Sie sind auf Seite 1von 52

HOKTUS

DELIüAR1IÄA

DER 'WONNEN-GARTEN.

DDR HERRAD VON LANDSBERG

EINE ELSAS SISCIIE BII-DER- HANDSCHRIFT AUS DDM

12. JAHRHUNDDRT

1944

Herausgegebenvon H. G, ROTT

uad G. WILD

Ausstattuns:E. H. CORDIER

ALLE

RECHTE

VORBEHALTEN

VERLAG

BRAUN

& CO, MÜLHAUSEN/ELSASS

ORTUS DELICIARUM,

de! 'Vonnen

Gartenu

Herrads von Landsberg:

gansenheit, der Kennerabendländischer Kulturgeschichte,dem äieierühmte Verk dergelehrtenAbtissindesKlostersHohen-

bureauf demOdilienbergnicht.mindestensdemNamennach' bekänntist? Vohl kann sich keiner mehr am Bilderglanze dieserHandschrift etgötzenund belehren,da leider auch.sie schonvor Menschenaliern der Kriegsfurie zum Opfer gefallen ist; und dennochhat diesesSchmuckstückdes Denkens und

SchaffensunserermittelalterlichenVorfahren nichts von seiner

Resonanzverloren, gleich einer versun-

kenenGlJcke, deren Silberklangtrotz allen StürmendesZeit- geschehenseindringlich durch die hehren Gefilde der Velt desGeistesund der Bildung weiterschwingtund uns den Unter- gang des Originals nur umso schmerzlicherempfinden iässt. Als Pilger und Vanderer haben schonviele von uns Ge- legenheitgehabt,die farbige VergrösserungeinigerMiniaturen des Hortus in den so geschmackvollrestauriertenSälen des Odilienbergeszu sehen.Dort oben erinnert auch im Kreuzgang der verstümmeltePfeiler aus der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts an die vor der Mutter GotteskniendenÄbtissin-

-A,nziehungskraftund

wer ist der Freund elsässischerVer-

nen 3-elindisund llerrad; und dort können wir am bestenim mystischen Halbdunkel der gleichaltrigen Kreuzkapelle und ihrer wuchtieen Gewölbe uns in die Glanzzeit des Klosters

zurückversetzen,in welcher der Hortus deliciarum enntan- den ist. Es war die Zeit, in der Kaiser Friedrich Barbarossamit starker Hand das Reich regierteund desöftern hierzulandein seinerLieblingspfa,lz HagenattAufenthalt nahm, von wo aus er rrt3, am 27. Januar, auch auf dem Odilienberg weilte; es war die Zeit, in der mit den Kreuzzügen und nach den Kämpfen des Investiturstreitesein neues,-mächtigesKultur- schaffen die Kirche, die Klöster und Bischofsstädteam Rhein erfasste,von dem noch heute die stolzen romanischenBauten von Murbach und Schlettstadt,von Strassburgund Maurs- münster, von Rosheim,Andlau und Niedermünsteram Fusse desOdilienbergeszeugen.Auch Kloster Hohenburgkonnte sich

dank dem Eingreifen Barbarossasvon den schwerenSchäden erholen,die ihm die Virren im Reich,die Besitzentfremdungen und die Auflösung der innerenZucht am Anfang deszwölften

Jahrhunderts geschlagenhatten. Um das Jahr rr4r

zur Abtissin die tatkräftige und gelehrteRelindis, ausder spä-

tere Schriftsteller - zu Recht oder zu Unrecht - eine Ver- wandte desKaisersgemachthaben,und die, vom Strassburqer Bischof unterstützt, die wirtschaftliche Ordnune und mit äer Augustinerinnenstiftsregel die Klosterzucht wiäerhersrellte. Ihre Schülerin und Nachfolgerin war Herrad (rß7-

berief er

rr95), die eine ebensolange wie unsichereTradition

von der

weit sichtbarenBurg Landsbergam südlichenAusläufer des Odilienbergesherstammenlässt.Sieführte das\ferk der Relin-

dis weiter und sichertedas kirchliche LebendesKlostersdurch die Cründung des PrioraresSankt Gorgon und der Ausu- stinerprobsteiTruttenhausen.Um ihren Siab sammeltesie Äe

ansehnlicheScharvon

tern des Elsassesund des Schwabenlandes,von denen sie für

ihre und ihrer VorgängerinZeit 46 Stiftsfraaenund rz Laien-

schwestern am Ende ihres \fierkes namhaft macht

Beiehn'ngund Erbauunghat

und

Hortus

Zeiten gegründet har.

Schon rein äusserlich .war diese Handschrift ein Monu- ment, ein dicker tsand von z5y Pergamenrblättern im Format

Jungfrauen aus den adligen Geschlech-

Für

deren

sienachlängerenVorbereitungen

Sammlungsarbeiren so um die Iahre rrzr-rrgr Jen

deliciarumgeschaffen,der ihren RuhÄ'auf

spätere

einerunserergrossenZeitungen'mit 69 eingeschobenenkleine- ren Blättern. Sie kam nach der Auflösung desKlostersum die

Mitte des 16. Jahrhunderts nach Z^bern, von dort nach Mols-

die Strassburger

Stadtbibliothekzu gelangen,wo siebei der Beschiessungin der

Nacht vom 24. August r87o mit den andern dort aufbewahr- ten Schätzenin Flammen aufging. Zam Glück war sie durch

EngelhardtseingehendeBeschreibungvon r8r8

kannt geworden,dasszahlreicheAuszügedesTextesund Pausen der Miniaturen gemachtworden waren, die noch vorhanden sind. Diese zu sammelnund herauszugebenist das bleibende Verdienst der "Gesellschaftfür Erhaltung der geschichtlichen

Denhmälerim Elsass"geworden,die unter den grösstenfinan- ziellenOpfern die übriggebliebenenFragmenteund Nachbildun- gendurch die gelehrtenKanoniker Straubund Keller, mit einem grundlegendenKommentar versehen,veröffentlichenliess.Die Edition erfolgte von 1879bis 1899in rz Lieferungenvon der Grössedes Originals und wird das unentbehrlicheVerkzeug zum Studium des Ffortus bleiben,bis die von llerrn Direktor

J. Valter

schungenzusammengestellteAusgabeerscheinen*ird.

vorliegendeMappe ist nach den Abbildungen desTafelwerkes der Gesellschaftentstanden,um esin begrenzterAuswahL,aber handlicheremFormat zugänglicherzu machenund somit einem grösserenKreis von FreundenunsererFleimatgeschichteeinen Einblick zu verschaffenin dasmaterielleLebenund die geistige Kultur Herrads und ihres Zeitalterc, so wie sie sich im Text und in den Miniaturen ihres , \üonnengartens u widersPiegeln.

heim, um dann infolge der Revolution in

schon so be-

von Schlettstadtdurch jahrelange Studien und For-

Auch die

,Euch zulieb, geweihteSchwestern,habeich durch Gottes

Eingebungund

gleich einem emsigenBienlein aus den Blüten der göttlichen

und philosophischenSchriften zusammengetlagenund zu einer honigträufelnden\7abe geformt, damit deshimmlisihen Bräu- dgams süsseGeistesfreudenEuern müden Sinn erfrischenund

Eich in Sicherheitduich dieser Velt

ewigenSeligkeithineilen lassen,sodassIhr auch mich, die ich auf wechselvollenPfaden schreite.durch Euer heilsamesGebet von denirdischenl.eidenschaftenhinauf zu desHeilandesLiebe ziehenmöget." Dies hier dem Sinn nach wiedergegebeneVor-

zu Ehren Christi und der Kirche diesesBuch

Vergänglichkeitenzur

wort Flerradsführt uns am unmittelbarstenin Vesen und Geist des Ffortus ein. Dieserist alsoeineSammlungvon Auszügenzur Unter- weisung und Erbauung der Hohenburger Stiftsfrauen. Die Auszügesind aus einer ansehnlichenZahl von Schriften ent- nommen,an ersterStelledie Bibel, dann die lateinischenKir- chenväter und einige Autoren des frühen Mittelalters, von denendie hier und da vorkommendengriechischenAusdrücke übernommensind, endlich die theologischenSchriftsteller des rr. und rz. Jahrhunderts, besondersder vielschreibendeKom- pilator und Enzyklopädist Honorius Augustodunensis.Inwie- weit dabei Herrad selbständigund allein und nur mit Mittcln

ihrer leider zerstörtenKlosterbibliothek gearbeitethat, beson- ders inwiefern die ins EinzelnegehendeAufstellung desPlans der Sammlungnach schon vorhandenenVorbildern geschehen und ihr oder Relindis' eigenesVerk ist, kann nur entschieden werdendurch ausgedehnte,auf der Kenntnis der gesamtenvor- hergehendenpatristischenund 'r--.,,-.-l-;-t,,---- theologischenLiteratur beruhende

Auf alle Fälle spiegeltsich im Gesamtaufbaudes Hortus der leitendeGedankeder mittelalte ichen Philosophiewider, dass alles Geschehennach dem harmonischen\(illen Gottes sichin den grossenProzessder Heilsgeschichteeingliedertund nur durch dieseseinerichtigeDeutungfinden kann. Demgemäss lässtsich,von einigenAbweichungenabgesehen,der Stoff des Hortus in vier aufeinanderfolgendeGruppen teilen: zuerst die Schöpfungsgeschichteund die BegebnissedesAlten Testaments, darauf das Leben desErlösers,dann, an die Apostelgeschichte anschliessend,\(erden und Vesen der Kirche und ihr Kanrpf mit dem sündigenVeltgeist, und zum Schlussdie Darstellung der letzten Tage und des Jüngsten Gerichtes. Dass der theologisch-kirchengeschichtlicheStoff, der der Zeit entsprechendbei weitem den Hauptanteil der im Hortus verarbeitetenMaterie ausmacht,nicht nach den heute übli- chen philologisch-geschichtlichenMethoden erläutert wird, ist selbstverständlich,sonderner wird, wie damalsgangund gäbe, infolge der Auffassung von der gottgewollten Einheit und Harmonie des \Teitgeschehens,nach vorwiegend symbolisch- allegorischenGesichtspunktendargestellqindem oft das ein-

fachste,eindeutigsteEreignis als Gleichnis, als Sinnbild oder Parallele einesmehr oder weniger entsprechendenVorganges der Heilswerdung oder des Kirchenlebensausgelegtwird. Es war dem damaligen Denken ganz natürlich, als Symbol für

das Reich Gortes und dessenl(irken

(Abb.

auf Erden die Kelter

ff)

oder den schlafendenSalomodes Hohenliedes,den

seineLeibgardebewacht (Abb. r4), zu nehmen.So war,beson- ders die zum Teil schon in den Evangelienund den Episrcln angestrebteKonkordanz zwischen den Episoden des Alten und des Neuen Testamentesein sehr beliebtesThema, wie z. B. Melchisedech(Abb. 9) als der im voraus das Abend-

mahl spendendeFlerr erscheint,oder die Sprachenverwirrung

beim Turmbau zu Babel (Abb.

wunder der Pfingsten findet (Abb. 3z). Man würde jedoch fehlgehen,wollte man den Hortus als die Zusammenfassungdes gesamtenVissens seiner Zeit, als Enzyklopädie,ansehen.Es ist nur der für den Unterricht ge- machteAusschnitteinersolchen,wie esdie nähereBetrachtung des Inhaltes zeigt. Zuerst behandelt Herrad die Natur und Vollkornmenheit des Schöpfers,dann erzählt sie die Erschaf-

fung der Engel und den Sturz Luzifers. Darauf folgt ein Ka- pitel über die Dreieinigkeit und die Geschichteder Schöpfung; bei dieser Gelegenheitspricht sie auch von Astonomie und Zeitrechnung,von Acker- und Gartenbau, von Grenzen und

-ü/egen.

Anlass zu Betrachtungenüber den menschlichenMikrokosmos als Inbegriff der Velt, über die Seeleund die Schutzengel. Die biblische Geschichtegeht dann weiter, wobei anlässlich des Turmbaus zu Babel die Erfindung der Künste behandelt wird, und der übergang über das Rote Meer ein Kapitel Erd- kunde herbeiführt.

Nach Abschlussder geschichtlichenund der prophetischen Bücher des Alten Testamentsgibt Herrad einen Abriss der

alten Geschichtebis zu Kaiser Tiberius und geht zum Neuen Testament über: GenealogieChristi, Geschichtedes Täufers,

Christi Kindheit,

geschichte,Auferstehung und Himmelfahrt. Dann schliessen sich an: die Apostelgeschichte,die gedrängteErzählung der

Schicksaledes römischenKaiserreichesund lange Ausführun-

;)

ihre Lösung im Sprachen-

Die Erschaffung Adams und der Sündenfall geben

Jugend,

\Tunder und Gleichnisse,die Leidens-

gen über die Kirche, über den Kampf der Tugendenmit den Lastern, über Salomo als Symbol Christi, über die Vergäng- lichkeit aller irdischenGlücksgüter,über die Tugendleiterund die in Form der Sirenender OdysseedargestelltinVersuchun- gen, wobei sie Bemerkungenüber die Schiffe einflicht, über die Ketzerlehren,die Hierarchie der Kirche und die Oblieeen- heitender Srände,besondersder Ritrer als treuerLehensleute Cei Kirche und der Bauernals Zehntpflichtigen,über die Aus- treibung der Sünderund die Heilung vom Aussatzals Symbol der Reue. Darauf folgt, anhand zumeistder Offenbarung Johaunis, die GeschichtedesAntichrisrsund der letztenTage, desSturzes .der babylonischenFfure und der Erhöhungdesapokalyptischen Weibes, sowie das breit ausgemalte Jüngste Gericht mit den Höllenpeinenund denParadiesesfreuden.Dann reihensichnoch Betrachtungenüber das Seelsorgerechtder Regularklerikerund die Missständebei den Säkularklerikernan Auszüeeüber die Lehrenund GesetzederKirche,überdie heidnischeihilosophie, Mythologieund Magic, Zum Schlussgibt sieeinePapstlisteund zwei Kalender mit den nötigen Gebrauchsanweisungen,um die Daten der Kirchenfesteherauszufinden,und zwei grosseMinia- turen, die die Gründung desHohenburgerKlosters und dessen Stiftsfrauen zu Relindis' und Herrads Zeit darstellen. Vie man sieht, ist der ausgedehnteStoff des Horrus ein auf die Erfordernisse der Klostererziehungzugeschnittener; daher das Vorwiegen der religiösenFächer,als derenAnhäng-

seldie übrigen,die allerdingsein bisschensummarischausfallen, an passender Stellebehandeltwerden.Aber Herrads Verk ist deshalbumsobedeutender,weil esals einesder erstenfür den weiblichenUnterricht bestimmtist, der damalsin den Kloster-

und

Stiftsschulenseine einzige Pflanzstätte fand. Allerdings

vrar es nicht für die Anfängerinnenverfassr,sondernfür die

im Lateiaischen und im

Stiftsfräulein,denenesfür ihre Veiterbildune die als wissens-

wert erachtetenKenntnissevermittelte. DieseHohenburgerStiftsfräulein,wir sehensieim romani- schenSaalüberder Kreuzkapelleum Herrad versammelt,in ilr langesOberkleid gehüllt,unter dessenweiten Vorderärmelndie engenArmel desUnterkleideshervorrreten,um die Stirne ein

Denken weiter vorangeschrittenen

weissesBand und darüberdenschmalenlangenSchleier,welcher über beide SchulternherabfäIlt. Sie haben die Stophen eines der im Hortus zur Abwechslungeingestreutenmehrstimmigen Lieder gesungenund ein Gedicht hergesagt,in dessenVersen sich das Thema der vorhergehendenLehrstundeso rhythmisch ihrem Gedächtniseingeprägthat. Nun hören sie aufmerksam den Vorten ihrer Meisterin zu, die alufeinemstarkenPult ilr

grossesVerk

liest, dessenschwierigerelateinischenAusdrückesie ihnen mit-

tels der darüber stehenden,so wertvollen deutschenGlossen genauerverständlichmacht. Zum Schlussdürfen sie im Halb- kreis nähertreten:auf der einen Seite des Hortus, dem Text

entsprechend,leuchtenihnen die farbenfrischenGestalteneiner grossenMiniatur entgegen;vor ihren entzücktenAugen erläu- terr )etzt Herrad alle Figuren und Einzelheitenanhand der darüber und mittenhinein geschriebenenBezeichnungenund

aufgeschlagenhat und daraus ein Kapitel vor-

Verse, auf

dassihnen durch diesenAnschauungsunterrichtja

nichts von

den erzähltenEreignissenim Unklaren bleibe und

keiner der Gedankengänge,auch der tiefste nicht, der grossen Heilswahrheitenentgehe,die ihnen mitzuteilen ihrer Abtissin ganzesStrebenund Arbeiten ist.

Diesen Miniaturen in erster Linie verdankt der Flortus

deliciarumseineBerühmtheit.Es waren d.eter

gewöhnlich hohe ZahI, z. \. die ganze Seite,z. T. deren Hälfte

oder Drittel einnehmend.Davon sind zwei Drittel in Nach- bildung erhalten, zum grossenTeil leider ohne Farben. Die Maltechnik war foJgendb:zuerst wurden die Umrisse leicht gezeichnet,dann did Vasserfarben - lebhaftesRot, Blau und Hellgrün vorwiegend,danebenauch mattesGelb, Purpur, Vio- Iett, Gold und Silber - aufgetragen,zum Schlussdie Umrisse in schwarzoder braun nachgefahren,die lichten Stellenz. T. mit Veiss gehöhtund einigeSchattenin dunkelgrünangedeutet. Die Zeichnungselbstist im allgemeinenflüssig, trotzdem sie sich noch nicht durchweg von der Steifheit der vorher- gehendenPeriodehat freimachenkönnen.Doch wird vielleicht mancherbeim erstenAnblick dieserBilder ein wenig Anstoss nehmenam Fehlender Landschaftund der Perspektive.an den zuweilenungeschickrwiedergegebenenBauren,än primitiv ge- zeichnetenoder ungleichproportioniertenFiguren, an den oft

eineausser-

336,

monoton wirkenden rundlichen Gesichternund ihren glotzen- denAugen; aber dassind zum grösstenTeil allgemeineMängel der in jiner Zeit noch am Anfang ihrer Aufwärtsentwicklung stehendenMalerei.Und geradeeineandereEigenartder dama- ligen Kunst macht uns den Hortus kulturgeschichtlichso wert-

lrö ,

Prophetenund

derien

das antike Gewand ragen, treten die übrigen Personenalle auf wie sie zu Flerrads Zeiten leibten und lebten. Das ist für die Kostüm- und \flaffenkunde, für die Ge- schichteder Technik und desMobiliars, für die Kenntnis der damaligen materiellen Kultur überhaupt von unschätzb-arem Vert. Es genügt,einenBlick auf die nachstehendenTafeln zu werfen, um sich ein Bild machenzu können von dem Leben,

wie es im rz. Jahrhundert vor sich ging; wie der Bauer das Feld bestellte,wie gemahlenund gekeltertwurde, wie die Bau-

leute arbeitetenund die Ritter Krieg führten, wie

tranh, wohnte und schlief, wie man sich kleidete und reiste, wie man musizierteund sich beim Puppenspieldie Zeit ver- trieb, wie der llerrscher thronte und der Gelehrte Bücher schrieb,viie man taufte, und wie eine Klostergründung vor sich ging. Äuch in kunstgeschichtlicherHinsicht gewährt der llor- tus durch sein reichesBildermaterial einen tiefen Einblick in die Entwicklung desMiniaturenstiles und der christlichenIko- nographiedesMittelalters,in die Art und'Veise, wie die Szenen der biblischenund kirchlichen Geschichteund die theologischen Gleichnisseformlich und inhaltlich dargestelltwurden, und wie ihre Darstellungsich verändert hat. Es lassensich dabei'noch deutlich die verschiedenenStrömungenerkennen,die in der zweiten Hälfte des rz. Iahrhundertsdie Miniaturmalerei be- einflussten.Ihre Bestimmirngim einzelnenund Abgrenzungge- genüberder Originalität desFlortus, soweitdiestrotz desVer- lustesder Handschrift noch möglich ist, kann jedoch erst auf Grund der $enauen Kenntnis der gesamtenfrüh- und hoch- minelalterlichenKunst und Buchmalereisowie der damit zu- sammenhängendenl,iteratur geschehen.

"orr., einigenGestaltenwie Christus, Maria, die Engel,

Äpostel, derenDarstellungsweiseseit Jahrhun-

feststehendwar, so dasssiez. B. stetsbarfusssind und

man assund

Da stehennoch schwacheÜberresteantik-hellenistischer

Herkunft, wie der personifizierteLuftgeist, der Meeres-und der Flussgottbei der Schöpfungund der Taufe, nebenstärker

hervortretendenElementensyrisch-orientalischenUrsprungs(bei der Taufe z. B. der bärtige Christus,dasKreuz im Jordan und die Engel),wie siebeidezusammennach einembyzantinischen Vorbild im Hortus überliefertsind.DiesebyzantinischeMuster- vo agehat hauptsächlichauf die Darstellung desLebens Jesu

und des

nendenEngelnder Taufe ganzbesonderszum Ausdruckkommt. Danebenerscheinenauch mehr abendländischeZüge, so in den Miniaturen der siebenKünste, des Glücksradesund anderer allegorischenThemen,die z. T. schonauf die RenaissanceKarls desGrossen,z. T. asf das junge Emporblühen der Frühgotik zurückgehen,wie esnamentlichdie den Rosender Kathedralen nachgeahmterunde Form einiger dieser Bilder bezeugt.Die übereinstimmung von zwei von diesen Miniaturen, die die Symboledes alten und des neuenBtrndesdarstellen,mit den späterausgeführtenRosendessüdlichen Querschiffs desStrass- burgerMünsters,sowiedie Mannigfaltigkeit der bildlichen und texrlichen Vorlagen des Hortus haben denn auch zu der An- nahmegeführt, dassdessenZusammenstellungund Ausstattung am Sitze des StrassburgerBischofsund in engemZusammen- hang mit dem Schaffen der Münsterbauhüttegeschehensei. Vie dem auch seinmag, Fferrad hat sich nicht damit be- gnügt, ihre Vodagen mehr oder weniger getreu nachzumalen, siehat auch ihren eigenenStil, ihr selbständigesKunstempfin- den. Da ist einmal die gut entwickelteBeobachtungsgabe,die solebensnaheSzenenausdem Alltag naiv und doch humorvoll hinzaubert,wie den pflügendenAckersmannoder den betteln- den Lazarusbeim Gastmahl desReichen,wie die Räuberszene im Gleichnisvom barmherzigenSamariteroder die Katze, die gleichbei der Schöpfungdem Mäuschennachspringt.Auf dem Gesicht ihrer Personenvermag sie wohl meistensnoch nicht deren seelischcVorgänge auszudrücken,aber es gelingt ihr schon,Angstgefühle oder des Teufels Bosheitzu veranschau- lichen,und mrt liebevollerSorgfalt suchtsie die Züge desHei- landes,der Mutter Gottes,der Apostel, der Prophetenund der Seligenso edel wie möglich zu gestalten, Umso stärker ist ihre Einbildungskraft, die ihr erlaubt,

Jüngsten

Gerichteseingewirkt, was u. ä. bei den die-

vor ihr wohl noch nicht dargestellte Szenen bildlich wieder-

zugebenund auch die schwierigstenAllegorien durch ihre Minia-

ruren yerständlich zu

erscheinen,aber welch ausgedehntesVissen wird da in der Kreuzigungsszeneund beim Kampf der Tugenden mit den Lastern ausgebreitet,\felch dichterischePhantasiebeschwingt die Darstellung der siebenKünste, der mystischenKelter und desKönigs bei dem Puppenspiel;welch ernstesund doch nicht. engherzigesSittlichkeitsgefühlliegt in den Miniaturen der Tu- gendleiter,der Sirenen,der Verdammtendes Jüngsten Gerichtes und ihrer Höllenqualen,welche den Hohenburger Schwestern so freimütig und abschreckenddie Gefahren, die ihr Gelübde bedrohen,vor Augen führen; aber auch welch kindliche Glau- benszuversichtund innige Frömmigheitleuchtetin den ermun- ternden Versen der Gründung Hohenburgsund auf dem Ge- sicht des in Abrahams SchosssitzendenLazarus, oder in der ewigen Freude der Seligen,die unter Kronen und Palmen im Paradiesewandeln, und denender Flerr die Tränen abwischtl

Am meistenbeeindruckt iedochbeim Hortus. trotz man- cherUnbeholfenheit,die Klarheit und die monumentaleGross-

machen.Einigesmag dabeietwasabstrakt

artigkeit desAufbaus und der Ausführung der Miniaturen, die

etwa bei der Schöpfung,bei der mystischenKelter, beim

sten Gericht oder dem apokalyptischen '{/eib

in Erscheinungtreten. Sie sind der künstlerischeAusdruck von Herrads tief empfundenerMystik, die warm und zart, zber nach elsässischer 'V/eise zurückhaltend und strenggläubig,auf das Praktische gerichtet, ohne überschwenglicheVerschwom- menheitihr Verk durchpulst; siesind der genialeViderschein ihres alleserfassendenGlaubens,der die'ü[elt und ihre Schätze im Spiegelder Ewigkeit erblicken liess.

am deutlichsten

Jüng-

H. R.

Verzeichnis der Abbildungen

Die römischen Zahlen in Klammern verweisen auf die entsprechenden

Bildtafeln der Ausgabe von Straub und Keller und deren Kommentar'

')

Schnitter -V€izen.

(XXXI

r)

aus dem Gleichnis vom

Unkraut

unter

dem

z)

Mühle

";;;i;-,ii;

(XXX r). Die Zeichnung jst

it4tit;i't;;"

iL""t'

ihrer

leicht verständlich,venn man

vorstellt. Dies Bild sowie das des Evangeliu-msüber die Un- der Engel rechtsoben, der-dre

ti"i.nd -Text

nächsteveranschaulichenden

sewissheitder Todesstunde;daher

äine Pcrson mitten in

Arbeit aus dem Leben abberuft'

4)

Ackersleute beim Pflügen (XXX z)'

Der Sonnenwaqen (Vbis

r), ein antikesMotiv, bei dem jedoch ein

schw.t{alliges]abär desio wjrklichkeitsniheres Viergespanndie

feurigen Himmelsrosse ersetzt'

r) Bauleute beim Turmbau

6) Erstürmune der Stadt Dan (XTrer:)

zu Babel (X

z).

durch AbrahamsKriegsleute,

die dasFe"uerin die Stadt geworfen haben und dasTor aufbrechen.

Man beachtehier und

iistune,

Helme-mir

einem qeknüpften Gürtelriemen geLragenwird,

"m

auf den zwei nächstenBildern die Aus-

Kett.npanzerkappe, -Hemd und -Hose, spitzeund runde

Nasenschiene,Lanze,zweischneidigesSchwert.

.das an

grosserschrld' der

d.n Uall gehängtwerden kann

(Xlter

7) Kämpfende Ritter

3), den Karnpf Josuas mit dem König der

Amälekiter darstellend.

9\

Plünderunesszene (L

r).

Ausschnittaus der hngen Darstellungdes

Kamofes"derTusendenmit den Lastern: hier zieht die Raubgier al' Tochter desöeizesdem einendie Ausrüstungund del andern

Ober- und Unterkleid aus.

Beutezus (XTquart. r).

trcibt

Abraham ohne Kopfbedeckungund

mit

eine

Peit'ch'e ialtänd.

den und Sklaven vor sich hin und begegnetdem Melchisedech' der semässdem mittelalterlichenKirchenschauspielals voraus- darstillung des das Abendmahl spendendenHerrn im Bischofs- ornat erscheint.

seinen Getreuen die erbeuteten ller'

Karasrane (LIV:).

DjesesBild scelltin

Anlehnung an Erzählungen

Auszug der Königin von Sabadar, die

aus den Kreuzzüg.enden

an ihrem arabiscf,enSchleiererlennbar ist. Das Kamel trägt ein

durch Beschläeeverziertes Schatzkästchen,

rr) Thronender König (XIII r, nach der Reproduktion von Engelhardt auf dem Umschlae dieser Mappe farbie wiedergeqeben)'Es ist der Pharao in Unterödung mit'lüoses ldieser nic-hi melir erhaltea).

r:)

Festmahl (XXXIvbis

z) aus dem Gleichnis det Löniglichen Hoch-

zeit. Auf dem Tisch zwischen Fischplatten und verzierten Bechern ein Vecken, Brotscheiben,eine Breizel und ein Messer,das vorne

eingekerbt ist.

rl) -'

Taufe (LX[V gan, itt das

3).

-Vasser,

Nach dem altchristlichen Ritus wird der Täufling

hier in einen Badezuber,getaucht.

rl) Das Prunkbett (LIII r), auf dem Srlomo schläft, bewacht von den 6o Recken, deren Schilde am Davidsturm hängen. Uber dem Bett mit der auf sesDanntenSeilenlieeendenMatratie hänetein öllicht.

vorderen Reih"e trasen am Helm- schon einen

Drei Ritter-dir

durchsiebten Gesichtsschutz.Salomo ist hier das Syrnbol Christi, der im Schosseder Kirche ruht, vährend die Tuginden diese zu verteidigen habeo und das ewige Licht sie erleuc[tet.

rs)

Puooensoiel (LV

r). Salomo auf seinemThron

wendet sich dem

Spielezu und ruft bei dessenAnblick aus: 'Eitelkeit der Eitelkeitco, es ist alles eanz citel!.

rQ

Das Glücksral @V z u. LVbh

r), von der Königin Fortuna gedreht,

stürzt den gekrönten, geldschweren Herrscher in Armut und Elend hinab und reisst ihn dann wieder zu Reichtum und Ehren .empor, ein an den Rosen der Kathedralen beliebtesMotiv.

17) Die Sirenen der Odyssee (LVfi r) haben die Besatzung des einen

Schiffes durch Gesangund Spiel eingelullt, um sie auf der

sten Miniatur der Handschrift im Meer zu ertränken. Das dritte

Bild

Versuchüneen äieser'\felt überwindet.

näch-

zeiete Odvsseus.der sie überlistet. eleich wie Christus die

-

r8) Der

19)

Die

Tierkreis (V 2), mit dem Zeichen des Steinbocks beginhend.

sieben Künste (Xlbis), Im inneren Kreis rhront die von Gotr

inspirierte Philosophie mit einer Krone, aus der die Ethik, dic

LoAik und

die

Physik

hervorschauen. 2u

ihren

und Plato

als

'Kleriker

der

Heiden

Aus

ihr

Füssen Sokrates

quellen

eleich

7 Flüssen die 7 Künste, die den äusserenKreis fülien: obe"ndie Grammatik mit Bucb und Rute, rechts danebendie Redekunst mit \Tachstafeln und Griffel, dann die Disputierkunst mit dem vach- sam bellenden Hundsl.oof. die Musik mit Harfe. Monochord und Drehleier, die Rechenl.unst mit den Rechenkueein, die Geometrie mit Zirkel und Massstab.endlich die Astrono=miebeim Studium der Sterne. Zuunterst, ausserhalb des Kreises der gor.tgefälligen \Teisheit die Zauberer und Fabeldichter,denen unsaubire.ichwaize Vögel ihre Lügea einflüstern, Interessant sind auch die Schreib- pulte mit deu Tintenhörnero und die Messerzum Radieren und ium Spitzen der Federn und Schreibrohre.

ro) Erschaffung der Luft und des \flassers 0V und IIIbis suool. z). Der Schöpfer wird für iede der zvei auieinanderfoleenden-i-Iand- lungen dargestellt, links mit dem antikisierenden Vindseist auf dem Greifen. rechts mit dem von der heidnischenKunst übprnom- menen Meeresgott, der einen Fisch und den Dreizack hält.

2r)

Erschaffung der Tiere (IV z); unter ihnen eio Drache, ein Einhorn, ein Greif und ein Elefant mit Häuern statt Stosszähnen.

22)

VerkündigurrgMarr'ae(XXVter

suppl. r), noch ganz byzantinr'sch

mlt dem SesseLund dem SzeprerdesEngels.

24)

r5)

28)

29)

lo)

jr)

32)

verKunorgungder fllrten

(jeburr Chrisri (XXVI

(^ÄVf

2).

r u. XXVIIb;S suppl. r).

tinisch,da n.rchabendlendischerArt l,taiia auf einemBeLtunä das

Kind auf einem Altar liesen würden. Der abseitssinnende Toseoh

har keinen Heiligenschein.über dem Bilde srand

ee,chiiebin.

dassdie Geburt J:oo Jahre nach der Schöp{unggesihehensei.

ebensonoch byzan-

Anbetung der Könige (XXVIIbis z)t Zum Zeicheq dass sie aus

der Fremde, _dem

den Slaven üblichen Beinbindcn.

l,4orgenlandekommen. rr.rgen sie die bei

Traum

und Abreise der Könige (XXVIIbis

Rosettenmustcr verzierte Kniehosen.

r):

der erste trägt mit

Flucht nach Ägypren (XXVIIbis suppl.:). Manrel am \fanderstab trasend.

Taufe Christi (XXVIIbis .ufpl.

Ein Diener folgt, den

segnetdas Iüasser,wäh-

Taube desHeilisen

r;.

;"rr.

rend über ihni sichder HiÄmel OilÄetundäie

Geistesherunterflieet,eine VaseheilieenOIs im Schnabeltraee-nd.

Rechts die ganz byiantini.chen Engei, die Jesu dienen und'zum Zeichender Ehrfuriht die Händc in r-hreKleider hüllen.Im Tordrn links unten nach antikem Vorbild der Flusssott. daneben äas an

als dasSymbol

der TaufstellespätererrichteteKreuz, dasHirrad der Erfüllune des Taufbundes erklärr

Der arme Lazarus beim Gastmahl des Reichen (XXXIIbis r).

Lazarus im Paradies (XXXIIbis

z).SeineSeeleruht in Gestalt eines

reichgekleidetenKindes in Abrjhams

Reiche, dessenSeelebeim Tod

vor Dursr im Höllenpfuhl lechzt.

von

Schoss,während rechts der

gepackt wurde,

den Teufeln

LetzteErscheinung Jesu bei seinenelf

(XL

runden Tisch. Bemerkenswert die Gabel. das Messer ohne Kerbe. das Stück Bror, das jeder vor sich hat.

Bücher,von

derieneinsmit Edelsteinengeschmücktkt, und bezeugendurch ihre

Gebärden das Sprachenwunder.

Die mystischeKelter (LXI r), Im Kelterfass,das nach dem heilisen Aueustin die Kirche darstellr, Drerst Christus als Kelterba-um untir dem als Kreuzbalken gedinter.n Querholz die Trauben, d. h. die Seelen,di ihm zug-eschüttetw.ide.r, ,rot"tt .roo "*.i barfüssigenApostelnund dem erstenMärtyrer Stefanus,oben von den gläubigenStändender lfelt. rechtsden Laien, darunter ein König und eineKönigin, links den Gejstlichen,an ihrer Spitzeder Papsimit der zuckerliutförmigen.noch einfachbereiftenTiara und einembesondersgrossen Korb, dahinterein Bi'chof. einieeMönche. zwei Einsiedler und zuletzt ganz bescheiden,z-ei Nonn.n.

Plingsten (XLT r). Die ApostelhaltenSchriftrollenoder

Jüngern

nachder Aulerstehung

r). Nach antiker Arr

lehnt er

ruf einemRuhebett am halb-

l4)

Jr)

3o)

Rinsshcrum be.chürzen Ensel die Rebe, während unten. im Anschlu.san die vorhergehendenund die nachfolgendenMinia- turen, links Jesus den geheilten Aussttzigen in den Kreis dcr Cläubisen hereinnimrnt. und rechts Enoch und Elias in den l"tzt"n'Tagen die Heiden und die an ihren spitzen Hüten er- kenntlichen Juden bekehren.

und farbiges Titelblatt) als

Svmbol des ReichesGottes und der Kirche. Unter die Füssetritt

sie die unste;e Mondsichel dieser Velt, qrährend hinter ihrem

violetten Kleid die Sonne der Gerechtiekeit leuchtet und an ihrer Krone die r.: Srcrne der Apostel gläirzen.Ein Engel birgt ihr

ihrer geisrigcnKinder. vor dem

Zueriff des Llutroten Drachen (unten rechts),der den von der

Frde aufgeso;encnStrom der \terfolgung gcgen das Veib .peir und ein Dritrel der Sterne,d. h. d.r Engel in die Hölle rei'st:

seine sieben Här.rpter bedeuten die sieben Todsünden und sei,e

Ausgeburr, ein siebenköpfiger fahlgrauer I-öwe, als Zeichen des

Anrichriscs.steiet 'Gläub"igen. links unten aus dem Meer und Schar der

Das Veib

der Ctffenbarung (LXXVI

neugeborene.Kind. dar Symbol

bedroht die

Dic Tugcndlcirer(LVl). ALrfihren. Hauprsprossen.die ron unren .:n die Tulenden der Keuschheit,\feltverachrung.Den uc, Cehor- sam, Geduld, Glauben und barmherzigen Liebe vcrsinnbildlichen, versuchendie Christen, die die entsprechendenTugenden aus- üben wollen oder sollten, zur Krone des Lebens zu gelangen, stürzen aber zumeist ab, wcil sie sich verführen lassen von den verschiedenenweltlichen Gelüsten, die auf jeder Seite der Leiter versinnbildlichrsind: so von unten nach oben für die Laien und Ritter, Pferde, \flagel, Kriegsleute, Städte, schöne Kleider; lwelt

für die Nonne die Pracht der

ster; für den Kleriker die Schlemmerei und seine Freundin, die die hier abgebildete romanische Kirchc mit Langhaus, Vierungs-

turm und Aosis halb verdeckt; für den Mönch Geld und Besitz;

für den Klausner ein weiches Bettj für deo Einsie<llerdie über-

triebenePflegeseine.Crrrens. Nur

und rier verführerische Prie-

die siebre,die Hauprrugend.

die chri.riicheliebe. durch die EngeJlor dem Drachen und den tfeilen der Teufel ge,chützr. erlangr die Lebenskrone,zu der der Herr jcdoch auch die Gefallenen durch eine bussfertige Lcbensänderungführen kann.

Die Gründung desKlosters Hohenburg (LXXIX). Oben die Stiftung durch Herzoe Etich oder Adalrichr er hat aus Ehrfurcht seinen pelzg"lürrertÄ Mrnrel au,gezogcnund kniet vor Christu., dem er d.rsKlosrers1ml-'oli.chdurch einengoldencnSrabund durch Ver- mittlung de. {po,,relsPecrusund dcr Murtergottesdarbictetlrechrs nebcnder Fassadcdcr Kirche dic hciligc Odilia und Iohannesder Täufcr. ihr Parron.Unten die übergabi desKloster.a; Odilia unJ ihreo Konvent: der Herzoe in vollem Ornat auf einem '\(/eise Faltstuhl

sirzend, übertrlgt ihr symbolisch nach mittelalterlicher

Schlüsselgewalt.Rechrs Relindis. die das Kloster zu neuer Blüte eebracht hat snd wie Christus die Stiftsschwesternzu einem from- men Lebenswrndelermahnt. Ganz unten sind die Tannenwälder des Odilienbergs als naiv gezeichnereTannenzweige dargestcllt.

die