InnovatIon und Gesellschaft

diAlog

Kultur- und MedienpolitiK für niederSACHSen
teilHAbe in Kultur und Medien für Alle

Dialogpapier „Kultur‐ und Medienpolitik für Niedersachsen“ 
Teilhabe in Kultur und Medien für alle     
1 Kulturelle Teilhabe für alle  2   3 Kunst und Kultur und ihre Kreativität ist eine wichtige Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit unse‐ 4 rer Gesellschaft. Kulturförderung ist keine Subvention, sondern Investition in die Zukunft. Demokrati‐ 5 sche Gesellschaften brauchen die Auseinandersetzung mit den Künsten. Deshalb bekennen wir uns  6 zur staatlichen Verantwortung für kulturelle Bildung und zum Erhalt künstlerischer Freiräume – auch  7 damit die Kultur allen offen steht.  8   9 In der Begegnung mit den Künsten werden Wahrnehmungssensibilität, Kreativität und Flexibilität,  10 emotionale Intelligenz und Mut zur eigenen Meinung, Offenheit und Toleranz herausgebildet. Wir  11 treten ein für die Förderung und die Freiheit von Kunst und Kultur. Kunst und Kultur darf kein Luxus  12 für Wenige sein. Besonderen Wert legen wir deshalb auf den Bereich der kulturellen Teilhabe.  13   14 Kulturelle Kinder‐ und Jugendbildung ist ein wichtiges Element unserer Politik. Für die Gestaltung  15 einer zukunftsfähigen, gerechten und vielfältigen Gesellschaft hat die kulturelle Bildung zentrale Be‐ 16 deutung. Kulturelle Bildung im schulischen und außerschulischen Bereich für Kinder und Jugendliche  17 ist ein entscheidender Schlüssel zur gerechten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Kulturelle Bil‐ 18 dung ist für uns ein wesentlicher Bestandteil des Bildungsauftrags der Schulen.  19   20 Das direkte Erleben, künstlerische Aktivität und kulturelle Bildung sind wichtig für die Entwicklung  21 junger Menschen: auch für eine differenzierte Wahrnehmung der Gesellschaft, das Ausdrucksvermö‐ 22 gen, die Ausbildung einer ästhetischen Intelligenz und die Gestaltung des eigenen Lebens. Die Schule  23 ist einer der wichtigsten Orte, um Kinder und Jugendliche an kulturelle Bildung heranzuführen. Oft  24 bringt sie junge Menschen erstmals mit Kunst und Kultur in Kontakt.   25 • Eine SPD‐geführte Landesregierung unterstützt deshalb die Schulen dabei, kulturelle Angebote im  26 27 28 29 30

 

Schulalltag zu verankern. Dazu gehört vor allem, den Musik‐ und Kunstunterricht zu stärken und  die Vernetzung mit den kulturellen Initiativen und Angeboten vor Ort zu erleichtern und zu ver‐ bessern. Verbindende Projekte aus Theater, Literatur, Bildende Kunst, Musik, Tanz, Film oder  Neue Medien ergänzen das schulische Lernen. Sie ermöglichen den Kindern und Jugendlichen die  Begegnung mit Kunst und Kultur ‐ unabhängig vom familiären Hintergrund und Wohnumfeld. 
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Dialogpapier „Kultur‐ und Medienpolitik für Niedersachsen“ 

31 • Eine SPD‐geführte Landesregierung wird den Musik‐ und Kunstunterricht in der Schule sichern, die  32 33

Einbindung von Künstlern in den Schulalltag erleichtern sowie die kulturellen Einrichtungen bei  der Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten und Schulen unterstützen. 

34 • Eine SPD‐geführte Landesregierung wird dafür Sorge tragen, dass kulturelle Bildung nicht von der  35 36 37 38

sozialen Herkunft abhängig ist. Vielmehr ist sie selbstverständlicher Bestandteil auf allen Ebenen.  Dazu müssen Schranken abgebaut werden. Daher werden wir die pädagogische Arbeit in den  Landesmuseen, Landestheatern und Landesopernhäusern stärken.   

39  Zugleich muss die kulturelle Grundversorgung mit Bibliotheken, Kunst‐ und Musikschulen, Museen  40 etc. in allen Regionen Niedersachsens gesichert sein. Wir werden prüfen, ob wir diese Sicherung  41 durch ein Kulturfördergesetz erreichen können.  42   43 Vielfalt Niedersachsens drückt sich in kultureller Vielfalt aus  44   45 Niedersachsen hat in seinen vielfältigen Landschaften reiche kulturelle Traditionen, die wir schützen  46 und fördern wollen. Die Öffnung der Grenzen, die europäische Einigung, Mobilität und Zuwanderung  47 haben uns kulturelle Anregungen aus aller Welt gebracht, die unser Leben zusätzlich bereichern. Der  48 Dialog zwischen den Kulturen dient dem inneren und äußeren Frieden, aber auch der Integration.  49 Wenn friedliche Globalisierung gelingen soll, brauchen wir eine Kultur der Anerkennung, die der Aus‐ 50 grenzung von Minderheiten und ebenso der Bildung von Parallelgesellschaften entgegenwirkt. Mehr‐ 51 sprachigkeit, Interkulturalität und kulturelle Vielfalt sind positive Werte, die nicht nur die Lebensqua‐ 52 lität von uns allen verbessern, sondern auch die Lebens‐ und Arbeitschancen der jungen Generation.  53 Förderung der Teilhabe bedeutet auch, andere kulturelle Herkunft wertzuschätzen. Unsere Gesell‐ 54 schaft ist bunter geworden. Und darauf muss Kulturpolitik reagieren. Beteiligung und Teilhabe müs‐ 55 sen auf die Veränderungen in unserer Gesellschaft eingehen.  56 • Eine SPD‐geführte Landesregierung wird eine Infrastruktur sichern, in der es Freiräume für andere  57 58 59 60   61 Kultur in allen Facetten fördern  62   63 Die niedersächsische Kulturlandschaft ist so vielfältig wie das Land selbst. Kultur unterstützt die Ur‐ 64 banität in unseren Städten und stärkt die ländlichen Traditionen. Deswegen fördern wir Kultur in all  65 ihren Facetten, ohne Unterschied zwischen der sogenannten Hochkultur und der so genannten freien  2   

Kulturen gibt und in denen die Begegnung von Kulturen möglich ist. Musikschulen, Kunstschulen,  soziokulturelle Zentren, Theater, Kinos und Museen stehen dabei im Mittelpunkt. Wir wollen Kul‐ tur als Instrument der Integration nutzen. 

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66 Kultur. Unser Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die der Vielfältigkeit und dem Facetten‐ 67 reichtum der Kultur in Niedersachsen gerecht werden.  68 • Eine SPD‐geführte Landesregierung wird die Stadtteilkultur befördern und die Arbeit der Kulturak‐ 69

tiven auf dem Lande stärken. 

70 • Dabei werden wir die Landesarbeitsgemeinschaften der Kulturverbände sowie die Landschafts‐ 71

verbände unterstützen, sich in ihren Möglichkeiten der Kulturförderung weiterzuentwickeln. 

72 • Ein Kulturentwicklungsplan des Landes, der in enger Abstimmung mit den Kommunen erarbeitet  73 74   75 Absicherung der finanziellen Rahmenbedingungen  76   77 Wir stehen für die Sicherung der finanziellen Grundlagen unserer Kultur ein. Kultur ist geistige Le‐ 78 bensgrundlage der Menschen und öffentliches Gut, die kulturelle Infrastruktur und Förderung, die  79 aktivierende Kulturpolitik ist keine Subvention, sondern Investition in Zukunft und Fortschritt. Aber  80 Kunst und Kultur müssen auch gefördert werden, damit sie ihrer Aufgabenvielfalt nachkommen  81 kann.  82 • Eine SPD‐geführte Landesregierung wird die Kulturförderung im Landeshaushalt absichern und –  83

wird, gibt dazu die Leitlinien. 

wenn die finanziellen Spielräume entstehen – erweitern. 

84 • Eine SPD‐geführte Landesregierung wird den Kommunen Instrumente an die Hand geben, um  85 86

Kulturpolitik in den Städten und Gemeinden in Niedersachsen zu stärken.    

87 Künstlerinnen und Künstler werden unterstützt  88   89 Niedersachsen ist ein Land der Künste. Künstlerinnen und Künstler brauchen Unterstützung – durch  90 Stipendien sowie durch Auftritts‐ und Ausstellungsmöglichkeiten.  91 • Eine SPD‐geführte Landesregierung wird die Schaffung von Künstlerateliers und Proberäumen  92 93 94   95 Kultur‐ und Kreativwirtschaft wahrnehmen und entwickeln  96   97 Die SPD sieht das große Wachstums‐ und Beschäftigungspotenzial der Kultur‐ und Kreativwirtschaft.  98 Für uns ist sie eine Schlüsselbranche mit hoher Dynamik, die es zu stärken gilt. Kultur‐ und Kreativ‐ 99 wirtschaft dürfen in ihrem volkswirtschaftlichen Beitrag nicht unterschätzt werden. Mehr als andere  100 Branchen besteht sie aus vielen Freischaffenden und kleinen Unternehmen, die für ihre Interessen  3   

z. B. für Musikgruppen unterstützen und steht zur nachhaltigen Absicherung von Stipendien für  Künstler und Künstlerinnen. 

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101 besonders stark kämpfen müssen. Wir möchten für diese kreativen Milieus optimale Rahmenbedin‐ 102 gungen schaffen. Dazu müssen in der Kultur‐ und Wirtschaftsförderung gemeinsam Strategien ent‐ 103 wickelt werden. Die kreativen Köpfe des Landes sollen hier ihre Möglichkeiten entfalten können,  104 Innovationen zu erproben.  105 • Eine SPD‐geführte Landesregierung wird dafür Räume schaffen und Förderstrategien entwickeln.  106   107 Gute Medienpolitik ist für die Sicherung der Demokratie unerlässlich  108   109 Demokratie braucht starke und unabhängige Medien. Dies muss eine gute Medienpolitik in Nieder‐ 110 sachsen in den Mittelpunkt stellen. Eine moderne Demokratie kann nicht existieren ohne verant‐ 111 wortliche, der Demokratie verpflichtete Medien. Sie sind für uns Kultur‐ und Wirtschaftsgut.  112 Die SPD steht fest zum öffentlich‐rechtlichen Rundfunk. Er ist Garant für Meinungsfreiheit, Pro‐ 113 grammvielfalt und unabhängige Informationssicherheit. Wir bekennen uns zum Norddeutschen  114 Rundfunk und wollen seine Entwicklung weiterhin positiv begleiten. Dabei sehen wir aber auch den  115 NDR in der Pflicht, seiner Verantwortung zur Stärkung des Medienstandortes Niedersachsen gerecht  116 zu werden.  117 • Auf Basis der Rundfunkstaatsverträge unterstützen wir die Online‐Aktivitäten des NDR. Sie sind  118 119

für uns unverzichtbar, damit der öffentlich‐rechtliche Rundfunk in der immer vielfältiger werden‐ den Medienlandschaft seinen Aufgaben gerecht werden kann.  

120 • Deswegen werden wir das duale Rundfunksystem weiter stärken. Das ist wichtig für die öffentlich‐ 121 122   123 Wir setzen auf die Vielfalt der niedersächsischen Verlage, die längst zu Medienhäusern geworden  124 sind. Sie sind vor allem im Lokalen und Regionalen für den Zusammenhalt und den Willensbildungs‐ 125 prozess unverzichtbar.  126 • Eine SPD‐geführte Landesregierung wird die Förderung des Qualitätsjournalismus über alle  127 128 129 130

rechtlichen und privaten Anbieter in Niedersachsen. 

Verbreitungsformen und ‐wege hinweg in den Mittelpunkt stellen. Dazu werden wir auch das  Niedersächsische Mediengesetz weiterentwickeln. Aspekte der crossmedialen Verflechtungen  und Anforderungen einer digitalisierten Medienwelt sowie die wachsende Verschmelzung von  Presse, Rundfunk und Internet stehen dabei im Fokus.

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Dialogpapier „Kultur‐ und Medienpolitik für Niedersachsen“ 

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132 Bürgerrundfunk bleibt unverzichtbar  133   134 Der Bürgerrundfunk in Niedersachsen ist von besonderer Qualität und im bundesweiten Vergleich  135 vorbildlich. Dem gesetzlich bestimmten dreifachen Funktionsauftrag – publizistische Ergänzung, Bür‐ 136 gerbeteiligung und Medienkompetenzvermittlung – wird er in bester Weise gerecht. Er hat eine hohe  137 Akzeptanz.   138 • Eine von der SPD‐geführte Landesregierung wird sicherstellen, dass die niedersächsischen Bürger‐ 139 140 141

sender entwicklungsfähig bleiben und an der Digitalisierung der Medienlandschaft teilhaben. Da‐ mit ist auch sicherzustellen, dass sie, nach Einführung kommerziellen Lokalfunks in Niedersach‐ sen, die Rolle des externen Vielfaltsgaranten effektiv wahrnehmen können.  Hochschulen verstärken. 

142 • Wir wollen zudem die Vernetzung zu den fachspezifischen Studiengängen an niedersächsischen  143 144   145 Medien‐ und Informationskompetenz als Kulturtechnik in Niedersachsen verankern und ausbauen  146   147 Die digitalen Medien sind zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Alltags geworden. In allen Le‐ 148 bensbereichen eröffnen sie nie da gewesene Kommunikationsmöglichkeiten und Informationsquel‐ 149 len. Informationsbeschaffung über Neue Medien wird in wenigen Jahren die wichtigste Form in der  150 Gesellschaft sein. Wir werden diesen Prozess mitgestalten, um Chancen für die Menschen zu nutzen  151 und zu eröffnen, ohne dabei die Gefahren zu verharmlosen. Die gesellschaftliche Teilhabe und den  152 Zugang zum Wissen für alle ist dabei von enormer Bedeutung. Ein Schlüssel dazu ist die Vermittlung  153 von Medienkompetenz in allen Bereichen der Bildung. Medienkompetenz ist die entscheidende  154 Grundlage für digitale Teilhabe.  155 Medienkompetenz bedeutet: Den Umgang mit den Medien lernen, ihre Angebote erkennen, deren  156 Potentiale nutzen und die Gefahren erkennen. In unserer Gesellschaft müssen alle Bürgerinnen und  157 Bürger die Chance erhalten, Medienkompetenz zu erwerben. Für uns ist der selbstbestimmte Um‐ 158 gang mit Medien eine Schlüsselqualifikation. In Niedersachsen wollen wir die Medien‐ und Informa‐ 159 tionskompetenz als Kulturtechnik nachhaltig verankern und ausbauen.  160 • Eine SPD‐geführte Landesregierung wird ein Konzept zur Vermittlung von Medien‐ und Informati‐ 161 162

onskompetenz umsetzen, das alle Bausteine der Bildung und des lebenslangen Lernens aufnimmt  und nachhaltig verankert. 

163 • Eine SPD‐geführte Landesregierung macht Medienkompetenz zum festen Bestandteil von Bildung  164 165

und Erziehung in Schulen, Kindertagesstätten und in der Weiterbildung. Nur eine systematische  Bildung von Jung und Alt sorgt dafür, dass die Neuen Medien souverän genutzt werden können. 
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Dialogpapier „Kultur‐ und Medienpolitik für Niedersachsen“ 

166 167 Jugendmedienschutz in den Fokus nehmen  168   169 Die Diskussion über die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen bleibt unvollständig, wenn sie  170 sich allein auf Probleme, Risiken und Defizite bezieht. Alle, die in Erziehung und Bildung Verantwor‐ 171 tung tragen, sollten auch das positive Potenzial erkennen und anerkennen, das von der Nutzung mo‐ 172 derner Medien ausgeht. Die digitale Jugendkultur mit ihren kreativen Möglichkeiten bedarf der Ak‐ 173 zeptanz und Wertschätzung. Jugendschutz im Internet greift aber zu kurz, wenn Schutzbestimmun‐ 174 gen, die für den Rundfunk, insbesondere das Fernsehen gelten, einfach übertragen werden. Das do‐ 175 kumentieren die Diskussion und das vorläufige Scheitern der Novellierung des Jugendmedienschutz‐ 176 staatsvertrages.   177 Den besten Schutz vor kinder‐ und jugendgefährdenden Inhalten nicht nur im Internet schafft Medi‐ 178 enkompetenz. Kein Jugendlicher darf die Schule ohne grundlegende Medienbildung verlassen. Das  179 erfordert nicht nur eine konsequente Verankerung von medienpädagogischen Inhalten und Zielen in  180 den Curricula, sondern auch eine verbindliche Qualifizierung der Lehrkräfte im Rahmen der Aus‐ und  181 Fortbildung. Medienbildung muss eine größere Verbindlichkeit in der Schule bekommen und darf  182 nicht ausschließlich vom jeweiligen Engagement einzelner Lehrkräfte abhängen. Jede Schule muss  183 ein fächer‐ und jahrgangsübergreifendes Medienbildungskonzept entwickeln ‐ und auch nachprüfbar  184 umsetzen. Lehrkräfte können dazu von medienpädagogischen Fachkräften außerhalb der Schule  185 unterstützt werden. Um effektiv zu sein, muss medienpädagogische Arbeit bereits in der frühkindli‐ 186 chen Bildung ansetzen.  187 • Eine SPD‐geführte Landesregierung setzt auf Aufklärung, Qualifizierung und Beratung als effektive  188 189 190 191 192

Maßnahmen. Ein verstärkter aktiver Jugendschutz im Internet wird durch die Stärkung des Daten‐ schutzes für Jugendliche in sozialen Netzwerken, leicht auffindbare und personell gut ausgestatte‐ te Beschwerdeseiten der Plattformbetreiber und durch den Aufbau von jugendgerechten Bera‐ tungsseiten erreicht. Die vorhandenen medienpädagogischen Plattformen im Netz werden wir  stärken.  schulischen Jugend‐ und Familienbildung müssen systematisch und verbindlich qualifiziert wer‐ den. Dabei sind die Eltern selbstverständlich einzubeziehen. Wir werden deshalb die Bildungsein‐ richtungen bei der Umsetzung einer grundlegenden Medienbildung unterstützen.

193 • Für uns gilt auch hier: Die pädagogischen Fachkräfte in den Kindertagesstätten sowie der außer‐ 194 195 196

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Dialogpapier „Kultur‐ und Medienpolitik für Niedersachsen“ 

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198 Filmförderung neu aufstellen und zum Instrument der Kulturförderung entwickeln  199   200 Die Nordmedia ist seit über zehn Jahren ein Herzstück niedersächsischer Medienpolitik. Sie hat zahl‐ 201 reiche Erfolge erzielt. Viele von ihr mitgeförderte Film‐und TV‐Projekte wurden auf den großen Film‐ 202 festivals mit Preisen ausgezeichnet. Die Nordmedia gilt es zu erhalten, aber in einem sich weiterhin  203 rasant entwickelnden Medienmarkt auch neu zu positionieren. Sie muss sich an den medienwirt‐ 204 schaftlichen Realitäten orientieren. Im Mittelpunkt muss dabei die Unterstützung von Produktions‐ 205 unternehmen und die damit verbundene Schaffung von Arbeits‐und Ausbildungsplätzen in Nieder‐ 206 sachsen stehen. Die Zusammenarbeit mit den Medienhochschulen des Landes ist zu verstärken. Sol‐ 207 che Kooperationen stärken die Medienkompetenz und –ausbildung in Niedersachsen. Wir setzen  208 dabei die Priorität auf eine nachhaltige Wirtschafts‐ und Medienförderung.  209 • Eine SPD‐geführte Landesregierung wird deshalb die Stärken der niedersächsischen Medienhoch‐ 210 211

schulen gemeinsam mit der Nordmedia zur Einrichtung eines „Dokumentarrooms“ Niedersachsen  als gezielte Aus‐ und Weiterbildungsstätte im non‐fictionalen Bereich nutzen. 

212 • Eine SPD‐Landesregierung wird zudem die Entwicklung eines starken niedersächsischen Produ‐ 213 214

zentenverbandes nachhaltig unterstützen.   

215 Mit der immer stärkeren medienwirtschaftlichen Ausrichtung der Nordmedia ist die kulturelle Film‐ 216 förderung in ihrer Bedeutung stark reduziert worden. Sie muss wieder gestärkt werden.  217 • Eine SPD‐geführte Landesregierung wird Raum schaffen für die vielfältigen Zielgruppen, die filmi‐ 218 219

schen Ausdrucksmöglichkeiten und neue Entwicklungen. Bei der Filmförderung im ländlichen  Raum sollen die vorhandenen ehrenamtlichen Initiativen unterstützt werden.  

220 • Eine SPD‐geführte Landesregierung wird sich auch dafür einsetzen, eine „Stiftung Filmkultur“ ins  221 222

Leben zu rufen. Hierfür sollten finanziell gut gestellte Stiftungen, Unternehmen und Künstler um  finanzielles Engagement gebeten werden. 

223 • Darüber hinaus sollte geprüft werden, ob Ableger des „Medienzentrums der Region Hannover“ in  224 225 226 227 Hannover, 07. Mai 2012 

anderen Regionen gegründet oder vergleichbare Einrichtungen geschaffen bzw. ausgebaut wer‐ den können. 

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