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Infoblatt für die Gruppenmitglieder von EBM

Der neue

Hüttenreport

Ausgabe 2-2012 (48)

EBM+EBM+EBM+EBM+EBM+EBM+EBM+EBM

www.einheit-berlin-mitte.de

Liebe EBMler, liebe Sympathisanten einer Hütte, liebe potenzielle Mitstreiter,

Wird sie (hier auf dem Foto die Vorderfront) unsere neue Hütte?

www.einheit-berlin-mitte.de

potenzielle Mitstreiter, Wird sie (hier auf dem Foto die Vorderfront) unsere neue Hütte? www.einheit-berlin-mitte.de

Nach langen und zähen, aber letztlich eigentlich erfolgreichen Verhandlungen sollte der Kaufvertrag am 15. Januar 2012

unterschrieben werden. Dank in diesem Zusammenhang an unseren genialen Formulierungskünstler Peter Schrumpff, der wesentlich zum Erfolg der Verhandlungen beigetragen hatte. Doch es kam anders:

Als wir zum Vertragsakt schreiten wollten, standen wir auf einmal im Wasser. Das Dach erwies sich als undicht und muss nun komplett saniert werden. Das war vorher nicht bekannt. Angebote wurden eingeholt, der Noch-Besitzer tat gleiches. Jetzt wird es wohl so laufen, dass der Eigentümer das Dach sanieren lässt. Wir werden ein waches Auge auf die Arbeiten haben müssen, damit sie auch solide ausgeführt werden. Nach wie vor ist es aber so, dass wir die Hütte übernehmen wollen. Wir wollen Euch damit eine Bleibe in der Nähe unserer Kletterfelsen anbieten. Die Hütte ist zwar, im Gegensatz zur bisherigen Kayserberg-Hütte kein Pacht-, sondern ein Eigentumsobjekt, für das zwei Mitglieder sich als Geldgeber einbringen, es soll aber so sein, das wir als Gemeinschaft uns um die Hütte, ihren Unterhalt und ihre Pflege kümmern wollen. Wie das im Einzelnen aussehen soll, wird noch beraten, insbesondere, was die Finanzen betrifft. Wir überlegen, ob wir eine Fördermitgliedschaft einführen werden, analog der Hüttengemeinschaft am Kayserberg. Wir rechnen da noch. Ziel ist es, eine Rücklage zu bilden und die laufenden Kosten abzudecken.

Das neue Kletterjahr hat also für unsere Klettergruppe nicht optimal begonnen. Optimistisch, wie wir sind, wünschen wir Euch trotzdem schöne Klettererlebnisse, gemütliche Hüttenabende und ein unfallfreies Kletterjahr 2012.

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Thomas und Ulf

Jahresanfangsfahrt zum Großen Zschirnstein

Oben Schnee, unten Regen und in der Hütte Gemütlichkeit. So kann man die Jahresanfangs- fahrt
Oben Schnee, unten
Regen und in der Hütte
Gemütlichkeit. So kann
man die Jahresanfangs-
fahrt in wenigen
Worten zusammen-
fassen.
Das alleine würde aber
der 55. Auflage dieser

Tradition nicht gerecht werden. Etwa 25 Leute hatten sich wieder unter der Südwand versammelt, sieben davon sind auch eingestiegen, darunter von EBM Reinhart Foik und Steffi Göricke.

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Angeführt wurden diese Nachsteiger, noch ergänzt durch Dietlind und Ernst Apelt, von Peter Beyer. Fünfer-Seilschaften sind nicht die schnellsten, so dass Harald und Ulf zwischenzeitlich ohne Steffi auf Hüttensuche gingen. (Inzwischen hat sich dieses Problem ja anderweitig gelöst, denn Hüttensuche war einmal.)

Peter Beyer hatte dafür gesorgt, dass wir in der vorgeheizten (!) Humboldt-Hütte unterkamen. Von EBM waren insgesamt 13 Leute vertreten, zusammen mit dem Gefolge von Reinhard Link sogar 15. EBM war damit diesmal am stärksten vertreten. Darunter auch der Honigmann Michael Gütt aus Weißensee, der dafür sorgte, dass der Grog geschmacklich noch wesentlich aufgewertet wurde. Natürlich gab es die üblichen, diesmal auch sehr schmackhaften Bratwürste.

die üblichen, diesmal auch sehr schmackhaften Bratwürste. Dankenswerterweise organisiert die Gruppe Lok seit jeher

Dankenswerterweise organisiert die Gruppe Lok seit jeher diese Veranstaltung, und im Hintergrund bisher 53 mal dabei Rudi Kebschull, der ein wenig aus der Geschichte dieses Treffens mit Hilfe seines Tagebuches beweiskräftig zitierte. Geklettert wurde bei kräftigem Schneefall, aber auch die, die nicht geklettert sind, hatten mit den Wetterunbilden zu kämpfen, denn nur 100 Meter tiefer schon ging der Schnee bereits in Regen über. Ziemlich durchnässt traf man sich schließlich auf der Humboldt-Hütte, auf der der Tag mit Speis und noch mehr (alkoholischem) Trank ausklang.

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Als Fazit möchte ich noch anmerken: Ich empfand die Stimmung vor Ort als ausgelassen und fröhlich. Man kommt zusammen, tauscht sich aus, lacht viel und geht eventuell auch klettern. Kein Druck nirgends! Alles ohne Vorschriften oder Erwartungen, alles gelöst. Es entsteht dabei eine Stimmung, wie ich sie auch immer am Freitag Abend zur Jahresabschlussfahrt spüre. Das ist das, was mir an solchen Veranstaltungen gefällt, und ich wünschte mir, die Obereren von der Sektion Brandenburger Tor würden dies auch erkennen und solche Veranstaltungen besser unterstützen. Sie machen letztlich den Verein aus!

besser unterstützen. Sie machen letztlich den Verein aus! Ein verliebter Klett’rer aus Köthen konnt‘ beim

Ein verliebter Klett’rer aus Köthen konnt‘ beim Klettern noch wunderbar flöten. Denn es galten die Blicke der Erwählten am Stricke. Und die tat prompt sehr erröten.

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Schwereloser Tanz

Bernd Arnold wurde 65

Am 28. Februar 1947 erblickte in Hohnstein ein Knabe das Licht der Welt, der zu einem der bekanntesten Hohnsteiner Bürger werden sollte. Seit dem 5. Juli 2008 ist er Ehrenbürger seiner Geburtsstadt. In Bergsteigerkreisen der ehemaligen DDR wurde er zu dem Super-Kletterer schlechthin. Mit leuchtenden Augen wurde davon erzählt, wenn man ihn mal irgendwo am Fels gesichtet hatte. Und in der Tat, Bernd Arnold, um den es hier geht, war in den 70er und 80er Jahren derjenige Kletterer, an dessen Routen sich alle Spitzenkletterer maßen. Bis 1966 hatte er bereits alle schweren Wege geklettert. Insgesamt über 900 neue Weg hat er vor allem in den hohen und höchsten Schwierigkeiten neu erschlossen und nicht nur das, er erschloss auch überhaupt neue Schwierigkeitsstufen bis in den 10. Grad (z. B.

Rokokoturm Garten Eden (Xc). Er selbst sagt in einem Interview, es sei ihm entgegengekommen, dass etwa seit den 1960er Jahren die sächsischen Kletterregeln dahingehend verändert wurden, dass Sicherungsringe ab da auch in einer Schlinge sitzend geschlagen werden durften. Zuvor war das nur freistehend erlaubt. Durch diese Änderung habe sich ihm ein riesiges Potenzial an neuen Möglichkeiten eröffnet und das vom Alter her in seiner Sturm- und Drangzeit. Er wäre natürlich gern auch im westlichen Ausland geklettert. So war er beispielsweise 1970 vom amerikanischen Bergsteigerverband eingeladen worden, was ihm aber nicht erlaubt worden war. In seinem Klettergefolge gab es ständig zwei, die ihn genau beobachteten und Informationen über ihn an die interessierten Stellen weitergaben, auch über die namhaften westdeutschen Spitzenkletterern wie z. B. Wolfgang Güllich, Kurt Albert und Dietrich Hasse, die ihn in Hohnstein besucht hatten. Bernd Arnold klettert auch heute trotz inzwischen entwickelter High-tec- Kletterschuhen noch gerne barfuß. In seinen besten Jahren kannte man ihn eigentlich nur so. Er war im wörtlichen Sinne ein Sinnbild dafür, dass man in erster Linie mit den Füßen klettert und die Hände „nur“ zum Gleichgewicht- Halten benötigt. Das hängt natürlich auch mit dem Fels zusammen, dem Sandstein. Er bietet viel Reibung für die Füße und kleinste Unebenheiten, die nur mit nackten Füßen zu ertasten sind. Das Klettern werde im Idealfall für ihn zum schwerelosen Tanz, sagt der Extremkletterer.

Füßen zu ertasten sind. Das Klettern werde im Idealfall für ihn zum schwerelosen Tanz, sagt der

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In die Wiege gelegt worden waren ihm die Erfolge im Klettern nicht. Zunächst mußte er heimlich mit der Wäscheleine der Mutter klettern, und das Klettern wurde ihm sogar verboten samt Stubenarrest. Dem talentierten Jungen war damit natürlich wie zu erwarten nicht beizukommen, denn er war „Bergsteiger von der Seele her“, wie er heute sagt. Er kletterte ziemlich regelmäßig und 1961 brach dann der Widerstand der Eltern und ihm wurde ein Kletterseil geschenkt. Da war er 14 Jahre alt. Was dann folgte, ist bekannt. Auf kaum einer Seite im Kletterführer fehlt bei den Erstbegeherdaten der Name Bernd Arnold. Unumstritten ist der Hohnsteiner aber nicht. Als Outdoor-Unternehmer vertrat er von Anfang an, die Ausweisung auch von Massiven als Kletterfelsen und stand damit gegen die Mehrheit der sächsischen Kletterer und später des SBB.

Informationen zur geplanten Fahrt nach Spiegelau im Bayerischen Wald

Der Termin steht jetzt fest: Es ist die Woche vom Ich habe das Quartier bei Frau Wollboldt, 94518 Spiegelau, Bayerwaldstr. 13, Tel. 08553/1748 festgemacht. Insgesamt 13 Plätze sind reserviert. Der Preis für diese Woche plus einem Tag (sieben Übernachtungen plus Frühstück) beträgt als Sonderangebot 139.- Euro. Dazu kommen Kosten für Kurtaxe (1,60 Euro p. P.) und Fahrtkosten, da wir ja mit dem Zug fahren wollen. Je nach Anzahl der Teilnehmer ist entweder das „Schöne- Wochenende-Ticket“ oder der Tarif „Deutschland querdurch“ günstiger. Der Fahrpreis wird auf jeden Fall unter 10 Euro je Fahrt liegen. Die Fahrtdauer wird etwa 12 Stunden betragen. Da können wir relaxen und auch Spaß haben, je nach Laune.

Was können wir vor Ort machen?

- Aufstieg auf den Rachel (1452 m); circa 500 Höhenmeter; Sicht bis zu den Alpen (Watzmann, Dachstein) bei guter Sicht

- Besuch der wildromantischen Steinklamm; von Spiegelau erst

nach Großarmschlag oder Grafenau und von dort 5 oder 9 km Wanderung; ziemlich eben

- Aufstieg zum Lusen (1373 m); circa 500 Höhenmeter

- Besichtigung des Inneren der Trinkwassertalsperre in Frauenau (Falls Anmeldung klappt)

- Überschreitung des Großen Falkensteins (1315 m); circa 600 Höhenmeter im Auf- und Abstieg

- Besuch des Baumwipfelpfades mit Tier- und Freigehege

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Neues vom Guru

Reinhold Messner ist ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Jetzt hat er beschlossen in den Berg zu gehen und nicht mehr auf ihn hinauf. Demnächst möchte er in einer Höhle mindestens zwei Wochen lang meditieren. Dies teilte er in einem Interview mit dem Magazin PRINZ mit. Gleichzeitig kritisierte er die Flut von sozialen Netzwerken, die seiner Meinung nach, den realen Umgang der Menschen miteinander erschweren. Ihm reiche sein Telefon, aber am

miteinander erschweren. Ihm reiche sein Telefon, aber am liebsten treffe er sich mit Freunden bei einem

liebsten treffe er sich mit Freunden bei einem Glas guten Weines. Da kann einem der Herr ja richtig sympathisch werden.

Bekanntlich jährt sich in diesem Jahr zum 100. Mal die Erreichung des Südpols. Auch Reinhold Messner war schon zu Fuß dort (zusammen mit Arvid Fuchs) und ist also Experte in Sachen Südpol. Auf die Frage der FAZ, mit wem er lieber gegangen wäre, mit Amundsen oder Scott, antwortete der Polarexperte: „mit Amundsen“. Der sei nicht so dilettantisch wie Scott vorgegangen. Scotts Tagebuch sei allerdings zu literarischem Weltruhm gekommen, da er damit, so Messner, „sein Sterben inszeniert“ habe. Scotts Tagebuch sei besser als Amundsens Sieg.

Einem schweren Jungen aus Bingen, dem wollte kein Einstieg gelingen. Er fiel immer wieder zum Boden hernieder. Nun befasst er sich mit leichteren Dingen.

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EBM-Winterwanderung 2012

Die diesjährige Winterwanderung hatte vielerlei Highlights. Erwähnt seien nur das brauchbare Wetter, die rege Beteiligung (22 Teilnehmer), Leckereien von Eveline Sievers, das unerschöpfliche Liedrepertoire von Peter Gapski oder die gefüllten Eierkuchen von Rainer Link.

Peter Gapski oder die gefüllten Eierkuchen von Rainer Link. Die Tour begann mit einer kurzen Bahnfahrt

Die Tour begann mit einer kurzen Bahnfahrt nach Bad Schandau und ging von dort über Gohrisch direkt zum Diebskeller am Quirl. Dort steht in der Höhle ein steinerner Tisch, der ursprünglich für August dem Starken dorthin gestellt worden war, der aber auch uns angemessener Ort für unser Picknick war. Dafür herhalten mussten die übrig gebliebenen Büchsen von der Jahresanfangsfahrt, deren Inhalt aber bei allen gut ankam, sowie einige Liter Glühwein. Kreativ, wie Rainer Link ist, hatte der zusätzlich Eierkuchen mit Füllung angeboten. Dank der Bemühungen von Peter Beyer kamen wir in der Humboldthütte in Königstein unter, die geplante Karl-Stein-Hütte stand uns nicht zur Verfügung, da deren Wasserleitung eingefroren war. Der eigentlich angekündigte Regen kam erst zur Heimfahrt am Sonntag, und so ging ein Wochenende mit einem schönen Gemeinschaftserlebnis zu Ende.

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Schuhe brauchen Liebe und ab und zu aber auch etwas auf die Sohle Dies wird

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Schon gewusst,

dass der bekannte Ablasshändler Johan Tetzel („Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt“) aus der Sächsischen Schweiz kam, nämlich aus Pirna? Dort wurde er vermutlich 1465 geboren.

dass auf DAV-Hütten Mitgliedern ein so genanntes Bergsteigeressen angeboten werden muss, das mindestens 20 Prozent billiger als der reguläre Preis sein muss und nicht teurer als 7 Euro sein darf. Außerdem müssen Mitglieder ein alkoholfreies Getränk kaufen können, das 40 Prozent unter dem Preis der gleichen Menge Bier kostet. Nachrechnen lohnt sich!

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Die Häntzschel-Stiege

Die Häntzschelstiege in den Affensteinen, benannt nach deren Erbauer Rudolf Häntzschel, ist die längste Steiganlage in der Sächsischen Schweiz. Heute firmiert sie im Tourismusmarketing natürlich als Klettersteig, eingestuft als mittelschwer. Häntzschel, Frührentner aus Sebnitz, füllte etwa zehn Jahre lang seine vorhandene Zeit mit der Errichtung der Anlage. Das war in den 1950er und frühen 1960er Jahren. Völlig in Eigeninitiative, ganz allein ohne fremde Hilfe und natürlich illegal, also ohne Erlaubnis. Als sie dann da war, wurde sie nicht etwa wieder abgebaut (das wäre wahrscheinlich heute so), sondern sie wurde stillschweigend geduldet und schließlich für Insider Kult. Heute hat die Nationalparkverwaltung die Stiege in ihre Obhut genommen, aber eben nur, weil sie da war. Noch 1998 gab es Pläne der Nationalparkverwaltung, die Stiege sogar zu sperren. Dagegen gab es massive Proteste von Wandervereinen, dem SBB und der Sächsische- Schweiz-Initiative. Daraufhin wurde zunächst der untere Teil saniert, im Jahr 2004 auch der obere Teil. Neu anzulegen, würde heute sicher nicht mehr gehen. Insofern waren das damals noch wilde Zeiten.

Material für solche Steiganlagen gab es damals natürlich nicht, und so verwendete Häntzschel das, „was er fand auf der Erd“, wie es so schön in einem Lied heißt. Viele, viele Steighilfen trieb Häntzschel in den Fels, zumeist mit auf Schrottplätzen aufgetriebenem Material. Die Stiege entwickelte sich schnell zu einer beliebten Tour. Dies führte 1986 zu ersten Sanierungsarbeiten durch Anlage zusätzlicher Holzstufen am Einstieg, da die hohe Frequentierung dort zu erheblichen Erosionsschäden geführt hatte. Nachdem die eisernen Tritte und Seile im Laufe der Jahre allmählich marode wurden, hat die Nationalparkverwaltung die meisten alten Tritte inzwischen ersetzt und neue und auch weitere Halteseile gespannt. Die Holzleitern wurden erneuert und zusätzliche gebaut. Natürlich darf das Schild „Nur für Geübte“ in unserer versicherungstechnisch ausgeklügelten Gesellschaft nicht fehlen. Hier muss man aber eingestehen, dass das Schild zu Recht dort hängt, denn nicht nur einen Einsatz musste die Bergwacht bisher schon leisten, um in Schwierigkeiten geratene oder sogar verunfallte Wanderer aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Dennoch ist ein Klettersteig-Set nicht Pflicht, wenngleich für Anfänger und Kinder empfehlenswert, denn die Stiege ist abschnittsweise doch ganz schön luftig. Die Stiege führt vom Fuß des Bloßstocks in den Affensteinen bis zur Spitze des Langen Horns. Sie überwindet dabei auf einer Länge von 700 m einen Höhenunterschied von rund 160 m, nach der Sanierung zählt die Stiege jetzt 516 Stufen.

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Länge von 700 m einen Höhenunterschied von rund 160 m, nach der Sanierung zählt die Stiege

Neu im Internet:

Seit Februar gibt es im Internet ein neues Portal, mit dessen Hilfe man geführte Outdoorouren mit zertifizierten Führern buchen kann. Nicht nur Klettertouren, sondern auch Fahrrad- oder Kanutouren sind buchbar. Ob nun den Königsjodler auf den Hochkönig oder die Überschreitung vom Watzmann oder eine Mont Blanc-Besteigung, alles kann man dort buchen. Das Angebot ist noch ziemlich übersichtlich, da der Betreiber erst seit Februar online ist. Die web-Adresse lautet: www.guiders.de.

Allerletzte Herausforderung

lautet: www.guiders.de . Allerletzte Herausforderung 14 bestiegen, die Seven Summits in der Wer Achttausender

14

bestiegen,

die Seven Summits in der

Wer

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Zweithöchsten

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Ruhmeshalle

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zieht es zu neuen Großtaten

des

Bergsteigens. Das wäre zum Beispiel die Winterbesteigung aller Achttausender. Russische Bergsteiger sind jetzt am K2 gescheitert, nachdem einer der 15 Teilnehmer im Basislager verstorben ist. Es wäre die erste Winterbesteigung des K2 gewesen. Das Team befand sich schon seit Ende Dezember am Berg und wollte den finalen Angriff Mitte März starten. Am Berg herrschten Temperaturen um minus 50 Grad Celsius.

Goldberg

Der höchste Berg Spaniens, der Teide auf Teneriffa, ist die gewinnbringendste Attraktion der Insel. Während Humboldt, Häckel und Kollegen damals noch zwei bis drei Tage nach oben brauchten, schleudert heute eine Seilbahn Turnschuhtouristen hoch. Die kommen meist aus Meereshöhe und haben natürlich bei über 3000 Meter häufig Probleme. An der Bergstation ist deshalb vorsorglich eine ganze Krankenstation angegliedert, die sich vornehmlich der Höhenkranken annimmt. Hauptsache, der Rubelrollt.

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EBM-Winterwanderung 2012 – Das Vorspiel

Am Quirl bin ich in meinen fast 40 Kletterjahren nur einmal gewesen und das auch nur deshalb, weil ich den einzigen Klettergipfel an diesem Tafelberg, den Dreikanter abhaken wollte. Dann hat der in der Nachbarschaft liegende Pfaffenstein mit seinen unbegrenzten Klettermöglichkeiten dem Quirl keine Chance mehr gelassen. Dieser Quirl hat aber mehr zu bieten, und deshalb hatte ich mir vorgenommen, ihn in die kommende Winterwanderung mit einzubauen. Als Fahrtenleiter, der ich war, wollte ich natürlich keine Route anbieten, die ich nicht kenne und auf der womöglich Unvorhergesehenes uns einen Strich durch die Wanderrechnung machen könnte. Also bin ich als verantwortungsbewusster Mensch zwei Wochen zuvor an einem Donnerstag mit der Bahn nach Bad Schandau gefahren (übrigens mit EC nur 19 Euro je Fahrt) und bin die geplante Route abgelaufen. Es wurde ein Erlebnis!

Zunächst die Zugfahrt: Fast wie früher. Erst im Hungaria-Express in Plüschsesseln die verkürzte Nachtruhe nachgeholt, dann einen herrlichen Sonnenaufgang erlebt, bibbernde Rehe wie in Bronze gegossen neben den Gleisen stehend gesehen. Draußen minus 16 Grad Celsius, drinnen angenehm temperiert. Die Häuser draußen hatten auf ihren Schornsteinen kleine weiße Wattebällchen. Das sah irgendwie witzig aus. Die Elbe dampfte und sah mit ihren weißen Nebelzipfeln fast wie eine Wiese aus, deren Halme sich mit Rauhreif im Winde wiegten. In Bad Schandau dann raus in die Kälte. Ich hatte mich entsprechend eingepackt, aber einiges – das merkte ich dann unterwegs – war außer Acht geblieben. So froren die Stullen in dem nicht geheizten Rucksack ein und der eisige Wind sorgte dafür, dass ich ohne Handschuhe praktisch nichts machen konnte. Die Handschuhe waren zwar warm, aber einfach zu dick, um zum Beispiel die Wanderkarte auseinander zu falten und zu halten. Ich nahm mir vor – sollte es so kalt bleiben – dann noch ein Paar dünnere Handschuhe mitzunehmen oder mindestens meine Heizkissen einzupacken.

Die Tour hatte ich von Bad Schandau über Gohrisch nach Königstein geplant. Nach einem unangenehmen kurzen Stück auf der B172 geht es dann steil am Abzweig nach Gohrisch hoch auf die Ebenheit. Da wurde mir schnell warm. Bei dieser Tour gerade der richtige Beginn. Fast oben biegt rechts der Kammweg ab, der den Namen eigentlich zu Unrecht trägt, denn er läuft etwas unterhalb der Geländekante entlang. Gleich beim Beginn stoße ich linkerhand auf die so genannten Volkssturmlöcher. Es sind Kuhlen, die in den letzten Kriegswochen von dem damals rekrutierten Volkssturm eilig ausgehoben worden waren, um die Russen und Polen, die durch das Elbtal vorrückten, noch aufzuhalten. Bei manchen

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Löchern kann man noch die verbindenden Schützengräben sehen. Glücklicherweise lösten sich die Verbände schnell auf und zerstreuten sich in alle Winde, so dass es hier nicht mehr zu Kriegshandlungen mit gegebenenfalls vielen Opfern gekommen ist. Der Kammweg ist ein interessanter kulturhistorischer Weg (Teil eines Lehrpfades). Man kommt noch an einer Liliensteinaussicht und an dem so genannten Gohrischen Bloß vorbei, einem zur Elbe hinunter führenden, inzwischen aufgelassenen Hohlweg. Er diente den Gohrischer Fronbauern als kurzer Weg zur Furt nach Prossen hinüber. Linkerhand am Kammweg stehen diverse Grenzsteine die zum einen durchnumeriert sind, aber auch

Grenzsteine die zum einen durchnumeriert sind, aber auch römische Jahreszahlen tragen. Die gekreuzten Schwerter sind
Grenzsteine die zum einen durchnumeriert sind, aber auch römische Jahreszahlen tragen. Die gekreuzten Schwerter sind

römische Jahreszahlen tragen. Die gekreuzten Schwerter sind jeweils auf der Vorderseite eingearbeitet. Der Kammweg geht nach einem Südschwenk in den Gohrischen Rundweg (gelb) über und als Tiergartenweg

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später nach Gohrisch hinein. Zuvor gibt es noch einen Abstecher zum Lilienstein-Blick. Auch unsere zukünftige (?) Hütte in Prossen kann man ab und zu erkennen.

Wenn man allein unterwegs ist, spielt Vorsorge, noch dazu bei solch einer Kälte, eine besondere Rolle. Mein Rucksack war deshalb gefüllt mit Schlafsack, Biwaksack und Rettungsfolie. Ein scharfes Handy war natürlich auch mit dabei. Noch zu Hause hatte ich mir ausgemalt, was passieren würde, wenn ich mir beim Stolpern das Knie verdrehen sollte. Bis Hilfe käme, wäre ich schon erfroren. Solche Gedanken hat man als Gruppengänger nicht. Aber so ausgerüstet fühlte ich mich auf der sicheren Seite. Ich bin dann auch nur einem einzigen Menschen begegnet. Ein

Ich bin dann auch nur einem einzigen Menschen begegnet. Ein Mann kam mir auf der Hochebene

Mann kam mir auf der Hochebene zwischen Gohrisch und dem Pfaffenstein entgegen, allerdings etwa 100 Meter parallel versetzt in einer anderen Traktorspur. Ich kam mir wie auf dem Meer vor, wenn weit auf dem Wasser ein anderes Schiff vorbei gleitet, das man zwar sieht, zu dem man aber keinen Kontakt hat. Etwas Gespenstisches hatte die Situation. Später, mitten auf der Höhe zwischen Quirl und Pfaffenstein, gab es noch einen Menschen, der dort einen bereits großen dampfenden Misthaufen mit weiterem zwei Hängern voll Mist zusätzlich versorgte. An dieser Stelle begriff ich, wie Bio-Kraftwerke funktionieren. Am liebsten hätte ich meine

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Hände zum Aufwärmen diesem Haufen anvertraut. Aber das wäre gar nicht gegangen, denn auch die

Hände zum Aufwärmen diesem Haufen anvertraut. Aber das wäre gar nicht gegangen, denn auch die äußere Schicht des Haufens war gefroren und teilweise schneebedeckt, obgleich er wie ein Vulkan aus dem Inneren heraus dampfte.

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Obgleich es zeitlich durchaus drin gewesen wäre, bin ich nicht über den Pfaffenstein geklettert, sondern habe ihn links herum am Aufzug vorbei umlaufen. Die Gaststätte ist ohnehin in der Woche geschlossen. Der Schattenriss der Barbarine lag im Gegenlicht vor mir. Der Quirl ist der größte Tafelberg der Sächsischen Schweiz. Auf ihm wurde früher sogar Landwirtschaft betrieben. Heute ist er bewaldet. 13 Höhlen verteilen sich an seinem Sockel, wenn man Kleinsthöhlen mitrechnet sogar 29. Die größte von allen, der Diebskeller liegt direkt an der Quirlpromenade, die fast komplett um den Berg herum führt. Vom Quirl ging ich dann noch die Hauptstraße durch Pfaffendorf meidend rechts vom Bach den Quellweg nach Königstein hinunter. Bis zur Abfahrt meines Zuges (wieder der Hungaria-Express) hatte ich noch Zeit und blieb letztlich in einer Eisdiele hängen, die als einzige Gaststätte geöffnet hatte. Flugs habe ich noch mit deren Geschäftsführerin vereinbart, dass wir bis 17.00 Uhr nach unserer Wanderung noch auf einen Kaffee zu ihr kommen können und dass sie uns trotz Geschäftsschluss um 17.00Uhr noch bedienen wird. Übrigens holte ich zu Hause noch Stunden, nachdem ich mich wieder in geheizten Räumen befand, vereiste Dinge aus meinem Rucksack.

Harald

noch Stunden, nachdem ich mich wieder in geheizten Räumen befand, vereiste Dinge aus meinem Rucksack. Harald

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Kommentar – Kommentar- Kommentar – Kommentar – Kommentar – Kommentar

Die „Sandalisierung“ der Alpen

Spektakuläre Aussichtsplattformen (neudeutsch: Skywalks), Spaziergänge in Gletschern und Fünf-Sterne-Gipfelgastronomie in „Spektakelarchitektur“ sind die letzten Versuche, den Alpen neue wirtschaftliche (Rendite-) Impulse zu verpassen. So werden die Alpen vor allem für die schneearmen Zeiten zunehmend ganzjährig aufgerüstet. Dazu dann noch Klettersteige in eigentlich ungeeignetem Gelände, Seilbahnen an jeder Ecke. Alles letztlich dafür, den Sandalenträgern gefahrlos den Weg in Regionen zu ebnen, in denen sie eigentlich nichts zu suchen haben. An der AlpspiX (Plattform auf der Alpspitze gegenüber der Zugspitze) kann man für reichlich 20 Euro sein Blut in Wallung bringen. Das ist verhältnismäßig billig, denn der Preis schließt neben dem Eintritt auch die Auf- und Abfahrt mit der Seilbahn ein. Der Kolumnist der Süddeutschen Zeitung Gerhard Matzig bezeichnet diese Art des Alpintourismus, also Aufstiege ohne wirkliche Anstrengung, ohne wirklichen Aufstieg und meist ohne alpine Ausrüstung und Ahnung als Volumen-Speed-Dating. Man kann von Berlin aus den Nervenkitzel mittels Flugzeug via München an einem Tag absolvieren. Und das ist Dank Billig-Airlines noch nicht einmal außerordentlich teuer. Das Halligalli auf den Bergen wird sich Zug um Zug ausweiten, um die zu erwartende Schneearmut im Winter zu kompensieren. Dem kleinen Steg wird irgendwo ein größerer folgen, dem kleinen Spektakel ein größeres, befürchtet Matzig. Und er wird damit Recht behalten, denn dem Argument, das müsse alles sein, um wirtschaftlich zu überleben, lässt sich heutzutage wohl kaum etwas entgegenstellen. Die Disneysierung der Berge begann endgültig vor Jahren am Colorado River, als dort der erste Skywalk 1100 Meter über dem Flussbett eröffnet wurde. Und wir Europäer machen das natürlich zeitversetzt nach. Man fragt sich, weshalb eigentlich das Naturwunder Alpen durch allerhand Tingeltangel „aufgewertet“ werden muss. Als ich einmal die Zugspitze von der nordwestlichen Ecke her bestiegen habe, konnte ich die Ursprünglichkeit und die Bergeinsamkeit genau bis zu dem Punkt genießen, als ich über die Begrenzung auf das Gipfelplateau stieg. Dort herrschte beängstigende Enge und ein Trubel (Geschrei) wie auf einem Jahrmarkt. Das aber kann man doch leichter unten haben, wenn man es denn will. Seitdem meide ich Gipfel, auf die Seilbahnen führen oder auf denen es gar bewirtschaftete Hütten gibt. Ich finde es durchaus angemessen, wenn auf Berge Seilbahnen führen, weil dadurch vielen Menschen ein Bergerlebnis geboten wird, auch wenn sie keine Bergsteiger sind. Auch Menschen mit Behinderungen haben ein Recht auf Bergerlebnisse. Sensationen sollte man aber den Jahrmärkten mit ihren Nerven kitzelnden Attraktionen überlassen. Ein Berg, der ohne ein Minimum an eigener Anstrengung erreicht wird, ist kein Berg mehr, sondern nur noch ein Eventpunkt.

- Harald –

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Gewusst, dass ???

Dietrich Hasse Wahl-Berliner war, als er 1958 die Direttissima an der Großen Zinne durchstieg? Einer der wohl bekanntesten Sachsenkletterer war 1955 nach Westberlin geflüchtet und hat dort bis 1963 studiert. Um seine Kletterfähigkeiten zu trainieren, musste er die Semesterferien nutzen, denn in Berlin spielte sich das Training damals im Grunewald an dicken, alten Eichen ab. Den Kletterturm gab es erst seit 1970.

alten Eichen ab. Den Kletterturm gab es erst seit 1970. alle Berliner Berge übereinander zusammengenommen 1170

alle

Berliner

Berge übereinander

zusammengenommen 1170 Meter hoch wären? Davon entfielen 795 Meter auf den Westteil und 375 Meter auf den Ostteil der Stadt.

der Grunewalder Kletterturm „nur“ 100 000 DM gekostet hat und komplett vom damals Westberliner Senat finanziert worden ist? Sein Architekt hatte versucht, ganz im Gegensatz zu den heutigen Kletterhallen, eine stilisierte Felslandschaft mit allen am natürlichen Fels vorkommenden Klettersituationen zu schaffen. Ein Kopie des Turmes steht übrigens in Quito.

der Alpinclub Berlin die Patenschaft über die Jonsdorfer Hütte im Zittauer Gebirge hat? Vor 20 Jahren wurde diese Hütte als allgemein zugängliche Mittelgebirgshütte des DAV anerkannt.

zugängliche Mittelgebirgshütte des DAV anerkannt. die Charlottenberger Hütte nicht wie erwartet (und

die Charlottenberger Hütte nicht wie erwartet (und ursprünglich auch mal geplant) in den Alpen steht, sondern tatsächlich in Charlottenburg zu finden ist. Es ist die Geschäftsstelle des Alpinclubs Berlin, die aus dem Verkauf der Tulfer Hütte finanziert wurde.

die aus dem Verkauf der Tulfer Hütte finanziert wurde. Thomas, der ältere der beiden Huberbuam (der

Thomas, der ältere der beiden Huberbuam (der mit den ganz langen Haaren), in einer Hardrock-Band mitspielt? Die Band heißt Plastic Surgery Disaster, was in etwa Plastische Chirurgie Katastrophe bedeutet.

sich Thomas und Alexander Huber beide als Alphatiere sehen und nur deshalb miteinander können, weil sie Brüder sind? Sie machen daher auch viel gemeinsam und meiden Unternehmungen mit anderen Spitzenbergsteigern, die in der Regel auch starke Alphatypen seien, so Thomas.

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Notizen

Zahlen

Fakten

Notizen

Zahlen

Fakten

Routine gefährlich.- In einer Troisdorfer Kletterhalle ist eine Sportlerin 14 Meter in die Tiefe gestürzt, als sie sich am Umlenkhaken in das Seil fallen lassen wollte. Ursache: Die Dame hatte den Einbindeknoten nicht richtig gefädelt! Er öffnete sich unter Last. Das Bemerkenswerte daran: Die 31- Jährige hatte sich schon stundenlang an anderen Routen getummelt, stets ordnungsgemäß eingebunden. Was auch gefehlt hatte: Der Partnercheck. Sie hat den Sturz schwer verletzt überlebt. Einen Sturz mit ähnlicher Ursache hatte es bereits einige Monate zuvor in der gleichen Kletterhalle gegeben. Laut der Aussage einer Studie des DAV ist der fehlende Partnercheck beim Klettern die häufigste Fehlerursache, der meist routinierten Kletterern unterläuft.

Millionenverein.- Mit etwas mehr als 939 000 Mitgliedern Ende 2011 nähert sich der Deutsche Alpenverein der Millionengrenze. 46 000 Natur-, Berg- und Kletterinteressierte sind im vergangenen Jahr dazu gekommen. Darunter sind auch solche (vor allem junge) Leute, die ausschließlich in Kletterhallen gehen, gab der DAV-Chef Josef Klenner bekannt. Mit diesem Zuwachs liegt der DAV an zweiter Stelle bundesweit. Nur der Behinderten Sportverein hatte einen größeren Zustrom. Der Frauenanteil beträgt inzwischen 40,4 Prozent.

Ranger jetzt E-mobil.- Zwei Elektrofahrräder stehen den Rangern für die Bereiche Hinterhermsdorf und Zeughaus seit Oktober 2011 zur Verfügung. Hintergrund für diese Anschaffung waren unter anderem auch die Beschwerden von Nationalparkbesuchern, wenn die Ranger in ihren Jeeps vorbei rauschten.

Landschaftsangepasst.- Die Krippengrundstraße nach Kleingießhübel ist wieder durchgängig befahrbar. Die Sanierung erfolgte landschaftsangepasst vorwiegend mit Sandsteinmauern. Auch die beiden vorstehenden Felsnadeln wurden nicht weggesprengt, sondern lediglich gesichert. Zur Jahresanfangsfahrt konnte sie erstmals wieder für uns nutzbar gemacht werden. Die (eigentlich illegale) Verbindung hinüber nach Reinhardtsdorf ist jetzt wieder gesperrt.

Jubiläum.- Das Nationalparkhaus in Bad Schandau wurde Ende vorigen Jahres bereits 10 Jahre alt. Am 24. 10. 2001 war es eröffnet worden.

Notizen

Zahlen

Fakten

Notizen

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Werbeobjekt Everest.- Die bevorstehende Fußballeuropameisterschaft in der Ukraine und Polen geht auch nicht am Mount Everest spurlos vorbei. Auf einem Plateau am Berg in etwa 5600 Meter Höhe wollen ukrainische Sportler zunächst ein paar Bälle hin und her schieben und einen Ball dann, der die Unterschriften der ukrainischen Fußball-Nationalmannschaft trägt, auf den Gipfel tragen.

6 von 7.- Sechs der sieben höchsten Gipfel aller Kontinente hat der blinde österreichische Bergsteiger Andy Holzer bereits bestiegen.

Gefährlicher Mont Blanc.- Nach dem Drama von vor Weihnachten, als zwei erfahrene Bergsteiger, darunter ein Bergführer, am Mont Blanc erfroren, hat der Berg zwischen Weihnachten und Silverster einem weiteren Paar das Leben gekostet. Die zwei Russen erfroren in einem Zelt neben der Bergstation des Zuges, der die Alpinisten ansonsten auf 2300 Meter Höhe bugsiert, aber im Winter nicht fährt. Nach ihnen gesucht wurde erst, als Familienangehörige in Russland sie als vermisst gemeldet hatten. Beide hatten den Berg bereits 2010 im Sommer bestiegen.

Beide hatten den Berg bereits 2010 im Sommer bestiegen. Sensationelles Foto.- 2011 gelang es böhmischen

Sensationelles Foto.- 2011 gelang es böhmischen Naturschützern erstmal die Anwesenheit des Luchses in der Böhmisch-Sächsischen Schweiz mit einem Foto zu belegen. Das überaus scheue Tier hatte eine Fotofalle ausgelöst. Spuren waren allerdings schon zuvor im winterlichen Kirnitzschtal gesichtet worden. Aber 10 Jahre hat es gedauert, bis jetzt das Foto gelang.

Aber 10 Jahre hat es gedauert, bis jetzt das Foto gelang. In Flammen.- Der berühmte südchilenische
Aber 10 Jahre hat es gedauert, bis jetzt das Foto gelang. In Flammen.- Der berühmte südchilenische

In Flammen.- Der berühmte südchilenische Nationalpark Torres del Paine stand zum Jahreswechsel zu großen Teilen in Flammen, so dass der chilenische Präsident ausländische Staaten um Hilfe bitten musste. Zuvor hatte er weite Teile zum Katastrophengebiet erklärt. Die bizarren Felsen der Torres del Paine sind ein beliebtes Ziel für Extremkletterer.

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Neuauflage.- Der seit längerem vergriffene Band Schrammsteine/Schmilkaer Gebiet des sechsbändigen Kletterführers aus dem Berg-&NaturVerlag von Peter Rölke soll Mitte 2012 neu und aktuell überarbeitet aufgelegt werden.

Ab Ostern frei.- Noch bis Ostern muss an der Kirnitzschtal-Straße gebaut werden. Sie ist solange weiter für die Durchfahrt vom Zeughaus bis nach Hinterhermsdorf gesperrt. Erst dann werden die Schäden vom Augusthochwasser des Jahres 2010 behoben sein.

Neue Säule.- Eine der so genannten Nagel‘schen Säulen ist wieder auf dem Gipfelplateau des Großen Zschirnsteins aufgerichtet worden. Sie war Bestandteil eines trigonometrischen Dreiecks und wurde nach dem Geodäten Professor Christian August Nagel benannt. Er hatte die Vermessung des sächsischen Königreiches Ende des 19. Jahrhunderts betrieben. Die originale Säule war 170 cm hoch. Davon waren nur noch die beiden unteren Teile (im Foto die dunklen) vorhanden. Finanziert wurde die Neuaufstellung im wesentlichen von der Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna. Zur traditionellen Jahresanfangsfahrt konnten wir dieses Kulturdenkmal erstmals besichtigen. Jetzt

ist es nicht mehr so einfach, sich oben auf der Säule ablichten zu lassen, so wie früher bequem auf dem verbliebenen Sockel.

lassen, so wie früher bequem auf dem verbliebenen Sockel. Everestpanorama neu.- Bereits seit dem 28. Januar

Everestpanorama neu.- Bereits seit dem 28. Januar zeigt Yadegard Asisi erneut im Leipziger Gasometer sein Mount

Everest-Panorama. Er hat es leicht überarbeitet und neu ausgedruckt. In der beigeordneten Ausstellung wird gezeigt, wie seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts die Eroberung des Berges erfolgte bis zur geglückten Erstersteigung 1953. Das Panorama ist noch bis zum 12. Juni 2012 zu sehen.

1953. Das Panorama ist noch bis zum 12. Juni 2012 zu sehen. Notizen Zahlen Fakten Notizen

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Ergebnis der Spendensammlung

Die Spendensammlung auf der Jahresabschlussfahrt und danach noch in unserer Dezember- Gruppenversammlung hat insgesamt 100,- Euro erbracht, die zu gleichen Teilen an die Bergwacht und an „Kinder in Nepal e.V.“ gegangen sind. Das Geld wurde inzwischen überwiesen und die Vorsitzende von „Kinder in Nepal e.V.“ hat sich auch schon bei Steffi bedankt, die die ganze Aktion initiiert und sie dann mit viel Einsatz auch in die Hand genommen hatte. Auch vom HÜTTENREPORT Dank an Steffi.

Hand genommen hatte. Auch vom HÜTTENREPORT Dank an Steffi. Ein Bergsteiger aus der Stadt Celle, der

Ein Bergsteiger aus der Stadt Celle, der war im Kopf nicht sehr helle. Den Helm ließ er sein, dann traf ihn ein Stein. Nun ziert ihn am Kopf eine Delle.

Korrekturen: Wenn man niemanden zum Korrekturlesen hat, hat man beim fertigen Heft den Salat:

Erstens habe ich bei den Gratulationen Willy Göricke ein Jahr jünger gemacht (immerhin nicht älter, was schlimmer gewesen wäre) und zweitens sind beim Drucken auf einem fremden Computer die zwei obersten Zeilen von Seite 2 im Nirvana verschwunden. Nachstehend also die zwei fehlenden Zeilen, die ganz oben auf die Seite gehören. Wer also sein Heft vervollständigen möchte, kriegt die Zeilen hier nachgeliefert (Seite kopieren, sauber ausschneiden und in Heft 1/2012 auf Seite 2 oben einkleben):

Schön wäre es auch, wenn wir EBMler endlich wieder eine Hütte als zentralen Anlaufpunkt in der Sächsischen Schweiz hätten. Bemühungen

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Der HÜTTENREPORT gratuliert schon mal mitdieser Ausgabe zu den (bevorstehenden) (Halb)Runden in den kommenden Monaten:

den (bevorstehenden) (Halb)Runden in den kommenden Monaten: Brigitte Kramer zum 40. Geburtstag am 9. Mai 2012

Brigitte Kramer

zum 40. Geburtstag am 9. Mai 2012

Inge Sachse

zum 70. Geburtstag am 26. Juni 2012

Inge Sachse Ekkehard Martin Reinhard Link Hiltrud Hammer Peter Hentschel Jochen Kampowski Manuela Prill Lutz Prill

zu 50 Jahren EBM am 1. Juni 2012 zu 40 Jahren EBM am 1. Juni 2012 zu 40 Jahren EBM am 1. Mai 2012 zu 35 Jahren EBM am 4. Juni 2012 zu 35 Jahren EBM am 1. Mai 2012 zu 35 Jahren EBM am 1. Juni 2012 zu 25 Jahren EBM am 1. Mai 2012 zu 25 Jahren EBM am 1.- Mai 2012

Termine zum Vormerken:

22.-23. März 2012

BANFF-Filmfestival in der Globetrotterfiliale Schloss straße Steglitz; Karten nur in der Filiale Oster-Bergfahrt in die SBB-Hütte im Bielatal V.: J. Söhler

5.-9. April 2012

28. April 2012

Radtour

4.-6. Mai 2012

V.: P. Schrumpf Bergfahrt in Dessauer Hütte Papstdorf (8 Plätze) V.: J. Söhler

12.-19. Mai 2012

Fahrt in den Bayerischen Wald

25.-28. Mai. 2012

V.: H.Wiemann Bergfahrt Pfingsten auf den Kulm, Weißig (8 Plätze) V.: W. Göricke Bergfahrt Ferienanlage Buschbach (12 Plätze) V.: W. Peters

8.-10. Juni. 2012

2-24. Juni 2012

Sonnenwendfahrt Ostrov, Zeltplatz

V.: G. Reinsdorf

Hinweis:

Bitte unterstützt die jeweiligen Verantwortlichen durch rechtzeitige und möglichst auch verbindliche Anmeldung

www.einheit-berlin-mitte.de Texte und Layout: Harald Wiemann Bildnachweis: S.23 Kinder in Nepal e.V.; alle anderen: Archiv Wiemann

Nach Redaktionsschluss

nach Redaktionsschluss:

Wir haben eine Hütte! Am 11. März 2012 wurde nun endlich der Kaufvertrag abgeschlossen. Näheres im nächsten Heft bzw. auf www.einheit-berlin- mitte.de.

Der HÜTTENREPORT gratuliert:

Siegfried Sachse – 70 Jahre DAV-Mitglied

gratuliert: Siegfried Sachse – 70 Jahre DAV-Mitglied Ich habe bald 70 Lebensjahre auf dem Buckel, und

Ich habe bald 70 Lebensjahre auf dem Buckel, und da kommt einer, der allein 70 Jahre Mitglied in einem Verein ist. Da muss man erst einmal tief durchatmen und sich diese Zeit vergegenwärtigen. Was hat ein solcher Mann in seine vielen Kletterjahren wohl alles erlebt?

Angefangen hat es bei Siegfried Sachse mit der Besteigung des Müllersteins in der Sächsischen Schweiz. Bald darauf trat er dann der Jugendgruppe des DAV bei. Noch

Schüler, konnte er mit seinem Vater, Kurt Sachse, bereits schwerste Wege durchsteigen. So zum Beispiel die Talseite an der Heringsgrundnadel (VIIc), wo er für seinen Vater den Baumann abgab. Nach dem zweiten Weltkrieg kamen dann die Hochgebirge dazu. Die Dolomiten und die Hohe Tatra wurden besucht. Schöne Wege konnte er dort machen. Dann kam der Mauerbau, der die Tür zu den klassischen Hochgebirgen mit Ausnahme der Tatra zuschlug. Die Sächsische Schweiz und die anderen Mittelgebirgs- klettergebiete wurden in dieser Zeit von ihm unsicher gemacht. Schließlich erlaubte ihm die Wende dann, alte Träume wiederzubeleben. So durchstieg er die Ostwand am Watzmann und eine der herrlichsten Touren in den Dolomiten, die Kante am Delagoturm (Vajolettürme). So mancher Dreitausender wurde von ihm bestiegen und sein persönlicher Höhenrekord wurde das Breithorn (4461 Meter) im Wallis. Bis heute, noch im Alter von mehr als 80 Jahren, ist Siegfried Sachse im Hochgebirge unterwegs, zuletzt im vergangenen

Sachse im Hochgebirge unterwegs, zuletzt im vergangenen Jahr im Hagengebirge. Siegfried Sachse war all die Jahre

Jahr im Hagengebirge.

Siegfried Sachse war all die Jahre Mitglied der Sektion (West)Berlin des DAV und zugleich teilungsbedingt bis zur Wende Mitglied in der Kletterabteilung von Einheit Berlin Mitte.

Der HÜTTENREPORT und seine Kletterkameraden von EBM gratulieren und wünschen dem Jubilar weiterhin Fitness für schöne Bergerlebnisse.

Harald Wiemann

Einlegeblatt (12A)

Carlos Soria (73): 8000er und kein Ende Er musste warten, bis er Rentner wurde (in

Carlos Soria (73):

8000er und kein Ende

Er musste warten, bis er Rentner wurde (in Spanien mit 60 Jahren), erst dann bekam er die Zeit, sich seine bergsteigerischen Träume zu erfüllen. Mit 11 machte er eine Lehre als Polsterer und übte anschließend bis zum 65. Lebensjahr diese Tätigkeit ununterbrochen aus. Allein diese Tatsache zeigt, dass Soria Durchhaltevermögen

hat, dass er ein zäher Hund ist. Anfang März ist er nun aufgebrochen, seinen 12. Achttausender zu besteigen. Es soll die Annapurna sein, die als der risikoreichste 8000er gilt. Wenn er sich gut fühle, will er noch den Dhaulagiri angehen, für den er auch eine Genehmigung der nepalesischen Behörden hat. Im nächsten Frühjahr möchte er dann den letzten 8000er abhaken, der ihm dann noch fehlt, der Kanchenjunga. Unter den elf bisher erreichten Himalayariesen sind schon die höchsten: Der Everest, der Lhotse, der K2, der Makalu und der Nanga Parbat. Das erste Mal überschritt er die 8000er Grenze am Everest. Da war er 62 Jahre alt. Drei Jahre später schaffte er den K2. Zum Gebrauch von zusätzlichem Sauerstoff sagt er pragmatisch: „Ich benutze etwas Sauerstoff ab etwa 7800 Metern Höhe. Ein bisschen, sehr wenig. Auf dem Gipfel dann und anschließend beim Abstieg geht es dann ohne. Ganz nebenbei räumt der rüstige Rentner fast auf jedem Gipfel den Altersrekord ab. Und er sagt selbst, dass er wohl derjenige in seiner Altersgruppe sei, der die meisten wirklich hohen Berge bestiegen hat. Die Kosten für seine Unternehmungen übernimmt im wesentlichen eine spanische Großbank (etwa 100 000 Euro pro Trip). Der nur 165 cm große und 59 Kilogramm schwere Soria wird natürlich oft gefragt, wie er sich so fit hält. Seine Antwort: drei bis vier Stunden tägliches Training in seinen Heimatbergen, Knoblauchzehen, Haferflockenbrei und gepökeltes Fleisch. Und wann immer Schnee liegt, gehe er am Nachmittag auf Skiern mit einem kleinen Sandwich und einem Joghurt querfeldein ins Gelände.

Und dann ist da wohl auch noch sein Maßhalten bei seinem eigenen Ehrgeiz. Er hält es nämlich nicht für ein Scheitern, wenn er auf halben Weg umkehrt. Er sei stolz, dass er nie gerettet werden musste.

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Für die Kletterfelsen in der Oberlausitz soll eine Kletterkonzeption erarbeitet werden. Eine Praktikumsarbeit, die ein Student des Studiengangs Ökologie und Umweltschutz an der Hochschule Görlitz/Zittau im Landratsamt Görlitz anfertigte, weist alle Kletterfelsen der Region auf. Geplant ist – man höre und staune – etliche Felsen für das Klettern freizugeben.

Einlegeblatt (12B)

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