analyse & l¡ritit¡

Zeitung fur linke Debatte und Praxis

tc4,20 20. April2012, Nr.571 42.Jahrgang.C9479E wrvw.al¡rueb.de

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Piratenpartei: Gegenteil einer Revolution-3 Soldaten putschen in Mali-8 Frankreich vor den Wahlen-9

Konfliktum Stahlwerk von ThyssenKruqq_?f,
In Brasilíen gehen Físcherlnnen und Anw ohnerlnne n g eg en Lateinamertþas gröl3tes Hüttenwerk auf die Barriþaden.

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LcBT*-Aktivismus in der Turkei li3 Süßes Gift : Transfergesellschaften 15 I 18 Gram s c i: e in e bio grafis chre Sktzze

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>Der Implex<: Iiterarisch statt

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G8-Gipfelvon Genua im Film-32 Axel Springel Israel und Jüdlnnen-33

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hieße das, allen Bürgerlnnen zu vertretbaren Preisen den Internetzugang zu ermöglichen und internetfähige Hardware als Bestandteil des soziokulturellen Existenzminimums festzuschreiben. Im Sinne >freier Netze< sollten Netzsperren und Zensur ausgeschlossen so-

Kultur Zweineue Bücher beschäftigen sich mit lint¡er NetzpolÍtil¡ und linkem Aktivismus im und mit dem rnternet
VonMarcAmann

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haben es ,.. noch

nicht geschafft, eine
linke, digitale Zivilgesellschaft zu etablieren< schreiben die He-

wie Netzneutralität erhalten werden gegen kommerzielle Interessen. Das
Urheberrecht muss an die neuen digita-

rausgeberlnnen des jüngst erschienen
Buchs >lt's the Internet, stupid!< und legen dar, welche Essentials für eine emanzipatorische Netzpolitik gelten müssten.

len Bedingungen für Produzentlnnen
und Konsumentlnnen angepasst bzw. so verändert werden, dass es nicht den Verwerterlnnen, d.h. meist den großen Konzernen, sondern den Urheberlnnen und

Zahlreiche Beispiele und Erfahrungen aktivistischer Internetnutzung liefert das umfangreiche Handbuch >Soziale
Bewegungen und Social Media<.

Nutzerlnnen Vorteile bringt. Ergänzt wird die Entwicklung dieser Forderungen durch Überlegungen zu Open Data als Grundlage öffentlicher, demokratischer Entscheidungen, staatlicher Cyberwarpolitiken sowie Internet und Demokratie und einem Gespräch über Hegemonie in der digitalen Welt. Für das Bemühen, eine linke, digitale Zivilgesellschaft aufzubauen, bieten beide Bücher

Neue Protestbewegungen

jüngst die Proteste gegen ACTA (ak 57o)

-

wie

scheinen aus Sicht traditioneller sozialer Bewegungen und linker Gruppen oft unvorhersehbar wie aus dem Nichts zu entstehen. In linken Analysen zu Netzpolitik

-

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1977

DeTTRS-8o von Tandy Radio shack gehörte zu den ersten Heimcomputern, die in nennenswerten stückzahlen als Fertigexemplare produziert wurden. ge Themen zu behandeln und eine Fülle

wird vor allem der >digital divide< thematisiert, die gesellschaftliche Spaltung im Zugang und der Nutzung des Internets. Tatsächlich ist der >digital divide<
auch innerhalb der Linken und den sozialen Bewegungen wiederzuflnden - vor allem ältere, weniger netzaffine Aktivis-

zialebewegungen.org) weiterftihrende Informationen. Ausgehend von FalÌbeispielen aktivistischer Internetnutzung (annalist-Blog, fluegel.tv, #unibrennt, Betriebsratsblogs etc.) werden Anleitungen und Tipps zur eigenen Social-Media-

tlnnen sind von Kommunikations- und
Kooperationsformen schnell abgehängt. Das Handbuch für den Einsatz von Web z.o möchte da Abhitfe schaffen. In einem kollaborativen webbasierten prozess zahlreicher Social-Media-Aktivistlnnen entstanden, verbindet es das klassische Buchformat mit Kommentaren, Links, Hashtags (r) sowie weiteren EIementen des Web z.o und ermöglicht mittels integriertem eBook und einer sich ständig erweiternden Blogplattform (soi

Architektur und allen bekannten EIementen des Web z.o und Kanälen für
Onlinekampagnen und -demos, neue Formen partizipativer Veranstaltungen

angesichts der Informationsdichte leider auch etwas unübersichtlich wird. Die Frage nach dem Zugang zum Internet als Baustein sozialer Teilhabe zieht sich als roter Faden durch >It's the Inter-

von Hinweisen und Tipps in verständlicher Sprache zu geben - was allerdings

wichtige Orientierungen und Anleitun-

gen.c
Marc Amann ist Herausgeber des Handbuches >go.stop.act! Díe Kunst des kreativ en StraJ3enprote st s I fühlt sich im StraJSenprotest zuhause und tut sich, schwer mit Netzaktivismus - auch um das zu tindern, hat er die beíden Bücher
gelesen.
Bodo Ramelow, Petra Sitte, Halina Wawzyniak und ChrÌstoph Nitz (Hg.): It's the Internet, stupid! Die Linke und die Schienennetze des zt. lahrhunderts. VSA-Verlag, Hamburg 2o12. 152 Seiten, U,Bo
EUR.

hinsichtlich Netzknigge, Datenschutz und Datensicherheit gegeben. Die dargestellten Beispiele internetbasierter Betriebsratsarbeit loten auch die Mögtichkeiten einer Gewerkschaftsarbeit z,o aus. Auffast 4oo dicht gesetzten Buchseiten in ùber 3o Kapiteln, mit zusätzlichen Kommentaren und lexikalischen Einträgen, gelingt es den Autorlnnen, unzähli-

net, stupid!<. Das Buch versammelt hauptsächlich Beiträge aus der Partei DIE LINKE, schafft es aber dennoch, zentrale Perspektiven und Standpunkte Íïir eine allgemeine linke Politik um und Íïir das Internet zu entwickeln. Die Verhinderung der >digital divide<, die entlang der
bekannten gesellschaftlichen Spaltungen (nach Geschlecht, Bildung, Alter, Ein-

'

Anmerkung:
1)

kommen, Herkunft etc.) verläuft, wird als wichtiger Ansatzpunkt genannt. Konkret

Hdshtags sind Schlagworte

bei Twitter, die mit # gekennzeíchnet sind.

Thomas Kreiml, Hans Chrístian Voigt: Soziale Bewegungen und Social Media. Handbuchfür den Einsatz von Web z.o. OCA Verlag, Wien 2011. 396 Seiten, 29,9o EUR.

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