

laterale sistem de preluare a fortelor gravitationale sistem de preluare a fortelor laterale sistem de preluare

sistem de preluare

a fortelor laterale

sistem de preluare

a fortelor gravitationale

Tragwerk mit verringerter Torsionssteifigkeit

Tragwerk mit großer Torsionssteifigkeit

Übernahmesystem der Seitenkräfte

Übernahmesystem der gravitationalen Kräfte

Übernahmesystem der Seitenkräfte

Übernahmesystem

Kräfte

der

gravitationalen

Welche sind - aus folgenden Sichtpunkten - die wesentlichen Unterschiede zwischen den

Planungskonzepten, die auf dem dissipativen bzw. schwach-dissipativen Verhalten eines Tragwerks basieren:

- Bestimmung der Berechnungs-Erdbebenaktivität;

- Prüfung der Tragwerkselemente.

Antwort: Bei der Planung von Tragwerken auf Grund des Konzepts des dissipativen Verhaltens werden Verhaltensfaktoren q wesentlich größer als 1 angewandt, was zu reduzierten Werten der Berechnungs-Erdbebenaktivität führt. Daraus ergeben sich Tragwerken mit verminderter Widerstandsfähigkeit, die mit Hilfe einer guten Duktilität kompensiert werden muss. Die Maßen der dissipativen Tragwerkselemente richten sich nach den Spannungen aus der Erdbebenlastgruppe und müssen eine Reihe von Anforderungen erfüllen, die ein duktiles Verhalten sichern. In den nicht-dissipativen Komponenten müssen plastische Verformungen verhindert werden, indem ein Überwiderstand gegenüber den dissipativen Komponenten geleistet wird. Die Berechnungsspannungen in den nicht- dissipativen Komponenten werden auf Grund des Planungskonzepts, das auf die Kapazität basiert ermittelt die Kapazität entspricht plastifizisierten und konsolidierten dissipativen Komponenten.

Im Falle des Konzepts des schwach-dissipativen Verhaltens, ermittelt man die Berechnungs- Erdbebenaktivität auf Grund von Verhaltensfaktoren q erfasst zwischen 1 und 1,5 (im P100- 1/2006 gilt nur der Einheitswert). In diesem Fall basiert das Tragwerk auf die Widerstandsfähigkeit für die Aufnahme der Erdbebenaktivität. Die Prüfung der Tragwerkselementen wird mittels der Berechnungsspannungen aus der Erdbebenlastkombination durchgeführt, ähnlich der Planung in der Basislastkombination, wobei keine Sondermaßnahmen für die Sicherung der Duktilität getroffen werden müssen.